Revolut will Schweizer Bank werden!

(30.09.26) Revolut hat bei der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht FINMA eine Schweizer Banklizenz beantragt. Das wäre ein bedeutender Schritt: Der Finanzdienstleister könnte sein bisheriges Angebot zu einer eigenständigen Schweizer Bank ausbauen. Die Lizenz ist bislang nicht erteilt. Laut Revolut wird der Antrag geprüft, der Ausgang des Verfahrens ist offen.

Revolut nennt bereits mehr als 1,3 Millionen Kunden in der Schweiz. Bisher werden sie nach Unternehmensangaben von der Revolut Bank UAB betreut, einer in Litauen lizenzierten Bank. Revolut unterhält zwar eine Vertretung in der Schweiz, besitzt dort aber noch keine eigene Banklizenz. Für Kunden ist diese Unterscheidung entscheidend: Der Sitz einer Vertretung sagt noch nicht, nach welchem System ihre Bankeinlagen geschützt sind.

Über die kommenden fünf Jahre will Revolut mehr als 150 Millionen Franken in der Schweiz investieren. Das Geld soll unter anderem in neue Produkte, Arbeitsplätze und den Aufbau einer eigenständigen Schweizer Bank fließen. Der Antrag zeigt damit, dass Revolut den hiesigen Markt langfristig erschließen möchte. Ob und wann daraus ein vollständiges Schweizer Bankangebot wird, hängt von der FINMA-Bewilligung und der anschließenden Umsetzung ab.

Was eine Schweizer Lizenz ändern könnte

Nach einer Bewilligung möchte Revolut unter anderem Lohnkonten, eBill und weitere lokale Zahlungsdienste anbieten. Auch der Zugang zur Schweizer Einlagensicherung wäre vorgesehen. Für Kunden könnte die App dadurch stärker zum Konto für den finanziellen Alltag werden – einschließlich Gehaltseingang und regelmäßiger Rechnungen.

Daneben nennt Revolut die Schweizer Altersvorsorge Säule 3a und den Bezahldienst TWINT als mögliche spätere Angebote. Beides ist derzeit eine Perspektive, keine zugesagte Funktion. Gerade bei einer Säule-3a-Lösung würden für Anleger neben der Bedienung auch Anlageangebot, Gebühren und Bedingungen zählen. Dazu liegen noch keine konkreten Produktdetails vor.

Eine Besonderheit sorgt schon heute für Verwirrung: Manche Schweizer Revolut-Kunden haben bereits eine virtuelle CH-IBAN. Laut Revolut ist bei dieser Lösung die litauische Revolut Bank UAB Kontoinhaberin; der Kunde wird als wirtschaftlich Berechtigter der Zahlung ausgewiesen. Eine CH-IBAN allein beweist also weder, dass Ihr Konto bei einer Schweizer Bank geführt wird, noch dass Ihre Einlagen unter die Schweizer Einlagensicherung fallen.

Welche Einlagensicherung gilt heute?

Wenn Ihr Konto bei der Revolut Bank UAB geführt wird, sind berechtigte Bankeinlagen nach Revoluts Angaben durch das litauische Einlagensicherungssystem bis 100.000 Euro geschützt. Welche Gelder als Einlagen gelten, ist dabei wichtig: Anlageprodukte sollten Sie nicht allein aufgrund ihrer Anzeige in derselben App mit einem geschützten Bankguthaben gleichsetzen.

Die Schweizer Einlagensicherung schützt berechtigte Guthaben bei teilnehmenden Banken grundsätzlich bis 100.000 Franken pro Kunde und Bank. Sie würde für eine künftige Schweizer Revolut-Bank erst relevant, wenn die entsprechende Bewilligung erteilt und das Angebot tatsächlich eingerichtet wäre. Die Beträge von 100.000 Euro und 100.000 Franken bezeichnen unterschiedliche nationale Systeme; sie sind keine zusätzliche, gleichzeitig verfügbare Deckung für dasselbe Guthaben.

Prüfen Sie deshalb bei Ihrem bestehenden Revolut-Konto, welche Rechtsperson Ihr Vertragspartner ist. Revolut erklärt, dass Sie diese Angabe in der App über Ihr Profilsymbol am Ende der Profilseite finden. Das ist aussagekräftiger als das Revolut-Logo, die Währung Ihres Guthabens oder eine CH-IBAN.

Was Kunden jetzt beachten sollten

Für bestehende Kunden ändert der Lizenzantrag allein zunächst nichts an der geltenden Einlagensicherung. Revolut stellt in Aussicht, Kunden bei einer Bewilligung auf die Schweizer Bank zu übertragen. Wie dieser Wechsel im Einzelnen abläuft und welche Bedingungen dann gelten, muss das Unternehmen zu gegebener Zeit mitteilen.

Wenn Sie Revolut als Gehalts- oder Hauptkonto nutzen möchten, prüfen Sie neben der künftigen Lizenz vor allem die Funktionen, die Sie tatsächlich brauchen: Gehaltseingang, Rechnungszahlung, Lastschriften, Kartenkosten, Wechselkurse und Erreichbarkeit des Kundendienstes. Ein attraktives Angebot für Reisen oder Fremdwährungen erfüllt nicht automatisch alle Anforderungen an ein Alltagskonto in der Schweiz.

Behalten Sie außerdem bei größeren Guthaben die Sicherungsgrenze im Blick. Die relevante Frage lautet nicht nur „Wie hoch ist die Einlagensicherung?“, sondern auch: Bei welcher Bank liegt das Geld, um welche Art von Guthaben handelt es sich und welches Land ist zuständig? Diese Prüfung gilt für Revolut ebenso wie für andere Banken und Finanz-Apps.

Mein Fazit: Positives Signal für den Wettbewerb auf dem Schweizer Bankenmarkt

Der Antrag ist ein positives Signal für den Wettbewerb auf dem Schweizer Bankenmarkt. Revolut hat bereits eine große Kundenbasis und kündigt erhebliche Investitionen an. Eine eigene Banklizenz könnte das Angebot für Schweizer Kunden deutlich alltagstauglicher machen.

Entscheidend bleibt die klare Trennung zwischen heutigem Status und künftiger Möglichkeit: Revolut ist derzeit für seine Schweizer Kunden keine eigenständige Schweizer Bank. Die virtuelle CH-IBAN ändert daran nichts. Erst eine erteilte Bewilligung und die tatsächliche Überführung der betreffenden Konten würden die Grundlage für ein Schweizer Bankangebot mit den angekündigten lokalen Funktionen schaffen.

Mein Rat: Begrüßen Sie den Schritt, aber richten Sie wichtige Zahlungen und größere Guthaben nach den heute gültigen Vertrags- und Sicherungsbedingungen aus. Sollte die FINMA die Lizenz erteilen, lohnt sich ein neuer Vergleich des konkreten Angebots mit Schweizer Banken – insbesondere bei Gebühren, Zahlungsverkehr und Einlagenschutz.

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Banking-Apps: Kontosperre droht!

(30.08.26) Deutschland steht vor einer Entwicklung, die für viele Bankkunden im digitalen Alltag überraschend kommen dürfte: Wer ein älteres Smartphone nutzt, kann plötzlich den mobilen Zugang zu seinem Bankkonto verlieren. Nicht weil das Konto gekündigt oder tatsächlich gesperrt wird, sondern weil immer mehr Banking-Apps ältere Betriebssysteme nicht länger unterstützen.

Das klingt zunächst nach einem technischen Detail. In der Praxis kann daraus jedoch ein ernsthaftes Problem entstehen. Denn viele Banken nutzen das Smartphone längst nicht nur für die eigentliche Banking-App, sondern gleichzeitig als Sicherheitsinstrument für die Anmeldung im Online-Banking und die Freigabe von Überweisungen.

Ist das eigene Smartphone zu alt und lässt sich das Betriebssystem nicht mehr aktualisieren, kann deshalb mehr verloren gehen als nur etwas Komfort. Im schlimmsten Fall funktioniert die App nicht mehr, eine Neuinstallation ist unmöglich oder Transaktionen können nicht mehr wie gewohnt freigegeben werden.

Warum Banken ältere Smartphones aussperren

Der Hintergrund folgt einer nachvollziehbaren Sicherheitslogik. Moderne Cyberangriffe entwickeln sich permanent weiter. Hersteller wie Apple oder Google sowie die jeweiligen Gerätehersteller schließen neu entdeckte Schwachstellen deshalb regelmäßig mit Sicherheitsupdates.

Ein sogenannter Patch ist nichts anderes als eine nachträgliche Softwarekorrektur. Damit werden beispielsweise Sicherheitslücken geschlossen, Fehler beseitigt oder Schutzmechanismen verbessert. Fehlen solche Aktualisierungen, bleiben bekannte Schwachstellen bestehen – vergleichbar mit einer Haustür, von der bekannt ist, dass das Schloss nicht mehr zuverlässig funktioniert.

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik, kurz BSI, empfiehlt deshalb ausdrücklich, automatische Updates zu aktivieren beziehungsweise regelmäßig nach Aktualisierungen zu suchen. Viele Angriffe richten sich gerade gegen bekannte Software-Schwachstellen, die erst durch Updates geschlossen werden.

Alte Betriebssysteme werden zum Sicherheitsrisiko

Genau hier beginnt das eigentliche Problem. Smartphones besitzen keine unbegrenzte Lebensdauer auf Softwareebene. Irgendwann stellen Hersteller die Versorgung älterer Modelle oder Betriebssystemversionen mit Sicherheitsupdates ein.

Neu entdeckte Sicherheitslücken können dann dauerhaft offenbleiben. Das BSI weist insbesondere bei Android darauf hin, dass Geräte ohne regelmäßige Updates besonders gefährdet sind, weil bekannte Schwachstellen nicht mehr beseitigt werden können.

Für eine Bank entsteht damit ein Problem: Sie müsste eine sicherheitskritische Anwendung auf einem Gerät zulassen, dessen Betriebssystem möglicherweise bekannte Schwachstellen enthält. Genau deshalb ziehen Finanzinstitute technische Mindestgrenzen ein.

ING: Mindestens iOS 15 oder Android 9

Ein konkretes Beispiel liefert die ING. Für eine Neuinstallation der App „Banking to go“ verlangt die Bank derzeit mindestens iOS 15 oder Android 9. Die ING empfiehlt sogar iOS 16 beziehungsweise Android 11, um die App möglichst lange mit vollem Funktionsumfang nutzen zu können.

Die Begründung ist eindeutig: Die ING unterstützt nach eigenen Angaben Betriebssysteme, die noch von deren Entwicklern mit Sicherheitsupdates versorgt werden. Ältere Betriebssysteme könnten Sicherheitslücken enthalten und werden deshalb nicht mehr unterstützt.

Das ist besonders relevant, weil die ING die frühere mTAN inzwischen eingestellt hat. Die App „Banking to go“ dient nicht nur zum mobilen Banking, sondern kann auch zur Bestätigung des Logins und zur Freigabe von Transaktionen beim Browser-Banking verwendet werden. Als Alternative bietet die ING allerdings weiterhin einen separaten photoTAN-Generator an.

