Schulden Bomben!
(20.11.24) Die Stabilitätskriterien der Verträge von Maastricht, die 1992 unterzeichnet und 1993 in Kraft traten, sind zentrale Regeln für die Haushaltsdisziplin der Mitgliedstaaten der Europäischen Union. Sie umfassen unter anderem folgende Vorgaben: Die Neuverschuldung eines Landes darf 3 % des Bruttoinlandsprodukts (BIP) nicht überschreiten, und der Gesamtstaatsschuldenstand soll maximal 60 % des BIP betragen. Die Kriterien sollten die Stabilität der gemeinsamen Währung, des Euro, gewährleisten und Haushaltsdisziplin fördern.
Erstmals gebrochen wurden die Kriterien von Deutschland und Frankreich bereits im Jahr 2003, als die Neuverschuldung beider Länder die 3 %-Grenze überstieg. Dies löste erhebliche Kritik aus, da gerade diese beiden Länder maßgeblich an der Durchsetzung der Kriterien beteiligt waren. Dadurch wurde die Schulden-Büchse der Pandora geöffnet. Mittlerweile wurden die Stabilitätskriterien laut Schätzungen über 200-mal von verschiedenen EU-Staaten verletzt, was ihre Wirksamkeit und Konsequenzen in Frage stellt.
EU-Schuldenkrise: Bedrohung für Stabilität und Vermögenswerte
Derzeit halten lediglich 13 EU-Länder die 60-Prozent-Grenze der Staatsschuldenquote ein, während die übrigen 14 Länder diese Grenze zum Teil deutlich überschreiten. Deutschland verfehlt die Marke nur knapp – die Schuldenquote der Bundesrepublik lag im zweiten Quartal 2024 bei 61,9 %, wie Daten des Statistischen Amts der Europäischen Union (Eurostat) zeigen. Sechs Länder weisen hingegen Schulden in Höhe von mehr als 100 % des BIP auf: Griechenland, Italien, Frankreich, Belgien, Spanien und Portugal. Darüber hinaus enthalten die EU-Schuldengrenzen die Regel, dass die Defizitquote der Haushaltssalden der Mitgliedstaaten nicht über minus drei Prozent liegen darf. Auch diese wichtige Stabilitäts-Regel wird aktuell von 11 EU-Ländern nicht eingehalten.
Die zunehmenden Schuldenorgien vieler Staaten stellen eine erhebliche Bedrohung für die finanzielle Stabilität und den Werterhalt von Vermögenswerten dar. Die Unsicherheiten, die aus hohen Defiziten und steigenden Schuldenquoten resultieren, machen es für private Anleger umso wichtiger, wirkungsvolle und praxisnahe Kapitalschutz-Strategien zu verfolgen. Ob durch Sachwerte wie Gold, strategische Diversifikation oder digitale Alternativen wie Bitcoin – ein robuster Kapitalschutz bietet die notwendige Sicherheit, um auch in turbulenten Zeiten finanzielle Freiheit und Stabilität zu bewahren. Die Devise lautet: Risiken erkennen, frühzeitig handeln und Vermögen nachhaltig absichern.
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Angst ums Geld!
(21.10.21) Mit dem Begriff „Bremse“ wird häufig etwas Negatives verbunden. Im politischen Sinne beispielsweise in Bezug auf fehlende Veränderungsbereitschaft. Nach der Bundestagswahl ist in der aktuellen Konstellation der politischen Machtverhältnisse die Funktion einer Bremse hingegen nach meiner Einschätzung so wichtig wie selten zuvor in der Nachkriegszeit. Damit meine ich selbstverständlich nicht die wichtigen Reformen unseres bestehenden Renten- und Gesundheitssystems auszubremsen, sondern einen weiter unkontrollierten Anstieg der Staatsverschuldung abzubremsen, ebenso wie weitere Eingriffe in die Freiheit- und Bürgerrechte. Sollte es zu einer nicht unwahrscheinlichen Ampelkoalition unter Führung der SPD, den Grünen und der FDP kommen, wird den Liberalen diese wichtige Bremsfunktion zukommen.
Der Schutz von Freiheits-, Eigentums-, und Bürgerrechten ist deswegen so wichtig, weil SPD und Grüne für die Finanzierung ihrer politischen Vorhaben enorme Summen an Steuergeld benötigen werden. Sie planen dazu vor allem Gutverdiener und Vermögensinhaber weit stärker zu belasten. Das Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung ZEW hat in einer Modellberechnung gezeigt, dass bei einer Umsetzung des FDP-Programms 87,6 Milliarden Euro weniger in die Staatskasse fließen würden.
