Reichtum ist relativ!
(05.09.26) Was bedeutet es heute eigentlich, reich zu sein? 50.000 Euro Einkommen? 100.000 Euro? Eine Million Euro Vermögen? Die Antwort ist weit weniger eindeutig, als viele Menschen vermuten. Denn Reichtum hängt nicht nur davon ab, wie viel Geld auf dem Konto eingeht, sondern ebenso davon, wo Sie leben, welche Kosten Sie tragen und wie viel Vermögen Sie bereits aufgebaut haben.
Eine interessante Analyse von BuchhaltungsButler und dem Datenstudio DataPulse Research macht diese Unterschiede sichtbar. Grundlage sind Eurostat-Daten aus dem Jahr 2024 zu verfügbaren Nettoeinkommen nach Steuern und Sozialabgaben. Die Werte wurden nach der OECD-Äquivalenzskala auf einen Drei-Personen-Haushalt mit zwei Erwachsenen und einem Kind unter 14 Jahren hochgerechnet. Als „reich“ definiert die Studie einen Haushalt, der einkommensmäßig zu den obersten zehn Prozent seines Landes gehört.
Die Ergebnisse sind beeindruckend: In Luxemburg beginnt das oberste Einkommenszehntel bei rund 175.000 Euro verfügbarem Jahreseinkommen, in Deutschland bei etwa 93.000 Euro. Im europäischen Durchschnitt der untersuchten Länder liegt die Schwelle bei rund 71.000 Euro. In der Türkei reichen dagegen rechnerisch bereits etwa 19.000 Euro, um innerhalb des Landes zu den einkommensstärksten zehn Prozent zu gehören.
175.000 Euro sind nicht überall 175.000 Euro wert
Diese enormen Unterschiede zeigen zunächst, wie unterschiedlich die Einkommensverhältnisse in Europa sind. Doch die nominalen Zahlen erzählen nur die halbe Wahrheit. Denn ein Euro besitzt in Luxemburg eine andere reale Kaufkraft als in Portugal, Rumänien oder der Türkei.
Die Studie bereinigt deshalb die Einkommen zusätzlich um die jeweiligen Lebenshaltungskosten. Aus den nominalen 175.000 Euro in Luxemburg werden kaufkraftbereinigt etwa 130.000 Euro. Die rund 19.000 Euro in der Türkei entsprechen aufgrund des deutlich niedrigeren Preisniveaus dagegen einer Kaufkraft von ungefähr 46.000 Euro. Die gewaltige nominelle Lücke wird dadurch deutlich kleiner.
Aktuelle Eurostat-Zahlen für 2025 bestätigen dieses Grundproblem. Das Preisniveau für den privaten Konsum lag in Luxemburg bei 132 Prozent des EU-Durchschnitts. Noch teurer waren Dänemark mit 140 und Irland mit 136 Prozent. Am anderen Ende lagen Bulgarien bei nur 63, Rumänien bei 65 und Polen bei 73 Prozent. Ihre reale Kaufkraft hängt damit erheblich davon ab, wo Sie Ihr Geld ausgeben.
Deutschland ist teuer – aber kaufkraftstark
Interessanterweise steht Deutschland bei der materiellen Lebensqualität besser da, als es manche Diskussion über hohe Steuern und Lebenshaltungskosten vermuten lässt. Eurostat misst dafür die sogenannte Actual Individual Consumption, kurz AIC. Diese Größe erfasst den tatsächlichen Konsum von Haushalten und berücksichtigt dabei auch öffentlich bereitgestellte Leistungen.
Deutschland lag 2025 bei diesem kaufkraftbereinigten materiellen Konsumniveau 20 Prozent über dem EU-Durchschnitt. Lediglich Luxemburg lag mit 45 Prozent noch deutlich höher, die Niederlande erreichten 19 Prozent über dem Durchschnitt. Die niedrigsten Werte innerhalb der EU verzeichneten Ungarn und Lettland mit jeweils 27 Prozent unter dem Durchschnitt.
Das ist für mich ein wichtiger Punkt: Hohe Preise allein bedeuten nicht automatisch einen niedrigen Lebensstandard. Entscheidend ist das Verhältnis aus Einkommen, Preisen, Steuern, staatlichen Leistungen und verfügbaren finanziellen Spielräumen. Genau dieses Verhältnis unterscheidet sich von Land zu Land erheblich.
München ist nicht Mecklenburg
Aber selbst nationale Durchschnittswerte greifen zu kurz. Es macht einen erheblichen Unterschied, ob Sie mit einem bestimmten Einkommen in München, Frankfurt oder Hamburg leben – oder in einer kleineren Stadt beziehungsweise einer ländlichen Region.
Allein Wohnkosten können Ihre persönliche Vermögensbildung massiv beeinflussen. Wer beispielsweise monatlich 2.500 Euro für Wohnen ausgeben muss, besitzt bei gleichem Einkommen erheblich weniger Sparpotenzial als jemand mit Wohnkosten von 1.200 Euro. Über zehn oder zwanzig Jahre entsteht daraus ein gewaltiger Unterschied beim Vermögensaufbau.
Deshalb sollte die Frage nicht nur lauten: „Wie viel verdiene ich?“ Viel wichtiger finde ich: „Wie viel bleibt mir nach allen notwendigen Ausgaben übrig?“ Dieser frei verfügbare Überschuss entscheidet darüber, ob Sie Rücklagen bilden, investieren und langfristig Vermögen aufbauen können.
Einkommensreich ist nicht vermögensreich
Hier möchte ich eine weitere wichtige Unterscheidung treffen. Die Studie untersucht Einkommen, nicht Vermögen. Wer mit seinem Haushalt zu den obersten zehn Prozent der Einkommen gehört, zählt deshalb noch lange nicht automatisch zu den vermögendsten zehn Prozent.
Ein 35-jähriger Spitzenverdiener mit 150.000 Euro Jahreseinkommen, hoher Miete, großem Immobilienkredit und wenig Rücklagen kann vermögensmäßig deutlich schlechter dastehen als ein Rentner mit vergleichsweise geringem Einkommen, aber schuldenfreiem Eigenheim, Depot und weiterem Kapitalvermögen.
Für mich ist wirklicher finanzieller Wohlstand deshalb eine Kombination aus Einkommen, Vermögen, Schuldenfreiheit, Liquidität und persönlicher finanzieller Freiheit. Ein hohes Einkommen ist hervorragend – aber erst wenn daraus dauerhaft Vermögen entsteht, wird daraus echte finanzielle Substanz.
Reichtum beginnt bei Ihren Möglichkeiten
Genau deshalb ist Reichtum für mich auch ein Gefühl der Möglichkeiten. Können Sie unerwartete Ausgaben problemlos tragen? Können Sie mehrere Monate ohne Einkommen überbrücken? Haben Sie die Freiheit, eine schlechte berufliche Situation zu verlassen? Können Sie investieren, statt jeden Monat ausschließlich Rechnungen zu bezahlen?
Ein Haushalt mit 120.000 Euro Nettoeinkommen und 115.000 Euro jährlichen Ausgaben kann finanziell stärker unter Druck stehen als ein Haushalt mit 70.000 Euro Einkommen und 40.000 Euro Ausgaben. Der entscheidende Unterschied beträgt in diesem Beispiel nicht das Einkommen, sondern der jährlich verfügbare Überschuss von 5.000 beziehungsweise 30.000 Euro.
Genau dieser Überschuss ist der Rohstoff Ihres Vermögensaufbaus. Daraus entstehen Liquiditätsreserven, Wertpapierdepots, Immobilienkapital, Edelmetallbestände oder unternehmerische Beteiligungen. Einkommen schafft Möglichkeiten – aber erst Spar- und Investitionsfähigkeit schafft langfristig Vermögen.
