Deutschland in der Staatswirtschaft!

(21.09.26) Deutschland überschreitet eine ordnungspolitische Schwelle. Nach Angaben des Bundesfinanzministeriums lag die Staatsquote 2024 bei 49,4 Prozent. Für 2025 wurden bereits 50,6 Prozent veranschlagt, für 2026 sind es 51,4 Prozent und für 2027 sogar 51,5 Prozent. Damit beanspruchen die Ausgaben von Bund, Ländern, Gemeinden und Sozialversicherungen rechnerisch mehr als die Hälfte der gesamten Wirtschaftsleistung.

Die Staatsquote ist zwar nicht mit der Steuer- und Abgabenquote gleichzusetzen. Sie bedeutet auch nicht, dass der Staat selbst mehr als die Hälfte aller Güter und Dienstleistungen produziert. In die Berechnung fließen ebenso Renten, Sozialleistungen, Subventionen und andere Transfers ein. Dennoch zeigt die Kennzahl unmissverständlich, wie stark wirtschaftliche Ressourcen inzwischen politisch gelenkt, verteilt und kontrolliert werden.

Je höher die Staatsquote steigt, desto weniger Raum bleibt tendenziell für private Investitionen, unternehmerische Entscheidungen und individuelle Vermögensbildung. Deutschland ist deshalb noch keine klassische Planwirtschaft. Doch eine Wirtschaftsordnung, in der mehr als jeder zweite erwirtschaftete Euro durch staatliche Kassen fließt, trägt zunehmend staatswirtschaftliche Züge.

Helmut Kohls Warnung wird Realität

Helmut Kohl wird häufig der Satz zugeschrieben: „Bei einer Staatsquote von 50 Prozent beginnt der Sozialismus.“ Eine zweifelsfrei belegte Primärquelle für den genauen Wortlaut ist kaum auffindbar. Die Aussage gibt jedoch treffend das ordnungspolitische Denken wieder, das die Union unter Kohl zumindest programmatisch vertrat: Der Staat sollte sich begrenzen, damit Bürger und Unternehmen möglichst viel selbst entscheiden können.

Als Kohl 1982 Bundeskanzler wurde, lag die Staatsquote ungefähr bei 50 Prozent. Bis 1989 sank sie auf rund 45 Prozent. Die Begrenzung staatlicher Ausgaben galt damals als Voraussetzung für Wachstum, Investitionen und persönliche Freiheit. Heute bewegt sich Deutschland wieder deutlich in die entgegengesetzte Richtung.

Dabei beginnt Sozialismus nicht erst mit staatlichem Eigentum an Fabriken und einer zentralen Produktionsplanung. Eine moderne Form staatlicher Wirtschaftslenkung entsteht schleichend: durch Subventionen, Förderprogramme, Verbote, Berichtspflichten, Preisvorgaben, Quoten, staatlich definierte Technologien und immer umfangreichere Transferleistungen. Unternehmen bleiben formal privat, richten ihre Entscheidungen jedoch zunehmend an politischen Vorgaben aus.

Wenn der Staat den Markt ersetzt

In einer Marktwirtschaft entscheiden Millionen Verbraucher und Unternehmen dezentral, welche Produkte erfolgreich sind. Gewinne und Verluste zeigen, ob Kapital sinnvoll eingesetzt wurde. In einer Staatswirtschaft werden dagegen immer größere Kapitalströme durch Ministerien, Behörden und staatliche Förderbanken gelenkt.

Das zeigt sich beispielsweise in der Energie-, Verkehrs-, Wohnungs- und Industriepolitik. Nicht mehr allein Nachfrage, Qualität und Preis bestimmen den Erfolg eines Angebots. Immer häufiger entscheidet der Zugang zu Subventionen, Förderkrediten, Steuervergünstigungen oder regulatorischen Ausnahmen. Dadurch wächst eine Wirtschaft, die sich stärker an politischen Programmen als an den Bedürfnissen der Kunden orientiert.

Diese Entwicklung schwächt vor allem den Mittelstand. Große Konzerne können eigene Abteilungen für Förderanträge, Regulierung und politische Kontakte unterhalten. Kleinere Unternehmen tragen hingegen dieselben Vorschriften mit wesentlich weniger Personal. Der Staat fördert dadurch ausgerechnet jene Marktkonzentration, die er anschließend mit weiteren Eingriffen bekämpfen will.

Viel Staat bedeutet nicht automatisch einen starken Staat

Eine hohe Staatsquote wäre leichter zu rechtfertigen, wenn sie mit einer entsprechend leistungsfähigen Infrastruktur verbunden wäre. Doch Deutschland leidet trotz Rekordausgaben unter maroden Brücken, einer schleppenden Digitalisierung, hohen Energiekosten, langsamen Genehmigungsverfahren sowie erheblichen Defiziten im Bildungswesen und bei der inneren Sicherheit.

Das Problem ist daher nicht nur die Höhe der Ausgaben, sondern deren Zusammensetzung. Ein großer Teil des Staatshaushalts fließt in Konsum, Transfers und die Finanzierung bestehender Ansprüche. Zukunftsorientierte Investitionen konkurrieren dagegen mit immer größeren Sozialausgaben und steigenden Zinslasten.

Hinzu kommt der demografische Wandel. Immer weniger Erwerbstätige müssen Renten-, Kranken- und Pflegeleistungen für immer mehr Leistungsempfänger finanzieren. Ohne grundlegende Reformen werden die Sozialbeiträge weiter steigen. Arbeit verteuert sich, Nettoeinkommen geraten unter Druck und der Ruf nach zusätzlichen staatlichen Zuschüssen wird lauter – ein sich selbst verstärkender Kreislauf.

Der Sozialstaat wird zum Umverteilungsstaat

Ein funktionierender Sozialstaat schützt Menschen, die unverschuldet in Not geraten. Ein ausufernder Umverteilungsstaat versucht dagegen, immer mehr wirtschaftliche und gesellschaftliche Unterschiede durch staatliche Zahlungen auszugleichen. Dadurch wachsen nicht nur die Ausgaben, sondern auch die Abhängigkeit vom Staat.

Jede neue Leistung schafft Anspruchsberechtigte, Verwaltungskosten und politische Interessengruppen. Eine einmal eingeführte Subvention lässt sich kaum wieder abschaffen. Kürzungen werden als sozialer Kahlschlag dargestellt, selbst wenn Programme ihre ursprüngliche Aufgabe längst nicht mehr erfüllen.