Die FDP setzt somit auf Entlastungen durch Steuersenkungen, um die Wirtschaft und den Konsum anzukurbeln. Bei Umsetzung des Wahlprogramms der Grünen würde sich hingegen ein Plus für die Staatskassen von 18,1 Milliarden Euro ergeben, bei der SPD würde sich das Plus auf 14 Milliarden Euro belaufen. Von 1950 bis 2010 übertrafen die Steuereinnahmen stets das Bruttoinlandsprodukt, seit dem vergangenen Jahrzehnt öffnete sich diese Schere aber immer weiter. Wichtig ist es jetzt, dass die Schieflage zwischen Wirtschaftsleistung und Staatsfinanzen nicht weiter ausufert.
Politischer Stabilitätsanker: Wie stark ist die FDP als gelbe (Schulden)Bremse?
Die Konstellation von Steuereinnahmen, die höher sind als die Wirtschaftsleistung bedeutet: Der Staat profitiert überproportional von einem Wirtschaftsaufschwung und der damit verbundenen Leistung, der Nutzen für die Bürger ist hingegen unverhältnismäßig schwach. Die Ampelkoalitionäre in spe haben sich in ihrem Sondierungspapier zur Schuldenbremse bekannt: „Wir werden im Rahmen der grundgesetzlichen Schuldenbremse die nötigen Zukunftsinvestitionen gewährleisten, insbesondere in Klimaschutz, Digitalisierung, Bildung und Forschung sowie die Infrastruktur.“ Aktuell kann indes kann keine Rede davon sein, dass der "Grundsatz eines ohne Einnahmen aus Krediten ausgeglichenen Haushalts" eingehalten wird.
Für das Jahr 2020 beziffert das Bundesfinanzministerium die Neuverschuldung auf über 130 Milliarden Euro. Für 2021 sieht die Haushaltsplanung eine Nettokreditaufnahme von rund 240 Milliarden Euro vor. Und auch das kommende Jahr dürfte für den Bund teuer werden, wie der Blick auf die nachfolgende Statista-Grafik zeigt. Im Herbst 2020 rechnete die GroKo laut Handelsblatt sogar damit, dass der Haushalt für den Rest des Jahrzehnts in den roten Zahlen bleiben wird. Eine zentrale Frage der nahen Zukunft dürfte also sein, wie es die - wahrscheinlich kommende - Ampelkoalition schaffen will, zur Einhaltung der Schuldenbremse zurückzukehren.

German Angst und der Bruch der Stabilitäts-Verträge von Maastricht
Die Deutschen gelten als Bevölkerungsgruppe mit besonders großem Angstempfinden. Der Begriff „German Angst“ hat sogar in die englische Sprache Einzug gehalten. Auf Basis der monetären bzw. finanz- und geldpolitischen Entwicklungen der letzten Jahre und Jahrzehnte ist es wenig überraschend, dass heute nicht der Klimawandel die größte Sorge der Deutschen ist, sondern die Angst ums Geld.
In den vergangenen 30 Jahren hat sich die Staatsverschuldung in Deutschland von 600 Milliarden Euro auf 2,17 Billionen Euro annähernd vervierfacht. Die Staatsschuldenquote ist das prozentuale Verhältnis der Staatsverschuldung eines Landes in Relation zum nominalen Bruttoinlandsprodukts (BIP). Seit dem Jahr 1991 ist die Staatsschuldenquote Deutschlands von 39 Prozent auf mittlerweile 70 Prozent angestiegen. Mit dieser Verschuldungsquote zählt die Bundesrepublik paradoxerweise zu den solideren Staaten der Europäischen Union.
Italiens Staatsschuldenquote beläuft sich mittlerweile auf rund 160 Prozent. Nur einmal zur Erinnerung: Die Stabilitätskriterien - festgelegt in den Verträgen von Maastricht - sahen eine Obergrenze von 60 Prozent vor, um die Solidität der Europäischen Union und die Geldwertstabilität des Euro zu sichern.
Fakt ist: Die Verträge von Maastricht wurden mittlerweile hundertfach gebrochen!
Deutschland: Steigende Sozialstaats- und sinkende Investitionsquoten!
Die Sozialstaatsquote folgt der Staatsschuldenquote auf dem Fuße. Diese Quote bemisst jenen Anteil der Volkswirtschaft, der ausschließlich für den Bereich „Soziales“ aufgewendet werden muss. Zur Jahrtausendwende betrug die Sozialstaatsquote rund 600 Milliarden Euro. Heute sind es rund eine Billion Euro, oder mehr als ein Drittel des Bruttoinlandsprodukts.
