Setzen Sie jetzt auf Real-World Assets!
(03.09.26) Real-World Assets, kurz RWAs, gehören für mich zu den spannendsten Entwicklungen an der Schnittstelle zwischen klassischer Finanzwelt und Blockchain-Technologie. Gemeint sind dabei reale beziehungsweise traditionelle Vermögenswerte und Finanzinstrumente wie Staats- und Unternehmensanleihen, Geldmarktfonds, Aktien, Immobilien, Rohstoffe oder andere Sachwerte, deren wirtschaftliche Rechte digital auf einer Blockchain beziehungsweise Distributed-Ledger-Infrastruktur abgebildet werden.
Wichtig ist dabei eine erste Klarstellung: Nicht jeder RWA-Token bedeutet automatisch, dass Sie unmittelbar Eigentümer eines Hauses, eines Goldbarrens oder einer Maschine werden. Je nach Konstruktion kann der Token beispielsweise einen Anteil an einem Fonds, eine Forderung gegen einen Emittenten, ein Wertpapier oder einen rechtlichen Anspruch auf einen zugrunde liegenden Vermögenswert verkörpern. Entscheidend ist deshalb immer, welches Recht hinter dem Token tatsächlich steht.
Genau darin liegt aber auch das enorme Potenzial. Die Blockchain kann klassische Vermögenswerte technisch programmierbar, leichter übertragbar und möglicherweise effizienter handelbar machen. Für Anleger entsteht dadurch eine Verbindung zwischen der etablierten Finanzwelt und der digitalen Infrastruktur, die bislang vor allem mit Bitcoin, Ethereum und anderen Kryptowerten verbunden wurde.
Vom Krypto-Narrativ zur Finanzinfrastruktur
RWAs sind deshalb für mich weit mehr als das nächste kurzfristige Krypto-Narrativ. Inzwischen beschäftigen sich Banken, Vermögensverwalter, Börsen, Zentralbanken und Regulierungsbehörden intensiv mit der Tokenisierung klassischer Finanzinstrumente. Die Europäische Kommission bezeichnete Distributed-Ledger-Technologie und Tokenisierung im April 2026 sogar als möglichen Baustein eines künftigen „Internet of Value“.
Die Idee dahinter ist einfach: Während ein klassisches Wertpapier heute über verschiedene Banken, Börsen, Clearingstellen und Zentralverwahrer abgewickelt werden kann, könnten bestimmte Prozesse künftig auf gemeinsamen digitalen Infrastrukturen stattfinden. Das kann Abstimmungen zwischen verschiedenen Systemen reduzieren, Abwicklungsprozesse beschleunigen und bestimmte Transaktionen automatisierbar machen.
Die Europäische Kommission nennt unter anderem geringere Reibungsverluste bei Zahlung und Abwicklung, effizienteres Liquiditätsmanagement, Programmierbarkeit und vereinfachte Abstimmungsprozesse als mögliche Vorteile. Das bedeutet allerdings nicht, dass Blockchain automatisch jede klassische Finanzinfrastruktur ersetzt. Vielmehr entsteht derzeit ein hybrides System, in dem sich beide Welten zunehmend miteinander verbinden.
Der Milliardenmarkt ist längst Realität
Wie dynamisch diese Entwicklung inzwischen ist, zeigen aktuelle Zahlen. Nach einer BCG-Analyse vom April 2026 erreichte allein der Markt für tokenisierte US-Staatsanleihen rund 13,6 Milliarden US-Dollar. Innerhalb eines Jahres war dieser Bereich damit um rund 170 Prozent gewachsen.
Der gesamte Markt tokenisierter Real-World Assets ohne Stablecoins und Repos liegt nach derselben Analyse allerdings noch bei weniger als 25 Milliarden US-Dollar. Das ist im Vergleich zu den Billionenmärkten für klassische Anleihen, Aktien oder Immobilien weiterhin verschwindend gering.
Genau deshalb halte ich diesen Markt für so interessant: Wir sprechen einerseits bereits über Milliardenbeträge und reale institutionelle Anwendungen. Andererseits befinden wir uns – gemessen an den klassischen Finanzmärkten – noch ganz am Anfang einer möglichen strukturellen Veränderung.