Gleichzeitig verliert eigenverantwortliches Verhalten an Attraktivität. Wer arbeitet, spart, investiert und vorsorgt, wird mit hohen Steuern und Sozialabgaben belastet. Wer staatliche Leistungen erhält, muss mitunter befürchten, durch zusätzliches Einkommen Ansprüche zu verlieren. Das Ergebnis sind Fehlanreize auf beiden Seiten.

Was die Staatsquote für Ihr Vermögen bedeutet

Eine dauerhaft hohe Staatsquote erhöht den Finanzierungsbedarf des Staates. Dieser kann grundsätzlich durch höhere Steuern und Abgaben, zusätzliche Schulden, finanzielle Repression oder eine Kombination dieser Instrumente gedeckt werden. Für Sparer bedeutet das: Vermögen wird nicht nur durch offen sichtbare Steuern gefährdet, sondern auch durch Inflation, negative Realzinsen und eine immer engmaschigere Regulierung.

Prüfen Sie deshalb zunächst Ihre persönliche Abhängigkeit vom deutschen Steuer-, Banken- und Sozialsystem. Wer sein gesamtes Einkommen, seine Altersvorsorge, seine Bankguthaben und seine Immobilien in einem einzigen Staat konzentriert, trägt ein erhebliches politisches Klumpenrisiko.

Internationale Diversifikation bedeutet dabei weder Steuerflucht noch die Verlagerung unversteuerter Gelder. Sie bedeutet, rechtmäßig unterschiedliche Währungs-, Banken-, Rechts- und Wirtschaftsrisiken zu verteilen. Dazu können Konten bei soliden Banken außerhalb des Euroraums, international gestreute Wertpapierdepots, physische Edelmetalle und global diversifizierte Unternehmensbeteiligungen gehören.

Fünf Maßnahmen für mehr finanzielle Eigenverantwortung

Erstens sollten Sie Ihre reale Abgabenbelastung berechnen. Berücksichtigen Sie nicht nur Einkommensteuer und Sozialversicherungsbeiträge, sondern auch Mehrwertsteuer, Energiesteuern, Grundsteuer, Versicherungssteuer und weitere indirekte Belastungen. Entscheidend ist, wie viel von Ihrem erwirtschafteten Einkommen tatsächlich für Konsum und Vermögensbildung übrig bleibt.

Zweitens sollten Sie staatlich geförderte Vorsorge nicht mit sicherer Vorsorge verwechseln. Steuervorteile sind hilfreich, können aber jederzeit verändert werden. Bauen Sie deshalb zusätzlich frei verfügbares Vermögen auf, das nicht vollständig von deutschen Förderbedingungen, Auszahlungsvorschriften oder zukünftigen Steuerentscheidungen abhängt.

Drittens sollten Sie Ihr Vermögen über verschiedene Anlageklassen, Banken, Währungen und Rechtsräume verteilen. Viertens empfiehlt sich eine ausreichende Liquiditätsreserve außerhalb langfristig gebundener Verträge. Fünftens sollten Unternehmer ihre Standortrisiken regelmäßig prüfen: Energiekosten, Abgaben, Regulierung und Fachkräfteverfügbarkeit können die Wirtschaftlichkeit eines Geschäftsmodells schneller verändern als der Umsatz.

Die Freiheit stirbt in kleinen Raten

Die Staatsquote allein beweist noch keinen Sozialismus. Schweden, Frankreich oder Belgien zeigen, dass auch Länder mit hohen Staatsausgaben marktwirtschaftliche Strukturen besitzen können. Entscheidend ist jedoch, wofür der Staat das Geld ausgibt, wie effizient er arbeitet und wie viel Entscheidungsfreiheit Bürgern und Unternehmen verbleibt.

Deutschland bewegt sich gefährlich nah an einer Wirtschaftsordnung, in der Gewinne privat kritisiert, Verluste jedoch kollektiv übernommen werden. Der Staat fördert, reguliert, deckelt, verbietet und kompensiert anschließend die Folgen seiner eigenen Eingriffe. Das ist keine klassische Planwirtschaft, aber eine zunehmend politisierte Staatswirtschaft.

Helmut Kohls Warnung war deshalb weniger eine mathematische Definition als eine ordnungspolitische Mahnung. Wenn mehr als die Hälfte der Wirtschaftsleistung durch staatliche Hände fließt, verschiebt sich die Macht vom Bürger zur Bürokratie. Wer seine wirtschaftliche und finanzielle Selbstbestimmung erhalten will, sollte nicht auf die nächste Reform warten. Er sollte sein Einkommen, seine Vorsorge und sein Vermögen bereits heute widerstandsfähiger und internationaler aufstellen.

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Zeiten der Angst!

(05.09.22) Ich melde mich mit diesem Beitrag wieder zurück aus meinem diesjährigen Sommerurlaub, den ich mit meiner Familie in Thailand, im wunderschönen Khao Lak, verbracht habe. Ich habe in den mehr als drei Wochen meiner Auszeit sehr viel unternommen und war mit meiner Frau und meinen beiden Kindern täglich mehrmals hervorragend essen.

Dennoch waren meine Ausgaben überschaubar, weil das Preisniveau in Thailand sehr niedrig ist. Die Mentalität, die Freundlichkeit und der Optimismus der Thailänder hinterlassen bei mir jedes Mal einen bleibenden Eindruck. Obwohl die Menschen hier nicht viel haben und aufgrund Corona große Einbußen zu verzeichnen hatten - ohne dass große staatliche Hilfen, Sonderzahlungen und Rettungsprogramme zur Verfügung standen - spüre ich hier weit mehr Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft, Zufriedenheit und Zukunftsoptimismus als in EU-Europa.

Von dieser Zuversicht habe ich mich auch diesmal wieder anstecken lassen, vor allem wenn ich abends und frühmorgens - am wunderschönen Strand in Khao Lak unter Palmen (Bild: Markus Miller) - die überwiegend massiv negativen Nachrichten aus der Welt, Europa und vor allem aus Deutschland gelesen habe. Dabei ist wieder einmal der Effekt der "German Angst" zu beobachten. Mit dem Stereotypen der "German Angst" wird eine als charakteristisch empfundene, gesellschaftliche und politische, kollektive Verhaltensweise der Deutschen bezeichnet. Diese kommt gerade in Krisenzeiten bzw. Zeiten großer Herausforderungen stets zum Ausdruck. Bei den Thailändern habe ich derartige Ausprägungen überhaupt nicht wahrgenommen, trotzdem die Menschen auch hier vor großen Herausforderungen stehen und das Wohlstandsniveau weit geringer ist als in Deutschland.