Commerzbank verschärft die Anforderungen 2026

Noch anschaulicher wird die Entwicklung bei der Commerzbank. Aktuell kann deren Banking-App noch auf älteren Systemen laufen. Die Bank erhöht die Mindestanforderungen jedoch derzeit schrittweise deutlich.

Ab Mitte September 2026 sollen mindestens Android 10 beziehungsweise iOS 17 erforderlich sein. Kunden mit Android 6 bis 9 oder iOS 15 beziehungsweise 16 werden bereits gestaffelt darauf hingewiesen, ihr Betriebssystem zu aktualisieren.

Wer kein Update durchführen kann, weil das Smartphone technisch nicht mehr unterstützt wird, steht vor einer einfachen Konsequenz: Für die weitere Nutzung der App wird früher oder später ein neueres Gerät notwendig. Die Commerzbank weist allerdings ausdrücklich darauf hin, dass ihr Online-Banking über den Webbrowser weiterhin erreichbar bleibt.

Auch die Deutsche Bank setzt Mindestgrenzen

Bei der Deutschen Bank zeigt sich ein ähnliches Bild. Für die Deutsche-Bank-App werden derzeit mindestens Android 9 beziehungsweise iOS 15 benötigt. Ältere Versionen akzeptiert die Bank nach eigenen Angaben aus Sicherheitsgründen nicht mehr.

Die Begründung entspricht dem gleichen Muster: Bei älteren Geräten oder Betriebssystemen gewährleisten die Hersteller irgendwann keinen Support mehr. Dadurch können Sicherheitslücken entstehen, die die Bank nicht akzeptieren will.

Immerhin existiert auch dort eine Alternative. Kunden können weiterhin Online-Banking über den Browser nutzen und Aufträge beispielsweise über ein separates BestSign-Zusatzgerät freigeben. Dieses Zusatzgerät ist allerdings kostenpflichtig.

Es droht keine klassische Kontosperre

An dieser Stelle ist mir eine wichtige Differenzierung wichtig: Wenn Ihre Banking-App wegen eines veralteten Smartphones nicht mehr funktioniert, bedeutet das normalerweise nicht, dass Ihr Girokonto oder Depot gesperrt ist.

Ihr Geld bleibt vorhanden und das Konto besteht weiter. Problematisch wird vielmehr der Zugangsweg. Wenn Sie sich bisher ausschließlich über das Smartphone legitimieren und Überweisungen freigeben, kann ein nicht mehr unterstütztes Gerät Ihren digitalen Zugriff erheblich einschränken.

Genau deshalb kann sich eine vermeintlich harmlose Meldung wie „Diese App wird von Ihrem Gerät nicht mehr unterstützt“ sehr schnell zu einem praktischen Banking-Problem entwickeln. Besonders unangenehm ist das dann, wenn Sie erst in dem Moment reagieren, in dem eine dringende Überweisung oder Wertpapiertransaktion durchgeführt werden soll.

Das Smartphone wird zum Bankschlüssel

Damit zeigt sich eine grundlegende Entwicklung im modernen Banking: Ihr Smartphone ist längst weit mehr als nur ein Telefon. Es entwickelt sich zunehmend zu einer Art digitalem Bankschlüssel.

Über das Gerät laufen Login, Zwei-Faktor-Authentifizierung, TAN-Freigaben, Kartenzahlungen, Depots und teilweise sogar Identifikationsverfahren. Damit wächst allerdings auch die Abhängigkeit von einem einzelnen technischen Gerät.

Gerade aus Sicht des Vermögensschutzes halte ich diese Entwicklung für bemerkenswert. Wer sein gesamtes Finanzleben ausschließlich über ein einziges Smartphone organisiert, schafft damit einen potenziellen Single Point of Failure – also einen einzelnen Schwachpunkt, dessen Ausfall mehrere Funktionen gleichzeitig beeinträchtigen kann.

Nicht jedes alte Smartphone ist automatisch unsicher

Dabei sollte man allerdings auch nicht in Technikpanik verfallen. Ein älteres Smartphone ist nicht allein aufgrund seines Alters automatisch unsicher. Entscheidend ist, ob Hersteller und Betriebssystem noch Sicherheitsupdates bereitstellen und ob die verwendeten Apps weiterhin offiziell unterstützt werden.

Umgekehrt sollte ein Smartphone, das seit längerer Zeit keinerlei Sicherheitsupdates mehr erhält, gerade für sensible Anwendungen wie Banking kritisch betrachtet werden. Auch die BaFin empfiehlt Verbrauchern ausdrücklich, bei digitalen Finanzgeschäften das Betriebssystem ihres Smartphones aktuell zu halten.

Das Entscheidende ist deshalb nicht das Alter Ihres Smartphones in Jahren, sondern der Supportstatus. Ein fünf Jahre altes Gerät kann unter Umständen noch ausreichend gepflegt werden, während bei einem anderen Modell bereits deutlich früher die Sicherheitsunterstützung endet.

Was Sie jetzt überprüfen sollten

Schauen Sie deshalb zunächst in den Einstellungen Ihres Smartphones nach, welche Version von iOS oder Android installiert ist. Prüfen Sie anschließend, ob ein aktuelleres Betriebssystem angeboten wird und wann Ihr Gerät zuletzt ein Sicherheitsupdate erhalten hat.

Kontrollieren Sie danach die Mindestanforderungen Ihrer Banking- und TAN-App. Verlassen Sie sich dabei nicht darauf, dass die App heute noch funktioniert. Banken können Mindestversionen im Rahmen von Sicherheitsupdates anheben – wie die Commerzbank gerade eindrucksvoll zeigt.

Und prüfen Sie unbedingt, welche Alternative Sie besitzen, falls Ihr Smartphone plötzlich ausfällt oder die App nicht mehr unterstützt wird. Je nach Bank können das beispielsweise ein separates TAN-Gerät, ein Zweitgerät oder andere Freigabeverfahren sein.

Ein zweiter Zugangsweg schafft Sicherheit

Gerade diesen Punkt halte ich für besonders wichtig. Wer über größere Vermögenswerte verfügt oder auf sein Konto und Depot jederzeit zugreifen können muss, sollte möglichst nicht von nur einem einzigen technischen Zugangsweg abhängig sein.

Das bedeutet nicht zwingend, dass Sie zwei Smartphones benötigen. Ein separates TAN-Gerät oder ein anderer von Ihrer Bank angebotener Authentifizierungsweg kann bereits ausreichen. Entscheidend ist, dass Sie wissen, was passiert, wenn Ihr Smartphone verloren geht, kaputtgeht oder plötzlich nicht mehr unterstützt wird.

Testen Sie solche Alternativen idealerweise bevor Sie sie benötigen. Der schlechteste Zeitpunkt, sich erstmals mit einem Ersatzverfahren auseinanderzusetzen, ist der Moment, in dem Sie bereits keinen Zugriff mehr auf Ihre Banking-App haben.

Mein Fazit: Digitale Sicherheit ist ein Prozess!

Digitale Sicherheit ist kein Zustand, sondern ein permanenter Prozess. Betriebssysteme, Sicherheitsanforderungen und Banking-Apps entwickeln sich ständig weiter. Was heute problemlos funktioniert, kann bereits in wenigen Monaten technisch nicht mehr unterstützt werden.

Die derzeitigen Änderungen bei ING, Commerzbank und Deutscher Bank zeigen: Aktuelle Betriebssysteme werden zunehmend zur Eintrittskarte für das digitale Banking. Besonders deutlich ist die Entwicklung bei der Commerzbank, die ihre Mindestanforderungen ab Mitte September 2026 auf Android 10 beziehungsweise iOS 17 anhebt.

Deshalb gilt auch hier: Klarheit statt Panik! Sie müssen nicht sofort ein neues Smartphone kaufen, nur weil Ihr Gerät einige Jahre alt ist. Sie sollten aber wissen, wie lange es noch mit Sicherheitsupdates versorgt wird und welche Anforderungen Ihre Bank stellt.

Vermögensschutz bedeutet auch Zugriffsschutz

Für mich gehört auch dieser Aspekt zum modernen Vermögensschutz. Es reicht nicht, Vermögen sinnvoll über Banken, Anlagen und Rechtsräume zu verteilen. Sie müssen im entscheidenden Moment auch zuverlässig darauf zugreifen können.

Prüfen Sie deshalb Ihre Banking-Infrastruktur regelmäßig: Smartphone, Betriebssystem, Banking-App, TAN-Verfahren und alternative Zugangswege. Halten Sie sämtliche Anwendungen aktuell und installieren Sie Banking-Apps ausschließlich aus offiziellen App-Stores.

Und vor allem: Warten Sie nicht, bis Ihre Banking-App Ihnen den Zugang verweigert. Wer rechtzeitig vorsorgt, verhindert, dass ein veraltetes Smartphone plötzlich zum Nadelöhr für das eigene Konto oder Depot wird.

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Schließfach ohne Sicherheit!

(15.05.26) Ein Bankschließfach gilt für viele Menschen als besonders sicherer Ort. Schmuck, Gold, Bargeld, wichtige Dokumente oder persönliche Erinnerungsstücke werden dort verwahrt, weil man der Bank mehr Schutz zutraut als dem eigenen Zuhause. Dieses Sicherheitsgefühl ist nachvollziehbar, denn Banken stehen für Seriosität, Kontrolle und professionelle Verwahrung.

 

Doch genau hier liegt ein gefährlicher Trugschluss: Ein Schließfach bedeutet nicht automatisch, dass die Bank im Ernstfall umfassend haftet. Wer hohe Werte einlagert, sollte deshalb nicht nur auf das Image einer Bank vertrauen, sondern sehr genau prüfen, welche Haftung tatsächlich vereinbart ist und welcher Versicherungsschutz besteht.

 

Ein aktuelles Urteil des Hanseatischen Oberlandesgerichts vom 27.05.2026 zeigt diese Grenze deutlich. Im sogenannten Haspa-Schließfachverfahren verneinte das Gericht eine weitergehende Haftung der Bank. Hintergrund war ein spektakulärer Einbruch, bei dem mehr als 600 Schließfächer betroffen waren.

 

Vertrauen ersetzt keine Haftung

 

Entscheidend war aus Sicht des Gerichts nicht allein, wie bitter der Schaden für die Kunden war. Maßgeblich war vielmehr die Frage, ob die Bank gegen anerkannte Sicherheitsstandards verstoßen hatte. Genau das sah das OLG Hamburg nicht als ausreichend erwiesen an.

 

Nach Auffassung der Richter hatte die Bank den damals maßgeblichen Sicherheitsstandard eingehalten. Dass aus Kundensicht ein höheres oder optimales Sicherheitsniveau wünschenswert gewesen wäre, reichte für eine Pflichtverletzung nicht aus. Damit wird deutlich: Zwischen gefühlter Sicherheit und rechtlich durchsetzbarem Anspruch kann im Ernstfall eine erhebliche Lücke liegen.

 

Für Sparer, Anleger und Besitzer physischer Werte ist das ein wichtiges Warnsignal. Ein Bankschließfach ist kein Rundum-sorglos-Paket. Wer dort Gold, Bargeld, Schmuck oder wichtige Unterlagen lagert, muss die Vertragsbedingungen, Haftungsgrenzen, Versicherungsregeln und Nachweispflichten sehr genau kennen.