Bis 2030 könnten 14 Billionen Dollar entstehen
Besonders beeindruckend sind die langfristigen Prognosen. Die häufig zitierte ältere Studie von Boston Consulting Group und ADDX aus dem Jahr 2022 ging von rund 16 Billionen US-Dollar tokenisierten Vermögenswerten bis 2030 aus. Diese Zahl wird bis heute vielfach wiederholt.
Inzwischen hat BCG seine Berechnungen aktualisiert. Im mittleren Szenario der Analyse von April 2026 könnten tokenisierte Real-World Assets bis 2030 rund 14 Billionen US-Dollar und bis 2035 sogar rund 55 Billionen US-Dollar erreichen. Dabei sind Stablecoins und Immobilien in dieser konkreten Berechnung nicht einmal enthalten.
Solche Prognosen sind natürlich keine Garantie. Niemand weiß heute, wie schnell Regulierung, Infrastruktur und Nachfrage tatsächlich voranschreiten werden. Aber selbst wenn nur ein Bruchteil dieser Größenordnungen erreicht wird, entwickelt sich hier ein Markt, den Anleger aus meiner Sicht nicht ignorieren sollten.
Staatsanleihen führen den RWA-Boom an
Besonders weit fortgeschritten ist derzeit die Tokenisierung von Staatsanleihen, Geldmarktinstrumenten und Fonds. Das überrascht mich nicht. Denn diese Anlagen verfügen über standardisierte Strukturen, hohe Liquidität und klar definierte Zahlungsströme. Genau deshalb eignen sie sich besonders gut für eine digitale Abbildung.
Tokenisierte US-Staatsanleihen verbinden beispielsweise die Verzinsung klassischer kurzfristiger Treasuries mit einer Blockchain-Infrastruktur. Damit entsteht gewissermaßen eine Brücke zwischen dem traditionellen Geldmarkt und der Digital-Asset-Welt.
Das ist ein entscheidender Unterschied zu vielen klassischen Kryptowährungen: Der Wert eines RWA-Tokens muss nicht primär von Angebot, Nachfrage und einem Krypto-Narrativ abhängen. Hinter ihm kann ein realer Cashflow, eine Anleihe, ein Fonds oder ein anderer Vermögenswert stehen.
BlackRock zeigt, wohin die Reise geht
Dass es sich längst nicht mehr um ein Experiment einiger kleiner Krypto-Start-ups handelt, zeigt der weltgrößte Vermögensverwalter BlackRock. Mit dem BlackRock USD Institutional Digital Liquidity Fund, kurz BUIDL, hat der Konzern einen tokenisierten Geldmarktfonds geschaffen, dessen digitale Anteile inzwischen auf mehreren Blockchain-Netzwerken abgebildet werden.
BlackRock veröffentlicht dafür offizielle Token-Adressen unter anderem auf Ethereum, Solana, Polygon, Avalanche, Optimism, Arbitrum und Aptos. Allein das zeigt, wie stark traditionelle Vermögensverwaltung und Blockchain-Infrastruktur inzwischen miteinander verschmelzen.
Für mich ist das eines der wichtigsten Signale überhaupt: Wenn einer der größten Vermögensverwalter der Welt Blockchain-basierte Finanzprodukte entwickelt und ausbaut, lässt sich Tokenisierung kaum noch als Randerscheinung der Kryptobranche abtun.
Bruchteilseigentum eröffnet neue Möglichkeiten
Ein weiterer großer Vorteil kann die sogenannte Fractionalization, also die Aufteilung eines Vermögenswertes in kleinere digitale Einheiten, sein. Ein Vermögenswert im Wert von einer Million Euro muss dann theoretisch nicht mehr von einem einzigen Investor gekauft werden, sondern könnte beispielsweise in Tausende digitale Anteile aufgeteilt werden.
Gerade bei Immobilien, Private Equity, Infrastruktur, Kunst oder anderen bislang schwer zugänglichen Anlagen könnte dadurch die Mindestinvestitionssumme sinken. Das eröffnet grundsätzlich auch kleineren Anlegern einen Zugang zu Märkten, die bisher häufig institutionellen oder sehr vermögenden Investoren vorbehalten waren.
