Corona und Geld!

(22.05.21) Die Coronavirus-Pandemie hat sowohl Auswirkungen auf die Geldanlage, als auch den Kreditbedarf vieler Bürger. Aufgrund der aktuellen Corona-Situation besteht bei sieben Millionen Deutschen Bedarf nach einem Kredit von der Bank. Das ergab eine repräsentative YouGov-Umfrage im Auftrag von CHECK24. Zwölf Prozent der Befragten haben bereits einen Kredit aufgenommen und/oder darüber nachgedacht - das entspricht einem Bevölkerungsanteil von sieben Millionen Deutschen.

Aufgrund der Corona-Pandemie zeigt sich dabei ein sehr vielschichtiges Bild bei der Kreditaufnahme. Während die Konsum-Finanzierung im vergangenen Jahr zurückging, gibt es aber gleichzeitig viele Verbraucher, die durch die Krise einen Kredit aufnehmen müssen. Die Banken agieren bei der Kreditvergabe momentan sehr unterschiedlich, deshalb sollten Verbraucher auf der Suche nach einem Kredit unbedingt mehrere Angebote vergleichen.

29 Prozent der betreffenden Verbraucher benötigen Geld für eine Umschuldung

Am häufigsten möchten Verbraucher das Geld von der Bank frei verwenden (29 Prozent) oder eine Umschuldung vornehmen, also einen laufenden Kredit ablösen (29 Prozent). Ein Kredit für die Modernisierung von Haus und Garten ist für 23 Prozent der Befragten relevant, ähnlich wie der Dispoausgleich (22 Prozent). Die Umschuldung ist besonders dank der gefallenen Zinsen für Online-Kredite für viele Verbraucher interessant.

Seit 2011 sind diese um 46 Prozent gefallen. Damit ist es möglich, die monatlichen Kosten für einen laufenden Kredit erheblich zu senken.

Die Corona-Hilfsmaßnahmen haben die Staatsschulden explodieren lassen

Die Staatsverschuldung in der Währungsunion ist durch nötige staatliche Unterstützungen für Unternehmen und Arbeitnehmer während der Pandemie deutlich angestiegen. Die Hilfen in Milliardenhöhe waren jedoch wichtig, um die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise zu abzufedern. Wie die Statista Grafik auf Basis von Eurostat-Daten zeigt, hat der Bruttoschuldenstand einiger Länder der Eurozone das jeweilige Bruttoinlandsprodukt (BIP) bereits überschritten. Besonders gravierend ist die Situation nach wie vor in Griechenland.

Die hier seit 2010 vorherrschende Finanzkrise in Kombination mit der aktuellen Situation und ausbleibendem Tourismus, haben die Staatsschulden auf über 205 Prozent des BIP hochgetrieben. Auch in Italien, Zypern, Portugal, Spanien, Frankreich und Belgien überschreiten die Schulden das gesamte Inlandsprodukt. Deutschland befindet sich mit einer Staatsverschuldung von knapp 70 Prozent des BIP unter dem europäischen Durchschnitt von 98,1 Prozent. Das am geringsten verschuldete Euro-Land ist Estland – hier entspricht der Schuldenstand etwa 18,2 Prozent des BIP.

Fazit: Zahlreiche Verbraucher werden in der Schuldenfalle landen!

Nicht nur der Staat verschuldet sich aufgrund der Corona-Krise massiv, auch zahlreiche Verbraucher werden in der Schuldenfalle landen.

Studie: Geldanlage in Coronazeiten

Nun vom Blick auf die Kreditseite auf die (Geld)Anlageseite. Die im Auftrag des Unternehmens Exporo durchgeführte Umfrage “Geldanlage in Coronazeiten” gibt interessante Einblicke in das aktuelle Sparverhalten von Verbrauchern: So legt fast jeder Zweite der rund 1.000 Befragten (47,2 Prozent) vorzugsweise Geld für den Urlaub zurück. Nicht minder relevant ist das Sparen für finanzielle Notlagen (43,4 Prozent) und die Altersvorsorge (35,5 Prozent). Unabhängig vom Alter ist es der Mehrheit der Befragten möglich, bis zu 10 Prozent des Nettoeinkommens pro Monat zur Seite zu legen. Aufschlussreich sind besonders die Antworten der 18- bis 30-Jährigen und von Frauen zu den Hürden bei der Geldanlage: 70 Prozent beider Zielgruppen geben an, nicht genug über das Thema zu wissen. Das zeigt, dass es für Finanzproduktanbieter viel zu tun gibt, um potenzielle Kapitalanleger umfassend und umfangreich zu informieren.

Mehrheit erwartet bessere Informationen

Die Angebotstransparenz ist für alle Befragten der wesentlichste Faktor, um zu investieren. Doch gerade die stellt die höchste Hürde dar: Beinahe drei Viertel (71 Prozent) empfinden Geldanlagen als nicht durchschaubar genug. Zudem weiß weit mehr als die Hälfte (64,8 Prozent) nicht, wem er oder sie vertrauen soll. Daran ändert auch eine langjährige Kundenbeziehung wenig: So misstrauen über 35 Prozent der Befragten ihrer Hausbank, was Geldanlagen betrifft. Besonders ausgeprägt ist die Skepsis bei den 31- bis 45-Jährigen (41,2 Prozent). Zudem ist die Angebotsvielfalt verwirrend. Gerade einmal jeder Zweite (54,4 Prozent) überblickt, welche Anlagemöglichkeiten es gibt.

Unter 30-Jährigen fehlt das Wissen und die Zeit

Besonders groß ist der Informationsbedarf bei den 18- bis 30-Jährigen. Lediglich 30 Prozent wissen etwas über Geldanlagen. Bezüglich der Spargründe unterscheiden sich die Jungen nicht sonderlich von den übrigen Altersgruppen: Auch sie sparen überwiegend für Urlaub (51,7 Prozent), Freizeit (43,8 Prozent) und Konsum (41,9 Prozent). Sehr hohe Relevanz hat bei ihnen darüber hinaus die Bildung finanzieller Reserven für Notzeiten (45,3 Prozent).

Weitere Anlässe für die unter 30-Jährigen zu sparen sind die Alters- (29,8 Prozent) und die Familienvorsorge (21,5 Prozent) sowie die Ausbildung (23 Prozent). Interessant: Etwa 10 Prozent der Jungen sind in der Lage, mehr als die Hälfte des Nettoeinkommens monatlich zurückzulegen. Indes hat nicht einmal jeder Zweite (61,1 Prozent) im Alltag die Zeit, sich mit Geldanlagen zu beschäftigen.

Frauen sorgen weniger für das Alter vor als Männer

Das Hauptmotiv von Frauen zu sparen, ist Urlaub mit 46,9 Prozent, gefolgt vom Zurücklegen von Geld für schlechte Zeiten (45,3 Prozent). Auffallend ist, dass Frauen mit knapp 30 Prozent deutlich weniger für das Alter sparen als Männer mit 39,2 Prozent. Auch hinsichtlich etwaiger Risiken, die die Altersabsicherung gefährden könnten, gibt es geschlechtsspezifische Unterschiede: Während Männer politische Entscheidungen und Null- bzw. Minuszinsen als die größten Gefahren sehen, betrachten Frauen weltwirtschaftliche Entwicklungen und steigende Inflation als die größten Risiken. Überdies sparen eher Männer als Frauen:

Nur jede zweite Frau (47,5 Prozent) ist am Thema Geldanlage interessiert, wohingegen das Interesse von Männern mit 65 Prozent deutlich größer ist. Auch eine von der LBBW in Auftrag gegebene Studie, welche das aktuelle Anlageverhalten der Deutschen in Zeiten von Corona untersucht hat, kommt im März 2021 zu dem Ergebnis: „Bei detaillierter Betrachtung der Ergebnisse fällt auf, dass Männer in sämtlichen Anlagegruppen durchgängig mit einem höheren Anteil in Kapitalanlagen investieren als dies Frauen tun.

Für moderate Sparer sind die Hürden besonders hoch

Zwar wird die mangelnde Angebotstransparenz von allen Einkommensgruppen als höchste Hürde bei der Geldanlage empfunden. Wer allerdings über ein geringes Nettoeinkommen von unter 2.000 Euro verfügt, sieht sich mit zahlreichen weiteren Hindernissen konfrontiert. So fehlt es bei dieser Einkommensgruppe nicht nur an Vertrauen (60,4 Prozent) und Wissen (58,1 Prozent) im Hinblick auf Investitionsmöglichkeiten.

Im Alltag hat auch nur jeder Zweite (51,5 Prozent) die Zeit, sich mit Geldanlagen zu befassen. Hinzu kommt die Coronazeit, die zusätzlich verunsichert. Erstaunlich: Rund zehn Prozent der befragten Geringverdienenden können zwischen 21 und 30 Prozent ihres monatlichen Nettoeinkommens zur Seite legen und weitere 15 Prozent der Geringverdiener legen bis zu 20 Prozent zurück.