Sonderausgabe: Attraktives Thailand!

Deswegen hatte ich auch Kontakt mit einer deutschsprachigen Anwaltskanzlei mit Sitz in Bangkok, die sich auf die thailändischen Auswanderungs- und Ansiedlungsprogramme spezialisiert hat. Das Königreich Thailand lockt weiterhin Ausländer an. Ab dem 1. September startet das neue Programm Long Term Resident (LTR). In diesem Zusammenhang können 10-Jahres-Visas (Aufenthaltsgenehmigungen) so günstig beantragt werden, wie nie zuvor.

Speziell Rentner sind in Thailand gerne gesehen und erhalten ein Visum beim Nachweis einer Mindestrente. Auch für Freiberufler und Selbständige bieten sich attraktive Möglichkeiten. Auf diese Thematik gehe ich in einer kommenden Monatsausgabe meines Wirtschaftsmagazins KAPITALSCHUTZ VERTRAULICH ausführlich ein. Nun zu den weniger erfreulichen Entwicklungen.

German Angst: Von der Immigration zur Inflation!

Inflation und steigende Lebenskosten sind laut einer Umfrage im Rahmen des Statista Global Consumer Surveys die größten Probleme mit denen Deutschland momentan konfrontiert ist. Etwa die Hälfte aller in der Bundesrepublik befragten Personen haben die aktuellen Teuerungen als schwierigste Hürde für das Land identifiziert.

In ihren Augen haben diese sogar mehr Gewicht als zum Beispiel der Mangel an bezahlbarem Wohnraum (40 Prozent) sowie dem Klimawandel (39 Prozent). Die beiden Herausforderungen standen im vergangenen Jahr noch über dem Kostenanstieg, wie die nachfolgende Statista-Grafik zeigt.

Deutsche Ängste: Preissteigerungen und Kaukraftstabilität des Euro

2019, noch vor der Pandemie und Energiekrise, empfanden mit 49 Prozent die meisten der Befragten das Thema Immigration als größtes Problem. Im Angesicht der darauffolgenden Krisen hat die Zuwanderung jedoch deutlich an Gewicht verloren – im Jahr 2022 sehen nur noch 32 Prozent Immigration als Hauptproblem Deutschlands. Ebenfalls stark gesunken ist der Anteil der Umfrageteilnehmer, der Terrorismus für ein bedeutendes Problem halten. Seit 2019 ist der Anteil derer von 29 auf 15 Prozent gesunken.

Dass Deutschland ein Problem mit den gültigen Zivilrechten hat, hat in der Wahrnehmung der Befragten hingegen an Stellenwert gewonnen. Heute denken rund 20 Prozent, dass die Rechte der Bürger in Gefahr sind - fünf Prozentpunkte mehr als 2019. Verantwortlich dafür sind vermutlich die Restriktionen im Zusammenhand mit der Coronakrise, die bei vielen Deutschen für großen Unmut sorgten. Dass die Inflationsangst einen derart starken Anstieg erfahren hat ist nicht verwunderlich, dazu reicht allein der Blick auf bestimmte Lebensmittelpreise.

Luxusgut Lebensmittel!

Zahlreiche Lebensmittel sind zuletzt deutlich teurer geworden. Das zeigt die nachfolgende Statista-Grafik auf Basis von Daten des Statistischen Bundesamtes. Insbesondere für Sonnenblumen- oder Rapsöl müssen Verbraucher jetzt tiefer in die Tasche greifen als noch vor einem Jahr (+102,6%). Auch andere Produkte wie Quark, Butter, Weizenmehl oder Sahne legen im Preis zu.

Dominoeffekte verteuern die Lebensmittelpreise

Laut Einschätzung der Verbraucherzentrale gibt es eine Reihe von Ursachen für die steigenden Lebensmittelpreise. So seien die Kosten für Energie, Düngemittel und Futtermittel stark gestiegen, zusätzlich verteuerten Arbeitskräftemangel und Mindestlohn die Personalkosten. Bereits im Juli 2021 hat der erste Preisschub bei Lebensmitteln eingesetzt, der sich im laufenden Jahr Monat für Monat fortsetzt.

Sozialverbände und Ernährungsexperten warnen vor den sozialen und gesundheitlichen Folgen des starken Preisanstiegs für gesunde Lebensmittel. "Obst und Gemüse werden für Geringverdiener und Menschen in Grundsicherung durch die Preissteigerungen endgültig zum Luxusgut, das sie sich nicht mehr leisten können", sagte die Präsidentin des Sozialverbands VdK, Verena Bentele, dem "Tagesspiegel".

Lebensmittel, selbst Grundnahrungsmittel werden dadurch selbst für breitere Gesellschaftsschichten zunehmend zu einem regelrechten Luxusgut. Dennoch bewerte ich es auch nicht als verwerflich, gezielt in Agrarrohstoffe zu investieren, weil die Landwirtschaft die Grundlage unserer Nahrungsmittelversorgung darstellt.

Mein Fazit: Ausgesuchte Rohstoff-Investments gehören in jedes Wertpapierdepot!

Rohstoffe begleiten die Entwicklungsgeschichte der Menschheit von Beginn an. Organische Rohstoffe sind als Energielieferant die Basis jeglichen Lebens auf der Erde. Von den Jägern und Sammlern haben wir uns über Jahrtausende zu Produzenten und Händlern von immer fortschrittlicheren Gütern entwickelt, deren Grundlage stets Rohstoffe sind. Mit der Stein-, Kupfer-, Bronze- und Eisenzeit sind die frühen Epochen unserer Evolution nach Rohstoffen benannt.

Heute leben wir in der Erdneuzeit, die man auch als „Hochtechnologiezeit“ oder „Digitalzeit“ bezeichnen könnte. Dieses Zeitalter ist geprägt von einer stark wachsenden Weltbevölkerung und einem gigantischen Ressourcenverbrauch an Rohstoffen, der in den letzten Jahrzehnten geradezu explodiert ist. Ausgesuchte Rohstoff-Investments - von Agrarrohstoffen über Holz, Wasser und Wasserstoff bis hin zu strategischen Metallen und seltenen Erden - gehören deswegen in jedes Wertpapierdepot! Auch hierzu gibt es bereits entsprechende Rohstoff-Sonderausgaben meines Wirtschaftsmagazins KAPITALSCHUTZ VERTRAULICH.

