Im Nahen Osten nichts Neues!
(25.08.26) Ich widme mich heute einem Thema, das die Märkte seit Langem prägt, Menschen und Marktteilnehmer aber leider ganz offensichtlich abstumpfen lässt. Nicht Krieg, Leid und menschliche Tragödien stehen dabei im Mittelpunkt vieler Berichte, sondern vor allem die wirtschaftlichen Folgen, die ein solcher Konflikt mit sich bringt – steigende Energiepreise, neue Inflationssorgen, höhere Transportkosten und zunehmende Unsicherheit an den Finanzmärkten.
Genau darin liegt etwas zutiefst Verstörendes. Während im Nahen Osten Menschen um ihr Leben fürchten und ganze Regionen von Krieg, Gewalt und Unsicherheit geprägt sind, scheint sich ein Teil der öffentlichen Wahrnehmung längst an diesen permanenten Krisenzustand gewöhnt zu haben. Die nächste Rakete, der nächste Luftangriff oder die nächste politische Drohung erzeugen häufig nur noch dann größere Aufmerksamkeit, wenn dadurch Ölpreise, Aktienmärkte oder Lieferketten unmittelbar betroffen sind.
Das eigentliche Drama droht damit zur bloßen Kulisse zu werden, während über Brent-Öl, Inflation, Gold und mögliche Börsenreaktionen diskutiert wird. Natürlich sind diese wirtschaftlichen Auswirkungen wichtig, weil sie auch Sie als Verbraucher, Sparer und Anleger direkt treffen können. Zugleich zeigt diese Entwicklung in bedrückender Weise, wie sehr Krieg und geopolitische Eskalation inzwischen Teil unseres vermeintlichen Normalzustands geworden sind.
Wenn das Unfassbare zum Alltag wird
Der Titel „Im Nahen Osten nichts Neues“ ist bewusst gewählt. Er lehnt sich an Erich Maria Remarques berühmten Antikriegsroman „Im Westen nichts Neues“ an. Darin wird auf erschütternde Weise deutlich, wie selbst das Grauen des Krieges irgendwann Gefahr läuft, als alltäglicher Zustand wahrgenommen zu werden. Genau diese bedrückende Parallele drängt sich auch heute auf: Was eigentlich schockieren müsste, wird zur Dauerlage. Was aufrütteln sollte, wird zur Routine.
Doch hinter dieser vermeintlichen Routine verbirgt sich derzeit eine ausgesprochen gefährliche geopolitische Konstellation. Der Krieg zwischen den USA und Iran dauert inzwischen seit Monaten an. Gleichzeitig bleiben Israel, der Gazastreifen, der Libanon, Syrien und weitere Teile der Region von militärischen und politischen Spannungen geprägt. Selbst diplomatische Initiativen führen bislang immer wieder nur zu begrenzten Fortschritten oder scheitern an grundlegenden Gegensätzen. Mitte August blieben beispielsweise neue Gespräche über den Gaza-Konflikt ohne Durchbruch.
Gerade diese Mischung ist gefährlich: Es gibt nicht den einen isolierten Konflikt, sondern mehrere miteinander verbundene Krisenherde. Iran, Israel, die USA, die Golfstaaten sowie verschiedene staatliche und nichtstaatliche Akteure verfolgen jeweils eigene strategische Interessen. Dadurch kann eine lokale Eskalation vergleichsweise schnell Auswirkungen weit über die unmittelbare Region hinaus entfalten.
Die Straße von Hormus ist der neuralgische Punkt
Besonders deutlich zeigt sich das derzeit an der Straße von Hormus. Diese nur wenige Dutzend Kilometer breite Meerenge zwischen Iran und Oman gehört zu den wichtigsten Energieadern der Welt. Ein erheblicher Teil der internationalen Öl- und Flüssiggasexporte aus den Golfstaaten muss diesen Engpass passieren. Wer die Straße von Hormus kontrolliert oder deren Nutzung erheblich beeinträchtigt, verfügt deshalb über einen enormen geopolitischen Hebel.
Und genau dieser Hebel ist derzeit keine theoretische Gefahr mehr. Die Schifffahrt durch die Meerenge ist erheblich eingeschränkt. Nach Daten des Analyseunternehmens Kpler passierten am Wochenende des 22. und 23. August weniger als 20 relevante Frachtschiffe die Straße von Hormus. Reuters berichtet, dass der Verkehr zeitweise rund 90 Prozent unter dem Niveau vor dem Konflikt gelegen habe. Hinzu kommen Angriffe auf Schiffe und eine erhebliche Unsicherheit darüber, wie sicher und verlässlich die Route überhaupt genutzt werden kann.
Das hat unmittelbare wirtschaftliche Folgen. Der Brent-Ölpreis beendete den Handel am Freitag, 21. August, bei 94,39 US-Dollar je Barrel, der amerikanische WTI-Preis bei 87,06 US-Dollar. Am Montag gaben die Preise zunächst wieder nach. Genau diese Schwankungen zeigen jedoch, wie stark die Märkte derzeit auf jede diplomatische Äußerung, Sanktion oder militärische Drohung reagieren.
Es geht längst um mehr als den Ölpreis
Dabei wäre es ein Fehler, ausschließlich auf den Rohölpreis zu schauen. Die Probleme reichen inzwischen bis zu Raffinerien, Treibstoffen und internationalen Lieferketten. In Asien sind die Importe leichter und mittlerer Destillate im August nach Berechnungen von Reuters deutlich gegenüber dem Niveau vor dem Konflikt zurückgegangen. Besonders Diesel, Flugtreibstoff und andere raffinierte Produkte können dadurch zum Engpass werden.
Steigende Energiepreise wirken wie eine zusätzliche Steuer für Wirtschaft und Verbraucher. Unternehmen zahlen mehr für Produktion und Transport, Fluggesellschaften für Kerosin, Logistikkonzerne für Treibstoff und private Haushalte letztlich über zahlreiche Umwege ebenfalls höhere Preise. Dadurch kann ein geopolitischer Konflikt Tausende Kilometer entfernt plötzlich auf Ihrer persönlichen Rechnung an der Tankstelle, beim Einkauf oder bei den Heizkosten sichtbar werden.
Hinzu kommt ein zweiter Effekt, den Anleger nicht unterschätzen sollten: Inflation. Ein erneuter Energiepreisschock kann den Rückgang der Teuerungsraten abbremsen oder sogar umkehren. Genau das würde wiederum die Zentralbanken unter Druck setzen und könnte die Hoffnung auf niedrigere Zinsen enttäuschen. Geopolitik, Energiepreise, Inflation, Zinsen und Kapitalmärkte sind deshalb keine voneinander getrennten Themen, sondern eng miteinander verbunden.
Die Finanzmärkte haben sich an Krisen gewöhnt
Für Sie als Anleger liegt genau darin eine besondere Gefahr. Finanzmärkte besitzen eine erstaunliche Fähigkeit, selbst schwere geopolitische Krisen nach einiger Zeit auszublenden. Solange Unternehmen Gewinne erwirtschaften, Liquidität vorhanden ist und keine unmittelbare Störung der Weltwirtschaft droht, kehrt häufig erstaunlich schnell wieder Normalität ein.
Doch Gewöhnung bedeutet keineswegs, dass das Risiko verschwunden ist. Im Gegenteil: Gerade wenn Märkte eine Gefahr über längere Zeit ignorieren, kann die Reaktion auf ein überraschendes Ereignis umso heftiger ausfallen. Mitte August führten die erneuten Spannungen um Iran und Hormus beispielsweise nicht nur zu höheren Ölpreisen. Gleichzeitig gerieten Aktien unter Druck und die Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen erreichte zeitweise mit mehr als 5,3 Prozent den höchsten Stand seit 2007.
Damit zeigt sich ein Mechanismus, den ich seit Langem hervorhebe: Geopolitische Krisen sind für Anleger keineswegs nur außenpolitische Ereignisse. Sie können über Energiepreise, Inflation, Zinsen, Währungen und Lieferketten unmittelbar auf nahezu sämtliche Anlageklassen durchschlagen.
Diplomatie bleibt fragil
Natürlich gibt es gleichzeitig diplomatische Bemühungen. Zwischen Syrien und Israel fanden am Wochenende unter amerikanischer Vermittlung neue Gespräche statt, die unter anderem eine Eindämmung militärischer Aktionen und perspektivisch eine Sicherheitsvereinbarung zum Ziel haben. Das ist grundsätzlich positiv. Gleichzeitig verdeutlicht allein die Notwendigkeit solcher Gespräche, wie fragil die Lage bleibt.
Auch gegenüber Iran wechseln sich diplomatische Signale und massive Drohungen ab. Washington bereitet neue Sanktionen vor, während Teheran wiederum mit Gegenmaßnahmen droht. Noch am 18. August erklärte US-Präsident Donald Trump, es gebe derzeit keine Gespräche mit Iran. Teheran wiederum machte eine dauerhafte Wiederöffnung der Straße von Hormus von politischen und sicherheitspolitischen Bedingungen abhängig.
Das ist genau jene Unberechenbarkeit, die den Nahen Osten für die Weltwirtschaft so gefährlich macht. Ein diplomatischer Fortschritt kann die Energiepreise innerhalb weniger Stunden fallen lassen. Eine neue militärische Eskalation kann genau das Gegenteil bewirken. Wer Vermögen verwaltet, sollte deshalb weder auf dauerhafte Entspannung wetten noch permanent vom schlimmsten Szenario ausgehen.
Was lässt sich daraus für Sie ableiten?
Ich persönlich konsumiere täglich zahlreiche internationale Medien und unterschiedliche Informationsquellen. Das gehört zu meiner Arbeit als Analyst. Dabei zeigt sich gerade beim Nahen Osten immer wieder, wie schwierig es ist, einzelne Schlagzeilen richtig einzuordnen. Auf eine vermeintliche Entspannung folgt nicht selten wenige Tage später die nächste Eskalation.
Deshalb rate ich Ihnen ausdrücklich davon ab, Ihr Depot aufgrund jeder neuen Schlagzeile umzubauen. Vermögensschutz bedeutet nicht, permanent auf Krisen zu reagieren. Vermögensschutz bedeutet vielmehr, bereits vor einer Krise so aufgestellt zu sein, dass einzelne politische oder wirtschaftliche Schocks Ihre finanzielle Stabilität nicht grundlegend gefährden.
Dazu gehören für mich eine breite Streuung über unterschiedliche Anlageklassen, Währungen und Rechtsräume sowie ausreichend Liquidität. Auch Sachwerte und ausgewählte Edelmetalle können als strategische Bestandteile eines diversifizierten Vermögens eine Rolle spielen. Gleichzeitig sollte Vermögensschutz niemals bedeuten, aus Angst sämtliche Chancen aufzugeben.
Mein Fazit: Bleiben Sie positiv – nutzen Sie Ihre Chancen für Vermögensaufbau und Vermögensschutz!
Gerade in einem solchen Umfeld ist es entscheidend, einen klaren Kopf zu bewahren. Märkte neigen dazu, Risiken phasenweise zu verdrängen oder sich an Krisen zu gewöhnen. Doch Gewöhnung bedeutet nicht Entwarnung. Die aktuelle Situation rund um Iran und die Straße von Hormus zeigt vielmehr sehr deutlich, wie schnell geopolitische Risiken zu handfesten wirtschaftlichen Problemen werden können.
Deshalb gilt gerade jetzt: Klarheit statt Panik! Ich halte nichts davon, aufgrund jeder neuen Eskalationsmeldung in einen Krisenmodus zu verfallen. Ebenso wenig halte ich es jedoch für sinnvoll, geopolitische Risiken zu ignorieren, nur weil wir uns inzwischen an immer neue Konfliktmeldungen gewöhnt haben.
Lassen Sie sich weder von Negativität, Destruktivität oder Panik treiben noch von einer vorschnellen Beruhigung einlullen. Entscheidend ist, Entwicklungen nüchtern einzuordnen und gleichzeitig den Blick auf die Chancen zu richten, die sich für Ihren Vermögensaufbau und Ihren Vermögensschutz ergeben.
Vorbereitung ist besser als Prognose
Niemand kann seriös vorhersagen, welche Rakete als Nächstes abgefeuert, welche Sanktion beschlossen oder welche diplomatische Vereinbarung geschlossen wird. Genau deshalb ist es für mich wichtiger, auf unterschiedliche Szenarien vorbereitet zu sein, als den nächsten geopolitischen Schritt erraten zu wollen.
Denn auch in schwierigen Phasen entstehen Chancen für jene Anleger, die vorbereitet sind, Zusammenhänge verstehen und sich nicht von Schlagzeilen treiben lassen. Volatile Märkte eröffnen langfristig orientierten Investoren immer wieder attraktive Einstiegsmöglichkeiten. Gleichzeitig erinnern Krisen daran, warum Liquidität, Diversifikation und Vermögensschutz keine langweiligen Nebenthemen sind.
Der Nahe Osten bleibt damit einer der bedeutendsten geopolitischen Krisenherde der Welt. Der zynisch anmutende Satz „Im Nahen Osten nichts Neues“ beschreibt leider ziemlich treffend die Gefahr unserer Gewöhnung an das eigentlich Unfassbare. Für Anleger sollte daraus jedoch nicht Gleichgültigkeit entstehen, sondern Aufmerksamkeit. Wer Risiken versteht, vorbereitet ist und gleichzeitig Chancen erkennt, schafft die beste Grundlage, sein Vermögen langfristig zu schützen und weiter aufzubauen.
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US-Schuldenfalle: Die Zinslast wird zum Risiko!
(15.08.26) Die Vereinigten Staaten haben eine historische Marke erreicht: Die US-Staatsverschuldung hat im August 2026 erstmals die Schwelle von 40 Billionen US-Dollar überschritten. Davon entfallen rund 32,3 Billionen Dollar auf öffentlich gehaltene Schulden, der Rest sind vor allem Verbindlichkeiten innerhalb staatlicher Systeme. Noch vor wenigen Jahren erschien die Marke von 40 Billionen Dollar weit entfernt – inzwischen ist sie Realität.
Der reine Schuldenstand ist allerdings nur ein Teil des Problems. Entscheidend ist zunehmend, was diese Schulden kosten. Die Nettozinsausgaben des US-Bundes dürften im laufenden Fiskaljahr 2026 bei rund 1 Billion US-Dollar liegen. Damit fließen inzwischen etwa 14 Prozent der gesamten Bundesausgaben allein in Zinszahlungen. Nach Berechnungen auf Basis der aktuellen CBO-Projektionen könnten die Nettozinsausgaben bis 2036 sogar auf rund 2,1 Billionen Dollar pro Jahr steigen.
Das bedeutet vereinfacht: Der amerikanische Staat gibt inzwischen mehr Geld für Zinsen aus als für zahlreiche zentrale staatliche Aufgaben. Bereits 2025 überschritten die Nettozinszahlungen erstmals die Marke von einer Billion Dollar und lagen damit sogar über den Verteidigungsausgaben. Zinsen schaffen jedoch keine neue Infrastruktur, keine Produktivität und keine staatlichen Leistungen – sie sind der Preis für Schulden, die in der Vergangenheit aufgenommen wurden.
Aus dem Schuldenproblem wird ein Zinsproblem
Besonders kritisch wird die Situation durch die laufende Refinanzierung bestehender Staatsschulden. Staatsanleihen haben feste Laufzeiten. Werden beispielsweise zehnjährige US-Staatsanleihen fällig, muss das Finanzministerium das Geld an die Anleger zurückzahlen. Da die USA regelmäßig hohe Haushaltsdefizite aufweisen, geschieht das in der Praxis häufig durch die Ausgabe neuer Staatsanleihen.
Genau hier liegt das Problem: Ein erheblicher Teil der auslaufenden Schulden wurde in Zeiten aufgenommen, als die Zinsen wesentlich niedriger lagen. Wird beispielsweise eine ältere Anleihe mit einem Zinssatz von 1,5 oder 2 Prozent durch eine neue Anleihe mit 4 oder 5 Prozent ersetzt, steigt die jährliche Zinsbelastung – selbst wenn der Schuldenstand zunächst überhaupt nicht wachsen würde.
Tatsächlich wächst der Schuldenstand aber zusätzlich weiter. Damit wirken zwei Effekte gleichzeitig: mehr Schulden und höhere Finanzierungskosten. Daraus kann sich ein gefährlicher Kreislauf entwickeln: Höhere Zinsausgaben vergrößern das Haushaltsdefizit, das Defizit zwingt den Staat zu zusätzlichen Kreditaufnahmen und diese neuen Schulden verursachen wiederum zusätzliche Zinszahlungen.
5 Prozent für 30 Jahre sind ein Warnsignal
Wie stark sich die Situation verändert hat, zeigt der Markt für langfristige US-Staatsanleihen. Die Rendite 30-jähriger Treasuries erreichte Ende Juli bereits 5,27 Prozent und stieg im August zeitweise sogar über 5,3 Prozent. Das sind Niveaus, die seit fast zwei Jahrzehnten kaum mehr zu beobachten waren.
Eine Rendite von mehr als 5 Prozent klingt für Anleger zunächst attraktiv. Für den größten Schuldner der Welt bedeutet sie allerdings etwas anderes: Neu aufgenommene langfristige Schulden werden erheblich teurer. Bei einer Billion Dollar zusätzlicher Schulden entspricht bereits ein Zinsniveau von 5 Prozent rechnerisch 50 Milliarden Dollar Zinskosten pro Jahr.
Hinzu kommt ein wichtiger psychologischer Faktor. Anleger verlangen für sehr lange Laufzeiten zunehmend einen höheren Risikoaufschlag. Schließlich müssen sie einschätzen, welche Inflation, Staatsverschuldung und Haushaltspolitik die USA in zehn, zwanzig oder dreißig Jahren aufweisen werden. Je größer diese Unsicherheit wird, desto höhere Renditen können Investoren verlangen.
Warum Washington die Renditen nicht ignorieren kann
Die Entwicklung ist inzwischen so relevant, dass selbst das US-Finanzministerium reagiert. Im August kündigte das Treasury an, die Rückkäufe bestimmter langlaufender Staatsanleihen zu verdoppeln, um die Liquidität im Markt zu unterstützen. Solche Maßnahmen können kurzfristig helfen, ändern aber nichts an den grundlegenden Ursachen aus Defiziten, Verschuldung und steigender Zinslast.
Das ist deshalb wichtig, weil die USA auf einen funktionierenden Treasury-Markt angewiesen sind. Jahr für Jahr müssen nicht nur neue Haushaltsdefizite finanziert, sondern zusätzlich gewaltige Mengen bestehender Anleihen refinanziert werden. Dafür braucht Washington dauerhaft Käufer – amerikanische Banken und Fonds ebenso wie Versicherungen, Pensionskassen, ausländische Zentralbanken und internationale Investoren.
Je weniger Anleger bereit sind, US-Staatsanleihen zu niedrigen Renditen zu kaufen, desto höher muss der angebotene Zins werden. Damit wird aus einem politischen Haushaltsproblem zunehmend ein Kapitalmarktproblem.
Hohe Treasury-Renditen treffen die gesamte Wirtschaft
Für Sie als Anleger ist entscheidend, dass sich dieser Effekt nicht auf Washington beschränkt. US-Staatsanleihen bilden einen zentralen Referenzzins für das weltweite Finanzsystem. Steigen deren Renditen, steigen häufig auch Finanzierungskosten für Unternehmen, Immobilienkäufer und Verbraucher. Reuters verweist aktuell unter anderem auf höhere Belastungen bei Hypotheken, Autokrediten und Unternehmensfinanzierungen.
Auch Aktienbewertungen reagieren darauf. Vereinfacht gesagt konkurriert eine Aktie immer mit der risikofreien beziehungsweise vergleichsweise risikoarmen Rendite von Staatsanleihen. Wenn Anleger mit US-Staatsanleihen plötzlich 5 Prozent erzielen können, müssen hoch bewertete Aktien deutlich attraktivere Renditechancen bieten, um dieses zusätzliche Risiko zu rechtfertigen.
Besonders empfindlich sind Unternehmen, deren Bewertung stark auf zukünftigen Gewinnen basiert. Deshalb können hohe langfristige Zinsen insbesondere wachstumsorientierte Technologieaktien belasten. Gleichzeitig geraten Unternehmen mit hohen Schulden und regelmäßigem Refinanzierungsbedarf stärker unter Druck.
Auch Anleihen sind nicht automatisch sicher
Ein weiterer wichtiger Punkt wird häufig unterschätzt: Steigende Zinsen können auch bei bestehenden Anleihen erhebliche Kursverluste verursachen. Das gilt besonders für lange Laufzeiten. Wer eine 30-jährige Anleihe mit niedrigem Kupon hält und plötzlich konkurrieren neue Papiere mit deutlich höheren Renditen, muss bei einem vorzeitigen Verkauf unter Umständen deutliche Kursabschläge akzeptieren.
Das bedeutet nicht, dass Anleger langlaufende Staatsanleihen grundsätzlich meiden sollten. Aber Sie sollten sich bewusst machen, dass Bonität und Kursrisiko zwei unterschiedliche Dinge sind. Selbst wenn die USA ihre Verpflichtungen vollständig bedienen, kann eine langfristige Treasury-Anleihe zwischenzeitlich erhebliche Kursbewegungen aufweisen.
Kurze Laufzeiten reagieren deutlich weniger empfindlich auf Zinsänderungen. Deshalb kann es in einem unsicheren Zinsumfeld sinnvoll sein, bei defensiven Anlagen stärker auf eine Staffelung verschiedener Laufzeiten zu achten, anstatt das gesamte Kapital langfristig zu binden.
Was Sie für Ihr Vermögen daraus ableiten können
Die amerikanische Schuldenentwicklung ist für Ihren Vermögensaufbau deshalb kein abstraktes volkswirtschaftliches Thema. Sie beeinflusst Zinsen, Aktienbewertungen, Immobilienmärkte, Währungen und letztlich auch die globale Liquidität. Die USA stellen noch immer den mit Abstand wichtigsten Kapitalmarkt der Welt.
Für Ihr Portfolio spricht dieses Umfeld deshalb vor allem für Diversifikation und Qualität. Unternehmen mit hohen freien Cashflows, soliden Bilanzen und begrenztem Refinanzierungsbedarf sind weniger abhängig von ständig verfügbarem billigem Kapital. Gleichzeitig können Liquiditätsreserven und kurzlaufende Zinspapiere wieder eine echte Renditekomponente darstellen.
Auch Sachwerte verdienen in diesem Zusammenhang Aufmerksamkeit. Gold, produktive Unternehmen, ausgewählte Immobilien und in begrenzter Beimischung auch digitale knappe Vermögenswerte wie Bitcoin können unterschiedliche Funktionen innerhalb einer langfristigen Vermögensstrategie übernehmen. Entscheidend ist dabei nicht die Wette auf einen unmittelbar bevorstehenden Zusammenbruch des Dollars – ein solches Szenario lässt sich seriös nicht prognostizieren –, sondern die Streuung staatlicher, geldpolitischer und währungspolitischer Risiken.
Der gefährliche Punkt ist nicht die Marke von 40 Billionen
Die Zahl von 40 Billionen Dollar erzeugt Aufmerksamkeit, sie ist wirtschaftlich aber nicht die entscheidende Grenze. Staaten funktionieren anders als Privathaushalte. Die USA verfügen über eine eigene Währung, einen riesigen Kapitalmarkt und mit dem US-Dollar weiterhin über die wichtigste internationale Reservewährung.
Problematisch wird Verschuldung vielmehr dann, wenn Zinskosten dauerhaft schneller wachsen als Staatseinnahmen und Wirtschaftsleistung. Genau darauf sollten Anleger achten. Die aktuelle CBO-Projektion zeigt, dass die Zinsausgaben von rund 14 Prozent der Bundesausgaben 2026 auf fast 19 Prozent im Jahr 2036 steigen könnten, wenn sich die grundlegenden Rahmenbedingungen nicht ändern.
Damit nimmt der finanzielle Spielraum Washingtons ab. Jeder zusätzliche Dollar für Zinsen steht nicht für Infrastruktur, Verteidigung, Sozialleistungen, Forschung oder Steuersenkungen zur Verfügung. Irgendwann bleiben politisch nur unangenehme Möglichkeiten: höhere Steuern, niedrigere Ausgaben, dauerhaft hohe Defizite oder eine Geldpolitik, die zumindest indirekt versucht, die reale Schuldenlast zu reduzieren.
Mein Fazit: Amerikas Zinsfalle wird zum Anlegerrisiko
Die USA haben inzwischen nicht mehr nur ein Schuldenproblem, sondern zunehmend ein Zins- und Refinanzierungsproblem. Die Marke von 40 Billionen Dollar ist dabei vor allem ein Symbol. Entscheidender ist, dass immer größere Schuldenberge zu deutlich höheren Zinssätzen finanziert werden müssen.
Solange Anleger bereit sind, amerikanische Staatsanleihen problemlos zu kaufen, ist das kein akuter Zusammenbruchmechanismus. Aber der Preis dieser Finanzierung steigt – und genau dieser Preis schlägt über höhere Kapitalmarktzinsen auf praktisch alle Anlageklassen durch.
Für Sie bedeutet das: Setzen Sie beim Vermögensaufbau stärker auf Diversifikation, solide Bilanzen, ausreichende Liquidität und unterschiedliche Anlageklassen. Vermeiden Sie eine einseitige Abhängigkeit von dauerhaft niedrigen Zinsen. Denn die eigentliche Gefahr der amerikanischen Schuldenfalle besteht möglicherweise nicht darin, dass Washington seine Schulden plötzlich nicht mehr bedienen kann – sondern darin, dass die Finanzierung dieser Schulden über Jahre hinweg immer größere Teile des Staatshaushalts und des weltweiten Kapitalmarktes beansprucht.
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Immobilienfonds unter Druck!
(08.08.26) Die Krise bei offenen Immobilienfonds verschärft sich. Im Jahr 2026 haben bereits mehrere kleinere Fonds die Rücknahme ihrer Anteile ausgesetzt oder die vollständige Abwicklung angekündigt. Innerhalb weniger Monate traf es unter anderem Wohn-, Büro- und Nahversorgungsfonds. Die Häufung zeigt: Es geht längst nicht mehr nur um einzelne problematische Immobilien, sondern um ein strukturelles Zusammenspiel aus Mittelabflüssen, verzögerten Wertkorrekturen und fehlender Liquidität.
Für Sie als Anleger ist dabei entscheidend: „Offen“ bedeutet bei einem Immobilienfonds nicht, dass Sie jederzeit sicher an Ihr Geld kommen. Zwar können grundsätzlich laufend Anteile gekauft und zurückgegeben werden. Da der Fonds jedoch überwiegend in Gebäude investiert, lässt sich das Vermögen nicht kurzfristig zu Geld machen. Eine Immobilie kann nicht wie eine Aktie innerhalb von Sekunden verkauft werden.
Übersteigen die Rückgabewünsche der Anleger die verfügbaren Bankguthaben und Verkaufserlöse, darf oder muss die Fondsgesellschaft die Anteilsrücknahme aussetzen. Während dieses Rücknahmestopps bleibt Ihr Kapital gebunden. Reicht die Liquidität auch nach längerer Zeit nicht aus, kann daraus eine vollständige Abwicklung des Fonds entstehen.
Sechs Fonds mit erheblichen Problemen
Zu den betroffenen Produkten gehören der Wertgrund WohnSelect D, der Fokus Wohnen Deutschland und der UBS (D) Euroinvest Immobilien, bei denen die Rücknahme von Anteilen ausgesetzt wurde. Hinzu kommen der Habona Nahversorgungsfonds Deutschland sowie der Leading Cities Invest und der Aachener Spar- und Stiftungsfonds, für die eine Abwicklung beziehungsweise die Beendigung der Verwaltung angekündigt wurde.
Beim Leading Cities Invest war das Fondsvolumen von mehr als einer Milliarde Euro im Jahr 2022 auf zuletzt nur noch rund 330 Millionen Euro gefallen. Das Management verkaufte zahlreiche Immobilien, um die Rückgabewünsche der Anleger bedienen zu können. Dennoch reichte die Perspektive offenbar nicht mehr aus, um den Fonds dauerhaft fortzuführen. Der Anbieter hatte bereits zuvor auf gestiegene Anteilkündigungen und umfangreiche Immobilienverkäufe hingewiesen.
Auch der UBS (D) Euroinvest Immobilien war bereits über viele Jahre stark geschrumpft. Sein Volumen sank seit 2010 von ungefähr 2,5 Milliarden Euro auf zuletzt weniger als 400 Millionen Euro. Im März 2026 wurden sowohl die Ausgabe neuer Anteile als auch die Rücknahme bestehender Anteile ausgesetzt. Damit können Anleger derzeit weder regulär aussteigen noch neue Anteile erwerben.
Liquidität ist der entscheidende Engpass
Das Grundproblem offener Immobilienfonds liegt im Gegensatz zwischen täglich oder regelmäßig bewerteten Fondsanteilen und schwer verkäuflichen Immobilien. Anleger erwarten die Auszahlung ihres Geldes zu einem festgelegten Rücknahmetermin. Die Fondsgesellschaft muss dafür jedoch ausreichend liquide Mittel vorhalten oder Gebäude verkaufen.
Liquidität bezeichnet Vermögen, das kurzfristig zur Verfügung steht. Dazu zählen vor allem Bankguthaben und leicht verkäufliche Wertpapiere. Immobilien sind dagegen illiquide: Verkaufsverhandlungen, Prüfungen, Finanzierung und notarielle Abwicklung können viele Monate dauern. Unter Zeitdruck sinkt zudem häufig der erzielbare Preis.
Genau daraus kann eine gefährliche Abwärtsspirale entstehen. Fordern viele Anleger gleichzeitig ihr Geld zurück, muss der Fonds verkaufen. Liegen die erzielbaren Verkaufspreise unter den bisherigen Gutachterwerten, folgen Abwertungen. Diese schwächere Wertentwicklung kann weitere Anleger zum Ausstieg bewegen, wodurch der Verkaufsdruck erneut steigt.
Warum Gutachterwerte problematisch werden können
Die Immobilien in offenen Fonds werden regelmäßig durch unabhängige Sachverständige bewertet. Aus diesen Verkehrswerten wird gemeinsam mit den übrigen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten der Nettoinventarwert berechnet.
Dieser wird häufig mit der englischen Abkürzung NAV für „Net Asset Value“ bezeichnet.
Ein Gutachterwert ist jedoch kein garantierter Verkaufspreis. Er beruht auf Annahmen zu Mieteinnahmen, Leerständen, Instandhaltungskosten, Marktrenditen und der künftigen Entwicklung des Standorts. Verändert sich das Zins- und Marktumfeld schnell, können diese modellbasierten Bewertungen der Realität hinterherlaufen.
