Finanzielle Selbstbestimmung statt Staatsvertrauen!

(07.09.26) Das aktuelle Swiss Life-Selbstbestimmungsbarometer zeichnet ein ernüchterndes Bild: Die Menschen in Deutschland fühlen sich wieder weniger selbstbestimmt. Nur noch 54 Prozent geben an, ihr Leben grundsätzlich selbstbestimmt gestalten zu können. Im Vorjahr waren es noch 57 Prozent, im Jahr 2020 sogar 63 Prozent. Der zwischenzeitliche Optimismus ist damit weitgehend verflogen.

Auch der Blick in die Zukunft fällt verhaltener aus. Lediglich 35 Prozent der Befragten sehen ihre persönliche Zukunft uneingeschränkt positiv – zwei Prozentpunkte weniger als im Vorjahr. Die allgemeine Lebenszufriedenheit stagniert bei 41 Prozent. Selbstbestimmung bleibt somit zwar ein gesellschaftliches Leitbild, wird in der Lebenswirklichkeit aber zunehmend von wirtschaftlichen Belastungen begrenzt.

Besonders deutlich zeigt sich diese Diskrepanz bei den persönlichen Finanzen. 82 Prozent der Menschen wünschen sich ein finanziell selbstbestimmtes Leben. Doch lediglich 39 Prozent erklären, dass ihre derzeitige finanzielle Situation ein solches Leben tatsächlich ermöglicht. Zwischen Anspruch und Wirklichkeit klafft damit eine gewaltige Lücke.

Der Wunsch ist groß – die finanzielle Realität ernüchternd

Finanzielle Selbstbestimmung bedeutet für die Befragten vor allem, ausreichend Geld zur Verfügung zu haben. Diesen Punkt nennen 44 Prozent. Weitere 41 Prozent verbinden Selbstbestimmung mit finanzieller Absicherung, 38 Prozent mit der Freiheit, eigene Entscheidungen treffen zu können.

Ebenso wichtig sind die praktischen Grundlagen: 35 Prozent möchten regelmäßig Geld zurücklegen können, 31 Prozent wollen ihre laufenden Ausgaben im Griff behalten. Finanzielle Selbstbestimmung beginnt folglich nicht erst beim großen Vermögen. Sie beginnt bei ausreichenden Reserven, kontrollierbaren Verpflichtungen und der Freiheit, nicht jede finanzielle Entscheidung unter Zeit- oder Existenzdruck treffen zu müssen.

Die größten Hindernisse haben sich inzwischen verfestigt. 63 Prozent nennen Inflation und Preissteigerungen als zentrale Belastung. Hohe Wohn- und Energiekosten folgen mit 39 Prozent, ein als zu gering empfundenes Einkommen mit 38 Prozent. Bemerkenswert ist dabei: Der Anteil derjenigen, die ihr Einkommen als unzureichend einstufen, ist gegenüber dem Vorjahr um zwei Prozentpunkte gestiegen.

Das Vertrauen in den Staat schwindet

Nur 16 Prozent der Befragten vertrauen darauf, bei finanziellen Schwierigkeiten ausreichende staatliche Unterstützung zu erhalten. Gleichzeitig sehen sich 48 Prozent persönlich für den Erfolg oder Misserfolg ihrer Altersvorsorge verantwortlich. Das ist ein unmissverständliches Signal: Immer mehr Menschen erkennen, dass sie ihre finanzielle Zukunft zumindest teilweise selbst gestalten müssen.

Gerade bei der Altersvorsorge fällt die Zuversicht gering aus. Nur 28 Prozent aller Befragten glauben, dass ihre gesetzliche, betriebliche und private Vorsorge ein finanziell selbstbestimmtes Leben im Alter ermöglichen wird. Unter den 18- bis 29-Jährigen sind es sogar lediglich 21 Prozent.

Noch alarmierender ist die konkrete Vorbereitung auf den Ruhestand. Nur 28 Prozent der Gesamtbevölkerung halten ihren Ruhestand für finanziell gut geplant. Bei den jungen Erwachsenen sinkt dieser Anteil auf gerade einmal 15 Prozent. Zugleich erklärt rund ein Drittel der 18- bis 29-Jährigen, bereits zu spät mit der Altersvorsorge begonnen zu haben – obwohl diese Generation überwiegend erst am Anfang ihres Berufslebens steht.

Finanzwissen wird zum entscheidenden Schutzfaktor

Die junge Generation hat das Problem durchaus erkannt. 43 Prozent der 18- bis 29-Jährigen wären bereit, mehr Geld für eine gute Altersvorsorge zurückzulegen. Gleichzeitig haben 39 Prozent Schwierigkeiten, bei den zahlreichen Vorsorge- und Anlagemöglichkeiten den Überblick zu behalten. 45 Prozent wünschen sich deshalb mehr Finanz- und Vorsorgewissen – mehr als in jeder anderen Altersgruppe.

Das sinkende Staatsvertrauen sollte allerdings nicht in pauschale Staatsfeindlichkeit münden. Der Staat bleibt für soziale Sicherung, Rechtsschutz und stabile Rahmenbedingungen unverzichtbar. Gefährlich wird es jedoch, wenn Bürger ihre finanzielle Zukunft vollständig an politische Leistungsversprechen, gesetzliche Rentensysteme oder dauerhaft stabile Kaufkraft delegieren.

Finanzielle Eigenverantwortung bedeutet deshalb, staatliche Systeme als Bestandteil der Absicherung zu verstehen – aber nicht als alleinige Grundlage. Wer ausschließlich auf gesetzliche Rente, politische Garantien und künftige Transferleistungen vertraut, macht seine persönliche Zukunft abhängig von demografischen Entwicklungen, Haushaltszwängen und politischen Entscheidungen, die er selbst kaum beeinflussen kann.

Vermögensschutz braucht eine belastbare Architektur

Eine intelligente Kapitalschutz-Strategie beginnt mit einer ausreichenden Liquiditätsreserve. Hinzukommen sollten eine begrenzte Verschuldung, verlässliche Versicherungen gegen existenzielle Risiken und eine langfristige, möglichst breit diversifizierte Vermögensstruktur. Dazu können je nach persönlicher Situation Aktien, Anleihen, Immobilien, Edelmetalle, liquide Rücklagen und ausgewählte digitale Vermögenswerte gehören.

Vermögensschutz bedeutet dabei nicht, ausschließlich nach der höchsten Rendite zu suchen. Entscheidend sind Widerstandsfähigkeit, Verfügbarkeit und Risikostreuung. Dazu gehört auch, Abhängigkeiten von einzelnen Banken, Staaten, Währungen, Anlageklassen oder politischen Versprechen bewusst zu reduzieren. Wer sein Vermögen auf mehreren rechtlichen, geografischen und wirtschaftlichen Säulen aufbaut, gewinnt zusätzliche Handlungsfreiheit.

Die Ergebnisse des Barometers sind daher ein Weckruf: Finanzielle Selbstbestimmung entsteht weder durch Wunschdenken noch durch blindes Staatsvertrauen. Sie ist das Ergebnis von Finanzwissen, Vorsorge, Disziplin und einer durchdachten Kapitalschutz-Strategie.

Mein Fazit: Selbstbestimmung muss man sich erarbeiten

Wer finanziell selbstbestimmt leben will, muss frühzeitig Verantwortung übernehmen. Dazu gehören ein realistischer Überblick über Einnahmen und Ausgaben, regelmäßiges Sparen, der systematische Vermögensaufbau und eine Altersvorsorge, die nicht ausschließlich auf staatlichen Zusagen beruht.

Je größer die eigene finanzielle Reserve und je breiter das Vermögen aufgestellt ist, desto geringer wird die Abhängigkeit von Arbeitgebern, Banken, Sozialversicherungssystemen und politischen Entscheidungen. Genau darin liegt der eigentliche Wert von Vermögensschutz: Er bewahrt nicht nur Kapital, sondern schafft Wahlmöglichkeiten.

Finanzielle Selbstbestimmung ist deshalb kein Zustand, den der Staat gewährt. Sie ist eine Fähigkeit, die jeder Einzelne entwickeln und verteidigen muss. Vertrauen Sie nicht darauf, dass andere Ihre finanzielle Zukunft für Sie sichern. Beginnen Sie rechtzeitig damit, selbst die Kontrolle zu übernehmen!

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Familie: Der unterschätzte Faktor im Vermögensschutz!

(06.09.26) Vermögensschutz beginnt nicht erst bei der Auswahl eines Bankkontos, eines Wertpapierdepots oder einer sicheren Rechtsordnung. Ein entscheidender Faktor wird häufig unterschätzt: die Familie. Sie kann Wissen, Kapital und Verantwortung über Generationen hinweg weitergeben – oder durch Streit, fehlende Vorsorge und ungeklärte Zuständigkeiten erhebliche Vermögensverluste verursachen.

Eine 2024 veröffentlichte Studie des Max-Planck-Instituts für demografische Forschung, der Universität zu Köln, der GESIS und des Norwegian Institute of Public Health verdeutlicht, wie eng familiäre Lebensverläufe und Vermögensentwicklung miteinander verbunden sind. Untersucht wurde, wie Ereignisse wie Elternschaft, Großelternschaft und der Tod der Eltern mit dem Vermögensaufbau im Lebensverlauf zusammenhängen.

Die Ergebnisse sind bemerkenswert: Den stärksten Vermögenszuwachs verzeichneten Personen, die vergleichsweise spät Eltern und Großeltern wurden und ihre Eltern erst spät verloren. Vier-Generationen-Familien wiesen dagegen die geringsten Vermögenszuwächse auf. Die Forschenden sehen mögliche Ursachen in länger bestehenden finanziellen Verpflichtungen, familiären Unterstützungsleistungen und späteren Erbschaften. Dabei handelt es sich um Zusammenhänge, nicht um den Nachweis einfacher Ursache-Wirkungs-Beziehungen.

Familie ist Vermögensfaktor und Risikogemeinschaft

Innerhalb einer Familie werden nicht nur Geld, Immobilien oder Unternehmensanteile weitergegeben. Ebenso wichtig sind Erfahrungen, finanzielle Bildung, Kontakte und die Fähigkeit, in Krisen gemeinsam zu handeln. Wer seinen Kindern früh den verantwortungsvollen Umgang mit Geld vermittelt, überträgt deshalb weit mehr als nur Vermögen.

Gleichzeitig können familiäre Verpflichtungen die eigene Vermögensbildung belasten. Ausbildungskosten, Pflege, finanzielle Hilfe für Angehörige oder die Unterstützung mehrerer Generationen binden Kapital. Die Familie ist daher nicht automatisch ein Schutzschild. Sie wird erst dann zu einem wirksamen Vermögensfaktor, wenn Verantwortlichkeiten und Erwartungen rechtzeitig geklärt werden.

Vermögen erhalten statt nur vererben

Viele Menschen planen sorgfältig, wie sie Vermögen aufbauen. Deutlich weniger beschäftigen sich damit, wie dieses Vermögen im Notfall verwaltet oder später geordnet übertragen werden soll. Genau hier entstehen vermeidbare Risiken.

Zu einer belastbaren Familienstrategie gehören insbesondere:

  • ein aktuelles Testament oder eine andere passende Nachfolgeregelung,
  • Vorsorgevollmachten und klare Vertretungsbefugnisse,
  • eine geordnete Übersicht über Konten, Depots, Immobilien, Beteiligungen und Verbindlichkeiten,
  • ausreichende Liquidität für Steuern, Pflegekosten und laufende Verpflichtungen,
  • Regelungen für Unternehmen und Gesellschaftsanteile,
  • ein Konzept für digitale Vermögenswerte und Zugangsdaten,
  • sowie eine rechtzeitige Kommunikation innerhalb der Familie.

