Kanada statt Arabien!

(24.03.22) Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) hat aktuell eine Reihe neuer Berichte veröffentlicht. Im Blickpunkt stand dabei die neue Energiestudie, die mit ihren faktenbasierten Informationen vor dem Hintergrund der geopolitischen Entwicklungen im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine einmal mehr einen aktuellen Beitrag zur Einschätzung der globalen Energiesituation liefert. So verdeutlicht die Studie u.a. die hohe Importabhängigkeit Deutschlands bei der Energieversorgung, vor allem von Erdgas aus Russland.

Während die Fördermenge aller mineralischen Rohstoffe leicht stieg, ging die Produktion heimischer Energierohstoffe zurück. Ein weiteres wichtiges Ergebnis der Studie: Die Nachfrage nach Energie hält weiter an. Auch trotz Corona-Krise und Krieg. Nach dem zwischenzeitlichen Einbruch der Weltwirtschaft im Jahr 2020 - mit einem Rückgang des Energieverbrauchs um mehr als 4% - stieg die Nachfrage seither.

Deutschland ist auf Kies und Sand gebaut!

Wenn Sie nach den bedeutendsten deutschen Rohstoffen gefragt werden, dann fallen Ihnen vermutlich derzeit Ressourcen wie Öl, Gas, Kohle oder Weizen ein. Vielleicht auch noch Wasser, Stahl oder Holz. Der Bericht der BGR zur Rohstoffsituation in Deutschland verdeutlicht hingegen, dass erstmals nicht nur mengenmäßig, sondern auch vom Wert her Kies und Sand sowie gebrochene Natursteine die bedeutendsten deutschen Rohstoffe sind. Deutschland ist eines der führenden Industrieländer der Erde und daher auch Großverbraucher mineralischer Rohstoffe.

Ein Großteil der jährlich in Deutschland benötigten Rohstoffe, insbesondere die Steine- und Erden-Rohstoffe, werden aus heimischen Lagerstätten gewonnen. Damit ist die Eigenversorgung mit diesen Rohstoffen ganz oder zumindest anteilig sichergestellt. Hingegen ist die Bedarfsdeckung bei Metallen, einzelnen Industriemineralen und den Energierohstoffen, mit Ausnahme der Braunkohle, sehr stark von Importen abhängig.

Fazit: Mit Kies und Sand lässt sich die Energieversorgung Deutschlands nicht sicherstellen. Alternativen zu Russland sind gefragt!

Deutschland benötigt strategische Partnerschaften mit rohstoffreichen Staaten!

Die weltweit größten Öl- und Gasreserven befinden sich mit 304 Mrd. Barrel in Venezuela. Das entspricht 18 Prozent der globalen Reserven. Ähnlich viel vom "schwarzen Gold" besitzt Saudi-Arabien (298), gefolgt von Kanada (168), dem Iran (158) und dem Irak (145). Gestern hat Russlands unter Führung seines Präsidenten Wladimir Putin beschlossen, dass Erdgaslieferungen aus Russland zukünftig in Rubel zu bezahlen sind. Russland wird keine Zahlungen in US-Dollar oder Euro mehr akzeptieren. Von der Maßnahme betroffen sind die von Russland auf einer schwarzen Liste festgehaltenen „unfreundlichen Staaten“. Dazu gehören alle EU-Staaten, aber auch die Schweiz, die USA, Kanada oder Großbritannien.

Geopolitik: Die De-Dollarisierung ist in vollem Gange!

Dieser gravierende Schritt wird zu einer weiteren De-Dollarisierung führen und Währungsalternativen noch attraktiver machen, wie ich Ihnen diese in meiner aktuellen Sonderausgabe „Sichere Häfen“ empfohlen habe. Auch meine erste Sonderausgabe aus diesem Jahr mit dem Titel „Rohstoffe“ hat nichts an Aktualität verloren, im Gegenteil.

Von Russland zu Arabien bedeutet vom Regen in die Traufe!

Für Deutschland geht es in nächster Zeit um die Mammutaufgabe, die Rohstoff-Abhängigkeit von Russland im Bereich Öl und Gas zu reduzieren. Der deutsche Wirtschafts- und Klimaminister Robert Habeck bereiste zuletzt arabische Staaten wie Katar, um diese Länder für Energiepartnerschaften zu gewinnen.

