Rentnerparadiese!

(10.09.26) Ein Rentnerparadies ist mehr als Sonne, Strand und niedrige Lebenshaltungskosten. Entscheidend ist, ob ein Land auch dann noch überzeugt, wenn gesundheitliche Probleme auftreten, die Landeswährung an Wert verliert, sich Steuergesetze ändern oder der Partner verstirbt. Ein attraktiver Urlaubsort ist deshalb noch lange kein geeigneter Alterswohnsitz.

Für einen dauerhaft abgesicherten Ruhestand müssen mehrere Faktoren zusammenspielen: politische und rechtliche Stabilität, eine erreichbare Gesundheitsversorgung, bezahlbarer Wohnraum, persönliche Sicherheit, ein verlässliches Aufenthaltsrecht und eine tragfähige steuerliche Gestaltung. Ebenso wichtig sind Sprache, soziale Kontakte, Infrastruktur und die Entfernung zur Familie.

Internationale Ruhestandsindizes können bei der Vorauswahl helfen. Besonders bekannt sind der Global Retirement Index von Natixis Investment Managers und der Annual Global Retirement Index des Auswanderungsmagazins International Living. Beide Rankings verfolgen jedoch grundlegend unterschiedliche Ansätze und kommen deshalb zu völlig verschiedenen Ergebnissen.

Zwei Indizes – zwei unterschiedliche Fragen

Der Global Retirement Index, kurz GRI, wurde von Natixis Investment Managers gemeinsam mit CoreData Research entwickelt. Er untersucht 44 Industrie-, Schwellen- und große Entwicklungsländer anhand von 18 Indikatoren. Diese werden den vier Bereichen Gesundheit, Lebensqualität, materielle Absicherung und Finanzen im Ruhestand zugeordnet.

Der GRI beantwortet vor allem die Frage, welche Staaten strukturell die besten Voraussetzungen für einen sicheren und würdevollen Ruhestand bieten. Bewertet werden unter anderem Lebenserwartung, Gesundheitsausgaben, Einkommen, Arbeitslosigkeit, Inflation, Staatsverschuldung, Steuerbelastung, Umweltqualität und staatliche Führung. Der Index sagt dagegen nur wenig darüber aus, wie leicht ein ausländischer Rentner dort eine Aufenthaltsgenehmigung erhält oder mit einem begrenzten Einkommen leben kann.

International Living verfolgt einen praktischeren, aber auch subjektiveren Ansatz. Das kommerzielle US-Auswanderungsmagazin stützt sich auf die Erfahrungen seines weltweiten Netzwerks aus Korrespondenten und Auswanderern. Bewertet werden unter anderem Lebenshaltungskosten, Wohnen, Gesundheitsversorgung, Klima, Visa, Behörden, Integration und Vergünstigungen für Rentner. Das Ranking richtet sich in erster Linie an ausreisewillige US-Amerikaner und lässt sich daher nicht uneingeschränkt auf deutsche, österreichische oder Schweizer Ruheständler übertragen.

Norwegen führt – die Schweiz bleibt Weltspitze

Im Global Retirement Index 2025 hat Norwegen mit einem Gesamtwert von 83 Prozent den ersten Platz zurückerobert. Irland folgt mit 82 Prozent auf Rang 2. Die Schweiz, die den Index 2024 noch angeführt hatte, erreicht 81 Prozent und liegt nun auf Platz 3. Dahinter folgen Island, Dänemark, die Niederlande und Australien.

Deutschland belegt Rang 8 und ist damit das einzige bevölkerungsreiche Land unter den ersten zehn. Luxemburg und Slowenien vervollständigen die Spitzengruppe. Die guten Platzierungen dieser Staaten beruhen vor allem auf stabilen Institutionen, leistungsfähigen Gesundheitssystemen, hoher materieller Absicherung und vergleichsweise verlässlichen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.

Ein Spitzenplatz macht ein Land allerdings nicht automatisch zum idealen Auswanderungsziel. Norwegen, Irland, die Schweiz, Island und Luxemburg gehören zu den vergleichsweise teuren Ländern. Wer dort nicht bereits über Wohneigentum, ausreichendes Vermögen oder ein entsprechend hohes Alterseinkommen verfügt, kann trotz der ausgezeichneten Rahmenbedingungen finanziell unter Druck geraten.

Griechenland ist das Rentnerparadies 2026

Im Annual Global Retirement Index 2026 von International Living steht dagegen Griechenland an erster Stelle. Panama folgt auf Rang 2, Costa Rica auf Rang 3. Dahinter liegen Portugal, Mexiko, Italien, Frankreich, Spanien, Thailand und Malaysia.

Griechenlands Aufstieg erklärt sich mit der Kombination aus Klima, vergleichsweise niedrigen Wohnkosten, erreichbarer Gesundheitsversorgung und steuerlichen Gestaltungsmöglichkeiten für zuziehende Ruheständler. Panama punktet insbesondere mit seinem Pensionado-Programm, einer gut ausgebauten privaten Gesundheitsversorgung und der Verwendung des US-Dollars. Costa Rica überzeugt durch politische Stabilität, Natur und eine etablierte internationale Gemeinschaft.

Diese Vorteile dürfen jedoch nicht verallgemeinert werden. Die medizinische Versorgung kann außerhalb größerer Städte deutlich schwächer sein. Visaprogramme, Mindestanforderungen an Renten- oder Kapitaleinkünfte und steuerliche Sonderregelungen können sich jederzeit ändern. Zudem richten sich viele Kostenangaben von International Living an US-amerikanische Rentner und beruhen teilweise auf Erfahrungswerten aus ausgewählten Regionen.

Günstig ist nicht automatisch sicher

Niedrige Lebenshaltungskosten wirken besonders attraktiv, wenn die heimische Rente knapp bemessen ist. Sie bergen jedoch eigene Risiken. Inflation, Währungsabwertungen oder stark steigende Immobilienpreise in beliebten Auswanderungsregionen können einen vermeintlichen Kostenvorteil innerhalb weniger Jahre aufzehren.

Auch das Gesundheitssystem muss genauer betrachtet werden. Entscheidend ist nicht nur, ob moderne Privatkliniken vorhanden sind, sondern ob sie vom Wohnort aus erreichbar und langfristig bezahlbar sind. Mit zunehmendem Alter steigen regelmäßig die Beiträge privater Krankenversicherungen. Bestehende Erkrankungen können zu Ausschlüssen, hohen Zuschlägen oder einer vollständigen Ablehnung führen.

Besonders wichtig ist die Pflegefrage. Ein Land kann bei alltäglichen Arztbesuchen hervorragend abschneiden und dennoch kaum geeignete ambulante Pflege, deutschsprachige Betreuung oder hochwertige Pflegeeinrichtungen bieten. Wer im hohen Alter zurückkehren muss, steht möglicherweise erneut vor hohen Wohnkosten, organisatorischen Problemen und einem geschwächten sozialen Netzwerk.

Krankenversicherung vor dem Umzug klären

Innerhalb der EU, des Europäischen Wirtschaftsraums und der Schweiz gelten koordinierte Regeln zur sozialen Absicherung. Welcher Staat für die Krankenversicherung eines Rentners zuständig ist, hängt unter anderem davon ab, aus welchen Ländern Renten bezogen werden und wo sich der Wohnsitz befindet.

Wer eine Rente aus einem Staat bezieht, aber in einem anderen teilnehmenden Land lebt, kann sich unter bestimmten Voraussetzungen mit dem Formular S1 im Gesundheitssystem des Wohnsitzstaates registrieren. Die Behandlung erfolgt dann grundsätzlich zu den Bedingungen, die auch für die dortige Bevölkerung gelten. Das bedeutet jedoch nicht, dass derselbe Leistungsumfang wie im Herkunftsland verfügbar ist.

Außerhalb dieses Koordinierungsraums sind häufig eine private internationale Krankenversicherung oder eine lokale Versicherung erforderlich. Vor einem Umzug sollte schriftlich geklärt werden, welche Behandlungen, Medikamente, Vorerkrankungen, Rücktransporte und langfristigen Pflegeleistungen tatsächlich versichert sind.

Die deutsche Rente reist mit – die Steuerpflicht möglicherweise auch

Die gesetzliche deutsche Rente wird grundsätzlich auch bei einem dauerhaften Wohnsitz im Ausland weitergezahlt. Die Deutsche Rentenversicherung überweist inzwischen mehr als 1,7 Millionen Renten an Menschen im Ausland. Je nach Wohnsitzstaat kann regelmäßig ein Lebensnachweis erforderlich sein.

Mit dem Wegzug endet jedoch nicht automatisch jede deutsche Steuerpflicht. Deutsche Renteneinkünfte können auch bei einem Auslandswohnsitz weiterhin in Deutschland steuerpflichtig sein. Welcher Staat welches Einkommen besteuern darf, richtet sich insbesondere nach nationalem Recht und dem jeweiligen Doppelbesteuerungsabkommen.

Bei einer beschränkten Steuerpflicht können persönliche Freibeträge und Abzugsmöglichkeiten verloren gehen. Unter bestimmten Voraussetzungen kann eine Behandlung als unbeschränkt steuerpflichtig beantragt werden. Neben der gesetzlichen Rente müssen auch Betriebsrenten, private Renten, Kapitalerträge, Immobilien, Unternehmen und mögliche Erbschaftsteuerfolgen gesondert geprüft werden.

Der unterschätzte Faktor: das Aufenthaltsrecht

Innerhalb der EU genießen Unionsbürger grundsätzlich Freizügigkeit. Trotzdem müssen je nach Aufenthaltsdauer Anmeldungen, Einkommensnachweise und Krankenversicherungsschutz beachtet werden. Wer aus Deutschland oder Österreich in die Schweiz zieht, unterliegt wiederum den Regeln des Freizügigkeitsabkommens und den jeweiligen kantonalen Verfahren.

Außerhalb Europas entscheidet das Aufenthaltsrecht darüber, ob aus dem Traum vom Ruhestand überhaupt ein tragfähiger Plan wird. Manche Staaten bieten spezielle Rentnervisa, andere verlangen regelmäßige Mindesteinkünfte, Bankguthaben, Immobilieninvestitionen oder wiederkehrende Verlängerungen.

Ein Aufenthaltsprogramm ist dabei kein dauerhaftes Versprechen. Regierungen können Einkommensgrenzen erhöhen, Steuervergünstigungen abschaffen oder Visakategorien verändern. Ein belastbarer Plan B benötigt deshalb eine rechtlich stabile Aufenthaltsgrundlage und ausreichend finanzielle Reserven für veränderte Bedingungen.

Mein Fazit: Ein Rentnerparadies muss krisenfest sein

Norwegen und die Schweiz stehen für strukturelle Sicherheit, leistungsfähige Institutionen und hohe Lebensqualität – allerdings zu entsprechend hohen Kosten. Griechenland, Panama, Costa Rica und Portugal bieten dagegen ein attraktives Verhältnis aus Lebensqualität, Klima und finanzieller Erschwinglichkeit. Dafür können größere Risiken bei Währung, Verwaltung, Infrastruktur oder langfristiger medizinischer Versorgung entstehen.

Kein Index kann persönliche Prioritäten ersetzen. Wer über einen Umzug nachdenkt, sollte das Zielland nicht nur während der Urlaubssaison besuchen, sondern dort mehrere Monate auf Probe leben. Dabei sollten auch Alltag, Bürokratie, medizinische Versorgung, Verkehr, Klima außerhalb der Hauptsaison und soziale Kontakte realistisch getestet werden.

Ein echtes Rentnerparadies ist nicht das Land mit dem schönsten Strand oder der niedrigsten Miete. Es ist der Ort, an dem Aufenthaltsrecht, Steuern, Gesundheitsversorgung, Vermögen und persönliche Lebensqualität dauerhaft zusammenpassen. Wer seinen Ruhestand im Ausland plant, braucht deshalb keine romantische Auswanderungsfantasie, sondern eine grenzüberschreitende Vermögensschutz-Strategie.

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Norwegen: Vermögen statt Schulden!

(10.08.26) Nicht nur die USA kämpfen mit einem gewaltigen Schulden- und Zinsproblem. Auch in Europa wächst der finanzielle Druck. Frankreichs öffentliche Verschuldung erreichte im ersten Quartal 2026 bereits 3,536 Billionen Euro beziehungsweise 117,5 Prozent der Wirtschaftsleistung. Deutschland steht mit einer Schuldenquote von 63,5 Prozent Ende 2025 zwar deutlich besser da, doch auch hier weist der Trend angesichts steigender Ausgaben für Infrastruktur, Verteidigung und Soziales nach oben.

 

Norwegen zeigt dagegen seit Jahrzehnten, dass ein rohstoffreicher Staat einen völlig anderen Weg einschlagen kann: Statt seine Einnahmen vollständig zu konsumieren, baut das Land systematisch Kapitalvermögen auf. Das Ergebnis ist der Government Pension Fund Global, der heute der größte Staatsfonds der Welt ist und Norwegen eine finanzielle Substanz verschafft, von der andere Industriestaaten nur träumen können.

 

Aus Öl und Gas wird langfristiges Kapitalvermögen

 

Ein großer Teil der staatlichen Einnahmen aus der norwegischen Öl- und Gasförderung wird über den Staatsfonds an den internationalen Kapitalmärkten investiert. Ende Juni 2026 belief sich dessen Wert auf 22,683 Billionen norwegische Kronen, umgerechnet rund 2,3 Billionen US-Dollar. Allein im ersten Halbjahr 2026 erzielte der Fonds eine Rendite von 9,4 Prozent beziehungsweise einen Anlagegewinn von rund 1,75 Billionen Kronen.

 

Noch beeindruckender ist der langfristige Effekt des Zinseszinses: Seit Anfang 1998 erzielte der Fonds eine annualisierte Rendite von 6,86 Prozent. Die kumulierten Anlageerträge summieren sich inzwischen auf 15,21 Billionen Kronen. Damit stammt heute mehr als die Hälfte des gesamten Fondsvermögens aus erwirtschafteten Kapitalerträgen und nicht mehr aus den ursprünglichen staatlichen Zuflüssen.

 

Das ist der entscheidende Unterschied: Norwegen hat endliche Rohstoffvorkommen in ein global diversifiziertes Finanzvermögen verwandelt, das auch dann noch Erträge erwirtschaften kann, wenn Öl und Gas eines Tages keine vergleichbare wirtschaftliche Bedeutung mehr haben.

 

Die 3-Prozent-Regel schützt das Vermögen

 

Das norwegische Konzept besteht aber nicht nur darin, Geld anzulegen. Ebenso wichtig ist die politische Disziplin beim Zugriff auf dieses Vermögen. Die sogenannte Fiskalregel orientiert die langfristigen Entnahmen am erwarteten realen Ertrag des Fonds, der derzeit mit rund 3 Prozent jährlich angesetzt wird. In normalen Jahren soll die tatsächliche Verwendung sogar unter diesem Niveau liegen.

 

Die Idee dahinter ist ebenso einfach wie wirkungsvoll: Nicht das Kapital soll verbraucht werden, sondern möglichst nur ein Teil seiner langfristig erwirtschafteten Erträge. Dadurch bleibt das Vermögen für kommende Generationen erhalten und kann gleichzeitig einen erheblichen Beitrag zur Finanzierung des norwegischen Staatshaushalts leisten.

 

Genau darin liegt ein fundamentaler Unterschied zu klassischen schuldenfinanzierten Staatsmodellen. Schulden ziehen Jahr für Jahr Zinszahlungen nach sich. Produktives Kapital kann dagegen Dividenden, Zinsen, Mieten und Kursgewinne erwirtschaften.

 

Norwegen ist Aktionär der Weltwirtschaft

 

Zum Halbjahr 2026 waren 72,1 Prozent des Fondsvermögens in Aktien investiert, weitere 25,8 Prozent in Anleihen. Hinzu kommen Immobilien und Infrastrukturinvestitionen. Über seine Aktienanlagen ist Norwegen inzwischen an rund 7.100 Unternehmen weltweit beteiligt.

Besonders deutlich wird die Dimension bei den größten Technologiepositionen.