Im Osten wohnen die meisten Kleinsparer

Während in den südlichen Bundesländern nur jeder Vierte (24 Prozent) bis zu 10 Prozent des Nettoeinkommens monatlich zurücklegt, gibt es im Osten mit 35,5 Prozent deutlich mehr Kleinsparer. Zudem ist der Anteil derer, die nichts zur Seite legen, im Osten mit 18,6 Prozent am höchsten, gefolgt vom Norden mit 14 Prozent. Die Sparkönige, die pro Monat über 75 Prozent ihres Nettoeinkommens zur Seite legen, sind vornehmlich im Westen beheimatet. Die Altersvorsorge ist vor allem im Süden (40,1 Prozent) ein Spargrund, während im Norden nur rund jeder Dritte (31 Prozent) finanziell für das Alter vorsorgt. Denkwürdig ist, dass die Skepsis gegenüber der Hausbank im Süden mit 41,3 Prozent am höchsten ist, während sie im Westen mit 33,2 Prozent am geringsten ausfällt.

Wie hat sich Corona bisher auf den Anlagemarkt ausgewirkt?

Ein volles Jahr hat die Corona-Pandemie nun die weltweiten Kapital- und Anlagemärkte beeinflusst. Auch wenn Experten mit Prognosen vorsichtig sind, zeichnen die Entwicklungen der wichtigsten Anlagemärkte ein Bild der Entspannung. DAX und MSCI World haben sich nach tiefer Talfahrt zu Beginn 2020 inzwischen erholt und bewegen sich derzeit über Vorjahresniveau.

Der Immobilienmarkt in Deutschland hat bislang, abgesehen von Assetklassen wie Hotels und Einzelhandel, das vergangene Jahr eher glimpflich überstanden. Insbesondere der Wohnimmobilienmarkt zeigte sich unbeeindruckt: Sowohl bei der privaten Immobilienfinanzierung (der Hauspreis-Index EPX stieg monatlich an und kratzt erstmal an der 200er Marke) als auch bei den Miet- und Kaufpreisen von Wohnimmobilien (stetiges Wachstum des empirica-Immobilienindex) schien es 2020 kein Corona zu geben.

Die verlierenden Assetklassen der Krise schlugen auch bei den offenen Immobilienfonds durch. Wenngleich es auch hier Gewinner gab, so sank insgesamt die durchschnittliche Wertentwicklung der Fonds von 2,9 auf 2,3 %, wie Analysen der Ratingagentur Scope zeigen.

Wie hat sich das Anlageverhalten der Deutschen verändert?

Man könnte meinen, dass sich der sicherheitsverliebte Deutsche noch ein paar Euro mehr unter das Kopfkissen, respektive auf das Sparbuch, gelegt hat: Die Sparquote in Deutschland war im vergangenem Jahr nach Daten des Statistischen Bundesamtes auf das Rekordhoch von 16,3 Prozent gestiegen.

Doch ganz so simpel ist die Rechnung nicht: Zum ersten Mal seit Platzen der Dotcom-Blase im Jahr 2000 und dem Sturz der landläufig als „Volksaktie“ betitelten Telekom Aktie gibt es nach Angaben des Deutschen Aktieninstituts (DAI) einen neuen Höchststand bei den Aktionären in Deutschland. 12,35 Millionen Menschen besaßen demnach Anteilsscheine von Unternehmen und/oder Aktienfonds - knapp 2,7 Millionen mehr als ein Jahr zuvor.

Vielleicht verschiebt sich allmählich das Bewusstsein der Deutschen in Bezug auf die Geldanlage. Geld anzulegen oder zu investieren könnte das neue Sparen werden. In Bezug auf die Wirtschaft und die Folgen der Corona-Pandemie wird die Gesellschaft noch geduldig sein müssen: Wie gut wirken die Corona-Hilfen? Welche Auswirkungen haben diese langfristig auf die wirtschaftlichen Prognosen? Und wann wird durch die Impfungen das Virus besiegt und können wir dadurch wieder auf längerfristige, sicherere Planungen und Prognosen hoffen?

Das mehrschichtige Fazit zur Studie:

1. Die Ergebnisse zeigen, dass die Coronazeit das Bedürfnis nach finanzieller Absicherung und Vorsorge bei allen Befragten unabhängig von Alter, Geschlecht und Einkommen derzeit beeinflusst, auch wenn kurzfristige Spargründe wie Urlaub, Freizeit und materielle Anschaffungen überwiegen.

2. Eine der wichtigsten Aufgaben für Finanzproduktanbieter ist die Bereitstellung umfangreicher und umfassender Informationen über Geldanlagemöglichkeiten, damit alle Verbraucher eine fundierte Entscheidungsgrundlage für den Vermögensaufbau haben.

3. Auch wenn Aktien erstmals seit Platzen der Dotcom Blase wieder einen Ansturm erfahren, bleiben wirtschaftliche (Langzeit-)Folgen der Pandemie unklar, niedrige Zinsen werden Wirtschaft und Gesellschaft noch länger begleiten.

4. Anleger werden sich daher auch in Zukunft über Alternativen zum Sparbuch Gedanken machen müssen.

Mehr Hintergründe unter: www.markus-miller.com


7 Corona-Effekte!

(05.02.21) Die Unternehmensschulden steigen während der Corona-Pandemie in vielen Ländern deutlich. Das zeigt die nachfolgende Statista-Grafik auf Basis von Daten der Bank for International Settlements. Die Daten reichen derzeit nur bis ins zweite Quartal 2020, aber schon hier zeigt sich der negative Trend deutlich. Auffällig dabei ist, dass die Schulden insbesondere in den Ländern am stärksten zunehmen, in denen die Unternehmensschulden bereits vor der Krise auf einem besonders hohen Niveau waren.

In Deutschland fällt der Anstieg mit 3,6 Prozentpunkten vergleichsweise moderat aus. Der allgemein sehr hohe Schuldenstand in Frankreich resultiert daraus, dass viele große Unternehmen aufgrund der aktuellen Niedrigzinsen viele Kredite aufnehmen. Medienberichten zufolge wurden sie teilweise zu höherer Verschuldung gezwungen, weil die Gewinnmargen längere Zeit wegen schwachen Wachstums sowie hoher Steuern und Sozialabgaben sanken.

Schwellenländer wie Indien und Indonesien sind relativ solide!

Auch in China sind die Unternehmensschulden hoch, seit 2007 sind sie deutlich angestiegen. Angesichts des großen BIP-Wachstums erscheint diese Entwicklung umso bedrohlicher. Die sehr hohe Verschuldung engt den Handlungsspielraum der chinesischen Unternehmen in der gegenwärtigen Krise ein. Gleichwohl will Chinas Regierung Banken dazu verpflichten, Unternehmen noch mehr günstige Kredite zu vergeben – was zum einen deren Verschuldung weiter antreiben könnte und zum anderen den Bestand an Problemkrediten in den Büchern der Banken erhöhen könnte. Beobachter sehen daher die Stabilität des chinesischen Bankensystems in Gefahr.

In Schwellenländern wie Indien, Brasilien oder Indonesien sind die Unternehmensschulden auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau, sie haben in den letzten in den vergangenen Jahren laut Daten der BIS auch nicht signifikant zugenommen.

 

Nun der Blick auf bereits belegbare Corona-Effekte:

Corona-Effekt 1: Die Sparquoten explodieren

Die Coronavirus-Pandemie hat dazu geführt, dass die Bürger in Deutschland aus Sorge vor der Zukunft ihre Sparquote auf rund 17% massiv erhöht haben. Dadurch dürften nach aktuellen Berechnungen der DZ Bank die Geldvermögen der privaten Haushalte im Jahr 2020 um 393 Milliarden Euro angestiegen sein, auf einen Rekordwert von 7,1 Billionen Euro. Gleichzeitig hat sich der Staat durch neue Gesetze, Regulierungen und Verordnungen eine Machtfülle gesichert, wie er diese in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland noch nie hatte.

Bei einem Scheitern dieses Experiments der Staatswirtschaft wird die große Entwertung der Geldvermögen und die Umverteilung von Kapitalvermögen die schmerzhafte Folge für Steuerzahler und Vermögensinhaber sein.

Innerhalb von nur 12 Monaten haben knapp 200 Banken Verwahrentgelte für Privatkunden eingeführt und die Zahl der Institute, die Negativzinsen im Privatkundenbereich erheben, hat sich damit bis Dezember 2020 auf 260 erhöht. Gleichzeitig sinken die Frei-beträge, die von diesem Verwahrentgelt ausgenommen sind, vielfach auf 10.000 EUR und betreffen damit längst nicht nur noch sehr wohlhabende Kunden.

Fazit: Vor diesen negativen Rahmenbedingungen für Bargelder, Spar-, Sicht- und Termineinlagen muss die Maxime der Stunde sein: Investieren statt sparen!

Corona-Effekt 2: Die Altersvorsorge leidet!