Ich bewerte diesen Anbiederung an Araber als schwerwiegenden strategischen Fehler. Ich würde es hingen sehr begrüßen, wenn eine strategische Rohstoff-Partnerschaft mit einem soliden Land wie Kanada weit stärker priorisiert werden würde, als neue Abhängigkeiten von dubiosen Staaten im arabischen Raum zu schaffen!

Kanada verfolgt erfolgreich das Konzept der sozialen Marktwirtschaft

Kanada ist die elftgrößte Volkswirtschaft der Welt. Der zweitgrößte Flächenstaat der Erde hat dabei die drittgrößten Erdölreserven der Welt sowie 20% der weltweit zur Verfügung stehenden Frischwasserreserven. Die Holzvorräte sind ebenfalls beeindruckend: 46% der Landfläche Kanadas sind von Wald bedeckt. Das entspricht einem Anteil von 10% der weltweiten Waldflächen. Dieser Reichtum an natürlichen Ressourcen ist eine der Grundlagen für die hohe Attraktivität des liberalen nordamerikanischen Landes.

Kanada gilt als eine soziale Marktwirtschaft, der wirtschaftliche Spielraum für Aktivitäten ist dennoch sehr groß. Nach meiner Einschätzung ist Kanada heute weit näher an den Werten Ludwig Erhards, dem einstigen Vater der sozialen Marktwirtschaft und des deutschen Wirtschaftswunders, als die planwirtschaftliche Politik in der EU, der sich auch die Bundesrepublik Deutschland immer stärker beugen muss – aus meiner Sicht ist diese Entwicklung auch genauso gewollt. Kanada verfügt zudem über ein stabiles politisches System mit großer Rechtssicherheit.

Kanada ist ein führender Produzent landwirtschaftlicher Erzeugnisse

Kanada ist ein großer Exporteur landwirtschaftlicher Erzeugnisse. Die fünf größten Segmente sind dabei Getreide, Ölsaaten, Fleischprodukte, Lebendvieh und die Fischereiwirtschaft. In Bezug auf die großen Rohstoffvorkommen ist der Bergbau der wichtigste Sektor für den kanadischen Staat. Kanada ist beispielsweise der größte Produzent der
Welt von Kalium, Nickel, Cadmium, Schwefel, Zink und Uran. Beim Abbau von Aluminium, Titan, Kobalt, Molybdän, Gold und Blei erscheint das Land an dritter Stelle. Über 80% der geförderten Ressourcen werden exportiert, überwiegend in die USA.

Die kanadische Währung war lange an das Britische Pfund Sterling gekoppelt. Ab 1792 erfolgten mit Duldung der britischen Regierung erste Bankgründungen im heutigen Kanada. Mit steigendem Einfluss der US-Wirtschaft fand eine zunehmende Orientierung zum US-Dollar statt. 1858 wurde der Kanadische Dollar eingeführt, er galt aber erst ab 1871 in allen kanadischen Provinzen als gesetzliches Zahlungsmittel. Bis 1933 war die Währung mit Gold gedeckt. Heute nimmt der Kanadische Dollar mit dem internationalen Währungscode CAD auf der Rangliste der international wichtigsten Währungen den sechsten Platz ein.

Fazit: Deutschland und Europa sollten sich strategisch Kanada zuwenden und nicht Arabien!

Mehr Hintergründe unter: www.markus-miller.com


Kontenabrufe bei deutschen Banken explodieren!

(15.07.2021) Das Beratungsunternehmen McKinsey hat vor kurzem eine interessante Studie veröffentlicht im Hinblick auf die Digitalisierung und die Nutzung von Online-Dienstleistungen durch deutsche Bürger. Fast jeder fünfte Verbraucher in Deutschland mit Internetzugang nutzt seit Ausbruch der COVID-19-Pandemie erstmals digitale Dienste wie Online-Banking oder die Bestellung von Lebensmitteln. Dennoch nimmt die große Wirtschaftsnation Deutschlands beim digitalen Nutzungsverhalten innerhalb Europas nur den vorletzten Platz ein. Weniger digital sind nur noch die Verbraucher in der Schweiz.