 

Nvidia stand Mitte 2026 mit umgerechnet rund 62 Milliarden US-Dollar im Portfolio, Apple mit etwa 52 Milliarden, Alphabet mit rund 50 Milliarden, Microsoft mit etwa 35 Milliarden und TSMC mit rund 34 Milliarden US-Dollar. Norwegen profitiert damit nicht nur von seinen eigenen Rohstoffen, sondern als Anteilseigner auch vom Wachstum, den Innovationen und den Unternehmensgewinnen der internationalen Wirtschaft.

 

Jetzt sogar SpaceX im Staatsportfolio

 

Neu hinzugekommen ist eine Beteiligung an SpaceX. Zum 30. Juni 2026 hielt der norwegische Staatsfonds rund 0,05 Prozent des Raumfahrtunternehmens im Wert von etwa 1,22 Milliarden US-Dollar. Verglichen mit den größten Technologiepositionen ist das zwar noch überschaubar. Es zeigt aber, wie breit und zukunftsorientiert der Fonds sein Kapital inzwischen über verschiedene Branchen und Unternehmen verteilt.

 

Dabei geht es keineswegs darum, einzelne Gewinner vorherzusagen. Das norwegische Modell basiert vielmehr auf globaler Diversifikation und langfristiger Beteiligung am Produktivkapital der Weltwirtschaft. Genau dadurch profitiert der Staat von wirtschaftlichem Wachstum, Innovation und Unternehmensgewinnen weit über die eigenen Landesgrenzen hinaus.

 

Mein Fazit: Schulden kosten Zinsen – Vermögen schafft Erträge

 

Mein Fazit: Während viele Staaten immer neue Schulden anhäufen und einen wachsenden Teil ihrer Einnahmen für Zinszahlungen aufbringen müssen, hat Norwegen über Jahrzehnte einen gewaltigen Kapitalstock aufgebaut. Das Land hat einen zeitlich begrenzten Rohstoffreichtum konsequent in dauerhaftes Finanzvermögen transformiert.

 

Darin steckt auch für Ihren persönlichen Kapitalschutz und Vermögensaufbau eine wichtige Lehre: Nicht Sparen allein schafft langfristigen Wohlstand. Entscheidend ist, Kapital produktiv arbeiten zu lassen, breit zu streuen und Erträge über viele Jahre wieder anzulegen. Schulden kosten Zinsen – Vermögen schafft Erträge.

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Zins-Treppen-Strategie!

(05.02.25) Vielen Bürgern ist nach wie vor nicht bewusst, dass sich beim scheinbar so risikolosen klassischen Sparen ein großes Problem ergibt: Unser konventionelles (Fiat-)Geld, wie der US-Dollar oder der Euro, ist inflationär und verliert stetig an Wert. Ein Euro heute ist nicht mehr das, was ein Euro gestern wert war. Das muss jedem Sparer zwingend klar sein. Geld auf einem Bankkonto, das unverzinst, gering verzinst oder gar mit Negativzinsen bzw. negativen Realzinsen belegt ist, verliert sukzessive an Kaufkraft.

Über längere Zeiträume ist der Kaufkraftverlust enorm. Umgerechnet 100 Euro aus meinem Geburtsjahr 1973 sind heute beispielsweise nur noch rund 30 Euro wert. Wer also langfristig immer nur spart und nicht in lukrative Kapitalanlagen wie Aktien, Immobilien oder Edelmetalle investiert, dessen Geld wird durch Inflation und Zeit schlichtweg aufgezehrt. Am Ende des Tages ist selbst ein Sparbuch nur eine spekulative Wette, nämlich auf die Stabilität unseres Geld- und Finanzsystems!

Sicherheit vor Rendite: Warum die Deutschen auf die Treppen-Strategie setzen sollten

Dennoch wollen die Deutschen vor allem Sicherheit bei ihrer Geldanlage. Für 79 % der Anleger ist dies laut einer vor Kurzem veröffentlichten Forsa-Studie der entscheidende Faktor bei ihren Anlageentscheidungen. Die Angst vor Geldverlusten an der Börse durch internationale Konflikte oder wirtschaftliche Umbrüche hält viele davon ab, in lukrative und inflationsschützende Aktien, Aktienfonds oder kostengünstige ETFs zu investieren – obwohl dies so wichtig wäre. Genauso wichtig ist es jedoch, auch Liquiditätsreserven in Geldwerten vorzuhalten und intelligent zu verteilen. Dafür ist die sogenannte Treppen-Strategie bestens geeignet. Durch die Treppen-Strategie verteilen Sie Ihr Geld auf mehrere Festgeldkonten mit gestaffelten Laufzeiten – idealerweise bei unterschiedlichen Banken.

Dadurch erzielen Sie zugleich Diversifikationseffekte und positive Zinserträge. Einen Anlagebetrag von „nur“ 10.000 Euro können Sie beispielsweise über sogenannte „Zins-Plattformen“ ganz einfach auf 10 verschiedene Banken und 5 unterschiedliche Laufzeiten verteilen. Die Laufzeiten müssen dabei nicht zwangsläufig fünf Jahre betragen – es sind auch kürzere Intervalle möglich. So können Sie beispielsweise Tagesgelder mit Festgeldern kombinieren und Laufzeiten von 6, 9, 12 oder 18 Monaten wählen. Oder Laufzeiten von mehreren gestaffelten Jahren. Mehr zu dieser attraktiven Thematik erfahren Sie in meinem aktuellen Kapitalschutz-Video auf meinem YouTube-Kanal „Markus Miller“.

https://youtu.be/nTMZSXgx_1Y?si=6ImqJuqoI2yFeEnm

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Rentner-Hotspots und Freie Privatstädte!

(14.10.24) Ein Renter-Hotspot bzw. Rentnerparadies ist ein Land oder eine Region, die ideale Voraussetzungen für einen sorgenfreien und entspannten Lebensabend bietet. Solche Orte zeichnen sich durch niedrige Lebenshaltungskosten, eine hochwertige Gesundheitsversorgung, ein angenehmes Klima, politische Stabilität sowie vielfältige Freizeit- und Kulturangebote aus.

Darüber hinaus bieten spezielle Visa-Programme zusätzliche Erleichterungen für den Zuzug von Ruheständlern. Diese Faktoren helfen, potenzielle „Rentnerparadiese“ zu identifizieren. In diesem Zusammenhang gibt es zwei bedeutende weltweite Indizes für den Ruhestand: Der Global Retirement Index (GRI) von Natixis Investment Managers und der International Living Retirement Index (ILRI). Beide liefern wertvolle Einblicke in die attraktivsten Länder für Ruheständler, wobei der Fokus auf verschiedenen Aspekten wie Lebenshaltungskosten und finanzieller Sicherheit liegt.

Zwei Wege zum Ruhestand: Sicherheit vs. Erschwinglichkeit im Vergleich der Rentner-Indizes

Der Natixis GRI fokussiert sich auf entwickelte Länder und bewertet Aspekte wie Gesundheitsversorgung, finanzielle Sicherheit, Lebensqualität und materielle Absicherung. Dieser Index zielt darauf ab, ein umfassendes Bild der Bedingungen für einen sicheren Ruhestand zu bieten, besonders in Ländern mit stabilen Rentensystemen und guter sozialer Absicherung. Im Gegensatz dazu konzentriert sich der Retirement-Index von International Living stärker auf Länder, die für Expat-Rentner attraktiv sind. Expat-Rentner sind Ruheständler, die ihren Ruhestand außerhalb ihres Heimatlandes verbringen.

Hier stehen niedrige Lebenshaltungskosten, Visa-Erleichterungen und ein angenehmes Klima im Vordergrund. Der ILRI zielt auf Länder, die es Ruheständlern ermöglichen, mit begrenztem Einkommen ein komfortables Leben zu führen. Während Natixis auf Sicherheit und soziale Strukturen setzt, fokussiert sich International Living auf erschwingliche und angenehme Alternativen. Aufgrund der hohen Gewichtung mit Blick auf niedrige Lebenshaltungskosten ist Deutschland im International Living Retirement Index 2024 gar nicht vertreten.

GRI-Index 2024: Schweiz und Norwegen an der Spitze

Der Global Retirement Index 2024 von Natixis Investment Managers hebt die besten Länder für den Ruhestand hervor, basierend auf wichtigen Kriterien wie Gesundheitsversorgung, Lebensqualität, finanzieller Sicherheit und materieller Absicherung. An der Spitze steht die Schweiz, die durch ihr erstklassiges Gesundheitssystem, hohe Lebensqualität und finanzielle Stabilität überzeugt. Dicht gefolgt von Norwegen, das umfassende soziale Sicherungssysteme und eine hohe Lebenserwartung bietet. Island, mit seinem sozialen Wohlstand und stabilen Rentensystem, sichert sich ebenfalls eine hohe Position, gefolgt von Irland, das durch sein modernes Gesundheitssystem und hohe Lebensqualität besticht.

Auch Luxemburg zählt zu den Top-Ländern, dank seiner sozialen Sicherheit und geringen Kriminalitätsrate. Die Niederlande überzeugen durch ausgezeichnete Gesundheitsversorgung und politische Stabilität. Australien punktet mit einem starken Rentensystem und hoher Lebensqualität, während Neuseeland eine angenehme Lebensqualität und stabile wirtschaftliche Rahmenbedingungen bietet. Auch Deutschland bietet eine umfassende Rentenabsicherung und eine hochwertige Gesundheitsversorgung. Dänemark schließlich kombiniert eine hohe Lebensqualität mit einem stabilen Rentensystem und guter Gesundheitsversorgung.

Mein Fazit: Der Global Retirement Index 2024 zeigt, dass die besten Länder für den Ruhestand nicht nur über stabile Rentensysteme verfügen, sondern auch eine hohe Lebensqualität und umfassende soziale Sicherung bieten. Länder wie die Schweiz und Norwegen, die an der Spitze des Rankings stehen, garantieren einen besonders sicheren und angenehmen Ruhestand. Diese Länder bieten nicht nur hervorragende Gesundheitsversorgung, sondern auch eine starke wirtschaftliche Stabilität, die es Rentnern ermöglicht, ihren Lebensabend sorgenfrei zu genießen. Sie setzen zudem auf Nachhaltigkeit und eine hohe Umweltqualität, was den Lebensstandard weiter erhöht.

ILRI-Index 2024: Costa Rica und Mexiko ganz vorne

Der International Living Retirement Index 2024 hebt Länder hervor, die sich durch niedrige Lebenshaltungskosten, gute Gesundheitsversorgung und angenehmes Klima besonders für Ruheständler eignen. An der Spitze stehen Länder wie Costa Rica, Mexiko und Portugal, die vor allem wegen ihrer attraktiven Kombination aus Erschwinglichkeit und hoher Lebensqualität beliebt sind. Diese Länder bieten Rentnern ein komfortables Leben zu niedrigeren Kosten im Vergleich zu vielen westlichen Ländern, und sie verfügen über spezielle Visa-Programme, die den Zuzug von Ruheständlern erleichtern.

Im Vergleich zu anderen Ländern bieten diese Ziele nicht nur ein hervorragendes Klima, sondern auch eine unterstützende Expat-Gemeinschaft und die Möglichkeit, ein entspanntes Leben in einer landschaftlich schönen Umgebung zu führen. Besonders Costa Rica besticht durch seine nachhaltige Lebensweise und eine naturverbundene Kultur, während Mexiko durch erschwingliche Gesundheitsversorgung und lebendige Kultur punktet. Portugal, das ebenfalls zu den führenden Ländern zählt, bietet zudem attraktive Steuererleichterungen für ausländische Ruheständler und eine hohe Lebensqualität, insbesondere in den beliebten Regionen wie der Algarve.

Mein Fazit: Der International Living Retirement Index hebt Länder hervor, die nicht nur günstige Lebenshaltungskosten, sondern auch eine hohe Lebensqualität bieten. Diese ermöglicht es Ruheständlern, ihren Lebensabend in einer angenehmen und sorglosen Umgebung zu verbringen. Darüber hinaus sorgen gut ausgebaute Gemeinschaften für Auslandsrentner und spezielle Ruhestandsvisa für eine einfache Integration. Diese Kombination macht sie zu besonders attraktiven Zielen für Ruheständler weltweit. Hinzu kommt, dass die Gesundheitsversorgung in diesen Ländern qualitativ hochwertig und erschwinglich ist, was einen weiteren entscheidenden Vorteil für Ruheständler darstellt.

Freie Privatstädte: Ein „Plan B“ für Ihre persönliche Freiheit und Vermögenssicherung!

Die jüngsten Landtagswahlen in Sachsen, Thüringen und Brandenburg verdeutlichen eine wachsende Unterstützung für sowohl rechts- als auch linkspopulistische Parteien, was zunehmende gesellschaftliche Spannungen widerspiegelt. In vielen EU-Ländern, besonders in Deutschland und Österreich, wo die Mehrheit meiner Leser von „Kapitalschutz vertraulich“ und „KRYPTO-X“ lebt und Steuern zahlt, ist die Unzufriedenheit mit den politischen Rahmenbedingungen in verschiedenen Bereichen spürbar. Immer mehr Deutsche, darunter vor allem junge, gut ausgebildete Fachkräfte und Rentner, kehren ihrem Heimatland den Rücken.

Parallel dazu wächst bei vielen Bürgern das Bedürfnis nach einem „Plan B“ deutlich. „So schützen Sie wirkungsvoll Ihr Vermögen und Ihre persönliche Freiheit“ ist bei weitem nicht nur eine Beschreibung, sondern ein Wertmaßstab, den Sie auf und in jeder Ausgabe von „Kapitalschutz vertraulich“ finden. In meiner Sonderausgabe „Golden Visa“ habe ich meine Leser bereits ausführlich über die zunehmende Bedeutung und Nachfrage nach Staatsbürgerschafts- und Wohnsitzdiversifikation informiert und konkrete Empfehlungen an die Hand gegeben. Jetzt baue ich auf diesen Grundlagen auf und widme mich erstmals dem faszinierenden, jedoch in den Mainstream-Medien noch weitgehend unbeachteten Thema der Freien Privatstädte (Free Private Cities).

Steigende Nachfrage nach Staatsbürgerschafts- und Wohnsitzdiversifikation: Der Weg zu mehr Autonomie

Die Vorteile von „Free Private Cities“ liegen in ihrer größeren Autonomie und Flexibilität im Vergleich zu traditionellen Staaten. Sie bieten ihren Bewohnern individuelle Freiheiten wie geringere Steuern, weniger staatliche Regulierung und verbesserte wirtschaftliche Chancen. Durch private Verwaltung und gezielte Planung sind sie oft in der Lage, effizientere Dienstleistungen und eine höhere Lebensqualität zu bieten. Darüber hinaus fördern sie Innovationen, da sie häufig als Testfelder für alternative gesellschaftliche und wirtschaftliche Modelle dienen.

Dies macht sie attraktiv für Unternehmer, Investoren, Perpetual Traveller (Dauerreisende) und digitale Nomaden, die nach Selbstbestimmung und neuen Lebensmodellen streben. Auch wohlhabende Privatpersonen, Steuerzahler und Rentner, die sich mehr Selbstsouveränität wünschen, finden hier interessante Alternativen zu den oft enttäuschenden theoretischen Visionen, die von politischen Parteien versprochen werden.

Die Free Cities Foundation bewertet privat geführte „Freie Privatstädte“ als die nächste Entwicklungsstufe des menschlichen Zusammenlebens. Mit dieser Thematik befasse ich im nachfolgenden Beitrag auf unserem YouTube-Kanal. Mehr zu den Grundlagen und heute bereits bestehenden Möglichkeiten zeige ich Ihnen darüber hinaus in meiner Oktober-Ausgabe von „Kapitalschutz vertraulich“.

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Vorbild Staatsfonds!

(09.08.24) Als Staatsfonds (Sovereign Wealth Fund) werden Fonds bezeichnet, die Kapital im Auftrag eines Staates anlegen und verwalten. Der staatliche Pensionsfonds Norwegens (Government Pension Fund Global) war Anfang August 2024 mit einem verwalteten Vermögen von rund 1.632 Milliarden US-Dollar der größte Staatsfonds der Welt. Die China Investment Corporation, die für die Verwaltung eines Teils der Devisenreserven der Volksrepublik China verantwortlich ist, verfügte zum gleichen Zeitpunkt der Erhebung über ein Vermögen in Höhe von rund 1.350 Milliarden US-Dollar.