Der Großteil dieser Ausgaben dieser Ausgaben fließt in die Finanzierung sozialer Leistungen. Für wichtige Zukunftsinvestitionen stehen diese Gelder hingegen nicht zur Verfügung. Im Gegensatz zur Staatsschuldenquote ist die Investitionsquote, also das Verhältnis der Bruttoanlageinvestitionen zum Bruttoinlandsprodukt seit dem Jahr 1980 um fünf Prozentpunkte gesunken.
Analyse: Die sieben größten Ängste der Deutschen
Die Schuldenuhr Deutschlands rast: 53 Prozent der Deutschen haben Angst davor, dass der Staat wegen der Schuldenlast aus der Corona-Krise dauerhaft Steuern erhöht oder Leistungen kürzt Das ist somit Platz eins der diesjährigen Ergebnisse der R+V-Langzeitstudie „Die Ängste der Deutschen 2021“. Die Sorge um die persönlichen Finanzen spiegeln auch die Plätze zwei und drei der Umfrage wider: Jeder zweite Deutsche befürchtet, dass die Lebenshaltungskosten steigen (Vorjahr: 51 Prozent) und dass die Steuerzahler für die EU-Schuldenkrise zur Kasse gebeten werden (Vorjahr: 49 Prozent). Die Top-Ängste zeugen vom Realismus der Befragten – und vom Vorrang ihrer materiellen Interessen.
Die Staatsschulden, die infolge von Corona erheblich gewachsen sind, erfordern beträchtliche Abgabenerhöhungen oder erhebliche Kürzungen öffentlicher Leistungen oder beides – und zwar dauerhaft so die Analyse der Studienergebnisse. Das sieht die Mehrheit der Befragten in aller Klarheit. Die Staatsschulden Deutschlands sind in diesem Jahr auf den Rekordwert von mehr als 2,2 Billionen Euro gestiegen. Zusätzlich drohen den deutschen Steuerzahlern hohe Lasten durch die EU-Schuldenkrise, da Deutschland in großem Umfang für die Rettung überschuldeter EU-Mitgliedsstaaten haftet. Auch die Sorge vor höheren Lebenshaltungskosten bildet die Realität ab: Seit Jahresbeginn steigen die Verbraucherpreise kontinuierlich.
Prof. Dr. Manfred G. Schmidt, Politikwissenschaftler an der Ruprecht-Karls-Universität in Heidelberg fungiert als Berater bei der Auswertung der Studienergebnisse. Er moniert in diesem Zusammenhang, dass die Politiker auch hier nicht Position beziehen: „Um kräftig steigende Inflationsraten machen Wahlkämpfer gerne einen Bogen und drücken sich vor der Erörterung von Therapien der Inflationsbekämpfung.“

Fazit: Die Ängste der Deutschen sind berechtigt!
Die Ängste der Deutschen sind absolut berechtigt. Vor allem bei Bürgern, die sich Vermögenswerte aufgebaut haben. Die Staatsschulden, die infolge von Corona erheblich gewachsen sind, erfordern enorme Abgabenerhöhungen oder Kürzungen öffentlicher Leistungen oder beides – und zwar dauerhaft. Sie als freiheitlicher Bürger und Privatanleger dürfen sich nicht auf den Staat verlassen, sondern müssen Ihren Kapitalschutz spätestens jetzt selbst in die eigene Hand nehmen!
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Risiko-Barometer: 6 globale Gefahren!
(19.08.20) Spanien und Italien sind früh und hart von der Corona-Pandemie getroffen worden. Die Folgen für die Volkwirtschaft waren gravierend. Der Weg zur wirtschaftlichen Erholung in Spanien und Italien wird trotz Steuerstundungen und Liquiditätsgarantien lang und beschwerlich so eine aktuelle Analyse des Kreditversicherers Coface. Die Coface-Analysten prognostizieren für Spanien einen Einbruch der Wirtschaftsleistung im Jahr 2020 um 12,8 Prozent und für Italien um 13,6 Prozent. Die Unternehmensinsolvenzen werden in Spanien bis 2021 voraussichtlich um 22 Prozent und in Italien um 37 Prozent gegenüber 2019 zunehmen.
Für 2021 erwartet Coface, dass das BIP Spaniens und Italiens um 10,2 Prozent bzw. 8,9 Prozent steigen wird, so dass die Volkswirtschaften dann noch 3,9 Prozent bzw. 5,9 Prozent unter dem Niveau von 2019 bleiben werden. Die aktuelle Finanzlage der Unternehmen in Spanien und Italien ist gesünder als am Vorabend der globalen Finanzkrise von 2008. Seitdem ist es den spanischen Unternehmen gelungen, ihre Schulden um 20 Prozentpunkte deutlich zu reduzieren und im dritten Quartal 2019 auf eine Quote von 37 Prozent ihres Vermögens zu drücken.