Die wirtschaftlichen Unsicherheiten, die zum Beispiel durch Kurzarbeit oder Einnahmeausfall bei Selbstständigen während der Pandemie im vergangenen Jahr entstanden sind, schlagen sich offenkundig auch in den Planungen zur Altersvorsorge nieder. Dafür liefert der jüngste DIA-Deutschland-Trend Vorsorge, der zum Ende eines jeden Jahres ermittelt wird, ein Indiz. So ist zwar der Anteil der Deutschen, die ihre Altersvorsorge insgesamt für nicht ausreichend halten, mit etwas über 70 Prozent annähernd gleich hoch geblieben gegenüber dem Vorjahr. Aber die Bereitschaft beziehungsweise Fähigkeit, daran etwas zu ändern, hat sprunghaft abgenommen.

47 Prozent der Deutschen gehen davon aus, dass die künftigen Ansprüche aus der gesetzlichen Rente, betrieblichen Altersversorgung und privaten Vorsorge zusammengenommen keine ausreichende Absicherung für das Alter ergeben, planen aber dennoch in den nächsten zwölf Monaten nichts, um die vorhandene Vorsorge auszubauen. Das sind deutlich mehr als im Vorjahr (39 Prozent).

In ähnlicher Größenordnung verringerte sich gleichzeitig der Anteil jener, die auch von einer unzureichenden Vorsorge ausgehen, aber dagegen in den kommenden zwölf Monaten etwas unternehmen möchten. Nach 32 Prozent 2019 waren das im vergangenen Jahr nur noch 25 Prozent. Zwar wurden in der Erhebung nicht die Gründe erfragt, warum trotz Bedenken nichts zur Verbesserung der finanziellen Situation im Alter unternommen wird, aber der markante Anstieg 2020 lässt auf außerordentliche Einflüsse schließen. Diese sind wahrscheinlich in den Belastungen durch die Pandemie zu suchen.

Anteil der wissentlich Untätigen steigt

Damit verstärken sich zugleich einige Trends, die schon länger zu beobachten sind. So nimmt der Anteil der Bürger, die ihre Vorsorge für ausreichend halten, seit einiger Zeit stetig ab. Inzwischen gehen nur noch 28 Prozent davon aus. 2017 waren es immerhin noch 36 Prozent. Vor vier Jahren überwog auch noch die Zahl jener, die gegen eine unzureichende Vorsorge etwas unternehmen wollten (35 Prozent) gegenüber den wissentlich Untätigen (30 Prozent). Dieses Verhältnis hat sich radikal umgekehrt. Immer mehr Bürger rechnen damit, dass im Alter das Geld wohl nicht reichen wird. Aber sie können oder wollen keine Abhilfe schaffen.

Fazit: Verlassen Sie sich nicht auf den Staat, nehmen Sie Ihre Altersvorsorge jetzt verstärkt selbst in die Hand!

Corona-Effekt 3: Deutsche Bürger sparen sich arm!

Die Fondsgesellschaft Union Investment hat aktuell eine ebenso interessante wie bezeichnende Studie veröffentlicht mit Bezug auf Deutschlands Bürger als die ultimativen Sparweltmeister. Die Deutschen machen ihrem Ruf als Sparweltmeister nämlich alle Ehre: das Gesamtfinanzvermögen hat hierzulande während der letzten zehn Jahre um 44% auf knapp 6.400 Milliarden Euro zugenommen. Der Anteil von Bargeld, Sichteinlagen und Zinsprodukten - also Termin- und Spareinlagen sowie kapitalbildende Versicherungspolicen - verzeichnete in diesem Zeitraum mit einer Zunahme von 50% sogar ein noch stärkeres Wachstum.

Geht man bis ins Jahr 2000 zurück, haben weder das Platzen der Dotcom-Blase, noch die Finanz- und Eurokrise oder Nullzinsen dem Spareifer der Deutschen etwas anhaben können: das Finanzvermögen der deutschen Privathaushalte hat sich trotz dieser Krisen in den vergangenen 20 Jahren mit einem Plus von 95% nahezu verdoppelt. Die Unsicherheit im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie hat die Sparquote im vergangenen Jahr sogar noch einmal drastisch nach oben schnellen lassen.

Corona-Effekt 4: Die Zahlungsmoral bricht ein

0,5 Prozent der Unternehmen in Deutschland zahlten im Dezember die Rechnungen nicht oder nur verspätet. Der durchschnittliche Zahlungsverzug dieser Unternehmen erreichte mit 35,5 Tage im Dezember einen neuen Höchstwert im Jahr 2020. Dies zeigen Daten des Informationsdienstleisters CRIFBÜRGEL, der für die Analyse das Zahlungsverhalten von circa 450.000 Unternehmen analysiert hat.

Entwicklung des Zahlungsverhaltens im Jahr 2020

Die Entwicklung des Zahlungsverhaltens der Unternehmen in Deutschland zeigt, dass zwar der Anteil der Firmen, die ihre Rechnungen verspätet oder nicht zahlen, von 13,1 Prozent im Januar 2020 auf 10,5 Prozent im Dezember 2020 gesunken ist. Auf der anderen Seite werden aber überfällige Rechnungen in Deutschland derzeit mit einem Verzug von durchschnittlich 35,5 Tagen bezahlt. Im Januar 2020 lag der durchschnittliche Zahlungsverzug noch bei 26,4 Tagen.

Unternehmen, denen es wirtschaftlich noch gut geht, haben eine hohe Zahlungswilligkeit und wollen unter keinen Umständen in Verzug geraten. Rund 10 Prozent der Unternehmen haben so starke finanzielle Probleme, dass die Zahlungsfähigkeit eingeschränkt ist. Wenn diese Unternehmen ihre Rechnungen bezahlen, dann nur mit einem deutlichen Zahlungsverzug, das sind die bedenklichen, aktuellen Entwicklungen.

Zahlungsverzug führt zu Liquiditätsmangel und Insolvenzrisiken

In der Praxis bedeuten die Zahlen, dass beispielsweise 10 von 100 B2B-Kunden (Geschäftskunden) derzeit nicht oder nur mit einer massiven Verspätung die Rechnungen begleichen. Dieser Zahlungsverzug geht oft zu Lasten der mittelständischen und kleingewerblichen Betriebe, denn Liquiditätsmangel, z.B. ausgelöst durch verspätet oder nicht bezahlte Rechnungen, gilt als eine der häufigsten Insolvenzursachen. Zudem bedeutet eine durch den Kunden oder Auftraggeber nicht oder zu spät gezahlte Rechnung höheren Verwaltungsaufwand und zusätzliche Kosten.

Im schlimmsten Fall entwickelt sich ein Teufelskreis, da Unternehmen durch verspätet gezahlte Rechnungen länger als geplant auf eigene Investments verzichten müssen oder Bestellungen nicht bedienen können. Kleine Unternehmen können bei zögerlichem Zahlungsverhalten ihrer Kunden dadurch selbst in die wirtschaftliche Schieflage geraten.

Unternehmen in Berlin mit dem stärksten Zahlungsverzug

Beim durchschnittlichen Zahlungsverzug der Firmen zeigen sich deutliche regionale Unterschiede. Am stärksten überziehen Unternehmen in Berlin die Zahlungsziele - im Schnitt um 68,4 Tage. Auch in Brandenburg (durchschnittliche Verspätung 56,8 Tage) und in Rheinland-Pfalz (48,7 Tage) zahlen Unternehmen die Rechnungen mit einem starken Verzug. Am besten stellt sich die Situation in Thüringen dar. Unternehmen im Freistaat zahlen im Durchschnitt mit 19,6 Tagen Verspätung.

Die Zahlungsmoral im Gastgewerbe sowie in der Kunst und der Unterhaltung bricht ein

In der Kultur-, Unterhaltungs- und Freizeitbranche zeigt sich derzeit die schlechteste Zahlungsmoral. Rechnungen von Unternehmen in dieser Branche werden derzeit mit einer Verspätung von 77,6 Tagen Verspätung bezahlt (Januar 2020: 32,8 Tage). Zudem stieg hier der Anteil der Unternehmen, die nicht oder nur zu spät zahlen, von 11,5 Prozent im Januar auf 17,2 Prozent im Dezember.

Aber auch die Zahlungsmoral im Gastgewerbe ist stark eingebrochen. Wurden im Januar Rechnungen im Durchschnitt mit 33,5 Tagen Verspätung bezahlt, sind es aktuell bereits 59,4 Tage. Besser sieht es beim verarbeitenden Gewerbe aus. Während Rechnungen im Januar mit 17,3 Tagen Verspätung gezahlt wurden, sind es aktuell 22,9 Tage.

Mehr als jedes vierte Berliner Unternehmen zahlt nicht oder verspätet

In Berlin ist die Quote der Nicht- und Spätzahler unter den Unternehmen mit 26,1 Prozent am höchsten. Auch in Hamburg ist die Quote mit 17,1 Prozent höher als der Bundesdurchschnitt (10,5 Prozent). Am besten ist die Zahlungsmoral derzeit in Thüringen - hier zahlen nur 6,5 Prozent der Unternehmen die Rechnungen nicht oder verspätet.