Erst ein konkretes Bieterverfahren zeigt, welchen Preis Käufer tatsächlich zahlen. Bei einzelnen Verkäufen mussten Fonds ihre bisherigen Bewertungen vor dem Abschluss deutlich reduzieren. Das ist für Anleger besonders kritisch, weil Rückgaben und Gebühren zuvor möglicherweise noch auf höheren rechnerischen Werten beruhten.
Zinswende belastet Immobilienwerte
Die abrupte Zinswende seit 2022 hat den Immobilienmarkt grundlegend verändert. Steigende Finanzierungskosten verringern die Zahlungsbereitschaft potenzieller Käufer. Gleichzeitig werden Anleihen und Festgeld als Alternativen attraktiver, sodass Immobilien eine höhere Rendite bieten müssen.
Eine höhere geforderte Rendite führt rechnerisch zu niedrigeren Immobilienwerten. Vereinfacht ausgedrückt: Erzielt ein Gebäude jährlich eine Nettomiete von einer Million Euro und verlangen Investoren eine Rendite von vier Prozent, ergibt sich ein rechnerischer Wert von 25 Millionen Euro. Bei einer geforderten Rendite von fünf Prozent sinkt der Wert auf 20 Millionen Euro.
Zusätzlich belasten hohe Bau-, Energie- und Sanierungskosten viele Objekte. Besonders betroffen sind Gebäude mit schlechter Energieeffizienz, hohem Modernisierungsbedarf oder unsicheren Anschlussvermietungen. Büroimmobilien stehen außerdem unter Druck, wenn Unternehmen wegen Homeoffice und Kostensenkungen weniger Fläche benötigen.
Frühzeitiges Gegensteuern ist wichtig
Kritisch wird es, wenn ein Fonds trotz wachsender Rückgabewünsche lange an seinem Immobilienbestand festhält oder sogar weitere Gebäude erwirbt. Zukäufe binden Liquidität, die später für die Auszahlung ausscheidender Anleger fehlt. Gleichzeitig kann der Verkauf zu spät beginnen, wenn sich die Marktbedingungen bereits deutlich verschlechtert haben.
Bei mehreren betroffenen Fonds war schon längere Zeit erkennbar, dass das Fondsvolumen schrumpfte oder die Rückgabeverlangen zunahmen. Trotzdem wurden teilweise nur wenige Objekte verkauft oder Bestände zunächst weiter ausgebaut. Dadurch entstand der Eindruck, dass die notwendige Anpassung an das veränderte Marktumfeld nicht konsequent genug erfolgte.
Eine rechtzeitige Verkaufsstrategie garantiert zwar keine guten Preise. Sie kann jedoch verhindern, dass ein Fonds später unter noch höherem Zeitdruck verkaufen muss. Für Anleger ist deshalb nicht nur die ausgewiesene Rendite wichtig, sondern auch die Entwicklung der Liquiditätsquote, der Mittelzuflüsse und der bereits gekündigten Fondsanteile.
Was eine Abwicklung für Sie bedeutet
Wird ein Immobilienfonds abgewickelt, verkauft die Fondsgesellschaft schrittweise sämtliche Gebäude und verteilt die verfügbaren Erlöse an die Anleger. Sie erhalten Ihr Kapital nicht unbedingt in einer einzigen Zahlung zurück. Stattdessen erfolgen häufig mehrere Ausschüttungen über einen längeren Zeitraum.
Eine solche Abwicklung kann Jahre dauern. Immobilien sollen möglichst nicht zu jedem Preis verkauft werden, gleichzeitig fallen weiterhin Verwaltungs-, Instandhaltungs- und Finanzierungskosten an. Auch schwächere Vermietungen oder notwendige Sanierungen können den späteren Erlös reduzieren.
Der zuletzt veröffentlichte Anteilspreis sagt daher nicht sicher voraus, wie viel Geld Sie am Ende zurückbekommen. Entscheidend sind die tatsächlich erzielten Verkaufspreise, bestehende Kredite, laufende Kosten und mögliche weitere Abwertungen. Verluste werden häufig erst im Verlauf der Verkäufe vollständig sichtbar.
Börsenverkauf mit massivem Preisabschlag
Anteile einiger offener Immobilienfonds können während eines Rücknahmestopps weiterhin über die Börse verkauft werden. Dabei kauft jedoch nicht die Fondsgesellschaft Ihre Anteile zurück. Sie benötigen einen anderen Anleger, der bereit ist, sie zu übernehmen.
Der Börsenkurs kann erheblich unter dem offiziellen Rücknahmepreis beziehungsweise Nettoinventarwert liegen. Dieser Abschlag ist kein Zufall, sondern spiegelt die Unsicherheit über künftige Abwertungen, Verkaufserlöse und die Dauer der Kapitalbindung wider.
Ein Börsenverkauf kann Ihnen zwar schneller Liquidität verschaffen, realisiert aber möglicherweise einen hohen Verlust. Sie sollten daher vergleichen, welcher Abschlag verlangt wird und welche Risiken Sie bei einem weiteren Halten tragen. Eine pauschal richtige Entscheidung gibt es nicht.
Mindesthaltefrist bietet keinen Vollschutz
Für viele offene Immobilienfonds gilt eine gesetzliche Mindesthaltefrist von 24 Monaten. Zusätzlich muss die Rückgabe in der Regel zwölf Monate im Voraus unwiderruflich angekündigt werden. Diese Regeln sollen verhindern, dass Anleger massenhaft kurzfristig Geld abziehen.
Die Fristen verbessern die Planbarkeit für das Management, beseitigen das Liquiditätsrisiko jedoch nicht. Wenn über längere Zeit mehr Anleger aussteigen als neue Gelder zufließen, sammeln sich Rückgabeverlangen an. Reichen die vorhandenen Mittel und Verkaufserlöse nicht aus, kann es trotz der langen Vorlaufzeit zu einer Aussetzung kommen.
Auch eine rechtzeitig eingereichte Kündigung schützt nicht zwingend vor einem Rücknahmestopp. Fällt der vorgesehene Auszahlungstermin in die Phase der Aussetzung, kann die tatsächliche Rückzahlung später erfolgen. Im Extremfall geht der Fonds zuvor in die Abwicklung über.
Ratings kritisch hinterfragen
Mehrere inzwischen geschlossene oder abzuwickelnde Fonds hatten zuvor noch Ratings erhalten, die ein ausgewogenes Verhältnis von Chancen und Risiken signalisierten. Das wirft die Frage auf, ob wachsende Liquiditätsprobleme und verzögerte Wertanpassungen rechtzeitig ausreichend berücksichtigt wurden.
Ein Rating ist eine standardisierte Einschätzung, keine Garantie. Es basiert auf verfügbaren Daten, qualitativen Bewertungen und Annahmen zur künftigen Entwicklung. Verschlechtert sich der Markt schneller als erwartet oder sind Immobilienwerte zu optimistisch angesetzt, kann das Urteil zu spät angepasst werden.
Sie sollten Ihre Anlageentscheidung deshalb niemals ausschließlich auf Auszeichnungen, Ratings oder Vertriebsmaterialien stützen. Prüfen Sie auch, wer eine Bewertung beauftragt und bezahlt hat. Ein möglicher wirtschaftlicher Interessenkonflikt macht ein Rating nicht automatisch falsch, sollte aber transparent berücksichtigt werden.
Auch große Fonds sind nicht immun
Bislang sind vor allem kleinere Fonds unmittelbar von Schließungen und Abwicklungen betroffen. Das bedeutet jedoch nicht, dass große Produkte automatisch sicher sind. Auch dort können anhaltende Mittelabflüsse zu verstärkten Immobilienverkäufen und späteren Wertkorrekturen führen.
Größere Fonds verfügen meist über breiter gestreute Portfolios, mehr Liquidität und besseren Zugang zu Finanzierungsmöglichkeiten. Gleichzeitig können sie wegen ihrer Größe nicht beliebig schnell reagieren. Müssen große Volumina verkauft werden, finden sich nicht jederzeit ausreichend Käufer zu akzeptablen Preisen.
Die entscheidende Frage lautet daher nicht, ob ein Fonds groß oder bekannt ist. Entscheidend ist, ob seine Liquidität zu den angekündigten Rückgaben passt, wie realistisch die Immobilien bewertet sind und wie schnell das Management auf veränderte Bedingungen reagiert.
Diese Kennzahlen sollten Sie prüfen
Achten Sie zunächst auf die Entwicklung des Fondsvermögens. Ein über Jahre sinkendes Volumen kann auf anhaltende Mittelabflüsse hinweisen. Prüfen Sie außerdem, wie hoch die frei verfügbare Liquidität ist und welche Rückgabewünsche bereits für die kommenden Monate angekündigt wurden.
Betrachten Sie anschließend die Immobilienverkäufe. Entscheidend ist nicht nur, ob Objekte veräußert wurden, sondern zu welchen Preisen im Verhältnis zu den vorherigen Gutachterwerten. Wiederholte Sonderbewertungen kurz vor einem Verkauf sind ein Warnsignal dafür, dass die bisherigen Buchwerte möglicherweise zu hoch waren.
Wichtig sind auch Leerstandsquote, Kreditquote, auslaufende Mietverträge und Sanierungsbedarf. Eine hohe Vermietungsquote allein genügt nicht. Langfristige Verträge mit bonitätsstarken Mietern sind wertvoller als kurzfristige Mietverhältnisse bei Gebäuden, die anschließend umfangreich modernisiert werden müssen.
Meine Einschätzung: Die aktuellen Rücknahmestopps und Abwicklungen markieren eine ernste Vertrauenskrise für offene Immobilienfonds. Das Kernproblem ist nicht allein die Zinswende. Besonders belastend ist, dass Wertkorrekturen teilweise erst dann sichtbar werden, wenn Gebäude tatsächlich verkauft werden müssen.
Für Sie als Anleger bedeutet das: Behandeln Sie offene Immobilienfonds nicht wie jederzeit verfügbares Tagesgeld und auch nicht wie schwankungsarme Ersatzanleihen. Hinter den scheinbar ruhigen Anteilspreisen stehen illiquide Sachwerte, deren tatsächlicher Marktwert oft erst bei einem Verkauf erkennbar wird.
Mein Rat lautet: Prüfen Sie bestehende Positionen jetzt anhand der Liquidität, der Mittelabflüsse, der Verkaufsaktivitäten und der Differenz zwischen Gutachter- und Verkaufspreisen. Konzentrieren Sie Ihr Immobilienvermögen nicht auf einen einzigen Fonds. Und investieren Sie dort nur Kapital, auf das Sie langfristig verzichten können – denn eine formale Rückgabefrist garantiert noch keine pünktliche Auszahlung.
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Volksbanken unter Druck!
(20.02.26) Immer deutlicher zeigt sich: Auch im genossenschaftlichen Bankensektor nehmen die Belastungen zu. Immer mehr Volks- und Raiffeisenbanken benötigen Unterstützung, engere Begleitung oder zumindest besondere Aufmerksamkeit. Auffällig ist dabei, dass die Probleme vielfach nicht durch ein plötzliches globales Finanzbeben ausgelöst wurden, sondern durch hausgemachte Risiken, Managementfehler, problematische Immobilienengagements, mangelhafte Kontrolle und eine teils zu offensive Wachstumsstrategie.
Der aktuelle Fall der Volksbank BraWo zeigt, wie angespannt die Lage inzwischen auch im genossenschaftlichen Sektor geworden ist. Vorstandschef Jürgen Brinkmann wurde mit sofortiger Wirkung freigestellt. Zugleich will das Institut vorsorglich die Sicherungseinrichtung des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken in Anspruch nehmen. Das ist ein bemerkenswerter Vorgang, denn gerade Volks- und Raiffeisenbanken gelten bei vielen Sparern, Anlegern und Mittelständlern traditionell als besonders solide, regional verwurzelt und bodenständig.
Der Fall BraWo ist kein isoliertes Ereignis
Doch die Volksbank BraWo ist kein Einzelfall. In den vergangenen Jahren mussten bereits mehrere Institute aus dem Genossenschaftssektor gestützt, begleitet oder besonders eng überwacht werden. Dazu zählen unter anderem die VR-Bank Bad Salzungen Schmalkalden, die Raiffeisenbank im Hochtaunus, die Volksbank Düsseldorf Neuss, die Volksbank Dortmund-Nordwest und die Raiffeisenbank Bad Schussenried-Aulendorf.
Natürlich ist nicht jeder Fall identisch. Die Ursachen, Größenordnungen und konkreten Belastungen unterscheiden sich von Institut zu Institut. Dennoch ist das Gesamtbild relevant: Wenn ein Sicherungssystem häufiger gefordert ist, dann handelt es sich nicht mehr nur um technische Einzelvorgänge. Dann entsteht ein strukturelles Warnsignal, das Bankkunden, Anleger und Unternehmer ernst nehmen sollten.
Immobilienrisiken werden zum Belastungstest
Besonders kritisch ist das veränderte Immobilienumfeld. Über viele Jahre profitierten Banken von niedrigen Zinsen, steigenden Immobilienpreisen und einer hohen Kreditnachfrage. Dieses Umfeld hat sich grundlegend verändert. Höhere Finanzierungskosten, sinkende Immobilienbewertungen, schwächere Projektentwickler, gestiegene Baukosten und zunehmende Kreditausfälle machen Risiken sichtbar, die in der Niedrigzinsphase teilweise überdeckt wurden.
Gerade Institute mit hoher regionaler Konzentration oder starkem Engagement im Immobilienbereich können dadurch unter Druck geraten. Wenn Sicherheiten an Wert verlieren, Anschlussfinanzierungen schwieriger werden und Kreditnehmer ihre Belastungen nicht mehr zuverlässig tragen können, verschlechtert sich die Risikolage schnell. Dann entscheidet sich, wie konservativ eine Bank in der Vergangenheit tatsächlich gearbeitet hat.
Die Rechtsform schützt nicht vor Fehlentscheidungen
Der Begriff Genossenschaft vermittelt vielen Menschen ein Gefühl von Sicherheit. Das ist nachvollziehbar, denn Volks- und Raiffeisenbanken sind häufig fest in ihrer Region verankert, kennen ihre Kunden persönlich und spielen für Mittelstand, Handwerk, Landwirtschaft und Privatkunden eine wichtige Rolle. Doch die Rechtsform allein schützt nicht vor Fehlentscheidungen.
Entscheidend ist nicht, ob eine Bank genossenschaftlich, privatwirtschaftlich oder öffentlich-rechtlich organisiert ist. Entscheidend sind die Qualität der Führung, die Solidität der Kreditprüfung, die Unabhängigkeit der Kontrolle, die Transparenz der Bilanz und die Disziplin im Risikomanagement. Eine Genossenschaftsbank kann sehr solide geführt sein. Sie kann aber ebenso in Schwierigkeiten geraten, wenn Risiken unterschätzt, Warnsignale ignoriert oder Kontrollen zu spät verschärft werden.
Sicherungssysteme sind wichtig – aber kein Freibrief
Der genossenschaftliche Finanzverbund verfügt über starke Sicherungsmechanismen. Das ist ein bedeutender Stabilitätsfaktor. Für Kunden ist es beruhigend, dass es innerhalb des Verbundes Schutzsysteme gibt, die in Krisensituationen eingreifen können. Genau diese Solidarstruktur ist ein wichtiger Grund, warum der Sektor insgesamt weiterhin als widerstandsfähig gilt.
Doch Sicherungssysteme dürfen nicht missverstanden werden. Sie sind kein Freibrief für riskante Experimente, überdimensionierte Wachstumsstrategien oder schwache interne Kontrolle. Wenn einzelne Institute zu hohe Risiken eingehen, werden am Ende die Solidargemeinschaft und damit indirekt der gesamte Verbund belastet. Deshalb müssen Problemfälle konsequent aufgearbeitet werden – nicht nur im Interesse der betroffenen Bank, sondern im Interesse aller Kunden und Mitglieder.
Was Bankkunden jetzt prüfen sollten
Für Sie als Bankkunde bedeutet das nicht, in Panik zu verfallen. Es bedeutet aber, genauer hinzuschauen. Vertrauen ist gut, Prüfung ist besser – auch bei Instituten, die seit Jahrzehnten als bodenständig gelten. Prüfen Sie insbesondere, ob Sie größere Guthaben auf mehrere Banken verteilen sollten. Achten Sie auf die gesetzliche Einlagensicherung und zusätzliche Sicherungssysteme. Hinterfragen Sie, ob Sie bei einer einzigen Bank zu stark konzentriert sind – etwa mit Girokonto, Tagesgeld, Depot, Immobilienfinanzierung und betrieblichen Konten zugleich.
Je größer Ihre Vermögenswerte sind, desto wichtiger wird eine klare Bankendiversifikation. Auch Unternehmer sollten ihre Liquidität nicht vollständig bei nur einem Institut halten. Gerade Betriebsmittel, Rücklagen, Steuerzahlungen und kurzfristig benötigte Liquidität sollten so strukturiert sein, dass ein Problem bei einer Bank nicht sofort die eigene Handlungsfähigkeit gefährdet.
Banken-Checkliste: Achten Sie auf folgende Punkte:
1. Einlagen verteilen: Halten Sie größere Guthaben nicht unnötig konzentriert bei nur einer Bank.
2. Sicherungssysteme prüfen: Informieren Sie sich, welche Einlagensicherung konkret greift. Setzen Sie auch auf Auslandsbanken in soliden Ländern wie der Schweiz oder dem Fürstentum Liechtenstein.
3. Depotstruktur trennen: Wertpapiere gehören rechtlich in der Regel zum Sondervermögen, dennoch ist eine saubere Depotstruktur wichtig.
4. Immobilienfinanzierungen beobachten: Prüfen Sie Zinsbindung, Anschlussfinanzierung und Belastbarkeit Ihrer Finanzierung.
5. Bankabhängigkeit reduzieren: Nutzen Sie bei größeren Vermögen oder unternehmerischer Liquidität mehrere Bankverbindungen.
6. Warnsignale ernst nehmen: Häufen sich negative Berichte über ein Institut, sollten Sie Ihre eigene Risikoposition überprüfen.
7. Nicht nur auf Tradition vertrauen: Auch alteingesessene Regionalbanken oder Sparkassen können Fehler machen.
Mein Fazit: Der genossenschaftliche Bankensektor bleibt ein wichtiger Stabilitätsanker in Deutschland. Viele Volks- und Raiffeisenbanken arbeiten solide, regional verantwortungsbewusst und kundenorientiert. Doch der aktuelle Fall der Volksbank BraWo und weitere Problemfälle zeigen: Auch dieser Sektor ist keine unangreifbare Stabilitäts-Oase mehr.
Für Sie als Anleger, Sparer und Unternehmer zählt deshalb nicht das Image einer Bank, sondern ihre tatsächliche Solidität. Die entscheidenden Fragen lauten: Wie gut ist das Risikomanagement? Wie konservativ wurde finanziert? Wie transparent wird kommuniziert? Und wie stark sind Sie selbst von einem einzelnen Institut abhängig? Vertrauen bleibt wichtig. Aber blindes Vertrauen ist im aktuellen Finanzumfeld keine Strategie. Wer sein Vermögen schützen will, sollte auch bei scheinbar sicheren Banken regelmäßig prüfen, diversifizieren und klare Risikogrenzen ziehen.
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Stille Enteignung: Schulden, Geldsystem und Kaufkraft!
(23.10.25) Unser heutiges Geldsystem beruht im Kern auf Geldschöpfung durch Kreditvergabe. Neues Geld entsteht überwiegend dann, wenn Banken Kredite vergeben – an Unternehmen, private Haushalte oder Staaten. Dieser Mechanismus sorgt seit Jahrzehnten dafür, dass sich die Geldmengen kontinuierlich ausweiten. Was auf den ersten Blick Wachstum ermöglicht, hat eine Kehrseite: Steigt die Geldmenge schneller als die reale Wirtschaftsleistung, verliert Geld an Kaufkraft. Inflation ist damit kein Zufall, sondern systemimmanent.
Für die Bürger wird diese Entwicklung im Alltag spürbar. Energie, Lebensmittel, Mieten und Dienstleistungen werden teurer, während Sparguthaben real an Wert verlieren. Die schleichende Entwertung trifft vor allem jene, die ihr Vermögen überwiegend in nominalen Währungen halten. Vor diesem Hintergrund ist der Blick auf die Staatsverschuldung zentral, denn Staaten sind einer der größten Schuldner – und zugleich Taktgeber der Geldpolitik.
Deutschland im internationalen Vergleich
Trotz zusätzlicher Kreditprogramme und Sondertöpfe in dreistelliger Milliardenhöhe liegt Deutschland im internationalen Vergleich der Staatsverschuldung – gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP) – nur im hinteren Mittelfeld. Doch dieser relative Befund darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass weltweit eine neue Schuldenära angebrochen ist. Viele Länder haben inzwischen Schuldenstände erreicht, die ihre wirtschaftliche Handlungsfähigkeit langfristig einschränken.
Die zehn am höchsten verschuldeten Staaten (Schuldenquote in % des BIP)
1. Japan – ca. 230 %: Extrem hohe Quote, aber besondere Struktur: Ein Großteil der Schulden wird im Inland gehalten, die Zinsen sind niedrig, und das Land ist zugleich bedeutender globaler Gläubiger.
2. Sudan – ca. 222 %: Politische Instabilität, Konflikte und Misswirtschaft prägen die Lage trotz bereits erfolgter Schuldenerleichterungen.
3. Singapur – ca. 176 %: Strategische Verschuldung: Die Mittel fließen in Zukunftsprojekte und staatliche Vermögensfonds – ein Sonderfall unter den Schuldnern.
4. Venezuela – ca. 164 %: Reich an Rohstoffen, aber belastet durch Sanktionen, Wirtschaftskrise und extreme Inflation.
5. Libanon – ca. 164 %: In vielen Ländern wie diesem übersteigen die Zinslasten bereits die Ausgaben für Bildung und Gesundheit.
6. Griechenland – ca. 147 %: Fortschritte bei Reformen, aber weiterhin hohe strukturelle Altlasten.
7. Bahrain – ca. 143 %: Sinkende Öleinnahmen und steigende Abgaben belasten Wirtschaft und Bevölkerung.
8. Italien – ca. 137 %: Hohe Schulden durch jahrzehntelange Defizite und schwache Produktivitätszuwächse.
9. Malediven – ca. 132 %: Stark vom Tourismus abhängig und damit anfällig für externe Schocks.
10. Mosambik – ca. 131 %: Hoher Investitionsbedarf im Rohstoffsektor treibt die Verschuldung.
Schulden heute – Belastungen morgen
Staatsschulden sind nicht abstrakt. Sie bedeuten künftige Steuerlasten, geringere Spielräume und oft höhere Inflation. Die Lasten werden dabei schrittweise auf kommende Generationen verlagert. Je stärker Staaten auf neue Schulden setzen, desto größer wird der Druck auf Währungen – und damit auf die Kaufkraft der Bürger.
Mein Fazit: Kapitalschutz wird zur Pflicht
In einem System, das auf stetig wachsender Verschuldung basiert, ist Vermögen ohne Schutzmechanismen besonders verwundbar. Die Kombination aus Geldmengenausweitung, struktureller Staatsverschuldung und Kaufkraftverlust macht deutlich:
Wirkungsvolle Kapitalschutz-Strategien sind kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit. Wer Vermögen langfristig sichern will, muss diese makroökonomischen Realitäten berücksichtigen und entsprechend handeln.
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Zentralbanken verkaufen Staatsanleihen!
(18.04.25) Nicht nur Deutschland macht massiv neue Schulden. Das Volumen der Staatsanleiheemissionen in den Industrieländern hat sich in den vergangenen zehn Jahren nahezu verdoppelt: Es stieg von 8 Billionen US-Dollar im Jahr 2014 auf 15,7 Billionen US-Dollar im Jahr 2024. Für das laufende Jahr wird ein weiterer Anstieg auf 17 Billionen US-Dollar erwartet.
Experten der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) warnen: Die globalen Anleihemärkte stehen vor schwierigen Zeiten. Die Renditen sind in mehreren bedeutenden Märkten für Staatsanleihen trotz sinkender Leitzinsen gestiegen – bei gleichzeitig weiter zunehmender Staatsverschuldung.
Zentralbanken ziehen sich zurück
Während die Welt und zahlreiche Länder in immer mehr Schulden versinken, ist in den OECD-Ländern der Anteil der Zentralbanken an inländischen Staatsanleihen von 29 % der gesamten ausstehenden Schulden im Jahr 2021 auf nur noch 19 % im Jahr 2024 gesunken.
Gleichzeitig stieg der Anteil inländischer Haushalte von 5 % auf 11 % sowie der Anteil ausländischer Investoren von 29 % auf 34 %. Um das aktuelle Schuldenniveau zu halten, müssten laut OECD entweder bestehende Investoren mehr Anleihen kaufen oder neue Anleger in den Markt eintreten.
Gefahr für private Anleger
Für mich ist der Rückzug der Zentralbanken ein deutliches Alarmsignal. Anleihen, die sich im Besitz von Privatpersonen befinden – etwa über Renten- und Lebensversicherungen –, könnten im Krisenfall weit einfacher zur Rettung der Staaten herangezogen werden. In diesem Zusammenhang stellen insbesondere die sogenannten CAC-Klauseln (Collective Action Clauses) bei europäischen Staatsanleihen eine versteckte Gefahr für Ihr Vermögen dar.
Mit dieser wichtigen und hochaktuellen Thematik befasse ich mich in meinem aktuellen Kapitalschutz-Podcast auf meinem YouTube-Kanal „Markus Miller “.
https://youtu.be/H7k74ePxOwY?si=iVEXsHF020ko3Kcs
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Zurück nach 1910
(03.04.25) Am 2. April 2025, verkündete Donald Trump umfassende neue Zölle, die er als „Liberation Day“ – also als „Tag der Befreiung“ – bezeichnete. Diese rhetorische Wortwahl ist vollkommen unangebracht. Ich persönlich verbinde mit dem „Tag der Befreiung“ den 8. Mai 1945, das Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa und die Befreiung von der nationalsozialistischen Diktatur.
Trump nutzt ganz bewusst diese historische Assoziation, um seine Maßnahmen als vermeintliche Befreiung von schädlichen Importen, Handelsdefiziten und wirtschaftlichen Abhängigkeiten vom Ausland zu inszenieren. Der Begriff ist bewusst emotional und patriotisch gewählt – er steht sinnbildlich für den nationalistischen „America First“-Kurs und den zunehmend gefährlichen Trumpismus. Der gestrige Tag könnte sich als Wendepunkt und möglicher Auslöser eines globalen Handelskriegs herausstellen.
Reziproke Handelsmaßnahmen nach dem Prinzip „Wie du mir, so ich dir“
Donald Trump stellte während der gestrigen Pressekonferenz eine Tafel vor, die die neuen "reziproken" Zölle für verschiedene Länder veranschaulicht. Mit der Einführung eines allgemeinen Zollsatzes von 10 % auf nahezu alle Importe und zusätzlichen "reziproken" Zöllen für bestimmte Länder, wie beispielsweise 34 % auf chinesische Waren, erhöht sich der durchschnittliche US-Zollsatz auf etwa 23 %. Dies ist der höchste Stand seit dem Jahr 1910.
Ich schließe mich der überwiegend pauschal negativen Kritik an Donald Trumps Maßnahmen in der deutschsprachigen Medienlandschaft allerdings nicht an. Die Systematik reziproker Zölle ist für mich grundsätzlich nachvollziehbar – nach dem einfachen Prinzip: „Wie du mir, so ich dir.“ Nach dem Ende des Kalten Krieges bewegte sich die Welt über Jahrzehnte hinweg in Richtung mehr Offenheit und weniger Handelshemmnisse – davon profitierte insbesondere Deutschland sehr stark.
US-Zölle treffen Europa und Deutschland massiv
Die neuen US-Zölle treffen jetzt zahlreiche europäische Branchen, von der Automobilindustrie über den Maschinenbau bis hin zu Sportartikeln. Nun drohen Protektionismus, neue Konflikte und Kriege – von Handelskriegen bis hin zu Cyberkriegen! Mit dieser wichtigen und hochaktuellen Thematik befasse ich mich in meinem aktuellen Kapitalschutz-Podcast auf meinem YouTube-Kanal „Markus Miller“.
https://youtu.be/SR9BCgzFpyo?si=aUgyaoQSgjz61RzH
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Kapitalschutz durch Antifragilität!
(04.07.24) Im Jahr 2019 habe ich mein Buch „Finanzielle Selbstverteidigung“ geschrieben. Dabei habe ich einen Schwerpunkt auf die Stärkung der Resilienz meiner Leser als Bürger, Steuerzahler und Vermögensinhaber gelegt. Unter Resilienz versteht man ganz grundlegend eine psychische Widerstandsfähigkeit, die Fähigkeit Krisen zu bewältigen und diese durch einen Rückgriff auf persönliche und sozial vermittelte Ressourcen für die eigene Entwicklung zu nutzen. Das Thema Resilienz und deren Stärkung lässt sich auf alle Bereiche unseres täglichen Lebens übertragen.
Allen voran auf wirtschaftliche und finanzielle Ereignisse. Aber auch auf die in Meilenstiefeln immer weiter fortschreitende Digitalisierung, die dabei ist, viele gewohnte Dinge abzuschaffen, wie beispielsweise unser Bargeld oder das Bankensystem in der Form, wie wir es derzeit noch kennen. Heute bin ich mehr als je zuvor davon überzeugt, dass die vielschichtige Stärkung Ihrer Widerstandsfähigkeit eine tragende Säule für die Umsetzung wirkungsvoller Kapitalschutz-Strategien darstellt.
Zahlreiche Prognosen erweisen sich als Schall und Rauch!
Zu Zeiten der letzten großen Finanzkrise im Jahr 2008 habe ich den Weltbestseller „Der Schwarze Schwan“ von Nassim Nicholas Taleb gelesen. Darin geht es um die Macht höchst unwahrscheinlicher Ereignisse wie beispielsweise den Terroranschlägen des 11.09.2001. Dieses Buch hat bei mir dazu geführt, dass ich seither alle Prognosemodelle mit großer Vorsicht bewerte, weil unsere globale Welt nicht rational ist, sondern chaotisch, überraschend und unberechenbar.
Die Corona-Pandemie, der Ausbruch des Ukraine-Kriegs oder die Eskalation im Nahen Osten waren zuletzt weitere Belege dafür. Die Prognosen von Börsengurus und hochgebildeten Risikomanagern bei Banken und Versicherungen, Entscheidungsträgern in Politik und bei den Notenbanken basieren auf unzähligen Variablen. Belastbar sind diese Prognosen für mich jedenfalls nicht.