50 Prozent Verschuldungsquote bei Unternehmen in Italien
Auch italienische Unternehmen haben ihre finanzielle Situation seit dem 59-Prozent-Höchststand im 4. Quartal 2011 verbessert, wenn auch in geringerem Maße. Mit einer Verschuldungsquote von 50 Prozent sind die Unternehmen in Italien nun die am höchsten verschuldeten unter den großen europäischen Volkswirtschaften. Coface geht davon aus, dass die Anfälligkeit der Unternehmen je nach Sektor und Größe unterschiedlich sein wird, nicht nur in Bezug auf die Intensität der Schocks, sondern auch angesichts der Fragilität ihrer Bilanzen.
Die großen Automobilhersteller könnten aufgrund ihrer Gewohnheit, wenig Liquidität zu halten, in noch größere Schwierigkeiten geraten: Ende 2018 betrugen die Barreserven in Prozent des Umsatzes nur 2,7 Prozent in Italien und 0,5 Prozent in Spanien. Auch der Einzelhandel und das Baugewerbe beider Länder sind, wie auch die kleinen Textilhersteller Italiens, aufgrund ihrer hohen Verschuldung und der voraussichtlich niedrigen Zinsdeckungsrate besonders anfällig.
Land unter in Italien und Spanien
Ohne weitere Hilfen der Europäischen Union sieht es für die großen Volkswirtschaften in Italien und Spanien mehr als düster aus. Frei nach Hilmer Kopper, dem ehemaligen Chef der Deutschen Bank, erscheinen die Probleme in Griechenland vor diesen Entwicklungen fast schon wie Peanuts. Durch die Corona-Krise haben zahlreiche Länder weltweit neue Schulden aufgenommen.
Eine aktuelle Auswertung von Credit Suisse auf Basis von Daten des Internationalen Währungsfonds (IWF) zeigt, wie sich die Verschuldung der Staaten im Verhältnis zum BIP entwickelt hat. Besonders Italien und die USA haben durch die Pandemie hohe neue Schulden aufgenommen. In Deutschland hält sich die Staatsverschuldung durch Corona dagegen noch in Grenzen, wie die nachfolgende Statista-Grafik zeigt. Allerdings darf nicht vergessen werden, dass die Bürger und Steuerzahler Deutschlands - über die EU- und Euro-Systeme - längst für Italien und Spanien bürgen und mithaften!

Achtung Systemdefekt: Stabilitätsfaktoren außer Kraft!
Mit der Verabschiedung des EU-Maßnahmenpaketes in Höhe von 1,8 Billionen Euro zur Linderung der dramatischen Auswirkungen der Corona-Pandemie, nimmt die EU erstmals in ihrer Geschichte gemeinschaftlich Kredite auf. Einer der wesentlichsten Bestandteile der Stabilitätsbedingungen in den Verträgen von Maastricht ist damit - erneut - gebrochen: nämlich, dass kein EU-Staat für die Schulden anderer Länder haftet. Fatal ist: Die Belastungen Deutschlands sind am höchsten, obwohl die Bürger bereits die höchsten Steuern und fast die geringsten Rentenniveaus und Durchschnittsvermögen in der gesamten EU haben.
Darüber hinaus sind weitere Stabilitätsfaktoren mittlerweile außer Kraft gesetzt. Im Zusammenhang mit den Rettungsmaßnahmen für Griechenland wurden - sinnvollerweise - einschneidende Strukturreformen von Griechenland eingefordert, damit die Hilfsgelder nicht einfach wieder im ineffizienten System Griechenlands versickern. Jetzt fließen die EU-Hilfsgelder ohne große Forderungen oder gar Bedingungen für Reformen an Problemstaaten wie Italien, Spanien und Frankreich. Ein Beispiel für die Europäische Union der Ungleichheit zeigt der Blick auf die Lebensarbeitszeiten der Bürger.
Arbeitsleben: Massive Diskrepanz zwischen Deutschland, Italien und Spanien
Laut einer Prognose von Eurostat liegt die durchschnittliche Dauer des Berufslebens in der EU bei 35,2 Jahren. Die Vorhersage basiert dabei auf der Population von Erwachsenen, die 2019 fünfzehn oder älter waren. Die Zahlen rangieren innerhalb der Europäischen Union zwischen 32 Jahren in Italien und 42 Jahren in Schweden. In Deutschland erwarten eine Person schätzungsweise 39 Jahre auf dem europäischen Arbeitsmarkt.