Deutsche sorgen sich um ihre Daten

Ein wichtiger Grund dafür sind die Datenschutz- bzw. Sicherheitsbedenken der Bundesbürger, die so groß sind wie in keinem anderen Land Europas. Trotz des vorletzten Platzes überwiegt auch in Deutschland während der Corona-Einschränkungen die Nutzung digitaler Kanäle und Dienstleistungen gegenüber analogen Alternativen. Vieles davon ist darauf zurückzuführen, dass ganze Sektoren aufgrund der Pandemie zu digitalen Angeboten gezwungen wurden.

In keinem europäischen Land ist das Misstrauen gegenüber digitalen Angeboten so ausgeprägt wie in Deutschland. Auf einer Vertrauensskala von eins bis fünf liegt der Vertrauensgrad der deutschen Nutzer bei 3,42. Der wichtigste Vertrauensfaktor ist der sorgsame Umgang mit persönlichen Daten (48%). Allerdings fürchtet jeder fünfte Befragte, dass die Daten nicht entsprechend geschützt werden. Die Sorge vor einem unsicheren Online-Bezahlvorgang spielt dagegen kaum eine Rolle (13%). Das höchste Vertrauen in digitale Dienste und Angebote haben Finnen (3,7) und Norweger (3,66). Diese aktuellen Zahlen bestätigen einmal mehr den deutlichen Mangel an Vertrauen in die Fähigkeit von Staaten, Organisationen und Unternehmen, persönliche Daten zu schützen. Sie müssen des Schutz Ihrer Daten selbst in die Hand nehmen.

Privatsphäre: Datenschnüffler Deutschland

Das Unternehmen Surfshark hat die Transparenzberichte der Tech-Konzerne Google, Facebook, Microsoft und Apple auf Nutzerdatenabfragen von Regierungsseite innerhalb der letzte acht Jahre untersucht, die Ergebnisse für den europäischen Raum zeigt die nachfolgende Statista-Grafik. Demnach ist Malta besonders neugierig, was die Daten der Bevölkerung angeht – rund 765 Nutzerdatenabfragen kommen hier auf 100.000 Einwohner. Zweitgrößte Nachfrager in Europa ist Deutschland.

In der Bundesrepublik gab es zwischen 2013 und 2020 etwa 293.660 Benutzerdatenabfragen bei den Tech-Firmen, also etwa 353 pro 100.000 Einwohner. Seit dem Jahr 2013 ist die Anzahl der abgefragten Nutzerdaten um rund 213% angestiegen. Von den 66 weltweit untersuchten Ländern liegen sieben EU-Mitglieder in den Top 10 der Nationen mit den meisten Abfragen.

Fazit: 70% der größten Datenschnüffler weltweit sind somit EU-Staaten!

Big Brother Awards: Die Datenkraken 2021

Ich bin ein großer Befürworter der Digitalisierung. Gleichzeitig bin ich aber auch ein Verfechter von Datenschutz und Privatsphäre. Deswegen unterstütze ich seit Jahren die „Big Brother Awards“, die auf gravierende Fehlentwicklungen in diesen Segmenten aufmerksam machen.

Am 11. Jurni haben Digitalcourage und andere Bürgerrechtsorganisationen zum 21. Mal die BigBrotherAwards verliehen. Die Kategorien “Public Intellectual” und “Was mich richtig wütend macht” sind dabei zum ersten Mal vergeben worden. Die “Oscars für Überwachung” gingen in diesem Jahr an die folgenden Protagonisten:

Kategorie „Verkehr“

Die Europäische Kommission erhält den BigBrotherAward 2021 in der Kategorie Verkehr für die Einführung des Verfahrens „On-Board Fuel Consumption Meter“ (OBFCM). Dabei werden erhebliche Mengen an technischen Informationen eines Autos aufgezeichnet und zusammen mit der Fahrzeugidentifikationsnummer an den Hersteller übermittelt. Das OBFCM ist seit Jahresbeginn 2021 für Neuwagen verpflichtend.