Die Einkommensschere bleibt groß
Hinzu kommt die relative Einkommensverteilung innerhalb eines Landes. Auch hier zeigen sich beträchtliche Unterschiede. Laut der ausgewerteten Studie verdienen die obersten zehn Prozent in der Türkei rund 215 Prozent mehr als ein Medianhaushalt. In Deutschland beträgt der Abstand ungefähr 111 Prozent.
Besonders interessant ist der Anteil des obersten Zehntels am gesamten nationalen Einkommen. In der Türkei entfallen der Studie zufolge rund 36 Prozent des Einkommens auf die obersten zehn Prozent. In Bulgarien sind es etwa 30 Prozent, in Lettland und Litauen jeweils rund 26 Prozent.
Diese Zahlen zeigen wiederum, warum der Begriff „reich“ zwangsläufig relativ bleibt. Wer zur Einkommensspitze eines Landes gehört, besitzt vor Ort möglicherweise eine herausgehobene wirtschaftliche Position – und kann im internationalen Vergleich trotzdem über ein wesentlich niedrigeres Einkommen verfügen.
Kaufkraft kann zum Standortvorteil werden
Gerade für Menschen, die nicht mehr zwingend an einen bestimmten Arbeitsort gebunden sind, bekommt diese Erkenntnis eine ganz neue Bedeutung. Unternehmer, Selbstständige, digitale Arbeitnehmer und Rentner können teilweise entscheiden, wo sie leben und wo sie einen großen Teil ihrer Ausgaben tätigen.
Damit entsteht eine interessante Form der finanziellen Optimierung: Einkommen in einem hochproduktiven Wirtschaftsraum erzielen und zumindest einen Teil der Lebenshaltungskosten in einem günstigeren Umfeld tragen. Das funktioniert natürlich nicht für jeden und bringt steuerliche, rechtliche und persönliche Fragen mit sich.
Aber das Grundprinzip ist wichtig: Neben der Rendite Ihres Vermögens besitzt auch der Ort Ihres Konsums Einfluss auf Ihren realen Wohlstand. Zehn Prozent mehr Anlagerendite zu erzielen ist schwierig. Zehn oder zwanzig Prozent weniger laufende Kosten zu tragen, kann je nach Lebenssituation erheblich einfacher sein.
Nicht nur das Einkommen international denken
Für Anleger ergibt sich daraus eine weitere Konsequenz. Internationalisierung bedeutet nicht nur, im Ausland zu leben. Sie bedeutet auch, Vermögen nicht vollständig von einer einzigen Volkswirtschaft, Währung oder Rechtsordnung abhängig zu machen.
Aktien internationaler Unternehmen, verschiedene Währungen, Bank- und Depotverbindungen in stabilen Rechtsräumen, Edelmetalle, Immobilien oder andere Sachwerte können dabei je nach persönlicher Situation unterschiedliche Funktionen erfüllen.
Entscheidend ist für mich jedoch nicht maximale Komplexität. Eine internationale Vermögensstrategie muss transparent, rechtlich sauber und praktisch beherrschbar bleiben. Zehn Konten in zehn Ländern sind nicht automatisch besserer Vermögensschutz als eine sorgfältig strukturierte Diversifikation.
Vermögensschutz beginnt mit Kaufkraftschutz
Denn am Ende zählt nicht, welche Zahl auf Ihrem Kontoauszug steht. Entscheidend ist, was Sie mit diesem Geld künftig kaufen können. Genau deshalb gehört Inflationsschutz für mich zwingend zum Vermögensschutz.
100.000 Euro nominales Vermögen bleiben auf dem Konto zwar 100.000 Euro. Steigen die Preise jedoch über Jahre deutlich, sinkt die reale Kaufkraft. Die Zahl ist gleich geblieben – Ihr tatsächlicher Wohlstand dagegen nicht.
Deshalb sollte eine langfristige Vermögensstrategie immer darauf ausgerichtet sein, die reale Kaufkraft zu erhalten und möglichst auszubauen. Nominale Sicherheit allein reicht nicht. Realer Vermögenserhalt ist das Ziel.
Mein Fazit: Reichtum ist relativ!
Die Einkommensstudie zeigt eindrucksvoll, wie unterschiedlich „reich“ in Europa definiert werden kann. Rund 175.000 Euro verfügbares Jahreseinkommen in Luxemburg, 93.000 Euro in Deutschland oder 19.000 Euro in der Türkei können jeweils dasselbe statistische Ergebnis bedeuten: die Zugehörigkeit zu den einkommensstärksten zehn Prozent des jeweiligen Landes.
Doch erst die Kaufkraft zeigt, wie groß die Unterschiede im tatsächlichen Lebensstandard sind. Und selbst sie erzählt noch nicht die ganze Geschichte. Vermögen, Schulden, Wohnkosten, familiäre Verpflichtungen und persönliche Lebensziele entscheiden mit darüber, wie wohlhabend Sie wirklich sind.
Deshalb gilt für mich: Reichtum ist nicht die größte Zahl auf dem Konto. Reichtum bedeutet finanzielle Möglichkeiten, Unabhängigkeit und Sicherheit. Ein gutes Einkommen kann dafür die Basis schaffen – Vermögensaufbau macht daraus langfristige finanzielle Freiheit.
Vermögensaufbau ist wichtiger als Einkommensstatus
Lassen Sie sich deshalb nicht zu sehr von statistischen Grenzen beeindrucken. Ob Sie offiziell zu den oberen zehn Prozent gehören, ist für Ihre persönliche Finanzplanung weit weniger wichtig als die Frage, ob Ihr Vermögen Jahr für Jahr wächst.
Konzentrieren Sie sich auf Ihren persönlichen Überschuss, Ihre Sparquote, den realen Werterhalt Ihres Vermögens und eine intelligente Diversifikation. Gleichzeitig lohnt es sich, Lebenshaltungskosten und Standortentscheidungen nicht als reine Konsumfragen zu betrachten – sie sind wichtige Bestandteile Ihrer langfristigen Vermögensstrategie.
Denn genau darin liegt für mich die entscheidende Erkenntnis: Reichtum ist relativ – finanzielle Unabhängigkeit dagegen ist sehr konkret. Wer dauerhaft mehr besitzt, als er benötigt, seine Kaufkraft schützt und echte Wahlmöglichkeiten gewinnt, ist dem Ziel wirklichen Wohlstands sehr viel näher als jede statistische Einkommensgrenze vermuten lässt.
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Norwegen: Vermögen statt Schulden!
(10.08.26) Nicht nur die USA kämpfen mit einem gewaltigen Schulden- und Zinsproblem. Auch in Europa wächst der finanzielle Druck. Frankreichs öffentliche Verschuldung erreichte im ersten Quartal 2026 bereits 3,536 Billionen Euro beziehungsweise 117,5 Prozent der Wirtschaftsleistung. Deutschland steht mit einer Schuldenquote von 63,5 Prozent Ende 2025 zwar deutlich besser da, doch auch hier weist der Trend angesichts steigender Ausgaben für Infrastruktur, Verteidigung und Soziales nach oben.
Norwegen zeigt dagegen seit Jahrzehnten, dass ein rohstoffreicher Staat einen völlig anderen Weg einschlagen kann: Statt seine Einnahmen vollständig zu konsumieren, baut das Land systematisch Kapitalvermögen auf. Das Ergebnis ist der Government Pension Fund Global, der heute der größte Staatsfonds der Welt ist und Norwegen eine finanzielle Substanz verschafft, von der andere Industriestaaten nur träumen können.