 

Nachweise werden entscheidend

 

Gerade bei Gold, Bargeld oder Schmuck kann im Ernstfall nicht nur der Diebstahl selbst zum Problem werden. Häufig entsteht zusätzlich Streit darüber, was sich tatsächlich im Schließfach befand und welchen Wert diese Gegenstände hatten. Ohne saubere Dokumentation wird die Durchsetzung von Ansprüchen deutlich schwieriger.

 

Deshalb sollten Sie den Inhalt eines Schließfachs regelmäßig dokumentieren. Dazu gehören Kaufbelege, Fotos, Seriennummern, Gutachten, Kontoauszüge, Edelmetallrechnungen und eine aktuelle Wertaufstellung. Wichtig ist auch, diese Nachweise nicht ausschließlich im selben Schließfach aufzubewahren. Sonst verschwinden im schlimmsten Fall Wertgegenstände und Belege gleichzeitig.

 

Wie brisant das Thema inzwischen ist, zeigt auch die Klagewelle gegen die Sparkasse Gelsenkirchen. Nach dem Einbruch in zahlreiche Schließfächer müssen nun Gerichte klären, ob Sicherheitsmängel vorlagen, welche Ansprüche die Kunden haben und ob die behaupteten Schäden ausreichend nachgewiesen werden können.

 

Mein Fazit: Das Hamburger Urteil ist für geschädigte Schließfachkunden ein richtungsweisendes Warnsignal. Es zeigt: Eine Bank haftet nicht automatisch für jeden Verlust, nur weil Werte in einem Schließfach lagen. Entscheidend sind Sicherheitsstandard, Vertragslage, Versicherungsschutz, Beweisbarkeit und konkrete Pflichtverletzungen.

 

Für Sie als Schließfach-Inhaber bedeutet das: Prüfen Sie Ihren Anbieter, Ihren Vertrag und Ihren Versicherungsschutz. Klären Sie, bis zu welcher Höhe der Inhalt versichert ist, welche Gegenstände ausgeschlossen sind und welche Nachweise im Schadenfall verlangt werden. Echter Vermögensschutz beginnt nicht erst beim Einlagern von Werten, sondern bei der nüchternen Prüfung, ob diese Werte im Ernstfall auch wirklich abgesichert und beweisbar sind.

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Banken vor dem Bruch: Geldsysteme im Wandel!

(23.03.26) Die Bankenwelt steht vor einem tiefgreifenden Strukturbruch. Lange konnten Kreditinstitute auf Bevölkerungswachstum, steigende Vermögen, stabile regionale Kundenbeziehungen und eine vergleichsweise verlässliche Filialbindung setzen. Dieses Fundament bekommt jedoch Risse. Deutschland wird älter, viele Regionen verlieren Einwohner, junge Menschen ziehen in wirtschaftsstarke Ballungsräume, und damit verändert sich auch die natürliche Kundenbasis vieler Banken.

 

Was früher als regionaler Heimvorteil galt, kann künftig zur strategischen Belastung werden. Denn eine starke Verwurzelung vor Ort ist nur dann ein Vorteil, wenn die Region wirtschaftlich, demografisch und unternehmerisch vital bleibt. Schrumpfen Bevölkerung, Mittelstand und Kaufkraft, geraten auch jene Banken unter Druck, deren Geschäftsmodell über Jahrzehnte auf Nähe, Vertrauen und regionaler Präsenz beruhte.

 

Sparkassen und Genossenschaftsbanken unter Druck

 

Besonders Sparkassen und Genossenschaftsbanken spüren diese Entwicklung. Ihre Stärke liegt traditionell in der persönlichen Beziehung zum Kunden, in lokaler Marktkenntnis und in der flächendeckenden Präsenz. Doch genau dieses Modell wird teurer, wenn weniger junge Neukunden nachwachsen, ältere Kundengruppen dominieren und viele Filialstandorte wirtschaftlich immer schwerer zu rechtfertigen sind.

 

Filialnetze, persönliche Beratung und regionales Kreditgeschäft stehen deshalb vor einer neuen Realität. Es geht nicht mehr nur um die Frage, ob eine Filiale erhalten bleibt oder geschlossen wird. Es geht um die strategische Frage, wie regionale Banken ihre Rolle neu definieren: als reine Finanzdienstleister, als digitale Plattformen, als Vertrauensanker vor Ort oder als hybride Anbieter, die persönliche Beratung mit moderner Technologie verbinden.

 

Künstliche Intelligenz verändert den Wettbewerb

 

Gleichzeitig zeigt der internationale Blick, wohin sich das Bankgeschäft entwickelt. Große Häuser wie Goldman Sachs setzen verstärkt auf künstliche Intelligenz, Automatisierung, Datenanalyse und digitale Assistenten. „Digitale Roboter“ stehen dabei nicht nur für Kostensenkung und Effizienz. Sie markieren ein neues Wettbewerbsmodell.

 

Im Zentrum stehen künftig Daten, Geschwindigkeit, Skalierbarkeit und individuelle Ansprache in Echtzeit. Banken, die Kundendaten intelligent auswerten, Risiken schneller einschätzen und digitale Services nahtlos anbieten können, gewinnen einen erheblichen Vorsprung. Das betrifft Kreditentscheidungen, Vermögensverwaltung, Betrugsprävention, Kundenservice und Anlageberatung gleichermaßen.

 

Der doppelte Anpassungsdruck

 

Für kleinere und mittlere Institute entsteht damit ein doppelter Anpassungsdruck. Einerseits müssen sie ihre Kostenstrukturen verschlanken, Prozesse automatisieren und digitale Angebote ausbauen. Andererseits dürfen sie dabei nicht ihre wichtigste Stärke verlieren: das Vertrauen ihrer Kunden.

 

Gerade ältere Kunden brauchen weiterhin Orientierung, Sicherheit und persönliche Ansprache. Viele von ihnen wünschen keinen rein anonymen digitalen Bankkontakt, sondern einen Ansprechpartner, der komplexe Entscheidungen verständlich erklärt. Jüngere Kunden erwarten dagegen schnelle, mobile, intuitive und kostengünstige Lösungen. Sie vergleichen Banken nicht mehr nur mit anderen Banken, sondern mit den digitalen Standards großer Technologieplattformen.

 

Vertrauen bleibt der entscheidende Faktor

 

Wer diese Gegensätze nicht verbindet, riskiert den schleichenden Verlust seiner Marktposition. Eine Bank, die nur digitalisiert, aber Vertrauen verliert, wird austauschbar. Eine Bank, die nur auf Tradition setzt, aber digitale Erwartungen ignoriert, verliert den Anschluss. Die Zukunft liegt deshalb in einem intelligenten Gleichgewicht.

 

Für Sparer, Anleger und Bankkunden ist dieser Wandel entscheidend. Er betrifft nicht nur die Frage, wo das Girokonto geführt wird. Es geht um Beratungsqualität, Datensicherheit, Gebührenstrukturen, Kreditvergabe, Vermögensschutz und den Zugang zu neuen Finanztechnologien. Der Bankkunde der Zukunft wird stärker prüfen müssen, ob sein Institut technologisch leistungsfähig, wirtschaftlich stabil und strategisch zukunftsfähig ist.

 

Demografie schrumpft Märkte, Digitalisierung schafft Chancen

 

Die Demografie lässt Märkte schrumpfen, während die Digitalisierung neue Wachstumschancen eröffnet. Gewinner werden jene Institute sein, die beide Entwicklungen aktiv steuern. Sie müssen erkennen, wo regionale Nähe weiterhin wertvoll ist, wo digitale Lösungen bessere Ergebnisse liefern und wo Kooperationen mit Technologieanbietern sinnvoller sind als teure Eigenentwicklungen.

 

Banken im Wandel bedeutet daher weit mehr als weniger Filialen und bessere Apps. Es geht um die Zukunftsfähigkeit eines Geschäftsmodells, das jahrzehntelang als stabil galt. Die kommenden Jahre werden zeigen, welche Institute aus dem Strukturbruch eine Erneuerung machen – und welche an alten Strukturen festhalten, bis der Markt sie dazu zwingt.

 

Mein Fazit: Diese Entwicklungen bestärken mich in meiner bereits vor Jahren eingeführten Rubrik „Geldsysteme der Zukunft“ in meinem Wirtschaftsmagazin „Kapitalschutz vertraulich“. Dort analysiere ich den Wandel unseres Banken-, Finanz- und Geldsystems und gebe Ihnen wirkungsvolle Praxisempfehlungen an die Hand. Denn der Strukturbruch im Bankensektor ist kein isoliertes Branchenthema, sondern Teil einer umfassenden Transformation unseres gesamten Geld- und Finanzsystems.

 

Er ist Teil einer größeren Entwicklung: Unser Geldsystem wird digitaler, datengetriebener, internationaler und zugleich fragiler. Wer Vermögen schützen, Chancen nutzen und Risiken frühzeitig erkennen will, muss diese Veränderungen verstehen. Genau dabei möchte ich Sie mit klaren Analysen, verständlichen Einordnungen und konkreten Handlungsempfehlungen unterstützen.

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Volksbanken unter Druck!

(20.02.26) Immer deutlicher zeigt sich: Auch im genossenschaftlichen Bankensektor nehmen die Belastungen zu. Immer mehr Volks- und Raiffeisenbanken benötigen Unterstützung, engere Begleitung oder zumindest besondere Aufmerksamkeit. Auffällig ist dabei, dass die Probleme vielfach nicht durch ein plötzliches globales Finanzbeben ausgelöst wurden, sondern durch hausgemachte Risiken, Managementfehler, problematische Immobilienengagements, mangelhafte Kontrolle und eine teils zu offensive Wachstumsstrategie.

Der aktuelle Fall der Volksbank BraWo zeigt, wie angespannt die Lage inzwischen auch im genossenschaftlichen Sektor geworden ist. Vorstandschef Jürgen Brinkmann wurde mit sofortiger Wirkung freigestellt. Zugleich will das Institut vorsorglich die Sicherungseinrichtung des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken in Anspruch nehmen. Das ist ein bemerkenswerter Vorgang, denn gerade Volks- und Raiffeisenbanken gelten bei vielen Sparern, Anlegern und Mittelständlern traditionell als besonders solide, regional verwurzelt und bodenständig.

Der Fall BraWo ist kein isoliertes Ereignis

Doch die Volksbank BraWo ist kein Einzelfall. In den vergangenen Jahren mussten bereits mehrere Institute aus dem Genossenschaftssektor gestützt, begleitet oder besonders eng überwacht werden. Dazu zählen unter anderem die VR-Bank Bad Salzungen Schmalkalden, die Raiffeisenbank im Hochtaunus, die Volksbank Düsseldorf Neuss, die Volksbank Dortmund-Nordwest und die Raiffeisenbank Bad Schussenried-Aulendorf.

Natürlich ist nicht jeder Fall identisch. Die Ursachen, Größenordnungen und konkreten Belastungen unterscheiden sich von Institut zu Institut. Dennoch ist das Gesamtbild relevant: Wenn ein Sicherungssystem häufiger gefordert ist, dann handelt es sich nicht mehr nur um technische Einzelvorgänge. Dann entsteht ein strukturelles Warnsignal, das Bankkunden, Anleger und Unternehmer ernst nehmen sollten.