Kategorie „Bildung“

Die Proctorio-GmbH erhält den BigBrotherAward 2021 für den angebotenen „vollautomatischen Prüfungsaufsichtsservice“, der eine Totalkontrolle von Studierenden bei Online-Prüfungen ermöglichen soll. Während der Prüfung soll die KI-basierte Software insbesondere Blicke von Prüflingen erkennen, die auf einen Täuschungsversuch hindeuten, und dann automatisch Alarm schlagen.

Kategorie „Public Intellectual“

Der BigBrotherAward 2021 in der Kategorie „Public Intellectual“ geht an den Philosophen und stellvertretenden Vorsitzenden des Deutschen Ethikrats Julian Nida-Rümelin für seine öffentlich mehrfach geäußerte unhaltbare Behauptung, dass Datenschutz die Bekämpfung von Corona erschwert und Tausende von Toten zu verantworten habe.

Kategorie „Was mich richtig wütend macht“

Google erhält den BigBrotherAward 2021 für jüngst offenbar gewordene massive Manipulation des Internet-Werbemarktes, Aushungern von Kreativen und Medien sowie Enteignung unserer digitalen Persönlichkeiten.

Kategorie „Gesundheit“

Den BigBrotherAward 2021 in der Kategorie Gesundheit erhält die Firma Doctolib GmbH, Berlin. Doctolib bietet insbesondere die Vermittlung von Arztterminen über ihre Plattform an. Diese Daten werden unter Missachtung der Vertraulichkeitsverpflichtung verarbeitet und laut Datenschutzvereinbarung auch im Rahmen kommerzieller Marketingzwecke genutzt.

Nur 41% der Deutschen schützen ihre Daten!

Am 9. Februar fand der internationale "Safer Internet Day" (SID) statt. Schwerpunkt des diesjährigen SID war die Stärkung der eigenen Passwörter. Außerdem hat der Tag zum Ziel, öffentliche Aufmerksamkeit für Themen wie Cybermobbing und Internetkriminalität zu schaffen. Gerade in Zeiten von Homeoffice und Homeschooling ist es wichtig das Bewusstsein für Internetsicherheit zu schärfen. Dies auch dringend erforderlich.

Lediglich 41% der Deutschen versuchen ihre Daten im Internet aktiv zu schützen. Das geht aus einer Befragung im Rahmen des Statista Consumer Survey 2020 hervor. Demnach sind die Deutschen vergleichsweise vorsichtig was den Umgang mit sensiblen Daten angeht. Den Spitzenwert im europäischen Vergleich erzielen die spanischen Befragten – hier bemühen sich rund 45% persönliche Informationen zu schützen. Weniger Wert auf aktiven Datenschutz legen die Befragten aus Frankreich (31,3%) und Südkorea (20,9 %).

Steuerhinterziehung: Bundesfinanzministerium kauft Daten aus Dubai

Das Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) hat im Auftrag des Bundesfinanzministeriums Daten erworben, um Steuerstraftaten aufzudecken. Das ist das erste Mal, dass das BZSt eigenständig Daten, die u.a. für die Besteuerung wesentlich werden, erworben hat. Die Daten wurden durch das BZSt den jeweiligen obersten Finanzbehörden der Länder zugeordnet. Vor kurzem wurden die Daten an die Länder zur Prüfung übergeben, damit sie dort auf steuerstrafrechtliche Aspekte geprüft werden können und über die Einleitung von steuerstrafrechtlichen Ermittlungsverfahren entschieden werden kann.

Der Hintergrund des Erwerbs der Steuerdaten: Tausende Deutsche sind betroffen!

Das Bundesfinanzministerium hat das BZSt am 14. Januar 2021 beauftragt, die Verhandlungen mit einem anonymen Informanten zu führen und die Daten zu erwerben. Nach Abschluss der Verhandlungen hat das BZSt die Daten am 10. Februar 2021 erworben. Seit diesem Zeitpunkt wurden die Daten aufbereitet, damit sie den zuständigen Ländern zur Auswertung zur Verfügung gestellt werden können. In den Daten sind umfassende Informationen zu Millionen von Steuerpflichtigen weltweit und zu mehreren Tausend deutschen Steuerpflichtigen enthalten, die über Vermögen in Dubai verfügen.