Aus Öl und Gas wird langfristiges Kapitalvermögen
Ein großer Teil der staatlichen Einnahmen aus der norwegischen Öl- und Gasförderung wird über den Staatsfonds an den internationalen Kapitalmärkten investiert. Ende Juni 2026 belief sich dessen Wert auf 22,683 Billionen norwegische Kronen, umgerechnet rund 2,3 Billionen US-Dollar. Allein im ersten Halbjahr 2026 erzielte der Fonds eine Rendite von 9,4 Prozent beziehungsweise einen Anlagegewinn von rund 1,75 Billionen Kronen.
Noch beeindruckender ist der langfristige Effekt des Zinseszinses: Seit Anfang 1998 erzielte der Fonds eine annualisierte Rendite von 6,86 Prozent. Die kumulierten Anlageerträge summieren sich inzwischen auf 15,21 Billionen Kronen. Damit stammt heute mehr als die Hälfte des gesamten Fondsvermögens aus erwirtschafteten Kapitalerträgen und nicht mehr aus den ursprünglichen staatlichen Zuflüssen.
Das ist der entscheidende Unterschied: Norwegen hat endliche Rohstoffvorkommen in ein global diversifiziertes Finanzvermögen verwandelt, das auch dann noch Erträge erwirtschaften kann, wenn Öl und Gas eines Tages keine vergleichbare wirtschaftliche Bedeutung mehr haben.
Die 3-Prozent-Regel schützt das Vermögen
Das norwegische Konzept besteht aber nicht nur darin, Geld anzulegen. Ebenso wichtig ist die politische Disziplin beim Zugriff auf dieses Vermögen. Die sogenannte Fiskalregel orientiert die langfristigen Entnahmen am erwarteten realen Ertrag des Fonds, der derzeit mit rund 3 Prozent jährlich angesetzt wird. In normalen Jahren soll die tatsächliche Verwendung sogar unter diesem Niveau liegen.
Die Idee dahinter ist ebenso einfach wie wirkungsvoll: Nicht das Kapital soll verbraucht werden, sondern möglichst nur ein Teil seiner langfristig erwirtschafteten Erträge. Dadurch bleibt das Vermögen für kommende Generationen erhalten und kann gleichzeitig einen erheblichen Beitrag zur Finanzierung des norwegischen Staatshaushalts leisten.
Genau darin liegt ein fundamentaler Unterschied zu klassischen schuldenfinanzierten Staatsmodellen. Schulden ziehen Jahr für Jahr Zinszahlungen nach sich. Produktives Kapital kann dagegen Dividenden, Zinsen, Mieten und Kursgewinne erwirtschaften.
Norwegen ist Aktionär der Weltwirtschaft
Zum Halbjahr 2026 waren 72,1 Prozent des Fondsvermögens in Aktien investiert, weitere 25,8 Prozent in Anleihen. Hinzu kommen Immobilien und Infrastrukturinvestitionen. Über seine Aktienanlagen ist Norwegen inzwischen an rund 7.100 Unternehmen weltweit beteiligt.
Besonders deutlich wird die Dimension bei den größten Technologiepositionen.
Nvidia stand Mitte 2026 mit umgerechnet rund 62 Milliarden US-Dollar im Portfolio, Apple mit etwa 52 Milliarden, Alphabet mit rund 50 Milliarden, Microsoft mit etwa 35 Milliarden und TSMC mit rund 34 Milliarden US-Dollar. Norwegen profitiert damit nicht nur von seinen eigenen Rohstoffen, sondern als Anteilseigner auch vom Wachstum, den Innovationen und den Unternehmensgewinnen der internationalen Wirtschaft.
Jetzt sogar SpaceX im Staatsportfolio
Neu hinzugekommen ist eine Beteiligung an SpaceX. Zum 30. Juni 2026 hielt der norwegische Staatsfonds rund 0,05 Prozent des Raumfahrtunternehmens im Wert von etwa 1,22 Milliarden US-Dollar. Verglichen mit den größten Technologiepositionen ist das zwar noch überschaubar. Es zeigt aber, wie breit und zukunftsorientiert der Fonds sein Kapital inzwischen über verschiedene Branchen und Unternehmen verteilt.
Dabei geht es keineswegs darum, einzelne Gewinner vorherzusagen. Das norwegische Modell basiert vielmehr auf globaler Diversifikation und langfristiger Beteiligung am Produktivkapital der Weltwirtschaft. Genau dadurch profitiert der Staat von wirtschaftlichem Wachstum, Innovation und Unternehmensgewinnen weit über die eigenen Landesgrenzen hinaus.
Mein Fazit: Schulden kosten Zinsen – Vermögen schafft Erträge
Mein Fazit: Während viele Staaten immer neue Schulden anhäufen und einen wachsenden Teil ihrer Einnahmen für Zinszahlungen aufbringen müssen, hat Norwegen über Jahrzehnte einen gewaltigen Kapitalstock aufgebaut. Das Land hat einen zeitlich begrenzten Rohstoffreichtum konsequent in dauerhaftes Finanzvermögen transformiert.
Darin steckt auch für Ihren persönlichen Kapitalschutz und Vermögensaufbau eine wichtige Lehre: Nicht Sparen allein schafft langfristigen Wohlstand. Entscheidend ist, Kapital produktiv arbeiten zu lassen, breit zu streuen und Erträge über viele Jahre wieder anzulegen. Schulden kosten Zinsen – Vermögen schafft Erträge.
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Finanzielle Repression
(13.11.24) Die weltweite Staatsverschuldung wird in diesem Jahr voraussichtlich erstmals die Marke von 100 Billionen US-Dollar überschreiten. Der Internationale Währungsfonds (IWF) schätzt, dass die Schuldenquote gemessen an der globalen Wirtschaftsleistung Ende 2024 bei etwa 93 % liegen wird. Bis 2030 könnte sie sich dann auf 100 % zubewegen, was bedeutet, dass die Staatsschulden die gesamte jährliche Wirtschaftsleistung der Welt erreichen würden.
Bereits während der Pandemie erreichte die Verschuldung mit 99 % einen temporären Höchststand. Zum Vergleich: Vor der Pandemie, im Jahr 2019, lag die Schuldenquote bei noch 90 %. Doch selbst diese alarmierenden Zahlen könnten zu optimistisch sein. Der IWF selbst räumte ein, dass frühere Prognosen sowohl von ihm als auch von der Weltbank die Verschuldung oft unterschätzt haben.
Geopolitische Spannungen, militärische Konflikte, Handelskriege und Extremwetterereignisse durch den Klimawandel verursachen weltweit spürbare Schäden. Doch auch die rasant steigenden Staatsschulden und die damit verbundenen Zinslasten tragen erheblich zu den globalen Herausforderungen bei. Der IWF warnt vor neuen Rekorden, da die Schuldenschleusen weiterhin offen stehen. Unabhängig vom Ausgang der US-Präsidentschaftswahlen wird die Staatsverschuldung der weltweit größten Volkswirtschaft weiter stark ansteigen.
Steigende Staatsverschuldung: Risiken für den Euro und private Vermögen
Auch China plant, seine Konjunkturhilfen durch die Ausgabe spezieller Staatsanleihen zu finanzieren, was die Staatsschulden weiter nach oben treiben wird. Neben den beiden größten Schuldnern, den USA und China, gehören auch Brasilien, Großbritannien, Frankreich, Italien und Südafrika zu den Problemländern. Besonders die Verschuldungsexzesse in Frankreich und Italien stellen eine Gefahr für die Stabilität des Euros dar, da Deutschland als Teil der EU-Haftungsgemeinschaft direkt betroffen ist.