Alles was nicht antifragil ist wird verschwinden
Deswegen befasse ich mich ebenfalls seit Jahren mit dem Thema „Antifragilität“ als Kapitalschutz-Strategie. Prof. Taleb liefert im gleichnamigen Buch Antworten auf die Herausforderungen unsicherer Zeiten. Antifragilität bedeutet, Ungewissheit und Zufälle nicht um jeden Preis abzuwehren, sondern sie stattdessen in Stärken umzumünzen. Antifragilität ist also weit mehr als Robustheit oder Resilienz, weil es gerade in Krisenzeiten an Stärke gewinnt und immun ist gegenüber falschen Vorhersagen.
Alles, was nicht antifragil ist, wird hingegen im Laufe der Zeit verschwinden – zum Beispiel auch alles, was zu kompliziert konstruiert ist. Taleb hat mir durch sein Buch nochmals das Bewusstsein gestärkt, warum Schulden uns schaden, kleine und einfache Strukturen weit besser sind als große und komplizierte und warum Stadtstaaten besser sind als Nationen. All diese Themenbereiche sind daher Grundlagen für meine umfassenden Kapitalschutz-Empfehlungen.
Die globale Welt bleibt fragil!
Mit über 100 Jahren Erfahrung und einem umfangreichen internationalen Netzwerk ist das Unternehmen Coface führend in der Warenkreditversicherung und im Forderungsmanagement, einschließlich dem Inkasso und Wirtschaftsinformationen. Die fundierten Analysen von Coface nutze ich als regelmäßige Lektüre für meine Beurteilungen. Weil sie mir stets zahlreiche Anregungen für weiterführende Recherchen an die Hand geben.
So auch das „Coface Barometer“ zur zu Beurteilung der Weltwirtschaft, das aktuell veröffentlicht wurde. Festzuhalten ist dabei, dass der Start in das Jahr 2024 deutlich besser verlief als in den beiden Vorjahren, die von den letzten Ausläufern der Corona-Pandemie, der Invasion Russlands in die Ukraine sowie der kurzzeitigen US-Bankenkrise geprägt waren. Im ersten Quartal 2024 verlangsamte sich allerdings die US-Konjunktur-Dynamik und das globale Wachstum wurde von den Schwellenländern getrieben.
Globale wirtschaftliche, soziale und politische Risiken bleiben bestehen - wie etwa die Auflösung der französischen Nationalversammlung und die damit verbundenen Neuwahlen, die auch über die Zukunft Europas bestimmen. Der Kreditversicherer Coface hat die Länderrisiko-Bewertungen für fünf Länder aktualisiert und dabei unter anderem die Einschätzung für Portugal und Spanien verbessert. Für das Jahr 2024 hat Coface die globale Wachstumsprognose auf 2,5 % angehoben, mit einer erwarteten Stabilisierung bei 2,7 % im Jahr 2025. Das mäßige Wachstum in den USA und China dürfte durch eine Beschleunigung des Wachstums in mehreren Schwellenländern sowie im Euro-Raum ausgeglichen werden.