Gerade bei Kryptowerten ist dieser letzte Punkt entscheidend. Bitcoin, Token und selbst verwahrte Wallets können für Erben dauerhaft verloren sein, wenn niemand von ihrer Existenz weiß oder der Zugriff nicht rechtssicher vorbereitet wurde. Seed-Phrases und Passwörter gehören jedoch nicht ungeschützt in ein Testament oder eine frei zugängliche Notfallmappe. Sinnvoll ist ein getrenntes und professionell strukturiertes Zugangs- und Nachlasskonzept.

Schenken mit Plan und Kontrolle

Eine schrittweise Vermögensübertragung zu Lebzeiten kann sinnvoll sein. Dadurch lassen sich Nachfolger frühzeitig einbinden und – abhängig vom jeweiligen Wohnsitz, Steuerrecht und Verwandtschaftsgrad – steuerliche Freibeträge nutzen. Eine Schenkung darf jedoch nicht dazu führen, dass der Schenkende seine eigene finanzielle Sicherheit verliert.

Vor jeder größeren Übertragung sollten deshalb vier Fragen beantwortet werden:

  1. Reicht das verbleibende Vermögen dauerhaft für den eigenen Lebensunterhalt?
  2. Welche Pflege-, Gesundheits- oder Haftungsrisiken müssen berücksichtigt werden?
  3. Soll der Schenkende weiterhin Erträge, Nutzungsmöglichkeiten oder Kontrollrechte behalten?
  4. Was geschieht bei Scheidung, Insolvenz oder vorzeitigem Tod des Empfängers?

Je nach Vermögensstruktur können Nießbrauchsrechte, Rückforderungsrechte, Familiengesellschaften oder Stiftungsmodelle geeignete Instrumente sein. Sie sind jedoch keine Lösungen von der Stange. Eine Familienstiftung lohnt sich wegen ihrer Kosten und Komplexität in der Regel erst bei einem entsprechend großen Vermögen und einem klaren langfristigen Zweck.

Fair bedeutet nicht immer gleich

Ein häufiger Auslöser für Erbstreitigkeiten ist die Vorstellung, jedes Familienmitglied müsse zwingend exakt denselben Vermögenswert erhalten. Bei Unternehmen, Immobilien oder Beteiligungen kann eine rein rechnerische Gleichverteilung jedoch wirtschaftlich schädlich sein.

Mitunter ist es besser, Vermögenswerte funktional zuzuordnen und Unterschiede durch andere Mittel auszugleichen. Entscheidend ist, dass die Regelung nachvollziehbar, finanzierbar und rechtlich belastbar ist. Unausgesprochene Erwartungen sind dagegen ein gefährlicher Nährboden für Konflikte.

Auch Eheverträge, Gesellschaftsverträge und erbrechtliche Regelungen sollten aufeinander abgestimmt werden. Widersprechen sich diese Dokumente, kann selbst eine grundsätzlich sinnvolle Nachfolgeplanung scheitern.

Internationale Familien brauchen besondere Vorsicht

Leben Familienmitglieder, Erben oder Vermögenswerte in mehreren Staaten, steigt die Komplexität erheblich. Dann können unterschiedliche Erb-, Ehegüter- und Steuerordnungen gleichzeitig relevant werden. Der Wohnsitz, die Staatsangehörigkeit und der Standort einzelner Vermögenswerte können dabei entscheidend sein.

Besonders bei Immobilien, Unternehmen, Auslandskonten und Kryptowerten sollte deshalb geprüft werden, welches Recht tatsächlich anwendbar ist und wo Steuer- oder Meldepflichten entstehen. Eine Gestaltung, die in einem Staat funktioniert, kann in einem anderen Staat wirkungslos oder sogar nachteilig sein.

Mein Fazit: Familie braucht eine Vermögensstrategie

Die Familie ist weder automatisch ein Garant für Vermögensschutz noch lediglich eine Gruppe möglicher Erben. Sie ist ein wirtschaftliches Netzwerk, in dem Vermögen, Wissen, Verantwortung und Risiken über Generationen hinweg weitergegeben werden.

Wirksamer Kapitalschutz entsteht deshalb nicht allein durch Schenkungen, Testamente oder Stiftungen. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus finanzieller Bildung, klaren Zuständigkeiten, ausreichender Liquidität, rechtlicher Vorsorge und offener Kommunikation. Wer diese Fragen rechtzeitig klärt, schützt nicht nur sein Vermögen – sondern häufig auch den Familienfrieden.

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Deutschland fehlt der Kapitalpuffer!

(05.08.26) Ich bin bayerischer Schwabe. Das Motto „Spare in der Zeit, dann hast du in der Not“ wurde mir praktisch schon in die Wiege gelegt. Umso bedenklicher ist eine aktuelle INSA-Umfrage: Nur 49 Prozent der Menschen in Deutschland sorgen privat für das Alter vor. 42 Prozent tun dies nicht. Fast jeder Zweite baut somit kein eigenes finanzielles Polster für den Ruhestand auf. Vielen fehlt damit genau jene Reserve, die später finanzielle Engpässe abfedern und zusätzliche Sicherheit schaffen könnte.

Fast jeder Zweite ohne eigenes Finanzpolster

Das ist riskant. Wer weder Wohneigentum noch nennenswertes Vermögen, Erbschaften oder zusätzliche Einkünfte besitzt, bleibt im Alter weitgehend von der gesetzlichen Rente abhängig. Gleichzeitig lehnen 58 Prozent eine längere Lebensarbeitszeit ab. Viele wollen also nicht länger arbeiten, sorgen aber zugleich nicht zusätzlich vor. Anspruch und eigenes Handeln fallen damit häufig deutlich auseinander.

Auch bei der Finanzierung der gesetzlichen Rente fehlt ein klarer Konsens. 28 Prozent wünschen sich mehr Steuergeld, 18 Prozent höhere Beiträge und 15 Prozent langsamer steigende Renten. Die Erwartungen an den Staat sind hoch, während die eigene Vorsorge vielfach ausbleibt. Besonders für jüngere Menschen ist das fatal, denn Zeit ist beim Vermögensaufbau einer der wichtigsten Faktoren. Wer früh beginnt, kann bereits mit überschaubaren Beträgen langfristig ein solides finanzielles Polster aufbauen.

Eigenvorsorge ist der Schlüssel zur finanziellen Freiheit

Private Ruhestandsplanung beginnt mit einer einfachen Rechnung: Welches Einkommen benötigen Sie im Alter, welche Ansprüche bestehen bereits und wie groß ist Ihre persönliche Versorgungslücke? Erst danach folgt die Auswahl geeigneter Anlagen. Die Politik wird Ihnen diese persönliche Planung nicht abnehmen.

Wer auch im Ruhestand finanziell selbstbestimmt bleiben will, braucht eigene Reserven – und sollte möglichst früh damit beginnen. Denn ein fehlender finanzieller Puffer lässt sich kurz vor dem Ruhestand nur noch mit erheblich höheren Sparbeträgen und deutlich größerem Aufwand aufbauen. Das alte schwäbische Motto bleibt deshalb aktueller denn je: Spare in der Zeit, dann hast du in der Not!

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Rechtsreport und Sicherheitsreport 2024!

(15.03.24) Der ROLAND Rechtsreport ist eine jährliche Studie der ROLAND Rechtsschutz-Versicherungs-AG in Zusammenarbeit mit dem Institut für Demoskopie Allensbach. Neben der Einstellung der Bevölkerung zum deutschen Rechtssystem und zur Mediation wird regelmäßig ein aktuelles Thema beleuchtet. Der brandaktuelle Rechtsreport 2024 liefert wieder interessante Erkenntnisse.

Rechtsreport 2024: Das Vertrauen in die Bundesregierung erodiert!

Im aktuellen Report geben 67 % der Bürger an, dass sie den deutschen Gerichten und Gesetzen hohes Vertrauen entgegenbringen. Seit den letzten zehn Jahren bewegen sich die Vertrauenswerte für die deutsche Justiz auf einem stabil hohen Niveau. Das große Vertrauen in unser Rechtssystem ist ein hohes Gut, welches wir schützen müssen. Gerade da andere Institutionen – seien es Bundesregierung und Verwaltung, Medien oder Kirchen – viel Vertrauen bei den Menschen verloren haben, so eine der wesentlichen Schlussfolgerungen. 

Gleichzeitig üben die Bundesbürger aber auch deutliche Kritik an der Justiz und fordern Verbesserungen ein: Mehr als drei Viertel der Befragten bemängeln, dass Verfahren in Deutschland zu lange dauern (82 %) und Gerichte zunehmend überlastet sind (77 %). Auch nehmen viele Menschen eine Ungleichbehandlung vor deutschen Gerichten wahr: 62 % glauben, dass ein bekannter Anwalt die Chancen vor Gericht auf ein günstiges Urteil erhöht. Justiz und Politik müssen somit auf die Kritik der Bürger reagieren und ihre Hausaufgaben machen.

Immer weniger Menschen vor Gericht

Gleichzeitig suchen immer weniger Bürger den Weg vor Gericht: Nicht einmal ein Viertel (23 %) der Bevölkerung war in den letzten zehn Jahren an einem Gerichtsprozess – als Zeuge, Kläger oder Beklagter – beteiligt. Zwischen 2011 und 2015 lag der Wert noch bei 29 %. 

Eine Ursache für den rückläufigen Trend dürfte in den bekannten Kritikpunkten am Rechtsystem liegen. Aber auch alternative Formen der Konfliktbeilegung wie Schlichtung und Mediation werden attraktiver und tragen dazu bei, dass die Quote sinkt. So sind im aktuellen Report 55 % der Befragten überzeugt, dass sich mit der außergerichtlichen Streitbeilegung viele Konflikte einvernehmlich beilegen lassen. Alternative Lösungsangebote wie die außergerichtliche Streitbeilegung sind ein wirkungsvolles Instrument, um die Konflikte in unserer Gesellschaft möglichst nachhaltig zu lösen.

Mehrheit sieht Spaltung der Gesellschaft

Neben den Einstellungen zum deutschen Rechtssystem widmet sich der ROLAND Rechtsport 2024 auch den Sorgen der Bevölkerung über aktuelle Entwicklungen und Ereignisse. In der aktuellen Studie ist es vor allem die derzeitige Konjunktur, die die Menschen umtreibt: 85 % der Befragten sind sich einig, dass eine positive Zukunft Deutschlands vor allem von der weiteren Entwicklung der wirtschaftlichen Lage abhängt.

Aber auch der gesellschaftliche Zusammenhalt besorgt die Bürger. Eine überwältigende Mehrheit der Bevölkerung (79 %) sieht unsere Gesellschaft als tief gespalten und glaubt, dass sich verschiedene Gruppen bei vielen Themen unversöhnlich gegenüberstehen. Gleichzeitig empfinden drei Viertel der Befragten diese Spaltung als Bedrohung für den gesellschaftlichen Frieden und sind diesbezüglich stark beunruhigt.

Viele Menschen im Land haben den Glauben daran verloren, dass wir die Gräben in unserer Gesellschaft durch den Austausch miteinander überwinden können. Nur noch 36 % sind davon überzeugt, dass Diskussionen zu Fortschritten und Kompromissen führen, wenn sich Menschen mit unterschiedlichen Weltanschauungen gegenüberstehen. 44 % der Befragten vertreten dagegen die Auffassung, dass ein Austausch meist nicht viel bringt. Unter den Anhängern der AfD sind es sogar nur noch 13 %, die glauben, dass eine Annäherung durch das gemeinsame Gespräch möglich ist.