Corona-Effekt 5: Die Pandemie führt zur Deglobalisierung und Staatswirtschaft

Die Welt verändert sich diesbezüglich mit einer noch nie dagewesenen Dynamik. Gleiches gilt für die politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen. Das hat aber auch dazu geführt, dass sowohl bei langjährigen als auch bei neuen Lesern von Kapitalschutz vertraulich ein Thema derzeit ganz oben auf der Interessensliste steht: Die Eröffnung bzw. Führung eines Kontos im Ausland fern der Europäischen Union.

Der Datenhunger und die Zugriffsmöglichkeiten des Staates steigen immer weiter. Dazu zählen das Kontenabrufverfahren, der Automatische Informationsaustausch (AIA), die Zahlungsdienstrichtlinie PSD2, die Geldwäschegesetze und weitere EU-Gesetze wie die EU-Bankenunion (EDIS) mit ihrem Sanierungs- und Abwicklungsgesetz (SAG), das letztlich eine Haftungsgemeinschaft und Umverteilungsunion für alle EU-Banken schafft.

Fazit: Auslandskonten sind vor diesem Hintergrund zwar kein Allheilmittel, sie erhöhen allerdings Ihre Privatsphäre und finanzielle Flexibilität signifikant. Außerdem schützen sie Sie vor einer direkten Mithaftung über die Bankenunion, wenn es zu einer Schieflage im EU-Bankensystem kommen sollte. Nutzen Sie diese Schutzfunktionen über Banken in der Schweiz, dem Fürstentum Liechtenstein, Norwegen oder Kanada.

Corona-Effekt 6: Die Risikowelt muss neu bewertet werden!

Perspektivwechsel bei der Risikobetrachtung: Für 82% der Unternehmen gehörten vor COVID-19 eine Pandemie oder andere größere Gesundheitskrisen nicht zu den TOP 10-Risiken. 31% hatten keine Vorsorge für eine Pandemie getroffen. Dies ist eines der Ergebnisse einer aktuellen, internationalen Aon-Umfrage mit dem Titel „Reprioritizing Risk and Resilience for a Post-COVID-19-Future“. Die Studie des Beratungs- und Dienstleistungsunternehmens zeigt: Unternehmen müssen sich auf drastisch veränderte Risiken einstellen und das Risikomanagement weiterentwickeln, um Widerstandsfähigkeit und Agilität aufzubauen.

Die COVID-19-Pandemie hat die Einschätzung von langwierigen und neu auftretenden Risiken durch Unternehmen fundamental verändert. In einer von Aon im Vorjahr (2019) durchgeführten globalen Umfrage unter mehr als 3.000 Risikomanagern lagen eine Pandemie und andere Gesundheitskrisen noch auf Platz 60 von 69 identifizierten Risiken. Entsprechend fiel es jetzt vielen Betrieben schwer, schnell zu reagieren und Notfallpläne umzusetzen. Die Studie von Aon legt nahe, dass viele Unternehmen ihrem Risikomanagement einen Reset verordnen müssen.

Risikomanagement sichert die Zukunfsfähigkeit

Für Unternehmen geht es jetzt darum, sich wirkungsvoll in eine zukunftsfähigere Position zu bringen. Priorität dabei haben laut der Studie von Aon vor allem drei Bereiche:

1. Der klare Blick auf langwierige und neu auftretende Risiken

2. Der Aufbau einer widerstandsfähigeren Belegschaft

3. Den Zugang zu Kapital zu überdenken

Unternehmen brauchen neue, nachhaltige und flexible Lösungen, um sich in einem immer komplexeren und volatileren Umfeld zu behaupten – übrigens nicht nur bestimmt durch Pandemien, sondern ebenso durch Entwicklungen wie zum Beispiel Cyberrisiken, aber auch durch Klimawandel und den Einfluss geopolitischer Veränderungen auf Supply Chain Ketten. Dabei übernehmen Risikomanager eine zentrale Rolle: Das Risikomanagement hat für ein Unternehmen eine geradezu strategische Bedeutung. Es trägt dazu bei, seine Resilienz zu stärken und damit Zukunftsfähigkeit zu sichern.

Die Mehrheit der Unternehmen geht von langfristig nachwirkenden Corona-Folgen aus

Mehr als die Hälfte der Unternehmen geht übrigens davon aus, dass die Folgen der Pandemie noch länger als ein Jahr andauern werden. Viele Unternehmenslenker überlegen, wie sie in den Aufbau einer größeren Widerstandsfähigkeit und Agilität investieren sollen. Schwerpunkte sind dabei der Einsatz neuer Technologien, die Widerstandskraft von Mitarbeitern und der Schutz von Vermögenswerten. Es herrscht beim weitaus größten Teil der befragten Unternehmen (80%) Übereinstimmung darüber, dass die wichtigste Lehre, die man aus der Pandemie mitnehmen kann, die Notwendigkeit eines integrierten, agileren, unternehmensweiten Risikoansatzes ist.

Dabei sollten alle Bereiche in einem Unternehmen eingebunden sein – wie zum Beispiel IT, Risikomanagement, Versicherung, HR, Finanzen, Recht, Kommunikation –um Krisen bestmöglich zu bewältigen. Betrachtet man die Regionen im Vergleich, so zeigt die Aon-Studie Unternehmen im asiatisch-pazifischen Raum als besser gewappnet: 52% von ihnen konnten auf bestehende Pandemiepläne zugreifen – geprägt durch Erfahrungen wie SARS und Schweinegrippe. In Nordamerika waren es nur 31% und in EMEA-Staaten 30%. Der Schutz von Menschen und Anlagen hatte über alle Branchen und Regionen hinweg höchste Priorität.

Corona-Effekt 7: Die Pandemie ist ein Mega-Treibsatz für die Digitalisierung

Hierzu verweise ich auf unser Themen-Portal: KRYPTO-X.BIZ

Dauer-Effekt: Stichtagsbezogene Kursprognosen sind Kaffeesatzleserei

In den letzten Wochen wurden alljährlich zum Jahreswechsel die gewohnten Zukunftsprognosen abgegeben, mit mehr oder weniger konkreten Kursvorhersagen für die unterschiedlichsten Anlageklassen. Für mich ist das in Zeiten von Corona noch mehr Kaffeesatzleserei als in den Jahren zuvor. Ein reines raten mit Zahlen. Dennoch treffe auch ich strategische Prognosen:

Beispielsweise das die Weltverschuldung weiter exorbitant ansteigen und die Kaufkraft unseres Geldes deswegen weiter schwinden wird. Ebenso bin ich davon überzeugt, dass die Digitalisierung die Globalisierung abgelöst hat. Deswegen empfehle ich Ihnen in diesen Segmenten regelmäßig Mittel und Wege, diese Entwicklungen aktiv zu nutzen.

Mehr Hintergründe unter: www.markus-miller.com


Das Jahr der Ebbe und der Badehose!

(11.12.20) Das Jahr 2020 neigt sich jetzt dem Ende entgegen und viele Menschen werden dies mit einem „Gott sei Dank!“ begleiten. Der legendäre Investor Warren Buffett traf einst die Aussage „Erst wenn die Ebbe kommt, sieht man, wer keine Badehose anhat“. Diese Ebbe kommt in meinen Augen im kommenden Jahr. Denn 2021 wird meines Erachtens von zahlreichen Problemen geprägt sein, die aufgrund der Corona-Pandemie lediglich aufgeschoben wurden. Beispielsweise durch die massiven Staatseingriffe in Form von Hilfszahlungen, die nicht unbegrenzt weitergeführt werden können, oder die bisherige Aussetzung der Insolvenzantragspflicht.

Für 2021 ist deshalb ein massiver Anstieg der Insolvenzen zu erwarten, da vielen Selbstständigen die Geschäftsgrundlage entzogen wurde und Angestellte ihren Arbeitsplatz verloren haben. Zahlreiche Firmen aus dem Mittelstand und selbst große Konzerne werden in Konkurs gehen, wenn die Flut der Staatshilfen zurückgeht. Durch die in dieser Folge belastenden Kreditausfälle wird auch das Bankensystem vor einem massiven Stresstest stehen. Deswegen ist es wichtig, dass Sie sich selbst mehrere Ersatzbadehosen – von unterschiedlichen Anlagestrategien bis hin zu Standbeinen außerhalb von Euro und EU – zulegen, damit Sie in der kommenden Ebbe nicht riskieren, vollkommen nackt dazustehen.

Jahresrückblick: Das Jahr 2020 in Google-Suchanfragen

Viele Menschen in der westlichen Welt nutzen den Suchmaschinen-Monopolisten Goolge nahezu täglich. Deswegen sind auch Google-Auswertungen sehr interessant. Coronavirus, US-Wahl, Wirecard-Skandal – was die Deutschen in diesem Jahr besonders beschäftigt hat, lässt sich an den Google-Suchanfragen mit dem größten Wachstum gut ablesen. Wie die nachfolgende Grafik von Statista zeigt, werden die Suchbegriffe des Jahres, wie in den meisten Ländern der Welt, von der Corona-Pandemie angeführt. Gleich zu Beginn des Jahres hat der rassistisch motivierte Anschlag von Hanau die Bevölkerung Deutschlands schwer erschüttert, traurigerweise wissen wohl viele Google-Nutzer nicht einmal wo die hessische Stadt liegt.

