Das britische Steueroasen-Imperium!
(09.09.26) Das britische Weltreich ist Geschichte – sein Finanznetzwerk lebt jedoch weiter. Britische Überseegebiete und Kronabhängige Gebiete nehmen im internationalen Offshore-System bis heute eine herausragende Stellung ein. Der aktuelle Corporate Tax Haven Index des Tax Justice Network zeigt, wie stark mehrere dieser Finanzplätze weiterhin an der Spitze der Rangliste vertreten sind.
Nach dem Indexstand vom 2. Dezember 2025 belegen die Britischen Jungferninseln erneut Platz 1, die Cayman Islands Platz 2 und Bermuda Platz 4. Jersey folgt als Kronabhängiges Gebiet auf Rang 8. Damit befinden sich vier eng mit Großbritannien verbundene Jurisdiktionen unter den zehn Standorten, denen das Tax Justice Network den größten Anteil an den weltweiten Risiken einer aggressiven Unternehmenssteuervermeidung zuschreibt.
Die Schweiz hat sich im aktuellen Index auf Rang 3 geschoben und damit Bermuda überholt. Das zeigt: Das Problem lässt sich keineswegs auf britische Gebiete reduzieren. Auch selbstständige Staaten wie die Schweiz sowie EU-Mitglieder wie Irland spielen in der Rangliste eine bedeutende Rolle. Irland steht derzeit auf Platz 9.
Das Spinnennetz rund um die City of London
Das Tax Justice Network spricht beim britischen Offshore-System von einem „Second Empire“ oder einem Spinnennetz, in dessen Zentrum die City of London steht. Dazu gehören insbesondere die Britischen Jungferninseln, Cayman Islands, Bermuda, Gibraltar und Anguilla sowie die Kronabhängigen Gebiete Jersey, Guernsey und Isle of Man.
Juristisch ist dabei eine wichtige Differenzierung erforderlich: Die Kronabhängigen Gebiete und britischen Überseegebiete sind keine gewöhnlichen Bestandteile des Vereinigten Königreichs. Sie verfügen über eigene Parlamente, Regierungen, Rechtsordnungen und Steuersysteme. Gleichzeitig bestehen enge verfassungsrechtliche, politische und finanzwirtschaftliche Verbindungen zu Großbritannien. London ist insbesondere für Verteidigung und internationale Beziehungen verantwortlich; die konkrete Reichweite britischer Einflussmöglichkeiten unterscheidet sich jedoch je nach Gebiet.
In der Indexausgabe 2024 schrieb das Tax Justice Network Großbritannien und seinem Netzwerk rund 33 Prozent des weltweiten Risikos aggressiver Unternehmenssteuervermeidung zu. Der Anteil war damit ebenso groß wie derjenige sämtlicher EU-Staaten zusammen. Diese Zahl ist eine Modellrechnung des Tax Justice Network und keine amtliche Feststellung einer internationalen Steuerbehörde.
Was der Index tatsächlich misst
Der Corporate Tax Haven Index misst nicht einfach, wo besonders viele Steuerstraftaten begangen werden. Er untersucht vielmehr, in welchem Umfang die Gesetze und Strukturen einer Jurisdiktion multinationalen Unternehmen Spielräume bieten, Gewinne zu verlagern und dadurch die Steuerlast in anderen Staaten zu reduzieren.
Dazu bewertet das Tax Justice Network die Rechtsordnung anhand von mehr als 70 Fragen, die 18 Indikatoren zugeordnet werden. Daraus entsteht der sogenannte Haven Score. Dieser wird mit dem Umfang der grenzüberschreitenden Finanzaktivitäten multinationaler Unternehmen – dem Global Scale Weight – kombiniert. Ein hoher Rang bedeutet daher nicht zwingend, dass jede dort angesiedelte Gesellschaft illegal handelt. Er besagt, dass die betreffende Jurisdiktion nach der Methodik des Netzwerks ein besonders großes Risiko für grenzüberschreitende Gewinnverlagerungen schafft.