Gefahren für den Zusammenhalt

Als größte Bedrohung für den gesellschaftlichen Zusammenhalt sehen die Bürger neben Hass und Hetze (69 %) und Falschinformationen (64 %) im Internet außerdem den Zuzug von Flüchtlingen (69 %) sowie den Abstand zwischen Arm und Reich (67 %). Aber auch extreme Parteien (62 %) und religiöser Extremismus (60 %) bedrohen aus Sicht der Befragten das Miteinander. Immer mehr Bürger sehen den zunehmenden Extremismus in Deutschland als ernsthafte Gefahr für die Demokratie: Meinten 2022 noch lediglich 32 % der Befragten, dass eine hohe Bedrohung von demokratiefeindlichen Gruppen ausgeht, waren es im Dezember 2023 schon 46 %. 

Sicherheitsreport 2024: Deutsche in Angst!

Nun zu den Ergebnissen eines weiteren Reports. Der sogenannte „Sicherheitsreport“ wurde 2011 vom Centrum für Strategie und Höhere Führung in Köln entwickelt und wird seither jährlich erhoben. Im Auftrag des Centrums für Strategie und Höhere Führung führt das Institut für Demoskopie (IfD) Allensbach jährlich eine repräsentative Befragung zu den Risikowahrnehmungen und -einschätzungen der Bevölkerung durch.

Der Sicherheitsreport 2024 stützt sich auf insgesamt 1.018 mündlich-persönliche Interviews mit einem repräsentativen Querschnitt der Bevölkerung ab 16 Jahre. Die Befragung wurde zwischen dem 5.und 18. Januar 2024 durchgeführt. Die Leitung der Studie liegt bei Professor Dr. Renate Köcher und Professor Dr. Klaus Schweinsberg.

Das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung geht stark zurück

Die Bevölkerung fühlt sich zurzeit in Deutschland weniger sicher als in den Jahren zuvor. Das zeigt der aktuelle Sicherheitsreport, der seit 2011 kontinuierlich auf der Basis repräsentativer Bevölkerungsumfragen erhoben wird. In den vergangenen Jahren lag der Anteil der Bevölkerung, der sich in Deutschland sicher fühlt, immer über 70 %, im Pandemiejahr 2020/21 sogar bei 82 %. Seit 2022 ist der Anteil jedoch von 76 auf 61 % zurückgegangen. Besonders gering ist das Sicherheitsgefühl in Ostdeutschland und in den schwächeren sozialen Schichten.

Die Mehrheit sieht mehrere Gruppen, von denen zurzeit große Gefahren ausgehen, vor allem islamistische Gruppierungen, arabische Clans, Rechtsextremisten, Reichsbürger und Verschwörungstheoretiker. 44 % sehen auch eine Gefährdung durch AfD-Anhänger. Das Gefährdungspotential der AfD wird in der westdeutschen Bevölkerung deutlich größer wahrgenommen als in den östlichen Bundesländern. West- und Ostdeutschland driften zurzeit auseinander. Das ist ein Problem, dem viel zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird, so ein Studien-Fazit.

Verunsicherung durch den Zuzug von Flüchtlingen

Fast die Hälfte der Bundesbürger (48 %) ist überzeugt, dass die Kriminalität in Deutschland durch den Zuzug von Flüchtlingen deutlich steigt. Dieser Anteil liegt wesentlich höher als 2016, als nur 37 % der Bevölkerung von einem signifikanten Anstieg der Kriminalitätsrate ausgingen. Jeder Dritte fühlt sich persönlich durch die Flüchtlingssituation am eigenen Wohnort weniger sicher als früher. Dies gilt überdurchschnittlich für die Bevölkerung in Ostdeutschland und vor allem die schwächeren sozialen Schichten.

Die derzeitige Flüchtlingspolitik wird überwiegend kritisch gesehen. 65 % der Bevölkerung halten sie für falsch, nur 12 % unterstützen den Kurs der Regierung. Das Vertrauen, dass die Regierung die Probleme in den Griff bekommt, ist gering: Lediglich 4 Prozent haben hier großes Vertrauen, 42 % keinerlei Vertrauen; 44 % sind skeptisch.

Die Sorgen der Bevölkerung sind Inflation, Krieg, die unsichere Weltlage und der Flüchtlingszuzug. Neben der großen Zahl von Flüchtlingen gilt die Sorge der Bevölkerung vor allem nach wie vor der Inflation, dem Krieg in der Ukraine und neuerdings auch den Bedrohungen aus dem Nahen Osten, der unberechenbaren Weltlage und wachsenden Risiken für die innere Sicherheit.

Die Mehrheit der Deutschen macht sich darüber hinaus große Sorgen

- über die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland,

- die Entwicklung der Energie- und speziell der Heizkosten,

- die politische Stabilität in Deutschland und

- das Risiko, dass Deutschland in militärische Konflikte hineingezogen werden könnte

Unterstützung für die Ukraine

Der Ukraine-Krieg beunruhigt nach wie vor die große Mehrheit der Bevölkerung. 48 % fühlen sich durch den Krieg sogar persönlich bedroht; damit hält sich das persönliche Bedrohungsgefühl im Vergleich zum Vorjahr stabil auf hohem Niveau.

Der Kriegsausgang ist nach Überzeugung der Mehrheit nach wie vor unsicher. 34 % gehen davon aus, dass Russland den Ukraine-Krieg für sich entscheiden wird, nur 10 % erwarten einen positiven Ausgang für die Ukraine, 56 % trauen sich keine Prognose zu. Im Vergleich zum Vorjahr haben sich die Siegeserwartungen zugunsten von Russland deutlich verschoben.

Angesichts der kontroversen Diskussion in den Vereinigten Staaten über die Unterstützung der Ukraine stellt sich die Frage, wie Deutschland reagieren sollte, wenn die USA ihre Unterstützung zurückfahren. Nur 31 % der Bevölkerung hielten es in diesem Fall für richtig, dass Deutschland dem amerikanischen Beispiel folgt und seine Unterstützung ebenfalls reduziert; 29 % votieren für eine unveränderte Unterstützung, weitere 20 % für eine Ausweitung der deutschen Hilfen.

Verunsicherung im Vorfeld der amerikanischen Wahlen

Durch die kontroversen Debatten in den USA über die Ukraine-Hilfen und die Erfolge von Donald Trump bei den Vorwahlen wachsen in Deutschland wieder Zweifel, ob die USA ein verlässlicher Bündnispartner sind. Während der letzten Amtszeit von Donald Trump war die Mehrheit der deutschen Bevölkerung überzeugt, dass die USA kein verlässlicher Partner sind. Erst mit dem Amtsantritt von Präsident Biden wuchs das Vertrauen wieder: Im vergangenen Jahr waren 46 % der Bevölkerung überzeugt, dass die USA ein verlässlicher Bündnispartner sind, 27 % äußersten dezidierte Zweifel. Seither ist jedoch eine Erosion des Vertrauens zu beobachten; aktuell gehen noch 39 % der Bevölkerung davon aus, dass das Bündnis mit den USA stabil ist, 29 % melden Zweifel an.

Die Ergebnisse des aktuellen Sicherheitsreports sind ernüchternd: Die Zuversicht der Deutschen, dass die Ukraine den Krieg für sich entscheidet, schwindet deutlich. Und nur 20 % der Deutschen sind bereit, die Ukraine stärker zu unterstützen. Das ist ein alarmierendes Signal in dieser entscheidenden Phase des Krieges“, betont der Mit-Herausgeber des Sicherheitsreports, Professor Dr. Klaus Schweinsberg.

Beunruhigung über die Situation im Nahen Osten

Die Situation im Nahen Osten beunruhigt die Bevölkerung mittlerweile ähnlich wie der Ukraine-Krieg. 85 % halten den Krieg zwischen Russland und der Ukraine für besorgniserregend, 84 % die Lage im Nahen Osten nach der Eskalation im Gaza-Streifen durch den Terrorangriff der Hamas. Darüber hinaus halten 43 % den Konflikt zwischen China und Taiwan für besonders beunruhigend.

Die größten Friedensgefährder

Nach wie vor gilt vor allem Russland als Friedensgefährder Nummer Eins. 75 % der Bevölkerung zählen Russland zu den Ländern, von denen in den nächsten Jahren die größte Bedrohung für den Frieden in der Welt ausgeht. 54 % verbinden auch mit dem Iran große Gefahren für den Frieden in der Welt, 52 % mit China und knapp jeder Zweite mit Nordkorea. Während Russland, China und auch Nordkorea aktuell tendenziell von der Bevölkerung weniger als Friedensgefährder eingestuft werden als noch vor einem Jahr, richtet sich wachsende Besorgnis auf den Iran: 2022 waren 36 % der Bevölkerung überzeugt, dass auch von dem Iran große Gefahren für den Frieden in der Welt ausgehen, aktuell fürchten dies 54 %.

Die ostdeutsche Bevölkerung nimmt auch hier eine andere Position als die westdeutsche ein: Sie sieht weitaus weniger Russland als ein Land an, von dem große Gefahren für den Frieden ausgehen; auch Weißrussland, Nordkorea und China verbindet die ostdeutsche Bevölkerung weitaus weniger mit Gefahren für den Frieden, dagegen weit überdurchschnittlich die USA: 24 % der gesamten Bevölkerung, aber 40 % der ostdeutschen Bevölkerung sind der Meinung, dass auch die USA zu den Ländern gehören, von denen besonders große Gefahren für den Frieden ausgehen. Umgekehrt zählen 75 % der Bevölkerung Russland zu den Ländern, von denen besonders große Gefahren ausgehen, aber nur 53 % in Ostdeutschland.

Überwältigende Mehrheit der Deutschen befürwortet höhere Investitionen in innere und äußere Sicherheit

Angesichts der zahlreichen Krisen und Risiken fordert die Bevölkerung höhere Investitionen in Sicherheitsmaßnahmen. Das gilt insbesondere für Schutzmaßnahmen gegen Naturkatastrophen, den Schutz kritischer Infrastruktur wie die Energie- und Wasserversorgung aber auch die Ausstattung der Polizei und der Bundeswehr. Alle diese Maßnahmen werden von mehr als zwei Dritteln der Bevölkerung unterstützt. 89 % fordern bessere Schutzmaßnahmen gegen Naturkatastrophen, 79 % mehr Investitionen in die Ausstattung der Polizei, 72 % auch mehr Investitionen in die Ausstattung der Bundeswehr. Allerdings haben 60 % der Deutschen den Eindruck, dass es bisher keine Fortschritte bei der Ausstattung der Bundeswehr gibt. Und 39 % glauben inzwischen auch nicht mehr an Fortschritte. Die Skepsis ist in den letzten zwölf Monaten deutlich gewachsen.

„Bundeskanzler Scholz hat eine Zeitenwende bei der Bundeswehr angekündigt, und die Mehrheit der Bürger fragt sich, wo und wie die eigentlich stattfindet. Die Unterstützung für Investitionen in die Bundeswehr ist in der Bevölkerung auf einem Höchststand, und die Regierung nutzt diesen Rückenwind nicht. Das ist nicht nur politisch töricht, sondern verantwortungslos angesichts der realen Bedrohung aus Russland“, kritisiert Professor Klaus Schweinsberg.