Aber auch hier gilt: Teilbarkeit bedeutet noch nicht automatisch Liquidität. Nur weil ein Vermögenswert in 10.000 Token zerlegt werden kann, bedeutet das nicht, dass jederzeit genügend Käufer und Verkäufer vorhanden sind. Ein illiquider Vermögenswert bleibt wirtschaftlich möglicherweise illiquide – auch wenn er auf einer Blockchain liegt.
24 Stunden Handel ist nicht garantiert
Auch die häufig verbreitete Behauptung, RWAs seien automatisch rund um die Uhr handelbar, halte ich für zu pauschal. Technisch kann eine Blockchain zwar rund um die Uhr laufen. Der Handel eines regulierten Wertpapiers kann dennoch Öffnungszeiten, Übertragungsbeschränkungen, Identitätsprüfungen und regulatorischen Vorgaben unterliegen.
Gleiches gilt für Kosten. Blockchain-Technologie kann Prozesse günstiger machen, insbesondere wenn mehrere Intermediäre und Abstimmungsschritte entfallen. Es gibt aber weiterhin Emittenten, Verwahrer, Plattformbetreiber, Rechtsberater, Identitätsprüfungen und technische Infrastruktur.
RWAs beseitigen deshalb nicht sämtliche Reibungsverluste der klassischen Finanzwelt. Sie können vielmehr bestimmte Prozesse neu organisieren und automatisieren. Genau darin liegt das eigentliche Effizienzpotenzial.
Europa schafft einen regulatorischen Rahmen
Auch regulatorisch entwickelt sich der Markt weiter. In der Europäischen Union gilt seit März 2023 das sogenannte DLT Pilot Regime. Es ermöglicht unter bestimmten Voraussetzungen den Handel und die Abwicklung tokenisierter Aktien, Anleihen und anderer Finanzinstrumente über Distributed-Ledger-Infrastrukturen.
Besonders wichtig: Tokenisierte Wertpapiere fallen nicht automatisch unter die Krypto-Verordnung MiCA. Die Europäische Kommission stellt ausdrücklich klar, dass tokenisierte Wertpapiere weiterhin dem bestehenden Wertpapierrecht unterliegen. MiCA ist primär für jene Kryptowerte relevant, die nicht bereits als klassische Finanzinstrumente reguliert sind.
Das ist für Anleger entscheidend. Ein Token kann technisch auf derselben Blockchain liegen wie ein klassischer Kryptowert und rechtlich trotzdem etwas vollkommen anderes darstellen. Nicht die Blockchain entscheidet über Ihren Anlegerschutz, sondern die rechtliche Konstruktion des Produktes.
Real World bedeutet nicht automatisch Sicherheit
Genau deshalb warne ich davor, die Bezeichnung „Real-World Asset“ mit Sicherheit gleichzusetzen. Ein Token kann mit einem realen Vermögenswert verbunden sein und trotzdem hochriskant sein.
Ein tokenisiertes Objekt in einem schlechten Immobilienmarkt bleibt eine schlechte Immobilie. Eine Unternehmensanleihe eines insolvenzgefährdeten Unternehmens bleibt ein Kreditrisiko. Und ein Token, dessen Emittent schlecht strukturiert ist, wird nicht dadurch sicher, dass irgendwo ein realer Vermögenswert als Deckung genannt wird.
Hinzu kommen neue Risiken: Smart-Contract-Risiken, Cyberangriffe, Verwahrungsrisiken, Gegenparteirisiken, fehlerhafte Preisquellen, regulatorische Unsicherheit und mangelnde Sekundärmarktliquidität. Die Blockchain kann bestimmte Risiken reduzieren – sie schafft aber gleichzeitig neue.
Die wichtigste Frage lautet: Was gehört Ihnen wirklich?
Für Ihren Vermögensschutz ist deshalb eine Frage besonders wichtig: Welchen konkreten Rechtsanspruch erwerben Sie mit dem Token? Diese Frage halte ich für wesentlich wichtiger als die Wahl der Blockchain.
Besitzen Sie tatsächlich einen rechtlich durchsetzbaren Anteil am zugrunde liegenden Vermögenswert? Halten Sie ein reguliertes Wertpapier? Besitzen Sie lediglich eine Forderung gegen eine Zweckgesellschaft? Wie sind die Vermögenswerte im Insolvenzfall geschützt? Wer verwahrt das zugrunde liegende Asset?