Im Schnitt arbeiten die Einwohner der EU etwa 3,6 Jahre länger als sie es vor 20 Jahren taten. Den höchsten Anstieg seit 2000 verzeichnet der Inselstaat Malta – das Berufsleben dauert für die Malteser durchschnittlich 7,6 Jahre länger als zuvor. Auch zu Staaten außerhalb der EU hat Eurostat Daten erhoben. In der Türkei ist das Arbeitsleben mit 29,3 Jahren vergleichsweise kurz, in Island hingegen mit 45,8 Jahren von allen Ländern am längsten.

Fazit: Die Leidtragenden der strukturellen Systemdefekte von EU und Euro sind am Ende die Bürger und Steuerzahler der - isoliert betrachtet - solide wirtschaftenden Länder wie Deutschland.
Risiko-Weltkarte: Das Ende der sicheren Blue-Chip-Länder!
COVID 19 hat zwar andere Risiken aus den Schlagzeilen verdrängt, diese sind aber nicht verschwunden. Vielmehr wirkt die Pandemie in vieler Hinsicht als Brandbeschleuniger, der vorhandene Risiken verstärkt. Das zeigt die aktuelle Ausgabe der Aon Risk Maps. Diese Übersichten werden seit mehr als zwei Jahrzehnten von dem Beratungs- und Dienstleistungsunternehmen Aon gemeinsam mit den internationalen Experten der Risk Advisory Group und Continuum Economics zusammengestellt.

In diesem Jahr sehen die Experten wachsende Gefahren vor allem in sechs Bereichen:
+ Rechtsextremer Terror
+ Angriffe mit Drohnen auf den Flugverkehr
+ Unruhen
+ Sanktionen
+ Enteignungen
+ Währungsschwankungen
Das Risiko von Unruhen steigt auch in entwickelten Volkswirtschaften massiv an
Viele dieser Risiken betreffen dabei entwickelte Industriestaaten wie Drittweltländer gleichermaßen. Die Autoren der Risk Maps erwarten zum Beispiel, dass drei von fünf entwickelten Volkswirtschaften mit Streiks und zivilen Unruhen konfrontiert sein werden. Nach Einschätzung der Experten wird COVID-19 diese Gefahr als Brennglas-Effekt noch verstärken, dabei werde keines von den genannten Risiken verschont. Unter anderem wird vermutet, dass der Handelskrieg zwischen den USA und China durch Corona einen globalen Kollaps verursachen könnte.
Instabile Länder können Brandherde werden und auf derzeit noch sichere Staaten übergreifen
Ohnehin instabile Länder könnten Brandherde für neue Konflikte und Unruhen werden. Durch Rechtsterrorismus hervorgerufene Risiken sind nach Meinung der Experten besonders für die USA und Deutschland relevant. Es gibt keine sicheren Blue-Chip-Länder mehr. Nicht nur die COVID-19-Pandemie verändert die globale Risikolandschaft massiv.
Die Risk Maps 2020 zeigen, dass als sicher geltende Strukturen grundlegend erschüttert wurden und werden. Unternehmen sind - ebenso wie Bürger und Privatanleger - gut beraten, über maßgeschneiderte Konzepte zur Absicherung nachzudenken. Diese sind am Markt auch verfügbar. Ebenso muss uns bewusst sein: Jedes Risiko ist gleichzeitig eine Chance!
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Die Realität versinkt in Schulden!
(11.12.19) Die Staatsverschuldung hat in den meisten Ländern mittlerweile eine Größenordnung erreicht, die auf konventionellen Wegen der Ökonomie nicht mehr gelöst werden kann: Die Steuereinnahmen auf Einkommen von Privatpersonen und Unternehmen werden niemals dafür ausreichen, die Staatsschulden wieder auf ein erträgliches Maß zu führen. Im Gegenteil steigen die Staatsschulden weiter dynamisch an. Aber auch die Unternehmensschulden und die Schulden der Privaten Haushalte.
Breits jetzt beläuft sich die Staatsverschuldung der USA auf mehr als 20 Billionen US-Dollar. Zum Vergleich: Die Verbindlichkeiten der Bundesrepublik haben derzeit ein Gesamtvolumen von umgerechnet rund 2,1 Billionen US-Dollar. Während die deutschen Schulden auf den ersten und naiven Blick eher rückläufig sind, verschuldet sich Donald Trumps Amerika immer mehr.