Stellen Sie sich den Herausforderungen - Transformieren Sie die großen Risiken unserer Zeit in Chancen!

Angst ist stets ein guter Verkäufer, aber ein schlechter Ratgeber. Dennoch sind die Sorgen Bürger und vor allem der Vermögeninhaber absolut berechtigt. Nicht nur das globale Geld- und Bankensystem sowie die Wirtschaft in Deutschland stehen derzeit vor großen Risiken und Herausforderungen, sondern auch jeder Bürger und Vermögensinhaber. Inflation, Digitalisierung, Demografie und Migration zählen zu den größten Risiken und Herausforderungen in den kommenden Jahren. Verlassen Sie sich nicht auf den Staat, der seine Schutzfunktionen längst verloren hat. Nehmen Sie das Heft des Handelns selbst in die Hand. Transformieren Sie Risiken in Chancen, durch die Umsetzung intelligenter Kapitalschutz-Strategien!

Staatsbürgerschafts- und Wohnsitzdiversifikation gewinnen an Bedeutung

Aufgrund dieser Entwicklungen befinden sich immer mehr Bürger mittlerweile auf der Suche nach einem „Plan B“, falls sich die Rahmenbedingungen in der Heimat weiter verschlechtern. Mit dieser Thematik befasse ich mich in der aktuellen Sonderausgabe „Golden Visa“ meines Wirtschaftsmagazins KAPITALSCHUTZ vertraulich.

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Deutschland verliert die Deutschen!

(17.12.23) Nachdem das Bundesverfassungsgericht den Nachtragshaushalt des Jahres 2021 als verfassungswidrig eingestuft hat, fehlen der Ampelregierung 60 Milliarden Euro für geplante Investitionen. Die anschließend durch Finanzminister Lindner erstmals in der Geschichte verhängte Haushaltssperre war ein Offenbarungseid, für die politische Seriosität und Stabilität Deutschlands. Parallel dazu ist eine kontrovers geführte Diskussion um die seit dem Jahr 2009 in Artikel 109 Abs. 3 Grundgesetz verankerte Schuldenbremse entbrannt.

Diese sieht vor, dass die strukturelle Nettokreditaufnahme durch den Bund nur noch 0,35 % des Bruttoinlandsprodukts (BIP) betragen darf. Den Ländern ist eine erneute Nettokreditaufnahme völlig untersagt. Eine Ausnahme sieht das Grundgesetz nur bei benötigten Geldern aufgrund einer Notsituation vor. Dazu zählen beispielsweise Naturkatastrophen,
Pandemien oder Kriege. Ob es allerdings rechtmäßig ist, dass jetzt im Nachhinein einfach eine Notlage erklärt werden darf, damit die Schuldenbremse nochmals ausgesetzt werden kann, wird vermutlich in Zukunft wiederum die Gerichte beschäftigen.

Die öffentlichen Vermögen verfallen

Deswegen plädieren zahlreiche Politiker und Ökonomen für die Abschaffung der Schuldenbremse. Das Hauptargument ist dabei meist der Verweis auf die geringe Staatsverschuldungsquote Deutschlands. Es ist zutreffend, dass die nominalen deutschen Staatsschulden mit einer Verschuldungsquote in Höhe von rund 67 % des BIP im internationalen Vergleich als durchaus moderat zu bewerten sind. Japan liegt bei 258 %, Griechenland bei 166 %, Italien bei 154 %, die USA bei 122 % und Frankreich bei 111 %. Problematisch ist allerdings die implizite Staatsverschuldung der Bundesrepublik durch eingegangene und ungedeckte Zahlungsverpflichtungen. Dazu zählen z. B. das Renten- und Gesundheitssystem, die Pflegeversicherung und weitere Sozialversicherungen, ebenso die milliardenschweren Staatsbürgschaften für die EU.

Prof. Dr. Bernd Raffelhüschen berechnet seit Jahren die implizite Staatsschuldenquote Deutschlands. Ohne die Bilanzkosmetik der Politik kommt er zu erschreckenden Ergebnissen: Würde man die implizite Staatsverschuldung der Staaten mitberücksichtigen, läge die Verschuldungsquote höher als in Italien oder Griechenland. Das Problem für die Zukunftsfähigkeit sind dabei nicht die vermeintlich hohen Staatsschulden, sondern der Verfall der öffentlichen Vermögen, da die Nettoinvestitionen seit 20 Jahren im negativen Bereich verharren. Der Staat lebt von seiner Substanz zulasten der kommenden Generationen. Gleichzeit hat Deutschland im europäischen Vergleich die geringste Quote an privatem Eigentum. Verlassen Sie sich auch im neuen Jahr nicht auf den Staat, sondern setzen Sie selbstbestimmt auf wirkungsvolle Kapitalschutz-Strategien! Dazu zählen auch verstärkt Auswanderungs-Strategien!

Die Auswanderung ist die wirkungsvollste Kapitalschutz-Strategie!

Gerade in EU-Ländern wie Deutschland oder Österreich, in denen die Mehrzahl meiner Leser ihren Wohn- und Steuersitz hat, ist die Unzufriedenheit der Menschen mit den politischen Rahmenbedingungen in zahlreichen Bereichen zu spüren. 2022 haben überdurchschnittlich viele Bundesbürger ihrem Heimatland den Rücken gekehrt. Vor allem junge und leistungsstarke Akademiker sowie Rentner wandern verstärkt aus. Dieser bedenkliche Trend dürfte sich auch 2023 fortgesetzt haben und in den kommenden Jahren weiter anhalten.

Deutsche haben große Sorge vor gesellschaftlichen Spannungen und sozialer Zersplitterung

Hinter der AXA-Gruppe steht ein global tätiger Versicherungskonzern mit Unternehmenssitz in Frankreich, der sowohl Privatpersonen als auch Unternehmen versichert. Vor kurzem hat die AXA die zehnte Ausgabe ihres „Future Risks Report“ veröffentlicht. Diese fundierte Studie wurde unter 3.500 Experten in 50 Ländern in Kombination mit einer repräsentativen Stichprobe von 20.000 Personen aus der Bevölkerung in 15 Ländern durchgeführt. Die Analyse misst und bewertet die Wahrnehmung von Experten und der Bevölkerung im Hinblick auf sich entwickelnde und steigende Risiken. Aufgrund der kombinierten Befragung von Bürgern und Experten messe ich diesem Report eine sehr hohe Aussagekraft zu.

Der „Future Risks Report“ bietet einen einzigartigen Überblick über die größten Risiken von morgen und ist zu einem wichtigen Bezugspunkt im Anlage- und Risikomanagement geworden. Demnach haben 82 % der Deutschen die Sorge, dass die Ungleichheiten immer gravierender werden und zu zunehmenden gesellschaftlichen Spannungen sowie einer sozialen Zersplitterung führen. Damit haben die Deutschen den negativsten Blick auf Spannungen in der Gesellschaft. Für 51 % der Bundesbürger sind die gesellschaftlichen Spannun gen durch zunehmende Ungleichheiten und als Folge der Inflation bereits heute präsent.

Für das Jahr 2023 spricht die Studie von einer Polykrise. Es geht also um eine Situation, in der mehrere Krisen gleichzeitig oder aufeinanderfolgend auftreten und sich gegenseitig verstärken oder beeinflussen. „Poly“ (griechisch) bedeutet „mehrere“. Dahinter stehen geopolitische Spannungen, die Risiken aus neuen Technologien wie beispielsweise der Künstlichen Intelligenz und der Cyber-Kriminalität oder die Folgen der Beschleunigung der globalen Erwärmung.

Grenzen der Belastbarkeit: Wo werden die meisten Asylanträge gestellt?

In Deutschland werden derzeit die meisten Erst-Anträge auf Asyl gestellt. Das zeigt der Vergleich mit den restlichen Ländern der Europäischen Union auf Basis von Eurostat-Daten. Im August 2023 lag die Zahl der Anträge bei 29.110. Mit einigem Abstand folgen Länder wie Spanien (12.075 Anträge) und Frankreich (11.495), die in der nachfolgenden Grafik nicht explizit ausgewiesen sind.

Der Anteil der in Deutschland gestellten Erst-Anträge an allen Erst-Anträgen in der EU ist im gezeigten Zeitraum von August 2022 bis August 2023 von 22,1 Prozent auf 31,7 Prozent gestiegen. Der höchste Anteil in diesem Zeitraum wurde im Januar 2023 mit 36,5 Prozent erreicht, der niedrigste im September 2022 mit 22,0 Prozent. Auch in den Jahren zuvor wurden in Deutschland die meisten Erstanträge auf Asyl gestellt, wie die Rückschau bis 2014 zeigt.

Wo lassen sich die meisten Flüchtlinge nieder?

Fast überall in der EU sind die Flüchtlingszahlen in den vergangenen Monaten deutlich gestiegen, vor allem durch den Krieg in der Ukraine. Dies gilt vor allem für osteuropäische Länder, insbesondere Polen, aber auch für Deutschland. In der Bundesrepublik kommen auf 1.000 Einwohner statistisch derzeit 34,3 Flüchtlinge und Asylbewerber. Im Dezember 2020 lag die Zahl noch bei 17,4.

Die Folgen der Migration zählen zu den größten Zukunftsrisiken

Niemals sollten Risiken und die damit verbundenen Ängste dominieren, weil jede Krise gleichzeitig auch eine Chance mit sich bringt. Dadurch entstehen im Gegenzug Polychancen, die es zu nutzen gilt. Beispielsweise finanzielle Chancen im Bereich der Künstlichen Intelligenz oder der Cyber-Security durch die entsprechenden ETFs aus meinem Megatrend-Depot von "Kapitalschutz vertraulich".

Auch Rohstoffrisiken fallen in diesen Bereich. Ein weiteres wichtiges Thema ist die Migration. Weite Teile der Bevölkerung, vor allem Bundesbürger, die über 65 Jahre alt sind, haben das Gefühl, durch soziale Spannungen aufgrund einer unkontrollierten und unqualifizierten Zuwanderung bedroht zu sein. Als Antwort auf diese Entwicklungen steigt bei der Bevölkerungsgruppe der Rentner die Überlegung, selbst auszuwandern, signifikant an. Im Jahr 2022 haben sich 270.000 Bundesbürger zu einer Auswanderung entschlossen. Der Auswanderungs-Saldo der deutschen Staatsbürger ist seit Jahren negativ, wie die nachfolgenden Zahlen des Statistischen Bundesamtes (destatis) eindrucksvoll belegen.

Wanderungen zwischen Deutschland und dem Ausland

Deutschland verliert seit Jahren die leistungsstarken Deutschen!

In der Geschichte der Bundesrepublik war es 2016 das erste Mal, dass mit 271.000 eine überdurchschnittlich hohe Zahl an Deutschen ausgewandert ist. Auch damals lässt sich dieser hohe Wert mit der Flüchtlingskrise des Jahres 2015 in Verbindung bringen. Es bedeutet für einen Staat, seine Volkswirtschaft und seine Gesellschaft eine Gefahr für die Stabilität, wenn das Verhältnis zwischen leistungsschwachen Einwanderern, die Sozialleistungen empfangen, und leistungsstarken, nicht mehr steuerzahlenden Auswanderern außer Kontrolle gerät. Auch für die hohen Zahlen 2022 und wahrscheinlich auch 2023 gibt es einen klaren Beleg, dass dies mit der hohen Anzahl an Migranten, die nicht den Weg als Beitragszahler in die Arbeitsmärkte finden, sondern Bürgergeld empfangen, zusammenhängt.

