Kryptorecht: Experten-Interview mit SBS LEGAL!
(11.02.25) Das Kryptorecht behandelt zivilrechtliche, strafrechtliche, wirtschaftsrechtliche, wettbewerbsrechtliche und regulatorische Aspekte, die den Umgang mit digitalen Vermögenswerten wie Kryptowährungen rund um Bitcoin und Co. regeln. Die renommierte Rechtsanwaltskanzlei SBS LEGAL Rechtsanwälte Schulenberg & Partner aus Hamburg ist hochspezialisiert auf Wirtschafts- und Kryptorecht.
André Schenk, LL.M. Eur., ist Rechtsanwalt und Gründungspartner der Kanzlei sowie Fachanwalt für gewerblichen Rechtsschutz. Sein Anwaltsprofil finden Sie hier: RA André Schenk
Rechtsanwalt Finn Niklas Nitz von SBS LEGAL ist Spezialist für IT-Recht und Kryptorecht sowie zertifizierter Geldwäschebeauftragter (TÜV). Sein Anwaltsprofil finden Sie hier: RA Finn Niklas Nitz
Es ist mir deswegen eine Freude, mit diesen beiden Fachexperten ein Interview zu führen, rund um die Thematik der neuen Kryptoregulierung. Die Themenbereiche auf einen Blick:
1. MiCA – Markets in Crypto-Assets Regulation (Verordnung über Märkte für Krypto-Assets)
MiCA ist eine von der Europäischen Union verabschiedete Regulierung, die den Umgang mit Kryptowerten vereinheitlichen soll. Sie schafft erstmals einen europaweit geltenden Rechtsrahmen für Krypto-Assets, Emittenten und Dienstleister. Ziel ist es, Investoren zu schützen, Marktmissbrauch zu verhindern und Rechtssicherheit zu schaffen.
2. TFR (Transfer of Funds Regulation, Travel Rule) – Verordnung über die Übermittlung von Geldtransfers
Die Transfer of Funds Regulation (TFR) setzt die Travel Rule in der Europäischen Union um und verpflichtet Finanzinstitute sowie Krypto-Dienstleister, Informationen über Sender und Empfänger von Transaktionen zu übermitteln und zu speichern. Ursprünglich für Banken eingeführt, wurde diese Regelung auf Krypto-Transaktionen ausgeweitet, um Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung zu bekämpfen. Krypto-Börsen und Wallet-Anbieter müssen sicherstellen, dass Überweisungen über einer bestimmten Schwelle mit Kundendaten versehen sind.
3. POSOF (Proof of Source of Funds) – Nachweis der Herkunft von Geldern
POSOF ist ein Nachweismechanismus, der es ermöglicht, die legale Herkunft von finanziellen Mitteln, insbesondere im Zusammenhang mit Krypto-Transaktionen, zu belegen. Behörden und Finanzinstitute verlangen diesen Nachweis häufig im Rahmen von Anti-Geldwäsche-Vorschriften (AML). Kunden müssen oft Dokumente wie Gehaltsabrechnungen, Steuererklärungen oder Kontoauszüge vorlegen. Der Nachweis dient dazu, illegale Geldflüsse zu verhindern und Finanztransparenz zu gewährleisten.
4. POO (Proof of Ownership) – Eigentumsnachweis
Der Proof of Ownership belegt, dass eine Person oder ein Unternehmen rechtmäßiger Eigentümer eines bestimmten Vermögenswerts ist. Im Krypto-Bereich kann dies durch digitale Signaturen oder On-Chain-Daten erfolgen, um zu beweisen, dass eine Wallet zu einer bestimmten Person gehört. Dieser Nachweis wird häufig von Börsen, Banken oder Steuerbehörden gefordert, insbesondere wenn große Mengen an Kryptowährungen transferiert werden. Er spielt auch eine Rolle bei Streitigkeiten über Besitzansprüche an digitalen Vermögenswerten.
5. CARF (Crypto-Asset Reporting Framework) – Rahmenwerk für die Berichterstattung über Krypto-Assets
CARF ist ein von der OECD entwickelter Standard zur weltweiten Überwachung und Meldepflicht für Krypto-Transaktionen. Er soll Steuerhinterziehung verhindern, indem Krypto-Dienstleister verpflichtet werden, steuerlich relevante Informationen über ihre Kunden an die Behörden weiterzugeben. Ähnlich wie der Common Reporting Standard (CRS) für Bankkonten ermöglicht CARF den internationalen Austausch von Steuerdaten.
6. DAC8 (Directive on Administrative Cooperation 8) – Richtlinie über die Verwaltungszusammenarbeit 8
DAC8 ist eine EU-Richtlinie, die die Meldepflichten für Krypto-Transaktionen und digitale Vermögenswerte verschärft. Sie erweitert bestehende steuerliche Meldepflichten auf Krypto-Börsen und Wallet-Anbieter mit Sitz in der EU. Unternehmen müssen steuerlich relevante Transaktionen an die Behörden melden, um Steuervermeidung und -hinterziehung zu bekämpfen. DAC8 ergänzt MiCA und CARF und soll eine bessere Überwachung von Krypto-Assets innerhalb der EU ermöglichen.
7. Meldepflichten für Auslandsüberweisungen (AWV)
Zum 1. Januar 2025 traten in Deutschland Änderungen der Außenwirtschaftsverordnung (AWV) in Kraft, die die Meldepflichten für Auslandsüberweisungen betreffen. Die Meldefreigrenze für grenzüberschreitende Zahlungen wurde von zuvor 12.500 € auf 50.000 € angehoben. Neu ist auch, dass Kryptowährungstransaktionen explizit in die Meldepflichten einbezogen wurden. Einnahmen und Ausgaben von Kryptowerten sind gemäß § 67 AWV nach dem neuen Erhebungsschaubild ZABILC2 zu melden, sofern sie die Meldefreigrenze von 50.000 € überschreiten.
https://youtu.be/13YAmO1HnDQ?si=BlPux_1s1241k6Ov
Mehr Hintergründe unter: www.markus-miller.com
Achtung Krypto-Networker!