Wie wird versucht die Inflation zu bekämpfen? Durch noch mehr Staatswirtschaft!

Dem verstorbenen Altkanzler Helmut Kohl wird das Zitat zugeschrieben: „Bei einer Staatsquote von 50 Prozent beginnt der Sozialismus". EU-Europa ist hier angekommen!

Die Staatsausgaben im Euroraum lagen im vergangenen Jahr bei durchschnittlich 52,4 Prozent. Wie die nachfolgende Statista-Grafik zeigt, sind die Staatsausgaben in den meisten Ländern der Europäischen Union und dem Euroraum innerhalb der letzten 20 Jahre deutlich gestiegen.

Über die Staatsquoten in die EU-Planwirtschaft

Besonders hoch ist der Wert zum Beispiel in Frankreich. Der französische Staat hat im vergangenen Jahr rund 59,2 Prozent seines Bruttoinlandproduktes ausgegeben - aber auch schon 2021 gehörte das Land zu den Euro-Mitgliedern mit der höchsten Staatsquote.

Deutschland liegt bei den Staatsausgaben in Relation zur Wirtschaftsleistung im europäischen Durchschnitt. Seit 2001 ist die Staatsquote laut Eurostat-Daten um 4,1 Prozentpunkte auf 51,2 Prozent angestiegen.

Deutlich stärker war der Anstieg in Ländern, die in der Vergangenheit größere wirtschaftliche Krisen durchlebt haben. So beispielsweise in Griechenland, wo die Staatsausgaben 2001 noch 46 Prozent des BIP entsprachen - mittlerweile steht die Quote bei 56,9 Prozent. In Spanien ist diese im selben Zeitraum sogar um 12,2 Prozentpunkte angestiegen.

Nur wenige Länder in Europa konnten ihre Staatsquote gegenüber 2001 reduzieren. Nur für Dänemark, Schweden, Kroatien, Polen und Irland verringerte sich der Anteil der Staatsausgaben am BIP. Irland reduzierte diese um ganze 7,3 Prozentpunkte und besitzt seit je her eine deutlich niedrigere Quote als der Rest Europas.

Mein Fazit: EU-Europa ist in der Planwirtschaft angekommen. In allen Euro-Ländern stellt die soziale Sicherung den bedeutendsten Ausgabenbereich dar. Die Schutzfunktionen der Staaten kommen an ihre Grenzen, Umverteilungen werden unumgänglich. Die Umsetzung wirkungsvoller Kapitalschutz-Strategien ist deswegen die Maxime der Stunde!

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Staatswirtschaft: Die Ruhe vor der Pleite!

(13.09.20) Im 1. Halbjahr 2020 meldeten die deutschen Amtsgerichte 9.006 Unternehmensinsolvenzen. Das waren nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) 6,2% weniger als im 1. Halbjahr 2019. Die wirtschaftliche Not vieler Unternehmen durch die Corona-Krise spiegelt sich somit bislang nicht in einem Anstieg der gemeldeten Unternehmensinsolvenzen wider. Der Hauptgrund dafür ist, dass die Insolvenzantragspflicht für Unternehmen seit dem 1. März 2020 ausgesetzt ist.

Die meisten Unternehmensinsolvenzen gab es im 1. Halbjahr 2020 im Wirtschaftsbereich Handel (einschließlich Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen) mit 1.485 Fällen (1. Halbjahr 2019: 1.653). Unternehmen des Baugewerbes stellten 1 462 Insolvenzanträge (1. Halbjahr 2019: 1.586). Im Gastgewerbe wurden 1.004 (1. Halbjahr 2019: 1.143) und im Bereich der freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen wurden 974 (1. Halbjahr 2019: 1.032) Insolvenzanträge gemeldet.

Wirtschaftlich bedeutende Unternehmen rutschen verstärkt in die Insolvenz

Die voraussichtlichen Forderungen der Gläubiger aus beantragten Unternehmensinsolvenzen stiegen nach Angaben der Amtsgerichte im 1. Halbjahr 2020 deutlich auf 16,7 Milliarden Euro. Im 1. Halbjahr 2019 hatten sie noch bei 10,2 Milliarden Euro gelegen. Dieser Anstieg der Forderungen bei gleichzeitigem Rückgang der Zahl der Unternehmensinsolvenzen ist darauf zurückzuführen, dass im 1. Halbjahr 2020 mehr wirtschaftlich bedeutende Unternehmen Insolvenz beantragt hatten als im selben Zeitraum 2019.

Neben den Unternehmensinsolvenzen meldeten 38.680 übrige Schuldner im 1. Halbjahr 2020 Insolvenz an. Das waren 11,8% weniger als im Vorjahreszeitraum. Darunter waren 27.992 Insolvenzanträge von Verbraucherinnen und Verbrauchern (-14,5% gegenüber dem 1. Halbjahr 2019) sowie 8.729 Insolvenzanträge von ehemals selbstständig Tätigen.

Insolvenzgerichte haben coronabedingt ihren Betrieb eingeschränkt

Der große Rückgang an Insolvenzanträgen von Verbraucherinnen und Verbrauchern erklärt sich zum einen durch den eingeschränkten Betrieb der zuständigen Insolvenzgerichte während der Corona-Pandemie und einer damit verlängerten Bearbeitungszeit. Zum anderen haben Verbraucherinnen und Verbraucher vermutlich den Zeitpunkt ihres Insolvenzantrages aufgrund der Corona-Pandemie zeitlich nach hinten verschoben.

August 2020: Trend hält an - Deutlich weniger eröffnete Regelinsolvenzverfahren als im Vorjahr

Auch für den August 2020 zeigen die vorläufigen Angaben zu den eröffneten Regelinsolvenzen wie bereits in den vorangegangenen Monaten eine deutliche Abnahme an Verfahren. Im Vergleich zum August 2019 sank die Zahl der eröffneten Regelinsolvenzverfahren um 38,9 %. Diese vorläufigen Angaben veröffentlicht das Statistische Bundesamt seit dem Berichtsmonat März 2020, um die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie frühzeitig abzubilden.