Die Britischen Jungferninseln erreichen beim Haven Score 100 von 100 Punkten und verantworten nach dem Index 7,1 Prozent des weltweiten Unternehmenssteuervermeidungsrisikos. Die Cayman Islands kommen ebenfalls auf einen Haven Score von 100 und einen Anteil von 6,7 Prozent. Bermuda erreicht ebenfalls 100 Punkte und 5,2 Prozent. Allein diese drei britischen Überseegebiete stehen damit für einen erheblichen Teil des globalen Risikos.
Die globale Steuerlücke bleibt gewaltig
Nach dem „State of Tax Justice 2024“ verlieren Staaten weltweit schätzungsweise 492 Milliarden US-Dollar Steuereinnahmen pro Jahr. Davon entfallen rund 347,6 Milliarden US-Dollar auf grenzüberschreitende Gewinnverlagerungen multinationaler Unternehmen und rund 144,8 Milliarden US-Dollar auf unversteuerte Offshore-Vermögen wohlhabender Privatpersonen.
Dem Vereinigten Königreich und seinem Netzwerk verbundener Offshore-Finanzplätze schrieb das Tax Justice Network rund 26 Prozent dieser weltweiten Verluste zu. Das entsprach nach der damaligen Modellrechnung etwa 129 Milliarden US-Dollar pro Jahr. Die Europäische Union war gleichzeitig die Region mit den höchsten eigenen Einnahmeverlusten: Ihre Mitgliedstaaten verloren zusammen geschätzt 176 Milliarden US-Dollar jährlich.
Diese Zahlen sind Schätzungen und keine Summe rechtskräftig festgestellter Steuerstraftaten. Zudem konnte das Tax Justice Network die globale Jahresschätzung im „State of Tax Justice 2025“ nicht mit neuen aggregierten OECD-Daten fortschreiben, da die benötigten Daten nach Angaben des Netzwerks nicht rechtzeitig veröffentlicht worden waren. Der Bericht 2025 konzentriert sich deshalb stärker auf die Jahre 2016 bis 2021 und beziffert die weltweiten Unternehmenssteuerverluste für diesen Zeitraum auf insgesamt 1,7 Billionen US-Dollar.
Steuervermeidung ist nicht automatisch Steuerhinterziehung
Begrifflich müssen legale Steuerplanung, aggressive Steuervermeidung, Gestaltungsmissbrauch und strafbare Steuerhinterziehung sauber voneinander getrennt werden. Das Tax Justice Network verwendet bewusst den übergeordneten Begriff „Tax Abuse“. Dieser umfasst Verhaltensweisen, die nach nationalem Recht teilweise legal sein können, politisch oder wirtschaftlich aber als schädlich bewertet werden.
Steuerhinterziehung liegt dagegen vor, wenn steuerlich erhebliche Tatsachen verschwiegen, unrichtige Angaben gemacht oder gesetzliche Erklärungspflichten verletzt werden. Ein Auslandskonto, eine ausländische Gesellschaft oder ein Depot in einer anderen Rechtsordnung ist für sich genommen weder illegal noch anrüchig. Entscheidend sind die tatsächliche wirtschaftliche Substanz, der steuerliche Wohnsitz, die korrekte Deklaration und die Einhaltung sämtlicher Melde- und Mitwirkungspflichten.
Auch legale Gestaltungen haben Grenzen. Nach § 42 der deutschen Abgabenordnung kann das Steuergesetz durch einen Missbrauch rechtlicher Gestaltungsmöglichkeiten nicht umgangen werden. Der Bundesfinanzhof stellt zugleich klar, dass allein das Motiv, Steuern zu sparen, eine Gestaltung noch nicht unangemessen macht. Steuerpflichtige dürfen ihre Verhältnisse grundsätzlich so ordnen, dass keine oder möglichst geringe Steuern entstehen – solange die gewählte Struktur rechtlich zulässig, wirtschaftlich nachvollziehbar und ordnungsgemäß offengelegt ist.
