Daten-Kraken 2019

(23.06.19) Schaut man sich in Deutschland an, wie viele Menschen in den verschiedenen Altersgruppen das Internet nutzen, liegen junge Menschen klar vorn. Bei den 14 bis 29-Jährigen sind rund 100 Prozent im Netz unterwegs. Doch die älteren Bundesbürger holen auf. Wie die nachfolgende Infografik von Statista zeigt, ist die Gruppe der so genannten Silver Surfer in den vergangenen fünf Jahren immer größer geworden.

Bei den 60 bis 69-Jährigen stieg der Anteil der Internetnutzer von 64,5 auf 79 Prozent und bei den ab 70-Jährigen von 29,4 auf 45 Prozent. Das ist ein Wachstum von 22,5 bzw. 53,1 Prozent. Ein Grund für die Entwicklung ist das zunehmende Angebot an speziellen Tablets und Smartphones für Senioren. Diese bieten u.a. eine große Schrift bzw. Zoomfunktionen, eine reduzierte Zahl an Apps und verschiedene Gesundheits- bzw. Sicherheitsfunktionen.

Was Senioren im Internet treiben

Senioren schreiben Emails, lesen Nachrichten und informieren sich online zu Gesundheitsthemen: Das Statistische Bundesamt hat ausgewertet, was Senioren von 65 bis 74 Jahren im Internet treiben. Die am häufigsten genutzte Anwendung ist demnach das Emailpostfach.

85 Prozent der älteren Internetnutzer in Deutschland greifen regelmäßig darauf zu. 75 Prozent informieren sich online über bestimmte Produkte oder Dienstleistungen. Dagegen erledigt nur die Hälfte dieser Altersgruppe Urlaubsbuchungen und Online-Banking im Web (jeweils 53 Prozent), wie die nachfolgende Grafik von Statista zeigt.

Die Social Media-Nutzung ist der größte Unterschied zu jungen Internetnutzern

Lediglich 31 Prozent der Senioren sind in sozialen Netzwerken wie Facebook aktiv, so das Statistische Bundesamt. Die „Digitalisierung der Senioren“ führt allerdings auch zu steigenden Risiken im Hinblick auf die Sicherheit, allen voran bei Aktivitäten wie dem Online-Banking.

Dem Schutz von Privatsphäre und Daten müssen Sie daher eine immer größere Bedeutung schenken. Diese Maxime gilt selbstverständlich nicht nur für Senioren! Hier lohnt sich der Blick auf die aktuellen BigBrotherAwards 2019.

Daten-Kraken: Der Blick auf die BigBrotherAwards 2019!

Die BigBrotherAwards prämieren Datensünder in Wirtschaft und Politik und wurden deshalb von Le Monde „Oscars für Datenkraken“ genannt.  Die BigBrotherAwards sind ein internationales Projekt: In bisher 19 Ländern wurden fragwürdige Praktiken mit diesen Preisen ausgezeichnet.

In Deutschland werden sie organisiert und ausgerichtet von Digitalcourage e.V., Mitveranstalter sind unter anderem die Deutsche Vereinigung für Datenschutz e.V. (DVD), Internationale Liga für Menschenrechte (ILMR) und der Chaos Computer Club CCC. Nachfolgend der Blick auf die einzelnen Kategorien und (Negativ)Preisträger des Jahres 2019:

I. Kategorie: Behörden und Verwaltung

Der BigBrotherAward 2019 in der Kategorie Behörden & Verwaltung ging an den hessischen Innenminister Peter Beuth (CDU). Er erhält den Negativpreis:

1. Für die bundesweit erstmalige Anschaffung einer Analysesoftware der CIA-nahen Firma Palantir.

2. Dafür, dass diese umstrittene US-Firma über Einsatz und Betrieb der Software Zugang zum Datennetz der hessischen Polizei erhält.

3. Dafür, dass mit dieser Analysesoftware Massendaten aus polizeieigenen und externen Quellen in Sekundenschnelle automatisiert verknüpft, analysiert und ausgewertet werden können – mit fatalen Auswirkungen auf Grundrechte, Datenschutz und Rechtsstaat.

II. Kategorie: Biotechnik

Der BigBrotherAward 2019 in der Kategorie Biotechnik ging an die Firma Ancestry.com - die Gendaten-Geschäfte macht - mit ihrer Niederlassung in München, weil sie das Interesse an Familienforschung dazu ausnutzt, Menschen zur Abgabe von Speichelproben zu veranlassen. Wer in dieses „Ancestry Human Diversity Project“ einmal seine Einwilligung erteilt, gibt die Kontrolle über seine genetischen Daten aus der Hand und hat keinen Einfluss mehr darauf, wer was und wo damit forscht.