Deutschland ist, isoliert betrachtet, ohne die europäischen Haftungsrisiken durch den Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM), weit von einem Staatsbankrott entfernt, der einem Bankrott des Volkes gleichkäme. Selbst wenn der Staat seine 2,6 Billionen Euro Staatsschulden von den Vermögensinhabern zwangsweise holen würde (Buchung: Volk an Staat), blieben immer noch etwa 14 Billionen Euro privates Volksvermögen übrig.
Das Hauptproblem besteht darin, dass Vermögen und Kapital in Deutschland, wie auch in anderen Ländern, sehr ungleich verteilt sind. Dadurch steigt das Risiko künftiger Umverteilungen für Kapitalinhaber erheblich. Europa wird seine strukturelle Schuldenkrise nicht durch Wirtschaftswachstum überwinden können, sondern durch Umverteilungen. Die dabei angewendete Methode ist die „finanzielle Repression“.
Dieser Begriff und seine Folgen werden in den Medien immer noch zu wenig thematisiert. Finanzielle Repression beschreibt staatliche Maßnahmen, um Schulden abzubauen, etwa durch negative Realzinsen, steigende Steuern oder Kapitalverkehrskontrollen. Diese Maßnahmen entziehen Sparern und Anlegern Kaufkraft, indem ihr Vermögen durch Inflation entwertet wird. Ziel der finanziellen Repression ist es, die Staatsschulden zu reduzieren und deren Refinanzierung zu erleichtern.
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Mythos Ultradiversifikation!
(29.02.24) Obwohl die Bedeutung von bargeldlosen Zahlungsmitteln wie Debit- und Kreditkarten sowie Google Pay, PayPal oder Apple Pay seit der Corona-Pandemie stark zugenommen hat, wurde in Deutschland auch 2023 überwiegend noch mit Scheinen und Münzen gezahlt. Auch hier dürften die Einschränkungen von Barzahlungen in der Zukunft ihre Spuren hinterlassen. Deswegen ist es intelligent, dass Sie sich frühzeitig mit Bargeldalternativen und deren Optimierung befassen.
Weltweit hat das Volumen bargeldloser Transaktionen im vergangenen Jahr die Anzahl von 1,3 Billionen erreicht. In gleichem Maße, wie Verbraucher und Unternehmen neue digitale Zahlungssysteme verwenden, wird das globale Volumen der Studie des „World Payment Reports“ zufolge bis zum Jahr 2027 auf 2,3 Billionen Transaktionen weiter zunehmen. Die weltweite Wachstumsrate beträgt dabei 15 %. Den Prognose zufolge werden bis 2027 neue Zahlungsmethoden wie Sofortzahlungen, E-Geld, Blockchain-Wallets rund um Kryptowährungen wie Bitcoin und Ethereum, Konto-zu-Konto-Zahlungen und QR-Code-Zahlungen dadurch rund 30 % des Gesamtvolumens ausmachen.
Akzeptanz und Verfügbarkeit von Bargeld nehmen ab!
Bereits am 28. Juni 2023 hat die Europäische Kommission eine Verordnung vorgeschlagen, die die Rolle des Bargeldes – analog zu einem geplanten digitalen Euro – als gesetzliches Zahlungsmittel verankern soll. Am 16. Februar 2024 startet das Nationale Bargeldforum der Bundesbank mit einer Auftaktveranstaltung.
Ziel des Nationalen Bargeldforums ist es, einen Austausch über Bargeldfragen zwischen verschiedenen Stakeholdern des Bargeldkreislaufs in Deutschland zu ermöglichen. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) vertritt dabei die Stimme der Verbraucher und fordert, den Zugang zum Bargeld sicherzustellen und eine Pflicht zur Akzeptanz von Bargeld durchzusetzen.

Der Zugang zu Bargeld wird schwieriger und teurer
Noch ist Bargeld ist das beliebteste Zahlungsmittel in Deutschland. Für Verbraucher wird der Zugang zum Bargeld jedoch immer schwieriger. Das legt das Ergebnis einer Onlinebefragung des Meinungsforschungsinstitutes eye square GmbH unter 1.000 Internetnutzern im Auftrag des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) nahe. Demnach hat sich für gut ein Viertel der Befragten in den vergangenen drei Jahren der Weg zum Abheben von Bargeld verlängert. Die Kosten für eine Bargeldabhebung sind für 23 Prozent der Befragten gestiegen.
Für Verbraucher gibt es im Alltag immer größere Herausforderungen, wenn es um Bargeld geht: Händler und Gastronomen lehnen Bargeld immer wieder einseitig ab, Geldautomaten werden abgebaut und Filialen geschlossen. Das Ergebnis einer repräsentativen Onlinebefragung des vzbv zeigt:
1. Für gut ein Viertel (26 Prozent) der Befragten hat sich der Weg zum Abheben von Bargeld in den vergangenen drei Jahren verlängert.
2. Gleichzeitig haben sich für fast ein Viertel (23 Prozent) in diesem Zeitraum die Kosten für das Abheben von Bargeld erhöht.
3. 27 Prozent der Befragten geben an, dass sie im vergangenen halben Jahr mindestens einmal in der Situation waren, nicht bar bezahlen zu können, weil eine Barzahlung gar nicht möglich war.
Mein Fazit: Bargeld hat keine Zukunft!
Bargeld wird ökonomisch, technologisch und regulatorisch in der Zukunft abgeschafft. Seine Wertaufbewahrungsfunktion hat Bargeld längst verloren. Deswegen bewerte ich die Forderungen des Verbraucherzentrale Bundesverband als brotlose Kunst, fern der Realität. Als innovativer und technologieorientierter Bürger und Verbraucher fühle ich mich durch diesen rückständigen Verbraucherzentrale Bundesverband überhaupt nicht vertreten.
Die Stabilisierungsfunktion von Bargeld ist in Gefahr!
Bargeld ist nicht nur wegen der zunehmenden Barzahlungseinschränkungen ein Auslaufmodell, sondern vor allem aufgrund des technologischen Fortschritts und der in Meilenschritten voranschreitenden Digitalisierung. Physische Bank- und Kreditkarten in Plastikform werden zunehmend durch virtuelle Applikationen (Apps) in Form von Mobile Payments auf Ihrem Smartphone oder Ihrer Smartwatch abgelöst. Auf Basis einer aktuellen GfK-Studie hat in Deutschland in den letzten zwölf Monaten bereits jeder Vierte (26 %) mindestens einmal per Smartphone oder Smartwatch bezahlt.
Auf diesen Entwicklungen aufbauend ist es bemerkenswert, dass die Deutsche Bundesbank in einer aktuellen Studie der Frage nachgeht, wie Bargeld in der Zukunft genutzt wird. Die für mich bemerkenswerteste Erkenntnis der Deutschen Bundesbank liegt in der Feststellung, dass aufgrund der Digitalisierung unseres Geldes die Stabilisierungsfunktion von Bargeld in Krisenzeiten zukünftig gefährdet ist. Diese Einschätzung teile ich, Bargeld verliert seine Wertaufbewahrungsfunktion.
Stellen Sie sich den Herausforderungen - Transformieren Sie die großen Risiken unserer Zeit in Chancen!
Nicht nur das globale Bankensystem und die Wirtschaft in Deutschland stehen derzeit vor großen Risiken und Herausforderungen, sondern auch jeder Bürger und Vermögensinhaber. Inflation, Digitalisierung, Demografie und Migration zählen zu den größten Risiken und Herausforderungen in den kommenden Jahren. Verlassen Sie sich nicht auf den Staat, der seine Schutzfunktionen längst verloren hat. Transformieren Sie Risiken in Chancen, durch die Umsetzung intelligenter Kapitalschutz-Strategien!
Diversifikation ja - Ultradiversifikation nein!