Aktuell kann ich diesen Trend zur Auswanderung aus meinen eigenen Erfahrungen bestätigen. Die Privatschule meiner Kinder hat – wie alle Privatschulen auf Mallorca – einen enormen Zulauf deutscher Staatsangehöriger. Die Wartlisten sind teilweise enorm, weil die Kapazitäten schlicht nicht mehr ausreichen. Aus persönlichen Gesprächen weiß ich, dass der Grund vieler Neuankömmlinge auf Mallorca nicht etwa im Wetter, den Lebenshaltungskosten oder gar den Steuern liegt, sondern im regelrechten Überlaufen deutscher Schulen durch Kinder von Migranten bzw. Flüchtlingen.

Eltern berichten mir beispielsweise, dass der Migrantenanteil in den deutschen Schulklassen ihrer Kinder teilweise weit über 50 % betragen hat. Dadurch erodiert das Bildungsniveau der Kinder, wie auch die erschreckenden Ergebnisse der aktuellen PISA-Studie belegen. Dafür sind nicht nur das schlechte politische Management der Corona-Pandemie und die schlechte Bildungspolitik verantwortlich, sondern auch die längst als völlig irrational zu bezeichnende, unverantwortliche Flüchtlingspolitik der Bundesregierung. Deswegen nehmen soziale Spannungen auch in vielen Schulen massiv zu, sodass auch immer mehr Familien ganz offensichtlich aus diesen Gründen eine Auswanderung ins Auge fassen.

Eine Auswanderung muss stets individuell bewertet werden!

Falls Sie eine Auswanderung erwägen, bedenken Sie, dass dies ein gravierender Schritt ist, der mit einer Vielzahl an monetären, rechtlichen, behördlichen und steuerlichen Implikationen verbunden ist. Vor allem für Familien sind die damit verbundenen physischen und emotionalen Herausforderungen nicht zu unterschätzen, die im praktischen Leben häufig die scheinbar im Mittelpunkt stehenden steuerlichen und rechtlichen Themenbereiche deutlich überragen. Viele meiner Leser sind mittlerweile ausgewandert.

Von A wie Andorra bis Z wie Zypern. Auswanderungsfragen müssen stets individuell und einzelfallbezogen beantwortet werden. Deshalb sehe ich mittlerweile von der Empfehlung von Beratungsstellen ab, die sich nicht auf einzelne Länder oder zumindest Regionen spezialisiert haben.

Ich habe hier bereits wiederholt über empfehlenswerte Auswanderungsziele berichtet, von der Schweiz und Liechtenstein über Kanada, Panama, Paraguay bis hin zu Thailand. Mittlerweile verfüge ich für die Leser meines Wirtschaftsmagazins "Kapitalschutz vertraulich" über eine Datenbank mit kompetenten Beratungsstellen für die unterschiedlichsten Regionen, Länder und sonstige besondere Auswanderungsthemen.

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Staatswirtschaft: Noch 10% bis zum Sozialismus!

(16.07.20) Die Sozialausgaben in Deutschland steigen seit Jahren. Im vergangenen Jahr haben sie erstmal die Grenze von einer Billion Euro überschritten. In Relation zum Bruttoinlandsprodukts liegt das Sozialbudget bei einer Quote von knapp über 30 Prozent. 2018 waren es 29,4 Prozent, wie die nachfolgende Grafik von Statista mit Daten des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales zeigt. Der Sozialstaat wächst somit stärker als die Wirtschaft. Der Sozialverband VdK warnt seit längerem, dass hohe Sozialleistungen trotz geringer Arbeitslosigkeit ein deutlicher Hinweis auf viele schlecht bezahlte Jobs seien.

Denn das Sozialbudget umfasst Sozialtransfers wie etwa die Sozialhilfe und Grundsicherung, aber auch die Alterssicherung, Krankenversicherung oder das Kindergeld. Die Bundesvereinigung der Arbeitgeberverbände warnt, dass Deutschland sich einen weiteren Ausbau des Sozialstaats nicht leisten könne. Angesichts der Corona-Krise und des demografischen Wandels müsse bei den Sozialausgaben gegengesteuert werden. Den größten Anteil der Kosten tragen die Arbeitgeber mit rund 35 Prozent.

Soziale Marktwirtschaft? Deutschland befindet sich mitten in der Staatswirtschaft!

Die Bundesrepublik Deutschland hat sich mit der gigantischen Summe von 9 Milliarden Euro an der Lufthansa AG beteiligt. Das Bundesland Nordrhein-Westfalen bürgt für einen Kredit in Höhe von rund 35 Millionen Euro für den Fußballclub Schalke 04. Das sind stellvertretend für zahlreiche Staatseingriffe nur zwei aktuelle Fälle der Planwirtschaft, in der wir uns mittlerweile befinden. Die Zahlen sind längst dramatisch in ihren Dimensionen.

Rund 7 Millionen Beschäftigte werden – zumindest vorübergehend aufgrund von Kurzarbeit - durch die Bundesagentur für Arbeit bezahlt. Die staatlichen Hilfen, im Zusammenhang mit der Bewältigung der Folgen der Coronavirus-Pandemie, belaufen sich bereits auf 1,3 Billionen Euro. Das sind 40 Prozent der erwarteten Wirtschaftsleistung Deutschlands in diesem Jahr. Helmut Kohl sagte einst:

„Bei einer Staatsquote von 50 Prozent beginnt der Sozialismus!“

Somit sind es nach dieser Definition noch 10 Prozent bis zum Sozialismus. Zusätzlich erfolgen staatliche Beteiligungen wie bei der Lufthansa oder die Übernahme unternehmerischer Risiken durch Bürgschaften. Über den sogenannten Wirtschaftsstabilisierungsfonds vergibt der Staat rund 600 Milliarden Euro in Form von Beteiligungskapital, Garantien und Bürgschaften. Ich finde grundsätzlich absolut richtig, dass der Staat in einer Not- und Sondersituation hilft. Wichtig ist aber, auch einen Plan festzulegen, wie der Ausstieg aus dieser planwirtschaftlichen Staatswirtschaft in Zukunft wieder erfolgen soll. Mit jeder Hilfe muss parallel die Rückführung festgelegt werden!

Dieser wichtige Schritt wird aus meiner Sicht viel zu stark vernachlässigt und das birgt die Gefahr eines nachhaltig wirkenden starken Staates mit sich, der dann nicht nur großzügig verteilen, sondern eines Tages ebenso stark belasten muss. Allen voran jene, die solide gewirtschaftet haben aus dem Mittelstand und der Mittelschicht, in Form von Abgaben und Steuern. Frei nach unserem legendären Wirtschaftsminister Ludwig Erhard müssen wir uns daran orientieren, dass die bewährten Prinzipien der Marktwirtschaft auch in der Krise gültig bleiben!

Systemrisiko Staatsverschuldung

In regelmäßigen Abständen betrachte ich die Entwicklungen bei den Staatsschulden, weil auf Staatsanleihen unzählige Finanzprodukte ebenso basieren, wie die Rücklagen von Renten- und Gesundheitskassen. Hier liegt ein gigantisches Systemrisiko, dass durch die zahlreichen Finanzderivate nochmals um ein Vielfaches gehebelt wird. Aktuell ist mir aufgefallen, dass viele Anbieter sogenannter „Schuldenuhren“ die aktuellen Entwicklungen bzw. Zahlen im Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie noch überhaupt nicht berücksichtigt haben.

Ich habe mehrere Internetseiten gefunden, bei denen die Schuldenuhr Deutschlands beispielsweise noch rückwärts läuft, aufgrund der - für die Staaten - positiven Negativzinspolitik der Europäischen Zentralbank. Die gigantische Neuverschuldung in Höhe von rund 220 Milliarden Euro ist hingegen noch überhaupt nicht berücksichtigt. Die Staatsschulden Deutschlands steigen dadurch blitzartig von rund 60% auf deutlich über 80% an. Zusätzlich kommen die Haftungsrisiken, weil Deutschland für andere EU-Länder mithaftet. Auch hier ist die Ursache die explodierende Staatswirtschaft, aufgrund der Coronavirus-Pandemie. Wichtig ist stets in Erinnerung zu rufen, dass der Grat zwischen Staatswirtschaft und Sozialismus sehr schmal ist.

Das Gespenst des Sozialismus geht um in der Welt

Während Karl Marx seine Theorien vor dem Hintergrund der industriellen Revolution entwickelte, erleben wir heute eine digitale Revolution. In Zeiten, in denen Amazon und Co. Tarifverträge und faire Arbeitsbedingungen mit Leichtigkeit aushebeln und zahlreiche Angestellte befürchten müssen, früher oder später der Digitalisierung zum Opfer zu fallen, kann eine konstruktive Auseinandersetzung mit Marx und seinen Werken durchaus sehr bereichernd sein. Weil das Gespenst des Sozialismus nicht unterschätzt werden darf. Ich bin kein Schwarzseher, aber für mich gilt vor den aktuellen Entwicklungen: Wehret den Anfängen!

Studie: Immer weniger Deutsche wollen reich werden

Im Sozialismus soll das Volk gleichgestellt sein. Die Schere zwischen Arm und Reich verschwindet. Davon ist Deutschland zwar weit entfernt, aber eine aktuelle Studie regt durchaus auch hier zum Nachdenken an, weil ich die grundlegenden Ergebnisse - teilweise - so überraschend empfinde: Nur noch 53,2 Prozent der Deutschen finden es erstrebenswert, reich zu sein. Dies stellt einen kontinuierlichen Rückgang seit dem Jahr 2017 (damals 70,0 Prozent) dar. Gleichzeitig werden die Chancen beim Vermögensaufbau immer schlechter eingeschätzt, wie die Ergebnisse der 4. Reichtumsstudie der RWB Group zeigen. Die repräsentative Umfrage wird jährlich vom Marktforschungsinstitut GfK durchgeführt.

Der Anteil der Deutschen, die ihre persönlichen Chancen auf ein hohes Vermögen als sehr bzw. eher hoch einschätzen, ist mit 7,9 Prozent auf dem niedrigsten Stand seit Beginn der jährlichen Erhebung angekommen. Dabei könnte die Corona-Pandemie als Katalysator gewirkt haben. Mit 45,2 Prozent gibt fast die Hälfte der Deutschen an, die Möglichkeiten für den Vermögensaufbau hätten sich durch die Krise verschlechtert. Das Selbstvertrauen bei der Geldanlage sinkt spürbar. Tief in der Gesellschaft verankerte Herangehensweisen für den Vermögensaufbau wie klassische Sparanlagen und Erwerb von Wohneigentum führen nicht zum Erfolg oder sind für viele nicht mehr erschwinglich. Nur ein kleiner Anteil der Bevölkerung vertraut auf ertragreiche Anlagealternativen, die für nahezu jedermann verfügbar sind. Parallel dazu zeigt die aktuelle Studie, dass das Unwissen über die Möglichkeiten zum Vermögensaufbau weiter zunimmt.

Fazit: Dass der Ansporn reich zu werden so dramatisch abnimmt, ist für mich ein ebenso starkes Warnsignal für unsere Gesellschaft wie der Aspekt, dass das Unwissen beim Kapitalaufbau weiter zunimmt. Die Finanzbildung muss daher dringend gefördert werden und für mich gilt: Mehr Selbstverantwortung statt immer noch mehr Staat!

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Einkommen und Kapital: 10% besitzen 83%!