Genau diese Fragen müssen Sie beantworten können, bevor Sie investieren. Ein schönes Dashboard, eine bekannte Blockchain oder der Begriff „Real-World Asset“ reichen für mich als Qualitätsmerkmal nicht aus.
RWAs können Vermögensaufbau sinnvoll ergänzen
Richtig eingesetzt können RWAs dennoch einen interessanten Baustein für Vermögensaufbau und Vermögensverwaltung darstellen. Besonders tokenisierte Geldmarktinstrumente, Staatsanleihen und regulierte Fonds zeigen bereits heute, welchen praktischen Nutzen die Technologie entfalten kann.
Langfristig halte ich auch tokenisierte Unternehmensanleihen, Aktien, Immobilien und alternative Anlagen für interessant. Anleger könnten dadurch einfacher unterschiedliche Anlageklassen kombinieren und Vermögenswerte möglicherweise effizienter übertragen.
Für mich liegt die eigentliche Revolution deshalb weniger darin, dass plötzlich völlig neue Vermögenswerte entstehen. Das Neue ist die Infrastruktur. Aktien bleiben Aktien, Anleihen bleiben Anleihen und Immobilien bleiben Immobilien. Aber die Art, wie Eigentumsrechte ausgegeben, verwahrt, übertragen und abgerechnet werden, könnte sich grundlegend verändern.
Mein Fazit: Setzen Sie sich jetzt mit RWAs auseinander!
Ich halte Real-World Assets für einen der wichtigsten langfristigen Trends der Digitalfinanzwelt. Der Markt ist mit weniger als 25 Milliarden US-Dollar bei tokenisierten RWAs ohne Stablecoins und Repos derzeit noch klein, während institutionelle Anwendungen bereits Milliardenvolumen erreicht haben. Genau diese Kombination macht das Thema für mich besonders interessant.
Dabei sollten Sie allerdings nicht blind jedem Token folgen, auf dem „RWA“ steht. Entscheidend sind Qualität des Basiswertes, Regulierung, Emittent, Verwahrung, Liquidität und Ihr rechtlicher Anspruch. Die Technologie allein macht aus einem schlechten Investment kein gutes Investment.
Meine Empfehlung lautet deshalb nicht: Kaufen Sie jetzt wahllos RWA-Token. Sie lautet vielmehr: Setzen Sie sich jetzt mit Real-World Assets auseinander und lernen Sie diesen Markt kennen. Denn wenn die Tokenisierung tatsächlich einen größeren Teil der weltweiten Kapitalmärkte erfasst, dürfte es von großem Vorteil sein, die Chancen und Risiken frühzeitig verstanden zu haben.
Vermögensschutz trifft digitale Innovation
Für Ihren Vermögensschutz entsteht hier eine interessante Kombination. Reale beziehungsweise etablierte Vermögenswerte können mit einer modernen digitalen Infrastruktur verbunden werden. Damit treffen zwei Welten aufeinander, die bislang häufig getrennt betrachtet wurden.
Doch auch bei dieser Innovation gilt meine Grundregel: Substanz vor Technologie! Entscheidend ist nicht, dass ein Vermögenswert tokenisiert wurde. Entscheidend ist, dass der zugrunde liegende Wert solide ist und Ihre rechtlichen Ansprüche eindeutig geregelt sind.
Real-World Assets können damit zu einem wichtigen Baustein moderner Vermögensstrategien werden. Wer sich frühzeitig mit den Strukturen, Chancen und Risiken auseinandersetzt, kann von dieser Entwicklung profitieren, ohne jedem neuen Tokenisierungs-Trend blind hinterherzulaufen.
Mehr Hintergründe unter: www.markus-miller.com
Covid-19 und German Angst-20
(06.03.20) Da ich mit meiner Familie bekanntermaßen auf Mallorca lebe, habe ich mich in der vergangenen Woche kurzfristig dazu entschieden über die Faschingsferien eine kleine Mittelmeertour zu unternehmen, mit einem Kreuzfahrtschiff. Hier war noch eine wunderschöne Kabine frei und ich muss ja nur vor unserer Haustür einsteigen, da Palma de Mallorca ein Start- und Zielhafen für zahlreiche Kreuzfahrtschiffe ist. So führte mich unsere Reise in den letzten Tagen nach Italien, nach Rom und nach Livorno, Florenz und Pisa.