Die Offshore-Welt ist transparenter geworden
Das klassische Bild vom vollständig anonymen Nummernkonto in einer verschwiegenen Steueroase ist weitgehend überholt. Der automatische Informationsaustausch nach dem Common Reporting Standard, wirtschaftliche Eigentümerregister, Geldwäscheprüfungen und länderbezogene Berichtspflichten haben die Transparenz erheblich erhöht.
Nach Berechnungen des Tax Justice Network bleiben dennoch rund 63 Prozent der weltweit offshore gehaltenen und nicht ordnungsgemäß deklarierten Vermögen vom automatischen Informationsaustausch unentdeckt. Das Netzwerk sieht darin einerseits einen Beleg für fortbestehende Lücken, andererseits aber auch dafür, dass ein konsequent umgesetzter Informationsaustausch grundsätzlich wirkt.
Für Privatanleger bedeutet das: Eine internationale Vermögensstruktur ist kein Instrument, um Steuern zu verstecken. Sie kann jedoch sinnvoll sein, um Banken-, Währungs-, Rechtsraum- und politische Risiken zu streuen. Die steuerlichen Folgen richten sich dabei regelmäßig nach dem Wohnsitz, der konkreten Einkunftsart, Doppelbesteuerungsabkommen und nationalen Hinzurechnungs- oder Missbrauchsvorschriften – nicht allein nach dem Standort des Kontos oder Depots.
Mein Fazit: Das Steuern ist wichtiger als die Steuern!
Niemand ist verpflichtet, sein Vermögen oder seine Einkünfte so zu strukturieren, dass daraus die höchstmögliche Steuerbelastung entsteht. Das häufig zitierte Bonmot „Wer die Pflicht hat, Steuern zu zahlen, hat auch das Recht, Steuern zu sparen“ bringt diesen Grundgedanken plakativ zum Ausdruck. Als vermeintliches wörtliches BGH-Zitat aus dem Jahr 1965 sollte es jedoch nicht verwendet werden, da sich diese konkrete Zuschreibung nicht zuverlässig belegen lässt.
Belastbar ist stattdessen die Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs: Das Motiv, Steuern zu sparen, ist für sich genommen nicht missbräuchlich. Die Grenze verläuft dort, wo künstliche, unangemessene oder verschleiernde Konstruktionen gewählt werden, gesetzliche Pflichten verletzt oder steuerlich relevante Tatsachen verborgen werden.
Sie dürfen bei Ihrer Vermögensplanung Grenzen überschreiten – geografische Grenzen. Überschreiten Sie jedoch niemals die Grenze zur Illegalität. Steuerhinterziehung ist keine Kapitalschutz-Strategie. Eine transparente, wirtschaftlich begründete und professionell begleitete internationale Vermögensstruktur kann dagegen einen wertvollen Beitrag zum Vermögensschutz leisten. Denn langfristig ist das intelligente Steuern des Vermögens wichtiger als die kurzfristige Ersparnis bei den Steuern.
Mehr Hintergründe unter: www.markus-miller.com
Die 8 größten Steueroasen der Welt!
(07.05.21) Deutschland verliert etwa 26 Prozent des erzielbaren Körperschaftsteueraufkommens durch Gewinnverschiebungen multinationaler Unternehmen. Forscher der Universitäten Berkeley und Kopenhagen haben herausgefunden, dass 2017 weltweit etwa 700 Milliarden US-Dollar an multinationalen Gewinnen in Steueroasen verschoben wurden. Die Statista-Grafik zeigt den geschätzten Anteil des gewonnenen oder verlorenen Körperschaftsteueraufkommens ausgewählter europäischer Länder für 2017.