Länderrisiken: Ecuador runter, Spanien und Portugal rauf
In puncto Länderrisiken hat Coface die Einschätzung von Ecuador von C ("hohes Risiko") auf D ("sehr hohes Risiko") herabgestuft. Neben der maroden Haushaltslage ist die ecuadorianische Regierung um Präsident Daniel Noboa mit einem starken Anstieg der Gewalt konfrontiert. Die Wirtschaft Ecuadors ist im vierten Quartal 2023 in eine technische Rezession gerutscht, während für 2024 eine Stagnation des BIP erwartet wird. Darüber hinaus dürfte sich die vorübergehende Erhöhung der Mehrwertsteuer auf 15 % negativ auf den Konsum auswirken. Ein weiterer Risikofaktor ist die Stromversorgung, die in hohem Maße von der Wasserkraft abhängig und durch eine schwere Dürre stark beeinträchtigt ist.
Mit einem verbesserten Länderrisiko werden von nun an Bahrain, die Kapverden, Portugal und Spanien geführt. Die Bewertung von Portugal und Spanien wurde jeweils von A3 zu A2 ("geringes Risiko") verbessert. Die portugiesische Wirtschaft wuchs mit 0,7 % im ersten Quartal 2024 weiterhin sehr solide und auch der Tourismus bleibt stabil: Im Februar und im März 2024 lag die Zahl der internationalen Ankünfte um 25 Prozent höher als vor der Pandemie. Während sich die privaten Investitionen verlangsamen, nimmt der private Konsum dank des höheren verfügbaren Einkommens zu. Ähnliche Argumente gelten auch für Spanien: Das Land profitiert in hohem Maße vom Boost des Tourismus in Europa. Auch bei hoher Inflation wollen die Europäer nicht auf ihren Urlaub verzichten.
Darüber hinaus läuft der private Konsum aufgrund früher Lohnanpassungen stabil. Das BIP-Wachstum von 0,7 % im ersten Quartal 2024 lag bereits über den Erwartungen. Davon abgesehen machen sich in Spanien wie auch in Portugal die Stützungsmaßnahmen innerhalb des europäischen Aufbauplans "Next Generation EU" (NGEU) bemerkbar. Die NGEU-Mittel für Spanien entsprechen 2 % des BIP in den Jahren 2024 bis 2026. Im Falle Portugals liegt der Umfang bei 5 % des BIP im selben Zeitraum.
Mein Fazit: Chancen nutzen – Risiken reduzieren durch Diversifikation!
Die globale Welt bleibt fragil. Als Privatanleger sollten Sie die sich ergebenden Chancen nutzen und gleichzeitig die Risiken reduzieren. Diversifizierte Kapitalschutz-Strategien sind für mich die beste, weil wirkungsvollste Antwort auf die Herausforderungen unserer Zeit.
Dazu zählen bei weitem nicht nur anlagespezifische Sachverhalte, sondern gerade auch steuerliche und rechtliche Gestaltungsmodelle. Beispielsweise im Hinblick auf die Thematik Erben und Vererben, die mit einer Wahrscheinlichkeit von 100 % jeden unter uns früher oder später betreffen wird. Hier empfehle ich meinen Lesern von Kapitalschutz vertraulich eine Erbfallsimulation durch Probesterben.
Erbfallsimulation durch Probesterben
Deutschland ist ein Land der Erben. Rund 400 Milliarden Euro werden hierzulande jedes Jahr vererbt oder verschenkt, wie Schätzungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) und dem Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut (WSI) belegen. Die Generation ab 45 Jahren beschäftigt vor allem ein Thema, wenn es um die Regelung des eigenen Nachlasses geht: was der Staat am Erbe mitverdient. Das zeigt eine repräsentative Online-Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag des Versicherers Liechtenstein Life.
Die Antworten der insgesamt 2.500 Bundesbürger ab 45 Jahren zeigen: 59,3 % der Befragten ist bei der Regelung des eigenen Nachlasses wichtig, dass ihre Erben eine geringe Steuerlast tragen müssen. Über zehn Prozentpunkte weniger (48,4 %) wünschen sich einen geringen bürokratischen Aufwand, wenn sie ein Vermögen vererben. Die Absicht, keine Schulden weiterzugeben, steht mit 44,6 % an dritter Stelle. Mehrfachnennungen waren bei der Frage möglich.
Wer Kinder hat, ist beim Thema Steuern besonders sensibilisiert: Unter Befragten mit Kindern im Haushalt sind es 67,3 %, denen eine geringe Steuerlast für die Erben wichtig ist. Zum Vergleich: Bei kinderlosen Haushalten sind es 58,7 %. Unterschiede zeigen sich auch, wenn es um die berufliche Stellung geht. Bei leitenden Angestellten hat eine geringe Steuerlast für die Erben mit 65,2 % deutlich häufiger Priorität als beispielsweise bei Angestellten (56,7 %) oder Arbeiterinnen und Arbeitern (54,7 %).
Trotz guter Absichten enden viele Erbstreitigkeiten häufig vor Gericht. Dennoch werden drohende Konflikte von vielen offenbar häufig ausgeblendet. Nur 14,4 % haben sehr große oder eher große Sorge, dass es in der Familie zu Erbstreitigkeiten kommen könnte. 69,6 % der Befragten geben an, keine oder nur kleine Sorge zu haben. Anders sieht es in Haushalten mit Kindern aus: Hier bekunden 21,8 %, dass sie sehr große oder eher große Sorge haben, dass es in der Familie im Erbfall zu Konflikten kommen könnte.
Haben Sie ein – wirkungsvolles – Testament oder einen Erbvertrag?
Wohl nur wenigen Menschen fällt es leicht, sich mit der Frage zu befassen, was nach ihrem Tod mit ihrem Nachlass geschehen soll. Wir haben es in der Hand, selbst unsere Vermögensnachfolge beizeiten zu regeln. Klare Regelungen können späteren Streit und Ärger vermeiden helfen. Zum Vermögen gehört dabei heute auch der digitale Nachlass, unsere Daten etwa in sozialen Netzwerken, bei Online-Bezahldiensten oder Online-Spielen. Wir müssen uns zunächst darüber klarwerden, wer rechtlich in unsere Fußstapfen treten soll. Danach stellt sich die Frage, wie wir unseren letzten Willen rechtlich umsetzen möchten, ob im Rahmen eines Testamentsoder eines Erbvertrags. Soll eine Person unseres Vertrauens als Testamentsvollstrecker unsere Anordnungen durchsetzen?
Bei Erbfällen mit Auslandsberührung sind Besonderheiten zu beachten. Entsprechende Vorschriften finden sich in der Erbrechtsverordnung der EU und im Internationalen Erbrechtsverfahrensgesetz. Treffen wir zu Lebzeiten keine Regelung, tritt die im Bürgerlichen Gesetzbuch vorgesehene gesetzliche Erbfolge ein. Diese sieht vor, dass in erster Linie Kinder und Ehegatten erben. Sind keine Nachkommen vorhanden, schließen sich je nach Verwandtschaftsgrad die übrigen Angehörigen an.
Hohe Zahlungen an den Fiskus, viel Bürokratie und Streitigkeiten können im Erbfall für die Betroffenen große Belastungen sein. Spezielle fondsbasierte Lebensversicherungen lösen viele Probleme, die beim Erben heute auftreten können: Zum einen kann Vermögen steueroptimiert auf Erben übertragen werden. Außerdem gibt es viel Flexibilität und keine Bürokratie: Weder Notar noch Testament oder Erbschein sind nötig, die Vorlage der Sterbeurkunde genügt für die Auszahlung. Die Summe kann direkt ausgezahlt werden, in aller Regel ohne Aufschub. Die begünstigte Person muss nicht einmal der offizielle Erbe sein.
Meine Empfehlung: „Probesterben“ - Führen Sie jetzt eine Erbfallsimulation durch!
Ich kenne zahlreiche Fachanwälte für Erbrecht und Steuerberater, die mit ihren Mandanten das sogenannte "Probesterben". Dabei handelt es sich um eine Erbfallsimulation bei der die privaten, familiären, geschäftlichen, rechtlichen und sonstigen Verhältnisse analysiert werden. In diesem Zusammenhang kann festgestellt werden, wo ein Handlungsbedarf besteht. Auf dieser Basis können dann gezielte Vorsorgemaßnahmen getroffen werden, so dass die Sicherheit gewährleistet ist, dass im Todesfall – der mit einer Wahrscheinlichkeit von 100 % früher oder später eintreten wird – alle Notwendigen Regelungen getroffen wurden.
Vorsorge zu treffen, ist nicht nur für die Zeit nach dem Tod ratsam. Sollten wir durch Unfall, Krankheit oder Alter nicht mehr in der Lage sein, unsere rechtlichen Angelegenheiten selbst zu regeln, ist es gut, wenn wir rechtzeitig einen Betreuer ausgewählt oder einer Person unseres Vertrauens eine Vorsorgevollmacht erteilt haben. Zu überlegen ist auch, mit einer Patientenverfügung selbst vorab über eventuelle ärztliche Behandlungen zu entscheiden.
Mein Fazit: Nutzen Sie das einzigartige Experten-Netzwerk von „Kapitalschutz vertraulich“!
Für all diese Bereiche stehen meinen Lesern von „Kapitalschutz vertraulich“ versierte Ansprechpartner aus meinem einzigartigen Experten-Netzwerk zur Verfügung!
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Die Welt ist aus den Fugen!
(21.10.23) Peter Scholl-Latour (1924–2014) war und ist für mich ein journalistisches Vorbild, weil er hochkomplexe Zusammenhänge in ebenso klaren wie verständlichen Worten erklären und damit Orientierung geben konnte. Im Jahr 2013, kurz vor seinem Tod habe ich erstmals sein Buch „Die Welt aus den Fugen – Betrachtungen zu den Wirren der Gegenwart“ gelesen.
Neben „1984“ von George Orwell hat mich kaum ein Buch so tief und nachhaltig beeindruckt, wie dieses. Weil Peter Scholl-Latour vor dem Hintergrund seiner 60-Jährigen Erfahrung als Chronist des Weltgeschehens bereits vor mehr als 10 Jahren die Brennpunkte der aktuellen Weltpolitik beleuchtete und die Feststellung traf, dass die Welt im Angesicht eines aufziehenden Gewittersturms steht. Ob in Russland, Schwarzafrika oder Lateinamerika, in Arabien oder im Nahen und Mittleren Osten, überall braut sich Unheilvolles zusammen. Und auch Europa und die USA, einst Horte der Stabilität, werden von Krisen heimgesucht wie seit langem nicht.
Der Kriegsausbruch in der Ukraine und zahlreiche weitere regionale Konflikte und Kriege haben Latours Aussagen längst bewahrheitet. Der Abzug der USA aus dem Irak und Afghanistan hat zerrüttete Staaten hinterlassen, die nach wie vor in Chaos und Bürgerkriegen versinken. Der Konflikt um Irans Atompolitik hat sich zugespitzt, hängt weiterhin wie ein Damoklesschwert über der Welt und auch Pakistan ist eine tickende Zeitbombe.