Laut einer aktuellen Schätzung des Internationalen Währungsfonds wird sich die US-Schuldenlast im laufenden Jahr um 1,3 Billionen US-Dollar erhöhen. Bis 2024 wird Washington demnach mit fast 30 Billionen US-Dollar in der Kreide stehen. Mein favorisiertes Land, das ich Ihnen als Investitions- und Vermögensverwaltungsstandort ans Herz lege, ist hingegen faktisch frei von Staatsschulden und somit eine Schuldenfreiheitsoase!

Schwellen- und Entwicklungsländer: Die Staatsverschuldung ist explodiert
Die Staatsverschuldung der Industrie-, Schwellen- und Entwicklungsländer ist in den vergangenen zehn Jahren ebenfalls deutlich angestiegen. Wie die nachfolgende Statista-Grafik auf Basis von Daten des Internationalen Währungsfonds zeigt, verharrt der Schuldenberg der Industrieländer in Relation zum BIP seit 2011 über der 100-Prozent-Marke. Im vergangenen Jahr lag er bei 102 Prozent - das sind 31 Prozent mehr als im Jahr 2008.
Die Schwellen- und Entwicklungsländer kommen auf rund 51 Prozent. Das sind knapp 50 Prozent mehr als noch im Jahr 2008. Ein solider Staatshaushalt ist in wirtschaftlich schwachen Zeiten umso wichtiger, denn hohe Schulden schränken den Handlungsspielraum von Regierungen ein. Daher richten viele Finanzexperten den Blick derzeit auf die Staatsschulden der Länder. Zu den größten Schuldnern weltweit gehören Japan, die USA und Italien. Unter den G7-Ländern hat nur Deutschland in den vergangenen zehn Jahren Schulden abgebaut.

Hinweis zu Deutschland: Schulden reduziert - Haftungsrisiken erhöht!
Deutschland hat zwar Schulden abgebaut, dafür aber die Haftungs- und Umverteilungsrisiken für andere, schwache EU-Länder massiv ausgeweitet! Nach dem Blick auf die Staatschulden nun nachfolgend der Focus auf die Unternehmen und Privaten Haushalte.
Steigendes Insolvenzrisiko: 310.258 deutsche Unternehmen sind finanzschwach!
Über 310.000 Unternehmen in Deutschland werden mit finanziellen Problemen in das Jahr 2020 starten. Dies zeigt eine aktuelle Studie des Informationsdienstleisters Crifbürgel zum Insolvenzrisiko von Firmen in Deutschland. Die Anzahl der finanzschwachen Unternehmen steigerte sich im Vergleich zum Vorjahr um 1,7 Prozent. Demnach haben derzeit 310.258 Unternehmen bzw. 8,7 Prozent der Firmen in Deutschland ein erhöhtes Insolvenzrisiko.
Die Grundverfassung der guten deutschen Wirtschaft beginnt zu bröckeln
Die Grundverfassung der Wirtschaft in Deutschland ist weiterhin gut. Angetrieben durch die Binnenkonjunktur und den privaten Konsum haben sich die Unternehmen in den letzten Jahren einen Puffer gegen Krisen aufgebaut. Diese Widerstandsfähigkeit beginnt jedoch zu bröckeln. Die Unternehmen stehen weiter unter dem Einfluss von Unsicherheiten und Risiken durch außenwirtschaftliche Faktoren, wie die offenen politischen Entscheidungen in den USA und in Großbritannien.
Hinzu kommt die steigende Anzahl an Großinsolvenzen im Jahr 2019. In vielen Fällen sorgen so Dominoeffekte dafür, dass zahlungsunfähige Firmen weitere Unternehmen mit in die Insolvenz ziehen. In knapp jedem fünften Betrieb ist das die Ursache für die eigene Insolvenz. Zudem halten die derzeitigen Niedrigzinsen Unternehmen am Markt, die unter normalen Bedingungen nicht wettbewerbsfähig wären. Über diesen Unternehmen schwebt das Damoklesschwert einer möglichen Zinswende.
Die zuletzt positiven Insolvenzstatistiken sind lediglich ein Blick in den Rückspiegel
Da in den Insolvenzstatistiken vor allem die Vergangenheit abgebildet wird, sie gewissermaßen ein Blick in den Rückspiegel sind, nehmen die genannten Risiken und Faktoren erst mit einer zeitlichen Verzögerung Einfluss auf das Insolvenzgesehen. Für das Jahr 2020 gehen die Experten von Crifbürgel daher von steigenden Firmeninsolvenzen aus. Für 2019 zeichnen sich einmal mehr, nämlich das zehnte Mal in Folge, eine sinkende Anzahl von Firmeninsolvenzen ab. Auf Jahressicht rechnet Crifbürgel mit 19.300 Firmenpleiten.
