Einkommen, Alter und Armutsrisiko!
(22.08.19) Im vergangenen Jahr 2018 lebten 47 Prozent der Deutschen von ihrer eigenen Erwerbstätigkeit – im Jahr 2000 waren es nur 41 Prozent. Das geht aus Daten des Statistischen Bundesamts hervor. Dabei ist der Anteil mit 49,5 Prozent in Hamburg am höchsten, mit 43,9 Prozent in Bremen am niedrigsten. Der Anteil derjenigen, die von öffentlichen Leistungen (ohne Renten und Pensionen) lebten, blieb deutschlandweit unverändert bei 6,6 Prozent, mit dem geringsten Wert von 3,7 Prozent in Bayern und dem höchsten mit 12,9 Prozent in Bremen.
Von Renten und Pensionen lebten im Jahr 2000 22,1 Prozent der Bevölkerung, im vergangenen Jahr waren es mit 22 Prozent etwas weniger. Ebenfalls gesunken ist der Anteil derjenigen, die von den Einkünften Angehöriger leben von 29,8 auf 24,1 Prozent, wie die nachfolgende Grafik von Statista zeigt. Gestiegen ist hingegen der Anteil derjenigen, die von eigenem Vermögen leben: Waren es vor 18 Jahren noch 0,5 Prozent, sind es 2018 0,8 Prozent gewesen.

Die Demographie ist eine der größten Herausforderungen für die Zukunft
Die deutsche Gesellschaft wird immer älter - und das scheint die wenigsten positiv zu stimmen. Eine jüngere Studie der Bertelsmann-Stiftung zeigt, worüber sich die Bundesbürger beim demographischen Wandel Sorgen machen. Insgesamt gaben 65 Prozent der knapp 1.500 Befragten an, dass die Alterung der Gesellschaft mehr Risiken als Chancen bedeuten. Nur acht Prozent sehen es anders herum.
Als größtes Risiko wird mit 83 Prozent der Befragten eine steigende Altersarmut angesehen, wie die Grafik von Statista zeigt. 80 Prozent fürchten einen immer späteren Renteneintritt, 77 Prozent sehen steigende Rentenversicherungsbeiträge auf die Menschen zukommen.

Die Ängste vor den finanziellen Herausforderungen im Alter steigen
Wird das Geld im Alter reichen? Wie lange werde ich arbeiten müssen? Wie wird es meinen Kindern dann gehen? Nicht jeder blickt optimistisch in die Zukunft und auf das Älterwerden. Eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Ipsos zeigt, wie sehr sich der Altersoptimismus weltweit unterscheidet.
In Indien sagen 73 Prozent der Befragten, dass sie sich auf ihre „goldenen Jahre“ freuen. In der Türkei sind es mit 67 Prozent ähnlich viele. Bei den Deutschen sieht es da schon etwas anders aus: Mit 31 Prozent sagt nur knapp jeder Dritte, dass ihn der Gedanke an das Alter positiv stimmt, wie die nachfolgende Grafik von Statista zeigt.
Damit sind die Menschen hierzulande in bester Gesellschaft: Von 30 untersuchten Ländern sieht in nur sechs Ländern eine Mehrheit dem letzten Lebensabschnitt positiv entgegen. Weltweit sind die Gründe, aus denen das Altern den Befragten Angst bereitet vor allem Altersarmut (30 Prozent), der Verlust von Mobilität (26 Prozent) und der Verlust des Gedächtnisses (24 Prozent).

Altersarmut: Erhöhtes Risiko in Ostdeutschland
Wer weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens aller Haushalte in Deutschland hat, gilt hierzulande als armutsgefährdet. Wie aus aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes hervorgeht, ist die Armutsgefährdungsquote mit 22,7 Prozent in Bremen am höchsten. Am geringsten ist das Armutsrisiko in den südlichen Bundesländern Baden-Württemberg und Bayern, gefolgt von Brandenburg und Schleswig-Holstein, wie die nachfolgende Grafik von Statista zeigt.