Immobilienrisiken werden zum Belastungstest

Besonders kritisch ist das veränderte Immobilienumfeld. Über viele Jahre profitierten Banken von niedrigen Zinsen, steigenden Immobilienpreisen und einer hohen Kreditnachfrage. Dieses Umfeld hat sich grundlegend verändert. Höhere Finanzierungskosten, sinkende Immobilienbewertungen, schwächere Projektentwickler, gestiegene Baukosten und zunehmende Kreditausfälle machen Risiken sichtbar, die in der Niedrigzinsphase teilweise überdeckt wurden.

Gerade Institute mit hoher regionaler Konzentration oder starkem Engagement im Immobilienbereich können dadurch unter Druck geraten. Wenn Sicherheiten an Wert verlieren, Anschlussfinanzierungen schwieriger werden und Kreditnehmer ihre Belastungen nicht mehr zuverlässig tragen können, verschlechtert sich die Risikolage schnell. Dann entscheidet sich, wie konservativ eine Bank in der Vergangenheit tatsächlich gearbeitet hat.

Die Rechtsform schützt nicht vor Fehlentscheidungen

Der Begriff Genossenschaft vermittelt vielen Menschen ein Gefühl von Sicherheit. Das ist nachvollziehbar, denn Volks- und Raiffeisenbanken sind häufig fest in ihrer Region verankert, kennen ihre Kunden persönlich und spielen für Mittelstand, Handwerk, Landwirtschaft und Privatkunden eine wichtige Rolle. Doch die Rechtsform allein schützt nicht vor Fehlentscheidungen.

Entscheidend ist nicht, ob eine Bank genossenschaftlich, privatwirtschaftlich oder öffentlich-rechtlich organisiert ist. Entscheidend sind die Qualität der Führung, die Solidität der Kreditprüfung, die Unabhängigkeit der Kontrolle, die Transparenz der Bilanz und die Disziplin im Risikomanagement. Eine Genossenschaftsbank kann sehr solide geführt sein. Sie kann aber ebenso in Schwierigkeiten geraten, wenn Risiken unterschätzt, Warnsignale ignoriert oder Kontrollen zu spät verschärft werden.

Sicherungssysteme sind wichtig – aber kein Freibrief

Der genossenschaftliche Finanzverbund verfügt über starke Sicherungsmechanismen. Das ist ein bedeutender Stabilitätsfaktor. Für Kunden ist es beruhigend, dass es innerhalb des Verbundes Schutzsysteme gibt, die in Krisensituationen eingreifen können. Genau diese Solidarstruktur ist ein wichtiger Grund, warum der Sektor insgesamt weiterhin als widerstandsfähig gilt.

Doch Sicherungssysteme dürfen nicht missverstanden werden. Sie sind kein Freibrief für riskante Experimente, überdimensionierte Wachstumsstrategien oder schwache interne Kontrolle. Wenn einzelne Institute zu hohe Risiken eingehen, werden am Ende die Solidargemeinschaft und damit indirekt der gesamte Verbund belastet. Deshalb müssen Problemfälle konsequent aufgearbeitet werden – nicht nur im Interesse der betroffenen Bank, sondern im Interesse aller Kunden und Mitglieder.

Was Bankkunden jetzt prüfen sollten

Für Sie als Bankkunde bedeutet das nicht, in Panik zu verfallen. Es bedeutet aber, genauer hinzuschauen. Vertrauen ist gut, Prüfung ist besser – auch bei Instituten, die seit Jahrzehnten als bodenständig gelten. Prüfen Sie insbesondere, ob Sie größere Guthaben auf mehrere Banken verteilen sollten. Achten Sie auf die gesetzliche Einlagensicherung und zusätzliche Sicherungssysteme. Hinterfragen Sie, ob Sie bei einer einzigen Bank zu stark konzentriert sind – etwa mit Girokonto, Tagesgeld, Depot, Immobilienfinanzierung und betrieblichen Konten zugleich.

Je größer Ihre Vermögenswerte sind, desto wichtiger wird eine klare Bankendiversifikation. Auch Unternehmer sollten ihre Liquidität nicht vollständig bei nur einem Institut halten. Gerade Betriebsmittel, Rücklagen, Steuerzahlungen und kurzfristig benötigte Liquidität sollten so strukturiert sein, dass ein Problem bei einer Bank nicht sofort die eigene Handlungsfähigkeit gefährdet.

Banken-Checkliste: Achten Sie auf folgende Punkte:

1.     Einlagen verteilen: Halten Sie größere Guthaben nicht unnötig konzentriert bei nur einer Bank.

2.     Sicherungssysteme prüfen: Informieren Sie sich, welche Einlagensicherung konkret greift. Setzen Sie auch auf Auslandsbanken in soliden Ländern wie der Schweiz oder dem Fürstentum Liechtenstein.

3.     Depotstruktur trennen: Wertpapiere gehören rechtlich in der Regel zum Sondervermögen, dennoch ist eine saubere Depotstruktur wichtig.

4.     Immobilienfinanzierungen beobachten: Prüfen Sie Zinsbindung, Anschlussfinanzierung und Belastbarkeit Ihrer Finanzierung.

5.     Bankabhängigkeit reduzieren: Nutzen Sie bei größeren Vermögen oder unternehmerischer Liquidität mehrere Bankverbindungen.

6.     Warnsignale ernst nehmen: Häufen sich negative Berichte über ein Institut, sollten Sie Ihre eigene Risikoposition überprüfen.

7.     Nicht nur auf Tradition vertrauen: Auch alteingesessene Regionalbanken oder Sparkassen können Fehler machen.

Mein Fazit: Der genossenschaftliche Bankensektor bleibt ein wichtiger Stabilitätsanker in Deutschland. Viele Volks- und Raiffeisenbanken arbeiten solide, regional verantwortungsbewusst und kundenorientiert. Doch der aktuelle Fall der Volksbank BraWo und weitere Problemfälle zeigen: Auch dieser Sektor ist keine unangreifbare Stabilitäts-Oase mehr.

Für Sie als Anleger, Sparer und Unternehmer zählt deshalb nicht das Image einer Bank, sondern ihre tatsächliche Solidität. Die entscheidenden Fragen lauten: Wie gut ist das Risikomanagement? Wie konservativ wurde finanziert? Wie transparent wird kommuniziert? Und wie stark sind Sie selbst von einem einzelnen Institut abhängig? Vertrauen bleibt wichtig. Aber blindes Vertrauen ist im aktuellen Finanzumfeld keine Strategie. Wer sein Vermögen schützen will, sollte auch bei scheinbar sicheren Banken regelmäßig prüfen, diversifizieren und klare Risikogrenzen ziehen.

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Deutschlands Wohlstand erodiert!

(30.09.23) Derzeit nutze ich jede freie Minute um an meinem neuen Buch zu schreiben. Hier habe ich mich mittlerweile für den Titel „Kapitalschutz First“ entschieden. Dieser kann sich zwar noch ändern, aber ich finde ihn äußerst passend, ebenso wie den Untertitel „Make your Money Safe again!“. Es kann auch gut sein, dass ich mich hier für die deutsche Version entscheide: „So machen Sie Ihr Geld wieder sicher!“.

Natürlich bin ich mir bewusst, dass die Tonalität gewisse Parallelen zu den einstigen Aussagen Donald Trumps in seinem ersten US-Präsidentschaftswahlkampf aufweist. Ich hingegen befasse mich jedoch in meinem - unpolitischen und analytischen - Buch primär mit Themen die jedem Bürger, Vermögensinhaber und Steuerzahler mittlerweile stark verschärft auf den Nägeln brennen.

Verschuldete Staaten – fragiles Bankensystem – todkrankes Geld

Die Staaten sind hochverschuldet, das globale Bankensystem ist fragil und unser Geld todkrank. Die Systemrisiken sind derzeit so hoch wie selten zuvor in unserer jüngeren Geschichte, seit dem Zweiten Weltkrieg. Ein Systemrisiko ist in der Ökonomie ein Gefahrenpotenzial, das das Fortbestehen eines Geld- oder Wirtschaftssystems beinträchtigen kann. In der Finanzwirtschaft kann dabei der Zusammenbruch eines systemrelevanten Marktteilnehmers oder einer Branche auf andere Bereiche übergreifen. Derartige Dominoeffekte wurden uns bereits nach dem Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers in dramatischer Weise durch die schwerwiegenden Folgen für die Finanz- und Realwirtschaft vor Augen geführt.

Eine vor kurzem veröffentlichte Forsa-Umfrage kommt zu dem Ergebnis, dass annähernd 50% der Menschen in Deutschland der Banken-Einlagensicherung nicht mehr vertrauen. Die wenigsten dieser besorgten Bürger treffen allerdings Maßnahmen, um ihr Geld zu schützen. Meine Leser von „Kapitalschutz vertraulich“ stecken hingegen nicht den Kopf in den Sand, sondern setzen selbstbestimmt auf intelligente Kapitalschutz-Strategien!

Massiver Druck durch Zinslasten!

In der letzten Zeit habe ich eine große Freude daran, mich an Diskussionen auf der Plattform „X“ (Twitter) zu beteiligen. Vor kurzem ist mir dabei ein Beitrag von Peter Bofinger aufgefallen. Der Bekannte Professor für Volkswirtschaftslehre ist als ehemaliges Mitglied des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung (Wirtschaftsweisen) nach wie vor ein einflussreicher Ökonom, dessen Aussagen Beachtung finden.

In diesem Zusammenhang hat er eine Grafik gepostet mit den Staatsschuldenquoten Deutschlands (67%), Kanadas (105%), Großbritannien (106%), Frankreich (111%), USA (122%), Italien (140%) und Japans mit 258%.

Dazu hat er folgende Aussage getroffen:

„Wir haben schon jetzt die mit Abstand niedrigste Schuldenquote aller G7-Länder. Es gibt ökonomisch keine Rechtfertigung für eine noch niedrigere Quote, vor allem wenn das zu Lasten von Zukunftsinvestitionen geht.“

Dabei hat er Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) verlinkt. Das bedeutet somit die Aufforderung, die Schuldenbremse zu Gunsten von Zukunftsinvestitionen aufzugeben. Auf Basis der Feststellung, dass Deutschlands Staatsschuldenquote in Relation zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) und im Vergleich zu den anderen aufgeführten Volkswirtschaften relativ gering erscheint.

Deutschlands Zinslasten belaufen sich mittlerweile auf rund 40 Milliarden Euro im Jahr!

Sowohl der Bundesrechnungshof als auch der Bund der Steuerzahler warnen hingegen davor, die im Grundgesetz verankerte Schuldenbremse durch Schattenhaushalte aufzuweichen bzw. zu umgehen. Ich teile diese Kritik. Allein für die Zinslasten Deutschlands fallen mittlerweile rund 40 Milliarden Euro im Jahr an.

Ich bin der letzte der etwas gegen Zukunftsinvestitionen hat, aber wenn man sieht, für welche Bereiche große Haushaltsbudgets draufgehen, dann ist der Begriff Zukunftsinvestition genauso falsch, wie das Wort „Sondervermögen“ für Staatsschulden.

Stabilitätskriterium: Die „Schuldenobergrenze“ von Maastricht wird dauerhaft gebrochen!