Experten erwarten jedoch einen massiven Anstieg von Unternehmenspleiten in Folge der Coronakrise. Das zeigt die nachfolgende Statista-Grafik auf Basis einer Prognose des Kreditversicherers Euler Hermes. Danach steigt die Zahl der Insolvenzen im Jahr 2021 ggü. 2019 in den USA am stärksten (+57%). Auch Brasilien, Großbritannien und China wird es stark treffen. Deutschland kommt vergleichsweise glimpflich davon (+12%).

Ron van het Hof, CEO von Euler Hermes in Deutschland, Österreich und der Schweiz, rechnet damit, dass es mit der Ruhe vor dem Sturm ab dem dritten Quartal 2020 vorbei sein wird: Spätestens im dritten Quartal des Jahres wird diese Zeitbombe hochgehen und die Schockwellen dürften sich ins gesamte erste Halbjahr 2021 ausbreiten.

Die große Corona-Pleitewelle steht uns noch bevor

Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird es in Deutschland erst Anfang 2021 zu einem spürbaren Anstieg der Unternehmenspleiten kommen, da der Koalitionsausschuss der Bundesregierung vor kurzem folgendes beschlossen hat: Bis Ende des Jahres wird die Regelung über die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht für den Antragsgrund der Überschuldung weiter ausgesetzt. Damit soll eine bereits dieses Jahr einsetzende Pleitewelle verhindert werden.

Fazit: Man könnte es auch staatlich bzw. planwirtschaftlich geförderte oder geforderte Insolvenzverschleppung nennen! Fakt ist dass die Staatsquote massiv ansteigt und es muss darauf geachtet werden, dass diese nach der Krise auch wieder in den marktwirtschaftlichen Normalzustand zurückgeführt wird. Eine erwartete Staatsquote in Deutschland von 40% nähert sich bedenklich der Zahl, die Helmut Kohl einst für die Definition von Sozialismus genannt hat: 50%.

Gavierende Gesetzesänderung: Der Weg aus der Pleite wird leichter!

Am 1. Juli hat die Bundesregierung den Entwurf einer Reform des Insolvenzverfahrens veröffentlicht. Die wichtigste Änderung ist die Verkürzung des Insolvenzverfahrens von sechs auf drei Jahre ab dem 1. Oktober 2020. Dadurch können sich in Zukunft alle Verbraucher und Unternehmer in nur noch drei Jahren von ihren Schulden befreien. Die Bundesregierung wird damit eine EU-Richtlinie aus dem Juli 2019 umsetzen.

Ursprünglich wollte die Regierung sich damit bis 2022 Zeit lassen. Als Erleichterung für Bürger, die aufgrund der Corona-Krise in finanzielle Probleme geraten sind, erfolgt die Anpassung nun bereits deutlich früher. Der Entwurf muss noch formell angenommen werden, eine Ablehnung gilt jedoch als ausgeschlossen.

Schuldenfreiheit nach drei Jahren jetzt für alle Personen möglich

Dr. V. Ghendler, Fachanwalt für Insolvenzrecht bei der bundesweit in der Schuldnerberatung tätigen Kanzlei KRAUS GHENDLER RUVINSKIJ begrüßt ausdrücklich, dass jetzt alle Menschen nach drei Jahren schuldenfrei werden können - egal, wie hoch die Schulden sind. Bislang gab es eine Verkürzung auf drei Jahre nur dann, wenn 35% der Schulden und die Verfahrenskosten in diesem Zeitraum bezahlt wurden. Doch so eine hohe Rückzahlung war in der Praxis kaum möglich, nur etwa 8% aller Betroffenen konnten dies erreichen. Einzige Voraussetzung ist jetzt, dass man seinen Verpflichtungen im Insolvenzverfahren nachkommt.

Steigende Verschuldung durch Corona-Krise

Das Corona-Virus hat in Deutschland zu einer massiven wirtschaftlichen Krise geführt, deren Folgen derzeit noch nicht vollständig absehbar sind. Klar ist nur, dass weite Teile der Bevölkerung, von Unternehmern über Solo-Selbstständige bis hin zu Arbeitnehmern, wirtschaftliche Einbußen erlitten haben. Die Verschuldung ist dadurch stark angestiegen.

Nicht zuletzt aufgrund des neuen Gesetzes dürfte die Privat- oder Regelinsolvenz für viele die beste Möglichkeit sein, sich in nur drei Jahren von den Schulden zu befreien. Es ist stark zu empfehlen, mit dem Insolvenzantrag bis Oktober zu warten, wenn dies irgendwie möglich ist, rät Dr. V. Ghendler. Die Reform soll beschlossen werden, sobald das Parlament im September aus der Sommerpause zurückkehrt.

Schuldnerberatungen sind überlastet

Zu erwarten ist nun ein Ansturm auf öffentliche Schuldnerberatungsstellen. War die Dauer einer Insolvenz von sechs Jahren noch häufig abschreckend, so ist ein Zeitraum von nur drei Jahren deutlich überschaubarer. Doch öffentliche Schuldnerberatungsstellen sind bereits jetzt überlastet, Wartezeiten von sechs Monaten und mehr sind vielerorts üblich. Diese dürften sich nun noch deutlich verlängern. Eine Alternative kann eine anwaltliche Schuldnerberatung sein. Hier bestehen in der Regel keine Wartezeiten, zudem erhält man bei Rückfragen juristisch fundierte Unterstützung.

Außergerichtlicher Vergleich wird ebenfalls attraktiver

Die Neuregelung soll für alle Verfahren ab Oktober 2020 gelten. Somit bleibt Schuldnern genug Zeit, einen außergerichtlichen Einigungsversuch mit den Gläubigern vorzubereiten, womit die Insolvenz gänzlich umgangen werden kann. Im Hinblick auf die bevorstehende Verkürzung sollte die Bereitschaft der Gläubiger, einem Vergleich zuzustimmen, angestiegen sein. Ein solcher Vergleich kann oft schon mit einer Rückzahlung von 20% der Schulden erreicht werden, denn bei einer Insolvenz würden die Gläubiger meist noch weniger erhalten. Stimmen die Gläubiger dem Vergleich nicht zu, kann der Insolvenzantrag gestellt werden.