Bei Erwerbslosen und Alleinerziehenden ist das Risiko, von Armut betroffen zu sein am größten. Außerdem sind die neuen Bundesländer tendenziell stärker betroffen als das frühere Bundesgebiet.

Auch ein Viertel der österrichischen Bürger fürchtet sich vor Altersarmut
Auch in Österreich sind im Hinblick auf die finanziellen Herausforderungen im Alter vergleichbare Sorgen wie in Deutschland zu beobachten. Altersarmut ist ein Thema, das viele Österreicher bewegt. Laut einer vor kurzem durchgeführten Umfrage der SPÖ befürchten vor allem Frauen, in der Pension nicht genügend Geld zum Leben zu haben.
Jede vierte der Befragten (25 Prozent) gab in der Umfrage an, sich vor Altersarmut zu fürchten. Bei Alleinerzieherinnen waren es sogar 38 Prozent. Frauen im mittleren Alter fürchten sich stärker vor Altersarmut als Jüngere und Ältere, wie die nachfolgende Statista-Grafik zeigt. Immerhin: Von den befragten Frauen mit Matura (Schulabschluss, vergleichbar mit dem Abitur) befürchten nur 13 Prozent, im Alter arm zu werden. Eine höhere Bildung stimmt demnach optimistischer.

Mehr Hintergründe unter: www.markus-miller.com
Forex4Charity: Tradingsignale oder Falle?
(10.03.19) Diese Zeilen stammen selbstverständlich nicht von mir, sondern von Vertriebspartnern und Vermittlern – die in der Tat offensichtlich sehr häufig keinerlei Vorwissen in den unterschiedlichsten Bereichen haben – des Devisen-Signal-Services „Forex4Charity“. Hinter diesem Anbieter für Handelssignale stehen die Personen Dr. Hauke Kiene und Steffen Quade aus Bremen. Formaljuristisch ist Forex4Charity eine GbR, also eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts mit Domiziladresse in Bremen.
Forex4Charity handelt als Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR)
Eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) lässt sich sehr einfach, unbürokratisch und kostengünstig gründen. Auch im Hinblick auf Bürokratie und Buchhaltungspflichten. Weit problematischer wird es allerdings bei der Haftung. Für Verbindlichkeiten der Gesellschaft haften die Gesellschafter gemeinsam und unbeschränkt mit ihrem Privatvermögen. Das ist ein Aspekt den ich bei Forex4Charity bereits als sehr ungewöhnlich beurteile.
Ich würde ein derartiges Geschäftsmodell niemals als GbR-Struktur umsetzen, sondern in einer Gesellschaftsform, bei der auch die persönliche Haftung begrenzt ist. Beispielsweise in Form einer GmbH oder einer UG Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt). Aber gut, die beiden Initiatoren von Forex4Charity haben sich für eine GbR entschieden, bei der sie Gefahr laufen selbst mit ihrem Privatvermögen zu haften, das ist für Anwender bzw. Kunden und Nutzer der Dienstleistungen von Forex4Charity sogar grundlegend positiv zu werten. Ob das für die handelnden Personen intelligent ist, steht auf einem anderen Blatt Papier.
Der Blick auf die Internetseite: Was hat es mit dem Begriff „Charity“ auf sich?
Die Internetseite www.forex-4-charity.com macht auf mich einen sehr amateurhaften und unprofessionellen Eindruck. Aber auch das ist natürlich weder strafbar noch ein Beleg dafür, dass ein dahinterstehendes Konzept und Geschäftsmodell nicht auch erfolgreich und seriös sein kann. Gehen wir daher einmal weiter und wenden uns dem Unternehmensnamen zu. Der Begriff Forex ist klar verständlich. Dabei handelt es sich um den internationalen Devisenmarkt.