Ein Stabilitätskriterium der Verträge von Maastricht war ein maximaler Staatsschuldenstand von 60%! Die Vertragsverletzungen sind ein Spiegelbild für die Solidität von EU und Euro!

Die Antwort auf diese Fehlentwicklungen und bedenklichen staatlichen Fehlsteuerungen muss die selbstbestimmte und eigenverantwortliche Stärkung Ihres Vermögens und Ihres Geldes sein. Durch intelligente und wirkungsvolle Kapitalschutz-Strategien.

Global Wealth Report 2023 Deutschlands Wohlstand erodiert

Die Allianz hat aktuell die vierzehnte Ausgabe ihres "Global Wealth Report" vorgestellt, der das Geldvermögen und die Verschuldung der privaten Haushalte in fast 60 Ländern analysiert.

Annus horribilis

Das Jahr 2022 war für die Sparer ein Jahr des Schreckens. Die Vermögenspreise fielen auf breiter Front. Das Ergebnis war ein kräftiger Rückgang des globalen Geldvermögens1 der privaten Haushalte um -2,7%, der stärkste Rückgang seit der Globalen Finanzkrise (GFC) 2008. Die Wachstumsraten der drei großen Anlageklassen unterschieden sich jedoch deutlich. Während Wertpapiere (-7,3%) und Versicherungen/Pensionen (-4,6%) starke Rückgänge verzeichneten, zeigten Bankeinlagen mit +6,0% ein robustes Wachstum. Insgesamt gingen Finanzanlagen im Wert von EUR 6,6 Billionen verloren, das gesamte Geldvermögen belief sich Ende 2022 auf EUR 233 Billionen.

Am stärksten war der Rückgang in Nordamerika (-6,2 %), gefolgt von Westeuropa (-4,8%). Asien hingegen verzeichnete – mit Ausnahme Japans – noch relativ starke Wachstumsraten. Auch in China wuchs das Geldvermögen mit einem Plus von 6,9% kräftig. Verglichen mit dem Vorjahr (+13,3%) und dem langfristigen Durchschnitt der letzten 20 Jahre (+15,9%) war dies jedoch eine eher enttäuschende Entwicklung – die wiederholten Lockdowns forderten ihren Tribut.

Ausradiert

Trotz der herben Verluste lag das weltweite Geldvermögen der privaten Haushalte Ende letzten Jahres nominal immer noch um fast 19% über dem Stand von 2019 vor Ausbruch der Corona-Pandemie. Inflationsbereinigt reduziert sich dieser Zuwachs allerdings auf magere 6,6% in drei Jahren, d.h. zwei Drittel des (nominalen) Wachstums fielen den Preissteigerungen zum Opfer. Während die meisten Regionen zumindest ein gewisses reales Wachstum bewahren konnten, ist die Situation in Westeuropa anders: Alle nominalen Zuwächse wurden ausradiert, das reale Geldvermögen sank gegenüber dem Jahr 2019 um -2,6 %.

„Jahrelang haben sich die Sparer über die Nullzinsen beschwert“, sagt Ludovic Subran, Chefvolkswirt der Allianz. „Doch der wahre Feind der Sparer ist die Inflation. Und das nicht erst seit dem Inflationsschub nach Covid-19. In Deutschland zum Beispiel hat sich das nominale Vermögen pro Kopf in den letzten 20 Jahren verdoppelt. Inflationsbereinigt liegt der Zuwachs nur noch bei weniger beeindruckenden 40 %. Dies unterstreicht die Notwendigkeit intelligenten Sparens und größerer finanzieller Kompetenz. Aber die Inflation ist ein schwer zu besiegendes Biest. Ohne Anreize und Subventionen für langfristiges Sparen werden es die meisten Sparer schwer haben.“

Kein Rückenwind

Nach dem Rückgang im Jahr 2022 dürfte das globale Finanzvermögen im Jahr 2023 wieder ansteigen. Dafür spricht vor allem die (bisher) positive Entwicklung an den Aktienmärkten.

Insgesamt erwarten wir einen Anstieg des globalen Geldvermögens um rund 6%, auch unter Berücksichtigung einer weiteren „Normalisierung“ des Sparverhaltens. Bei einer globalen Inflationsrate von rund 6 % im Jahr 2023 sollte den Sparern ein weiteres Jahr mit realen Verlusten auf ihren Geldvermögen erspart bleiben.

„Die mittelfristigen Aussichten sind jedoch eher gemischt“, so Kathrin Stoffel, Mitautorin des Berichts. „Es wird kein geldpolitischer oder wirtschaftlicher Rückenwind zu spüren sein. Das durchschnittliche Wachstum der Geldvermögen dürfte sich in den nächsten drei Jahren zwischen 4 und 5 % einpendeln, wenn man von durchschnittlichen Aktienmarktrenditen ausgeht. Doch wie das Wetter, das im Zuge des Klimawandels immer extremer wird, sind in der neuen geopolitischen und wirtschaftlichen Landschaft mehr Marktschwankungen zu erwarten. ‚Normale‘ Jahre könnten eher die Ausnahme werden.“

Maßhalten

Die Zinswende war auch auf der Passivseite der Bilanzen der privaten Haushalte deutlich zu spüren. Nachdem die globale Privatverschuldung 2021 noch um 7,8% gestiegen war, schwächte sich das Wachstum im vergangenen Jahr deutlich auf 5,7% ab. Der stärkste Rückgang war in China zu verzeichnen: Das Schuldenwachstum von +5,4% 2022 war das niedrigste Wachstum seit Beginn der Aufzeichnungen. Insgesamt beliefen sich die Verbindlichkeiten der privaten Haushalte weltweit Ende 2022 auf EUR 55,8 Billionen. Da sich der Abstand zwischen Schulden- und Wirtschaftswachstum auf 3,9 Prozentpunkte vergrößert hat, ist die globale Schuldenquote (Verbindlichkeiten in Prozent des BIP) um mehr als 2 Prozentpunkte auf 66,1% gesunken.

Damit liegt die globale Schuldenquote der privaten Haushalte wieder ungefähr auf dem gleichen Niveau wie zu Beginn des Jahrtausends – ein bemerkenswertes Maß an Stabilität, das kaum zu dem weit verbreiteten Narrativ einer in Schulden ertrinkenden Welt passt. Allerdings haben sich die Verhältnisse auf der Weltschuldenkarte stark verändert. In erster Linie ist die Entwicklung in den Industrieländern durch Stabilität gekennzeichnet. In den meisten Schwellenländern hingegen sind die Schuldenquoten in den letzten zwei Jahrzehnten stark gestiegen. An der Spitze der Liste steht China, wo sich die Quote auf gut 61% mehr als verdreifacht hat.

Treue

Das Brutto-Geldvermögen der deutschen Haushalte sank 2022 um -4,9% und übertraf damit sogar die Verluste während der Finanzkrise (-4,5%). Hauptursache war die Anlageklasse der Versicherungen/Pensionen, die -12,9% an Wert verlor; auch Wertpapiere mussten einen starken Rückgang hinnehmen (-7,7%). Die Bankeinlagen hingegen wuchsen weiter – allerdings war das Plus von 3,7% der schwächste Anstieg seit neun Jahren. Hier spielt das veränderte Sparverhalten eine Rolle: Während die deutschen Sparer ihre Zuführungen von frischem Geld zu den Bankeinlagen um 24,3% (auf EUR 112 Mrd.) reduzierten, sanken die Ersparnisse insgesamt „nur“ um 21,9% auf EUR 297 Mrd.

Damit stieg der Anteil der Kapitalmarktprodukte an den frischen Ersparnissen auf 37% bzw. EUR 110 Mrd. – fast gleichauf mit den Bankeinlagen. Die restlichen neuen Ersparnisse (EUR 81 Mrd.) wurden in Versicherungen und Pensionen investiert. Im Vergleich zum Jahr vor der Pandemie 2019 ist das Geldvermögen immer noch um 10,1% höher – allerdings nur nominal. Inflationsbereinigt sind die deutschen Sparer „ärmer“ als vor der Pandemie, da ihr Vermögen -2,2% an Kaufkraft verloren hat.

Das Wachstum der Verbindlichkeiten verlangsamte sich auf 4,4%, nach 5,2% im Jahr 2021. Das Netto-Finanzvermögen schließlich ging um satte -8,3% zurück und der Einbruch lag damit ebenfalls über dem bisherigen „Rekord“ von -6,4% im Jahr 2008. Mit einem Netto-Geldvermögen pro Kopf von 63.540 Euro fiel Deutschland in der Rangliste der 20 reichsten Länder auf Platz 19 zurück und tauschte den Platz mit Österreich (Geldvermögen pro Kopf, siehe Tabelle). Auch Deutschland wird zu einem positiven Wachstum zurückkehren: Im Jahr 2023 soll das Geldvermögen um über 3% steigen.

Der Blick auf die globalen Nettogeldvermögen pro Kopf im Jahr 2022

Mein Fazit: In Deutschland steigt die Sorge vor einem gravierenden Wohlstandsverlust!

Gerade in EU-Ländern wie Deutschland oder Österreich, in denen Mehrzahl meiner Leser ihren Wohn- und Steuersitz haben, ist die Unzufriedenheit der Menschen mit den politischen Rahmenbedingungen in zahlreichen Bereichen zu spüren. Das ist für mich deswegen nicht überraschend, weil viele Bürger jetzt erstmals seit Jahrzehnten den realen oder zumindest drohenden Wohlstandsverlust spüren. Dafür sind nach meiner Einschätzung politische Fehlsteuerungen verantwortlich und diesem Unmut wird zunehmend Luft gemacht.

Wesentliche Gründe dafür liegen unbestritten in den enormen Preissteigerungen und dem damit verbundenen Verlust von Kaufkraft und Geldwertstabilität. In meinem Buch „Finanzielle Selbstverteidigung“ bin ich bereits auf die großen Herausforderungen in der Migrationspolitik eingegangen. Die illegale Einwanderung schlägt derzeit ebenso hohe Wellen wie die Asylpolitik. Das spüre auch ich, durch die verstärkte Nachfrage nach Auswanderungs-Themen, bei meinen Lesern von Kapitalschutz vertraulich!

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1.142.926 Kontenabrufe bei Banken!

(24.07.23) In Deutschland ist der Anteil der von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedrohten Personen laut Statistische Amt der Europäischen Union (Eurostat) 3,6 Prozentpunkte höher als vor Beginn der Corona-Pandemie. Das bedeutet, dass sich 2022 rund 22% der Menschen in Deutschland in mindestens einer der folgenden drei Situationen befanden:

1. Sie waren nach Zahlung von Sozialleistungen von Armut bedroht (Einkommensarmut)

2. Sie litten unter erheblicher materieller Deprivation (Mangel)

3. Sie lebten in einem Haushalt mit sehr niedriger Erwerbstätigkeit

Auch in Österreich ist der Armenanteil gestiegen, wie der Blick auf die nachfolgende Statista-Grafik zeigt. Aber immerhin nicht in dem Ausmaß, wie in Deutschland oder in Frankreich (+2.2% im Vergleich zu 2019) der Fall ist. Insgesamt ist die Armutsquote 2022 im Vergleich zu 2019 in acht EU-Ländern gestiegen. Aber es gibt auch gute Nachrichten: In 18 Ländern ist der Anteil der von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedrohten Personen zurückgegangen.