Fazit: Wer also jetzt mit der Vorbereitung seiner Entschuldung beginnt, dem winkt spätestens im Jahr 2023 ein völlig schuldenfreier Neustart. Zahlreiche Gläubiger werden auf dieses neue Gesetz allerdings auch mit großer Besorgnis blicken. Der Weg in die Pleite wird nämlich auch leichter, was Investitions- und Kreditausfälle bei Banken befeuert. Gleichzeitig wird die Selbstreinigung des Marktes politisch außer Kraft gesetzt, was eine ganz gefährliche Entwicklung - hin zu noch mehr Staatswirtschaft bzw. Planwirtschaft - darstellt.

Zahlungsmoral 2020 Corona-Krise

Kapitalschutz vor Pleiten: 9 Tipps - nicht nur - für Unternehmer!

Wann kommt die Pleitewelle? Ab Januar 2021 dürfte die Stunde der Wahrheit beginnen zu schlagen. Unternehmen sollten darauf gefasst sein, dass Geschäftspartner bzw. Kunden in die Pleite rutschen können. Gut beraten ist, wer seine Ansprüche vorher sichert und so kein Geld verliert. Prävention der Wahl ist ein professionelles Forderungsmanagement.

Darauf weist aktuell der Bundesverband Deutscher Inkasso-Unternehmen e.V. (BDIU) hin. Dem Bundesverband Deutscher Inkasso-Unternehmen gehören 550 Unternehmen des Forderungsmanagements an. Gemeinsam führen sie der Wirtschaft pro Jahr rund 6 Milliarden Euro an ausstehenden Forderungen zurück. Das Motto des Verbands und seiner Mitgliedsunternehmen lautet: "Inkasso heißt Verantwortung."

Die Experten des BDIU haben neun sehr interessante Ratschläge zusammengestellt, mit denen jedes Unternehmen sein Forderungsmanagement bereits jetzt verbessern kann. Selbstverständlich gelten die Empfehlungen nicht nur für Unternehmer, sondern auch für Freiberufler, Selbständige und grundlegend jede Person die Forderungen bzw. Außenstände hat:

1. Rechnungen rechtzeitig erstellen

Es mag lästig sein, aber die sofortige Rechnungsstellung gehört zum Standardrepertoire jeder Firma. Wichtig: Achten Sie darauf, dass das Dokument die relevanten Informationen enthält, etwa den vollständigen Namen und die Anschrift sowohl Ihres Unternehmens als auch die des Kunden. Die vereinbarten Preise, Mengen und gelieferten Produkte sollten genau genannt sein. Außerdem gehören in die Rechnung das korrekte Ausstellungs- und Lieferdatum, Art und Höhe der Steuern sowie Ihre Steuernummer. Spätestens wenn es zu Problemen bei der Zahlung kommt, werden Sie merken, wie wertvoll diese Mühe ist: Denn nur mit den korrekten Angaben können Sie Ihre Forderung zweifelsfrei durchsetzen.

2. Setzen Sie Ihrem Kunden eine Frist

Nennen Sie auf der Rechnung ein Datum, bis zu dem der Betrag vollständig ausgeglichen sein muss - zum Beispiel innerhalb der nächsten 14 Tage. Hält sich Ihr Kunde nicht an diese Frist, gerät er gemäß § 286 BGB sofort danach in Verzug. Alternativ können Sie Ihren säumigen Kunden auch durch eine Mahnung in Verzug setzen.

3. Ausstehende Zahlungen sollten Sie sofort anmahnen

Überprüfen Sie jeden Tag Ihre Zahlungseingänge. Firmen sollten in ihrer Buchhaltung entsprechende Prozesse etablieren. Offene Posten erstmal stehen zu lassen ist kein Akt von Kundenfreundlichkeit, sondern unprofessionell. Die Erfahrung zeigt: Je länger ein Zahlungsziel überschritten ist, umso schwieriger wird es, das Geld doch noch zu erhalten.

4. Entwickeln Sie eine abgestufte Mahnstrategie

In der Ruhe liegt die Kraft. Wenn Ihr Kunde einmal eine Rechnung nicht bezahlt, ist das keine Katastrophe. Vielleicht ist er nur vorübergehend klamm, oder er hat die Sache übersehen. Ihre erste Mahnung sollten Sie daher möglichst freundlich und verbindlich formulieren. Setzen Sie dem Kunden einen neuen Termin und prüfen Sie, ob er bis dahin zum Ausgleich kommt. Reißt er auch diese Frist, erinnern Sie ihn wieder und kündigen dem laxen Zahler gegebenenfalls nächste Schritte an - etwa ein gerichtliches Mahnverfahren oder die Beauftragung eines Inkassounternehmens.

5. Zahlungsfähigkeit der Geschäftspartner prüfen

Bezahlt ein sonst pünktlicher Kunde plötzlich nur noch nach Mahnung? Kommt er vielleicht von selbst auf Sie zu und bittet um Aufschub oder will in Raten zahlen? Das sind Alarmsignale, die auf finanzielle Probleme hindeuten. Werden Sie nicht unfreiwillig zum Kreditgeber Ihrer Kunden und überprüfen Sie deren Leistungsfähigkeit, beispielsweise mit Hilfe von Auskunfteien. Bei Neugeschäft kann es sinnvoll sein, Vorkasse zu vereinbaren. Abschlagszahlungen haben sich ebenso als Sicherungsinstrument bewährt. Es stimmt aber auch: In Deutschland präferieren die meisten Kunden den Kauf auf Rechnung. Der Nachteil: Das Risiko eines Zahlungsausfalls ist hier immer mit an Bord.

6. Sichern Sie Ihre Zahlungsansprüche mit den juristisch notwendigen Mitteln

Manchmal nützt auch die deutlichste Mahnung nichts und der Kunde bleibt weiterhin säumig. Dann sollten Sie ihre Ansprüche sichern. Gerade in Krisenzeiten ist das wichtig, denn sollte Ihr Partner pleitegehen, drohen Sie auf Ihrem Geld sitzen zu bleiben. Um das zu verhindern, ist der Gang zum Gericht sinnvoll, etwa für ein Mahn- oder Klageverfahren. Alternativ suchen Sie sich Unterstützung durch qualifizierte Dienstleister wie etwa Rechtsanwälte oder Inkassounternehmen - diese sind auf den Einzug zahlungsgestörter Forderungen spezialisiert.