Die Leistung bzw. Bedeutung des Königreichs Norwegen kann allein anhand dieser Zahlen nicht hoch genug bewertet werden. Weil Norwegen mit seinen rund 5,5 Millionen Einwohnern lediglich einen Bruchteil der Bevölkerung Chinas mit rund 1,5 Milliarden Menschen aufweist.

Golf-Staaten setzen auf Staatsfonds-Strategien

Die Abu Dhabi Investment Authority aus den Vereinigten Arabischen Emiraten ist mit einem verwalteten Vermögen von rund 993 Mrd. US-Dollar der größte Staatsfonds in der Golfregion und der viertgrößte weltweit. Der Staatsfond Kuwait Investment Authority (rund 980 Mrd. US-Dollar) sowie der Public Investment Fund aus Saudi-Arabien (etwa 925 Mrd. US-Dollar) sind die nächstgrößten Staatsfonds der Region.

Insgesamt sind vier Staatsfonds aus der Golf-Region unter den zehn größten weltweit. Zunehmend werden auch alternative Investments wie der Bitcoin oder kritische Rohstoffe in den Fokus der Staatsfonds rücken. Dazu zählen auch „digitale Rohstoffe“. Der Staatsfonds Norwegens ist beispielsweise indirekt bereits in den Bitcoin (BTC) investiert, durch seine Position an MicroStrategy. Das US-Unternehmen hält mittlerweile 226.500 Bitcoin im Gegenwert von rund 13 Mrd. US-Dollar.

Der Blick auf die größten Staatsfonds der Welt

Der Staatsfonds Katars investiert in kritische minerale Rohstoffe

Zu den 10 größten und aktivsten Staatsfonds der Welt zählt auch die Qatar Investment Authority (QIA) des Staates Katar. Die QIA wurde 2005 gegründet, um die Staatsreserven die überwiegend aus dem Verkauf von Öl und Gas aufgebaut wurden zu verwalten. Der Staatsfonds Katars investiert dazu in eine breite Palette von Anlageklassen und Regionen sowie in Partnerschaften mit führenden Institutionen auf der ganzen Welt, um ein globales und diversifiziertes Anlageportfolio mit langfristiger Perspektive aufzubauen, das nachhaltige Renditen liefern und zum Wohlstand des Staates Katar beiträgt. Aktuell hat die QIA bekannt gegeben, dass eine Erstinvestition in Höhe von 180 Mio. USD in das Unternehmen TechMet Ltd. vorgenommen wurde, um das Engagement von Katar für die Sicherung der Versorgung mit kritischen Mineralien aus verantwortungsvollen Quellen zu unterstrichen.

Die Mittel sollen für die Entwicklung der bestehenden Anlagen von TechMet und für die Ausweitung der Produktion kritischer Mineralien wie Lithium, Nickel, Kobalt und Seltene Erden verwendet werden. Diese kritischen Metalle sind für die steigende globale Nachfrage nach sauberer Energie und den Übergang zu nachhaltigen Energielösungen erforderlich. TechMet ist ein weltweit führendes Unternehmen für Investitionen in kritische Mineralien mit einem Portfolio von derzeit zehn Anlagen auf vier Kontinenten (Nord- und Südamerika, Europa und Afrika) die auf verantwortungsvolle Weise Mineralien fördern, verarbeiten, veredeln und recyceln.

Kritische Metalle sind Basisbausteine für unsere Welt der Zukunft

Mineralische Rohstoffe sind die Basis einer modernen Industrieproduktion – von der Grundstoff- bis hin zur Hightech-Industrie. Der Zugang zu den benötigten Rohstoffen ist somit eine wichtige Voraussetzung für die Wettbewerbsfähigkeit eines Landes als Technologiestandort. Neben den bekannten Edelmetallen Gold, Silber, Platin und Palladium gibt es eine Vielzahl an mineralischen Rohstoffen, die weit weniger im Blickfeld von institutionellen Investoren und Privatanlegern stehen. Ich spreche hier vom Segment der Technologiemetalle, die zahlreiche Anwendungen in der Wirtschaft finden.

Auf Basis des Periodensystems der chemischen Elemente gibt es in diesem Bereich der Technologiemetalle 28 Strategische Metalle und 17 Seltene Erden. Langfristig wird der Bedarf an Technologierohstoffen mit hoher Wahrscheinlichkeit weiterwachsen. Energieinfrastruktur, Digitalisierung und Elektrifizierung sowie die stark steigenden Investitionen in Rüstungsgüter sind ressourcenintensiv. Das derzeitige Angebot wird mit der langfristig steigenden Nachfrage nicht mithalten können, zumal die derzeit relativ niedrigen Preise für viele mineralische Rohstoffe den Anreiz für Investitionen in neue Minenprojekte verringern. Dazu kommen stark steigende Kosten, auch wegen Umweltauflagen.

Energie- und Antriebswende: Explodierende Nachfrage nach kritischen Rohstoffen

Die Umstellung auf eine nicht-fossile und CO2-neutrale Industrie und Wirtschaftsweise, allen voran die Energie- und die Antriebswende im Automobil- und Verkehrssektor, lassen den Bedarf an bestimmten Rohstoffen weltweit rasant steigen. Im Jahr 2040 wird die Nachfrage nach Lithium 15-mal so groß sein wie 2020, bei Nickel sind es 2,5-mal so viel. Ähnliches gilt für Kupfer, Neodym und andere Mineralien. Der Nachschub dieser unverzichtbaren Grundstoffe hält damit allerdings kaum Schritt: Zumindest bis 2030 wird das Angebot an Lithium und Nickel auf dem Weltmarkt nur knapp den Bedarf decken.

Gleichzeitig gibt es erhebliche Planungsunsicherheiten für Anbieter und Nachfrager, etwa bei der Einschätzung, wie sich die Verkaufszahlen von Elektrofahrzeugen entwickeln. Dazu kommen Risiken wie Lieferengpässe und Fachkräftemangel, die das Problem noch verschärfen. Das zeigt eine Studie, für die Experten von Roland Berger den globalen Markt für kritische Rohstoffe analysiert und Lösungsansätze für betroffene Unternehmen entwickelt haben.

Der Hauptgrund für den steigenden Bedarf an Lithium, Nickel und anderen kritischen Rohstoffen ist die explodierende Nachfrage nach Batterien für Elektrofahrzeuge und Energiespeichersysteme. Aber auch für Technologien wie Photovoltaik und Windkraft sowie den Ausbau der Stromnetze sind bestimmte Rohstoffe und veredelte Produkte daraus unverzichtbar. Wurden etwa 2020 noch rund 265 Gigawattstunden (GWh) Kapazität an Lithium-Ionen- und Natrium-Ionen-Batterien nachgefragt, steigt dieser Bedarf bis 2030 auf fast 5.000 GWh. China ist dabei der größte Markt und die Elektromobilität der Sektor mit dem höchsten Bedarf.

Schnell wachsende Bereiche wie Solarenergie, Windkraft, Stromnetze und E-Mobilität werden laut Internationaler Energieagentur bis zum Jahr 2040 fast 90 % der Lithiumnachfrage ausmachen, bei Nickel und Kobalt sind es 60 bis 70 % und bei Kupfer und Seltenen Erdelementen mehr als 40 %.

Widerstandsfähige Lieferketten als Absicherung gegen Risiken

Angesichts der drastisch steigenden Nachfrage wird die Verfügbarkeit der Ressourcen zum kritischen Punkt für weiterverarbeitende Unternehmen wie Batteriezellhersteller oder die Autoindustrie. Zwar dürften die geförderten Mengen an Lithium, Nickel und Kobalt nach derzeitigen Kapazitätsplanungen bis 2030 ausreichend sein. Allerdings sind dafür neue Bergbauprojekte erforderlich, bis zu deren Inbetriebnahme es je nach Mineral bis zu 15 Jahre dauern kann.

Angesichts dieser Zeiträume sind Unsicherheiten besonders problematisch: Wer weiß, ob nicht disruptive Technologien in der Zwischenzeit die Marktbedingungen verändern? Oder geopolitische Risiken sich ausweiten und Lieferketten beeinträchtigen? Wie stark sich einzelne Faktoren auswirken können, zeigen die Prognosen zur Entwicklung der Elektrofahrzeugverkäufe und damit der zukünftigen Nachfrage nach Batterierohstoffen: Je nach Szenario bewegen sich die Schätzungen für die kumulierten erforderlichen Investitionen in Abbau und Veredelung von Lithium, Nickel und Kobalt sowie in die Herstellung von Kathodenmaterialien bis 2030 zwischen 165 und 360 Milliarden US-Dollar.

Die Resilienz der Lieferketten muss signifikant erhöht werden

Diese Unwägbarkeiten betreffen alle Akteure der Rohstoffwertschöpfungskette, vom Bergbauunternehmen bis zur Autobranche. Gerade für Batteriezell- und Automobilhersteller, aber auch für Unternehmen der Energietechnik ist es aus Sicht von Roland Berger daher unverzichtbar, ihre Lieferketten widerstandsfähiger zu gestalten, um Risiken bei der Versorgung mit kritischen Rohstoffen zu minimieren.

Dafür empfehlen die Roland Berger-Experten neben anderen Instrumenten einen szenariobasierten Ansatz: Dabei werden mögliche Entwicklungen von Rohstoff- und Absatzmärkten, Technologien, politischen Trends und anderen Faktoren durchgespielt – bis hin zum „Schwarzen Schwan“. Diese Szenarien dienen als zentrale Basis für Entscheidungen, zum Beispiel über Abnahmevereinbarungen, finanzielle Absicherungen, aber auch potenzielle Investitionen in Projekte oder Technologien. Ziel muss es sein, so die Einschätzung von Roland Berger, die Lieferketten stabil und gleichzeitig flexibel zu gestalten, so dass bei Bedarf eine schnelle Reaktion möglich ist.

Der Bitcoin ist seltener und berechenbarer als Gold

Bereits seit Jahren vertrete ich die Sichtweise, dass das Edelmetall Gold zahlreiche Gemeinsamkeiten mit der Krypto-Weltleitwährung Bitcoin aufweist. Deswegen freue ich mich sehr über die zwischenzeitlich eingetretene Entwicklung, dass der Bitcoin von immer mehr Marktteilnehmern nicht mehr rein als hochspekulatives Zockerinvestment wahrgenommen wird, sondern als Wertspeicher und somit digitales Gold.

Das Edelmetall Gold ist durch sein natürliches Vorkommen in der Erdkruste limitiert und dadurch relativ selten. Gleiches gilt für den Bitcoin, der mathematisch bzw. algorithmisch streng limitiert ist. Darüber hinaus ist der Bitcoin frei von Schulden und unabhängig von einer Zentralinstanz wie die einer Regierung oder Notenbank. Diese wertvollen Parameter werden in Zukunft bei immer mehr privaten und institutionellen Anleger, aber auch Staaten und Notenbanken ins Bewusstsein rücken.

Ein Ende der Goldförderung ist nicht in Sicht Bei näherer Betrachtung zeigt sich, dass der Bitcoin sogar viel seltener ist als Gold. Weil Gold zwar unbestritten relativ selten ist, aber nicht begrenzt. Jahr für Jahr wird neues Gold durch Bergbauaktivitäten entdeckt und gefördert. In der bisherigen Geschichte der Menschheit wurden rund 197.000 Tonnen Gold gefördert und auf Basis unterschiedlicher Schätzungen dürften noch weitere 54.000 Tonnen in der Erdkruste wirtschaftlich abbaubar sein. Beim Bitcoin sind hingegen keine Schätzungen notwendig, sondern die maximale Angebotsmenge von 21 Millionen BTC steht fest und rund 94 % aller Bitcoins sind bereits gemined.

Bei Gold besteht zudem die Gefahr, dass in Zukunft durch den Weltraumbergbau weitere große Fördermengen erschlossen werden, weil zahlreiche Asteroiden große Mengen an Edelmetallen enthalten dürften. Da die Ausgabe neuer Bitcoins im Laufe der Zeit genau berechenbar ist, können sich Investoren hingegen auf diese programmierte und kontrollierte Versorgung mit neuen Bitcoins verlassen. Trotz der mittlerweile massiv angestiegenen Akzeptanz ist sich die große Mehrzahl der privaten wie institutionellen Anleger dieser Effekte der absoluten mathematischen Knappheit und Berechenbarkeit des Bitcoins derzeit noch nicht bewusst.

Wie Gold ist auch der Bitcoin ein alternatives und schuldenfreies Ausgleichssystem und somit ein wertvoller Gegenpol zu unseren ungedeckten, schuldenbehafteten und unlimitierten Papiergeldwährungen wie dem US-Dollar oder dem Euro. Deswegen ist es nur konsequent, dass auch Edelmetall-Vermögensverwalter aus dem Fürstentum Liechtenstein jetzt die Anlageklasse der Kryptowährungen integrieren. Während sich immer mehr Edelmetall-Anbieter gegenüber Kryptowährungen öffnen, integrieren Kryptobörsen zunehmend Produkte und Dienstleistungen für Edelmetalle in ihre Angebote. Beide Entwicklungen sind aufgrund der großen Gemeinsamkeiten zwischen Kryptowährungen und Rohstoffen für mich ebenso konsequent wie intelligent.

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Mein Fazit: Staatsfonds werden in Zukunft verstärkt strategische und alternative Investments tätigen!

Nehmen Sie sich die Strategien der großen Staatsfonds zum Vorbild und investieren auch Sie als Privatanleger gezielt und strategisch in alternative Investments. Dafür zeige ich Ihnen wirkungsvolle Mittel und praxisnahe Wege im Rahmen meines Wirtschaftsmagazins "KAPITALSCHUTZ VERTRAULICH".

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Stabilitätsoase Skandinavien!

(28.04.22) Die Schere zwischen der wirtschaftlichen Stabilität, der Kaufkraft und der damit verbundenen Lebensqualität geht zwischen den Ländern Nord- und Südeuropas weiter auseinander.

In den skandinavischen Ländern Dänemark, Finnland, Norwegen und Schweden leben lediglich 26 Millionen Menschen, die sich überwiegend in den Ballungszentren der großen Metropolen niedergelassen haben. Damit leben lediglich 3 Prozent der Einwohner Europas in skandinavischen Ländern. Schweden ist mit rund 10 Millionen Einwohnern das bevölkerungsreichste Land Skandinaviens.

Skandinavien verbindet vor allem die kulturelle Einheit. Die Menschen dieser nordischen Länder haben ein ähnliches Wertesystem, vergleichbare Bräuche und Traditionen, eine gemeinsame Geschichte, sowie in Teilen auch eine ähnliche Sprache. Zu weiten Teilen sind die Länder Skandinaviens von Meer umgeben. Zwischen Finnland, Schweden und Dänemark liegt die Ostsee. Im Norden Norwegens befindet sich die Barentssee. Westlich von Norwegen liegt das Europäische Nordmeer. Und zwischen Dänemark und Norwegen ist die Nordsee.

Skandinavische Länder bieten weltweit mit die höchste Lebensqualität

Finnland, Norwegen und Dänemark teilen sich Landgrenzen. Die Verbindung zu Dänemark führt von Schweden über die Meerenge Öresund. Die Öresundbrücke ist mit 7.845 Metern die längste Schrägseilbrücke der Welt für kombinierten Eisenbahn- und Straßenverkehr. Im Süden grenzt Dänemark an das deutsche Bundesland Schleswig-Holstein. Deutschland ist somit ein Nachbarland Skandinaviens.

Dänemark und Finnland sind Teil der EU. Finnland hat den Euro als Gemeinschaftswährungen eingeführt. Die Dänische Krone unterliegt dem Wechselkursmechanismus II und ist somit seit der Einführung des Euro am 1. Januar 1999 an diesen gebunden. Schweden hat seine Krone als Landeswährung beibehalten ebenso wie Norwegen das darüber hinaus der EU nicht beigetreten ist. Alle Länder Skandinaviens gehören zu den Ländern der Welt mit dem höchsten Lebensstandard. Aktuelle Wirtschaftsdaten belegen die hohe Widerstandsfähigkeit und Solidität Skandinaviens.