(25.10.19) In meinem heutigen Beitrag werfe ich den Blick auf ebenso interessante wie auch nachdenklich machende Zahlen und Statistiken. Beginnen wir zunächst mit der Einkommensverteilung in Europa. Die Europäerinnen und Europäer verfügen im Jahr 2019 über ein Nettoeinkommen von gut 14.700 Euro, wie eine aktuelle Studie der Gesellschaft für Konsumforschung GfK zeigt, für die 42 Länder untersucht wurden.

Demnach ist die Kaufkraft im Fürstentum Liechtenstein mit 67.550 Euro am höchsten, in der Ukraine mit 1,830 Euro am geringsten. Deutschland liegt mit rund 23.800 Euro auf dem achten Rang, aber auch deutlich über dem Durchschnitt. Etwa im europäischen Durchschnitt liegt das Nettoreinkommen in Spanien, wie die nachfolgende Grafik von Statista zeigt.

Kapital und Vermögen: Die Welt ist mehr als ungleich verteilt

Kommen wir nun von den Einkommensverhältnissen in Europa zum Blick auf die Vermögensverteilung in unserer Welt. 83 Prozent des weltweiten Vermögens liegt in den Händen der reichsten zehn Prozent. Das zeigt der aktuelle Global Wealth Report 2019 der Schweizer Großbank Credit Suisse. Demnach besitzen knapp 57 Prozent der Menschen weltweit ein Vermögen von weniger als 10.000 US-Dollar.

Das Vermögen von der Hälfte der Weltbevölkerung macht lediglich einen Anteil von 1,8 Prozent des weltweiten Privatvermögens aus, wie die nachfolgende Grafik von Statista zeigt. Das reichste Prozent hält hingegen 43,9 Prozent. In Deutschland leben mehr als zwei Millionen Menschen mit einem Vermögen von mehr als einer Million US-Dollar - im Jahr 2010 lag diese Zahl noch bei gut 600.000.

Die finanzielle Ungleichheit nimmt auch in Deutschland weiter zu

Die Ungleichheit in Deutschland nimmt laut einer aktuellen Studie der Hans-Böckler-Stiftung auch in Deutschland weiter zu. Die Zahl der armen Haushalte nimmt nicht nur zu, auch die Entfernung zur Armutsgrenze vergrößert sich demnach. Wie die nachfolgende Grafik von Statista zeigt, ist die Armutsquote im Westen des Landes zwischen 2005 und 2016 deutlich gestiegen.

Im Osten lag sie ohnehin höher und stieg seitdem leicht. Der Anteil der Personen oberhalb der Reichtumsquote nahm in den östlichen Bundesländern leicht zu auf 4,8 Prozent, in den westlichen Bundesländern sank sie leicht von 8,2 auf 7,8 Prozent.

Steigende Altersarmut: Immer mehr ältere Bundesbürger sind von einer Privatinsolvenz betroffen

Auf Basis von klaren Zahlen zeigt sich eine weitere, sehr bedenkliche Entwicklung in Deutschland. Grundlegend ist es erfreulich, dass die Privatinsolvenzen in Deutschland nach wie vor rückläufig sind. Aber hier ist zu bedenken, dass wir seit Jahren eine boomende Konjunktur haben. Was passiert, wenn Deutschland in eine immer wahrscheinlichere Rezession schlittert? Im 1. Halbjahr 2019 mussten 42.235 Verbraucher eine Insolvenz anmelden - so wenig wie seit 2004 nicht mehr. Die Zahl der Privatpleiten verringerte sich damit um 1,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (1. Halbjahr 2018: 42.846).

Zu diesem Ergebnis kommt der Informationsdienstleister CRIFBÜRGEL in der neuen Studie "Schuldenbarometer 1. Halbjahr 2019". Für das gesamte Jahr 2019 rechnet CRIFBÜRGEL derzeit mit bis zu 88.000 Privatinsolvenzen in Deutschland und damit auf Jahressicht mit dem neunten Rückgang in Folge (Jahr 2018: 88.995). Die Analysten von CRIFBÜRGEL sehen bereits eine Trendumkehr und erwarten bereits für das Jahr 2020 wieder mehr private Insolvenzen in Deutschland, da die konjunkturelle Schwächephase am Arbeitsmarkt bereits Spuren hinterlässt. Bedenklich ist ebenso, dass immer mehr ältere Bundesbürger von einer Privatinsolvenz betroffen sind.

Privatinsolvenzen: Die grundlegende Ursache ist Einkommensarmut

Zu den Gründen für eine Privatinsolvenz gehören Arbeitslosigkeit und reduzierte Arbeit, Einkommensarmut, gescheiterte Selbstständigkeit, unwirtschaftliche Haushaltsführung, Veränderungen in der familiären Situation wie Scheidung beziehungsweise Trennung und Krankheit. Der überwiegende Teil der Privatpersonen in einer Insolvenz hat vor allem Schulden bei Kreditinstituten, Versandhändlern, Versicherungen, Behörden, Vermietern, Energieversorgern und Telefongesellschaften.

In drei Altersgruppen steigen die Privatinsolvenzen bereits an. So mussten in der Altersgruppe der 31-bis 40-Jährigen 11.308 und damit 2,3 Prozent mehr Bundesbürger als vor einem Jahr eine private Insolvenz anmelden (1. Halbjahr 2018: 11.057). Nach zwei Jahren sinkender Fallzahlen steigen auch die Privatinsolvenzen in der Altersgruppe 61 Jahre und älter wieder an. So stiegen die Privatpleiten bei den älteren Bundesbürgern um 2,2 Prozent auf 4.795 Fälle (Anteil am Insolvenzgeschehen: 11,4 Prozent).

Was sind die Ursachen für eine Privatinsolvenz im Alter?

Ursachen für eine Privatinsolvenz im Alter resultieren aus dem problematischen Arbeitsmarkt in der Vergangenheit und dem Wandel der Erwerbsformen. Dazu zählt beispielsweise die Zunahme von Niedriglohnbeschäftigung und in der Folge eine entsprechend geringe Altersrente. Dass die Renten nicht ausreichen, beruht in vielen Fällen auch auf einer Erwerbsbilanz mit Unterbrechungen. Das Risiko einer Privatinsolvenz im Alter wird zudem durch hohe Kosten im Krankheitsfall erhöht. Zu den Betroffenen von Privatinsolvenzen in der Altersgruppe "61 Jahre und älter" zählen auch ehemals Selbstständige, da bei ihnen die Altersvorsorge aufgrund der fehlenden Pflicht häufig auf der Strecke bleibt.

Diese Entwicklungen in Verbindung mit dem demografischen Wandel werden dazu führen, dass künftig eine immer größer werdende Bevölkerungsgruppe vor finanziellen Problemen im Alter stehen wird. Überraschend angestiegen sind auch die Privatinsolvenzen in der Altersgruppe der 51 bis 60-Jährigen. Auch in dieser Gruppe stiegen die Fallzahlen um 2,2 Prozent auf 8.555 Privatinsolvenzen. In der Summe machen die beiden ältesten Altersgruppen 31,6 Prozent (13.350 Privatinsolvenzen absolut) am Insolvenzgeschehen in Deutschland aus, wie nachfolgende Grafik verdeutlicht.

Fazit: Diese Zahlen sind ein Armutszeugnis für Deutschland!

Die obigen Zahlen belegen, dass nahezu jede dritte Privatinsolvenz in Deutschland von einem Bundesbürger angemeldet wird, der mindestens 51 Jahre alt ist. Das ist ein Armutszeugnis für Deutschland.

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Schweizer Privatbanken: Das Sterben geht weiter!

(13.09.19) Wer reich ist, kann sich in der Regel frei aussuchen, wo er leben möchte. Eine Studie der Marktforschungsgruppe New World Wealth zeigt die beliebtesten Länder bei HNWIs, also Personen, die mehr als eine Million US-Dollar besitzen. Die Schweiz liegt in dieser Statistik auf Rang Nr. 4.

Das Ergebnis: Im vergangenen Jahr 2018 zog es die meisten Millionäre nach Australien (rund 12.000) und in die USA (rund 10.000). Rund 4.000 HNWIs wanderten nach Kanada ein und rund 3.000 in die Schweiz. Auf Platz fünf stehen die Vereinigten Arabischen Emirate, gefolgt von der Karibik, wie die nachfolgende Statista-Grafik zeigt. In der EU lockten Portugal, Griechenland und Spanien 2018 die meisten Millionäre an.

Wohnsitze der Ultra- und Superreichen: London Nr. 1. - Zürich Nr. 9

London hat weltweit die meisten superreichen bzw. ultrareichen (UHNWI) Einwohner – das geht aus einer Studie der Immobilienagentur Knight Frank hervor. In der englischen Hauptstadt lebten demnach im vergangenen Jahr rund 5.000 Ultrareiche. Rang 2 und 3 der Städte mit den meisten ultrareichen Einwohnern belegen Singapur und Tokio, wie die Statista-Infografik zeigt. Doch auch eine Schweizer Metropole ist bei Multimillionären beliebt: 1.507 Ultrareiche wohnten 2018 in Zürich (Rang 9). Als superreich bzw. ultrareich gilt, wer über ein Nettovermögen von mehr als 30 Millionen Dollar verfügt.

Schweizer Privatbanken: Die klassische Bankenbranche erodiert!

Der Standort Schweiz und auch Schweizer Kantonalbanken oder innovative Discountbroker, Direktbanken und FinTech-Banken haben nichts an ihrer Attraktivität für Investoren und Privatanleger verloren. Im Gegenteil: Die Schweiz ist ein attraktiver Finanzplatz für innovative Banken, Vermögensverwalter und Finanzdienstleister.

Ganz anders stellt sich hingegen die Situation dar, mit Blick auf die einst so ertragsstarken Privatbanken in der Schweiz. Deren USP (Alleinstellungsmerkmal bzw. Hauptverkaufsargument) lag in der Vergangenheit häufig ausschließlich auf dem Schweizer Bankgeheimnis (Stichwort Steueroase bzw. Schwarzgeld). In steuerlichen Angelegenheiten ist das Bankgeheimnis in der Schweiz faktisch nicht mehr existent. Schweizer Privatbanken sind übermäßig von den Finanzmärkten abhängig. Das schwierige Marktumfeld des Jahres 2018 hat die Schwäche der Institute offengelegt: Die meisten Privatbanken haben ihre Geschäfts- und Betriebsmodelle nicht ausreichend verbessert oder ihre Strategie nicht optimal angepasst, um ihren Erfolg nachhaltig zu sichern. Wie die diesjährige Privatbankenstudie von KPMG und der Universität St. Gallen (HSG) zeigt, konnten die meisten Schweizer Privatbanken ihre verwalteten Vermögen bei weitem nicht ausreichend steigern. Zudem sind sie zu wenig in Wachstumsmärkten präsent, was die Gewinnung von Neukunden erschwert.