Beim Blick auf die regionale Verteilung der Firmen mit hohem Zahlungsausfall- bzw. Insolvenzrisiko zeigen sich jedoch große Unterschiede. In absoluten Zahlen stehen Nordrhein-Westfalen (67.144), Bayern (39.876), Baden-Württemberg (31.391) und Niedersachsen (26.898) an der Spitze der Statistik der Bundesländer mit den meisten finanzschwachen Unternehmen. In Bremen (2.490) und im Saarland (2.996) gibt es absolut vergleichsweise wenig Firmen mit einem erhöhten Zahlungsausfallrisiko. Bezogen auf die Firmendichte geht die höchste Insolvenzgefahr derzeit von Unternehmen in Sachsen-Anhalt aus.
In Sachsen und Sachsen-Anhalt sind über 12 Prozent der Unternehmen in finanzieller Schieflage
Aktuell sind 12,2 Prozent der Unternehmen in Sachsen-Anhalt in einer finanziellen Schieflage und somit von einer drohenden Zahlungsunfähigkeit betroffen. Aber auch in Sachsen (12,1 Prozent) Berlin (10,3 Prozent) und Mecklenburg-Vorpommern (10 Prozent) ist mehr als jedes zehnte Unternehmen von einer Insolvenz bedroht. Prozentual betrachtet geht ein geringeres Risiko von Unternehmen in Bayern aus. Hier gelten nur 6,4 Prozent der Unternehmen als bonitätsschwach.
Auch in Baden-Württemberg (6,9 Prozent), Hessen (7,5 Prozent) und Schleswig-Holstein (7,8 Prozent) ist die Quote insolvenzgefährdeter Unternehmen geringer als im Bundesdurchschnitt (8,7 Prozent). In neun Bundesländern ist die Zahl finanzschwacher Unternehmen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum angestiegen. Die größten Zuwächse an finanzschwachen Unternehmen gab es in Hessen (plus 6,5 Prozent), Sachsen (6,0 Prozent), Hamburg und Sachsen-Anhalt (je 4,6 Prozent). In Brandenburg hingegen gibt es acht Prozent weniger insolvenzgefährdete Unternehmen als noch vor einem Jahr.
Branchen mit dem höchsten Insolvenzrisiko: Logistik und Gastgewerbe
Je nach Branchenzugehörigkeit der untersuchten Unternehmen zeigen sich deutliche Unterschiede hinsichtlich der finanziellen Schwäche. Am stärksten von möglichen Zahlungsausfällen betroffen sind Unternehmen aus der Logistik (Insolvenzrisiko liegt bei 13,5 Prozent) und aus dem Gastgewerbe (11,3 Prozent).
13,8 Prozent der Unternehmergesellschaften (haftungsbeschränkt) droht eine Insolvenz. Damit nimmt die UG den schlechtesten Wert aller Rechtsformen ein. Aber auch bei den Gewerbebetrieben (9,1 Prozent) und der Gesellschaft bürgerlichen Rechts (8,8 Prozent) liegt der Anteil insolvenzgefährdeter Unternehmen über dem Durchschnitt. Ein geringes Insolvenzrisiko bergen Aktiengesellschaften. Nur 3,5 Prozent aller AGs gelten als finanzschwach und sind von einer Pleite bedroht.

Schuldneratlas 2019: 6,9 Millionen Bürger sind überschuldet!
Nun zu den Privaten Haushalten. Creditreform ist Deutschlands führender Anbieter von Wirtschaftsinformationen, Marketingdaten und Lösungen zum Forderungsmanagement. Aktuell hat das Unternehmen den neuen Schuldneratlas 2019 veröffentlicht. Die Zahl überschuldeter Privatpersonen in Deutschland ist erstmals seit 2013 leicht zurückgegangen. Auch die Überschuldungsquote, also der Anteil überschuldeter Personen im Verhältnis zu allen Erwachsenen in Deutschland, sinkt geringfügig.
Ein Grund dafür ist das Wachsen der Bevölkerung durch Zuwanderung. Zum Stichtag 1. Oktober 2019 betrug die Überschuldungsquote bundesweit exakt 10 Prozent. Damit sind weiterhin über 6,9 Millionen Bürger überschuldet und weisen „nachhaltige Zahlungsstörungen“ auf. Das sind rund 10.000 Personen weniger als im vergangenen Jahr (minus 0,1 Prozent)
„Harte“ vs. „weiche“ Überschuldung
Die Daten zur Überschuldungsintensität bestätigen den Grundtrend des Vorjahrs: Die Überschuldungsfälle mit juristisch relevanten Sachverhalten reduzierten sich deutlich um rund 125.000 Fälle (minus 3 Prozent). Fälle mit geringer Überschuldungsintensität stiegen hingegen um ca. 115.000 Fälle (plus 4,1 Prozent). Deutschlandweit bleiben rund vier Millionen Menschen in einer harten und damit tieferen Überschuldungsspirale gefangen. Von 2006 bis 2019 stieg die Zahl der Überschuldungsfälle insgesamt um 611.000 (plus 18 Prozent).