Das positive an einer Kreuzfahrt ist es auch, dass man in Bezug auf den Smartphone- bzw. Internetkonsum gezwungenermaßen etwas abschalten kann (Digital Detox), da die Internetverbindung auf See häufig sehr schlecht, oder bei Buchung von Kapazitäten über das See-Netz schlicht und einfach unverschämt teuer ist. Als ich nach meiner Ankunft in Rom mein Smartphone wieder angeschaltet habe, war ich sehr überrascht über die vielen Zuschriften von Familienangehörigen oder Freunden via Whatsapp, in Bezug auf den Coronavirus (Covid-19), der in Italien angeblich so stark wütet.
German Angst 2020: Ausverkaufte Regale
Ich war an jenem Tag in Rom unterwegs, unter anderem auch im Vatikan, beim Petersdom. Hier waren auch an diesem Tag wie immer Menschenmassen anzutreffen. Gleiches gilt für Livorno, Pisa oder Florenz, wo ich am nächsten Tag unterwegs war. Von einer Panik in Bezug auf den Coronavirus war hier bislang - noch - gar nichts zu spüren. Hätte ich keine Nachrichten geschaut, wäre mir die Problematik bzw. die große Verunsicherung vermutlich nicht einmal bewusst geworden.
Mittlerweile bin ich wieder zurück auf Mallorca, nach weiteren Abstechern in der Hafenstadt Marseille in Frankreich und im spanischen Barcelona. Die Bilder aus den Sozialen Medien mit leergekauften Regalen habe ich bislang nirgendwo gesehen. Ich vermute einmal, das ist ein spezifisches, deutsches Phänomen, das international längst als „German Angst“ zur Legende geworden ist. In zahlreichen Supermärkten sind Hygiene- bzw. Desinfektionsartikel, Toilettenpapier, Konservendosen oder sonstige, langhaltende Lebensmittel wie Nudeln immer wieder ausverkauft. Deutschland ist ein hochentwickeltes Land mit perfekten Lieferketten. Ich finde eine grundlegende Vorratshaltung macht immer Sinn, aber das was derzeit in Deutschland passiert, ist schlicht eine Hysterie.
In Deutschland ist bislang niemand am neuen Coronavirus gestorben – allerdings ist die Zahl der Infizierten noch verhältnismäßig gering. Einen Todesfall in Folge von Covid-19 gab es hierzulande bislang nicht. Dort wo es die meisten Infizierten gibt, in China, sind bislang 3,8 Prozent der bekannten Infizierten gestorben. Der Krankheitsverlauf hängt Gesundheitsexperten zufolge maßgeblich davon ab, ob die infizierte Person bereits unter Vorerkrankungen leidet, wie etwa Herz-, Kreislauf- oder Lungenerkrankungen. Bei derartig geschwächten Personen ist die Wahrscheinlichkeit eines tödlichen Verlaufs der Krankheit ungleich höher.

Deutsche Banken im Auge von Corona: Die Aktienkursentwicklungen sind mehr als bedenklich!
In Bezug auf die hohe Systemrelevanz beurteile ich aktuell die massiven Kurseinbrüche, bei den letzten beiden großen Geldhäusern in Deutschland, als sehr besorgniserregend. Neben den Marktverwerfungen rund um die konjunkturellen Sorgen im Zusammenhang mit dem Coronavirus kommen bei den Banken noch weitere Probleme dazu.
Das sind in erster Linie die wieder bzw. weiter sinkenden Zinsen und das steigende Risiko von Kreditausfällen. Ich will mit Sicherheit keine Panik, zusätzlich zur großen Verunsicherung schüren, aber ich beurteile neue Staatshilfen für Banken oder sonstige Eingriffe, im Hinblick auf die Mithaftung von Bankkunden, vor diesen Rahmenbedingungen zumindest als nicht unwahrscheinlich.
Mein Fazit: Lassen Sie sich nicht anstecken von der German Angst!
Ich will die teilweise dramatischen Entwicklungen rund um den Corona-Virus nicht verharmlosen, aber auch nicht in die möglichen Horrorszenarien einstimmen, die ich jetzt teilweise bereits gelesen habe. Ein Aktionismus oder gar eine Panik in Bezug auf Ihr Wertpapierdepot sind jedenfalls nicht angebracht! Der Corona-Virus trifft auf eine Weltwirtschaft, die infolge der schwierigen globalen Rahmenbedingungen (u.a. Brexit, Handelsstreit) bereits aus dem Tritt gekommen war.