Charity hingegen steht für eine Gemeinnützigkeit. Beispielsweise Personen oder Körperschaften die sich dem Gemeinwohl verpflichten. Warum wird also hier für einen Börsen-Signaldienst an den Devisenmärkten ein Wohltätigkeitsbegriff als Unternehmenszusatz gewählt? Aus echter Wohltätigkeit oder eher aus Marketing- und Vertriebsgesichtspunkten. Auf der Internetseite von Forex4Charity ist zu lesen:
“Wir spenden grundsätzlich 5% unserer Einnahmen”. Das aktuelle Spendenprojekt ist die Jürgen-Höller-Stiftung. Jürgen Höller ist ein dubioser Motivationstrainer und Autor. 2003 wurde Jürgen Höller beispielsweise vom Landgericht Würzburg wegen Untreue und vorsätzlichen Bankrotts zu drei Jahren Haft verurteilt.
Forex4Charity empfiehlt aktiv Europäisches Aufsichtsrecht zu umgehen!
Die Monatsergebnisse die Forex4Charity ausweist liegen zwischen 5% bis 45%. Zahlreiche Nutzer haben diese Ergebnisse auch bestätigt. Deswegen will ich diese großen Erfolge auch gar nicht in Zweifel ziehen. Ebenso nimmt Forex4Charity keine Gelder entgegen, sondern jeder Kunde und Abonnent des Signaldienstes von Forex4Charity tradet auf seinem Konto die Handelssignale nach, die er von Forex4Charity erhält. Ein Begriff, der für derartige Tradingstrategien auch verwendet wird lautet Copytrading. Dafür bezahlt der Kunde eine Abogebühr. Auch das ist vollkommen legitim und überhaupt nicht zu beanstanden.
Allerdings kommt jetzt ein großer Haken, der mir bei meinen Recherchen aufgefallen ist. Forex4Charity empfiehlt die Broker VantageFX, USGFX und Thinkmarkets. Das sind australische Broker. Nun, ich empfehle auch Banken in der Schweiz und in Liechtenstein, also auch das ist grundsätzlich nicht zu beanstanden, wenn mir mehrere Kunden von Forex4Charity nicht die Gründe für diese Auswahl mitgeteilt hätten. Die beiden Forex4Charity-Betreiber Dr. Hauke Kiene und Steffen Quade haben seit Anfang 2018 nach Aussagen von Kunden zahlreiche ausländische Broker getestet, u.a. auch die drei australischen Broker.
Diese Broker sind reguliert und unterliegen der australischen Finanzaufsicht ASIC (ASIC = Australian Securities and Investment Commission). Das einbezahlte Geld ist angeblich durch eine Einlagensicherung bis 100.000 USD abgesichert. Der US-Dollar ist ja auch bekanntermaßen die Landeswährung Australiens, oder? Nein, natürlich ist der Australische Dollar AUD die Landeswährung Australiens, somit ist auch diese Vermittler-Aussage wenig vertrauenserweckend!
Die Begründung von Forex4Charity, warum gerade diese australischen Broker empfohlen werden ist schlicht eine Farce. Auf Anweisung der europäischen Finanzaufsichtsbehörde (ESMA) dürfen die Hebel für Privatkunden seit dem 01.08.2018 bei europäischen Brokern nur noch maximal 1:30 betragen. Forex4Charity tradet aber mit einem Hebel von 1:300, deshalb wären europäische Forex-Broker – die sich selbstverständlich an diese Regeln halten müssen – bezüglich der erzielbaren Renditen seit dem 01.08.2018 uninteressant geworden. Diesen Aspekt werte ich als inakzeptabel, hier wäre auch interessant, wie die ESMA bzw. die nationalen Aufsichtsbehörden, allen voran die BaFin, die FMA (Österreich) oder die FINMA (Schweiz) eine derartige Konstellation (Umgehungstatbestand? Gestaltungsmissbrauch?) bewerten.