Skandinavien hat Corona sehr gut gemeistert

Dänemark hat die Corona-Pandemie aus wirtschaftlicher Sicht bislang am besten überstanden. Das geht aus einer Analyse von 19 Ländern durch das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) hervor, in die neben dem BIP auch Faktoren wie Arbeitslosenquote, Investitionen oder Schuldenstände eingeflossen sind. Wie die nachfolgende Statista-Grafik zeigt, schnitten skandinavische Staaten in der IW-Studie besonders gut ab. Neben Dänemark, zusammen mit Südkorea das einzige Land der Topliste mit einem Rückgang in der Arbeitslosenquote zwischen dem vierten Quartal 2019 und dem dritten Quartal 2021, sind auch Schweden und Norwegen in den Top 6 vertreten.

Während Schweden sich diesen Platz vor allem durch die Zunahme an staatlichen Investitionen um 9,2 Prozent erarbeiten konnte, dürfte die Platzierung Norwegens dem um fast fünf Prozent gestiegenen Haushaltseinkommen und der Reduzierung des Schuldenstands geschuldet sein. Ersteres ist auch für den sechsten Platz der Schweiz verantwortlich, obwohl das Land hinsichtlich der restlichen Indikatoren eher im Mittelfeld der 19 untersuchten Nationen zu verorten ist.

Der wirtschaftliche Erfolg der skandinavischen Länder dürfte zum Teil auch mit den verhältnismäßig lockeren Infektionsschutzmaßnahmen zusammenhängen, wodurch das öffentliche Leben und damit auch der Konsum weniger stark beeinträchtigt wurde als in anderen europäischen Staaten. Dänemark hob beispielsweise schon im September 2021 alle Maßnahmen auf, nachdem die Maskenpflicht im Juni vergangenen Jahres obsolet wurde. Schweden verzichtete seit Beginn weitestgehend auf verpflichtende Pandemiemaßnahmen.

Analyse: Die 5 besten Rentensysteme der Welt

In Deutschland wurde die Rentenversicherung 1889 durch Bismarck eingeführt. Die durchschnittliche Lebenserwartung lag damals bei 40 Jahren. 1968 wurde das Umlageverfahren eingeführt, auf Basis des Wirtschaftswunders und der Babyboomer. Dieses System passt heute längst nicht mehr und birgt für viele Bürger große finanzielle Risiken bzw. Versorgungslücken im Alter. 

Das Umlageverfahren bedeutet, dass die Zahlungen der Beitragszahler direkt als Auszahlungen an die derzeitigen Rentner geleistet werden. Die Beitragszahler erhalten parallel zu Ihren Einzahlungen sogenannte Entgeltpunkte als zentrale Werteinheit in der gesetzlichen Rentenversicherung gutgeschrieben. Diese Systematik ist geläufig unter dem Begriff des Generationenvertrages, der die Basis für die reguläre Altersrente ist.

Die Allianz (Grafik) veröffentlicht regelmäßig eine interessante Studie der globalen Rentensysteme. Deutschland liegt hier nur auf Rang 26. Die Analyse folgt dabei der einfachen Logik, die mit den demografischen und steuerlichen Voraussetzungen beginnt und anschließend Rentensysteme der Länder entlang ihrer beiden entscheidenden Dimensionen untersucht:

Nachhaltigkeit und Angemessenheit

Auch hier zeigt sich die Solidität Skandinaviens: Schweden liegt auf Rang 1, Dänemark an zweiter Stelle und das Königreich Norwegen immerhin auf Rang 8.

Fazit I: Weder die Rente noch die Kaufkraft der Rentenzahlung sind sicher!

Es ist wichtig, dass die staatliche Rente bzw. das Rentenalter im Einklang stehen mit der steigenden Lebenserwartung der Bevölkerung. Das ist ein Schritt, den skandinavische Regierungen bereits unternommen haben. Denn nur so können die Kosten für öffentlich finanzierte Rentenleistungen gesenkt werden. In Deutschland sind aufgrund der demographischen Entwicklungen - weniger Kinder und Beitragszahler, eine massiv alternde Bevölkerung - weder die absolute Höhe der Rentenzahlung noch die Kaufkraft der Rente in der Zukunft sicher. Deswegen muss die private Vorsorge, fern staatlicher Systeme und geldwertbasierten Zahlungsversprechen, ein wichtiger Kapitalschutz-Bausteine sein!

Fazit II: Schaffen Sie jetzt Kapitalschutz-Strukturen im soliden Skandinavien!

Zu Norwegen habe ich bereits zahlreiche Empfehlungen im Rahmen meines Premium-Magazins Kapitalschutz vertraulich verfasst, allen voran 4 attraktive norwegische Banken. In meiner aktuellen April-Ausgabe von Kapitalschutz vertraulich finden Sie ein empfehlenswertes Tagesgeldkonto bei einer Bank aus Schweden. Mögliche Handlungsalternativen aus Dänemark stehen derzeit auf meiner Agenda. Weiterführende Informationen finden Sie hier: KAPITALSCHUTZ VERTRAULICH

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Direkt am Geld!

(27.02.21) George Soros ist ein US-amerikanischer Investmentbanker, Philanthrop und Autor ungarischer Herkunft. Im Jahr 1969 gründete er den heute längst legendären „Quantum-Fonds“. George Soros entwickelte sich in den Jahrzehnten seines Wirkens zu einem der erfolgreichsten Investoren in der Finanzwelt. George Soros wurde 1930 in Budapest geboren und ist mittlerweile 90 Jahre alt. Seine Aktivitäten sind dabei geprägt von Licht und Schatten. Als Förderer und Vorsitzender des "Open Society Institute" und der "Soros Foundation" schätzt das Time-Magazin seine sozialen Spenden auf über 6 Milliarden US-Dollar.

Auf der anderen Seite ist George Soros durch seine umstrittenen Finanzaktionen maßgeblich verantwortlich für den Verfall mehrerer Währungen und einen damit verbundenen, großen volkswirtschaftlichen und gesellschaftlichen Schaden. Legendär sind seine Spekulationen gegen das britische Pfund Sterling, was zu massiven Verwerfungen im damaligen, europäischen Währungssystems EWS führte. Der 16. September 1992 ging als Schwarzer Mittwoch in die Börsengeschichte ein. George Soros verdiente mit seinen Währungswetten gegen die Bank of England hingegen Milliarden.

George Soros: Vom Brandstifter zum Feuerwehrmann?

Dieser George Soros, der damals einen Brand im Europäischen Währungssystem legte, wurde aktuell gefragt, wie er die Euro-Verschuldungsprobleme lösen würde. Ich will jetzt nicht unbedingt die Floskel vom Brandstifter als Feuerwehrmann bemühen, aber so weit entfernt ist das nicht. George Soros schlägt als Lösungsansatz die Emission von „ewigen Anleihen“ mit unbegrenzter Laufzeit vor, die nie zurückbezahlt werden müssen. Niemand haftet somit für die Rückzahlung. Fällig werden nur die jährlichen Zinsen.

Was sich auf den ersten Blick absurd anhört, macht aus staatlicher Sicht Sinn. Aufgrund der Geldentwertung sinkt der heutige Wert künftiger Zahlungen stetig und wird sich eines Tages gegen Null bewegen, so dass die Schulden getilgt sind. Es steht für mich außer Frage, dass unser Euro-Geldsystem eines Tages implodieren wird. Deswegen muss der Blick auf unser Geld intensiviert werden und nach Alternativen Ausschau gehalten werden.

Deutsche und Dänen haben in der Krise ihre finanziellen Ausgaben am seltensten reduziert

Der aktuelle YouGov Global Banking & Finance Report für 2021 untersucht in 17 Märkten die Einstellungen der Verbraucher unter anderem in Bezug auf Zahlungsmethoden, Investments, Nachhaltigkeit, und zeigt den Effekt der COVID-19-Pandemie auf Einstellungen, Verhalten und Präferenzen der Verbraucher gegenüber Finanzdienstleistungen. Die hier erhobenen Erkenntnisse sind für mich wieder sehr interessant, deswegen nachfolgend eine Zusammenfassung wichtiger Ergebnisse:

In Zeiten der Corona-Krise hat sich das Verhalten und die Einstellung zu finanziellen Ausgaben verändert. Deutlich werden aber große regionale Unterschiede in den verschiedenen Märkten. Knapp drei von zehn Deutschen (28 Prozent) geben an, in den vergangenen sechs Monaten nicht lebensnotwendige Ausgaben aktiv reduziert zu haben. Nur die Dänen treffen diese Aussage noch seltener (20 Prozent). Unter Indonesiern sagen hingegen knapp drei Viertel (72 Prozent), ihre nicht lebensnotwendigen Ausgaben im letzten halben Jahr reduziert zu haben.

Auch für die Zukunft geben nur 45 Prozent der Deutschen an, ihre nicht lebensnotwendigen Ausgaben kürzen zu wollen. Das ist im internationalen Vergleich der niedrigste Wert. Unter Mexikanern sagen dies 90 Prozent, in Indonesien machen 87 Prozent diese Angabe, in Spanien 86 Prozent und in Italien 83 Prozent. Dies sind Ergebnisse der aktuellen Studie "On the money: YouGov’s Global Banking & Finance Report 2021" der internationalen Data & Analytics Group YouGov, für die mehr als 18.500 Personen in 17 Märkten weltweit über ihre Einstellungen und ihr Verhalten in Bezug auf finanzielle Ausgaben und Banking befragt wurden.

Knapp die Hälfte der Deutschen bevorzugt auch in Krisenzeiten die Verwendung von Bargeld

46 Prozent der deutschen Befragten geben laut der Studie aktuell an, Bargeld als Zahlungsmittel zu bevorzugen. Nur die Mexikaner treffen diese Aussage noch häufiger (52 Prozent). Unter Chinesen sagen dies hingegen nur 10 Prozent, unter Dänen 13 Prozent. Jene Deutschen, die Bargeld bevorzugen, entsprechen einer älteren Zielgruppe: Ein Drittel (33 Prozent) ist über 60 Jahre alt, 25 Prozent sind zwischen 50 und 59 Jahre alt. Nur 12 Prozent sind 18 bis 29 Jahre alt (vs. 25 Prozent jener, die Bargeld nicht als bevorzugtes Zahlungsmittel verwenden).

Bargeldzahler sind mit digitalen Banking-Services skeptischer

Jene, die Bargeldzahlung bevorzugen, stehen auch anderen digitalen Banking-Services skeptischer gegenüber: Unter ihnen sagen zwei von fünf (40 Prozent), dass sie ihr Smartphone nicht für Online-Banking benutzen (vs. 16 Prozent jener, die Barzahlung nicht bevorzugen). Die Gruppe der Barzahler gibt auch häufiger an, bei Online-Banking stets Sicherheitsbedenken zu haben (50 Prozent vs. 29 Prozent der Nicht-Barzahler).

Die international vergleichenden Daten zeigen unter anderem, dass Deutschland beim bargeldlosen Bezahlen nicht nur auf dem europäischen, sondern auch auf dem weltweiten Markt einen hinteren Platz einnimmt. Andere Länder wie China, Dänemark oder auch Polen sind uns hierbei deutlich voraus.

Die Studie gibt auch Aufschluss über die Einstellungen zu finanziellen Ausgaben während der COVID-Krise und zeigt, wie sich das Zahlungsverhalten in den letzten Monaten weltweit verändert hat. Die Ergebnisse des Reports können Finanzdienstleistern als Grundlage dafür dienen, die Bedürfnisse von Verbrauchern und Kunden besser zu verstehen und geeignete Strategien für das Durchschiffen der Pandemie zu entwickeln.

War on Cash: Der Krieg um Geld ist in vollem Gange!

Ich will die Worte „Kampf“ oder „Krieg“ nicht überstrapazieren, sie sind aber derzeit für viele Entwicklungen einfach passend. Die weltweiten Verwerfungen im Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie führen längst zu regelrechten Verteilungskämpfen in den unterschiedlichsten Bereichen. Von der Politik über die Wirtschaft bis hin zu unserer Gesellschaft gilt es dabei, sich jetzt zu positionieren, für die Zukunft. Diese Zukunftsentwicklungen und strategischen Positionierungen möchte ich Ihnen im Zusammenhang mit unserem Geldsystem der Zukunft anhand von zwei Beispielen aufzeigen.

Die Europäische Zentralbank EZB, die Bank von England, die Notenbank Japans, die Bank von Kanada, die Schwedens Zentralbank Riksbank, die Schweizer Notenbank SNB und die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich BIZ haben sich mittlerweile in einer offiziellen Arbeitsgruppe zur Einführung von digitalem Zentralbankgeld zusammengeschlossen. Bei der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich wird das Projekt geleitet vom ehemaligen EZB-Direkter Benoit Coeure. Interessanterweise hat der französischer Wirtschaftswissenschaftler Coeure vor nicht allzu langer Zeit das Projekt Diem von Facebook – dahinter steht die Einführung einer eigenen Kryptowährung - als Weckruf für die Zentralbanken bezeichnet.

Die „Bargeld-Branche“ kämpft mittlerweile um ihre Existenz

Vor kurzem habe ich eine sehr interessante Pressemitteilung gelesen mit der Überschrift „War on Cash 2.0 - Anbieter elektronischer Zahlungsmittel nutzen die Corona-Krise aus“. Herausgeber dieser Medieninformation war bezeichnenderweise die Bundesvereinigung Deutscher Geld- und Wertdienste. Die Lobbyisten der BDGW haben sogar eine Initiative mit dem Titel “Stoppt die Bargeldverdrängung!“ ins Leben gerufen. Darin verweisen Sie beispielsweise auf Studien, dass vom Bargeld kein erhöhtes Infektionsrisiko ausgeht und dass bargeldloses Bezahlen nicht vor der Infektion beim Einkaufen schützt.

Ebenso wird die Hypothese aufgestellt, dass die Abkehr vom Bargeld die gesundheitlich gefährdeten Bevölkerungsgruppen besonders hart treffen würde, da ärmere und ältere Menschen (fast) ausschließlich auf Bargeld angewiesen wären.  Das kontaktlose und bargeldlose Bezahlen würde die Bevölkerung auch einem höheren Betrugsrisiko aussetzen. Abschließend behauptet die BDGW, dass das Bargeld das krisensicherste Zahlungsmittel ist und bleibt.

Was für ein irrationaler, rückständiger Unsinn!

Positive Renditen statt straf- und negativverzinste Bankkonten!

Von den Banken in Deutschland kommen aktuell eine Vielzahl an negativen Meldungen. Es steht außer Frage, dass die EZB-Negativzinspolitik die Banken vor große Probleme stellt. Verstärkt werden diese noch zusätzlich durch neue Anbieter, die im Zuge der voranschreitenden Digitalisierung in die Märkte eintreten und durch massiv ansteigende Kreditrisiken, aufgrund der Corona-Maßnahmen für die Wirtschaft. Privat- und Unternehmensinsolvenzen werden explodieren!

Jede fünfte deutsche Bank verlangt bereits Strafzinsen, die meist beschönigend als sogenannte „Verwahrentgelte“ umschrieben werden. Banken nehmen also eine Gebühr für die Verwahrung von Giralgeld. Die Situation verschärft sich dabei weiter: Laut aktuellen EZB-Daten ist der durchschnittliche Zinssatz für Sparer mit -0.01 Prozent jetzt erstmals ins Negative gefallen. Die Situation für Unternehmen hat sich sogar noch weit mehr verschlechtert, mit -0,42 Prozent Durchschnittszinsen.

Deutschland transformiert von den Barzahlern zu den Kartenzahlern!

Die Bevölkerung ist durch die anhaltende Tiefzinsphase frustriert, wie die jüngste EZB-Umfrage zeigt. Dieser Banken-Frust wird weiter zunehmen, nicht nur wegen der Negativzinsen. Zahlreiche Banken halte mittlerweile in immer mehr Bereichen die Hand auf, gegenüber ihren Kunden, selbst für Adressänderungen berechnen manche Banken schon Gebühren. Eine Auswertung des Verbraucherportals „Biallo“ zeigt, dass Hunderte Volksbanken und Sparkassen jetzt auf einmal eine Gebühr für die Bezahlung mit Giro- oder Kreditkarte verlangen.