Die unkontrollierte Massenmigration wird zum Stresstest für Deutschland
Die Zahl der gescheiterten Staaten (Failed States) nehmen als Brutstätten des Terrorismus beständig zu, vor allem in Afrika. Europas und vor allem Deutschlands monetäre und gesellschaftliche Belastungen durch die – unkontrollierte – Massenmigration werden zu einer der größten Belastungsproben seit dem 2. Weltkrieg. Auch die Finanzwelt und die darauf basierende Stabilität von Banken und Währungen gerät dadurch weiter unter Druck. Nach dem schrecklichen Terrorangriff der Hamas hat Israel den Kriegszustand ausgerufen.
Mich überrascht weniger die Dimension dieses Gewaltausbruchs, sondern der Fakt des offensichtlichen Versagens der Sicherheitsdienste. Israel ist ein Hochsicherheitsstaat das an Terror gewohnt ist und drei Geheimdienste unterhält. Zum einen den längst legendären Auslandsgeheimdienst Mossad, der einst geflüchtete Nazis wie Adolf Eichmann ausfindig machte, vor Gericht stellte und hinrichtete.
Das Versagen der Geheimdienste ist ein Offenbarungseid
Ebenso den Inlandsgeheimdienst Schin Bet (Shabak) und den Militärgeheimdienst Aman. Darüber hinaus besteht eine enge Zusammenarbeit mit dem US-Geheimdienst CIA. Für die jüdischen Geheimdienste sind die durchgeführten Terroranschläge ein regelrechter Offenbarungseid, weil sie komplett versagt haben. Dass die intensiven Planungen eines derart umfassenden Angriffs nicht bemerkt wurden und die Bürger Israels weitestgehend schutzlos den einfallenden Terroristen ausgeliefert waren, ist für mich höchst bedenklich.
Die israelische Armee greift bereits nicht nur die Hamas im Gazastreifen an, sondern auch Ziele der Hisbollah (Partei Gottes) im Libanon. Die USA haben mit dem Flugzeugträger USS Gerald R. Ford das größte Kriegsschiff der Welt ins östliche Mittelmeer gesandt, als Warnung an den Iran und zur Unterstützung Israels. Mittlerweile wurde ein weiterer US-Flottenverband in das östliche Mittelmeer verlegt. Nach dem russischen Überfall auf die Ukraine droht jetzt ein seit Jahrzehnten schwelender Konflikt am Rande Europas zu eskalieren.
Interessant ist vor diesen Entwicklungen auch der Blick auf die größten Ängste der Deutschen, die noch vor den Terroranschlägen in Israel und der Eskalation bzw. dem Kriegsausburch im Nahen Osten erhoben wurden.
Die 10 größten Ängste der Deutschen!
Hohe Preise, teurer Wohnraum und umfangreiche Sparpakete: Diese Themen bestimmen die Top-Ängste der Deutschen. An erster Stelle steht in diesem Jahr die Furcht vor steigenden Lebenshaltungskosten (65%). Am deutlichsten gestiegen ist jedoch eine andere Sorge: Der Staat könnte durch Geflüchtete überfordert sein. Das zeigt die repräsentative Langzeitstudie "Die Ängste der Deutschen 2023" des Infocenters der R+V Versicherung.