Ebenfalls unter den meistgesuchten Begriffen in einem von Politik und Aktivismus geprägten Jahr sind mit Biden, Johnson und Kim Jong-un einige Staatsmänner. Außerdem zeigten die Deutschen 2020 großes Interesse an Promi-Pärchen Laura Müller und Michael Wendler, der zuletzt durch krude Verschwörungserzählungen negativ aufgefallen ist. Kurioserweise wollen in Deutschland viele Menschen erfahren, wo Comic-Ente Donald Duck wohnt. Eine mögliche Erklärung für diese Suchanfrage ist die Autokorrektur auf vielen mobilen Endgeräten - so wird aus US-Präsident Donald Trump schnell ein Bewohner Entenhausens. Wie in jedem Jahr musste die Welt 2020 auch wieder von einigen geliebten Persönlichkeiten Abschied nehmen – der tragische Unfalltod von Basketball-Legende Kobe Bryant und seiner Tochter Gianna erregte am meisten Aufmerksamkeit.

Mein Fazit: Ich will diese Google-Statistik nicht überbewerten, aber einige Suchbegriffe - beispielsweise in der Rubrik der Persönlichkeiten - sind für mich ein bezeichnendes Spiegelbild, für den Zustand unserer Gesellschaft!

Europa in den 2020er Jahren: Willkommen in der Staatswirtschaft!

Für mich steht außer Frage, dass große Belastungen und Stresstests auf unsere Volkwirtschaften und Gesellschaften zukommen, wenn die staatlichen Eingriffe, Förderprogramme und Hilfszahlungen wieder zurückgefahren werden.

Es gibt aber natürlich auch noch eine zweite Möglichkeit: Die Staatsquote, also das Verhältnis der Staatsausgaben zum Bruttoinlandsprodukt, bleibt dauerhaft hoch. Der verstorbene Altkanzler Helmut Kohl sagte einst: Ab einer Staatsquote von 50% beginnt der Sozialismus. Auf Basis von aktuellen Zahlen der EU-Kommission steigt die Staatsquote - coronabedingt - im Jahr 2020 in Frankreich um +15,7% auf 64,3%. In Italien um +21% auf 58,8% und in Deutschland um 19,5% auf 54%.

Staatliche Systeme erodieren in ihren Leistungen und Schutzfunktionen

Das heißt im Klartext bzw. angelehnt an das Zitat von Helmut Kohl: Willkommen im Sozialismus, zumindest aber willkommen in der Staatswirtschaft! Eine massive Umverteilung von Vermögenswerten wäre zwangsläufig die planwirtschaftliche Folge einer derartigen Politik. Leider vernachlässigt die Politik bereits seit Jahrzehnten die ökonomische Fürsorgepflicht zum Schutz ihrer Bürger. Einst verlässliche staatliche Systeme, wie allen voran das gesetzliche Rentensystem, erodieren mit zunehmender Dynamik in ihren Leistungen und Schutzfunktionen. Sie selbst müssen daher diese Schutzfunktionen selbstbestimmt schaffen.

Kryptonomics: Das neue Zeitalter der Kryptoökonomie!

Ein wichtiger Baustein in diesem System der zentralisierten Staatswirtschaft in Kombination mit einer weiter zunehmenden Digitalisierung werden dabei dezentrale Kryptowährungen wie der Bitcoin sein. Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass es eine der wichtigsten Strategien gegen die ausufernde Geldschwemme und den damit verbundenen Kaufkraftverlust unserer Papiergeldwährungen ist, gezielt in Werte zu investieren, die selten sind. Weil sie im Gegensatz zu Geld, das auf unlimitierten Schulden und Zahlungsversprechen basiert, limitiert sind. Limitierte Werte sind nicht unbegrenzt reproduzierbar und können somit nicht beliebig produziert werden. Hierzu zählen beispielsweise Edelmetalle wie Gold, die natürlich limitiert sind, ebenso wie Kryptowährungen wie der Bitcoin, die mathematisch limitiert sind. Der Bitcoin beispielsweise auf eine maximale Anzahl von 21 Millionen Stück.

in den 80er Jahren wurde die expansive Wirtschaftspolitik unter dem damaligen US-Präsidenten Ronald Reagan als „Reaganomics“. In Großbritannien gab es diesem Vorbild folgend den „Thatcherismus“ und in Japan die „Abenomics“. In den kommenden Jahren wird ein neuer politischer Treiber große Veränderungen in der Weltwirtschaft herbeiführen. Dabei handelt es sich allerdings nicht um einen einzelnen Politiker oder Staat, sondern um die Entwicklungen und Maßnahmen, die auf dem Coronavirus aufbauen.

Die Digitalisierung ist die neue Globalisierung

Weltweit werden Regierungen, Unternehmen und ganze Gesellschaften mittlerweile von der Corona-Pandemie in ihrem Handeln getrieben. Diese wirtschaftliche Ära wird vermutlich als „Coronanomics“ in die Geschichtsbücher eingehen. „Coronanomics“ wird zu massiven staatlichen Eingriffen führen, zu einer weiteren Explosion der Schulden, auf denen unser derzeitiges Geldsystem basiert und ebenso zu dynamischen Entwicklungen und großen Chancen im Bereich der Digitalisierung. Die Digitalisierung ist die neue Globalisierung. Ich bin davon überzeugt, dass wir derzeit am Beginn des Zeitalters einer neuen Krypto-Ökonomie stehen, die ich als Kryptonomics bezeichne. Der Bitcoin wird hier als Krypto-Weltleitwährung und digitales Gold eine bedeutende Rolle spielen und hat – bei allen Risiken und Kursschwankungen – weiterhin ein großes Kurspotential.

Der Aufschwung des Bitcoin und weiterer Cryptocoins wurde zuletzt überwiegend getragen von großen institutionellen Investoren, die ihre Meinung zu Kryptowährungen teilweise diametral ins Positive revidierten. Für mich ist es mit Blick auf das große Ganze der aufstrebenden Krypto-Ökonomie (Kryptonomics) und den grundlegend positiven Entwicklungen nur noch eine Frage der Zeit, bis in einem ersten Schritt die Gesamtmarktkapitalisierung der Kryptomärkte die Marke von einer Billion USD überschreitet und anschließend der Bitcoin ebenfalls diese Marke erreicht, was einem Kurs von rund 55.000 USD für einen Bitcoin entsprechen würde. Privatanleger sollten deswegen zumindest einen – wenn auch nur moderaten – Fuß in der Tür der Kryptowährungen und der weiteren Digitalisierung unserer Welt und unseres Geldes haben, als strategische Ersatz-Badehose für die nicht unwahrscheinliche Zeit einer kommenden Ebbe. 

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Demografie: Die Welt von Alt und Jung!

Digitalisierung, Migration und Demografie bleiben auch im Jahr 2021 wichtige Themenfelder. Die Welt ist nicht nur gespalten in arm und reich, sondern auch in jung und alt. Viele westliche Industrienationen stehen ohne Einwanderung vor der Vergreisung ihrer Bevölkerung. Dazu zählt leider auch Deutschland. In der Bundesrepublik sind lediglich knapp über 11% der Menschen noch jünger als 15 Jahre. Aufgrund nachhaltig schwacher Geburtenraten wird sich die negative Altersentwicklung weiter verstärken. Fast 18% der Bevölkerung in Deutschland sind hingegen bereits heute 65 Jahre und älter. Auch dieser Negativtrend wird weiter zunehmen, bei gleichzeitig steigender Lebenserwartung. Neben der Digitalisierung und der Migration zählt die Demografie zu den größten Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft. Deswegen ist der Blick auf die Demografie der Welt hochinteressant.

Der Altersmedian variiert im internationalen Ländervergleich stark. Das zeigt die nachfolgende Statista-Grafik auf Basis von UN-Daten. Am geringsten ist er demnach mit 15,2 Jahren in Niger, Afrika. Den höchsten Altersmedian hat dagegen Japan mit 48,4 Jahren. In Deutschland liegt er bei 45,7 Jahren. Länder mit einem hohen Altersmedian haben mit einer Überalterung der Gesellschaft zu kämpfen. Dabei kommen insbesondere auf die Sozialkassen der Länder große Belastungen zu. Das deutsche Rentensystem ist aufgrund des demografischen Wandels bereits jetzt unter Druck. Wie die nachfolgende Infografik von Statista auf Basis von Zahlen der Deutschen Rentenversicherung zeigt, ist die Lücke zwischen eingenommenen Rentenbeiträgen und den Rentenausgaben über die Jahre größer geworden.