Als Folge ist der globale Marktanteil der Schweizer Privatbanken rückläufig. In ihrer jährlichen Studie untersuchten KPMG Schweiz und die Universität St. Gallen (HSG) insgesamt 87 in der Schweiz tätige Privatbanken und bewerteten die Leistung dieser Privatbanken sowie die wichtigsten Branchentrends. Unter dem Strich war 2018 ein sehr enttäuschendes Jahr für Privatbanken in der Schweiz

Sinkender Marktanteil aufgrund stagnierender Nettoneugelder

Während der Wohlstand weltweit zunimmt, stagnieren die Nettoneugelder der Schweizer Privatbanken. Nur wenige Privatbanken konnten über die vergangenen Jahre konstant mehr als 5 Prozent an Nettoneugeldern generieren. Der Median des Nettoneugeldwachstums betrug 2018 nur 0,2 Prozent. Nachdem die tiefen Nettoneugelder über Jahre mit Altlasten, Steuertransparenz (AIA) sowie strengen Regulierungs- und Compliance-Vorschriften begründet wurden, blicken die Privatbanken nun der Realität ins Auge. Zu viele Strategien haben nicht das erwartete Geschäfts- und Profitabilitätswachstum generiert und die Privatbanken sind zu selten in Wachstumsmärkten präsent, was die Gewinnung von genügend Neukunden weiter limitiert. Als Folge ist der globale Marktanteil der Schweizer Privatbanken rückläufig.

Über die letzten Jahre hat sich eine Gruppe von Privatbanken in Schweizer Besitz mit jeweils mehr als CHF 100 Milliarden an verwaltetem Vermögen herausgebildet. Dies hat sich als Erfolgsmodell erwiesen. Die Institute verfügen in der Regel über ein internationales Niederlassungsnetz, das sich auch auf die Wachstumsmärkte erstreckt. Durch die genannte Mindestgröße für nachhaltigen Erfolg verfügen sie über größere Ressourcen für Investitionen und die Geschäftsentwicklung, profitieren von ihrer Marke als Schweizer Vermögensverwalter und erzielen darüber hinaus Größenvorteile. In einer Branche, in der eine teure Onshore-Präsenz für die Expansion in den globalen Wachstumsmärkten notwendig ist, verleiht dies den Banken einen wichtigen Wettbewerbsvorteil

Nettoneugeldentwicklung der Schweizer Privatbanken

(Bildquelle: KPMG)

Bedenkliche Kennzahlen: Erträge sinken – Kosten steigen!

Nur ein Drittel der Privatbanken konnte 2018 ihre Cost-Income-Ratio verbessern. Die mediane Cost-Income-Ratio stieg um 1,9 Prozentpunkte auf ein neues Allzeithoch von 83,6 Prozent. Diese Verschlechterung wurde primär von kleinen und leistungsschwachen Banken getrieben. Während große Banken 2018 ihre Cost-Income-Ratio um 2,8 Prozentpunkte auf 79,1 Prozent verbessern konnten (2017: 81,9 Prozent), operierten kleine Banken mit einer medianen Cost-Income-Ratio von 86,3 Prozent (2017: 82,4 Prozent). Die operative Gewinnmarge erodierte 2018 nach einer Erholung im Vorjahr. Nur 39 Prozent der Schweizer Privatbanken konnten 2018 ihre operative Gewinnmarge steigern, obwohl die Zinserhöhungen in den USA und der über zehn Monate andauernde globale Marktwachstum zu steigenden Nettozinserträgen und Nettokommissionserträgen geführt hatten.

Das Aufwand-Ertrag-Verhältnis (Cost-Income-Ratio) Schweizer Privatbanken

(Bildquelle: KPMG)

Rückläufige Eigenkapitalrenditen bei Schweizer Privatbanken

Die Eigenkapitalrendite setzte 2018 ihren Negativtrend fort und war bei über der Hälfte aller Privatbanken rückläufig. Die mediane Eigenkapitalrendite der untersuchten Privatbanken war mit nur 4,1 Prozent annähernd konstant gegenüber den Vorjahren und lag damit weiterhin unter dem angestrebten Niveau von rund 8-10 Prozent, das in etwa den Eigenkapitalkosten entspricht. Ein Lichtblick waren 2018 die großen Banken, die als einzige ihre Eigenkapitalrendite steigern konnten: Der Median der großen und mittleren Banken verbesserte sich um 2,0 respektive 0,8 Prozentpunkte. Bei den großen Banken entsprach dies einem Anstieg auf 7,8 Prozent, was den höchsten Wert seit 2012 darstellt und im Einklang mit der Zielrendite steht. Im Gegensatz dazu ging die mediane Eigenkapitalrendite der Kleinbanken um 0,6 Prozentpunkte auf 3,1 Prozent zurück. 

Entwicklung der Eigenkapitalrendite bei Schweizer Privatbanken

(Bildquelle: KPMG)

Fortgesetzte Konsolidierung: Seit 2010 sind 62 Schweizer Privatbanken verschwunden!

Über die letzten 18 Monate sank die Zahl der Schweizer Privatbanken weiter auf jetzt 101. Dies war das Nettoresultat, nachdem acht Privatbanken aus dem Markt ausgeschieden sind und ein Institut von der FINMA die Bankenlizenz erhalten hat. Damit sind nun seit 2010 insgesamt 62 Privatbanken (-38 Prozent) aus der Schweizer Finanzlandschaft verschwunden. Trotz der anhaltend starken Finanzmärkte, die sich 2019 nach ihrem Einbruch von Ende 2018 wieder gut erholten, haben sich die Geschäftszahlen der Privatbanken weiter verschlechtert. Dies dürfte auf eine weitere Konsolidierungswelle hinauslaufen.

Entwicklung der Schweizer Privatbanken

(Bildquelle: KPMG)

Schweiz-Alternative: Vermögensverwaltung im Fürstentum Liechtenstein

Fortlaufend unterziehe ich alle Banken im kleinen aber feinen Fürstentum Liechtenstein einem Test. Dabei ist ganz grundlegend festzustellen, dass der Bankplatz Liechtenstein vor allem auf Vermögensberatungen und -verwaltungen spezialisiert ist. Dennoch entwickelt sich das Fürstentum Liechtenstein darüber hinaus derzeit auch zu einem State of Blockchain!

Konto- und Depotführungen bleiben für Anlagesummen unter mindestens 100.000 Euro bzw. Schweizer Franken als Untergrenze absolut unwirtschaftlich. Für ein effizientes Vermögensverwaltungs-Standbein im Fürstentum Liechtenstein sind nach meiner Einschätzung mindestens 300.000 Euro/CHF erforderlich. Lesen Sie hierzu auch die nachfolgenden BLOGS:

BLOG 1: Vermögensverwaltung: Bankplatz Liechtenstein unter der Lupe!

BLOG 2: Die Schuldenfreiheitsoase Nr. 1!

Mehr Hintergründe unter: www.markus-miller.com


Geld und Finanzen: Wem vertrauen Sie?

(29.08.19) "Vertrauen ist der Anfang von allem!" war einst der werbewirksame Leitspruch der Deutschen Bank. Dieser eigene Anspruch der Deutschen Bank ist längst ad absurdum geführt und eingestellt. Wem vertrauen Sie eigentlich bei Geld und Finanzfragen? Ihrem Bankberater oder Freunden? Wenn es um das liebe Geld geht, holen sich Deutschlands Bürger Rat von der eigenen Familie und Freunden, oder online.

Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage unter 1.005 Bundesbürgern im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. Dabei sollten die Befragten angeben, wie vertrauenswürdig sie verschiedene Angebote einschätzen. Voraussetzung dafür war, dass sie sich eine Beurteilung selbst zutrauen, weil sie die Angebote kennen. Eine klare Mehrheit von 94 Prozent gibt an, dass sie in Finanzdingen wie Geldanlage oder Versicherungen auf den Rat von Freunden und Familie hört.

Dahinter folgen eine Reihe von Online-Angeboten. So sagen jeweils 59 Prozent, dass sie in Finanzfragen auf Online-Vergleichsportale wie Verivox oder Check24 bzw. auf Online-Verbraucherportale wie Finanztip vertrauen. 47 Prozent holen sich Rat in Online-Fachforen, Blogs oder Podcasts. Online-Angebote ermöglichen die gleichermaßen umfassende wie schnelle Information, etwa beim Vergleich von Konditionen verschiedener Anbieter. Dabei kann sich der Nutzer Zeit lassen, die Angebote zu prüfen und bei Bedarf auch tiefer in Details einsteigen. In der Praxis werden die Informationen auch häufig abgerufen, bevor der Kontakt mit einem menschlichen Berater gesucht wird.

Nur 34 Prozent der Befragten vertrauen Bankberatern!

Dabei gibt nur jeder Dritte (34 Prozent) an, dass er Bankberatern in Finanzfragen vertraut. Lediglich jeder Vierte (24 Prozent) sagt das über Versicherungsvertreter. Immerhin 44 Prozent halten Finanzratschläge von klassischen Medien wie etwa Ratgeberartikel in Zeitungen oder Verbrauchersendungen in Radio oder Fernsehen für vertrauenswürdig.

30 Prozent hören zudem auf den Rat ihrer Kontakte in sozialen Netzwerken wie die nachfolgende Bitkom-Grafik verdeutlicht. Online und klassische Beratung sind kein Widerspruch, sie können sich sehr gut ergänzen. Banken und Versicherungen stehen vor der Herausforderung, ihre Produkte und Dienstleistungen transparent zu gestalten und sie auf neuen Wegen zum Kunden zu bringen. Genau dieses Segment decke ich beispielsweise bereits seit Jahren ab, im Rahmen meines Premium-Magazins "Kapitalschutz vertraulich", in meiner regelmäßigen Rubrik „Geldsysteme der Zukunft“.

Geldsysteme der Zukunft: Banken verlieren die jungen Kunden!

Die Beratungs-, Vertrauens- und Zugangs-Probleme der Banken zeigen sich vor allem im Umgang mit den jungen Kunden, hier knirscht es gewaltig. Das ist das zentrale Ergebnis der Studie "Erwartung an das Banking der Zukunft" der Unternehmensberatung EUROGROUP Consulting (EGC), an der 1.000 Deutsche im Alter von 16 bis 38 Jahren - sprich: Vertreter der Generationen Y und Z - teilgenommen haben. Insbesondere die jüngere Kundengruppe - die Generation Z bzw. die Digital Natives (16 bis 24 Jahre) - zeigt sich stark unzufrieden mit dem Service und den Leistungen der klassischen Finanzinstitute.

43 Prozent erweisen sich als Kritiker ihrer Hausbank, 34 Prozent sind passiv zufrieden und lediglich 23 Prozent können als Förderer ihrer Bank bezeichnet werden, die diese gern weiterempfehlen. Jeder zweite Befragte dieser Altersgruppe gibt zudem an, ein neutrales, distanziertes oder gar misstrauisches Verhältnis zu seiner Bank zu haben. In der Generation Y bzw. bei den sogenannten Digital Immigrants (25 bis 38 Jahre) erklären dies 45 Prozent der Befragten - auch dies ein alarmierend hoher Wert. Insgesamt ist die Unzufriedenheit der jungen Kunden hoch.

Fazit: Steuern die Banken nicht gegen, gefährden sie ihre Zukunft!

Die große Überraschung: persönlich schlägt digital

Mit digitalen Angeboten allein lässt sich das Problem allerdings nicht lösen. Im Gegenteil: Die Affinität zu digitalen Service-Angeboten fällt insbesondere bei der jüngeren Zielgruppe, die in eine digitale Welt hineingeboren wurde, überraschend schwach aus und sogar geringer als bei der älteren Vergleichsgruppe. So bezeichnet sich die Mehrheit der Befragten aus der Generation Z (42 Prozent) als persönliche Kunden, die ihre Bankangelegenheiten gern in der Filiale erledigen.

Knapp 30 Prozent verstehen sich als hybride Kunden, die abhängig von der jeweiligen Situation Telefon, E-Mail, Chat, Filiale und Online-Banking nutzen. Ebenso viele zählen zu den digitalen Kunden, die ihre Bankangelegenheiten am liebsten ausschließlich online erledigen. Im Vergleich dazu bezeichnen sich die älteren Digital Immigrants zu knapp 40 Prozent als digitale und jeweils zu rund 30 Prozent als persönliche bzw. hybride Kunden.