Das hat massive Auswirkungen, weil immer mehr Kunden Kartenzahlungen nutzen. Im Dezember 2020 wurden laut aktuellen Zahlen der Deutschen Kreditwirtschaft über 60 Prozent aller girocard-Transaktionen kontaktlos getätigt. Über das ganze Jahr hinweg betrachtet lag der Anteil bei knapp über 50 Prozent - das entspricht im Vergleich zu 2019 einer Verdoppelung. Verantwortlich für diesen Nutzungs-Schub ist die Corona-Krise.

Fazit: Kontrollieren Sie Ihre bestehenden Banken – Integrieren Sie neue Challenger Banken!

Meine Erfahrung ist, dass Banken ihre Kunden über Gebührenerhöhungen oder die Einführung neuer Zusatzgebühren teilweise sehr intransparent und somit unzureichend informieren. Ich empfehle Ihnen, dass Sie Ihre Kontoauszüge verstärkt einer Kontrolle mit Bezug auf ansteigende oder neue Bankgebühren unterziehen, so dass Sie frühzeitig eingreifen können. Ich selbst nutze kaum noch Bargeld und bin ein großer Freund bargeldloser Zahlungsmethoden. Ich setze überwiegend auf Mobile Payments, das heißt meine Bank und mein Geldautomat ist längst mein Smartphone oder auch meine Smartwatch, in die ich all meine Kreditkarten integriert habe.

Ich setzte dabei überwiegend auf innovative Challenger Banken aus dem In- und Ausland. Dazu zählen beispielsweise auch meine Kryptowährungskarten oder Karten, über die ich Zugriff auf meine Edelmetalle habe, so dass ich auch diese Werte für Zahlungen im Alltag verwenden kann.

Die Maxime der Stunde: Positionieren Sie sich jetzt für die digitale Zukunft!

Wäre ich Geldtransport-Unternehmer oder Sicherheitsdienstleister für Bargeld, würde ich vermutlich ähnlich argumentieren und ideologische Gründe bemühen, um meine nackte Existenz zu sichern. Das wird aber nichts nützen, der Digitalisierung und Tokenisierung unseres Geldes gehört die Zukunft. Berichte der BIZ belegen, dass die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich derzeit an einem digitalen Euro sowie 16 weiteren, offiziellen Kryptowährungen arbeitet.

Meine Empfehlung: Kombinieren Sie das beste aus 2 Welten!

Positionieren auch Sie sich jetzt in diesen Bereichen der Geldsysteme der Zukunft und kombinieren Sie die Welt der innovativen Digitalisierung mit der Welt des konservativen Kapitalschutzes.

Systemvorteile: Die 2 besten Länder Europas!

Großbritannien steht nach dem Brexit isoliert da in Bezug auf europäische Wirtschafts-, Handels- und Reiseabkommen. Das Land ist nach seinem Austritt aus der Europäischen Union jetzt weder Mitglied des Europäischen Wirtschaftsraums noch der Europäischen Zollunion. Gleiches gilt für den Schengen-Raum, der größten visumfreien Zone der Welt. Das zeigt die nachfolgende Statista-Grafik auf Basis eigener Recherchen. Die Folgen sind für das Land jetzt schon spürbar.

Unter anderem gibt es erhebliche Störungen im Warentransport von EU-Mitgliedsstaaten nach Großbritannien und umgekehrt. Viele britische Firmen müssen sich neu aufstellen oder das Geschäft über den Ärmelkanal ganz aufgeben. Die vielen kleinen Einbußen summieren sich zu einem volkswirtschaftlichen Schaden, der das Land laut der Bank of England langfristig vier Prozentpunkte Wachstum kosten könnte.

Liechtenstein und Norwegen haben den Status, den Großbritannien gerne hätte!

Ein von der British Foreign Policy Group - einem unabhängigen Think Tank - veröffentlichter Bericht hat ergeben, dass die Mehrheit der Menschen im Vereinigten Königreich über den Verlauf des Brexit unglücklich ist. Die Untersuchung ergab, dass die Befragten im Hinblick auf die künftige politische und wirtschaftliche Ausrichtung des Landes gespalten sind. 27 Prozent streben eine engere Beziehung zu Europa an, um der Europäischen Union später wieder beizutreten. 22 Prozent wünschen sich eine engere Beziehung, wollen aber außerhalb der EU bleiben und 12 Prozent geben an, dass das Land eine noch größere Unabhängigkeit von Europa anstreben sollte.

In Europa gibt es drei Länder, die den grundlegenden Status den Großbritannien gerne hätte in seinen Beiziehungen zur EU, seit langem haben. Nämlich die unbestrittenen Vorteile des europäischen Binnenmarktes der EU nutzen zu können, ohne die Nachteile tragen zu müssen. Hierzu zählen beispielsweise die Auswirkungen der Euro-Haftungssysteme und der damit verbundenen Umverteilungs-Funktionen, bespielsweise über den europäischen Stabilitätsmechanismus ESM. Diese drei Länder sind die Republik Island, das Königreich Norwegen und das Fürstentum Liechtenstein. Diese Staaten sind keine EU-Mitglieder, aber Mitglied im Europäischen Wirtschaftsraum EWR. Daher können auch Sie die Standortvorteile beider Länder rechtssicher nutzen.

Systembausteine für Ihren Kapitalschutz: Fürstentum Liechtenstein und Königreich Norwegen!

Hier bietet sich allen voran das Fürstentum Liechtenstein, aber auch das Königreich Norwegen perfekt an. Weiterführende Informationen hierzu finden Sie in meinem Wirtschaftsdienst Kapitalschutz-Vertraulich.

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7 Corona-Effekte!

(05.02.21) Die Unternehmensschulden steigen während der Corona-Pandemie in vielen Ländern deutlich. Das zeigt die nachfolgende Statista-Grafik auf Basis von Daten der Bank for International Settlements. Die Daten reichen derzeit nur bis ins zweite Quartal 2020, aber schon hier zeigt sich der negative Trend deutlich. Auffällig dabei ist, dass die Schulden insbesondere in den Ländern am stärksten zunehmen, in denen die Unternehmensschulden bereits vor der Krise auf einem besonders hohen Niveau waren.

In Deutschland fällt der Anstieg mit 3,6 Prozentpunkten vergleichsweise moderat aus. Der allgemein sehr hohe Schuldenstand in Frankreich resultiert daraus, dass viele große Unternehmen aufgrund der aktuellen Niedrigzinsen viele Kredite aufnehmen. Medienberichten zufolge wurden sie teilweise zu höherer Verschuldung gezwungen, weil die Gewinnmargen längere Zeit wegen schwachen Wachstums sowie hoher Steuern und Sozialabgaben sanken.

Schwellenländer wie Indien und Indonesien sind relativ solide!

Auch in China sind die Unternehmensschulden hoch, seit 2007 sind sie deutlich angestiegen. Angesichts des großen BIP-Wachstums erscheint diese Entwicklung umso bedrohlicher. Die sehr hohe Verschuldung engt den Handlungsspielraum der chinesischen Unternehmen in der gegenwärtigen Krise ein. Gleichwohl will Chinas Regierung Banken dazu verpflichten, Unternehmen noch mehr günstige Kredite zu vergeben – was zum einen deren Verschuldung weiter antreiben könnte und zum anderen den Bestand an Problemkrediten in den Büchern der Banken erhöhen könnte. Beobachter sehen daher die Stabilität des chinesischen Bankensystems in Gefahr.

In Schwellenländern wie Indien, Brasilien oder Indonesien sind die Unternehmensschulden auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau, sie haben in den letzten in den vergangenen Jahren laut Daten der BIS auch nicht signifikant zugenommen.

 

Nun der Blick auf bereits belegbare Corona-Effekte:

Corona-Effekt 1: Die Sparquoten explodieren

Die Coronavirus-Pandemie hat dazu geführt, dass die Bürger in Deutschland aus Sorge vor der Zukunft ihre Sparquote auf rund 17% massiv erhöht haben. Dadurch dürften nach aktuellen Berechnungen der DZ Bank die Geldvermögen der privaten Haushalte im Jahr 2020 um 393 Milliarden Euro angestiegen sein, auf einen Rekordwert von 7,1 Billionen Euro. Gleichzeitig hat sich der Staat durch neue Gesetze, Regulierungen und Verordnungen eine Machtfülle gesichert, wie er diese in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland noch nie hatte.

Bei einem Scheitern dieses Experiments der Staatswirtschaft wird die große Entwertung der Geldvermögen und die Umverteilung von Kapitalvermögen die schmerzhafte Folge für Steuerzahler und Vermögensinhaber sein.

Innerhalb von nur 12 Monaten haben knapp 200 Banken Verwahrentgelte für Privatkunden eingeführt und die Zahl der Institute, die Negativzinsen im Privatkundenbereich erheben, hat sich damit bis Dezember 2020 auf 260 erhöht. Gleichzeitig sinken die Frei-beträge, die von diesem Verwahrentgelt ausgenommen sind, vielfach auf 10.000 EUR und betreffen damit längst nicht nur noch sehr wohlhabende Kunden.

Fazit: Vor diesen negativen Rahmenbedingungen für Bargelder, Spar-, Sicht- und Termineinlagen muss die Maxime der Stunde sein: Investieren statt sparen!

Corona-Effekt 2: Die Altersvorsorge leidet!

Die wirtschaftlichen Unsicherheiten, die zum Beispiel durch Kurzarbeit oder Einnahmeausfall bei Selbstständigen während der Pandemie im vergangenen Jahr entstanden sind, schlagen sich offenkundig auch in den Planungen zur Altersvorsorge nieder. Dafür liefert der jüngste DIA-Deutschland-Trend Vorsorge, der zum Ende eines jeden Jahres ermittelt wird, ein Indiz. So ist zwar der Anteil der Deutschen, die ihre Altersvorsorge insgesamt für nicht ausreichend halten, mit etwas über 70 Prozent annähernd gleich hoch geblieben gegenüber dem Vorjahr. Aber die Bereitschaft beziehungsweise Fähigkeit, daran etwas zu ändern, hat sprunghaft abgenommen.

47 Prozent der Deutschen gehen davon aus, dass die künftigen Ansprüche aus der gesetzlichen Rente, betrieblichen Altersversorgung und privaten Vorsorge zusammengenommen keine ausreichende Absicherung für das Alter ergeben, planen aber dennoch in den nächsten zwölf Monaten nichts, um die vorhandene Vorsorge auszubauen. Das sind deutlich mehr als im Vorjahr (39 Prozent).

In ähnlicher Größenordnung verringerte sich gleichzeitig der Anteil jener, die auch von einer unzureichenden Vorsorge ausgehen, aber dagegen in den kommenden zwölf Monaten etwas unternehmen möchten. Nach 32 Prozent 2019 waren das im vergangenen Jahr nur noch 25 Prozent. Zwar wurden in der Erhebung nicht die Gründe erfragt, warum trotz Bedenken nichts zur Verbesserung der finanziellen Situation im Alter unternommen wird, aber der markante Anstieg 2020 lässt auf außerordentliche Einflüsse schließen. Diese sind wahrscheinlich in den Belastungen durch die Pandemie zu suchen.

Anteil der wissentlich Untätigen steigt

Damit verstärken sich zugleich einige Trends, die schon länger zu beobachten sind. So nimmt der Anteil der Bürger, die ihre Vorsorge für ausreichend halten, seit einiger Zeit stetig ab. Inzwischen gehen nur noch 28 Prozent davon aus. 2017 waren es immerhin noch 36 Prozent. Vor vier Jahren überwog auch noch die Zahl jener, die gegen eine unzureichende Vorsorge etwas unternehmen wollten (35 Prozent) gegenüber den wissentlich Untätigen (30 Prozent). Dieses Verhältnis hat sich radikal umgekehrt. Immer mehr Bürger rechnen damit, dass im Alter das Geld wohl nicht reichen wird. Aber sie können oder wollen keine Abhilfe schaffen.

Fazit: Verlassen Sie sich nicht auf den Staat, nehmen Sie Ihre Altersvorsorge jetzt verstärkt selbst in die Hand!

Corona-Effekt 3: Deutsche Bürger sparen sich arm!

Die Fondsgesellschaft Union Investment hat aktuell eine ebenso interessante wie bezeichnende Studie veröffentlicht mit Bezug auf Deutschlands Bürger als die ultimativen Sparweltmeister. Die Deutschen machen ihrem Ruf als Sparweltmeister nämlich alle Ehre: das Gesamtfinanzvermögen hat hierzulande während der letzten zehn Jahre um 44% auf knapp 6.400 Milliarden Euro zugenommen. Der Anteil von Bargeld, Sichteinlagen und Zinsprodukten - also Termin- und Spareinlagen sowie kapitalbildende Versicherungspolicen - verzeichnete in diesem Zeitraum mit einer Zunahme von 50% sogar ein noch stärkeres Wachstum.

Geht man bis ins Jahr 2000 zurück, haben weder das Platzen der Dotcom-Blase, noch die Finanz- und Eurokrise oder Nullzinsen dem Spareifer der Deutschen etwas anhaben können: das Finanzvermögen der deutschen Privathaushalte hat sich trotz dieser Krisen in den vergangenen 20 Jahren mit einem Plus von 95% nahezu verdoppelt. Die Unsicherheit im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie hat die Sparquote im vergangenen Jahr sogar noch einmal drastisch nach oben schnellen lassen.

Corona-Effekt 4: Die Zahlungsmoral bricht ein

0,5 Prozent der Unternehmen in Deutschland zahlten im Dezember die Rechnungen nicht oder nur verspätet. Der durchschnittliche Zahlungsverzug dieser Unternehmen erreichte mit 35,5 Tage im Dezember einen neuen Höchstwert im Jahr 2020. Dies zeigen Daten des Informationsdienstleisters CRIFBÜRGEL, der für die Analyse das Zahlungsverhalten von circa 450.000 Unternehmen analysiert hat.

Entwicklung des Zahlungsverhaltens im Jahr 2020

Die Entwicklung des Zahlungsverhaltens der Unternehmen in Deutschland zeigt, dass zwar der Anteil der Firmen, die ihre Rechnungen verspätet oder nicht zahlen, von 13,1 Prozent im Januar 2020 auf 10,5 Prozent im Dezember 2020 gesunken ist. Auf der anderen Seite werden aber überfällige Rechnungen in Deutschland derzeit mit einem Verzug von durchschnittlich 35,5 Tagen bezahlt. Im Januar 2020 lag der durchschnittliche Zahlungsverzug noch bei 26,4 Tagen.

Unternehmen, denen es wirtschaftlich noch gut geht, haben eine hohe Zahlungswilligkeit und wollen unter keinen Umständen in Verzug geraten. Rund 10 Prozent der Unternehmen haben so starke finanzielle Probleme, dass die Zahlungsfähigkeit eingeschränkt ist. Wenn diese Unternehmen ihre Rechnungen bezahlen, dann nur mit einem deutlichen Zahlungsverzug, das sind die bedenklichen, aktuellen Entwicklungen.

Zahlungsverzug führt zu Liquiditätsmangel und Insolvenzrisiken

In der Praxis bedeuten die Zahlen, dass beispielsweise 10 von 100 B2B-Kunden (Geschäftskunden) derzeit nicht oder nur mit einer massiven Verspätung die Rechnungen begleichen. Dieser Zahlungsverzug geht oft zu Lasten der mittelständischen und kleingewerblichen Betriebe, denn Liquiditätsmangel, z.B. ausgelöst durch verspätet oder nicht bezahlte Rechnungen, gilt als eine der häufigsten Insolvenzursachen. Zudem bedeutet eine durch den Kunden oder Auftraggeber nicht oder zu spät gezahlte Rechnung höheren Verwaltungsaufwand und zusätzliche Kosten.

Im schlimmsten Fall entwickelt sich ein Teufelskreis, da Unternehmen durch verspätet gezahlte Rechnungen länger als geplant auf eigene Investments verzichten müssen oder Bestellungen nicht bedienen können. Kleine Unternehmen können bei zögerlichem Zahlungsverhalten ihrer Kunden dadurch selbst in die wirtschaftliche Schieflage geraten.