Die großen Volkswirtschaften Europas sind besonders betroffen – Briten und Franzosen müssen ähnlich hohe Verluste wie Deutschland hinnehmen. Des einen Leid, ist des anderen Freud’: 80 bis 90 Prozent des Körperschaftsteueraufkommens der Mittelmeer-Inselstaaten Malta und Zypern entsteht durch die Gewinnverschiebungen der Unternehmen.
Der Großteil der in Summe etwa 20 Milliarden US-Dollar aus Deutschland bleibt innerhalb der EU. Rund sechs Milliarden Dollar fließen Richtung Luxemburg, weitere fünf in die Niederlande und auch in Irland erhält knapp drei Milliarden US-Dollar an möglichen Körperschaftsteuereinnahmen.
Verantwortlich für diesen Aderlass sind multinationale Konzerne wie Google und Apple, die sich beispielsweise Jahre lang das sogenannte "Double Irish with a Dutch Sandwich" zunutze gemacht. Dabei handelt es sich um ein Verfahren, bei dem über mehrere Tochterfirmen in Irland und den Niederlanden Profite am Fiskus vorbei geschleust werden. Die Regierung Irlands unterbindet diese Methode allerdings seit 2020.

Cayman Islands: Die Nr. 1 der globalen Schattenwirtschaft
Schätzungsweise 21 bis 32 Billionen US-Dollar privates Finanzvermögen liegen laut Tax Justice Network unversteuert auf Konten in Steueroasen weltweit. Das Ausmaß der globalen illegalen Finanzströme wird von den Experten mit bis zu 1,6 Billionen US-Dollar im Jahr beziffert. Die größten Schattenfinanzzentren werden im Financial Secrecy Index erfasst und dabei der Grad der Geheimhaltung in Verbindung mit dem Anteil am globalen Markt für grenzüberschreitende Finanzdienstleistungen betrachtet.
Wie die nachfolgende Statista-Grafik auf Basis dieses Rankings zeigt, sind die Cayman Island die größte Steueroase der Welt - gefolgt von den USA, der Schweiz und Hongkong. Großbritannien steht, ohne seine Überseeterritorien, auf Rang 12. Würde man das Geflecht aus Niedrigsteuer-Inselstaaten hinzunehmen, würde das Vereinigte Königreich an erster Stelle stehen. Deutschland belegt den 14. Platz der Liste.
Auffällig hierbei ist, dass vor allem große OECD Mitglieder die Profiteure von geheime Finanzflüssen sind und nicht etwa vereinzelte Inselstaaten, wie es einem der Stereotyp der Steueroase weismachen will. Die Analysen des Tax Justice Networks zeigen jedoch auch, dass sich die Situation in letzter Zeit bessert. Globale Finanzkrisen, Whistleblower und der Druck der Öffentlichkeit bewegen immer mehr Regierungen dazu politische Bedingungen zu schaffen, um aktiv gegen die illegale Finanzströme vorzugehen.

Setzen Sie jetzt auf ebenso legitime wie legale Haftungsschutz-Oasen!
Die klassischen Steueroasen stehen zunehmend vor der Austrocknung, dennoch werden auch in Zukunft internationale Standortlösungen ihre legitime Berechtigung haben. Die Coronavirus-Pandemie führt dazu, dass die Staatsschulden weiter explodieren. Das gilt gerade auch für zahlreiche Länder der Europäischen Union. Am Ende des Tages werden Bürger und Steuerzahler der starken Gemeinschaftsländer wie Deutschland die finanziellen Folgen der Coronavirus-Krise bezahlen müssen.
Hier bietet Ihnen das Fürstentum Liechtenstein - das längst keine Steueroase mehr ist - und solide Länder wie die Schweiz, Kanada oder das Königreich Norwegen attraktive Lösungswege und Handlungsalternativen außerhalb der Haftungsgemeinschaft der Europäischen Union und der Euro-Systeme. Vertrauen Sie nicht - blind - den Staaten und Politikern in EU-Europa, sondern setzen Sie eigenverantwortlich und selbstbestimmt auf Ihre Finanzielle Selbstverteidigung!