7. Werfen Sie kein gutes Geld schlechtem hinterher

Inkassodienstleister prüfen, bevor sie tätig werden, jede Forderung auf ihre Durchsetzbarkeit. Dazu gehört neben kaufmännischen und rechtlichen Gesichtspunkten auch die Frage, wie wahrscheinlich es ist, dass der Schuldner das Geld bezahlen wird. Hat er eine schlechte Bonität, sollte man die Kosten für aussichtslose vorgerichtliche Mahnaktivitäten unbedingt vermeiden.

8. Achten Sie auf den guten Ton

Der säumige Zahler von heute kann schon morgen wieder der gute Kunde Ihres Unternehmens werden. Das passiert aber nur, wenn er das Gefühl hat, auch in einer schwierigen Situation, wie sie das Einfordern einer unbeglichenen Rechnung darstellen kann, fair von Ihnen und den durch Sie beauftragten Rechtsdienstleister behandelt worden zu sein. Es gilt die Devise: Reden hilft. Eventuell sind ja individuell angepasste Raten die richtige Lösung, um eine Eskalation dieser unangenehmen Sache zu vermeiden.

9. Forderungskauf bringt Ihnen sofortige Liquidität

Egal wie gut Ihr Geschäft läuft: Rechnungen schreiben, bei Mahnungen nachhaken und das Vermeiden von möglichen Forderungsausfällen - das alles kostet Sie Zeit und Geld. Vielleicht aber möchten Sie sich von dem damit verbundenen Prozessen und Risiken entlasten? Factoring-Anbieter zum Beispiel kaufen Forderungen und kümmern sich selbst um deren Einzug. Der Vorteil für Sie: Sie haben sofort Geld - natürlich mit einem gewissen Abschlag, den der Anbieter für sich und seine Leistungen verlangt.

Achtung: Die zweiten Wellen werden kommen!

So wunderschön die Wellenbewegungen des Meeres in meiner Wahlhaimat Mallorca immer zu beobachten sind, so klar wird mir dabei auch, dass der Begriff der „Welle“ längst eine bedrohliche Bedeutung hat, und zwar nicht nur auf dem Meer. Unser Geldsystem ist längst erfasst von einer regelrechten Flutwelle von unlimitiertem Geld, das in die unterschiedlichsten Märkte und Systeme gepumpt wird. Ansonsten würden Staaten wie Italien, oder Unternehmen wie die Lufthansa längst kollabieren und das gesamte Euro-System auf Grund laufen.

Insolvenzwellen können durch Umverteilungswellen gebrochen werden

Daneben lesen wir fortlaufend von der Gefahr einer zweiten oder gar dritten Ansteckungswelle, die wiederum mit gravierenden Auswirkungen für die Wirtschaft verbunden wäre. Eine weitere Welle, die uns droht, ist die Insolvenzwelle, die im kommenden Jahr über zahlreiche Unternehmen hereinbrechen wird, die derzeit noch von der Insolvenzpflicht befreit sind oder nur durch Hilfsgelder am Leben gehalten werden. Gleiches gilt auch für die in naher Zukunft steigende Zahl privater Insolvenzen.

Grundlegend gilt auch hier wie bei gefallenen Ländern, dass diese Insolvenzen nur durch staatliche Eingriffe wie Bürgschaften, Hilfsgelder, Kredite oder gar Beteiligungen verhindert werden können. Die dann weiter explodierenden Staatsausgaben müssen allerdings refinanziert werden … durch Sie als Steuerzahler und Vermögensinhaber. Eine massive Umverteilungswelle ist aufgrund dieser Entwicklungen für mich ebenso wahrscheinlich wie die kommende Inflationswelle, die den Euro weiter entwerten wird. Ich muss mich nochmals wiederholen. Die aktuellen Entwicklungen sind massive politische Eingriffe in die wichtigen Selbstreinigungsfunktionen der Marktwirtschaft, verbunden mit einem Trend zu noch mehr Staats- und Planwirtschaft.

Wichtig ist: Die Staatswirtschaft darf keine Dauerwelle werden!

Mehr Hintergründe unter: www.markus-miller.com


Staatswirtschaft: Noch 10% bis zum Sozialismus!

(16.07.20) Die Sozialausgaben in Deutschland steigen seit Jahren. Im vergangenen Jahr haben sie erstmal die Grenze von einer Billion Euro überschritten. In Relation zum Bruttoinlandsprodukts liegt das Sozialbudget bei einer Quote von knapp über 30 Prozent. 2018 waren es 29,4 Prozent, wie die nachfolgende Grafik von Statista mit Daten des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales zeigt. Der Sozialstaat wächst somit stärker als die Wirtschaft. Der Sozialverband VdK warnt seit längerem, dass hohe Sozialleistungen trotz geringer Arbeitslosigkeit ein deutlicher Hinweis auf viele schlecht bezahlte Jobs seien.

Denn das Sozialbudget umfasst Sozialtransfers wie etwa die Sozialhilfe und Grundsicherung, aber auch die Alterssicherung, Krankenversicherung oder das Kindergeld. Die Bundesvereinigung der Arbeitgeberverbände warnt, dass Deutschland sich einen weiteren Ausbau des Sozialstaats nicht leisten könne. Angesichts der Corona-Krise und des demografischen Wandels müsse bei den Sozialausgaben gegengesteuert werden. Den größten Anteil der Kosten tragen die Arbeitgeber mit rund 35 Prozent.

Soziale Marktwirtschaft? Deutschland befindet sich mitten in der Staatswirtschaft!

Die Bundesrepublik Deutschland hat sich mit der gigantischen Summe von 9 Milliarden Euro an der Lufthansa AG beteiligt. Das Bundesland Nordrhein-Westfalen bürgt für einen Kredit in Höhe von rund 35 Millionen Euro für den Fußballclub Schalke 04. Das sind stellvertretend für zahlreiche Staatseingriffe nur zwei aktuelle Fälle der Planwirtschaft, in der wir uns mittlerweile befinden. Die Zahlen sind längst dramatisch in ihren Dimensionen.