Mit der Diversifikation sollten Sie es allerdings auch nicht quantitativ im Sinne einer "Ultradiversifikation" übertreiben, sondern qualitativ und strategisch vorgehen. „Ultradiversifikation“ wurde zum Börsen-Unwort für das Jahr 2023 gewählt. Zum 23. Mal ermittelte die Börse Düsseldorf per Umfrageaktion das Unwort der Branche für das abgelaufene Jahr. Nur knapp dahinter landete der Begriff „Aktienrente“, gefolgt von „Soft Landing“ sowie „Banken-Beben“ und „Kleinanlegerstrategie“. Über die fünf Kandidaten der Vorauswahl konnten Mitarbeitende der Börsen, Market Maker und Gremien abstimmen. Das parallele Online-Voting gab den Ausschlag beim knappen Endergebnis.
Beim Investieren an der Börse ist Diversifikation eine wichtige Voraussetzung, um Rendite und Risiko in Balance zu bringen. Davon zeugen viele Börsenweisheiten, wie: „Nicht alle Eier in einen Korb legen“ oder „Breit gestreut – nie bereut!“ Weil die Streuung also für den langfristigen Erfolg an der Börse wichtig ist, rückt das Thema gern beim Vertrieb von Finanzprodukten in den Fokus und so wurde im letzten Jahr prominent die „Ultradiversifikation“ ausgerufen.
Diversifikation benötigt keine Steigerung durch Marketing-Floskeln!
Doch über vielfach propagierte „World“- oder „All Countries“-ETFs gibt es bereits einfache und kostengünstige Wege, sich mit nur einem Produkt und einem breiten Länder- und Branchen-Mix an der Marktentwicklung von hunderten bis tausenden Aktien zu beteiligen. Neue, besonders ausgefeilte Multifaktor-Ansätze versprechen jetzt eine noch komplexere Streuung, die aber auch mit erhöhten Kosten verbunden ist. Eine solche extreme Optimierung ist vielleicht ein gesellschaftlicher Trend, aber ob sich damit wirklich Überperformance erzielen lässt, wird man erst in vielen Jahren nachweisen können.
Die Wahl zum Börsen-Unwort zeigt, dass blumige Marketingversprechen kritisch gesehen werden. Die Zahl der direkten oder indirekten Aktienbesitzer in Deutschland war zuletzt rückläufig und die deutsche Aktienkultur bleibt wenig ausgeprägt. Langfristig erfolgreiches Investieren darf nicht als Raketenwissenschaft daherkommen, so die wesentlichen Schlussfolgerungen der Börse Düsseldorf.
Das zweitplatzierte Börsen-Unwort „Aktienrente“ war der Favorit vieler Branchenexperten und greift die politische Diskussion um das zu Jahresbeginn angekündigte und später wegen des Haushaltsdefizits zunächst verschobene „Generationenkapital“ auf. Beim drittplatzierten „Soft Landing“ ging es um die Leitzinspolitik der Notenbanken beim Kampf gegen die hohe Inflation.
Die Historie der Börsen-Unwörter seit dem Jahr 2001
Seit 2001 ermittelt das Team der Börse Düsseldorf ein Börsen-Unwort im jährlichen Rückblick. Die Wahl erfolgt in Anlehnung an die 1991 ins Leben gerufene sprachkritische Aktion des Germanisten Prof. Dr. Horst Dieter Schlosser.
Die bisherigen Börsen-Unwörter lauten: „Zufallsgewinne“ (2022) „Taschengeld-Trader“ (2021) „Corona-Gewinner“ (2020) „Finanztransaktionssteuer“ (2019), „America First“ (2018), „Bitcoin Boom“ (2017), „Anlagenotstand“ (2016), „Zinswende“ (2015), „Guthabengebühr“ (2014), „Billiges Geld“ (2013), „Freiwilliger Schuldenschnitt“ (2012), „Euro-Gipfel“ (2011), „Euro-Rettungsschirm“ (2010), „Bad Bank“ (2009), „Leerverkauf“ (2008), „Subprime“ (2007), „Börsen-Guru“ (2006), „Heuschrecken“ (2005), „Seitwärtsbewegung“ (2004), „Bester Preis“ (2003), „Enronitis“ (2002) und „Gewinnwarnung“ (2001).
Mein Fazit: Diversifikation muss in der Tat auf mehreren Ebenen erfolgen. Nicht nur im Bereich der Anlageklassen und Anlagestrategien, sondern auch mit Blick auf politische, gesellschaftliche, geopolitische, rechtliche und steuerliche Aspekte. Dadurch entstehen keine Marketingbegriffe wie die „Ultradiversifikation“, sondern intelligente Kapitalschutz-Strategien.
Nur 26 % der Bürger haben ihr Vermögen geschützt
Kriege, Krisen, Inflation: Eine große Mehrheit der Menschen sorgt sich um den Wert ihres Vermögens. Das ergab eine repräsentative Umfrage des Instituts Mentefactum im Auftrag der R+V Versicherung. Genau 60 Prozent der Befragten gaben an, dass sie angesichts der politischen und gesellschaftlichen Veränderungen stärker verunsichert seien als noch vor zwei Jahren. Lediglich 5 Prozent sind weniger besorgt, dass ihr zu vererbendes Vermögen nicht ausreichend geschützt ist, 35 Prozent bewerteten ihre Situation als unverändert.
Als größtes Risiko für ihr Vermögen sehen 75 Prozent die Inflation. Es folgen die Aspekte "Äußere Sicherheit/Kriegsgefahr" mit 52 Prozent und "Unfälle/Krankheiten" mit 33 Prozent (Mehrfachnennungen möglich). Bei der Umfrage wurden bundesweit 1.002 Männer und Frauen im Alter ab 45 Jahren repräsentativ befragt.
Immobilien und Gold sind Favoriten
Obwohl den Menschen die Finanzrisiken bewusst sind, haben nur 26 Prozent konkrete Schritte für den Schutz ihres Vermögens unternommen. Weitere 39 Prozent haben zumindest darüber nachgedacht, 35 Prozent haben sich dagegen noch gar nicht damit beschäftigt. Zugleich gaben 66 Prozent in der Umfrage an, dass in den vergangenen Jahren der Vermögensschutz wichtiger geworden sei. 28 Prozent bewerteten die Situation als unverändert und 6 Prozent sagten, der Vermögensschutz sei unwichtiger geworden.
Als besonders geeignet für den Vermögensschutz im Alter nannten 72 Prozent der Befragten Immobilien. Es folgen Gold (69 Prozent) und Festgeld/Tagesgeld (65 Prozent). Auf Rang 4 liegen Versicherungen (51 Prozent), mit denen sich das Vermögen schützen lässt. Auch hier waren Mehrfachnennungen möglich. Der Vermögensübertrag schon zu Lebzeiten ist für viele Menschen derzeit ein Thema. Mehr als die Hälfte (53 Prozent) derjenigen, die etwas vererben, haben sich damit bereits beschäftigt.
Nehmen Sie Ihren Kapitalschutz selbst in die Hand!
Besonders wichtig ist den Befragten, Steuervorteile zu nutzen (79 Prozent), den Erben bereits vorzeitig etwas zu vermachen (75 Prozent) und die Möglichkeit, dass der Erblasser noch erfährt, wie die Erben mit dem Ererbten umgehen (71 Prozent, Mehrfachnennungen möglich). In Bezug auf Versicherungen wünschen sich 42 Prozent der Befragten besonders flexible Produkte, die einkommenssteuerfrei sind. Für 41 Prozent ist es wichtig, Zahlungen und Entnahmen jederzeit ändern zu können.