Unternehmen in Berlin mit dem stärksten Zahlungsverzug

Beim durchschnittlichen Zahlungsverzug der Firmen zeigen sich deutliche regionale Unterschiede. Am stärksten überziehen Unternehmen in Berlin die Zahlungsziele - im Schnitt um 68,4 Tage. Auch in Brandenburg (durchschnittliche Verspätung 56,8 Tage) und in Rheinland-Pfalz (48,7 Tage) zahlen Unternehmen die Rechnungen mit einem starken Verzug. Am besten stellt sich die Situation in Thüringen dar. Unternehmen im Freistaat zahlen im Durchschnitt mit 19,6 Tagen Verspätung.

Die Zahlungsmoral im Gastgewerbe sowie in der Kunst und der Unterhaltung bricht ein

In der Kultur-, Unterhaltungs- und Freizeitbranche zeigt sich derzeit die schlechteste Zahlungsmoral. Rechnungen von Unternehmen in dieser Branche werden derzeit mit einer Verspätung von 77,6 Tagen Verspätung bezahlt (Januar 2020: 32,8 Tage). Zudem stieg hier der Anteil der Unternehmen, die nicht oder nur zu spät zahlen, von 11,5 Prozent im Januar auf 17,2 Prozent im Dezember.

Aber auch die Zahlungsmoral im Gastgewerbe ist stark eingebrochen. Wurden im Januar Rechnungen im Durchschnitt mit 33,5 Tagen Verspätung bezahlt, sind es aktuell bereits 59,4 Tage. Besser sieht es beim verarbeitenden Gewerbe aus. Während Rechnungen im Januar mit 17,3 Tagen Verspätung gezahlt wurden, sind es aktuell 22,9 Tage.

Mehr als jedes vierte Berliner Unternehmen zahlt nicht oder verspätet

In Berlin ist die Quote der Nicht- und Spätzahler unter den Unternehmen mit 26,1 Prozent am höchsten. Auch in Hamburg ist die Quote mit 17,1 Prozent höher als der Bundesdurchschnitt (10,5 Prozent). Am besten ist die Zahlungsmoral derzeit in Thüringen - hier zahlen nur 6,5 Prozent der Unternehmen die Rechnungen nicht oder verspätet.

Corona-Effekt 5: Die Pandemie führt zur Deglobalisierung und Staatswirtschaft

Die Welt verändert sich diesbezüglich mit einer noch nie dagewesenen Dynamik. Gleiches gilt für die politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen. Das hat aber auch dazu geführt, dass sowohl bei langjährigen als auch bei neuen Lesern von Kapitalschutz vertraulich ein Thema derzeit ganz oben auf der Interessensliste steht: Die Eröffnung bzw. Führung eines Kontos im Ausland fern der Europäischen Union.

Der Datenhunger und die Zugriffsmöglichkeiten des Staates steigen immer weiter. Dazu zählen das Kontenabrufverfahren, der Automatische Informationsaustausch (AIA), die Zahlungsdienstrichtlinie PSD2, die Geldwäschegesetze und weitere EU-Gesetze wie die EU-Bankenunion (EDIS) mit ihrem Sanierungs- und Abwicklungsgesetz (SAG), das letztlich eine Haftungsgemeinschaft und Umverteilungsunion für alle EU-Banken schafft.

Fazit: Auslandskonten sind vor diesem Hintergrund zwar kein Allheilmittel, sie erhöhen allerdings Ihre Privatsphäre und finanzielle Flexibilität signifikant. Außerdem schützen sie Sie vor einer direkten Mithaftung über die Bankenunion, wenn es zu einer Schieflage im EU-Bankensystem kommen sollte. Nutzen Sie diese Schutzfunktionen über Banken in der Schweiz, dem Fürstentum Liechtenstein, Norwegen oder Kanada.

Corona-Effekt 6: Die Risikowelt muss neu bewertet werden!

Perspektivwechsel bei der Risikobetrachtung: Für 82% der Unternehmen gehörten vor COVID-19 eine Pandemie oder andere größere Gesundheitskrisen nicht zu den TOP 10-Risiken. 31% hatten keine Vorsorge für eine Pandemie getroffen. Dies ist eines der Ergebnisse einer aktuellen, internationalen Aon-Umfrage mit dem Titel „Reprioritizing Risk and Resilience for a Post-COVID-19-Future“. Die Studie des Beratungs- und Dienstleistungsunternehmens zeigt: Unternehmen müssen sich auf drastisch veränderte Risiken einstellen und das Risikomanagement weiterentwickeln, um Widerstandsfähigkeit und Agilität aufzubauen.

Die COVID-19-Pandemie hat die Einschätzung von langwierigen und neu auftretenden Risiken durch Unternehmen fundamental verändert. In einer von Aon im Vorjahr (2019) durchgeführten globalen Umfrage unter mehr als 3.000 Risikomanagern lagen eine Pandemie und andere Gesundheitskrisen noch auf Platz 60 von 69 identifizierten Risiken. Entsprechend fiel es jetzt vielen Betrieben schwer, schnell zu reagieren und Notfallpläne umzusetzen. Die Studie von Aon legt nahe, dass viele Unternehmen ihrem Risikomanagement einen Reset verordnen müssen.

Risikomanagement sichert die Zukunfsfähigkeit

Für Unternehmen geht es jetzt darum, sich wirkungsvoll in eine zukunftsfähigere Position zu bringen. Priorität dabei haben laut der Studie von Aon vor allem drei Bereiche:

1. Der klare Blick auf langwierige und neu auftretende Risiken

2. Der Aufbau einer widerstandsfähigeren Belegschaft

3. Den Zugang zu Kapital zu überdenken

Unternehmen brauchen neue, nachhaltige und flexible Lösungen, um sich in einem immer komplexeren und volatileren Umfeld zu behaupten – übrigens nicht nur bestimmt durch Pandemien, sondern ebenso durch Entwicklungen wie zum Beispiel Cyberrisiken, aber auch durch Klimawandel und den Einfluss geopolitischer Veränderungen auf Supply Chain Ketten. Dabei übernehmen Risikomanager eine zentrale Rolle: Das Risikomanagement hat für ein Unternehmen eine geradezu strategische Bedeutung. Es trägt dazu bei, seine Resilienz zu stärken und damit Zukunftsfähigkeit zu sichern.

Die Mehrheit der Unternehmen geht von langfristig nachwirkenden Corona-Folgen aus

Mehr als die Hälfte der Unternehmen geht übrigens davon aus, dass die Folgen der Pandemie noch länger als ein Jahr andauern werden. Viele Unternehmenslenker überlegen, wie sie in den Aufbau einer größeren Widerstandsfähigkeit und Agilität investieren sollen. Schwerpunkte sind dabei der Einsatz neuer Technologien, die Widerstandskraft von Mitarbeitern und der Schutz von Vermögenswerten. Es herrscht beim weitaus größten Teil der befragten Unternehmen (80%) Übereinstimmung darüber, dass die wichtigste Lehre, die man aus der Pandemie mitnehmen kann, die Notwendigkeit eines integrierten, agileren, unternehmensweiten Risikoansatzes ist.

Dabei sollten alle Bereiche in einem Unternehmen eingebunden sein – wie zum Beispiel IT, Risikomanagement, Versicherung, HR, Finanzen, Recht, Kommunikation –um Krisen bestmöglich zu bewältigen. Betrachtet man die Regionen im Vergleich, so zeigt die Aon-Studie Unternehmen im asiatisch-pazifischen Raum als besser gewappnet: 52% von ihnen konnten auf bestehende Pandemiepläne zugreifen – geprägt durch Erfahrungen wie SARS und Schweinegrippe. In Nordamerika waren es nur 31% und in EMEA-Staaten 30%. Der Schutz von Menschen und Anlagen hatte über alle Branchen und Regionen hinweg höchste Priorität.

Corona-Effekt 7: Die Pandemie ist ein Mega-Treibsatz für die Digitalisierung

Hierzu verweise ich auf unser Themen-Portal: KRYPTO-X.BIZ

Dauer-Effekt: Stichtagsbezogene Kursprognosen sind Kaffeesatzleserei

In den letzten Wochen wurden alljährlich zum Jahreswechsel die gewohnten Zukunftsprognosen abgegeben, mit mehr oder weniger konkreten Kursvorhersagen für die unterschiedlichsten Anlageklassen. Für mich ist das in Zeiten von Corona noch mehr Kaffeesatzleserei als in den Jahren zuvor. Ein reines raten mit Zahlen. Dennoch treffe auch ich strategische Prognosen:

Beispielsweise das die Weltverschuldung weiter exorbitant ansteigen und die Kaufkraft unseres Geldes deswegen weiter schwinden wird. Ebenso bin ich davon überzeugt, dass die Digitalisierung die Globalisierung abgelöst hat. Deswegen empfehle ich Ihnen in diesen Segmenten regelmäßig Mittel und Wege, diese Entwicklungen aktiv zu nutzen.

Mehr Hintergründe unter: www.markus-miller.com


Die Welt im Jahr 2024!

(27.07.20) Der Bundeshaushalt hat sich vorerst von ihr verabschiedet, aber bei den eigenen Finanzen gilt die "schwarze Null" den Deutschen weiterhin als erstrebenswert: Grundsätzlich sehen sie das Schuldenmachen skeptisch. Aber vielen Verbrauchern ist gar nicht klar, dass es sich bei der einen oder anderen Bezahlform überhaupt um Schulden handelt.

Die Deutschen mögen keine Schulden

In einer repräsentativen Umfrage wurden Verbraucher in 13 europäischen Ländern zu ihren Einstellungen und ihrem Verhalten rund um das Thema Schulden (ohne Hypothekenschulden) befragt. Dabei zeigte sich, dass verschiedene Aspekte von Schulden in Deutschland kritischer gesehen werden als anderswo. Umgekehrt sind Konsumenten hierzulande aber stärker als in anderen europäischen Ländern der Auffassung, dass es sich bei diversen kreditbasierten Zahlungsmethoden wie beispielsweise der Verwendung von Kreditkarten gar nicht um Schulden handelt. Weitere Ergebnisse der Umfrage:

Der "klassische" Kredit von einer Bank oder öffentlichen Institution ist die am weitesten verbreitete Art von Schulden. Europaweit nutzen rund 31 Prozent der Befragten ein solches Finanzprodukt (Deutschland: 23 Prozent). An zweiter Stelle steht mit 21 (17) Prozent der Überziehungskredit auf dem Girokonto. Deutsche Verbraucher sind insgesamt überdurchschnittlich zufrieden mit ihrer Schuldensituation. 65 Prozent (europaweit: 55 Prozent) geben an, dass sie sich mit dem Stand ihrer Schulden in einer komfortablen finanziellen Lage befinden oder das sogar noch mit einem höheren Schuldenstand der Fall wäre.

Auch den disziplinierten Deutschen geht ab und zu das Geld am Monatsende aus. 48 Prozent der Befragten hierzulande passiert das "manchmal", "üblicherweise" oder "immer", leicht unter dem europäischen Durchschnitt von 52 Prozent. Immerhin 28 Prozent der Deutschen (europaweit: 23 Prozent) geben aber auch an, dass das bei ihnen nie vorkommt. Dieser Wert liegt vor allem in süd- und osteuropäischen Ländern niedriger.

Fazit: Grundlegend gilt es den Blick nicht nur auf die nationale oder regionale Gegenwart der Schulden und somit der Risiken zu richten, sondern auf die globalen bzw. geopolitischen Entwicklungen, im Hinblick auf die Chancen für Ihr Geld.

Die Welt im Jahr 2024: Wirtschaftsmacht Asien!

Asiatische Länder werden 2024 die oberen Ränge des Weltwirtschaftsrankings einnehmen – das prognostizieren die Experten der World Bank und des IMF. Mit Indien und Indonesien werden sich neben China und Japan noch zwei weitere asiatische Länder in die Top fünf der größten Ökonomien einreihen. Folglich werden vor allem europäische Länder im Ranking fallen, wie die nachfolgende Statista-Grafik zeigt.

Der Demografische Wandel wird für die westliche Welt zur großen Herausforderung

Chinas Bruttoinlandsprodukt wächst seit den 1990ern steil an – selbst während der aktuellen Corona-Krise meldet die Volksrepublik nach kurzem Einbruch wieder ein rasantes Wirtschaftswachstum. Zudem tragen Chinas multinationale Konzerne wie Huawei und Alibaba zur starken Wirtschaft bei. Laut Angaben des World Economic Forum ist das Wachstumspotenzial in den Südostasiatischen Staaten groß - sie erwarten in den nächsten Jahren eine deutliche Vergrößerung des Arbeitsmarktes in Indonesien, Malaysia und den Philippinen.

Europäische Volkswirtschaften leiden vor allem am demographischen Wandel. Die alternde Gesellschaft belastet die Sozialkassen und schmälert die Arbeitskraft auf dem Markt. Aus diesen Gründen ist beispielsweise Deutschland in vier Jahren nur noch die siebtgrößte Volkswirtschaft weltweit.

Fazit: Für Sie als Privatanleger bedeuten diese Rahmenbedingungen und Herausforderungen: Globalisieren und Digitalisieren Sie Ihre Vermögenswerte! Diese Maxime vernachlässigen zu viele Deutsche bzw. Europäer, wie die nachfolgenden Zahlen belegen.

Deutsche sitzen auf einem Berg von Geld!

Die Deutschen halten mehr Geld als je zuvor auf dem Girokonto. Mit mehr als einer Billion Euro erreicht das Girovolumen im April 2020 hierzulande ein historisches Rekordhoch und hat sich damit seit dem Jahr 2013 verdoppelt. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuell erschienene Analyse des Fintech-Unternehmens Deposit Solutions. Mindestens 42 Prozent des Gesamt-Geldvolumens auf deutschen Konten – über 14.000 Euro pro Bundesbürger – bleiben damit unverzinst.

Ein großer Teil der Ersparnisse der Deutschen bleibt somit unverzinst auf dem Girokonto liegen, statt zinsbringend auf Tages- oder Festgeldkonten angelegt zu werden. Damit entgehen den Sparern Jahr für Jahr Erträge – auch in Zeiten von Niedrigzinsen oder gar Negativzinsen. Klar im Vorteil sind Kunden, deren Bank es ihnen ermöglicht, höher verzinste Tages- und Festgeldprodukte anderer Institute ganz einfach über das bestehende Konto zu nutzen. In Deutschland bieten unter anderem Institute wie Deutsche Bank, Hamburger Sparkasse und zahlreiche genossenschaftliche Banken ihren Kunden eine solche Lösung an.

Heterogener Einlagenmarkt zum Nachteil von Banken und Sparern

Im europäischen Vergleich liegt Deutschland mit seinem Giro-Anteil im Mittelfeld. Während Niederländer und Franzosen mit 17 bzw. 33 Prozent wesentlich weniger Geld auf Girokonten halten, ist der Giroanteil in Italien und Spanien mit 67 bzw. 80 Prozent am höchsten. Auch bei der Nutzung von Sicht- gegenüber Termineinlagen lassen sich zwei Lager in Europa unterscheiden: Deutsche, Italiener und Briten tendieren dazu, ihr Geld flexibel auf Giro- oder Tagesgeldkonten zu halten.

Nur rund ein Drittel ihres Geldes liegt an Fristen gebunden auf Festgeld- oder Sparkonten. Franzosen dagegen legen zwei Drittel ihres Geldes fest an und halten nur ein Drittel flexibel abrufbar auf Giro- oder Tagesgeldkonten. Die Analyse von Deposit Solutions zeigt, dass die Verteilung der Ersparnisse zwischen verzinslichen und unverzinslichen Konten in den einzelnen Ländern stabil bleibt, im Vergleich von Land zu Land jedoch stark variiert. Unterschiedliche Sparpräferenzen wirken sich dabei auch auf die Einlagenfinanzierung der Banken in Europa aus.

Für Banken aus Ländern, in denen die Menschen nicht von sich aus auf Sparkonten setzen, ist die Finanzierung über Einlagen teurer als sie sein müsste. Um diese Herausforderung zu lösen, treibt Deposit Solutions die Entwicklung hin zu einem europäischen Einlagenmarkt weiter voran – damit Banken Kundeneinlagen über Ländergrenzen hinweg einsammeln und Sparer über ihre heimische Hausbank europaweit Zinsangebote nutzen können. Als neue Infrastruktur für einen offenen Einlagenmarkt verbindet die Plattform schon heute mehr als 150 Banken aus 20 europäischen Ländern.