Deswegen die große Verunsicherung an den Börsen und Kapitalmärkten. Lassen Sie sich davon nicht anstecken. Jetzt liegt ein weiterer Grund vor noch mehr billiges Geld durch die Notenbanken in die Märkte zu pumpen, was die Stabilität und den Wert des Geldes weiter erodieren lässt. Vor allem Edelmetalle sind hier die Maxime der Stunde!
Der Blick auf 3 wichtige Freiheits-Indices der Welt!
Die derzeitigen Diskussionen und auch Analysen sind überwiegend vom Thema „Coronavirus“ geprägt. Die Welt wird sich aber auch nach der „Coronavirus-Krise“ weiterdrehen und deswegen heute von meiner Seite einmal ein Blick auf drei Freiheits-Indices die verdeutlichen, wie gut es uns in Europa – trotz aller Probleme – im Hinblick auf unsere persönliche Selbstbestimmung - noch - geht.
Freedom House hat seine jährliche Rangliste der freiesten und am meisten unterdrückten Nationen der Welt veröffentlicht. Demnach ist es um die Freiheit auf dem Planeten nicht all zugut bestellt: Das Freiheitsniveau ist nunmehr bereits das 14. Mal in Folge gesunken. Das Ranking verzeichnet für 2019 in 64 Ländern ein Rückgang. In Richtung mehr Freiheit haben sich dagegen nur 37 Länder entwickelt. Besonders besorgniserregend ist aus Sicht von Freedom House, dass in 25 von 41 etablierten Demokratien Freiheiten eingeschränkt wurden. Deutschland erreicht im Ranking 94 von 100 möglichen Punkten und schneidet damit genauso gut ab wie im Vorjahr.

Der Democracy Index des Economist
Wie es um die Demokratie weltweit steht, ermittelt jährlich der Democracy Index des Economist – im vergangenen Jahr verschlechterte sich der Indexwert leicht von 5,48 auf 5,44 Punkte. In der aktuellen Ausgabe für das Jahr 2019 werden 22 Länder als „vollständige Demokratien“ eingestuft, darunter auch Deutschland. Allerdings schafft es die Bundesrepublik nicht auf den Spitzenwert, wie die nachfolgende Grafik von Statista zeigt. Unter den Top-Ländern befinden sich unter anderem die skandinavischen Staaten, Kanada, Neuseeland und Australien.
Aus der Kategorie „Demokratie“ ausgeschieden ist hingegen Malta, Thailand verbesserte sein Rating hingegen und gehört nun zu den „unvollständigen Demokratien“. In diese Kategorie fallen auch zum Beispiel die USA und Japan. Die am schlechtesten bewerteten Länder sind Nordkorea, Syrien und die Demokratische Republik Kongo. Unter den europäischen Ländern mit der schlechtesten Bewertung finden sich Weißrussland und Aserbaidschan.

Die Studie Freedom of the Net
Eine weitere interessante Analyse wurde vor kurzem veröffentlicht in Bezug auf die Freiheit des Internets. In nur 15 von 65 für die Studie Freedom of the Net 2019 untersuchten Ländern ist das Internet frei. Das Gegenteil gilt in 21 Ländern. Das am umfangreichsten zensierte Netz der Welt ist das von der "großen Firewall" abgeschirmte China.
Aber auch in den USA sehen die Analysten die Internetfreiheit unter Druck. In 47 Ländern wurden Nutzer wegen online getätigter politischer, sozialer oder religiöser Äußerungen festgenommen. In mindestens 20 Ländern wurden Social Media- und Kommunikationsanwendungen gesperrt.

Fazit: Multinationalisieren Sie Ihre Werte!
Unterm Strich lässt sich sagen, dass das freie Internet derzeit weltweit bedroht ist. Deswegen ist es sinnvoll unterschiedliche Systeme in verschiedenen Ländern und Rechtsräumen zu nutzen. Vom Bankkonto bis hin zum E-Mail-Konto, beispielsweise über einen Service-Provider oder einen Daten-Safe aus der Schweiz.
Mehr Hintergründe unter: www.markus-miller.com