Fürstentum Liechtenstein: Aktuelles aus der Haftungsschutz-Oase!
Das Fürstentum Liechtenstein ist nach meiner Einschätzung auf einem ganz hervorragenden Weg. Die Finanzmarktaufsicht (FMA) Liechtenstein sorgt gemäß ihrem gesetzlichen Auftrag für die Gewährleistung der Stabilität des Finanzmarktes Liechtenstein, den Schutz der Kunden, die Vermeidung von Missbräuchen sowie die Umsetzung und Einhaltung anerkannter internationaler Standards. Die FMA beaufsichtigt als integrierte und unabhängige Aufsichtsbehörde die Finanzmarktteilnehmer des Finanzplatzes Liechtenstein.
Sie sorgt für die Umsetzung internationaler Standards und arbeitet im Auftrag der Regierung an der Vorbereitung von Finanzmarktgesetzen mit. Auf europäischer und globaler Ebene ist die FMA in allen maßgebenden Aufsichtsorganisationen vertreten. Aktuell hat die FMA Liechtenstein ihren wie immer sehr interessanten Medienbericht veröffentlicht.
Starker Finanzsektor in der Pandemie
Die Covid-19-Pandemie war das prägende Ereignis des Jahres 2020 für den Finanzsektor und die Finanzmarktaufsicht (FMA) Liechtenstein. Trotz außerordentlicher Bedingungen und Turbulenzen an den Finanzmärkten war der Finanzsektor voll funktionsfähig und stabil. Er leistete für die Realwirtschaft und die Bevölkerung unentbehrliche Dienste wie beispielsweise im Zahlungsverkehr, in der Kreditvergabe oder in der Versicherung. Die FMA hat in der Pandemie dank ihrer hohen digitalen Reife ihren Geschäftsbetrieb vollumfänglich aufrechterhalten können und die notwendigen aufsichtlichen Maßnahmen zeitnah gesetzt.
Mit der dezentralen Arbeitsweise gewährleistete die FMA zudem den Schutz der Mitarbeitenden. Die Covid-19-Pandemiestelltedie FMA vor die Herausforderung, ihren gesetzlichen Auftrag im Rahmen der regulatorischen Vorgaben flexibel und zugunsten des wirtschaftlichen Gesamtbilds auszuüben. Im Fokus standen die Prüfung der Weiterführung des Geschäftsbetriebs der Finanzintermediäre und die Kontrolle von finanziellen Risiken. Die Finanzinstitute wurden angehalten, ihren regulatorischen Spielraum auszunutzen und die Realwirtschaft mit Krediten zu versorgen, um so eine Kreditklemme zu verhindern.
Die FMA hat zur operationellen Entlastung der Finanzintermediäre in Abstimmung mit den Europäischen Aufsichtsbehörden verschiedene zeitlich befristete Erleichterungen, beispielsweise bei Vor-Ort-Kontrollen oder bestimmten Meldepflichten, vorgenommen. Zur laufenden Beurteilung der Risikosituation und der finanziellen Lage hat die FMA im Einklang mit den Europäischen Aufsichtsbehörden jedoch auch zusätzliche Meldepflichten eingeführt.
Finanzplatz auf Wachstumskurs
Die verwalteten Kundenvermögen der liechtensteinischen Banken inklusive der ausländischen Gruppengesellschaften stiegen im Jahr 2020 um 4,5% auf CHF 365,4 Mrd. Die harte Kernkapitalquote (CET1) des gesamten Bankensektors stieg von 20,0% auf 21,7%. Die Kapitalisierung ist im EU-Vergleich deutlich überdurchschnittlich. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit betrug für den Bankensektor CHF 543,4 Mio. gegenüber CHF 639,5 Mio. im Vorjahr.