Fazit: Meine favorisierten Banken im Bereich von Tagesgeld- und Festgeldkonten kommen dabei aus dem Königreich Norwegen.

Generation Rentenangst: Deutsche um 40 Jahre!

zwei Meldungen zur Rente sorgen derzeit für Schlagzeilen: Seit Anfang des Monats bekommen die Ruheständler in Deutschland mehr Geld, und der Bundesfinanzhof könnte noch in diesem Jahr die Steuerpflicht für Rentner kippen. Gute Nachrichten für die ängstlichen Deutschen: Denn mehr als die Hälfte der Bundesbürger im erwerbsfähigen Alter glaubt, im Rentenalter Abstriche machen zu müssen.

Das ergab eine Umfrage des digitalen Versicherungsmanagers CLARK zusammen mit dem Befragungsinstitut YouGov. Besonders pessimistisch blicken Menschen zwischen 35 und 44 Jahren in die Zukunft: Jede/r zweite Befragte dieser Altersgruppe fürchtet, über den Renteneintritt hinaus arbeiten zu müssen.

Besonders alarmierend: Über alle Altersgruppen hinweg hält es jede/r vierte Befragte für wahrscheinlich, dass das Rentensystem in Deutschland zusammenbricht. Vor allem die 35- bis 44-Jährigen sowie die 25- bis 34-Jährigen gehen von dieser Prognose aus: In diesen Altersgruppen glauben mehr als vier von zehn Befragten, dass der Staat ihnen später keine Rente mehr zahlen kann. Zum Vergleich: Menschen über 55 gehen mehrheitlich davon aus, eine Rente zu erhalten (56 Prozent).

Private Vorsorge mit Luft nach oben

Trotz dieser Ängste planen die Deutschen ihre Altersvorsorge nur zögerlich: Durchschnittlich jeder fünfte Befragte der CLARK-Studie gibt an, sich noch nicht um seine Altersvorsorge gekümmert zu haben. Immerhin: Ebenso viele Befragte verfügen über eine betriebliche Altersvorsorge. Rund ein Drittel der Befragten hat eine klassische private Rentenversicherung abgeschlossen.

Die Riester-Rente dagegen ist bei den Deutschen nicht besonders beliebt: Nur 18 Prozent der Befragten "riestern" noch. Die gesetzliche Rente reicht für viele nicht aus, um ihren gewohnten Lebensstandard zu halten. Eine frühzeitige Auseinandersetzung mit dem Thema Altersvorsorge hilft langfristig, den Lebensabend finanziell realistisch zu planen.

Junge Menschen träumen von Betongold statt Bitcoin

Der Immobilienboom der vergangenen Jahre hat offenbar dazu beigetragen, dass die Deutschen den Besitz einer Wohnung oder eines Hauses mit Blick auf das Alter als erstrebenswert erachten. Zwar nennen lediglich 16 Prozent eine Immobilie zur Altersvorsorge ihr Eigen. Aber 27 Prozent halten Immobilienbesitz für den besten Ansatz, um eine drohende Rentenlücke zu schließen.

Besonders die Jüngeren neigen zu dieser Einstellung: Bei rund einem Drittel aller Befragten zwischen 18 und 44 stehen Immobilien besonders hoch im Kurs. Auf den ersten Blick ist das Eigenheim ein guter Grundstein für die Absicherung im Alter. Aber aufgrund laufender Kosten, zum Beispiel für die Instandhaltung, und der Abhängigkeit vom Immobilienmarkt sollten sich Verbraucher im Alter nicht ausschließlich auf ihr Eigenheim verlassen. Es ist daher ratsam auf mehrere verschiedene Altersvorsorgeprodukte zu setzen.

Fazit: Hier bieten Ihnen Digitale Immobilien-Investments eine attraktive wie intelligente Alternative bzw. Ergänzung!

Apropos Kurs: Das vergleichsweise aggressive Marketing von Bitcoin-Anbietern prallt an den Deutschen bislang ab. Nur 2 Prozent der Befragten hält Bitcoin für ein geeignetes Instrument der Altersvorsorge so die Studie!

Fazit: Darin sehe ich persönlich gerade eine große Chance rund um Bitcoin, Cryptocoins, FinTech & Co.

Bedrohlicher Gender-Gap

Ein weiteres Ergebnis der Umfrage betrifft Unterschiede zwischen den Geschlechtern. 40 Prozent der Frauen können oder wollen keine Aussage darüber machen, wie sich Rentenlücken am besten schließen lassen. Bei den Männern sind es 28 Prozent. Ähnlich groß ist der Gender-Gap bei der Frage, ob nach Renteneintritt ein Job notwendig werden könnte: 39 Prozent der Frauen und 29 Prozent der Männer gehen davon aus.

Außerdem scheuen Frauen eher als Männer vor Vorsorgestrategien zurück, die potenziell mit höheren Risiken einhergehen. Halb so viele Frauen wie Männer nutzen für die Altersvorsorge beispielsweise Aktien (13 Prozent), fondsgebundene Rentenversicherungen (7 Prozent) oder ETFs (6 Prozent).

Mehr Hintergründe unter: www.markus-miller.com


Hört die Signale!

(07.02.20) Seit mehr als 70 Jahren hilft das Unternehmen Coface als einer der weltweit führenden Kreditversicherer Unternehmen dabei dauerhaft und nachhaltig zu wachsen und trägt damit seinen Teil zum globalen Wirtschaftswachstum bei. Nachfolgend die sehr interessante, aktuelle Analyse von Coface zu den geopolitischen Entwicklungen in der Welt:

Weltweit gibt es über 1.000 protektionistische Maßnahmen

Das Stillhalteabkommen zwischen den USA und China wird nicht ausreichen, um das Vertrauen der Unternehmen wiederherzustellen oder die Industrie und den Welthandel wesentlich anzukurbeln. Davon geht Coface-Chefökonom Julien Marcilly aus. Bei der Länderrisikokonferenz des Kreditversicherers Coface in Paris warnte Marcilly: Die Zunahme des Protektionismus ist ein globaler und dauerhafter Trend, an den sich die Unternehmen anpassen müssen. Denn nur 23 Prozent der zwischen 2017 und 2019 ergriffenen protektionistischen Maßnahmen betreffen direkt die USA und China. Insgesamt gab es nach Angaben von Coface 2019 weltweit mehr als 1.000 protektionistische Maßnahmen.

2019 ging der Welthandel zum ersten Mal seit 10 Jahren zurück und wird 2020 nur noch um 0,8 Prozent wachsen. Das globale Wirtschaftswachstum, das bereits im letzten Jahr aufgrund dieser Handelsunsicherheiten um 0,75 Prozentpunkte geschrumpft ist, wird sich in diesem Jahr voraussichtlich nicht erholen und 2,4 Prozent nach 2,5 Prozent 2019 betragen. Coface erwartet, dass die Unternehmensinsolvenzen in 80 Prozent der Länder, für die in diesem Jahr Prognosen veröffentlicht werden, zunehmen werden.

Darunter sind die USA (+ 3 Prozent), Großbritannien, wo seit dem Referendum vom Juni 2016 die Insolvenzen um 17 Prozent gestiegen sind (+ 3 Prozent), Deutschland (+2 Prozent) und Frankreich (+1 Prozent). Insgesamt rechnet Coface mit einem Anstieg der Insolvenzen weltweit um 2 Prozent, was dem Stand von 2019 entspricht.

Branchen: Metall leidet, Bau in guter Verfassung

Unsicherheiten im Zusammenhang mit dem protektionistischen Umfeld tragen auch zur Volatilität der Rohstoffpreise bei, insbesondere die Preise für Landwirtschaft, Metalle und Öl. Nach den Prognosemodellen von Coface werden die Stahlpreise in den nächsten sechs Monaten weiter sinken und die Unternehmen des Sektors benachteiligen, zumal das Wachstum in China, das die Hälfte der weltweiten Stahlnachfrage ausmacht, in diesem Jahr voraussichtlich nur 5,8 Prozent erreichen wird.

Daher hat Coface die Risikobewertung des Metallsektors in 5 Ländern, darunter die USA und Italien, herabgestuft. Darüber hinaus wird das anhaltend niedrige Ölpreisniveau trotz geopolitischer Unsicherheiten (durchschnittlich 60 US-Dollar pro Barrel Brent im Jahr 2020 nach 64 USD im Jahr 2019) einige verschuldete Produzenten, insbesondere in den Vereinigten Staaten, treffen.

Auf der positiven Seite profitiert der Bausektor von einer sehr expansiven Geldpolitik: In 4 Ländern, darunter Brasilien und die Türkei, wurde die Bewertung nach oben korrigiert. Insgesamt stufte Coface in diesem Quartal 22 Branchenbewertungen herab und 8 nach oben, was die deutlich gestiegenen Risiken für die Wirtschaft widerspiegelt.

In zahlreichen Ländern steigen die sozialen Risiken

Ende 2019 nahmen die Krisenherde der sozialen Spannungen auf der ganzen Welt mit unterschiedlicher Intensität zu. Dieser grundlegende Trend wurde durch den Anfang 2019 veröffentlichten Coface-Index für politische Risiken, der ein Allzeithoch erreichte, stark vorweggenommen. Dieser Indikator prognostiziert für das Jahr 2020 ein hohes soziales Risiko in mehreren Ländern Afrikas, des Nahen Ostens, Zentralasiens und sogar in Russland. Seit 2019 manifestiert sich die soziale Unzufriedenheit auch in zunehmenden Forderungen nach Umweltschutz.

Umweltrisiken haben vielfältige Auswirkungen auf die Kreditvergabe an Unternehmen, weshalb Coface der Analyse der Umweltrisiken große Aufmerksamkeit schenkt. Dazu zählen sowohl häufiger auftretende Naturkatastrophen aufgrund des Klimawandels, aber auch Transformationsrisiken, wie neue und strengere Vorschriften und veränderte Verbraucherstandards.

Schwellenländer: Staatliche Risiken wieder im Fokus

Das Wachstum in den Schwellenländern dürfte sich in diesem Jahr leicht beschleunigen auf 3,9 Prozent gegenüber 3,5 Prozent im Jahr 2019. Die Staatsverschuldung hat jedoch für diese Länder ein historisch hohes Niveau erreicht und steigt in allen Regionen mit Ausnahme Mittel- und Osteuropas an. In Lateinamerika ist die Verschuldung höher als Ende der 1990er Jahre, die durch immer wiederkehrende Schuldenkrisen gekennzeichnet waren.

In Afrika ist die Staatsverschuldung nahe dem Niveau von vor etwa 15 Jahren: eine Periode des Schuldenerlasses durch internationale und bilaterale Geber. Für Unternehmen in diesen Regionen bedeutet dies, dass die Zahlungsrückstände der Regierung und großer staatlicher Unternehmen in diesem Jahr wahrscheinlich zunehmen werden. Die einzige gute Nachricht ist, dass die Struktur der Staatsverschuldung der Schwellenländer im Allgemeinen günstiger ist als vor 20 Jahren, da sie heute zu 80 Prozent auf die lokale Währung lautet.

In diesem heiklen und volatilen Umfeld, in dem die Volkswirtschaften mit Gegenwind konfrontiert sind, hat Coface 4 Länderbewertungen herabgestuft: Kolumbien, Chile, Burkina Faso und Guinea. 6 Länderbewertungen wurden heraufgestuft: Türkei, Senegal, Madagaskar, Nepal, Malediven und Paraguay.

Die Zahl der verunsicherten Bürger und Vermögensinhaber wächst

Diese Entwicklungen verdeutlichen: Wir befinden uns auch im Jahr 2020 inmitten gravierender Umbrüche. Von der Digitalisierung, über Handelskriege und den Klimawandel sowie die Herausforderungen durch die globale Migration bis hin zu gesellschaftlichen Verteilungskämpfen (Reich/Arm, Bildung, Gesundheit) und militärischen Konflikten, wie die dramatische Eskalation zwischen den USA und dem Iran durch die Vorfälle im Mittleren Osten aktuell verdeutlicht.

In Kombination mit zunehmenden Sorgen um die Konjunktur in Deutschland, den fragilen politischen Rahmenbedingungen in Europa (Brexit, Frankreich, Italien) und der drohenden Verschärfung der Negativzinspolitik durch eine verstärkte Weiterbelastung von Strafzinsen an Privatkunden durch Banken führt dies bei vielen Anlegern zu einer starken Verunsicherung. Die Politik nimmt dabei den Menschen derzeit nicht die Sorgen, sondern verstärkt diese.

Rentner zahlen in Deutschland beispielsweise zunehmend mehr Einkommensteuer. Das ist das Ergebnis einer Anfrage des Bundestagsabgeordneten Dietmar Bartsch (Die Linke). Aus der Antwort des Bundesfinanzministeriums geht hervor, dass Neurentner teilweise mehr als das Fünffache an Einkommenssteuer zahlen als Rentner, die 2010 in Ruhestand gegangen sind. Das Rentner besteuert werden "ist ein Gebot der verfassungsrechtlich vorgegebenen Gleichbehandlung und damit der Gerechtigkeit", heißt es auf einer Seite zur Ren­ten­be­steue­rung des Bundesfinanzministeriums. Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung unterliegen aber nur teilweise der Besteuerung.

Anleger und Steuerzahler 2020: Hört ihr die Signale?

Die Hymne „Die Internationale“ ist ein weltweit bekanntes Kampflied der sozialistischen bzw. kommunistischen Arbeiterbewegung. Bis in das Jahr 1943 nutzte die Sowjetunion „Die Internationale“ als offizielle Nationalhymne. Eine der bekanntesten Strophen des Liedes lautet: „Völker, hört die Signale! Auf zum letzten Gefecht! Die Internationale erkämpft das Menschenrecht.“ Das Menschrecht bedeutete in diesem Zusammenhang in der Praxis allerdings nicht Freiheit und Selbstbestimmung, sondern Gleichschaltung durch Planwirtschaft.

Auf ihrem letzten Parteitag vollzog die SPD mit der Wahl der beiden neuen Vorsitzenden Norbert Walter-Borians und Saskia Esken einen massiven Linksruck. In Ihrer Antrittsrede hat Saskia Esken vom Rednerpult lautstark in die Menge der Delegierten gerufen: „Hört ihr die Signale? Die neue Zeit, sie ruft!“ Mir läuft es dabei eiskalt den Rücken hinunter. Ich verstehe nicht, wo der Aufschrei der Medien und Bevölkerung bleibt. Würde ein AfD-Politiker aus dem NS-Kampflied „Die Fahne hoch“ zitieren, hätten wir – vollkommen zu Recht – einen gigantischen Politskandal. Gleiches muss auch für Anlehnungen an Sozialismus und Kommunismus gelten.

Fazit: Die „neue Zeit“, die sich die SPD jetzt vorstellt, mit noch mehr Kontrolle, Finanztransaktionssteuern, Bodenwertsteuern, Vermögensteuern und Reichensteuern, ist ein Rückfall und ein massives Warnsignal für alle freiheitlichen Bürger, Vermögensinhaber und Steuerzahler in Deutschland!

Die Ruhestandsoasen Schweiz und Norwegen

Während in Deutschland zahlreiche Rentner mit großer Sorge in die Zukunft blicken, finden sich in anderen Ländern weit bessere Rahmenbedingungen. In Island, der Schweiz und dem Königreich Norwegen haben viele Rentner eine besonders große Chance auf einen unbeschwerten Ruhestand. Das zeigt die nachfolgende Statista-Grafik auf Basis des aktuellen Global Retirement Index. Dieser Index bewertet die Lebenssituation von Rentnern auf Basis von Faktoren wie Gesundheit, Finanzen und Lebensqualität. Deutschland liegt auf Rang 13 von 44. In einem sehr wichtigen Bereich entwickelt sich die Bundesrepublik Deutschland dabei unterdurchschnittlich: Finanzen!