III. Kategorie: Kommunikation

Der BigBrotherAward 2019 in der Kategorie Kommunikation ging an die Precire Technologies GmbH aus Aachen, für ihre wissenschaftlich zweifelhafte, wahrscheinlich rechtswidrige und gefährliche Sprachanalyse. Precire, das ist die Firma, mit deren Telefonstimme Sie sprechen, behauptet, dass die Stimme jedes Menschen so unverwechselbar sei wie seine DNA.

Und Precire behauptet, dass sie aus einer 15-Minuten-Stimmprobe den Charakter eines Menschen erkennen könnten und wie geeignet er oder sie beispielsweise für einen Arbeitsplatz ist. Precire zerlegt dafür die aufgenommene Sprachprobe in angeblich über 500.000 Bestandteile und analysiert alles Mögliche: Stimmhöhe, Lautstärke, Modulationsfähigkeit, Sprechtempo und Rhythmus. Als Ergebnis kommen dann Beurteilungen von Menschen heraus.

IV. Kategorie: Technik

Der BigBrotherAward 2019 in der Kategorie Technik ging an das „Technical Committee CYBER“ des Europäischen Instituts für Telekommunikationsnormen (ETSI), vertreten durch den Chairman Alex Leadbeater, für seine Bemühung, das „Enterprise Transport Security“-Protokoll (ETS) als Teil des neuen technischen Standards für die Verschlüsselung im Internet festzulegen und damit abgesicherte Verbindungen mit einer Sollbruchstelle auszustatten. Staaten bzw. Regierungen können dadurch beispielsweise weitgehende Überwachungsmaßnahmen gegen ihre Bürger durchführen.

V. Kategorie: Verbraucherschutz

Der BigBrotherAward 2019 in der Kategorie Verbraucherschutz ging an ZEIT ONLINE, vertreten durch deren Chefredakteur und Mitglied der Chefredaktion der Zeit, Jochen Wegner, dafür, dass sie

1. Auf ihren Websites zeit.de und mycountrytalks.org zum Teil in großem Stil Werbetracker (Überwachungs-Software), wie auch das Facebook-Pixel einsetzen,

2. Dafür, dass sie 2017 bei ihrem Projekt „Deutschland spricht“ alle personenbeziehbaren Daten inklusiv der politischen Meinung auf den Rechnern von Google abgespeichert und verarbeitet haben und

3. Dafür, dass sie sich für das Nachfolgeprojekt „My Country Talks“ nicht nur von dem nimmersatten Werbeunternehmen mit Weltmachtsanspruch Google bei ihrem Projekt sponsern lassen, sondern dass sie zusätzlich Trackingtools eingebunden haben, mit denen Informationen an Dritte weitergegeben werden können.

Die behördlichen Auskunftsersuchen an Technologie-Konzerne expoldieren

Wie wichtig diese Datenschutz-Thematik ist verdeutlichen - beispielhaft - die aktuellen Zahlen im Hinblick auf Auskunftsersuchen bei dem größten Suchmaschinenbetreiber Google. Rund 63.000 Auskunftsersuchen zu Nutzerdaten haben Behörden und Gerichte rund um den Globus im zweiten Halbjahr 2018 bei Google gestellt - so viele wie noch nie zuvor innerhalb von sechs Monaten.

Laut Google Transparenzbericht kommt der Suchmaschinenanbieter den Datenanfragen in etwa zwei Drittel der Fälle vollständig oder teilweise nach. Fast jede siebte Anfrage kam aus Deutschland. Damit muss sich die hiesige Bürokratie in Punkto googlebezogener Behördenneugierde nur den USA geschlagen geben, wie die nachfolgende Statista-Grafik verdeutlicht.

Persönliche Eigenverantwortung statt staatliche Vollkasko-Mentalität!

Ich rate Ihnen: Nehmen Sie Ihre Internet-Sicherheit jetzt selbst in die Hand! In meinem Sonderreport „Datenschutz und Privatsphäre“ zeige ich Ihnen 7 Datenschutz-Strategien, wie Sie sich wirkungsvoll vor staatlichen oder unternehmerischen Datenschnüfflern oder kriminellen Hackern schützen.

Beispielsweise durch ein E-Mail-Konto oder einen Datensafe in der Schweiz, eine Anti-Spionage-Software die Sie einfach nur in Ihren PC oder Laptop über einen USB-Stick anschließen können, oder wirkungsvolle Blocker und Schutzmaßnahmen für Ihren gechipten Personalausweis, Reisepass sowie Ihre Bank- und Kreditkarten!