Mithilfe der erworbenen Daten sollen u.a. Steuerstraftaten mit länderübergreifender, internationaler oder erheblicher Bedeutung aufgedeckt werden. Die Daten können Erkenntnisse über unbekannte Vermögenswerte liefern und Rückschlüsse auf nicht erklärte Einnahmen. Das Durchleuchten von grenzüberschreitenden Sachverhalten stellt den Steuervollzug sicher und vermeidet somit hohe Steuerausfälle. Dies hat sowohl für das Bundesfinanzministerium als auch das Bundeszentralamt für Steuern hohe Priorität.

Überprüfen Sie Ihre Auslandskonten und Beteiligungen auf Altlasten!

Privatanleger oder Unternehmen, die heute immer noch nicht deklarierte ausländische Konten und Depots oder Beteiligungen - direkt oder auch indirekt über Briefkastenfirmen - unterhalten, sollten nicht darauf setzen, dass die Zeit die steuerlichen Wunden bzw. Verfehlungen heilt. Sondern selbst aktiv werden, im Hinblick auf die Suche nach einem professionellen Weg zurück in die Steuerehrlichkeit.

Ansonsten steigt die Wahrscheinlichkeit immer mehr, dass die Gefahren und Strafen aus steuerlichen Altlasten schlagend werden. Spezialisierte Kanzleien mit versierten Steuerberatern und Fachanwälten für Steuerrecht aus meinem Experten-Netzwerk stehen Ihnen dafür gerne prüfend bzw. beratend zur Seite. Auch für den Fall, dass das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist und ein Steuerstrafverfahren droht, oder bereits eröffnet wurde.

Kontenabrufe bei Banken in Deutschland explodieren

Nun zu einem weiteren Bereich hochsensibler Daten. Neben dem automatischen Informationsaustausch (AIA) von Bankkonten gibt es mit dem sogenannten Kontenscreening eine weitere staatliche Überwachungsmaßnahme, die gezielte Kontenabrufe durch eine Vielzahl von Behörden ermöglicht, und zwar nicht nur in Deutschland, sondern auch in Österreich. In beiden Ländern gibt es zentrale Kontenregister, die für eine Vielzahl staatlicher Behörden auf Knopfdruck einsehbar sind. Terrorismusfinanzierung, Geldwäsche, Steuerbetrug, Sozialmissbrauch oder säumige Privatschuldner sollen dadurch bekämpft werden.

Deutsche Banken sind Glashäuser!

Somit zu einer weiteren Datenkrake, die in das Bankensystem Deutschlands implementiert wurde: Die - heimlichen - Kontenabrufe staatlicher Behörden sind weiter massiv angestiegen und haben jetzt auf jährlicher Basis die Millionengrenze deutlich überschritten, was einen neuen Rekord bedeutet. Finanzämter sowie zahlreiche weitere Behörden haben allein im letzten Jahr 1.304.565 Abfragen durchgeführt. Bei Start des sogenannten „Kontenscreenings“ vor rund 15 Jahren waren es gerade einmal 8.700 Abfragen von Bankkonten. Das entspricht somit im Hinblick auf die Entwicklung der Abfrage-Vorgänge einem Faktor von 1.000. An jedem Wochentag werden bei deutschen Banken im Durchschnitt die Daten von rund 6.000 Bürgern abgefragt.

Mittlerweile sind Banken in Deutschland sogar verpflichtet, die Adressen sowie die steuerlichen Identifikationsnummern der Abgefragten an das Bundeszentralamt für Steuern zu übermitteln; ohne dass eine Information an den Kontoinhaber über diese Datenweitergabe erfolgt. In der Vergangenheit durften derartige Kundendaten aus der Datenbank der Banken nach drei Jahren nach Auflösung eines Kontos bzw. Depots gelöscht werden. Inzwischen ist dies erst nach Ablauf von 10 Jahren nach der Auflösung eines Kontos/Depots erlaubt. Die personenbezogenen Daten können somit noch viele Jahre rückwirkend abgefragt werden, auch nach einer Konto- und Depotauflösung. Eine reine Kontoauflösung schützt somit nicht vor Risiken aus Altlasten!

Bei Auslandskonten ist das Kontenscreening auf Knopfdruck nicht möglich!