Japan versucht gegen die Methusalemisierung anzukämpfen

Japan gehört zu den Ländern mit den weltweiten niedrigsten Fertilitätsraten (1,42). Die japanische Regierung versucht mit diversen Maßnahmen, etwa höheren Kindergeldzahlungen, die Geburtenraten anzuheben. Das angepeilte Ziel bis zum Jahr 2026 liegt bei einer Rate von 1,8 Kindern. Niger hingegen ist das Land mit der weltweit höchsten Geburtenrate, eine Frau bekommt im Durchschnitt sieben Kinder. Die Bevölkerung wächst trotz hoher Kindersterblichkeit rasant, weit stärker als noch vor wenigen Jahren erwartet. Einer aktuellen Prognose wird sich die Reihenfolge der Liste der 10 bevölkerungsreichsten Länder der Welt bis ins Jahr 2100 deutlich verändern. Das zeigt diese Statista-Grafik.

Danach werden in der Liste fünf afrikanische Länder sein. Derzeit ist lediglich Nigeria in der Top-Liste. Die Subsahara-Region in Afrika die einzige Region der Welt, die bis zum Ende des Jahrhunderts weiter wachsen wird. Der Wert, der genau in der Mitte einer Datenverteilung liegt, nennt sich Median oder Zentralwert. Die eine Hälfte aller Individualdaten ist immer kleiner, die andere größer als der Median. Bei einer geraden Anzahl von Individualdaten ist der Median die Hälfte der Summe der beiden in der Mitte liegenden Werte.

Beispiele: 1,2,3,5,6,7,12: Der Median ist 5. 1,1,1,1,12: Der Median ist 1. 1,2,3,4,5,9: Der Median ist 3,5 (3 und 4 liegen um die Mitte – die Hälfte der Summe 7 ist 3,5).

Nachhaltigkeit als Ansatz und Vorsatz für 2021!

Wir bewegen uns mittlerweile auf das Jahresende 2020 zu. Für viele Menschen dürfte es kein gutes Jahr gewesen sein. Ich spreche dabei nicht vom Blick auf das Aktiendepot, sondern auf die vielen Einschränkungen und auch Einkommensverluste, die durch die Coronavirus-Pandemie nach wie vor zu verkraften sind. Die teilweise dramatischen Auswirkungen von Covid-19 verdeutlichen jetzt noch besser als zuvor bereits absehbar, dass unsere politischen und wirtschaftlichen Systeme in ihrer Art der Durchführung heute nicht mehr nachhaltig sind.

Polarisierung der Gesellschaft, soziales Ungleichgewicht, Umweltverschmutzung, Klimawandel oder ein dramatischer Verlust an Biodiversität sind nur ein kleiner Auszug der großen Herausforderungen für die Zukunft. Unternehmen, Unternehmer, Bürger, Privatpersonen und Kapitalanleger sind dazu aufgefordert, soziale und ökologische Aspekte weit stärker in Entscheidungsprozesse bzw. Anlageentscheidungen einzubeziehen.

Fazit: Als Privatanleger ist es vorausschauend und zukunftsorientiert, dass Sie den Anteil nachhaltiger Investments in Ihrem Wertpapierdepot bzw. im Rahmen Ihres Vermögensmanagements jetzt substanziell erhöhen.

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Nachhaltige Investments waren lange Zeit rein den institutionellen Investoren vorbehalten. Mittlerweile hat dieser Zukunftstrend erfreulicherweise auch uns Privatanleger erreicht. Viele Banken haben allerdings keine Nachhaltigkeits-Kompetenz. In Anbetracht eines immer größer werdenden Angebots an scheinbar nachhaltigen Produkten, Investmentstrategien und Nachhaltigkeits-Vermögensverwaltungen sind nach meiner Einschätzung viel Anleger jedoch überfordert, im Hinblick auf die eine sinnvolle Umsetzung. Eine grundlegende Orientierungshilfe ist somit dringend erforderlich. In meiner ersten Kapitalschutz vertraulich Sonderausgabe des neuen Jahres 2021 befasse ich mich daher mit dem Thema „Nachhaltigkeit“ und zeige Ihnen, auf welche Art und Weise und in welchem Maße Sie auf nachhaltige Geldanlagen setzen können.

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Der Teufelskreis von Staat und Bank!

(01.05.20) Die Corona-Pandemie wirkt sich mittlerweile dramatisch auf die Verbraucherstimmung in Deutschland aus. Der Nürnberger Marktforscher GfK prognostiziert für den Mai einen massiven Einbruch des Konsumklimaindex auf den historischen Tiefstand von Minus 23,4 Punkte. Das wären noch einmal 25,7 Punkte weniger als im April, wie die nachfolgende Statista-Grafik zeigt.

Finanzielle und existenzielle Sorgen machen auch krank

Die Welt und unser aller Leben ist derzeit gefangen im Bann der Corona-Pandemie. Die wirtschaftlichen Auswirkungen sind für viele Menschen längst existenzbedrohend. Ich bin der Ansicht, dass wir derzeit in zahlreichen TV-Sendungen und Medienberichten einen massiven Zielkonflikt zwischen Medizinern bzw. Virologen und Ökonomen beobachten können.

Ich bin kein Mediziner und im Gegensatz zu vielen Menschen aus meinem Umfeld versuche ich auch darauf zu achten, dass ich nicht auf einmal zum Hobby-Virologen mutiere. Wenn ich sehe was ich täglich über die sozialen Medien für Nachrichten und Meinungen erhalte, dann muss ich feststellen, dass die Coronavirus-Pandemie unsere Gesellschaft nicht unbedingt zu mehr Solidarität und Zusammenhalt führt, sondern die gefährliche Spaltung weiter vorantreibt.

Für mich steht außer Frage, dass wir in Zukunft massive Verteilungskonflikte sehen werden. Zwischen Jung und Alt, zwischen Arm und Reich, zwischen Gesund und Krank, oder auch zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen. Gleiches gilt ebenso auf europäischer Ebene. Staaten, ganze Volkswirtschaften werden in EU-Europa massive finanzielle Forderungen nach mehr Hilfen bzw. neuen Schulden stellen. Allen voran ein Land wie Italien, das durch die Folgen des Lockdowns faktisch vor dem Systemkollaps und der Staatspleite stehen würde, wenn nicht die EU-Haftungsgemeinschaft und EU-Umverteilungsunion einspringen.

Infektion oder Insolvenz?

Mediziner und Politiker verweisen derzeit sehr häufig darauf, dass die Gesundheit der Menschen über allem stehen muss. Dadurch wird ein Totschlagargument geschaffen, um alle derzeitigen Maßnahmen zu rechtfertigen. Allerdings hat eine aktuelle Studie ergeben, dass mittlerweile für die Mehrheit der Bürger die gesundheitlichen Sorgen durch finanzielle Ängste übertroffen werden.

Fazit: Ich bin wie gesagt kein Mediziner, ich bin aber davon überzeugt: Finanzielle Sorgen machen mit Sicherheit auch krank, oder führen gar zum Tod. Ich bin einmal sehr gespannt, wie sich beispielsweise die Suizidraten in den kommenden Monaten entwickeln. Manchmal scheint es mir so, als stehen wir derzeit vor der grundlegenden Frage: Infektion oder Insolvenz?

Deutschland ist Schutzschirm-Weltmeister

Viele Erwerbstätige verlieren durch die Corona-Krise ihre Jobs oder müssen in Kurzarbeit. Verbraucher fürchten wirtschaftlich schlechte Zeiten für Deutschland und hielten deswegen ihr Geld zusammen, so der GfK. Der Konsumklimaindex zeigt die Entwicklung des privaten Konsums und beruht auf der Einkommenserwartung, der Anschaffungs- und der Sparneigung der Deutschen und wird monatlich vom GfK erhoben.

Das Volumen der deutschen Corona-Finanzhilfen umfasst laut einer Aufstellung des Think Tanks Bruegel aktuell über zwei Billionen Euro - das entspricht 60 Prozent der Wirtschaftsleistung des vergangenen Jahres. Damit mobilisieren Bund und Länder deutlich mehr Mittel als andere Staaten, wie der Blick auf die nachfolgende Statista-Grafik zeigt.

Der deutsche Schutzschirm setzt sich aus 236 Milliarden Euro Soforthilfen, 500 Milliarden Euro Stundungen von Steuern und Abgaben sowie 1.322 Milliarden Euro sonstigen Finanzhilfen - und -Garantien (z.B. Kreditgarantien der KfW in Höhe von 811 Milliarden Euro) zusammen.

Zum Vergleich: Die USA haben bislang Corona-Finanzhilfen mit einem Volumen von 2,6 Billionen Euro (entspricht 12 Prozent des BIP 2019) mobilisiert. Fazit: Deutschland ist der Schutzschirm-Weltmeister in Bezug auf die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie. Die Frage bleibt: Wer soll das bezahlen?

Tabubruch Coronabonds? Nein: Teil der EU-Geschichte!