Betrug und Missbrauch? Forex4Charity hat sein Empfehlungs-Programm eingestellt
Warum bin ich eigentlich auf Forex4Charity aufmerksam geworden. Der Grund liegt in mehreren Beschwerden bzw. Zuschriften, die ich Anfang März 2019 von Kunden von Forex4Charity erhalten habe. Diese berichteten mir, dass Forex4Charity sein „Empfehlungsgeberprogramm“ eingestellt hat und keine neuen Kunden mehr aufnimmt. Die Begründung für den Aufnahmestopp ist wiederum vollkommen dubios.
Auf Basis eines Informationsschreibens von Forex4Charity gab es in den letzten Wochen und Monaten zahlreiche Betrugsfälle von Abonnenten, die die Forex4Charity-Signale angeblich an Nicht-Abonnenten weitergegeben und/oder weiterverkauft haben. Die Betreiber sprechen von hunderten von Betrugsfällen. Auch das wäre isoliert betrachtet jetzt nicht ungewöhnlich, das Forex4Charity dagegen vorgeht. Aber was die Betreiber ihren Kunden in einem Schreiben mitgeteilt haben, hat mich faktisch vom Stuhl gehauen. Dort ist u.a. zu lesen, ich zitiere im Original:
„Im Zuge unserer Kooperation mit mehreren Broker-Netzwerken bleiben, auch das hatten wir von Anfang an klar kommuniziert, solche Betrugsversuche nicht dauerhaft unentdeckt. Und natürlich sind wir seit vielen Wochen dabei, immer mehr Drahtzieher und Profiteure zu explorieren und juristisch anzugehen. Unsere Trades werden weiterhin täglich kopiert, wie die Broker uns mitteilen“.
Ja bitte was bedeutet das im Klartext?
Geben diese australischen Broker allen Ernstes Kundendaten an Forex4Charity heraus? Was ist mit dem Datenschutz und der Privatsphäre der Kunden? Eine Datenschutzgrundverordnung DSGVO dürfte bei australischen Brokern keine Geltung haben. Bei einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts aus Bremen aber sehr wohl!
Ich habe im Hinblick auf den journalistischen Presskodex selbstverständlich vor Veröffentlichung dieses Berichtes Forex4Charity und die handelnden Personen um eine Stellungnahme gebeten, mit einer ausreichenden Frist.
Presseanfrage an Forex4Charity vom 05.03.2019
Ich habe zu Ihrem Unternehmen mehrere Beschwerden vorliegen und auf Basis dieser als Pressevertreter folgende Fragen: Sie haben ein Schreiben herausgegeben, indem Sie von Betrügern schreiben, die Ihr System ungerechtfertigt nutzen. In diesem Zusammenhang schreiben Sie davon, dass Sie juristisch gegen diese Investoren vorgehen, in Zusammenarbeit mit “Brokern” von denen Sie offensichtlich Daten erhalten, sonst wäre ein Vorgehen ja gar nicht möglich.
1. Interpretiere ich diese Aussagen richtig, dass die Broker mit denen Sie zusammenarbeiten oder die Sie empfehlen, allen Ernstes Kundendaten an Sie herausgeben?
2. Wie beurteilen Sie generell die Datenschutzkomponente Ihres Geschäftsmodells (DSGVO)?
3. Erhalten Sie von den Brokern Provisionen, also Kick-Backzahlungen für vermittelte Kunden, die Ihre Tradingsignale umsetzen?
4. Können Sie mir bitte mitteilen, mit welchen Brokern Sie hier für die Umsetzung Ihrer Strategien kooperieren?
Mein Fazit: Finger weg von einem Anbieter wie Forex4Charity!
Im Sinne des journalistischen Pressekodex und der vorherigen Informationspflicht vor einer Berichterstattung hatte ich Forex4Charity für die Beantwortung meiner obigen Fragen eine Frist bis zum Montag den 11.03.2019 gesetzt, ohne dass ich eine Rückmeldung bzw. Stellungnahme erhalten habe. Meine Empfehlung auf Basis der aufgezeigten Indizien und Fakten:
Finger weg von einem Anbieter wie Forex4Charity!
Mehr Hintergründe unter: www.markus-miller.com




