erdogan-2215259_1280

Türkische Währung: Wann kommt der Erdogan?

Die Türkische Lira mit dem Währungskürzel TRY ist das gesetzliche Zahlungsmittel der Türkei und der Türkischen Republik Nordzypern. In ihrer ursprünglichen Form wurde die Türkische Lira bereits Mitte der 1870er Jahre als neue Obereinheit der damaligen Währung Kuruş eingeführt. Eine Türkische Lira (TRY) entspricht seitdem 100 Kuruş. Seit Januar 2009 befindet sich bereits die neunte Serie an türkischen Banknoten im Umlauf.

Die „moderne Türkei“ ist unter Erdogan offensichtlich gescheitert!

Die aktuellen Lira-Scheine erinnern derzeit einheitlich mit einem Porträt Mustafa Kemal Atatürks an den Begründer der modernen Türkei. Diese „moderne Türkei“ ist mittlerweile nur noch ein historisches Kapitel in den Geschichtsbüchern. Der aktuelle Präsident Erdogan sieht sich selbst gerne als großen Staatslenker und Modernisierer. Spätestens mit der Einführung des sogenannten Präsidialsystems fungiert Erdogan jedoch weit mehr als autokratischer Sultan, denn als demokratischer Volksvertreter. Die parlamentarische Demokratie ist in der Türkei faktisch aufgehoben. Kein Staatslenker hatte vor Erdogan derart umfassende Befugnisse.

Zuletzt sind die Konflikte zwischen US-Präsident Donald Trump und dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan geradezu eskaliert. Die Türkische Lira ist dramatisch abgestürzt. Die wirtschaftlichen Folgen für die Bevölkerung, aber auch für Unternehmen und die gesamte Volkswirtschaft in der Türkei spitzen sich immer weiter zu. Präsident Erdogan sagte in einer Rede wörtlich, dass sich die USA und andere Staaten in einem Krieg gegen die Türkei befinden.

Erdogan spricht von einem „Nationalen Kampf“. In diesem Wirtschaftskrieg seien Dollar, Euro und Gold die Patronen, Kanonen und Raketen. Vor dem Hintergrund dieser negativen Rahmenbedingungen und Entwicklungen hat Erdogan mittlerweile seine Landsleute dazu aufgerufen, ausländische Devisen, aber auch Gold zu verkaufen, und Türkische Lira zu kaufen, als unterstützende Maßnahmen. Die Aussagen Erdogans verdeutlichen den Ernst der Lage ebenso, wie Erdogans Maßnahmen gegen die Meinungs- und Pressefreiheit.

Die Türkei: Das führende Land in dem die Bürger ihre Meinung lieber nicht ins Netz stellen

Soziale Medien wie Facebook und Twitter haben es einfach gemacht, seine Meinung öffentlich mit einem relativ großen Publikum zu teilen. Allerdings halten viele Nutzer dennoch mit ihren Meinungen hinter dem Berg. In vielen Ländern tun sie dies, weil sie befürchten müssen, wegen ihrer Meinung ins Visier staatlicher Stellen und Behörden zu geraten.

Laut des diesjährigen Reuters Digital News Reports geben in der Türkei etwa 65 Prozent der Befragten an, sie überlegten es sich gut, bevor sie ihre Meinung öffentlich ins Netz stellten. Das liegt auch daran, dass der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan nach einem vereitelten Putschversuch hart gegen jegliche kritische Meinungsäußerungen vorgeht – vor allem gegen Journalisten, aber auch gegen einfache Bürger.

infografik_14289_wo_menschen_ihre_meinung_lieber_nicht_ins_netz_stellen_n

Erdogan verliert zunehmend den Bezug zur Rationalität

In nackten Zahlen ist die Türkische Lira im Jahr 2018 gegenüber dem US-Dollar um mehr als 70 Prozent gefallen. Gegenüber dem Euro beträgt der Verlust über 60 Prozent. Das sind zweifelsohne dramatische Entwicklungen. Recep Tayyip Erdogan, der türkische Präsident, hat jetzt zwei grundlegende Optionen. Dazu zählen, die Hilfe des Internationalen Währungsfonds IWF anzunehmen, oder Kapitalkontrollen bzw. Kapitalverkehrskontrollen in der Türkei einzuführen. Nachfolgende Grafik verdeutlicht den Kursverfall der Türkischen Lira gegenüber dem Euro in den letzten Jahren.