Junge Kunden sind unerfahren und unsicher in Finanzfragen

Insbesondere die jungen Kunden sind unerfahren und unsicher in Finanzfragen und wollen beraten werden. Im Banking haben sie Angst etwas falsch zu machen bzw. falsche Entscheidungen zu treffen. Eine Bank sollte daher jederzeit ansprechbar sein und den persönlichen Dialog ermöglichen. Filiale, E-Mail und Telefon sind dafür die wichtigsten Kommunikationswege. Was die Filiale betrifft, erwarten die Studienteilnehmer gute Öffnungszeiten, reibungslosen Service, aber auch einen respektvollen Umgang.

Sie wollen von den Bankmitarbeitern ernst genommen und nicht als Kunden zweiter oder dritter Klasse behandelt werden, weil sie zum jetzigen Zeitpunkt noch kein großes Vermögen haben. Insgesamt müssten sich die Banken mächtig ins Zeug legen, um die vermeintlich einfachen Wünsche der jungen Kunden, von denen künftig ihr Geschäft abhängen wird, zu erfüllen. Gefragt ist eine stimmige Balance aus Mensch und Technik wie sie ein Kunden-Service-Center mit Omnikanal-Strategie leisten kann.

Empfehlung: Kombinieren Sie Mensch und Maschine!

Wenig Lust auf Finanzthemen: Banking soll einfach und klar sein

Das Vertrauen der jungen Kunden fördert laut der Umfrage vor allem die persönliche Erreichbarkeit, wenn sie Hilfe benötigen, ein faires und nachvollziehbares Preis-Leistungsverhältnis, aber auch die Einfachheit und Klarheit der Produkte und Features (jeweils rund 50 Prozent, Mehrfachnennungen möglich). So soll auch die Banking-App leicht zu bedienen sein. Denn nicht zuletzt wird durch die Befragung deutlich:

Junge Kunden haben grundsätzlich keine große Lust auf Finanzthemen. Banking soll bequem sein und darf nur wenig Zeit kosten. Zudem zeigt die Studie weitere Grenzen der Digitalisierung auf. So können sich 61 Prozent der Befragten nicht vorstellen, Daten im Tausch für Prämien preiszugeben.

Jeweils rund 70 Prozent wollen keine digitale Sprachassistenten nutzen, sich nicht von einem Roboadvisor beraten lassen oder Überweisungen mit Hilfe von Alexa, Siri & Co. tätigen. Dies unterstreicht nochmals die Bedeutung des persönlichen Kontakts. Andererseits sollten die Banken die technischen Errungenschaften laut den Studienautoren auch nicht aus den Augen lassen. Innovationen setzen sich oft zeitverzögert, dann aber unter Umständen auch sehr schnell durch.

Als bedeutendsten gesellschaftlichen Trend nennen die Befragten Ökologie, Umwelt und Nachhaltigkeit gefolgt von Gesundheit und Work-Life-Balance - eine Angabe, die in die Zeit von Friday-for-Future-Demonstrationen und dem Siegeszug der Grünen passt. Kundennähe und verantwortungsvolles Handeln sind klassische Stärken vieler Banken, die sie stärker als USP in den Fokus nehmen sollten. Das Banking der Zukunft wird zwei strategische Stoßrichtungen umfassen: Das Alltags- und das Vertrauens-Banking. Das bedeute unter anderem, sich als Bank aktiv und omnikanal um den Kunden zu kümmern sowie das Angebotsspektrum in Richtung eines werteorientierten Ökosystems zu entfalten.

Eine Digitalstrategie ist überlebenswichtig für Banken

Neben digitalen Angeboten spielen erwartungsgemäß weiterhin die Kosten eine große Rolle bei der Bankauswahl: 95 Prozent der Befragten achten auf die Höhe der Kontogebühren und 94 Prozent auf einen gebührenfreien Bargeld-Zugang im Ausland. Für 95 Prozent ist zudem eine hohe Anzahl kostenlos nutzbarer Geldautomaten entscheidend.

Deutsche Banken: Von Österreich lernen?

Auffallend übrigens: In Österreich, wo die EGC-Studie parallel unter 1.000 Digital Natives und Digital Immigrants durchgeführt wurde, zeigen die jüngeren Befragten im Vergleich zu Deutschland mit nur 30 Prozent Kritikern und knapp 40 Prozent Förderern eine deutlich höhere Zufriedenheit mit ihrer Hausbank.

Österreichische Banken haben ein besseres, innovativeres Digitalangebot, welches Kundennähe und Vertrauen auch auf digitalem Wege besser bespielt so das Studienergebnis. Zudem haben nach der Einschätzung von EGC zahlreiche Offline-Bemühungen im Rahmen von Jugendclubs das Vertrauen junger Kunden in die Banken gestärkt. Hier könnten sich die deutschen Bankinstitute eine Scheibe abschneiden.

Fazit: Die Digitalisierung verändert alles was ist!

Keine Angst vor der Digitalisierung: Nutzen Sie die Vorteile!

Was die Menschen in Deutschland über Digitalisierung denken, wollte die Friedrich-Ebert-Stiftung wissen. Dazu gehört auch die Frage, inwiefern die laufende technologische Revolution den Menschen Sorgen bereitet. Tatsächlich fühlen sich viele der Studienteilnehme abgehängt und verunsichert. Beispielsweise haben 37 Prozent das Gefühl, dass sich die digitale Technik so schnell entwickelt, dass sie nicht mehr mithalten können.

Verunsicherung besteht besonders bezüglich der vermehrten Nutzung von künstlicher Intelligenz, selbstfahrenden Autos oder intelligente Roboter. An Computer, vernetzte Maschinen und Onlineplattformen haben sich die BundesbürgerInnen dagegen überwiegend gewöhnt. Und bei aller Skepsis, letztlich glauben 46 Prozent, dass die Digitalisierung das Leben nachhaltig besser machen wird, 48 Prozent sind der Ansicht, dass neue Technologien mehr Nutzen als Schaden werden. So ist es! Nutzen auch Sie die großen Chancen der Digitalisierung. Empfehlungen ebenso wie Warnungen finden Sie hierzu auf unserem Themen-Portal: KRYPTO-X.BIZ.

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Einkommen, Alter und Armutsrisiko!

(22.08.19) Im vergangenen Jahr 2018 lebten 47 Prozent der Deutschen von ihrer eigenen Erwerbstätigkeit – im Jahr 2000 waren es nur 41 Prozent. Das geht aus Daten des Statistischen Bundesamts hervor. Dabei ist der Anteil mit 49,5 Prozent in Hamburg am höchsten, mit 43,9 Prozent in Bremen am niedrigsten. Der Anteil derjenigen, die von öffentlichen Leistungen (ohne Renten und Pensionen) lebten, blieb deutschlandweit unverändert bei 6,6 Prozent, mit dem geringsten Wert von 3,7 Prozent in Bayern und dem höchsten mit 12,9 Prozent in Bremen.

Von Renten und Pensionen lebten im Jahr 2000 22,1 Prozent der Bevölkerung, im vergangenen Jahr waren es mit 22 Prozent etwas weniger. Ebenfalls gesunken ist der Anteil derjenigen, die von den Einkünften Angehöriger leben von 29,8 auf 24,1 Prozent, wie die nachfolgende Grafik von Statista zeigt. Gestiegen ist hingegen der Anteil derjenigen, die von eigenem Vermögen leben: Waren es vor 18 Jahren noch 0,5 Prozent, sind es 2018 0,8 Prozent gewesen.

Die Demographie ist eine der größten Herausforderungen für die Zukunft

Die deutsche Gesellschaft wird immer älter - und das scheint die wenigsten positiv zu stimmen. Eine jüngere Studie der Bertelsmann-Stiftung zeigt, worüber sich die Bundesbürger beim demographischen Wandel Sorgen machen. Insgesamt gaben 65 Prozent der knapp 1.500 Befragten an, dass die Alterung der Gesellschaft mehr Risiken als Chancen bedeuten. Nur acht Prozent sehen es anders herum.

Als größtes Risiko wird mit 83 Prozent der Befragten eine steigende Altersarmut angesehen, wie die Grafik von Statista zeigt. 80 Prozent fürchten einen immer späteren Renteneintritt, 77 Prozent sehen steigende Rentenversicherungsbeiträge auf die Menschen zukommen.

Die Ängste vor den finanziellen Herausforderungen im Alter steigen

Wird das Geld im Alter reichen? Wie lange werde ich arbeiten müssen? Wie wird es meinen Kindern dann gehen? Nicht jeder blickt optimistisch in die Zukunft und auf das Älterwerden. Eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Ipsos zeigt, wie sehr sich der Altersoptimismus weltweit unterscheidet.

In Indien sagen 73 Prozent der Befragten, dass sie sich auf ihre „goldenen Jahre“ freuen. In der Türkei sind es mit 67 Prozent ähnlich viele. Bei den Deutschen sieht es da schon etwas anders aus: Mit 31 Prozent sagt nur knapp jeder Dritte, dass ihn der Gedanke an das Alter positiv stimmt, wie die nachfolgende Grafik von Statista zeigt.

Damit sind die Menschen hierzulande in bester Gesellschaft: Von 30 untersuchten Ländern sieht in nur sechs Ländern eine Mehrheit dem letzten Lebensabschnitt positiv entgegen. Weltweit sind die Gründe, aus denen das Altern den Befragten Angst bereitet vor allem Altersarmut (30 Prozent), der Verlust von Mobilität (26 Prozent) und der Verlust des Gedächtnisses (24 Prozent).

Altersarmut: Erhöhtes Risiko in Ostdeutschland

Wer weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens aller Haushalte in Deutschland hat, gilt hierzulande als armutsgefährdet. Wie aus aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes hervorgeht, ist die Armutsgefährdungsquote mit 22,7 Prozent in Bremen am höchsten. Am geringsten ist das Armutsrisiko in den südlichen Bundesländern Baden-Württemberg und Bayern, gefolgt von Brandenburg und Schleswig-Holstein, wie die nachfolgende Grafik von Statista zeigt.

Bei Erwerbslosen und Alleinerziehenden ist das Risiko, von Armut betroffen zu sein am größten. Außerdem sind die neuen Bundesländer tendenziell stärker betroffen als das frühere Bundesgebiet.

Auch ein Viertel der österrichischen Bürger fürchtet sich vor Altersarmut

Auch in Österreich sind im Hinblick auf die finanziellen Herausforderungen im Alter vergleichbare Sorgen wie in Deutschland zu beobachten. Altersarmut ist ein Thema, das viele Österreicher bewegt. Laut einer vor kurzem durchgeführten Umfrage der SPÖ befürchten vor allem Frauen, in der Pension nicht genügend Geld zum Leben zu haben.

Jede vierte der Befragten (25 Prozent) gab in der Umfrage an, sich vor Altersarmut zu fürchten. Bei Alleinerzieherinnen waren es sogar 38 Prozent. Frauen im mittleren Alter fürchten sich stärker vor Altersarmut als Jüngere und Ältere, wie die nachfolgende Statista-Grafik zeigt. Immerhin: Von den befragten Frauen mit Matura (Schulabschluss, vergleichbar mit dem Abitur) befürchten nur 13 Prozent, im Alter arm zu werden. Eine höhere Bildung stimmt demnach optimistischer.

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