Die Inflation hat Deutschland weiter im Griff, das Leben bleibt teuer
Die Menschen spüren beim Einkauf an der Supermarktkasse, dass sie für ihren Euro immer weniger bekommen. Die Sorge um den eigenen Wohlstand ist allgegenwärtig - auch in den Ergebnissen der Langzeitstudie. Die drei Top-Ängste der Deutschen kreisen in diesem Jahr um finanzielle Sorgen. Insgesamt verschlechtert sich 2023 die Stimmung der Deutschen: Der Angstindex - der durchschnittliche Wert aller gemessenen Ängste - steigt auf 45% (2022: 42%). Das zeigt die Studie "Die Ängste der Deutschen 2023". Bereits zum 32. Mal hat das Infocenter der R+V Versicherung mehr als 2.400 Menschen nach ihren größten Sorgen rund um Politik, Wirtschaft, Umwelt, Familie und Gesundheit befragt.

Finanzielle Sorgen dominieren
Zwei Drittel der Deutschen fürchten, dass die Lebenshaltungskosten weiter steigen. Die Angst vor explodierenden Preisen landet mit 65% zum zweiten Mal in Folge auf dem ersten Platz der Studie. Im Vorjahr - Deutschland verzeichnete die höchste Inflation seit rund 50 Jahren - war sie um 17 Prozentpunkte in die Höhe geschnellt (2022: 67%). Die Menschen fühlen sich in ihrer Existenzgrundlage bedroht und sehen ihren Lebensstandard gefährdet. Das schürt Abstiegsängste. Die Angst vor höheren Lebenshaltungskosten dominiert die repräsentative Langzeitstudie regelmäßig. Seit 1992 führt sie häufiger als jedes andere Thema das Ranking an: Insgesamt belegte die Furcht vor steigenden Preisen 13-mal Platz eins und siebenmal Platz zwei.
Finanzielle Sorgen prägen auch die zweite Top-Angst der Bürgerinnen und Bürger. Sechs von zehn Deutschen fürchten, dass Wohnen unbezahlbar wird (60%). Für die einen zerschlägt sich angesichts steigender Zinsen und Baukosten der Traum vom Eigenheim, für die anderen wird die monatliche Miete zur immer größeren Belastung. Bezahlbarer Wohnraum ist eine der großen sozialen Herausforderungen in Deutschland: Die eigenen vier Wände bilden die Grundlage für eine sichere Existenz. Hier ist der Staat in der Pflicht - das Recht auf Wohnen ist ein Menschenrecht. Die Angst vor unbezahlbarem Wohnraum fragt die Studie seit 2022 ab, schon damals landete sie auf Platz zwei. In diesem Jahr blicken vor allem die Westdeutschen besorgt auf die angespannte Lage am Wohnungsmarkt (62%), im Osten sind es 52%.
Schuldenbremse, Haushaltsstreit - die fetten Jahre sind vorbei. Das spüren auch die Bürger. Insgesamt 57% der Befragten fürchten, dass der Staat dauerhaft Steuern erhöht oder Leistungen kürzt - Platz drei der Studie. Die aktuellen Sparpläne sind ständig in den Medien präsent. Diese Sorge hat also einen ganz realen Hintergrund.

Angst vor Rezession sinkt
Umso bemerkenswerter ist ein anderes Ergebnis. Trotz des Konjunktureinbruchs und düsterer Prognosen für Deutschland ist die Furcht vor einer schlechteren Wirtschaftslage im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen - so deutlich wie keine andere Angst in diesem Jahr. Die Sorge ist um sechs Prozentpunkte gesunken.
Jeder zweite Befragte (51%) hat Angst vor einer Rezession - Platz fünf im Ranking (2022: 57%, Platz drei). Angesichts der vielen aktuellen Krisen rücken für die Befragten individuelle Sorgen in den Fokus: die Angst vor Wohlstandsverlust oder um die eigene Existenz. Sie überlagern das komplexe Thema Rezession.

Zuwanderungsthemen gewinnen im Westen an Bedeutung
Am deutlichsten gestiegen ist die Sorge, dass die Zahl der Geflüchteten die Deutschen und ihre Behörden überfordert. Sie legt im Vergleich zum Vorjahr um elf Prozentpunkte zu (56%, Platz vier). Auffällig: Bisher war diese Angst im Osten immer deutlich größer als im Westen. Das ändert sich in diesem Jahr. In Westdeutschland nimmt sie um 13 Prozentpunkte zu, in Ostdeutschland bleibt sie unverändert. Damit ist sie im Westen mit 56% erstmals größer als im Osten (54%). Aus einer überwiegend ostdeutschen Sorge ist damit ein Thema geworden, das die Menschen überall in Deutschland gleichermaßen bewegt. Die Befragten haben Angst, dass die Integration nicht gelingt. Diese Entwicklung muss die Politik ernst nehmen und Lösungen aufzeigen, damit Migration als Chance und nicht als Bedrohung erlebt wird.
Eine ähnliche Steigerung zeigt sich bei der Angst, dass das Zusammenleben zwischen Deutschen und den hier lebenden Migrantinnen und Migranten durch einen weiteren Zuzug von Menschen aus dem Ausland beeinträchtigt wird. Sie liegt mit 47% auf Platz zwölf (2022: 37%, Platz 16). Trotz des klaren Anstiegs: Beide Sorgen bleiben ganz deutlich unter ihren Höchstwerten von 2016. Zum Höhepunkt der Flüchtlingswelle fürchteten zwei von drei Befragten, dass der Staat überfordert ist und es durch den weiteren Zuzug von Ausländerinnen und Ausländern zu Spannungen kommt.

Spaltung der Gesellschaft macht vielen Angst
Jeder zweite Deutsche hat Angst, dass die Spaltung der Gesellschaft zunimmt und zu Konflikten führt. Diese Frage wurde neu in die Studie aufgenommen und ist direkt in den Top Ten gelandet (Platz acht). Eine gewisse Spaltung in verschiedene Lager gibt es in Deutschland schon lange, etwa in links-rechts, arm-reich oder Stadt-Land. Dazu kommt eine neue Konfliktlinie: Für die eine Gruppe sind konservative Werte und die Verwurzelung in Deutschland wichtig. Die anderen sind eher weltoffen und treten für freiheitliche Werte ein. Diese Spaltung wird zunehmend sichtbar.
Das Vertrauen in die Politik sinkt, auch das zeigt die Langzeitstudie deutlich. Gut jeder zweite Befragte (51%) fürchtet, dass die Politikerinnen und Politiker von ihren Aufgaben überfordert sind. Diese Sorge nimmt im Vergleich zum Vorjahr spürbar zu und rückt auf Platz sechs im Ängste-Ranking vor (2022: 44%, Platz zehn). Deutschland ist im Krisenmodus. Hier erwarten die Bürger zukunftsfähige Lösungen vom Staat, die klar kommuniziert werden.
Stattdessen erleben sie ungefilterten Dauerstreit in der Ampel und eine schwache bürgerliche Opposition. Entsprechend schlecht auch das Zeugnis der Deutschen für ihre Politiker. Im Schnitt vergeben sie die Schulnote 3,9 (2022: 3,7). Das generell sinkende Vertrauen in die Politik sollte bedenklich stimmen, da es auf eine langsame Gefährdung der Demokratie hindeuten kann.

Angst vor dem Klimawandel: Höchststand im Westen
Heftige Unwetter in Deutschland, Hitzewellen und Überschwemmungen in Europa: Die Umweltsorgen bleiben auf hohem Niveau. Große Angst vor den Folgen des Klimawandels hat fast die Hälfte der Deutschen (47%, Platz zehn). Auf Platz elf folgt die Sorge, dass Naturkatastrophen immer häufiger auftreten (47%). Spannend ist der Blick auf die Angst vor dem Klimawandel im Ost-West-Vergleich. Die Studien-Analysten beobachten hier eine gegenläufige Entwicklung: 2023 erreicht diese Angst in Westdeutschland mit 49% ihren bisherigen Höchststand. In Ostdeutschland hat sie mit 40% ihre bislang geringste Ausprägung. Die Furcht vor dem Klimawandel wird seit 2018 in der Studie abgefragt.
Trotz aller Krisen: Beim Thema Arbeitslosigkeit bleiben die Deutschen recht entspannt. Lediglich ein Drittel der Menschen befürchtet, dass bundesweit die Arbeitslosenzahlen steigen. Und nur jeder Vierte hat Angst, den eigenen Job zu verlieren. 2022 erreichte diese Angst mit 22% den niedrigsten Stand seit Beginn der Studie vor 31 Jahren.

Die Angst ist stets ein schlechter Ratgeber - Setzen Sie jetzt auf wirkungsvolle Kapitalschutz-Strategien!
Die Angst ist stets ein hervorragender Verkäufer, gleichzeitig aber ein sehr schlechter Ratgeber. Kapitalschutz bedeutet für mich deswegen Risiken weiter zu diversifizieren und gleichzeitig Chancen aktiv zu nutzen. Hierfür gebe ich Ihnen mit meiner aktuellen November-Ausgabe von „Kapitalschutz vertraulich“ wieder praxisbewährte Kapitalschutz-Bausteine an die Hand: KAPITALSCHUTZ vertraulich
Digitale Rüstungsaktien sind Kapitalschutz-Investments!
Zu meinen Strategien zählen dabei auch Investments in digitale Rüstungsaktien. Im Zuge des massiven und verwerflichen Terrorangriffs der radikalislamischen Hamas auf Israel wurden nicht nur konventionelle Waffen wie Raketen eingesetzt, sondern begleitend zum Überfall wurden seitens der Aggressoren auch massive Cyberangriffe auf zahlreiche israelische Unternehmen, Behörden und deren Internetseiten durchgeführt.
Auch deutsche Wirtschaft wappnet sich weiter für den Kampf gegen die Cyberkriminalität. Erstmals werden hierzulande für die IT-Sicherheit mehr als 9 Milliarden Euro ausgeben, mit weiter steigender Tendenz. Das teilt der Digitalverband Bitkom aktuell bei der Eröffnung der IT-Sicherheitsmesse „it-sa“ in Nürnberg mit. Im laufenden Jahr klettern die Ausgaben für IT-Sicherheit um 13% auf 9,2 Milliarden Euro. Im kommenden Jahr wird ein erneuter Anstieg um rund 13% auf 10,3 Milliarden Euro erwartet.

Nordkorea zählt zu den gefährlichsten „Digitalen Schurkenstaaten“
Den größten Anteil an den Aufwendungen haben Ausgaben für IT-Sicherheitssoftware mit rund 4,3 Milliarden Euro (plus 18%). Knapp dahinter liegen Aufwendungen für Dienstleistungen rund um IT-Sicherheit, die um 12% auf 4,0 Milliarden Euro zulegen. Unverändert weitere knapp 0,9 Milliarden entfallen auf IT-Sicherheits-Hardware.
Es ist ein gutes Signal, dass die Unternehmen ihre Ausgaben für IT-Sicherheit hochfahren. Jedes Unternehmen kann Opfer von Cyberangriffen werden. Aber auch jedes Unternehmen kann sich schützen – und sollte das auch tun, so das Bitkom-Fazit. Zuletzt ist deutschen Unternehmen durch Sabotage, Spionage und Datendiebstahl ein jährlicher Schaden von 206 Milliarden Euro entstanden, davon 148 Milliarden Euro durch Cyberattacken. Die Angreifer werden dabei immer professioneller und gehen arbeitsteilig vor, dabei sind die Grenzen zwischen organisierter Kriminalität und staatlich gesteuerten Akteuren fließend.
Unter den „Digitalen Schurkenstaaten“ sticht Nordkorea hervor, beispielsweise durch Diebstähle von Kryptowährungen in Milliardenhöhe. Die IT-Sicherheit muss für alle Unternehmen eine Daueraufgabe bzw. ein Dauerauftrag sein und ganz oben im Management verankert werden. Gleiches gilt auch für Privatpersonen, in Bezug auf den eigenverantwortlichen Schutz ihrer IT-Systeme, vom Tablet bis hin zum Smartphone.
Setzen Sie auf „Digitale Selbstverteidigung“ und investieren Sie in Cybersecurity-Aktien!
Die Online-Sicherheit (Cybersecurity) zählt bereits seit Jahren zu den am schnellsten wachsenden Segmenten in der Informations- und Telekommunikationstechnologie. Cyberangriffe sind für die Wirtschaft längst zu einer existenziellen Bedrohung geworden. Die Gewährleistung einer hohen IT-Sicherheit ist für Staaten, Unternehmen und Privatpersonen überlebensnotwendig und muss fester Bestandteil einer jeden Sicherheitsstrategie sein. Die Digitalisierungswelle hat hier die Verwundbarkeit zahlreicher Firmen bereits aufgezeigt. Deswegen werden die jährlichen Ausgaben für IT-Sicherheit in den kommenden Jahren zweistellige Zuwachsraten aufweisen.

In meiner Rubrik „Datenschutz & Privatsphäre“ zeige ich Ihnen im Rahmen von „KAPITALSCHUTZ vertraulich“ regelmäßig wirkungsvolle Cybersecurity-Anwendungen für Ihre persönliche digitale Selbstverteidigung. Davon werden Cybersecurity-Aktien als „Digitale Rüstungsaktien“ massiv profitieren, auch hierzu gebe ich Ihnen im Rahmen meiner Best-Buy-Liste Empfehlungen an die Hand, wie Sie wirkungsvoll in ausgesuchte Cybersecurity-Aktien investieren können. Weiterführende Berichte zu den Themenbereichen Digitalisierung und Tokenisierung finden Sie darüber hinaus auf unserem Portal: KRYPTO-X.BIZ
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Wie hoch ist Ihre Inflation?
(11.11.22) In Deutschland sind die Verbraucherpreise im Oktober laut Statistischem Bundesamt (destatis) auf 10,4% angestiegen. Damit hat die Inflationsrate einen neuen Höchststand im vereinigten Deutschland erreicht. Ähnlich hoch war die Inflationsrate laut destatis zuletzt im Winter 1973/1974, als infolge der ersten Ölkrise die Mineralölpreise ebenfalls stark gestiegen waren. Auch diesmal ist eine internationale Krise für die Entwicklung verantwortlich. Seit dem Angriff Russlands auf die Ukraine sind vor allem die Preise für Energie geradezu explodiert und beeinflussen die Preisentwicklung erheblich. Zusätzlich haben zuletzt das Auslaufen von 9-Euro-Ticket und Tankrabatt den Preisauftrieb noch verstärkt.
Das Schlagwort der Inflation ist jedoch kein feststehender Begriff und für viele Menschen abstrakt, weil sehr häufig die „gefühlte Inflation“ noch weit größer ist, als die veröffentlichten, statistischen Zahlen. Im allgemeinen Sprachgebrauch beschreibt die Inflation einen über mehrere Perioden anhaltenden Anstieg des Preisniveaus. Wie stark ein einzelner Haushalt von der Inflation betroffen ist, hängt dabei immer davon ab, wie viel Geld er für welche Güter ausgibt. Wer zum Beispiel kein Auto hat, wird auch kein Geld für Kraftstoffe und Fahrzeugwartung ausgeben, diese gehören aber zum Warenkorb des Verbraucherpreisindex (VPI).
So berechnen Sie Ihre persönliche Inflationsrate

Da die individuellen Ausgaben eines Haushaltes normalerweise vom Durchschnitt abweichen, wird jeder Haushalt unterschiedlich durch die Teuerung beeinflusst. Persönliche Inflationsrechner ermöglichen es Ihnen, diesen Effekt nachzuvollziehen und eine Inflationsrate für Ihren Haushalt zu berechnen und mit der offiziellen Inflationsrate zu vergleichen.
Statistik Deutschland: Persönlicher Inflationsrechner
Statistik Österreich: Persönlicher Inflationsrechner
Statistik Schweiz: Persönlicher Inflationsrechner
Die Kaufkraft unseres Geldes erodiert dramatisch!
Der Inflationsrechner ist unter anderem sehr hilfreich bei der Beurteilung von Rentenzahlungen. Garantiert Ihnen Ihre private Zusatzrentenversicherung beispielsweise in 35 Jahren eine - vergleichsweise - hohe jährliche Rente von 40.000 Euro, so liegt deren Kaufkraft bei einer angenommenen Inflationsrate von lediglich 1,8% nur noch bei rund 21.400 Euro.
Ihre Rente würde also zu Rentenbeginn nur noch gut halb soviel wert sein, gemessen an heutiger Kaufkraft. Dieses gravierende Problem - das selbst bei niedrigen Inflationsraten schon schlagend wird - ist vielen Bürgern nach wie vor nicht bewusst.
Der Altersvorsorge-Index ist im Sinkflug!
Das Vertrauen der Bürger in gesetzliche Rente nimmt allerdings weiter massiv ab. Besonders skeptisch zeigen sich dabei Frauen und ältere Menschen. Das verdeutlicht der aktuelle Blick auf den Deutsche Altersvorsorge-Index (DIVAX-AV), der seinen Abwärtstrend fortsetzt und mit einem Wert von -5,4 (Grafik) einen neuen Tiefstand erreicht.
Die vom Deutschen Institut für Vermögensbildung und Alterssicherung (DIVA) halbjährlich erhobene Kennzahl misst das Stimmungsbild der Bevölkerung zur Altersvorsorge und kann Werte zwischen 100 und -100 annehmen. Mit dem aktuellen Wert ist der Index seit Beginn der Erhebung vor zwei Jahren um neun Indexpunkte und zum vierten Mal in Folge gefallen.