Das Bankgeheimnis gehört in steuerlichen bzw. behördlichen Angelegenheiten längst der Vergangenheit an. Auch einstige „Diskretions-Oasen“ wie Österreich, Luxemburg, die Schweiz oder Liechtenstein mussten ihre einst legendären Nummernkonten-Systeme aufgrund des internationalen Drucks aufgeben, der automatisierte Informationsaustausch AIA wurde eingeführt. Das ist allerdings eine andere Systematik als das Kontenscreening-Verfahren in Deutschland. Allein die obigen Fakten verdeutlichen wieder einmal, wie wichtig und wertvoll ein Konto und Wertpapierdepot im Ausland sind.

Beispielsweise in der Schweiz oder im Fürstentum Liechtenstein. Hier können deutsche Behörden nicht einfach und heimlich auf Knopfdruck im Rahmen des Kontenscreenings personenbezogene Daten abfragen. Zusätzlich sind Konten im Ausland, außerhalb der Systeme der EU-Haftungsgemeinschaft und der EU-Bankenunion, einer der wichtigsten Stützpfeiler für Ihre Kapitalschutz-Strategie.

Mehr Hintergründe unter: www.markus-miller.com


Bitcoin bei Aktenzeichen XY: Bitclub Network?

(30.03.2019) Windige Geschäfte mit Bitcoins – Geld in den digitalen Orbit geschickt

Ob strategische Anleger, oder Glücksritter – viele hoffen mit Bitcoins das große Geld zu machen. Doch statt hohe Ausschüttungen einzufahren, sind die Anleger-Konten plötzlich leer. Und: Wer gegen den betrügerischen Club vorgeht, wird schnell selbst zur Zielscheibe.

Seit etwa zehn Jahren gibt es Bitcoin, eine sogenannte Kryptowährung, ein digitales Zahlungsmittel. Jeder kann Bitcoins kaufen und damit bezahlen. Oder in leistungsstarke Computer investieren, die mit Hilfe eines komplexen Algorithmus’ neue Bitcoins generieren. Dieser Vorgang heißt in der Fachsprache auch „Schürfen“. BILD: Markus Miller LIVE im ZDF bei Aktenzeichen XY Betrug Spezial am 27.03.2019.

Geld landet direkt auf Betrüger-Konten

Wer in die Computer investiert, wird wiederum mit Bitcoins entlohnt. Auf genau diesen Geschäftszweig konzentriert sich seit einiger Zeit eine Gruppe Betrüger. Sobald das Geld der Investoren angekommen ist, landet es ohne große Umwege in den Taschen der Betrüger. Denn: Nur anfangs wird in veraltete Rechner investiert. Und die versprochenen Renditen gibt es nur die ersten Wochen, – so lang, bis die Mitglieder neue zahlende Investoren gefunden haben. Denn in Wahrheit halten nur diese das System am Laufen. Was die Betrüger gut getarnt haben, ist nichts anderes als das alt bekannte Schneeballsystem.

„Sponsoren“ werben neue Kunden

Bis die zahlenden Mitglieder hinter die Masche kommen, ist es schon zu spät. Meist ist die komplette Investitionssumme weg. Wer die Masche durchschaut und sich gegen die Betrüger wehrt, muss mit Sanktionen rechnen. Um zumindest noch ein wenig ihres Geldes zu retten, entscheiden sich manche, das kriminelle Spiel mitzuspielen, also neue Investoren zu finden. Sie steigen dann vom gemeinen Investor zum sogenannten „Sponsor“ auf. Diese kassieren bis zu 30 Prozent der kriminell erzielten Einkünfte als Prämien, wenn sie neue Kunden akquirieren.

Markus Millers Tipps zur Vorbeugung

+ Auf solide Anbieter achten! Vorher im Internet recherchieren

+ Impressum im Werbematerial prüfen!

+ Nicht unter Zeitdruck setzen lassen, keine Sofortabschlüsse!

+ Im Betrugsfall: sofort Anzeige erstatten und nationale Aufsichtsbehörden, z.B. «Bafin» informieren!

+ Anwaltliche Hilfe in Anspruch nehmen!

Mehr Hintergründe unter: www.markus-miller.com