Osten verbessert sich, Westen stagniert
In den alten Bundesländern sind derzeit rund 5,8 Millionen Bürger überschuldet, in den neuen Bundesländern gut 1,1 Millionen. Zwar liegt die Überschuldungsquote im Osten mit rund 10,3 Prozent zum achten Mal in Folge über dem Vergleichswert im Westen (9,9 Prozent), trotzdem hat sich die Lage im Osten der Republik über die Jahre kontinuierlich verbessert. Abwanderungsbewegungen, ein Rückgang der Einwohnerzahl verhindert dort ein sichtbares Absinken der Überschuldungsquote.
Die Zahl der absoluten Überschuldungsfälle ging im Osten aktuell zurück (minus 11.000), im Westen stieg sie um 1.000 Fälle an. Auch ist der Rückgang der harten Überschuldung im Westen (minus 2,9 Prozent; 2018: minus 1,9 Prozent) schwächer ausgeprägt als im Osten (minus 3,3 Prozent; 2018: minus 2,9 Prozent). Der Anstieg der weichen Überschuldung dagegen liegt im Westen (plus 4,4 Prozent; 2018; plus 4,1 Prozent) höher als im Osten (plus 2,7 Prozent; 2018: plus 2,9 Prozent).
Ländertrend ohne Veränderung: Solides Süddeutschland
Die leicht positive, aber uneinheitliche Entwicklung spiegelt sich auch im Vergleich der Überschuldungszahlen nach Bundesländern: Zehn Bundesländer verzeichnen einen Rückgang der Überschuldungsquote. Bayern (7,31 Prozent) und Baden-Württemberg (8,23 Prozent) führen weiterhin das Ranking der Bundesländer mit der geringsten Überschuldung an. Thüringen (9,21 Prozent) folgt auf Rang drei vor Sachsen (9,81 Prozent). Die Schlusslichter bilden wie in den Vorjahren Bremen (14,02 Prozent), Sachsen-Anhalt (12,71 Prozent) und Berlin (12,31 Prozent).

Alarmsignal: Die Altersarmut explodiert!
7,65 Prozent der Frauen über 18 Jahre gelten als überschuldet und nachhaltig zahlungsgestört, bei den Männern sind es aktuell rund 12,5 Prozent. Die Überschuldungsfälle nahmen bei den Frauen in 2019 weiter zu (2,7 Millionen; plus 6.000 Fälle), bei den Männern nahmen sie weiter ab (4,2 Millionen; minus 16.000 Fälle). Der Faktor „Altersüberschuldung“ gewinnt weiter an Bedeutung. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der verschuldeten Rentner über 70 Jahre mit zusätzlichen 118.000 Fällen auf insgesamt 381.000 Menschen um fast die Hälfte angestiegen (plus 45 Prozent).
Die Überschuldungsquote (2,95 Prozent) bleibt allerdings weiterhin deutlich unter den Vergleichswerten anderer Altersgruppen. Im Langzeitvergleich 2013 / 2019 wird die überdurchschnittliche Zunahme mit einem Anstieg von 243 Prozent deutlich. Ganz anders ist die Entwicklung von Überschuldungszahl und -quote bei den Jüngeren: Hier waren 12,13 Prozent (minus 1,34 Punkte) oder 1,42 Millionen junge Menschen in Deutschland unter 30 Jahre überschuldet (minus 167.000 Fälle).
Der Konjunkturboom kommt bei vielen Menschen nicht an
Vertiefende Sonderauswertungen belegen, dass die Zunahme von Überschuldungszahlen und -quoten in den vergangenen 15 Jahren mit der Entwicklung der Armutsgefährdung, aber auch mit der Entwicklung der Einkommens- und Vermögensungleichheit in Deutschland korrespondiert. Sie zeigen allerdings auch, dass Überschuldung in nicht von Armut betroffenen Schichten und Milieus anzutreffen ist.
Der langjährige Konjunkturboom in Deutschland hat offensichtlich nicht dazu beigetragen, dass die Armutsgefährdungs- und Überschuldungsquoten zurückgegangen sind. Angesichts eingetrübter konjunktureller Rahmenbedingungen ist wohl nicht mit einer nachhaltigen Entspannung der privaten Überschuldungslage in Deutschland zu rechnen.
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