Derzeit lesen Sie in den breiten Medien sehr viel zu sogenannten Eurobonds oder Coronabonds. Viele Politiker und auch Ökonomen verwenden dabei das Wort vom Tabubruch, würden derartige Gemeinschaftsanleihen umgesetzt werden. Dem wäre aber gar nicht so. Die europäischen Staaten haben seit den 1970er Jahren wiederholt Gemeinschaftsanleihen auf dem privaten Kapitalmarkt ausgegeben.

Die Anleihen wurden durch die Mitgliedsländer garantiert und an Krisenländer ausgeschüttet. Coronabonds, wie derzeit diskutiert, stünden daher in einer langen Tradition der europäischen Solidarität und Haftung. Gemeinschaftsanleihen haben sich in vergangenen Krisen bewährt und wurden stets voll zurückgezahlt, das belegt eine Analyse des Instituts für Weltwirtschaft an der Universität Kiel (IfW)

Tiefe Krisen führen zu gemeinschaftlichen Haftungen

Die Geschichte zeigt, dass die europäischen Regierungen in tiefen Krisen immer wieder bereit waren gemeinschaftliche Anleihen auszugeben und dafür zu haften, wenn auch nur für begrenzte Zeit. Die dafür notwendigen Institutionen wurden flexibel und kurzfristig entwickelt. Der IfW-Forschungsbereichsleiter Christoph Trebesch fordert aktuell: Die EU sollte jetzt dieses bewährte und wirkungsvolle Instrument nutzen, um Länder wie Italien bei der Bewältigung der Folgen der Corona-Pandemie zu unterstützten. Gemeinsam mit Sebastian Horn und Josefin Meyer vom IfW Kiel hat er die historische Entwicklung europäischer Kriseninstrumente analysiert.

Die erste Gemeinschaftsanleihe wurde 1976 zugunsten Italiens und Irlands emittiert, um dem wirtschaftlichen Schock der Ölkrise zu begegnen. Insbesondere Italien war stark betroffen und rutschte in eine tiefe Rezession, mit einer BIP-Schrumpfung von -2% im Jahr 1975. Neben den europäischen Krediten an Italien zeigte Deutschland auch bilateral Solidarität und vergab 1974 einen zwischenstaatlichen Milliardenkredit nach Rom. In den 1980er und 1990er Jahren folgten weitere europäische Anleihen für Frankreich, Griechenland und Portugal sowie, nach 2008, für Ungarn, Lettland und Rumänien. Zusätzlich wurde 2012 der ESM für Eurozonen-Länder etabliert.

Der Weg zu Gemeinschaftsanleihen begann bereits 1975

Insgesamt hat die europäische Gemeinschaft bislang nominal, also nicht inflationsbereinigt, 38,8 Milliarden US-Dollar an Krediten über Gemeinschaftsanleihen eingesammelt und an Krisenländer ausgeschüttet. In der Summe nicht enthalten sind die Kredite des EFSF und ESM. Die Hilfskredite waren zum Teil sehr hoch, mit über fünf Prozent des BIPs der Empfängerländer, und alle Kredite auf europäische Gemeinschaftsanleihen wurden - bislang - zurückgezahlt.

Der Weg für Gemeinschaftsanleihen wurde 1975 mit dem sogenannten Community Loan Mechanism (CLM) geebnet, den unter anderem der deutsche Kanzler Helmut Schmidt unterstütze. Ziel war es, europäische Gemeinschaftsanleihen über den privaten Kapitalmarkt aufzunehmen, um Krisenländer zu stützen. 1981 wurde das Instrument zur sogenannten Balance of Payment Facility reformiert.

Die Gemeinschaftsanleihen wurden vorwiegend über den EU-Haushalt garantiert. Darüber hinaus gab es Garantieverpflichtung der Mitgliedsländer. Sollte ein Krisenland seinen Verbindlichkeiten gegenüber der Gemeinschaft nicht nachkommen, so garantierten die übrigen Mitgliedstaaten den Schuldendienst nach festgelegten Quoten, wobei. Deutschland übernahm dabei eine Bürgschaft über 22,02%.

Fazit des IfW: In der Debatte um die europäische Krisenrettung wird oft behauptet, Coronabonds, also gemeinschaftliche europäische Schulden, wären ein Tabubruch. Ein Blick in die Historie zeigt jedoch, dass dies nicht richtig ist. Seit den 1970er Jahren wurden wiederholt europäische Gemeinschaftsanleihen emittiert und erfolgreich zur Krisenbewältigung einzelner Staaten eingesetzt.

Weltweit steigen die Staatsschulden: Italien am Abgrund

Die Corona-Krise wird Regierungen einiges kosten. Wie die nachfolgende Grafik von Statista auf Basis von Daten des Internationalen Währungsfonds und der Agenda Austria zeigt, werden die Rezession und die Nothilfen die Staatsschulden vieler Länder in die Höhe treiben.

Fazit: Vor allem Italien wird von der Krise hart getroffen. Ohnehin schon hoch verschuldet, wird die Schuldenquote des Mittelmeerlandes in diesem Jahr voraussichtlich auf 155,5 Prozent steigen. Auch auf Frankreich und die USA kommen harte Zeiten zu. Deutschland steht vergleichsweise noch gut da, mit einer erwarteten Schuldenquote von 68,7 Prozent, haftet über den Europäischen Stabilitätsmechanismus ESM aber für andere EU-Länder wie Italien mit. Sie als Bürger und Steuerzahler stehen dabei am Ende der Haftungskette!

Staaten und Banken befinden sich in einem Teufelskreis

Nimmt man den Anteil des deutschen Bruttoinlandsprodukts an der gesamten Wirtschaftsleistung der Europäischen Union als Maßstab, haben deutsche Banken anteilig fast drei Mal mehr deutsche Staatsanleihen in ihren Büchern. Und damit weist Deutschland im europäischen Vergleich sogar noch den geringsten sogenannten Home Bias auf, wie dieses Phänomen genannt wird. In kleineren EU-Ländern wie Bulgarien, Slowenien und Zypern übersteigt der Anteil der heimischen Staatsanleihen in den Bankenportfolios den Anteil des Heimatlandes der Bank an der EU-Wirtschaftsleistung um mehrere hundert Male. In Frankreich, Italien, Spanien und den Niederlanden liegt der Wert immerhin unter zehn.

Insolvenzgefährdete Banken schränken ihre Kreditvergabe ein, die Wirtschaft schrumpft und die Staatseinnahmen brechen weg. In der großen Finanzkrise im Anschluss an die Lehman-Insolvenz im Jahr 2008 haben riesige staatliche Rettungspakete für die heimischen Banken auch die Ausgaben der Staaten stark in die Höhe getrieben, weshalb die Solvenz mancher EU-Mitgliedstaaten in Frage stand. Das lässt den Kurs der Staatsanleihen sinken, was wiederum das Problem der Banken verschärft. Aus diesem Teufelskreis kommt man nur schwer wieder heraus

Immenser Kapitalbedarf vor allem bei italienischen und spanischen Banken

Als eine Möglichkeit, das Problem zu entschärfen, betrachten viele Akteure eine Kapitalunterlegungspflicht für Staatsanleihen. Bisher müssen Banken für Staatsanleihen, die sie in ihren Wertpapierbeständen halten, kein Eigenkapital als Risikovorsorge hinterlegen – Staatspapiere werden regulatorisch quasi als risikolos betrachtet, was sie de facto natürlich nicht sind. Dies zu ändern, hat sich im vergangenen Jahr auch das Bundesfinanzministerium auf die Fahnen geschrieben und eine Risikogewichtung von Staatsanleihen in Bankbilanzen mit der Einführung der europäischen Einlagenversicherung als dritter Säule der Bankenunion verknüpft.

Wie weitergehende Berechnungen des DIW zeigen, für die unter anderem Daten aus den europaweiten Untersuchungen der Europäischen Bankenaufsicht (EBA) zur Transparenz der Bankbilanzen verwendet wurden, wäre das jedoch nicht unproblematisch: Erstens wäre eine solche Reform für viele Banken mit einem erheblichen Kapitalbedarf verbunden, insbesondere in Italien und Spanien. Die dortigen Kreditinstitute hätten in Anbetracht ihres Staatsanleiheportfolios des Jahres 2018 insgesamt 9,6 beziehungsweise 6,4 Milliarden Euro zusätzlich gebraucht. Sie wären praktisch gezwungen, für Staatsanleihen höhere Zinsen zu verlangen, was wiederum die Finanzierungskosten der Staaten in die Höhe treiben würde.

Hinzu käme zweitens, dass der Home Bias in einzelnen EU-Staaten sogar noch zunehmen würde. Da Banken die Anleihen von Staaten, denen die Ratingagenturen eine hohe Kreditwürdigkeit bescheinigen, auch künftig nicht mit Kapital unterlegen müssten, andere aber schon, stiege der Anreiz beispielsweise für den Kauf von Bundesanleihen durch deutsche Banken sogar noch.

Ist ein neuer Staatsanleihetyp die Lösung?