Tuerkische_Lira

IWF-Hilfen hat Erdogan bereits abgelehnt, Kapitalverkehrskontrollen über seinen Schwiegersohn Berat Albayrak – dem Finanzminister der Türkei – dementieren lassen. Für mich werden die Reden Erdogans immer irrationaler. Erdogan hat beispielsweise türkische Unternehmen aktuell davor gewarnt, Bankrott anzumelden. Das ist vergleichbar mit einem Chefarzt, der seine Patienten auf der Intensivstation davor warnt, zu sterben.

BV_728x90_3

Die nächste Währungsreform der türkischen Lira steht bevor 

Im Laufe ihrer Geschichte litt die türkische Währung immer wieder unter einer hohen Inflation. Bindungen an andere internationale Währungen – beispielsweise den US-Dollar – beschleunigten stets den Wertverfall der Lira, so dass Anfang der 1980er-Jahre der Kuruş als Untereinheit der Lira praktisch verschwunden war. Im Zuge einer Währungsreform im Jahr 2005 wurde die Landeswährung in „Neue Türkische Lira“ umbenannt. 2009 wurde das Wort „Neu“ aus dem Namen der Währung wieder gestrichen.

Bis zur nächsten Währungsreform, die dann vermutlich wieder eine „Neue Türkische Lira“ mit Banknotenbildern von Recep Tayyip Erdogan hervorbringen wird, ist es jetzt nur noch eine Frage der Zeit. Wer weiß, vielleicht gib es eines Tages sogar eine Währung namens „Erdogan“ in der Türkei. Eine weitere Option wäre – nach dem Vorbild Venezuelas mit dem Pedro – die Einführung einer staatlichen türkischen Kryptowährung als Parallelwährung. Unabhängig von den weiteren Entwicklungen bleibt der Fakt, dass die Türkische Lira von einer AAA-Währung derzeit so weit entfernt ist, wie Recep Tayyip Erdogan von der Rationalität und Demokratie.

Sonderreport: Die 5 besten AAA-Währungen der Welt!

Die Edelmetalle Gold und Silber sind derzeit zweifelsohne attraktiv bewertet. Ausschließlich, bzw. zu hoch gewichtet auf Edelmetalle zu setzen bedeutet ebenfalls ein Klumpenrisiko. Deswegen macht auch der Blick auf ausgesuchte AAA-Währungen Sinn. Der Devisenkurs einer Währung wirkt grundlegend wie der Aktienkurs eines Unternehmens. Während ein Aktienkurs die wirtschaftliche Situation und Entwicklung eines Unternehmens abbildet, steht ein Währungskurs für die Stärke einer Volkswirtschaft.

Bei der Auswahl von Fremdwährungen zur strategischen Diversifikation und Wertaufbewahrung ist deshalb wichtig, auf solide Staaten zu setzen. Ich zeige Ihnen transparent und nachvollziehbar in meinen druckfrischen neuen „Sonderreport Währungen“ meine 5 AAA-Staaten und -Währungen sowie die besten Praxis-Strategien und die besten Anbieter für die Umsetzung in der Praxis.

© Markus Miller – Geschäftsführer GEOPOLITICAL.BIZ S.L.U. – Beachten Sie bitte unsere PREMIUM PARTNER

 

GOLDMONEY_GEOPOLITICAL.BIZ

One thought on “Türkische Währung: Wann kommt der Erdogan?

  1. Wenn ich mir den immer weiter ausbreitendenden Währungsverfall auf der Welt betrachte, kommt mir in den Sinn, daß wir wohl an dem Punkt angelangt sind, daß es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis das erste Land die Konsequenz umsetzt, sich davon zu befreien über das Schließen der Toren des Außenhandels.

Hinterlasse eine Antwort