Bewertet werden hier unter anderem die Steuerlast als auch die so genannte Altersabhängigkeit. Letzterer Indikator gibt etwa Aufschluss darüber, ob eine Gesellschaft finanziell in der Lage ist, die steigende Rentenlast finanziell zu schultern. Die Lage in Deutschland ist hier angespannt, weil einerseits die Geburtenzahlen abnehmen und andererseits die Lebenserwartung zunimmt. Demnächst wird die so genannte Babyboom-Generation in Rente gehen. Als Babyboomber werden die geburtenstarken Jahrgänge der Zeit von 1955 bis 1965 bezeichnet. Das Wirtschaftswunder sorgte damals für steigende Geburtenraten.

Erfolgsfaktoren: Materielles Wohlbefinden, Gesundheit und Lebensqualität

Besonders positiv ist die Situation von Ruheständlern in Island, der Schweiz und Norwegen. In Island bewertet der Index insbesondere das materielle Wohlbefinden sehr gut. Hier fließen Faktoren wie Einkommensgleichheit, Einkommen pro Kopf und die Arbeitslosenquote ein. Die Schweiz wiederum ist besonders stark im Bereich Lebensqualität.

Dieser bewertet den Zustand der Umwelt, den Grad der Luftverschmutzung und die Lebenszufriedenheit der Einwohner. Schlusslicht Indien hingegen schneidet bei der Lebensqualität besonders schlecht ab. Zudem hat das Land starke Defizite im Bereich Gesundheit, wo die Lebenserwartung und die Gesundheitsausgaben pro Kopf bewertet werden.

Fazit: Solide Staaten außerhalb der EU wie die Schweiz – als ehemalige Steueroase - und das Königreich Norwegen sind heute nicht nur Ruhestandsoasen, sondern auch Haftungsschutzoasen!

Top-Demokratien: Liechtenstein, Schweiz, Kanada, Norwegen!

Auch in einem weiteren Punkt können diese Staaten punkten. Meine „Lieblingsländer“ in Bezug auf die soliden wirtschaftlichen, rechtlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen sind das Fürstentum Liechtenstein, das Königreich Norwegen, die Schweiz, Kanada, Singapur und Australien. Darin bestätigt mich auch eine aktuelle Statistik in Bezug auf den Stand der Demokratie.

Der Blick auf den Economist Democracy Index

Wie es um die Demokratie weltweit steht, ermittelt jährlich der Democracy Index vom Economist – im vergangenen Jahr verschlechterte sich der Indexwert leicht von 5,48 auf 5,44 Punkte. In der aktuellen Ausgabe für das Jahr 2019 werden 22 Länder als „vollständige Demokratien“ eingestuft, darunter auch Deutschland. Allerdings schafft es die Bundesrepublik nicht auf den Spitzenwert, wie die Grafik von Statista zeigt. Unter den Top-Ländern befinden sich unter anderem die skandinavischen Staaten, Kanada, Neuseeland und Australien

Aus der Kategorie „Demokratie“ ausgeschieden ist hingegen Malta, Thailand verbesserte sein Rating hingegen und gehört nun zu den „unvollständigen Demokratien“. In diese Kategorie fallen auch zum Beispiel die USA und Japan. Die am schlechtesten bewerteten Länder sind Nordkorea, Syrien und die Demokratische Republik Kongo. Unter den europäischen Ländern mit der schlechtesten Bewertung finden sich Weißrussland und Aserbaidschan.

Eigenverantwortung statt Staat: Setzen Sie auf Haftungsschutzoasen!

Die Antwort auf die zunehmend Restriktiven Rahmenbedingungen seitens der Politik, aber auch die progressiven Entwicklungen durch die enorme Dynamik des technologischen Fortschritts liegt in Ihrer Finanziellen Selbstverteidigung, zu der auch zunehmend der digitale Selbstschutz gehört. Sie müssen sich bewusst werden, dass Daten die Goldminen des 21. Jahrhunderts sind.

Verlassen Sie sich dabei nicht auf den Staat und die Politik, oder scheinbar gewohnte Institutionen wie klassische Banken. Setzen Sie eigenverantwortlich und selbstbestimmt auf intelligente Kapitalschutz-Strategien, dazu zählen auch Haftungsschutzoasen!

Mehr Hintergründe unter: www.markus-miller.com


Digitalisierung, Demografie und Migration!

(26.07.19) Jede freie Minute, die ich derzeit habe, schreibe ich an meinem neuen Buch „Finanzielle Selbstverteidigung“, dass gegen Ende des Jahres erscheinen wird. Warum habe ich diesen Titel gewählt? Weil ich mich neben den ökonomischen Fragen unserer Zeit - mit denen ich mich seit vielen Jahrzehnten befasse - zunehmend mit dem Begriff der Resilienz auseinandersetze, den auch Sie vermutlich in den letzten Jahren immer häufiger lesen.

Darunter versteht man ganz grundlegend eine psychische Widerstandsfähigkeit, die Fähigkeit Krisen zu bewältigen und diese durch einen Rückgriff auf persönliche und sozial vermittelte Ressourcen als Anlass für Entwicklungen zu nutzen. Diese Vorgehensweise lässt sich auch auf alle anderen Bereiche unseres täglichen Lebens übertragen, auf wirtschaftliche und finanzielle Ereignisse, ebenso wie auf die immer weiter fortschreitende Digitalisierung, die auch gleichbedeutend ist, mit einer Abschaffung gewohnter Dinge. Beispielsweise das Bargeld, oder das Bankensystem wie wir es derzeit noch kennen.

Die großen Herausforderungen unserer Zeit: Digitalisierung, Demografie und Migration

Ein Buch zu schreiben bedeutet natürlich nicht nur Schreibarbeit, sondern vor allem viel zu lesen, zu recherchieren und zu analysieren. Ich habe dabei drei große Herausforderungen identifiziert, die jeden von uns in der nahen Zukunft massiv betreffen werden. Die Digitalisierung, die Demografie und die Migration. Die größten Risiken - aber auch Chancen - sehe ich im Bereich der Digitalisierung. Die digitale Bildung ist in Deutschland vor allem im Hinblick auf die älteren Generationen eine große Aufgabe.

Deutschland: Der älteren Generation fehlt die digitale Bildung!

Souverän mit den unterschiedlichen digitalen Services und Anwendungen umgehen zu können, ist im Zeitalter der Digitalisierung für alle Generationen eine notwendige Kompetenz. Digital souverän handeln zu können, bedeutet mehr als nur zu wissen, wie man eine App auf sein Smartphone herunterlädt oder Onlinebanking anwendet. Kann ich die Folgen meines eigenen Handelns im Netz richtig einschätzen? Weiß ich mit Aktualisierungen und Neuentwicklungen umzugehen?

Die repräsentative Bevölkerungsbefragung "Digitale Kompetenzen im Alter" des Meinungsforschungsinstituts Kantar im Auftrag der Bertelsmann Stiftung geht der Frage nach, wie sicher sich die Menschen in Deutschland im Internet und beim Umgang mit Smartphone und Co. fühlen. Die Ergebnisse zeigen: In Sachen digitaler Kompetenzen besteht hoher Handlungsbedarf.

Insgesamt fühlen sich 63 Prozent der Befragten eher sicher bis sehr sicher im Umgang mit dem Internet. Differenziert nach Altersgruppen zeigt sich ein anderes Bild: Während 79 Prozent der 14- bis 29-Jährigen sich eher sicher bis sehr sicher fühlen, gilt das nur für 41 Prozent der 60- bis 69-Jährigen. Und bei den über 70-Jährigen fühlt sich nur jeder Dritte (36 Prozent) eher sicher bis sehr sicher im Umgang mit dem Internet. Das heißt, bei den älteren Generationen besteht Nachholbedarf bei den digitalen Kompetenzen.

Digitale Services und Angebote als Chance der Generation "Silver Surfer"

Digitale Services und Anwendungen bieten gerade den älteren Generationen große Chancen: Sie können dazu beitragen, dass Ältere so lange wie möglich selbstbestimmt im eigenen Zuhause leben können – unabhängig davon, ob sich dieses in der Stadt oder auf dem Land befindet. Zum Beispiel, weil sie die notwendigen Dinge des täglichen Lebens online bestellen, wenn sie nicht mehr mobil sind, oder mit der Familie und Freunden per Smartphone kommunizieren können.

Souverän mit digitalen Angeboten und Services umzugehen, ist dafür eine wichtige Voraussetzung. Bei der Selbsteinschätzung der eigenen Kenntnisse im Bereich digitaler Technologien, Anwendungen und Gefahren zeigt sich: 64 Prozent der Befragten schätzen die eigenen Kenntnisse hier als eher gut bis sehr gut ein. Bei den 14- bis 29-Jährigen sind es 89 Prozent, bei den 60- bis 69-Jährigen 50 Prozent und bei den über 70-Jährigen nur noch 36 Prozent.

Drei Viertel der Bevölkerung sind auf das Internet angewiesen

Fragt man die Bevölkerung, wie stark sie bereits heute auf das Internet und den Einsatz digitaler Technologien angewiesen ist, sagen 76 Prozent, dass sie bei der Suche nach Informationen eher stark bis sehr stark darauf angewiesen sind. 68 Prozent geben an, dass dies bei der Kommunikation mit Freunden, Bekannten oder Familienmitgliedern der Fall ist. Dagegen sind nur 27 Prozent bei behördlichen Angeboten, von denen es online bisher nur eine begrenzte Zahl gibt, eher stark bis sehr stark auf digitale Kanäle angewiesen.

Die Bevölkerung geht davon aus, dass das Internet und digitale Technologien in vielen Bereichen des täglichen Lebens zukünftig noch deutlich wichtiger werden. 78 beziehungsweise 74 Prozent erwarten, dass die Suche nach Informationen sowie die Kommunikation mit Freunden, Bekannten und Familien in Zukunft verstärkt auf digitalem Weg stattfinden werden. Auffällig ist der Bedeutungsgewinn im Bereich behördlicher Angelegenheiten: 62 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass sich künftig mehr Behördengänge online erledigen lassen als heute.

Digitale Daseinsvorsorge für die älteren Generationen

Brigitte Mohn aus dem Vorstand der Bertelsmann Stiftung sieht einen besonderen Handlungsdruck, gerade den vielen älteren Menschen die immer dringender benötigten digitalen Kompetenzen zu vermitteln. Auch die ältere Generation benötigt digitale Kompetenzen, um sich im Alltag selbständig zurecht zu finden und möglichst lange autonom in der vertrauten Umgebung zu bleiben. Dazu müssten gerade Älteren niedrigschwellige Angebote vermittelt werden, um digitale Kompetenzen zu erwerben.

Hier sind auch die Kommunen gefordert, entsprechende Assistenzinfrastrukturen aufzubauen und zu unterstützen. Nur durch ein gemeinsames Engagement können Kommunen, Zivilgesellschaft und Bildungsinstitutionen die digitale Souveränität der Älteren stärken. Ich teile diese Einschätzungen und Forderungen von Brigitte Mohn uneingeschränkt. Ich für meinen Teil führe meine Leser - gerade auch die Älteren - schon seit langer Zeit durch ausgesuchte Empfehlungen in die digitale Zukunft. Digitale Bildungsdefizite finden sich in Deutschland jedeoch nicht nur bei den Silver Agern, sondern auch an den Schulen.

Bildungsauftrag: Deutsche Schulen haben einen digitalen Aufholbedarf

Die Digitalisierung an deutschen Schulen kommt nur langsam voran. Wie die Statista-Grafik auf Basis von Daten des Verbands Bildung und Erziehung zeigt, haben nur etwas mehr als ein Drittel der in die Erhebung eingeflossenen Schulen in allen Klassen schnelles Internet und WLAN. Zudem gibt es an zwei Dritteln der Schulen keine Klassensätze mit Tablet-PCs und Smartphones.

Dies ist zwar weniger als vor fünf Jahren: hier waren noch 86 Prozent der Schulen ohne entsprechende Klassensätze ausgestattet. Der Fortschritt sei laut Verband Bildung und Erziehung jedoch zu langsam. In diesem Tempo würde es bis zum Jahr 2035 dauern, bis alle Schulen mit der notwendigen Technik ausgestattet seien.

Digitales Entwicklungsland Deutschland

Deutschland hat die Digitalisierung komplett verschlafen und ich bin mir nicht sicher, ob es gelingt, die seit Jahrzehnten angehäuften Defizite aufzuholen. Ein Beispiel, dass uns die dramatische, ökonomische Position und Zukunftsfähigkeit Deutschlands in der Welt vor Augen führt: Die beiden US-Digitalunternehmen Amazon und Microsoft haben mittlerweile einen höheren Börsenwert, als alle 763 börsennotierten Unternehmen aus Deutschland zusammen!

Keine Angst vor der Digitalisierung: Nutzen Sie die Vorteile!

Sie müssen müssen somit Eigenverantwortlich die Chancen der Digitalisierung selbst annehmen, aber gleichzeitig auch auf eine digitale Selbstverteidigung setzen. Ich bin mir bewusst, dass viele unter Ihnen die aktuellen Entwicklungen in Bezug auf die Digitalisierung des Geldes auch mit großer Sorge betrachten. Bitte trennen Sie die politisch gewollte Bargeldabschaffung - und die damit verbundenen Gefahren - vom technologischen Fortschritt und den damit entstehenden Vorteilen.

Nutzen Sie digitale Angebote, wie ich Ihnen diese in meiner Rubrik „Geldsysteme der Zukunft“ vorstelle. Investieren Sie darüber hinaus in Unternehmen, die von der Digitalisierung profitieren, z.B. über den „Digitalisierungs-ETF“ aus meiner Sonderausgabe „Megatrend-Sparpläne“.

Migration: So viele Menschen sind auf der Flucht wie noch nie

Eine Herausforderung bzw. ein gigantisches Problem, weil ich gar nicht um den heißen Brei schreiben will, dass noch viel stärker polarisiert als die Digitalisierung ist die globale Migration. Die Zahl der Menschen, die weltweit auf der Flucht sind, hat einen neuen Höchststand erreicht. Zuletzt registrierte das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) 20,4 Millionen Flüchtlinge, 41,4 Millionen Binnenflüchtlinge (Personen, die innerhalb ihres Landes vertrieben werden) und 3,5 Millionen Asylbewerber.

Rechnet man andere Gruppen wie Staatenlose oder in ihre Heimatländer zurückgekehrte Flüchtlinge hinzu, sind das insgesamt 74,8 Millionen Menschen. Gegenüber 2017 ist das ein Plus von 4,7 Prozent. Die meisten Menschen fliehen aus Syrien (6,7 Mio.), Afghanistan (2,7 Mio.) und dem Südsudan (2,3 Mio.). Zu den Ländern, in denen die meisten Flüchtlinge aufgenommen werden, zählen die Türkei, Pakistan und Uganda.

EU-Europa: Wo leben die meisten Geflüchteten?

EU-weit leben in Schweden pro 1.000 Einwohner gerechnet die meisten Flüchtlinge und Asylbewerber (28,1). Das zeigen neue Daten des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR. Es folgen die Länder Zypern, Malta, Österreich, Deutschland und Griechenland mit Werten zwischen 10 bis 24,9. In allen anderen Ländern liegt die Zahl unter 10.

Die Zahl der in Deutschland neu registrierten Flüchtlinge nimmt seit dem hohen Flüchtlingsaufkommen im Jahr 2015 wieder ab und lag zuletzt unter dem Niveau von 2014. Die Zahl der weltweiten Flüchtlinge, Binnenflüchtlinge und Asylbewerber hat im vergangenen Jahr jedoch mit über 70 Millionen ein neues Allzeithoch erreicht.

Deutschland benötigt endlich ein Zuwanderungs- bzw. Einwanderungsgesetz!

Deutschland benötigt aufgrund seiner sehr schlechten demografischen Struktur und der damit verbundenen Überalterung der Gesellschaft in der Zukunft eine qualifizierte Zuwanderung von hochqualifizierten Menschen, ebenso wie leistungsstarke und leistungswillige Migranten in seine Arbeitsmärkte (z.B. Pflegeberufe), die gleichzeitig auch Beitragszahler in die Renten- und Gesundheitssysteme werden.

Fakt ist: Deutschland verzeichnet derzeit überwiegend eine vollkommen unkontrollierte Zuwanderung von mehrheitlich unqualifizierten Menschen als Leistungsempfänger in seine Sozialsysteme. Dieser Weg muss gestoppt werden, sonst wird Deutschland scheitern!

Mehr Hintergründe unter: www.markus-miller.com