Das Fondsvolumen lag Ende 2020bei CHF 59,1 Mrd. (2019: CHF 58,8 Mrd.). Die verwalteten Kundenvermögen der Vermögensverwaltungsgesellschaften im Fürstentum Liechtenstein stiegen 2020 um rund 6% auf CHF 53 Mrd. Die Versicherungsunternehmen nahmen im Jahr 2020 CHF 5,54 Mrd. an Prämien ein, gleichviel wie im Vorjahr.
Risiken für die Finanzstabilität erfordern hohe Wachsamkeit
Die FMA beurteilt die Risiken für die Finanzstabilität trotz der negativen Auswirkungen der Pandemie auf die Volkswirtschaften als begrenzt. Ein möglicher Anstieg der Kreditausfälle, die hohe Bewertung an den Aktienmärkten, das Niedrigzinsumfeld, Inflationsrisiken und die unsichere Entwicklung der Volkswirtschaften erfordern jedoch eine hohe Wachsamkeit zur Gewährleistung der Finanzstabilität.
Der Liechtensteiner Finanzsektor profitiert von hohen Kapital- und Liquiditätspuffern, die nicht nur die Verlustabsorptionsfähigkeit in der Krise erhöhen, sondern auch das Vertrauen der Kunden und Märkte in den Finanzplatz stärken.
Mehrere Verfahren wegen Verstößen gegen das Sorgfaltspflichtgesetz
Per Ende 2020 führte die FMA 28 Verwaltungsverfahren sowie 18 Verwaltungsstrafverfahren. Im Jahr 2020 konnten 139 Verfahren bzw. Vorerhebungen abgeschlossen werden. Verschiedene Verfahren und Vorerhebungen gegen Finanzintermediäre in Liechtenstein wurden wegen Verletzung der Sorgfaltspflichten zur Bekämpfung der Geldwäscherei geführt. Weitere Gegenstände von Verfahren waren u.a. Gewährserfordernisse des Aktionariats, Meldepflichtverletzungen, Mindestliquiditätsquote, Anforderungen an den Verwaltungsrat und Verdacht auf Insiderhandel.
Die FMA verfügte wegen Verstößen gegen das Sorgfaltspflichtgesetz fünf rechtskräftige Bußen in der Höhe von CHF 939.000. Insgesamt verhängte die FMA 18 rechtskräftige Bußen in der Höhe von CHF 1.035.500. Die Sanktionen werden auf der Website der FMA veröffentlicht. Die von der FMA erhobenen Bussen fließen in die Staatskasse.
Aufsichtsschwerpunkt Geldwäschereiprävention
Die Prüfung der Einhaltung der Vorschriften zur Bekämpfung von Geldwäscherei bildet auch für das Jahr 2021 ein Aufsichtsschwerpunkt. Die Kontrolltätigkeit folgt einem strikt risikobasierten Ansatz. Je höher die Einstufung eines Finanzintermediärs bezüglich möglicher Bedrohungen ist, desto intensiver gestaltet sich die Aufsicht. Die FMA hatte im April 2019 die Geldwäschereiprävention in einer Organisationseinheit konzentriert und personell verstärkt. Das Geldwäschereiabwehrdispositiv Liechtensteins wird im September 2021 durch MONEYVAL überprüft werden.
Erste Registrierungen von VT-Dienstleistern
Anfang 2020 trat das Gesetz über Token und VT-Dienstleister (TVTG) in Kraft. Ende 2020 waren zehn Unternehmen für 24 Dienstleistungen nach dem TVTG registriert. Der FMA obliegt die Registrierung der VT-Dienstleister und die anlassbezogene Aufsicht. Das Gesetz definiert die rechtlichen Anforderungen für das Erbringen von Dienstleistungen auf VT-Systemen. VT-Systeme sind auf vertrauenswürdigen Technologien beruhende Transaktionssysteme, die eine Vielzahl von wirtschaftlichen Dienstleistungen ermöglichen. Das bekannteste Beispiel ist die Blockchain. Mehr dazu auf unserem Portal: KRYPTO-X.BIZ
Mehr Hintergründe unter: www.markus-miller.com