In meinem kommenden, neuen Buch "Finanzielle Selbstverteidigung" wird es darüber hinaus ein eigenes Kapitel "Digitale Selbsverteidigung" geben! Auch hier bestärken mich aktuelle Zahlen in meiner Strategie der Selbstverantwortung!

Ob Pizzabestellung oder Kino-Reservierung – bei vielen Aktivitäten im Internet müssen Nutzer persönliche Daten wie ihre Adresse von sich preisgeben. Laut einer aktuellen Bitkom-Umfrage sieht die Mehrheit der Deutschen die Verantwortung für die Sicherheit dieser Daten bei sich selbst.

74 Prozent der Befragten gaben an, Eigenverantwortung für den Datenschutz zu tragen. Mehr als jeder Fünfte sieht den Staat in der Verantwortung, wie die nachfolgende Statista-Grafik zeigt. Nur drei Prozent finden, dass Internetanbieter für die Datensicherheit zuständig sind.

Mehr Hintergründe unter: www.markus-miller.com


Cyberverteidigung: Deutschland bedingt abwehrbereit!

(09.01.2019) Am 10. Oktober des Jahres 1962 erschien im “Spiegel” unter dem Titel “Bedingt abwehrbereit” ein Beitrag zum Verteidigungskonzept der Bundeswehr. Die Titelgeschichte berichtete kritisch über die Verteidigungsbereitschaft der Bundeswehr und führte zur legendären Spiegel-Affäre mit der Verhaftung zahlreicher Journalisten.

Allen voran dem Spiegel-Gründer Rudolf Augstein. Im Gegensatz zu damals werde ich als Journalist heute mit Sicherheit nicht verhaftet, wenn ich behaupte, dass Deutschland in Bezug auf die Cyberverteidigung ebenfalls nur bedingt abwehrbereit ist.

Deutsche sind skeptisch bezüglich ihrer Cyberverteidigung

Kein Profi, sondern, wie es Markus Beckedahl von netzpolitik.org ausdrückt, “ein junger, wütender Mensch ohne große Hacker-Fähigkeiten” ist wohl verantwortlich für den Diebstahl der Daten von 1.000 Politikern, Prominenten und Journalisten. Für den Stand der Cybersicherheit in der Bundesrepublik lässt das Böses ahnen.

Einer Umfrage des Pew Research Centers aus dem letzten Sommer zeigt, dass die Deutschen bezüglich der Cyberverteidigung ihres Landes eher skeptisch sind. Auch in den USA sieht sich nur eine knappe Mehrheit für einen großen Cyberangriff gut gerüstet. Zuversichtlicher zeigen sich dagegen Russen und ganz besonders Israelis, wie die nachfolgende Statista-Grafik verdeutlicht.

Was tun für mehr Cybersicherheit?

Der Daten-Diebstahl bei 1.000 Politikern, Prominenten und Journalisten hat das Thema Datenschutz- beziehungsweise -sicherheit wieder mal in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses geweckt. Eine Statista-Umfrage aus dem letzten Jahr zeigt, welche Maßnahmen für mehr Cybersicherheit die Deutschen befürworten. Fast jeder zweite Befragte will, dass die Regierung Website-Betreiber stärker zur Verantwortung zieht.

Ähnlich viele wünschen sich, dass den zuständigen Behörden mehr Geld für Cybersecurity zur Verfügung gestellt wird. Rund 37 Prozent ist dafür, dass die Regierung bei Cyberangriffen Gegenschläge (“Hack Back”) durchführen darf.

Internet: Die Sorge vor einem Datenmissbrauch steigt!

Bei Internetnutzern überwiegt die Sorge vor einem Missbrauch persönlicher Daten: 61 Prozent haben sehr große oder große Sorge vor einem Missbrauch ihrer persönlichen Daten. Nur 39 Prozent haben geringe oder gar keine Sorge vor einem Missbrauch persönlicher Daten. Das hat eine Umfrage des ARD-Deutschland-Trends im Auftrag der ARD-Tagesthemen aktuell ergeben. Bei den 18-34-Jährigen ist die Sorge am geringsten: In dieser Altersgruppe gab eine knappe Mehrheit (51 Prozent) der Befragten an, dass sie geringe bzw. gar keine Sorge vor einem Missbrauch persönlicher Daten habe.