Bürger und Steuerzahler bezahlen die Zeche der politischen Fehlentscheidungen!

Mein Fazit: Diese Statistik veranschaulicht sehr gut die Entwicklung, dass Deutschland, seine Bürger und Steuerzahler die Zeche der politischen Fehlsteuerungen und ökonomischen Fehlentwicklungen von Euro und EU-Europa überproportional stark bezahlen müssen!

Eigentum kann enteignet werden!

Nach dem Eilantrag eines CDU-Bundestagsabgeordneten ist die Abstimmung über den Gesetzentwurf zum sogenannten Gebäudeenergiegesetz durch das Bundesverfassungsgericht vorerst gestoppt worden und mittlerweile in ein totales politisches, wirtschaftliches und auch gesellschaftliches Chaos übergegangen. Vor dem Hintergrund des medialen Rauschens dieses für die Ampel-Koalition und Wirtschaftsminister Robert Habeck peinlichen Vorgangs ist eine weitere Entwicklung im Zusammenhang mit Immobilienbesitz in Deutschland leider weitestgehend untergegangen.

Ende Juni hat die Expertenkommission zur Vergesellschaftung großer Immobilienkonzerne ihren Bericht vorgelegt mit einem Ergebnis, dass bei jedem Immobilienbesitzer und Vermögensinhaber die Alarmglocken laut klingeln lassen muss. Immobilienkonzerne wie die Deutsche Wohnen können nämlich in Berlin vergesellschaftet werden. Rechtlich gebe es keine Bedenken, heißt es im Papier der Expertenkommission zum Volksentscheid „Deutsche Wohnen & Co. enteignen“.

Geprüft wurde unter anderem, ob sich der Vergesellschaftungsartikel 15 des Grundgesetzes auf „die anvisierten Immobilien“ beziehen lässt. Die Kommission kommt zu dem Ergebnis, dass es rechtlich machbar ist, wenn „die gemeinnützige Bewirtschaftung für die Zukunft gesetzlich gesichert“ sei.

Die Aussagen von Aysel Osmanoglu sind eine Farce für den Investitionsstandort Deutschland!

Dieses Gesetz wurde bislang noch nie angewendet, aber allein die Tatsache, dass eine derartige Möglichkeit besteht und eine Nutzung in Erwägung gezogen wird, bewerte ich als katastrophal für Deutschland, nicht nur mit Blick auf Immobilieneigentümer. Was mich regelrecht fassungslos macht, möchte ich am Beispiel von Aysel Osmanoglu (Foto: Aysel Osmanoglu - Bild: Patrick Tiedtke/GLS Bank) beschreiben. Vermutlich haben Sie diesen Namen noch nie gehört. Frau Osmanoglu ist nicht etwa eine linke Politikerin, sondern Vorstandssprecherin der GLS Bank und Mitglied in der Expertenkommission zur Vergesellschaftung großer Immobilienkonzerne.

Sie befürwortet ausdrücklich die Enteignungsmöglichkeit als „großen Schritt“ und begründet diesen mit „sozialen Aspekten“. Sie ist der Ansicht, dass die Spekulation mit Wohnimmobilien aus sozialen Gründen untersagt werden muss. Die GLS Bank ist jetzt nicht nur irgendeine unbedeutende Regionalbank, sondern als Genossenschaftsbank die größte und nach eigener Darstellung erste sozial-ökologische Bank Deutschlands.

Ich würde niemals mehr ein Konto bei der GLS Bank eröffnen oder gar dort Geld anlegen. Diese Entwicklungen, die Entscheidung der Expertenkommission und die stellvertretenden Aussagen von Aysel Osmanoglu sind für mich eine Farce für den Investitionsstandort und die Rechtssicherheit in Deutschland. Auch das Bankgeheimnis ist in Deutschland längst nicht nur ausgehöhlt, sondern Banken sind zu offenen Datenbanken und "Meldestellen" geworden.

Mein Fazit: Im Gegensatz zur Abhängigkeit von Ihrer Regierung können Sie als Anleger das Heft des Handelns - selbstbestimmt und eigenverantwortlich - selbst in die Hand nehmen.

Kontenscreening: Die Inflation der behördlichen Kontenabrufe

Banken pflegen die Stammdaten ihrer Kunden nicht nur in ihren eigenen Datenbanken, sondern auch in eine zentrale Datenbank ein. Dies geschieht zugunsten behördlicher Datenabrufe, die trotz Bankgeheimnis möglich sind. Im Jahr 2010 wurden insgesamt 58.000 behördliche Kontenabfragen verzeichnet. Im vergangenen Jahr wurden bereits mehr als vierundzwanzig Mal so viele Kontenabfragen registriert.

Von den 1.142.926 Behördenabfragen stammen 294.000 von den Finanzämtern aufgrund steuerlicher Verdachtsmomente. Der Trend geht kontinuierlich steil nach oben. Werden wir alle gläsern? Die Lohnsteuerhilfe Bayern e.V. (LoHi) hat zu dieser wichtigen Thematik aktuell eine hervorragende Analyse veröffentlicht, in welchen Fällen das Finanzamt aktiv werden darf.

Wann darf das Finanzamt in Ihr Konto schauen?

Eine Kontenabfrage ist erlaubt, wenn es um die Überprüfung von Angaben in der Steuererklärung geht, mit dem Ziel, eine Steuerstraftat aufzuklären. Denn Steuerzahlende sind verpflichtet, dem Finanzamt gegenüber wahrheitsgemäße Angaben zu machen. Nur wenn alle gemäß ihrer Finanzkraft gleichmäßig Steuern zahlen, kann es in Deutschland eine gewisse Steuergerechtigkeit geben. Um diese sicherzustellen und Steuerhinterziehung aufzudecken, wurde das Gesetz zur Förderung der Steuerehrlichkeit im Jahr 2003 geschaffen. Es regelt, in welchen Fällen und durch welche Organe ein Kontenabruf zu Kontrollzwecken vorgenommen werden darf.

Versäumt es ein Steuerpflichtiger, dem Finanzamt seine Einkommensverhältnisse vollumfänglich oder plausibel mitzuteilen, wird er im Rahmen eines Steuerermittlungsverfahrens aufgefordert, die notwendigen Auskünfte zu erteilen. Wird die entsprechende Auskunft unterlassen, führt das Bundeszentralamt für Steuern im Auftrag des jeweiligen Finanzamtes oder der Steuerfahndung einen Kontenabruf durch. Ob der Kontenabruf gerechtfertigt ist, prüft die anfragende Behörde übrigens selbst. Sofern es für die Ermittlungen nicht hinderlich ist, muss der Steuerpflichtige aber hinterher über den Datenabruf informiert werden. Die Banken selbst erlangen keine Kenntnis davon, wann und wie oft und zu welchem Zweck auf die Daten zugegriffen wird.

Welche Daten können eingesehen werden?

Im ersten Schritt dürfen die sogenannten Stammdaten elektronisch abgerufen werden. Diese umfassen bei allen inländischen Bankkonten und Werpapierdepots die Kontonummer, den Nach- und Vornamen, das Geburtsdatum des Kontoinhabers, Verfügungsberechtigte und wirtschaftlich Berechtigte, deren Adresse sowie das Eröffnungs- und gegebenenfalls Auflösungsdatum des Kontos. Auf diese Art und Weise lässt sich leicht und schnell überprüfen, wie viele Konten und Depots eine steuerpflichtige Person bei welchen Banken besitzt.

Kontostand und einzelne Umsätze auf den Konten sind in den Stammdaten nicht erfasst und bleiben vorerst geheim. Es sei denn, das Finanzamt wurde fündig und sein Verdacht bestätigt. In der Hälfte aller Fälle werden nämlich verschwiegene Kapitaleinkünfte erfolgreich aufgedeckt. Verweigert der Steuerpflichtige weiterhin die Kooperation mit den Finanzbehörden und klärt falsche oder fehlende Angaben nicht auf, dann dürfen auch die Kontoauszüge samt Kontoständen und -bewegungen bei der Bank im Rahmen eines Einzelauskunftsersuchens erfragt werden.

Die Rechtmäßigkeit dieser Vorgehensweise zur Beweiserhebung wurde durch das Bundesverfassungsgericht bereits mehrfach geprüft und im Hinblick auf die Vereinbarkeit mit dem Grundgesetz bestätigt. Weitere Auskunftsberechtigte sind u.a. die Jobcenter, Sozialämter, Bafög-Ämter, Unterhaltsvorschussstellen, Gerichtsvollzieher, Staatsanwälte, Polizei und Zoll. Im Gegensatz zu behördlichen Kontenabfragen stellt ist das Zinsgeschäft eine der grundlegendsten Geschäftsbereiche einer Bank. Hier ist derzeit zu beobachten, dass Banken die gestiegenen Zinsen nicht adäquat an ihre Anlagekunden weitergeben.  

Die besten Strategien für die neue Zinswelt!

Für die Mehrheit der Sparer war der Zinseszinseffekt in den letzten Jahren aufgrund der Notenbankeingriffe weitestgehend außer Kraft gesetzt. Geld wird in unserem schuldenbasierten Finanzsystem hingegen täglich mehr, was durch den Zinseszinseffekt ganz automatisch geschieht. Darüber hinaus trägt auch die massive Ausweitung der weltweiten Geldmengen durch die steigenden Staatsverschuldungen und die expansive Zentralbankpolitik des Gelddruckens zur Erosion unseres Geldes bei.

Über Sachwerte wie Aktien, Immobilien, Edelmetalle oder Rohstoffe finden sich in den Medien weit mehr Berichte als zur Anlageklasse der Geldwerte. Auch ich gebe Ihnen fortlaufend Empfehlungen aus der Welt der konventionellen wie auch alternativen Sachwerte an die Hand. Das ebenso bewusste wie professionelle Management von Geldwerten wird jedoch nach wie vor von vielen Bürgern und Anlegern unterschätzt. Dadurch werden Klumpenrisiken gebildet und Chancen verschenkt. Die Bedeutung von Geldwerten in Ihrem privaten Vermögens- und Risikomanagement hat jetzt aufgrund der massiv gestiegenen Zinsen signifikant an Bedeutung gewonnen.

Lassen Sie sich von Ihrer Bank nicht abspeisen – nutzen Sie die Zinswende!

Nach dem Kriegsausbruch in der Ukraine und der damit verbundenen Zeitenwende wechselten die großen Notenbanken wie die Federal Reserve in den USA und die Europäische Zentralbank EZB innerhalb eines historisch kurzen Zeitraumes von einer Nullzins- in eine Normalzinsphase, die vielen Anlegern allerdings wie eine Hochzinsphase vorkommt. Für Kreditkunden wurden die Zinskonditionen seitens der Banken parallel zu diesen Entwicklungen umgehend erhöht. Allerdings geben zahlreiche Banken und Versicherer nur einen Bruchteil der Zinserhöhungen auch an ihre Anlagekunden weiter.