Mein Fazit: Inflation, Digitalisierung, Demografie und Migration zählen zu den größten Risiken und Herausforderungen in den kommenden Jahren. Verlassen Sie sich nicht auf den Staat, der seine Schutzfunktionen längst verloren hat. Transformieren Sie jetzt Risiken in Chancen, durch die Umsetzung intelligenter Kapitalschutz-Strategien!
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Die Schweiz sagt Nein zum EU-Diktat!
(10.06.21) Kennen Sie den Unterschied zwischen der Schweiz und Italien? In der Schweiz heißen die Berge Alpen, in Italien Schulden. Kleiner Witz am Rande, der aber selbstverständlich einen wahren Kern beinhaltet, zumindest mit Blick auf die Staatsschulden. Ebenso ist auch der Blick auf die Verschuldungsgrade der Unternehmen sehr aufschlussreich.
Die Staatsverschuldung in der Eropäischen Währungsunion ist durch nötige staatliche Unterstützungen für Unternehmen und Arbeitnehmer während der Corona-Pandemie deutlich angestiegen. Der Bruttoschuldenstand einiger Länder der Eurozone hat das jeweilige Bruttoinlandsprodukt (BIP) bereits überschritten. Beispielsweise in Griechenland, Italien, Zypern, Portugal, Spanien, Frankreich und Belgien. Doch nicht nur die Staatsschulden sind explodiert, auch die Schulden der Unternehmen sind im Zuge der Corona-Pandemie deutlich angestiegen.
Europameister und Weltmeister der Unternehmensschulden: Frankreich
Das verdeutlicht die nachfolgende Statista-Grafik auf Basis von Daten der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ). Die Daten reichen derzeit bis ins dritte Quartal 2020, aber schon hier zeigt sich der negative Trend deutlich. Auffällig dabei ist, dass die Schulden insbesondere in den Ländern am stärksten zunehmen, in denen die Unternehmensschulden bereits vor der Krise auf einem besonders hohen Niveau waren. In Deutschland fällt der Anstieg mit 4,5 Prozentpunkten vergleichsweise moderat aus.

Risiko China: Wie stabil ist das chinesische Bankensystem?
Der allgemein sehr hohe Schuldenstand in Frankreich resultiert daraus, dass viele große Unternehmen aufgrund der aktuellen Niedrigzinsen viele Kredite aufnehmen. Medienberichten zufolge wurden sie teilweise zu höherer Verschuldung gezwungen, weil die Gewinnmargen längere Zeit wegen schwachen Wachstums sowie hoher Steuern und Sozialabgaben sanken. Auch in China sind die Unternehmensschulden hoch, seit 2007 sind sie deutlich angestiegen. Angesichts des großen BIP-Wachstums erscheint diese Entwicklung umso bedrohlicher. Die sehr hohe Verschuldung engt den Handlungsspielraum der chinesischen Unternehmen in der gegenwärtigen Krise ein.
Gleichwohl will Chinas Regierung Banken dazu verpflichten, Unternehmen noch mehr günstige Kredite zu vergeben - was zum einen deren Verschuldung weiter antreiben könnte und zum anderen den Bestand an Problemkrediten in den Büchern der Banken erhöhen könnte. Beobachter sehen daher die Stabilität des chinesischen Bankensystems in Gefahr.
Übrigens: In Schwellenländern wie Indien, Brasilien oder Indonesien sind die Unternehmensschulden auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau, sie haben in den letzten in den vergangenen Jahren laut Daten der BIZ auch nicht signifikant zugenommen.
Fazit: in der großen Volkswirtschaft Frankreich liegt wie in Italien ein massives Risiko für die Stabilität von Euro und EU
Sowohl von den Staatsschulden als auch von den Unternehmensschulden gehen von Frankreich große Risiken für die Europäische Union und die Stabilität des Euro aus!
Die Welt der Steuerwüsten und Steueroasen
Die Spitzensätze der Einkommensteuer variieren weltweit stark. Vor allem in den OECD-Staaten müssen Großverdiener einen erheblichen Teil ihrer Einnahmen an den Staat abgeben. Im Schnitt liegt der Spitzensteuersatz hier bei rund 42%. Wie die Statista-Grafik auf Basis der Daten von KPMG zeigt, besteuern die skandinavischen Länder das Einkommen besonders stark. In Finnland ist der Spitzensatz mit 56,95% weltweit am höchsten, gefolgt von Dänemark (56,5%), Japan (55,97%), Österreich (55%) und Schweden (52,85%). Auch Deutschland zählt zu den Hochsteuerländern - hierzulande liegt der Einkommensteuersatz in der Spitze bei 45% und steht damit deutlich über dem EU-Durchschnitt von 37,77%.
Steueroasen hingegen sind auf der arabischen Halbinsel und in der Karibik zu finden. In diesen Ländern existiert häufig keine individuelle Einkommensteuer. Inselstaaten wie die Bahamas, Bermuda und die Cayman Islands sind immer wieder Gegenstand der Berichterstattung über Steuerhinterziehung, da einige Spitzenverdiener ihr Geld auf Konten in diesen Ländern transferieren und somit am Fiskus vorbeischmuggeln. Positiv hervorzuheben ist die Entwicklung dahingehend im Oman. Nach Jahren ohne individuelle Einkommensbesteuerung plant das Sultanat die Einführung für das Jahr 2022, um weniger von den Öl-Einnahmen abhängig zu sein und die Steuereinnahmen dann für soziale Projekte einsetzen zu können.

Die Schweiz sagt Nein zum EU-Diktat
Am 31.05.2021 hat mit Polen auch der letzte EU-Mitgliedstaat den sogenannten EU-Eigenmittelbeschlussratifiziert. Haben Sie davon in Zeitungen gelesen oder der Tagesschau gehört? Ich denke nicht, weil diese Meldung kaum beachtet wurde. Die Folgen dieser Zustimmung sind für alle EU-Bürger und Steuerzahler allerdings gravierend. Jetzt kann zusätzlich das bis zu 800 Milliarden Euro teure Programm mit dem schönen Titel „Next Generation EU“ starten.
Die Europäische Union und die EU-Politik bewerten diese Entwicklung als großen Erfolg für die Zukunft Europas. Dabei wird von einer Art „Wiederaufbau“ von Staaten gesprochen, die durch die Corona-Krise schwer getroffen wurden. Fakt ist allerdings, dass Länder wie Italien oder Griechenland schon vor Corona kurz vor dem finanziellen Kollaps standen.
Corona: Das perfekte Alibi für politische Eingriffe in Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Souveränität
Mit dem Argument „Corona“ fließen jetzt die Milliarden viel einfacher, und zwar ohne große Diskussionen oder Abstimmungen in den nationalen Parlamenten. Und auch die Bevölkerung wird nicht gefragt. In Deutschland wird beispielsweise die so stabilitätsrelevante Haushaltsautonomie des Deutschen Bundestags ausgehebelt, indem durch den EU-Eigenmittelbeschluss eine Gemeinschaftshaftung eingeführt wird. Für mich ist das ein Skandal. Verlierer sind die Demokratie, die Souveränität sowie die Vermögensinhaber und Steuerzahler der EU-Mitgliedsstaaten.
Im Bundestagswahlkampf 1998 warb die CDU für die Euro-Einführung mit einem Flyer, in dem stand: „Muss Deutschland für die Schulden anderer Länder aufkommen? Ein ganz klares Nein!“. Der Maastrichter Vertrag verbiete, dass EU-Staaten „für die Schulden eines Mitgliedstaates haften“. Was ist dieses Versprechen und dieser Vertrag heute noch wert? Nichts, er wurde mittlerweile hundertfach gebrochen! Die EU ist längst zur Umverteilungsunion mutiert und Deutschlands Bürger haften mit Milliardensummen für andere EU-Länder.