(22.12.22) Das Jahr 2022 war für Unternehmen aus dem Technologiesektor und Kryptowährungen eine große Enttäuschung. Die Gründe dafür liegen im Wesentlichen in der Geopolitik, der Makroökonomie und der Zinswende. Dennoch wird die Digitalisierung unserer Welt mit großen Schritten weitergehen.
Technologieunternehmen bzw. Blockchain-Projekte und Kryptowährungen werden auch in Zukunft wieder wichtige Impulse für Innovationskraft und Wachstum in der Finanzbranche liefern, indem sie etablierte Angebote und Prozesse infrage stellen und neue Ertragsquellen erschließen. Dabei wird auch der Direktvertrieb eine große Rolle spielen.
Schon Kinder lernen heute den Umgang mit virtuellen Währungen!
Vor kurzem habe ich durch meine beiden Kinder eine hochinteressante Schulung im Bereich der virtuellen Währungen erhalten. Mein Sohn ist 8, meine Tochter 14 Jahre. Beide verbringen einen nicht unerheblichen Teil ihrer Freizeit mit einem Online-Spiel namens Roblox. Hinter Roblox verbirgt sich eine Gaming-Plattform, auf der Nutzer eigene Computerspiele erstellen und mit anderen Nutzern spielen können. Wenn ich mit meinen Kindern einkaufen bin, oder Festtage anstehen, habe beide häufig den Wunsch nach einem Guthaben für Roblox. In Supermärkten oder Drogerien lassen sich beispielsweise Gutscheinkarten erwerben. Mir war bislang gar nicht bewusst, dass diese Euro-Gutscheine in eine virtuelle Währung namens Robux umgewandelt werden, wodurch meine Kinder heute bereits virtuelle Währungen einsetzen.
Während viele Spiele auf der Roblox-Plattform kostenlos verfügbar sind, haben Nutzer unterschiedliche Möglichkeiten, ihre selbst erstellten Inhalte gegen die virtuelle Robux-Währung anzubieten. Bei manchen Spielen müssen sich Nutzer erst mit Robux einen Zugang zu diesem Spiel erkaufen. Auch Roblox selbst verkauft digitale Gegenstände und virtuelle Sammlerstücke (Collectibles) innerhalb der Spiele.
Mein Sohn hat mir berichtet, dass er bereits mehrere virtuelle Gegenstände mit Robe gekauft und später teurer weiterverkauft hat. Diese Entwicklung zeigt, wie frühzeitig Kinder heute schon mit digitalen Welten und den Systematiken virtueller Währungen in Kontakt kommen. Deswegen werden diese jungen Generationen auch ein großes Verständnis für Kryptowährungen haben. Durch die vielschichtigen Anwendungen von Bitcoin, Ethereum & Co., wie beispielsweise DeFi, NFTs oder das Metaverse, werden Nachfrage und Marktdurchdringung weiter steigen. Roblox ist im Übrigen selbst ein börsennotiertes US-Unternehmen.
Krypto-Projekte und Network-Marketing: Die Risiken für den Vertrieb nehmen weiter zu!
Der Fall und Untergang der dubiosen Krypto-Börse FTX.com mit Sitz auf den Bahamas und die damit verbundenen Kettenreaktionen und Dominoeffekte verdeutlichen wieder einmal, wie dringend erforderlich die wirkungsvolle Regulierung der Krypto-Märkte ist. Europa kann hier eine Vorreiterrolle einnehmen. Seit Ende September 2022 existiert die finale Textversion der künftigen Markets in Crypto Assets Regulation (MiCAR) der Europäischen Union. Die EU hatte diesbezüglich schon Änderungen der MiCA (Markets in Crypto Assets) vorgesehen.
Mit dieser Thematik befassen sich fortlaufend die auf Vertriebs-, MLM- und Krypto-Recht hoch spezialisierten Rechtsanwälte Stephan R. Schulenberg und André Schenk von der Hamburger Wirtschaftskanzlei SBS LEGAL Rechtsanwälte Schulenberg und Partner. Nach meiner Einschätzung und meinen persönlichen Erfahrungen ist SBS LEGAL die führende Top-Kanzlei in Deutschland. Ich selbst werde von den Rechtsexperten in den unterschiedlichsten Bereichen juristisch beraten und vertreten, überwiegend in den Bereichen Krypto-, Medien- und Presserecht, speziell auch gegen dubiose Krypto-Unternehmen, die mich aufgrund meiner Berichte wiederholt abmahnen und verklagen. Regelmäßige Berichte hierzu, Empfehlungen und Warnungen finden Sie auf unserem Themen-Portal KRYPTO-X.BIZ
Für Unternehmen und Vermittler von Produkten mit Blockchain- bzw. Krypto-Geschäftsmodellen werden die regulatorischen Rahmenbedingungen in Zukunft weiter verschärft und die Daumenschrauben auch für Network-Marketer bzw. MLM-Vermittler massiv angezogen. Meine Titel-Story zu dieser Thematik finden Sie in der Januar-Ausgabe 2023 der NETWORK-KARRIERE. Mit freundlicher Genehmigung der Herausgeber können Sie sich meinen Beitrag nachfolgend als PDF-Datei herunterladen:

Mehr Hintergründe unter: www.markus-miller.com