Dadurch frisst die weiterhin hohe Inflation die Nominalzinsen auf, und die Realzinsen verharren weiterhin im negativen Bereich. Umso wichtiger ist es jetzt, dass Sie von den gestiegenen Zinsen auch profitieren, indem Sie Ihre kurz- bis mittelfristig veranlagten Gelder optimiert verwalten. Nach über zehn Jahren gibt es jetzt endlich wieder einen risikolosen Zins in angemessener Höhe – eine Trendwende, die Sie proaktiv nutzen sollten. Ich zeige Ihnen mit dieser Sonderausgabe zinsstarke Alternativen zu unverzinsten Girokonten und schlechtverzinsten Bankprodukten wie Tages- und Festgeldern – oder dem klassischen Sparbuch.

Setzen Sie auf solide Auslandsbanken!

Mein Fazit: Bei Banken außerhalb Deutschlands sind automatisierte Kontenabrufe nicht möglich. In meiner brandaktuellen Sonderausgabe „Zins-Strategien" meines Wirtschaftsmagazins "Kapitalschutz vertraulich" zeige ich Ihnen auch vor diesem Hintergrund attraktive Anbieter, beispielsweise aus dem Fürstentum Liechtenstein.

Mehr Hintergründe unter: www.markus-miller.com


Die 8 größten Steueroasen der Welt!

(07.05.21) Deutschland verliert etwa 26 Prozent des erzielbaren Körperschaftsteueraufkommens durch Gewinnverschiebungen multinationaler Unternehmen. Forscher der Universitäten Berkeley und Kopenhagen haben herausgefunden, dass 2017 weltweit etwa 700 Milliarden US-Dollar an multinationalen Gewinnen in Steueroasen verschoben wurden. Die Statista-Grafik zeigt den geschätzten Anteil des gewonnenen oder verlorenen Körperschaftsteueraufkommens ausgewählter europäischer Länder für 2017.

Die großen Volkswirtschaften Europas sind besonders betroffen – Briten und Franzosen müssen ähnlich hohe Verluste wie Deutschland hinnehmen. Des einen Leid, ist des anderen Freud’: 80 bis 90 Prozent des Körperschaftsteueraufkommens der Mittelmeer-Inselstaaten Malta und Zypern entsteht durch die Gewinnverschiebungen der Unternehmen.

Der Großteil der in Summe etwa 20 Milliarden US-Dollar aus Deutschland bleibt innerhalb der EU. Rund sechs Milliarden Dollar fließen Richtung Luxemburg, weitere fünf in die Niederlande und auch in Irland erhält knapp drei Milliarden US-Dollar an möglichen Körperschaftsteuereinnahmen.

Verantwortlich für diesen Aderlass sind multinationale Konzerne wie Google und Apple, die sich beispielsweise Jahre lang das sogenannte "Double Irish with a Dutch Sandwich" zunutze gemacht. Dabei handelt es sich um ein Verfahren, bei dem über mehrere Tochterfirmen in Irland und den Niederlanden Profite am Fiskus vorbei geschleust werden. Die Regierung Irlands unterbindet diese Methode allerdings seit 2020.

Cayman Islands: Die Nr. 1 der globalen Schattenwirtschaft

Schätzungsweise 21 bis 32 Billionen US-Dollar privates Finanzvermögen liegen laut Tax Justice Network unversteuert auf Konten in Steueroasen weltweit. Das Ausmaß der globalen illegalen Finanzströme wird von den Experten mit bis zu 1,6 Billionen US-Dollar im Jahr beziffert. Die größten Schattenfinanzzentren werden im Financial Secrecy Index erfasst und dabei der Grad der Geheimhaltung in Verbindung mit dem Anteil am globalen Markt für grenzüberschreitende Finanzdienstleistungen betrachtet.

Wie die nachfolgende Statista-Grafik auf Basis dieses Rankings zeigt, sind die Cayman Island die größte Steueroase der Welt - gefolgt von den USA, der Schweiz und Hongkong. Großbritannien steht, ohne seine Überseeterritorien, auf Rang 12. Würde man das Geflecht aus Niedrigsteuer-Inselstaaten hinzunehmen, würde das Vereinigte Königreich an erster Stelle stehen. Deutschland belegt den 14. Platz der Liste.

Auffällig hierbei ist, dass vor allem große OECD Mitglieder die Profiteure von geheime Finanzflüssen sind und nicht etwa vereinzelte Inselstaaten, wie es einem der Stereotyp der Steueroase weismachen will. Die Analysen des Tax Justice Networks zeigen jedoch auch, dass sich die Situation in letzter Zeit bessert. Globale Finanzkrisen, Whistleblower und der Druck der Öffentlichkeit bewegen immer mehr Regierungen dazu politische Bedingungen zu schaffen, um aktiv gegen die illegale Finanzströme vorzugehen.

Setzen Sie jetzt auf ebenso legitime wie legale Haftungsschutz-Oasen!

Die klassischen Steueroasen stehen zunehmend vor der Austrocknung, dennoch werden auch in Zukunft internationale Standortlösungen ihre legitime Berechtigung haben. Die Coronavirus-Pandemie führt dazu, dass die Staatsschulden weiter explodieren. Das gilt gerade auch für zahlreiche Länder der Europäischen Union. Am Ende des Tages werden Bürger und Steuerzahler der starken Gemeinschaftsländer wie Deutschland die finanziellen Folgen der Coronavirus-Krise bezahlen müssen.

Hier bietet Ihnen das Fürstentum Liechtenstein - das längst keine Steueroase mehr ist - und solide Länder wie die Schweiz, Kanada oder das Königreich Norwegen attraktive Lösungswege und Handlungsalternativen außerhalb der Haftungsgemeinschaft der Europäischen Union und der Euro-Systeme. Vertrauen Sie nicht - blind - den Staaten und Politikern in EU-Europa, sondern setzen Sie eigenverantwortlich und selbstbestimmt auf Ihre Finanzielle Selbstverteidigung!

Fürstentum Liechtenstein: Aktuelles aus der Haftungsschutz-Oase!

Das Fürstentum Liechtenstein ist nach meiner Einschätzung auf einem ganz hervorragenden Weg. Die Finanzmarktaufsicht (FMA) Liechtenstein sorgt gemäß ihrem gesetzlichen Auftrag für die Gewährleistung der Stabilität des Finanzmarktes Liechtenstein, den Schutz der Kunden, die Vermeidung von Missbräuchen sowie die Umsetzung und Einhaltung anerkannter internationaler Standards. Die FMA beaufsichtigt als integrierte und unabhängige Aufsichtsbehörde die Finanzmarktteilnehmer des Finanzplatzes Liechtenstein.

Sie sorgt für die Umsetzung internationaler Standards und arbeitet im Auftrag der Regierung an der Vorbereitung von Finanzmarktgesetzen mit. Auf europäischer und globaler Ebene ist die FMA in allen maßgebenden Aufsichtsorganisationen vertreten. Aktuell hat die FMA Liechtenstein ihren wie immer sehr interessanten Medienbericht veröffentlicht.

Starker Finanzsektor in der Pandemie

Die Covid-19-Pandemie war das prägende Ereignis des Jahres 2020 für den Finanzsektor und die Finanzmarktaufsicht (FMA) Liechtenstein. Trotz außerordentlicher Bedingungen und Turbulenzen an den Finanzmärkten war der Finanzsektor voll funktionsfähig und stabil. Er leistete für die Realwirtschaft und die Bevölkerung unentbehrliche Dienste wie beispielsweise im Zahlungsverkehr, in der Kreditvergabe oder in der Versicherung. Die FMA hat in der Pandemie dank ihrer hohen digitalen Reife ihren Geschäftsbetrieb vollumfänglich aufrechterhalten können und die notwendigen aufsichtlichen Maßnahmen zeitnah gesetzt.

Mit der dezentralen Arbeitsweise gewährleistete die FMA zudem den Schutz der Mitarbeitenden. Die Covid-19-Pandemiestelltedie FMA vor die Herausforderung, ihren gesetzlichen Auftrag im Rahmen der regulatorischen Vorgaben flexibel und zugunsten des wirtschaftlichen Gesamtbilds auszuüben. Im Fokus standen die Prüfung der Weiterführung des Geschäftsbetriebs der Finanzintermediäre und die Kontrolle von finanziellen Risiken. Die Finanzinstitute wurden angehalten, ihren regulatorischen Spielraum auszunutzen und die Realwirtschaft mit Krediten zu versorgen, um so eine Kreditklemme zu verhindern.

Die FMA hat zur operationellen Entlastung der Finanzintermediäre in Abstimmung mit den Europäischen Aufsichtsbehörden verschiedene zeitlich befristete Erleichterungen, beispielsweise bei Vor-Ort-Kontrollen oder bestimmten Meldepflichten, vorgenommen. Zur laufenden Beurteilung der Risikosituation und der finanziellen Lage hat die FMA im Einklang mit den Europäischen Aufsichtsbehörden jedoch auch zusätzliche Meldepflichten eingeführt.

Finanzplatz auf Wachstumskurs

Die verwalteten Kundenvermögen der liechtensteinischen Banken inklusive der ausländischen Gruppengesellschaften stiegen im Jahr 2020 um 4,5% auf CHF 365,4 Mrd. Die harte Kernkapitalquote (CET1) des gesamten Bankensektors stieg von 20,0% auf 21,7%. Die Kapitalisierung ist im EU-Vergleich deutlich überdurchschnittlich. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit betrug für den Bankensektor CHF 543,4 Mio. gegenüber CHF 639,5 Mio. im Vorjahr.

Das Fondsvolumen lag Ende 2020bei CHF 59,1 Mrd. (2019: CHF 58,8 Mrd.). Die verwalteten Kundenvermögen der Vermögensverwaltungsgesellschaften im Fürstentum Liechtenstein stiegen 2020 um rund 6% auf CHF 53 Mrd. Die Versicherungsunternehmen nahmen im Jahr 2020 CHF 5,54 Mrd. an Prämien ein, gleichviel wie im Vorjahr.

Risiken für die Finanzstabilität erfordern hohe Wachsamkeit

Die FMA beurteilt die Risiken für die Finanzstabilität trotz der negativen Auswirkungen der Pandemie auf die Volkswirtschaften als begrenzt. Ein möglicher Anstieg der Kreditausfälle, die hohe Bewertung an den Aktienmärkten, das Niedrigzinsumfeld, Inflationsrisiken und die unsichere Entwicklung der Volkswirtschaften erfordern jedoch eine hohe Wachsamkeit zur Gewährleistung der Finanzstabilität.

Der Liechtensteiner Finanzsektor profitiert von hohen Kapital- und Liquiditätspuffern, die nicht nur die Verlustabsorptionsfähigkeit in der Krise erhöhen, sondern auch das Vertrauen der Kunden und Märkte in den Finanzplatz stärken.

Mehrere Verfahren wegen Verstößen gegen das Sorgfaltspflichtgesetz

Per Ende 2020 führte die FMA 28 Verwaltungsverfahren sowie 18 Verwaltungsstrafverfahren. Im Jahr 2020 konnten 139 Verfahren bzw. Vorerhebungen abgeschlossen werden. Verschiedene Verfahren und Vorerhebungen gegen Finanzintermediäre in Liechtenstein wurden wegen Verletzung der Sorgfaltspflichten zur Bekämpfung der Geldwäscherei geführt. Weitere Gegenstände von Verfahren waren u.a. Gewährserfordernisse des Aktionariats, Meldepflichtverletzungen, Mindestliquiditätsquote, Anforderungen an den Verwaltungsrat und Verdacht auf Insiderhandel.