Aus diesen Gründen ist es dringend notwendig, andere Wege zu beschreiten, um die Verquickung zwischen Banken und Staat zu reduzieren, so das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung. Ein gänzlich neuer, aber wahrscheinlich auch sehr effektiver Weg zur Reduzierung des Home Bias wären sogenannte Sovereign Bond-Backed Securities (SBBS): Diese würden bereits ausgegebene Staatsanleihen der Euroländer bündeln und damit einen neuen diversifizierten Staatsanleihetyp generieren, der ein vergleichsweise sehr sicheres Wertpapier wäre. So könnte der Home Bias der Banken reduziert werden und gleichzeitig die Kapitalunterlegung für Staatsanleihen eingeführt werden, ohne die Stabilität des Euroraums zu gefährden.

Auch in der aktuellen Corona-Krise könnten solche Anleihen ein Instrument zur Bewältigung der wirtschaftlichen Folgen sein – zumal die neuen Schulden, die viele Staaten zur Finanzierung ihrer Hilfspakete aufnehmen müssen, den Home Bias wohl noch verstärken werden. SBBS wären zwar nicht die von einigen Seiten geforderten Corona-Bonds, für die die Euroländer auch gemeinsam haften würden, Sie wären aber immerhin das erste wirklich länderübergreifende und sichere europäische Wertpapier, in das die Banken investieren könnten. Davon würden sowohl die Banken als auch die Staaten profitieren – eine klassische Win-Win-Situation aus Sicht des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung.

Fazit: Durchbrechen Sie den Teufelskreis!

Am Ende des Tages werden Bürger und Steuerzahler in diesen Teufelskreis mit hineingezogen. Hier gilt: Vertrauen Sie weder den Banken noch den Staaten, setzen Sie eigenverantwortlich und selbstbestimmt auf Ihre Finanzielle Selbstverteidigung!

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Coronakrise: Wer soll das bezahlen?

(04.04.20) Die internationalen Notenbanken fluten derzeit die Kapitalmärkte mit Liquidität. Die Maßnahmen haben mittlerweile Ausmaße angenommen, die selbst die letzten großen exogenen Schocks - den 11. September 2001 und die Finanzkrise 2008 - in den Schatten stellen. Deutschland hatte beispielsweise im Zuge der Finanzkrise des Jahres 2008 rund 480 Mrd. Euro für Rettungspakete zur Verfügung gestellt und ist damals bereits an seine - rationalen - Grenzen der Belastbarkeit gekommen. 

1,2 Billionen Euro gegen die Corona-Krise

Die Bundesregierung hat zur Bekämpfung der Corona-Krise jetzt finanzielle Hilfen in Höhe von insgesamt 1,2 Billionen Euro bereitgestellt. Wie die nachfolgende Statista-Grafik zeigt, setzt sich diese gigantische Summe aus dem Nachtragshaushalt des Bundes für das laufende Jahr, dem neu geschaffenen Wirtschaftsstabilisierungsfonds und dem erweiterten Garantierahmen für die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) zusammen.

Der Nachtragshaushalt des Bundes sieht eine Rekordneuverschuldung in Höhe von 156 Milliarden Euro vor. Grund sind höhere Ausgaben durch die Corona-Krise und weniger Steuereinnahmen. Die staatlichen Garantien des Stabilisierungsfonds sollen Unternehmen dabei helfen, sich Geld an den Finanzmärkten leihen zu können. Zudem soll er staatliche Beteiligungen an kriselnden Unternehmen ermöglichen. Die KfW soll Unternehmen mit Liquiditätshilfen unterstützen. Der Garantierahmen der KfW kann von Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) noch einmal erweitert werden.

Verlustabsorption: Ein Begriff den Sie sich merken müssen für die Zukunft!

Seitens der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht BaFin wurde am 27.03.2020 eine sehr interessante Meldung veröffentlicht. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat an diesem Tag ihre Empfehlung an die Banken zu Dividendenausschüttungen aktualisiert. Um die Fähigkeit der Banken zur Verlustabsorption zu stärken und die Kreditvergabe an private Haushalte, kleine Unternehmen und Unternehmen während der Coronavirus-Pandemie (COVID-19) zu unterstützen, sollten sie für die Geschäftsjahre 2019 und 2020 mindestens bis zum 1. Oktober 2020 keine Dividenden zahlen. Die Banken sollten auch keine Aktienrückkäufe zur Vergütung der Aktionäre vornehmen.

Mit dem Begriff der Verlustabsorption oder auch auch Verlustabsorbierung wird im Finanzwesen die Auslagerung von Kreditrisiken aus der Bilanz eines Finanzunternehmens verstanden, mittels Bündelung dieser Risiken in einzelne Tranchen und Ausgabe als Finanzinstrumente (Verbriefung). Jede Tranche nimmt dabei mehr oder weniger einen Teil der Verlustrisiken in sich auf (absorbieren).

Verlustabsorbtion führt zu Coronabonds: Aktuell rufen vor allem - notleidende - Länder wie Spanien und Italien nach sogenannten Coronabonds. Das ist nichts anderes als die damaligen Eurobonds, die jetzt eben einen neuen Namen erhalten. Verlustabsorption bedeutet in diesem Zusammenhang eine staatlich verordnete, pauschale Solidarität oder schlicht und einfach: Die Umsetzung einer Haftungsgemeinschaft und Umverteilungsunion innerhalb EU-Europas!

Corona-Krise: Die 10 Ängste der Deutschen!

Die Gesundheit der eigenen Familie und die wirtschaftliche Situation des Landes sind derzeit die größten Sorgen der Menschen in Deutschland. Das ist das Ergebnis des Statista Covid-19-Barometers, einer Umfrage bei der jeden Tag online ergründet wird, was die Bundesbürger Zusammenhang mit der Corona-Krise umtreibt. Die eigene physische Gesundheit kommt übrigens erst an vierter Stelle.

Das Thema Lebensmittelknappheit beschäftigt hingegen nur ein Viertel der Befragten. Genau so viele sorgen sich um die Sicherheit ihres Jobs. Die Sorge um das Einkommen dürfte nach meiner analytischen Einschätzung - im Gegensatz zur Angst um die Stabilität der Lebensmittelversorgung - in den nächsten Wochen massiv zunehmen.

Zahlreiche Bürger haben bereits massive Einkommensverluste zu verzeichnen

Die Corona-Krise zeigt bei einem Teil der Bundesbürger bereits negative Auswirkungen auf das Einkommen. Laut einer aktuellen, internationalen Statista-Umfrage haben 27 Prozent der Deutschen durch die Pandemie bereits Einkommensverluste erlitten. Bei 48 Prozent der Deutschen zeigt die Krise noch keine negativen Auswirkungen auf ihren Verdienst.

In China gaben bereits 60 Prozent der Befragten an, Einkommensverluste zu erleiden. In den USA sind es bisher 32 Prozent und im Vereinigten Königreich ein Viertel der Befragten, wie die nachfolgende Statista-Grafik zeigt.

Meine Prognose: Eine Billion Euro ist mit Sicherheit nicht genug!

Um die gravierenden Auswirkungen der Coronavirus-Krise in den Griff zu bekommen, wird für Deutschland weit über eine Billion Euro notwendig sein. Selbst ein wirtschaftlich bereits stark angeschlagenes Land wie Spanien hat ein Rettungspaket in Höhe von 200 Milliarden Euro verabschiedet. Frei nach einem alten deutschen Schlagerlied kann hier die absolut berechtigte Frage gestellt werden:

„Wer soll das bezahlen, wer hat soviel Pinke-Pinke, wer hat soviel Geld?“

Werfen Sie bitte regelmäßig einen Blick auf die beeindruckende Internetseite usdebtclock.org, deren Zahlen uns gleichzeitig erschreckend vor Augen führt, dass die US-Staatschulden ebenso wie die Schuldenuhren der wichtigsten Industriestaaten der Welt selbst in der Nullzinsphase der letzten Jahre weiter explodiert sind. Ich habe keine Glaskugel, die weiteren Entwicklungen rund um die Coronavirus-Krise sind derzeit nicht quantifizierbar und seriös prognostizierbar.

Das gilt nicht nur für Ökonomen oder Politiker, sondern selbst auch für Mediziner bzw. Virologen, die derzeit rein auf Sicht fahren müssen. Ich kann Ihnen aber heute bereits mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit die obige Frage beantworten im Hinblick auf die Finanzierung der Rettungsmaßnahmen:

Bürger, Steuerzahler und Vermögensinhaber werden auch diese Zeche wieder einmal bezahlen müssen!

Mein Fazit: Coronakrise - Selbstverantwortung statt Staat!

Verlassen Sie sich nicht auf den Staat! – Setzen Sie eigenverantwortlich und selbstbestimmt auf Ihre Finanzielle Selbstverteidigung. Das Klopapier der Zukunft heißt für mich: EURO - Nutzen Sie Schutzfunktionen und lesen Sie jetzt beispielsweise meinen druckfrischen Sonderreport Goodbye EU: Die 7 besten Auslandsbanken für Ihr Geld!, meinen Immobilienschutz-Report mit 5 Sofortstrategien oder meinen aktuellen Goldschutz-Report 2020.

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