Auch aus der Schweiz kommt aktuell eine Entscheidung mit großer wirtschaftlicher und politischer Tragweite. Nach sieben Jahren zäher Gespräche ist das Rahmenabkommen mit der EU am 26.05.2021 geplatzt, weil die Schweizer Regierung die massiven EU-Eingriffe in die nationale Souveränität als inakzeptabel bewertet. Ich begrüße diesen Schritt ausdrücklich!
Der Blick auf die Steuern in der Schweiz: Steueroase oder Hochsteuerland?
Spitzenverdiener in der Schweiz zahlen je nach Wohnort rund 22 bis 46% Einkommensteuer. Dabei ist die Steuerbelastung gemessen an den Kantonshauptorten in Genf doppelt so hoch wie in Zug. Laut in der Neue Zürcher Zeitung veröffentlichten Daten liegt die Hälfte der Kantone unter dem Landesmittel von 33,8%. Innerschweizerische Steueroasen sind etwa Zug, Appenzell Innerrhoden und Obwalden – hier befindet sich der Spitzensteuersatz sogar unter 25%.
Bei der direkten Bundessteuer werden für Verheiratete Einkommensteile über 145.000 Franken mit dem Höchstsatz versteuert. In den verschiedenen Kantonen greift dieser teilweise erst ab 200.000 bis 300.000 Franken. Laut Pascal Hinny, Professor der Universität Freiburg, ist die Schweiz für Einkommen ab mehreren 100.000 Franken ein “Hochsteuerland”. Für Gutverdiener unter 200.000 Franken Jahreseinkommen hingegen ist die Alpenrepublik auch international attraktiv, dank flacher Progression der Steuersätze.
Die Einkommensteuer spülte zuletzt etwa 55 bis 57 Milliarden Franken pro Jahr in die Kassen von Bund, Kantonen und Gemeinden. Die Corona-Pandemie wird sich in den aktuellen Steuererträge allerdings bemerkbar machen. Mit allzu großen Einbußen ist jedoch nicht zu rechnen, da die Gutverdiener eher als Gewinner der Krise gesehen werden.

Meine Empfehlung: Setzen Sie auf Lösungen aus der Schweiz!
Innerhalb eines fragilen EU-Europas bleibt die schweizerische Eidgenossenschaft eine attraktive Haftungsschutzoase. Vor diesen Rahmenbedingungen widme ich mich aktuell zwei Geheimtipps aus der Schweiz: einer soliden und kundenorientierten Bank und einem neuen Immobilienkonzept.
Mehr Hintergründe unter: www.markus-miller.com
Einkommen und Kapital: 10% besitzen 83%!
(25.10.19) In meinem heutigen Beitrag werfe ich den Blick auf ebenso interessante wie auch nachdenklich machende Zahlen und Statistiken. Beginnen wir zunächst mit der Einkommensverteilung in Europa. Die Europäerinnen und Europäer verfügen im Jahr 2019 über ein Nettoeinkommen von gut 14.700 Euro, wie eine aktuelle Studie der Gesellschaft für Konsumforschung GfK zeigt, für die 42 Länder untersucht wurden.
Demnach ist die Kaufkraft im Fürstentum Liechtenstein mit 67.550 Euro am höchsten, in der Ukraine mit 1,830 Euro am geringsten. Deutschland liegt mit rund 23.800 Euro auf dem achten Rang, aber auch deutlich über dem Durchschnitt. Etwa im europäischen Durchschnitt liegt das Nettoreinkommen in Spanien, wie die nachfolgende Grafik von Statista zeigt.

Kapital und Vermögen: Die Welt ist mehr als ungleich verteilt
Kommen wir nun von den Einkommensverhältnissen in Europa zum Blick auf die Vermögensverteilung in unserer Welt. 83 Prozent des weltweiten Vermögens liegt in den Händen der reichsten zehn Prozent. Das zeigt der aktuelle Global Wealth Report 2019 der Schweizer Großbank Credit Suisse. Demnach besitzen knapp 57 Prozent der Menschen weltweit ein Vermögen von weniger als 10.000 US-Dollar.
Das Vermögen von der Hälfte der Weltbevölkerung macht lediglich einen Anteil von 1,8 Prozent des weltweiten Privatvermögens aus, wie die nachfolgende Grafik von Statista zeigt. Das reichste Prozent hält hingegen 43,9 Prozent. In Deutschland leben mehr als zwei Millionen Menschen mit einem Vermögen von mehr als einer Million US-Dollar - im Jahr 2010 lag diese Zahl noch bei gut 600.000.

Die finanzielle Ungleichheit nimmt auch in Deutschland weiter zu
Die Ungleichheit in Deutschland nimmt laut einer aktuellen Studie der Hans-Böckler-Stiftung auch in Deutschland weiter zu. Die Zahl der armen Haushalte nimmt nicht nur zu, auch die Entfernung zur Armutsgrenze vergrößert sich demnach. Wie die nachfolgende Grafik von Statista zeigt, ist die Armutsquote im Westen des Landes zwischen 2005 und 2016 deutlich gestiegen.
Im Osten lag sie ohnehin höher und stieg seitdem leicht. Der Anteil der Personen oberhalb der Reichtumsquote nahm in den östlichen Bundesländern leicht zu auf 4,8 Prozent, in den westlichen Bundesländern sank sie leicht von 8,2 auf 7,8 Prozent.

Steigende Altersarmut: Immer mehr ältere Bundesbürger sind von einer Privatinsolvenz betroffen
Auf Basis von klaren Zahlen zeigt sich eine weitere, sehr bedenkliche Entwicklung in Deutschland. Grundlegend ist es erfreulich, dass die Privatinsolvenzen in Deutschland nach wie vor rückläufig sind. Aber hier ist zu bedenken, dass wir seit Jahren eine boomende Konjunktur haben. Was passiert, wenn Deutschland in eine immer wahrscheinlichere Rezession schlittert? Im 1. Halbjahr 2019 mussten 42.235 Verbraucher eine Insolvenz anmelden - so wenig wie seit 2004 nicht mehr. Die Zahl der Privatpleiten verringerte sich damit um 1,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (1. Halbjahr 2018: 42.846).
Zu diesem Ergebnis kommt der Informationsdienstleister CRIFBÜRGEL in der neuen Studie "Schuldenbarometer 1. Halbjahr 2019". Für das gesamte Jahr 2019 rechnet CRIFBÜRGEL derzeit mit bis zu 88.000 Privatinsolvenzen in Deutschland und damit auf Jahressicht mit dem neunten Rückgang in Folge (Jahr 2018: 88.995). Die Analysten von CRIFBÜRGEL sehen bereits eine Trendumkehr und erwarten bereits für das Jahr 2020 wieder mehr private Insolvenzen in Deutschland, da die konjunkturelle Schwächephase am Arbeitsmarkt bereits Spuren hinterlässt. Bedenklich ist ebenso, dass immer mehr ältere Bundesbürger von einer Privatinsolvenz betroffen sind.
Privatinsolvenzen: Die grundlegende Ursache ist Einkommensarmut
Zu den Gründen für eine Privatinsolvenz gehören Arbeitslosigkeit und reduzierte Arbeit, Einkommensarmut, gescheiterte Selbstständigkeit, unwirtschaftliche Haushaltsführung, Veränderungen in der familiären Situation wie Scheidung beziehungsweise Trennung und Krankheit. Der überwiegende Teil der Privatpersonen in einer Insolvenz hat vor allem Schulden bei Kreditinstituten, Versandhändlern, Versicherungen, Behörden, Vermietern, Energieversorgern und Telefongesellschaften.