Rund 7 Millionen Beschäftigte werden – zumindest vorübergehend aufgrund von Kurzarbeit - durch die Bundesagentur für Arbeit bezahlt. Die staatlichen Hilfen, im Zusammenhang mit der Bewältigung der Folgen der Coronavirus-Pandemie, belaufen sich bereits auf 1,3 Billionen Euro. Das sind 40 Prozent der erwarteten Wirtschaftsleistung Deutschlands in diesem Jahr. Helmut Kohl sagte einst:

„Bei einer Staatsquote von 50 Prozent beginnt der Sozialismus!“

Somit sind es nach dieser Definition noch 10 Prozent bis zum Sozialismus. Zusätzlich erfolgen staatliche Beteiligungen wie bei der Lufthansa oder die Übernahme unternehmerischer Risiken durch Bürgschaften. Über den sogenannten Wirtschaftsstabilisierungsfonds vergibt der Staat rund 600 Milliarden Euro in Form von Beteiligungskapital, Garantien und Bürgschaften. Ich finde grundsätzlich absolut richtig, dass der Staat in einer Not- und Sondersituation hilft. Wichtig ist aber, auch einen Plan festzulegen, wie der Ausstieg aus dieser planwirtschaftlichen Staatswirtschaft in Zukunft wieder erfolgen soll. Mit jeder Hilfe muss parallel die Rückführung festgelegt werden!

Dieser wichtige Schritt wird aus meiner Sicht viel zu stark vernachlässigt und das birgt die Gefahr eines nachhaltig wirkenden starken Staates mit sich, der dann nicht nur großzügig verteilen, sondern eines Tages ebenso stark belasten muss. Allen voran jene, die solide gewirtschaftet haben aus dem Mittelstand und der Mittelschicht, in Form von Abgaben und Steuern. Frei nach unserem legendären Wirtschaftsminister Ludwig Erhard müssen wir uns daran orientieren, dass die bewährten Prinzipien der Marktwirtschaft auch in der Krise gültig bleiben!

Systemrisiko Staatsverschuldung

In regelmäßigen Abständen betrachte ich die Entwicklungen bei den Staatsschulden, weil auf Staatsanleihen unzählige Finanzprodukte ebenso basieren, wie die Rücklagen von Renten- und Gesundheitskassen. Hier liegt ein gigantisches Systemrisiko, dass durch die zahlreichen Finanzderivate nochmals um ein Vielfaches gehebelt wird. Aktuell ist mir aufgefallen, dass viele Anbieter sogenannter „Schuldenuhren“ die aktuellen Entwicklungen bzw. Zahlen im Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie noch überhaupt nicht berücksichtigt haben.

Ich habe mehrere Internetseiten gefunden, bei denen die Schuldenuhr Deutschlands beispielsweise noch rückwärts läuft, aufgrund der - für die Staaten - positiven Negativzinspolitik der Europäischen Zentralbank. Die gigantische Neuverschuldung in Höhe von rund 220 Milliarden Euro ist hingegen noch überhaupt nicht berücksichtigt. Die Staatsschulden Deutschlands steigen dadurch blitzartig von rund 60% auf deutlich über 80% an. Zusätzlich kommen die Haftungsrisiken, weil Deutschland für andere EU-Länder mithaftet. Auch hier ist die Ursache die explodierende Staatswirtschaft, aufgrund der Coronavirus-Pandemie. Wichtig ist stets in Erinnerung zu rufen, dass der Grat zwischen Staatswirtschaft und Sozialismus sehr schmal ist.

Das Gespenst des Sozialismus geht um in der Welt

Während Karl Marx seine Theorien vor dem Hintergrund der industriellen Revolution entwickelte, erleben wir heute eine digitale Revolution. In Zeiten, in denen Amazon und Co. Tarifverträge und faire Arbeitsbedingungen mit Leichtigkeit aushebeln und zahlreiche Angestellte befürchten müssen, früher oder später der Digitalisierung zum Opfer zu fallen, kann eine konstruktive Auseinandersetzung mit Marx und seinen Werken durchaus sehr bereichernd sein. Weil das Gespenst des Sozialismus nicht unterschätzt werden darf. Ich bin kein Schwarzseher, aber für mich gilt vor den aktuellen Entwicklungen: Wehret den Anfängen!

Studie: Immer weniger Deutsche wollen reich werden

Im Sozialismus soll das Volk gleichgestellt sein. Die Schere zwischen Arm und Reich verschwindet. Davon ist Deutschland zwar weit entfernt, aber eine aktuelle Studie regt durchaus auch hier zum Nachdenken an, weil ich die grundlegenden Ergebnisse - teilweise - so überraschend empfinde: Nur noch 53,2 Prozent der Deutschen finden es erstrebenswert, reich zu sein. Dies stellt einen kontinuierlichen Rückgang seit dem Jahr 2017 (damals 70,0 Prozent) dar. Gleichzeitig werden die Chancen beim Vermögensaufbau immer schlechter eingeschätzt, wie die Ergebnisse der 4. Reichtumsstudie der RWB Group zeigen. Die repräsentative Umfrage wird jährlich vom Marktforschungsinstitut GfK durchgeführt.

Der Anteil der Deutschen, die ihre persönlichen Chancen auf ein hohes Vermögen als sehr bzw. eher hoch einschätzen, ist mit 7,9 Prozent auf dem niedrigsten Stand seit Beginn der jährlichen Erhebung angekommen. Dabei könnte die Corona-Pandemie als Katalysator gewirkt haben. Mit 45,2 Prozent gibt fast die Hälfte der Deutschen an, die Möglichkeiten für den Vermögensaufbau hätten sich durch die Krise verschlechtert. Das Selbstvertrauen bei der Geldanlage sinkt spürbar. Tief in der Gesellschaft verankerte Herangehensweisen für den Vermögensaufbau wie klassische Sparanlagen und Erwerb von Wohneigentum führen nicht zum Erfolg oder sind für viele nicht mehr erschwinglich. Nur ein kleiner Anteil der Bevölkerung vertraut auf ertragreiche Anlagealternativen, die für nahezu jedermann verfügbar sind. Parallel dazu zeigt die aktuelle Studie, dass das Unwissen über die Möglichkeiten zum Vermögensaufbau weiter zunimmt.

Fazit: Dass der Ansporn reich zu werden so dramatisch abnimmt, ist für mich ein ebenso starkes Warnsignal für unsere Gesellschaft wie der Aspekt, dass das Unwissen beim Kapitalaufbau weiter zunimmt. Die Finanzbildung muss daher dringend gefördert werden und für mich gilt: Mehr Selbstverantwortung statt immer noch mehr Staat!

Mehr Hintergründe unter: www.markus-miller.com