Die Sorgen der Bürger in der Gegenwart dominieren auch die Zukunftsangst
Besonders negativ fällt mit -10,9 die Bewertung der aktuellen Situation (Teilindex "Aktuelle Lage") aus. Das ist nicht verwunderlich, da Zeitungen und sonstige Medien voll von Negativmeldungen mit düsterem Ausblick sind. Dieses Stimmungsbild fließt natürlich auch in die Bewertung der Altersvorsorge ein. Und das mit konkreten Einschätzungen: Inzwischen geben 27% der Befragten an, dass sich die finanzielle Absicherung für den Ruhestand in den letzten drei Jahren verschlechtert hat. Vor einem halben Jahr waren es noch knapp 19%. Als Grund dafür sehen die Initiatoren der Studie an vorderster Stelle die Inflation. Weil die aktuellen Renten- und Zinserhöhungen mit der Preissteigerung nicht mithalten können.
Geht es um längerfristige Erwartungen an die Rente (Teilindex "Künftige Erwartungen"), rutscht auch hier der Stimmungswert von 0,6 im Frühjahr 2022 weiter ab (aktuell 0,0). Besonders ins Gewicht fallen dabei die Einschätzungen zur gesetzlichen Rente: 61% der Befragten gehen für die nächsten 20 bis 30 Jahre von einer Verschlechterung aus. 41,3% der Befragten wollen gegensteuern und in den nächsten drei Jahren mehr Mittel in die private Altersvorsorge investieren.
Die Angst vor Inflation belastet die Bürger!
Die absolute Rentenzahlung mag relativ sicher sein, die Kaufkraft der Rente wird aber immer weiter erodieren! Die Angst vor Inflation, die Befürchtung, dass Wohnraum unerschwinglich wird, und die Sorge, dass sich die Wirtschaftslage verschlechtert, rangieren auf den ersten drei Plätzen der Angst-Skala.
An vierter Stelle folgen Steuererhöhungen. Ebenso wie die Gier ist die Angst ein sehr schlechter Ratgeber. Deswegen ist Ihr rationales, selbstbestimmtes und eigenverantwortliches Handeln gefragt, da die Politik ihre Schutzfunktionen längst verloren hat.

Die Regierung hat SDG II beschlossen!
Ein weiterer Mosaikstein für die bedenklichen staatlichen Eingriffe ist beispielsweise das sogenannte Sanktionsdurchsetzungsgesetz SDG II. Am 26.10.22 wurde - von der breiten Öffentlichkeit kaum bemerkt – der Entwurf des “Zweiten Sanktionsdurchsetzungsgesetzes” (SDG II) verabschiedet. Geldwäsche und organisierter Finanzkriminalität sollen damit bekämpft und Sanktionen besser durchgesetzt werden. Angesiedelt bei der Generaldirektion Zoll und längerfristig bei der neuen Bundesoberbehörde zur Bekämpfung der Finanzkriminalität werden bei der Zentralstelle für Sanktionsdurchsetzung (ZfS) die Kompetenzen zur Feststellung und Sicherstellung von sanktioniertem Vermögen gebündelt.
Die ZfS erstellt ein zentrales Register, das auch solche Vermögenswerte einschließt, die nicht eindeutig zugeordnet werden können. So soll der Staat ein klareres Bild erhalten, wo Geld aus fragwürdigen Quellen liegt.
Der Überwachungsstaat wird sukzessive weiter ausgebaut!
Um die Zeit, bis eine bundesweite elektronische Abfragemöglichkeit der Grundbücher (Datenbankgrundbuch) fertiggestellt sein wird, zu überbrücken, sieht der Gesetzentwurf vor, Immobiliendaten, die in den Ländern von den Grundbuchämtern und Katasterämtern zusammengeführt werden, auch für das Transparenzregister verfügbar zu machen. So soll der Staat einen schnellen Einblick in die Besitzverhältnisse von Immobilien bekommen, ohne die wohl noch Jahre dauernde Einrichtung einer zentralen elektronischen Abfragemöglichkeit in den Grundbüchern abwarten zu müssen.
Barzahlungen beim Erwerb von Immobilien sind künftig ausgeschlossen. Auch die Bezahlung mit Kryptowährungen und Rohstoffen wie Gold wird in Zukunft nicht mehr möglich sein. Damit soll endlich ein lang bekanntes Schlupfloch, bzw. weit offenstehendes Einfallstor für Geldwäsche geschlossen werden, für das Deutschland im europäischen Vergleich häufig kritisiert wurde. Parallel dazu arbeitet die EU an einer europaweiten Bargeldobergrenze. Das SDG II ist für mich mehr als ein weiterer Mosaikstein, hin zum Überwachungsstaat! Setzen Sie deswegen auf intelligente und wirkungsvolle Daten-, Steuer-, Rechts- und Kapitalschutz-Strategien! Ein Beispiel für eine Steuerschutz-Strategie ist beispielsweise die Nutzung der Möglichkeiten des Nießbrauchs.
Steueroase Nießbrauch!
Der Nießbrauch ist, vereinfacht gesagt, ein Nutzungsrecht eines Vermögenswertes. Häufig wird Nießbrauch im Zusammenhang mit Schenkungen vereinbart. Der Schenkende gibt sein Eigentum ab, aber die daraus resultierenden Einnahmen oder Erträge und den Vermögenswert können weiterhin genutzt werden. Der Nießbrauch steht überwiegend im Zusammenhang mit Immobilien, beispielweise wenn die Großeltern als Hauseigentümer ihr Eigentum noch zu Lebzeiten an Kinder oder Enkelkinder weitergeben und zusätzlich einen Nießbrauch als Grunddienstbarkeit in Abteilung II des Grundbuchs eintragen.
Was nach wie vor weitestgehend unbekannt ist: Das Nießbrauchrecht bietet auch die Möglichkeit, Wertpapierdepots oder Versicherungspolicen steuersparend zu schenken. Jedenfalls so lange die Erbschaft- und Schenkungsteuerfreibeträge noch so hoch sind wie derzeit.
Alle Vermögenswerte können mit einem Nießbrauch versehen werden
Sie können grundsätzlich alle Vermögenswerte mit einem Nießbrauch versehen. Das betrifft beispielsweise Mieteinnahmen bei Immobilien, Zinsen bei Bankguthaben oder Anleihen oder Dividenden bei Aktiendepots. Ein Nießbrauch kann selbst bei beweglichen Sachen, beispielsweise einem Auto, eingetragen werden, ebenso bei Rechten wie Gesellschaftsanteilen. Ich hatte vor kurzem einen Fall, bei dem ein Leser seinem Enkel unter Nutzung des Nießbrauchrechts einen Oldtimer übertragen hat, sodass dieser nicht mehr in den Nachlass fällt.
Im Gegensatz zum Nießbrauch bei Immobilien ist für die Einräumung des Nießbrauchs an beweglichen Sachen oder Rechten keine notarielle Beurkundung erforderlich. Es bedarf lediglich einer Vereinbarung zwischen dem Vermögensinhaber und dem Nießbraucher. Diese Vereinbarung wird beispielsweise im Zusammenhang mit der Übertragung eines Wertpapierdepots, einer Lebens- oder Rentenversicherung oder eines sonstigen Vermögenswerts geschlossen.
Im Fall von Wertpapierdepots und Versicherungspolicen muss die Bank beziehungsweise das Versicherungsunternehmen von diesem Vorgang Kenntnis erhalten. Das Nießbrauchrecht ist in vielen Fällen, vor allem bei der vorweggenommenen Erbfolge und Absicherung von Familiengenerationen (Erblassern und Erben), eine empfehlenswerte Kapitalschutz-Strategie für Vermögenswerte, Immobilien, Bankeinlagen, Wertpapierdepots sowie Lebens- und Rentenversicherungen, nicht nur für inländische Vermögenswerte, sondern gerade auch für Kapitalanlagen im Ausland, beispielsweise in der Schweiz oder im Fürstentum Liechtenstein.
Meine Empfehlung: Kombinieren Sie die rechtlichen Vorteile unterschiedlicher Länder
Die Grundtugenden für eine erfolgreiche Vermögensverwaltung sind Diversifikation, Disziplin und Risikomanagement. Gerade in Zeiten, in denen Marktturbulenzen für viel Unsicherheit sorgen, zeigt sich, wie wichtig eine breite Diversifikation ist. Damit meine ich nicht nur die Wahl unterschiedlicher Anlageklassen, sondern auch den gezielten Einsatz unterschiedlicher Anlagestrategien. Je breiter ein Portfolio aufgestellt ist, desto mehr Ausgewogenheit erreichen Sie damit.
Eine Versicherungspolice aus Liechtenstein nutzt beispielsweise das vorteilhafte System des liechtensteinischen Versicherungsaufsichtsgesetzes in Kombination mit den steuerrechtlichen Vorteilen des deutschen Versicherungsvertragsrechts. Bei einem Wertpapierdepot in der Schweiz kommen die dortigen Bankwesengesetze ohne EU-Bankenhaftung zur Anwendung. Steuerliche oder rechtliche Nachteile in Ihrem Heimatland haben Sie durch eine derartige Auslandsstrukturierung hingegen nicht.
Auch für andere Länder gelten diese Möglichkeiten, falls Sie Ihren Wohnsitz im Ausland haben. In der Schweiz und in Österreich gibt es den Nießbrauch beispielsweise unter den Namen Nutz- oder Fruchtnießung. Ich zeige meinen Lesern von „Kapitalschutz vertraulich“ in diesem Zusammenhang fortlaufend wirkungsvolle Mittel und praxisnahe Wege: KAPITALSCHUTZ VERTRAULICH
Mehr Hintergründe unter: www.markus-miller.com
Wie würden Sie 100.000 Euro investieren?
(28.09.22) Die Systeme von EU- und Euro sind mittlerweile zu einer gefährlichen Haftungsgemeinschaft und Umverteilungsunion mutiert. Sie müssen sich bewusst sein, dass Sie als Staatsbürger und Steuerzahler für die Fehlentwicklungen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft mithaften.
Deswegen rate ich dazu, mindestens ein Standbein im Bereich Ihrer Bankkonten, Wertpapierdepots und Schließfächer außerhalb der EU zu schaffen. Meine favorisierten Länder sind dabei die Schweiz und das Fürstentum Liechtenstein.
Positiv: Auch beim Schweizer Franken (CHF) drohen jetzt keine Negativzinsen mehr!
Im Kampf gegen die Inflation hat sich der globale Zins-Wettbewerb weiter verschärft. Nachdem die Fed ihren Leitzins erwartungsgemäß um 75 weitere Basispunkte auf jetzt 3,25% angehoben hat, zogen weitere Notenbanken nach. Hervorzuheben ist dabei die Schweizer Nationalbank, die den Leitzins ebenfalls um 0,75% erhöht hat. Allerdings von -0,25% auf jetzt 0,5%. Die seit 2014 anhaltende Negativzinspolitik der SNB mit Spitzenwerten von -0,75% wurde dadurch beendet. Auch im Fürstentum Liechtenstein ist der Schweizer Franken die Landeswährung.
Die Bank of England hat ihren Leitzins ebenfalls deutlich um 0,5% erhöht, auf jetzt 2,25 Prozent. Da die neue britische Regierung gleichzeitig hohe kreditfinanzierte Steuersenkungen angekündigt hat, was zu einer weiteren Explosion der UK-Staatsschulden führen wird, hat das Britische Pfund einen massiven Absturz in Höhe von rund 5% vollzogen, was für eine bedeute Landeswährung mehr als außergewöhnlich ist. Gegenüber dem US-Dollar ist die älteste noch bestehende Fiatwährung der Welt sogar auf den tiefsten Stand aller Zeiten gefallen. Diese bedenklichen Entwicklungen zeigen nicht nur Parallelen zu Deutschland, EU-Europa und dem Euro, sondern zeigen auch die gigantischen Risiken, die auf unserem Fiat-Geldsystem lasten.
Mein Fazit: Bitte entschuldigen Sie meinen Sarkasmus in diesem Kontext, aber wer jetzt noch die politische - mathematisch aber unsinnige - Sichtweise vertritt, dass mittels der Schuldenbremse die Erhöhung der Staatsschulden ausgebremst wird, vertritt auch den Standpunkt, dass Zitronenfalter Zitronen falten!
Von der Schuldenbremse zum Schuldenvollgas!
Die Corona-Pandemie hat die Staatsschuldenquote zum ersten Mal seit in Kraft treten der verfassungsrechtlich festgelegten Schuldenbremse wieder ansteigen lassen, wie die obige Statista-Grafik verdeutlicht. Im Jahr 2021 betrugen die Schulden des Öffentlichen Gesamthaushalts in Relation zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) in Deutschland 65 Prozent des BIP. Die Staatsverschuldung Deutschland ist im Jahr 2020 aufgrund der Corona-Krise und den Hilfszahlungen, für die der deutsche Staat Kredite aufgenommen hat, angestiegen. Zuvor war die Staatsverschuldung in Relation zum BIP seit 2012 gesunken.
Damit liegen die Staatsschulden selbst im einst so vorbildlich soliden Deutschland auch in diesem Punkt wieder über dem Maastricht-Kriterium, dass die EU-Länder dazu verpflichtet ihre Staatsschuldenquote unter dem Niveau von 60% des BIP zu halten, um eine gewisse wirtschaftliche Stabilität in der Europäischen Union zu gewährleisten. Man muss kein Mathematik-Genie sein, um zu prognostizieren, dass die Staatsschuldenquote aufgrund der vielschichten Probleme und explodierenden Staatsausgaben auch in den kommenden Jahren weiter massiv ansteigen werden.