In drei Altersgruppen steigen die Privatinsolvenzen bereits an. So mussten in der Altersgruppe der 31-bis 40-Jährigen 11.308 und damit 2,3 Prozent mehr Bundesbürger als vor einem Jahr eine private Insolvenz anmelden (1. Halbjahr 2018: 11.057). Nach zwei Jahren sinkender Fallzahlen steigen auch die Privatinsolvenzen in der Altersgruppe 61 Jahre und älter wieder an. So stiegen die Privatpleiten bei den älteren Bundesbürgern um 2,2 Prozent auf 4.795 Fälle (Anteil am Insolvenzgeschehen: 11,4 Prozent).
Was sind die Ursachen für eine Privatinsolvenz im Alter?
Ursachen für eine Privatinsolvenz im Alter resultieren aus dem problematischen Arbeitsmarkt in der Vergangenheit und dem Wandel der Erwerbsformen. Dazu zählt beispielsweise die Zunahme von Niedriglohnbeschäftigung und in der Folge eine entsprechend geringe Altersrente. Dass die Renten nicht ausreichen, beruht in vielen Fällen auch auf einer Erwerbsbilanz mit Unterbrechungen. Das Risiko einer Privatinsolvenz im Alter wird zudem durch hohe Kosten im Krankheitsfall erhöht. Zu den Betroffenen von Privatinsolvenzen in der Altersgruppe "61 Jahre und älter" zählen auch ehemals Selbstständige, da bei ihnen die Altersvorsorge aufgrund der fehlenden Pflicht häufig auf der Strecke bleibt.
Diese Entwicklungen in Verbindung mit dem demografischen Wandel werden dazu führen, dass künftig eine immer größer werdende Bevölkerungsgruppe vor finanziellen Problemen im Alter stehen wird. Überraschend angestiegen sind auch die Privatinsolvenzen in der Altersgruppe der 51 bis 60-Jährigen. Auch in dieser Gruppe stiegen die Fallzahlen um 2,2 Prozent auf 8.555 Privatinsolvenzen. In der Summe machen die beiden ältesten Altersgruppen 31,6 Prozent (13.350 Privatinsolvenzen absolut) am Insolvenzgeschehen in Deutschland aus, wie nachfolgende Grafik verdeutlicht.

Fazit: Diese Zahlen sind ein Armutszeugnis für Deutschland!
Die obigen Zahlen belegen, dass nahezu jede dritte Privatinsolvenz in Deutschland von einem Bundesbürger angemeldet wird, der mindestens 51 Jahre alt ist. Das ist ein Armutszeugnis für Deutschland.
Mehr Hintergründe unter: www.markus-miller.com
Einkommen, Alter und Armutsrisiko!
(22.08.19) Im vergangenen Jahr 2018 lebten 47 Prozent der Deutschen von ihrer eigenen Erwerbstätigkeit – im Jahr 2000 waren es nur 41 Prozent. Das geht aus Daten des Statistischen Bundesamts hervor. Dabei ist der Anteil mit 49,5 Prozent in Hamburg am höchsten, mit 43,9 Prozent in Bremen am niedrigsten. Der Anteil derjenigen, die von öffentlichen Leistungen (ohne Renten und Pensionen) lebten, blieb deutschlandweit unverändert bei 6,6 Prozent, mit dem geringsten Wert von 3,7 Prozent in Bayern und dem höchsten mit 12,9 Prozent in Bremen.
Von Renten und Pensionen lebten im Jahr 2000 22,1 Prozent der Bevölkerung, im vergangenen Jahr waren es mit 22 Prozent etwas weniger. Ebenfalls gesunken ist der Anteil derjenigen, die von den Einkünften Angehöriger leben von 29,8 auf 24,1 Prozent, wie die nachfolgende Grafik von Statista zeigt. Gestiegen ist hingegen der Anteil derjenigen, die von eigenem Vermögen leben: Waren es vor 18 Jahren noch 0,5 Prozent, sind es 2018 0,8 Prozent gewesen.

Die Demographie ist eine der größten Herausforderungen für die Zukunft
Die deutsche Gesellschaft wird immer älter - und das scheint die wenigsten positiv zu stimmen. Eine jüngere Studie der Bertelsmann-Stiftung zeigt, worüber sich die Bundesbürger beim demographischen Wandel Sorgen machen. Insgesamt gaben 65 Prozent der knapp 1.500 Befragten an, dass die Alterung der Gesellschaft mehr Risiken als Chancen bedeuten. Nur acht Prozent sehen es anders herum.
Als größtes Risiko wird mit 83 Prozent der Befragten eine steigende Altersarmut angesehen, wie die Grafik von Statista zeigt. 80 Prozent fürchten einen immer späteren Renteneintritt, 77 Prozent sehen steigende Rentenversicherungsbeiträge auf die Menschen zukommen.

Die Ängste vor den finanziellen Herausforderungen im Alter steigen
Wird das Geld im Alter reichen? Wie lange werde ich arbeiten müssen? Wie wird es meinen Kindern dann gehen? Nicht jeder blickt optimistisch in die Zukunft und auf das Älterwerden. Eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Ipsos zeigt, wie sehr sich der Altersoptimismus weltweit unterscheidet.
In Indien sagen 73 Prozent der Befragten, dass sie sich auf ihre „goldenen Jahre“ freuen. In der Türkei sind es mit 67 Prozent ähnlich viele. Bei den Deutschen sieht es da schon etwas anders aus: Mit 31 Prozent sagt nur knapp jeder Dritte, dass ihn der Gedanke an das Alter positiv stimmt, wie die nachfolgende Grafik von Statista zeigt.
Damit sind die Menschen hierzulande in bester Gesellschaft: Von 30 untersuchten Ländern sieht in nur sechs Ländern eine Mehrheit dem letzten Lebensabschnitt positiv entgegen. Weltweit sind die Gründe, aus denen das Altern den Befragten Angst bereitet vor allem Altersarmut (30 Prozent), der Verlust von Mobilität (26 Prozent) und der Verlust des Gedächtnisses (24 Prozent).

Altersarmut: Erhöhtes Risiko in Ostdeutschland
Wer weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens aller Haushalte in Deutschland hat, gilt hierzulande als armutsgefährdet. Wie aus aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes hervorgeht, ist die Armutsgefährdungsquote mit 22,7 Prozent in Bremen am höchsten. Am geringsten ist das Armutsrisiko in den südlichen Bundesländern Baden-Württemberg und Bayern, gefolgt von Brandenburg und Schleswig-Holstein, wie die nachfolgende Grafik von Statista zeigt.
Bei Erwerbslosen und Alleinerziehenden ist das Risiko, von Armut betroffen zu sein am größten. Außerdem sind die neuen Bundesländer tendenziell stärker betroffen als das frühere Bundesgebiet.

Auch ein Viertel der österrichischen Bürger fürchtet sich vor Altersarmut
Auch in Österreich sind im Hinblick auf die finanziellen Herausforderungen im Alter vergleichbare Sorgen wie in Deutschland zu beobachten. Altersarmut ist ein Thema, das viele Österreicher bewegt. Laut einer vor kurzem durchgeführten Umfrage der SPÖ befürchten vor allem Frauen, in der Pension nicht genügend Geld zum Leben zu haben.
Jede vierte der Befragten (25 Prozent) gab in der Umfrage an, sich vor Altersarmut zu fürchten. Bei Alleinerzieherinnen waren es sogar 38 Prozent. Frauen im mittleren Alter fürchten sich stärker vor Altersarmut als Jüngere und Ältere, wie die nachfolgende Statista-Grafik zeigt. Immerhin: Von den befragten Frauen mit Matura (Schulabschluss, vergleichbar mit dem Abitur) befürchten nur 13 Prozent, im Alter arm zu werden. Eine höhere Bildung stimmt demnach optimistischer.

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