60 Prozent der Internet-Nutzer geben so wenig Daten an wie möglich

Bei der Angabe persönlicher Daten im Internet zeigt sich bei Internetnutzern eine deutliche Tendenz: 60 Prozent der Befragten gaben an, dass sie so wenig wie möglich persönliche Daten im Internet angeben, auch wenn sie deshalb manche Dienste nicht nutzen können. 37 Prozent sagten, dass sie in Kauf nehmen, dass persönliche Daten erforderlich sind, damit sie bestimmte Dienste nutzen können. Und nur 3 Prozent gaben an, dass sie die Angabe persönlicher Daten im Internet unproblematisch finden.

Geht es um den Schutz vor Datenmissbrauch, so sagten 90 Prozent der befragten Internetnutzer, dass sie niemals E-Mail-Anhänge von unbekannten Absendern öffnen würden. 83 Prozent sagen, dass sie regelmäßig Software-Updates auf Computern oder Smartphones installieren. Eine Mehrheit (56 Prozent) gab an, dass sie keine öffentlichen WLAN-Hotspots verwenden. Gefragt zur Zwei-Faktor-Authentifizierung, die sowohl bei Online-Banking als auch teilweise bei E-Mail-Diensten und anderen Internet-Anwendungen verwendet wird, sagen 46 Prozent der Befragten, dass sie häufig diese Form nutzen würden.

40 Prozent sagen, dass sie mindestens alle paar Monate die Passwörter ihrer Online-Zugänge erneuern würden. In puncto Digitalisierung unserer Gesellschaft ist eine Mehrheit der befragten Deutschen der Ansicht, dass sich Chancen und Risiken die Waage halten, nämlich 53 Prozent der Befragten. 25 Prozent der Befragten sind der Ansicht, dass die Chancen überwiegen. 17 Prozent sind der Ansicht, dass die Risiken überwiegen.

Digitale Selbstverteidigung: Erhöhen Sie jetzt Ihren Datenschutz!

Wer Internetdienste nutzen möchte, muss dafür häufig persönliche Daten wie die eigene Email-Adresse preisgeben. Für die Sicherheit solcher Daten sehen sich Internetnutzer zunehmend selbst in der Hauptverantwortung. Drei von vier (74 Prozent) sagen: Ich bin selbst für den Schutz meiner persönlichen Daten im Internet verantwortlich.

Vor fünf Jahren gaben dies erst 62 Prozent an. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des Digitalverbands Bitkom, für die mehr als 1.000 Personen, darunter 854 Internetnutzer, befragt wurden.

Die meisten Nutzer haben somit verstanden, dass sie selbst ihre persönlichen Daten schützen können und sollten. Mehr als jeder Fünfte (22 Prozent) findet hingegen, dass der Staat für sichere Daten im Internet verantwortlich ist. Nur 3 Prozent geben an: Zuständig ist vorrangig die Wirtschaft, also Internetanbieter oder Hersteller von Hard- und Software.

Datenschutz: Das Bewusstsein für Eigenverantwortung über alle Altersklassen hinweg ist hoch

Dabei zeigt sich auch im Vergleich der Altersklassen kein Unterschied bei der Einschätzung, wer für die Sicherheit der eigenen Daten im Internet zuständig ist. Sowohl drei Viertel der 16- bis 29-jährigen (74 Prozent) sehen sich in der Pflicht als auch drei Viertel (74 Prozent) der Älteren ab 65 Jahren. Ein sicheres Internet ist eine Gemeinschaftsaufgabe, die dennoch nur mit Einzelverantwortung gelingt. Die Politik muss den Rechtsrahmen dafür setzen, den die Behörden entsprechend durchsetzen.

Plattformanbieter und Hersteller müssen ihre Produkte und Dienste von vornherein so sicher wie möglich machen. Schließlich ist aber jeder Einzelne gefordert, gängige Sicherheitsmaßnahmen zu nutzen und bewusst mit seinen Daten umzugehen. Nehmen Sie Ihre Internet-Sicherheit jetzt selbst in die Hand! In meinem Sonderreport „Datenschutz und Privatsphäre“ zeige ich Ihnen 7 Datenschutz-Strategien wie Sie sich wirkungsvoll vor staatlichen oder unternehmerischen Datenschnüfflern oder kriminellen Hackern schützen.

Beispielsweise durch ein E-Mail-Konto oder einen Datensafe in der Schweiz, eine Anti-Spionage-Software die Sie einfach nur in Ihren PC oder Laptop über einen USB-Stick anschließen können, oder wirkungsvolle Blocker und Schutzmaßnahmen für Ihren gechipten Personalausweis, Reisepass sowie Ihre Bank- und Kreditkarten!

Mehr Hintergründe unter: www.markus-miller.com