Mein Fazit: Der Staat und die EZB haben ihre Schutzfunktionen für unsere Währung - den Euro - längst verloren. Im Gegenteil, die derzeitige Politik und Finanzpolitik bringen große Gefahren für alle Bürger, Steuerzahler und vor allem Vermögensinhaber mit sich!
Vom großen Währungsverfall zur staatlichen Planwirtschaft
"uniqe“ und „performance“ sind zwei Begriffe aus dem englischen Wortschatz, die übersetzt „Einzigartig“ und „Leistung“ bedeuten. Setzt man beide Begriffe zusammen ist das grammatikalische Ergebnis somit eine einzigartige Leistung. Genau diese Wirkung hatte der Energiekonzern E.ON und dessen PR-Berater im Jahr 2016 vermutlich im Sinn, als sie die konventionelle Stromerzeugung aus Kohle, Gas und Wasserkraft abgespaltet und an die Börse gebracht haben.
Dem neuen Unternehmen wurde der aus „uniqe“ und „performance“ zusammengesetzte Begriff Uniper gegeben. Seit März 2020 gehörte die Uniper SE als europäische Aktiengesellschaft mehrheitlich zum Energiekonzern Fortum aus Finnland. Die in der Tat „einzigartige Leistung“, die jetzt erreicht wurde, ist die größte Verstaatlichung in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland. Neben einem gigantischen Kapitalverlust der Aktionäre werden dafür auch die Steuerzahler massiv bluten müssen.
Finnland gibt seine Risiken ab und Deutschland übernimmt ein Multi-Milliardengrab
Deutschlands Ampelregierung hat den Gasversorger in den letzten Monaten bereits mit 15 Milliarden Euro gestützt, um einen Zusammenbruch des Unternehmens und somit den Kollaps der Gasversorgung in Deutschland zu verhindern. Zuletzt musste Uniper Verluste von mehr als 100 Millionen Euro pro Tag! verbuchen. Nach Putins Gas-Stopp hat sich die Situation so dramatisch verschlechtert, dass jetzt die Kontrolle des Bundes, die Übernahme der Anteile des bisherigen Mehrheitsaktionärs Fortum, das Ablösen von Krediten und die totale Verwässerung der Aktien offensichtlich ohne Alternative war.
Dafür müssen die Steuerzahler Deutschlands nochmals mindestens 15 weitere Milliarden Euro in die Hand nehmen. Nach dem staatlichen Einstieg in die Commerzbank oder die Lufthansa sehen wir jetzt die klassische und komplette Verstaatlichung eines privatwirtschaftlichen Unternehmens. Nach Abschluss der komplexen juristischen Vorgänge wird der Staat rund 99% an Uniper halten. Für die von Fortum gehaltenen Anteile werden immerhin noch 1,70 Euro pro Aktie bezahlt. Fortum gehört übrigens mehrheitlich dem finnischen Staat, der froh sein dürfte, dieses Multi-Milliardengrab endlich los zu sein.
Gefährliche Trends: Umverteilung und Verstaatlichung!
Der Fall von Uniper ist nicht der einzige Vorgang dieser Art. Nach Gazprom Germania wurden auch die deutschen Tochterfirmen des russischen Mineralölkonzerns Rosneft vor kurzem für zunächst 6 Monate unter Treuhandverwaltung gestellt, was ebenfalls einer Verstaatlichung gleichkommt. Vor diesen Rahmenbedingungen ist es keine Überraschung, dass viele Bürger, Steuerzahler und Vermögensinhaber mit zunehmender Sorge auf die gravierenden staatlichen Eingriffe und möglicherweise drohender Umverteilungen bzw. Enteignungen blicken.
Die Inflation wird eine der größten Herausforderungen in den kommenden Jahren. Die Welt von Staaten, Unternehmen und auch Privatpersonen versinkt zunehmend in einem Meer von Schulden. Intelligente Kapitalschutz- und Steuerschutz-Strategien sind vor diesen bedenklichen Rahmenbedingungen die Maxime der Stunde. Wie aber würden denn die Bürger Deutschlands derzeit eine Summe von 100.000 Euro anlegen?
Laut einer Umfrage im Rahmen des Statista Global Consumer Surveys sind Aktien und Investmentfonds auch in schwierigen Zeiten die favorisierte Anlagemöglichkeit der Deutschen. Statista hat mehr als 1.000 Personen in Deutschland befragt, wie sie 100.000 Euro investieren würden – rund 57 Prozent entschieden sich für Aktien, Aktienfonds und Investmentfonds. Ebenfalls mehr als die Hälfte der Befragten wählte die weniger spekulative Anlage des Geldes in Form von Sparverträgen und –einlagen oder dem Deponieren auf dem Sparbuch.

Kryptowährungen wie Bitcoin und Ethereum sind weiter auf dem Vormarsch!
Etwa 45 Prozent der Umfrageteilnehmer würden zumindest einen Teil der 100.000 Euro in Immobilien stecken, 40 Prozent investieren in Rohstoffe, Anleihen und festverzinsliche Wertpapiere sind für 38 Prozent attraktiv. Kryptowährungen werden von etwa einem Drittel der Befragten in Betracht gezogen, ebenso viele halten ein Investment in eine private Renten- und Lebensversicherung für eine gute Idee.
Trotz der Vielzahl an Anlagemöglichkeiten haben 36 Prozent der befragten Personen angegeben, dass sie, angenommen sie würden 100.000 Euro erhalten, nicht den gesamten Betrag investieren würden. Sondern eben als Notgroschen in der Hinterhand behalten, oder eben konsumieren.
Mein Fazit: Allen Kursverwerfungen zum Trotz sind Kryptowährungen weiter auf dem Weg zu einer eigenständigen Anlageklasse und einem alternativen Geld- und Finanzsystem. Sollte die Auswertung zutreffen und Krypotwährungen bereits den identischen Stellenwert wie Lebens- und Rentenversicherungen einnehmen, wäre allein dieser Aspekt eine Auszeichnung. Mehr zu dieser Thematik finden Sie fortlaufend auf unserem Portal KRYPTO-X.BIZ
Auswandern: Sind das die besten Länder für die Rente?
Eine gezielte Auswanderung ist die konsequenteste und auch bei professioneller Umsetzung auch die wirkungsvollste Kapitalschutz-Strategie. Deswegen lohnt auch hier der Blick ins Ausland. Norwegen ist das beste Land für Pensionäre. Im diesjährigen Global Retirement Index der Investmentbank Natixis belegt das skandinavische Land den ersten Platz. Für das Ranking wurden 44 Länder weltweit untersucht, nach Faktoren wie der Gesundheit, den Finanzen im Ruhestand, der Lebensqualität und dem materiellen Wohlstand im Alter. Anschließend wurde ein Indexwert vergeben, mit 100 Prozentpunkten als bestmöglichem Ergebnis.
Island ist in diesem Jahr einer der größten Verlierer. Für die Insel-Nation reicht es 2022 mit 79 Punkten nur noch für den dritten Rang. Im Vorjahresranking erreichte Island noch vier Punkte mehr und behauptete die Spitzenposition. Die Schweiz hält hartnäckig die zweite Position trotz eines Punktverlustes, wie die obige Statista-Grafik zeigt. Deutschland hat im aktuellen Ranking auch deutlich schlechter abgeschnitten und rutscht jetzt aus den Top 10.

Mein Fazit: Eine gezielte Auswanderung ist die wirkungsvollste Kapitalschutz-Strategie!
Besonders stark verschlechtert hat sich die Bundesrepublik in der Kategorie "Materieller Wohlstand". Dieser Negativtrend dürfte weiter anhalten, weil die gravierenden Auswirkungen der Energiekrise erst in den kommenden Auswertungen zur Geltung kommen werden. Dem Themenbereich „Auswandern“ werde ich deswegen in Zukunft weiter eine sehr große Bedeutung im Rahmen meiner Kapitalschutz-Strategien einräumen. In der kommenden Ausgabe von KAPITALSCHUTZ VERTRAULICH richte ich meinen Blick auf die attraktiven Möglichkeiten für Rentner und Selbständige im Königreich Thailand.
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Die Kriegs-Analyse!
(24.02.22) Unter diktatorischer Führung von Wladimir Putin hat sich in dieser Woche die Krise zwischen Russland und der Ukraine nicht nur massiv verschärft, sondern ist zwischenzeitlich durch den Angriff Russlands auf die Ukraine eskaliert. Der Präsident Russlands hat in einer in weiten Teilen grotesken Ansprache der Ukraine die Daseinsberechtigung abgesprochen und die ukrainischen Regionen Donezk und Luhansk als unabhängige Volksrepubliken anerkannt.
Am heutigen Morgen sprach Putin in einer Fernsehansprache unter anderem von „Entmilitarisierung“ und „Entnazifizierung“ der Ukraine. Allein diese Wortwahl zeigt, wie irrational Russlands Präsident denkt und handelt. Das in Artikel 2 Absatz 4 der Uno-Charta verankerte generelle Gewaltverbot untersagt Gewalt gegen die territoriale Unversehrtheit oder die politische Unabhängigkeit eines anderen Staates. Auf diese Eskalation werden die Vereinigten Staaten und die Europäische Union jetzt mit massiven Sanktionen reagieren müssen.
Die Vorgehensweise Wladimir Putins gleicht dabei seiner Strategie aus dem Jahr 2008, als Georgien nach einem kurzen Krieg mit Russland die Regionen Abchasien und Südossetien abtreten musste. Im aktuellen Konflikt ist das Ziel Putins - wie damals - die Verhinderung der Aufnahme eines Landes in die NATO. Weil aus Putins Sicht eine NATO-Aufnahme der Ukraine die Sicherheit Russlands bedroht. Dazu verletzt Russland erneut die territoriale Unversehrtheit und Souveränität eines Staates. Mit Bezug auf die Ukraine ist auch dieser Weg nicht neu, weil bereits im Jahr 2014 die Annexion der geostrategisch wichtigen Halbinsel Krim auf ähnliche Art und Weise erfolgte. Auch hier kam es zu einem kurzzeitigen, bewaffneten Konflikt.
Die EU-Kommission erwartete für den Fall eines Krieges in der Ukraine eine Million Flüchtlinge. Auch diese Folge des Krieges wird Europa und vor allem Deutschland erneut vor gigantische Herausforderungen stellen. Die Ukraine ist weit näher als Syrien!
Hinweis: Die Analyse ist ein Auszug aus meinem Wirtschaftsdienst "Kapitalschutz vertraulich"
ANALYSE I: Die Geopolitik um das Imperium Russlands
Die US-Botschafterin Thomas-Greenfield warf dem russischen Präsidenten im UN-Sicherheitsrat am vergangenen Montag vor, er träume von einem russischen Großreich. Der Präsident habe behauptet, dass Russland heute einen rechtmäßigen Anspruch auf alle Gebiete des russischen Imperiums habe, die in den Grenzen des ehemaligen russischen Reichs vor der Sowjetunion liegen würden.
Die nachfolgende Statista-Grafik zeigt, welche Ausdehnung dieses Russische Reich im Jahr 1914 hatte. In dieses Reich fielen die heutigen Staaten Ukraine, Weißrussland, Finnland, Georgien, Moldawien, Kasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan, Turkmenistan, Usbekistan, Estland, Lettland und Litauen. Außerdem gehörten Teile Polens (inkl. Warschau) und der heutigen Türkei zum Russischen Reich. In der Karte sind die betreffenden Länder und Gebiete rot schraffiert. Die in der Grafik gezeigten Grenzen des Russischen Reiches basieren dabei auf einer Darstellung aus dem Großen Historischen Weltatlas, welche die politische Landkarte der Welt um 1914 aufzeigt.

Plant Wladimir Putin ein neues großrussisches Reich?
Der deutsche Osteuropahistoriker Karl Schlögel bestätigt in einem Interview mit T-Online diese Einschätzung der US-Botschafterin indirekt. Putin wolle Schlögel zufolge zurück zur Großmacht, zu einer Neuauflage des Ostblocks und zur Vorherrschaft über Europa. Zugleich weist Schlögel daraufhin, dass der Fokus auf geostrategische Ziele Russlands zu eng gesteckt sei:
„Es wäre gut, etwas mehr in Soziologie und Herrschaftsanalyse zu investieren, nicht nur in Geografie, vielleicht auch mehr in konkrete Kenntnis vor Ort als in historische Analogien und Zukunftsspekulationen.“ Statt sich der anstrengenden Modernisierung zu stellen, setze Putin zur Ablenkung auf einen kleinen erfolgreichen Krieg.
Russland ist ein wichtiger Öl- und Gaslieferant für die Europäische Union, was die aktuelle Krisen-Situation noch komplexer macht. Der Handelsüberschuss der Europäischen Union brach angesichts der steigenden Energiepreise in den letzten Monaten zusammen, als die Energieimporte um mehr als 70 Prozent auf 381 Milliarden Euro im Jahr 2021 anstiegen.
Laut Eurostat stieg das Handelsdefizit der EU beim Handel mit Russland von 15,7 auf 69,2 Milliarden Euro im vergangenen Jahr, da die Energieimporte aus der Russischen Föderation von 60 Milliarden Euro im Jahr 2020 auf 99 Milliarden Euro im Jahr 2021 gestiegen sind. Die Russland-Krise verstärkt den geopolitischen Kampf um Zugangswege zu strategischen Rohstoffen aber auch neuen Technologien.
Hinweis: Die Analyse ist ein Auszug aus meinem Wirtschaftsdienst "Kapitalschutz vertraulich"
Erstes Fazit: Russland isoliert sich und schadet seiner Volkswirtschaft!
Bei aller Dramatik ist bemerkenswert, dass selbst China als wichtigster Partner Russlands, nicht an der Seite des größten und rohstoffreichen Flächenstaates steht. Das Reich der Mitte kritisiert die Vorgehensweise Russlands ebenso wie Japan und selbst die Türkei. Die weltweite Staatengemeinschaft fordert weitestgehend geschlossen eine Rückkehr zur Diplomatie und zum Völkerrecht. Russland hat sich selbst isoliert.
An der Börse in Moskau ist der russische Aktienindex RTS auf US-Dollar-Basis um mehr als ein Drittel regelrecht eingebrochen. Hier zeigt sich die Angst der Investoren vor massiven Sanktionen des Westens gegen die Volkswirtschaft Russlands. Die jetzt kommenden Sanktionen werden nach Angaben von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen den Zugang russischer Banken zu den europäischen Finanzmärkten abschneiden. Darüber hinaus sollen russische Vermögenswerte in der EU eingefroren werden, und wichtigen Sektoren der russischen Wirtschaft soll der Zugang zu Schlüsseltechnologien und Märkten verwehrt werden. Für das die bereits mehr als marode Volkswirtschaft Russlands könne sich diese Maßnahmen zu einem regelrechten Todesstoß entwickeln.
Speziell die Aktien von Banken, Öl-, Gas- und Rohstoff-Werten sind – trotz neuen Rekordständen bei den Ölpreisen – geradezu implodiert. Lukoil, Gazprom, Norilsk und Rosneft gehören mit Verlusten von bis zu 50 Prozent zu den größten Verlierern an der russischen Börse. Der Russische Rubel bricht ebenfalls zusammen, verbunden mit gravierenden Folgen für die Bevölkerung.
Neben den Ukrainern sind deswegen die Russen selbst die größten Verlierer der Eskalation!
ANALYSE II: Krieg ist immer ein Konjunkturprogramm
Ich bin mir sehr bewusst und auch dankbar dafür, dass ich einer Generation angehöre, die noch keinen Krieg direkt erlebt hat. Deswegen ist es mir wichtig, dass meine nachfolgenden Ausführungen nicht als Verharmlosung der aktuellen Eskalation und den dramatischen Folgen für die Menschen in der Ukraine zu sehen sind, sondern als rationale Betrachtung ökonomischer Entwicklungen in der Vergangenheit. Kriege sind dabei in ihren Folgen temporär begrenzt und haben relativ zeitnah enorm positive Auswirkungen auf die Wirtschaft. Das Deutsche Wirtschaftswunder nach der Katastrophe des Zweiten Weltkrieges und dem Untergang des 3. Reiches und der dadurch entstehende Wohlstand ist dabei der beste Beleg.
Der US-Aktienindex reagierte seit dem Jahr 1940 auf einen Kriegsausbruch insgesamt nur insgesamt fünf Mal mit einem zweistelligen prozentualen Kursverlust. Ich will auch hier den Kriegsausbruch in der Ukraine und die damit verbundenen Leiden der betroffenen Menschen nicht verharmlosen, aber es steht außer Frage, dass wir in der Vergangenheit bei deartigen Kurseinbrüchen weit schlimmere Konflikte und kriegerische Auseinandersetzungen hatten. Die Anschläge des 11. September 2001 sind darüber hinaus nicht als konventioneller Krieg zu werten, da hier der Angriff ja nicht von einem Staat und mittels Soldaten erfolgte.
Die 5 großen Kriegs-Kurseinbrüche des Dow Jones seit dem Jahr 1940
| Jahr | Kurseinbruch in Tagen | Kurseinbruch in % | Entwicklung 6 Monate nach Kurstief | |
| Deutscher Einmarsch in Frankreich | 1940 | 13 | -17% | +7% |
| Koreakrieg | 1950 | 20 | -12% | +19% |
| US-Angriff auf Kambodscha | 1970 | 27 | -14% | +21% |
| Irakische Invasion in Kuwait | 1990 | 21 | -13% | +16% |
| Anschläge des 11. September | 2001 | 5 | -16% | +30% |
Zweites Fazit: „Kaufen wenn die Kanonen donnern“ hat sich bewährt!
Die historischen Entwicklungen belegen, dass Aktienmärkte auf einen ausbrechenden Krieg häufig nicht so negativ reagieren, wie das in den Zeiten der Angst und Panik erwartet wird. Kriege sind stets auch ein Konjunkturprogramm und gleichzeitig bauen sich große Nachholeffekte auf, die dann zu starken Wachstumsimpulsen führen. Dann, wenn sich der Rauch wieder verzogen hat. Auch diese Tage werden kommen!
Deswegen gilt es für Sie jetzt vor allem die Ruhe und Rationalität zu bewahren und nicht in Angst, Panik und damit verbundenen Aktionismus zu verfallen!
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