Die FMA verfügte wegen Verstößen gegen das Sorgfaltspflichtgesetz fünf rechtskräftige Bußen in der Höhe von CHF 939.000. Insgesamt verhängte die FMA 18 rechtskräftige Bußen in der Höhe von CHF 1.035.500. Die Sanktionen werden auf der Website der FMA veröffentlicht. Die von der FMA erhobenen Bussen fließen in die Staatskasse.

Aufsichtsschwerpunkt Geldwäschereiprävention

Die Prüfung der Einhaltung der Vorschriften zur Bekämpfung von Geldwäscherei bildet auch für das Jahr 2021 ein Aufsichtsschwerpunkt. Die Kontrolltätigkeit folgt einem strikt risikobasierten Ansatz. Je höher die Einstufung eines Finanzintermediärs bezüglich möglicher Bedrohungen ist, desto intensiver gestaltet sich die Aufsicht. Die FMA hatte im April 2019 die Geldwäschereiprävention in einer Organisationseinheit konzentriert und personell verstärkt. Das Geldwäschereiabwehrdispositiv Liechtensteins wird im September 2021 durch MONEYVAL überprüft werden.

Erste Registrierungen von VT-Dienstleistern

Anfang 2020 trat das Gesetz über Token und VT-Dienstleister (TVTG) in Kraft. Ende 2020 waren zehn Unternehmen für 24 Dienstleistungen nach dem TVTG registriert. Der FMA obliegt die Registrierung der VT-Dienstleister und die anlassbezogene Aufsicht. Das Gesetz definiert die rechtlichen Anforderungen für das Erbringen von Dienstleistungen auf VT-Systemen. VT-Systeme sind auf vertrauenswürdigen Technologien beruhende Transaktionssysteme, die eine Vielzahl von wirtschaftlichen Dienstleistungen ermöglichen. Das bekannteste Beispiel ist die Blockchain. Mehr dazu auf unserem Portal: KRYPTO-X.BIZ

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Gold und die 7 Bargeld-Hamster!

(03.08.20) Vor den aktuellen Systemrisiken der explodierenden Staatsschulden betone ich stets die Wichtigkeit von realen Werten, die nicht mit Krediten hinterlegt sind, oder auf Zahlungsversprechen basieren, wie zum Beispiel Gold.

Das gilt auch angesichts der offensichtlich nie endenden Geldschwemme der Notenbanken. Die Bilanzsummen der vier großen Zentralbanken EZB, Fed, Bank of England und Bank of Japan sind jetzt auf insgesamt 20 Billionen US-Dollar angeschwollen. Damit haben sie sich gegenüber der Finanzkrise im Jahr 2008 verfünffacht! Das wird in der Zukunft massive Konsequenzen für die Stabilität der jeweiligen Währungen haben. Die Kaufkraft wird erodieren.

Gold ist mehr Unfallversicherung als Kapitalanlage

Bei den aktuellen, stark gestiegenen Goldpreisen bekomme ich sehr häufig die Frage gestellt, ob Gold denn nicht bereits zu teuer ist und ob es nicht riskant ist, jetzt noch Gold zu kaufen. Diese Frage kann nicht pauschal beantwortet werden, sondern es gilt zu differenzieren, wie hoch der Goldanteil eines Anlegers bereits ist.

Wer - noch - kein Gold hat, oder einen Anteil der deutlich unter 5% an seinem Gesamtvermögen liegt, sollte Gold immer kaufen. Sie kennen vermutlich den Spruch mit dem Glas bzw. der Frage, ob das Glas halbvoll oder halbleer ist. Das ist nicht wichtig, entscheidend ist, wem das Glas gehört. Gleiches gilt für Gold: Es ist nicht wichtig, wie hoch der Goldpreis steht, sondern dass Sie Gold besitzen! Als eine Art Unfallversicherung vor den gigantisch angestiegenen Systemrisiken.

Vermögensanlage: Goldpreis auf historischem Hoch

Der Goldpreis hat 2020 ein historisches Hoch erreicht. Im Jahresdurchschnitt kostete eine Unze Feingold  (31,1 Gramm) etwas mehr als 1.680 US-Dollar - der bislang höchste Schlusskurs wurde am 27. Juli mit rund 1.958 US-Dollar erreicht. Ursache für den Preisanstieg ist die Corona-Pandemie. Aber auch die zunehmenden Spannungen zwischen den USA und China gelten laut als Grund für die Stärke des Edelmetalls. Gold gilt unter AnlegerInnen traditionell als Krisenwährung:

Es ist selten und es lässt sich nicht beliebig vermehren – wie etwa Geld. Deswegen dient es Anlegern als Schutz vor möglicher Inflation. Da die Zeichen weder bei Corona noch in der Weltpolitik auf Entspannung stehen, dürfte der Goldpreis vorerst hoch bleiben. Marktbeobachter halten derzeit einen Anstieg auf über 2.000 US-Dollar für möglich.

Fazit: Das System als Risiko: Gold als Chance!

Ich teile diese Einschätzung in Bezug auf das weitere, große Kurspotential bei Gold bzw. auch dem kleinen Bruder Silber. Wichtig ist allerdings nicht nur dass Sie Gold kaufen, sondern auch wie Sie es kaufen und wo und in welchen Strukturen Sie es verwahren.

Selbstständige und Freiberufler hamstern in Deutschland am meisten Bargeld

Nun vom Gold zum Geld bzw. zu einem Blick in die Welt des Bargelds. Am 20. Juni 1948 trat in den Westzonen die Währungsreform in Kraft. Damit wurde die Deutsche Mark alleiniges gesetzliches Zahlungsmittel. Die DM war als Grundlage für eine funktionsfähige Marktwirtschaft gedacht. Und tatsächlich wird die D-Mark bis heute als Symbol für den wirtschaftlichen Erfolg der Bundesrepublik wahrgenommen. Ein Symbol an dem viele bis heute hängen und das manch einer gerne zurück hätte. Und das obwohl der Euro - mit isoliertem und undifferenziertem Blick auf die rein offiziellen Inflationsdaten - stabiler ist.

In den 70er Jahren stieg die Inflation teilweise auf über fünf Prozent. Dagegen waren es im Euro-Raum seit der Bargeld-Einführung durchschnittlich laut Statistischem Bundesamt nur 1,4 Prozent. Als weiteren Hinweis für die anhaltenden Zuneigung zur Deutschen Mark darf durchaus gewertet werden, dass bis heute Münzen und Scheine im Wert von über zwölf Milliarden D-Mark im Umlauf sind.

Die 7 Bargeld-Hamster auf einen Blick

Allen Digitalisierungs-Trends zum Trotz gilt nach wie vor für viele Bürger: "Nur Bares ist Wahres". Selbstständige und Freiberufler horten bzw. hamstern in Deutschland am meisten Bargeld . Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Auswertung der Deutschen Bundesbank. Demnach bewahrten Personen mit diesem beruflichen Status im Jahr 2018 durchschnittlich 2.129 Euro zu Hause oder in einem (Bank-)Schließfach auf. Erst an zweiter Stelle stehen die Rentner. Diese horten im Schnitt 1.930 Euro Bargeld, wie die nachfolgende Statista-Grafik zeigt. Auszubildende und Beamte bewahren im Vergleich dazu nur wenig Geld zuhause auf.

Fazit: Strukturieren und diversifizieren statt hamstern!

Ein Notvorrat an Bargeld und Bargold beruhigt, keine Frage. Für mich steht allerdings außer Frage, dass das Bargeld-Zeitalter zu Ende geht aus zwei wesentlichen Gründen: Technologische Digitalisierung und staatliche Regulierung des Geldes. Darüber hinaus werden führer oder später gravierende Strukturreformen in der Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zu Änderungen in unserem Geldsystem führen.

Je später dies geschieht, desto höher ist die Gefahr, dass diese Strukturreformen mit einer Währungsreform auf dem Rücken der Völker Europas einhergehen werden. In Europa gibt es vieles, das uns trennt. Von unterschiedlichen Sprachen und Mentalitäten der Bürger bis hin zu Steuern, Wirtschafts- und Vermögensverhältnissen.

Gold ist für mich daher kein Krisenmetall für die Zeit in einer Krise, sondern ein Transformationsmedium und Wertspeicher für die Zeit nach einer großen Krise, als Versicherung gegen einen System-Unfall. Dennoch spricht auch nichts dagegen, einen überschaubaren Bestand an Bargeld (Euro und ausgesuchte Fremdwährungen) sowie Bargold (Edelmetalle als Barren bzw. Münzen) im Eigenbesitz bzw. im unmittelbaren Direktzugriff selbst zu verwahren. Als Orientierung im Hinblick auf die Größenordnung: Die Lebenshaltungskosten für 3 bis 6 Monate.

Darüber hinaus rate ich dazu, strategische Investments in Edelmetalle außerhalb der Systeme der Europäischen Union zu verwahren und zu strukturieren. Allen voran im kleinen, feinen und soliden Fürstentum Liechtenstein. Die Strategie eines Eichhörnches (Diversifikation) macht somit für mich mehr Sinn als das Horten (Klumpenrisiken) eines Hamsters.

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Schweizer Privatbanken: Das Sterben geht weiter!

(13.09.19) Wer reich ist, kann sich in der Regel frei aussuchen, wo er leben möchte. Eine Studie der Marktforschungsgruppe New World Wealth zeigt die beliebtesten Länder bei HNWIs, also Personen, die mehr als eine Million US-Dollar besitzen. Die Schweiz liegt in dieser Statistik auf Rang Nr. 4.

Das Ergebnis: Im vergangenen Jahr 2018 zog es die meisten Millionäre nach Australien (rund 12.000) und in die USA (rund 10.000). Rund 4.000 HNWIs wanderten nach Kanada ein und rund 3.000 in die Schweiz. Auf Platz fünf stehen die Vereinigten Arabischen Emirate, gefolgt von der Karibik, wie die nachfolgende Statista-Grafik zeigt. In der EU lockten Portugal, Griechenland und Spanien 2018 die meisten Millionäre an.

Wohnsitze der Ultra- und Superreichen: London Nr. 1. - Zürich Nr. 9

London hat weltweit die meisten superreichen bzw. ultrareichen (UHNWI) Einwohner – das geht aus einer Studie der Immobilienagentur Knight Frank hervor. In der englischen Hauptstadt lebten demnach im vergangenen Jahr rund 5.000 Ultrareiche. Rang 2 und 3 der Städte mit den meisten ultrareichen Einwohnern belegen Singapur und Tokio, wie die Statista-Infografik zeigt. Doch auch eine Schweizer Metropole ist bei Multimillionären beliebt: 1.507 Ultrareiche wohnten 2018 in Zürich (Rang 9). Als superreich bzw. ultrareich gilt, wer über ein Nettovermögen von mehr als 30 Millionen Dollar verfügt.

Schweizer Privatbanken: Die klassische Bankenbranche erodiert!

Der Standort Schweiz und auch Schweizer Kantonalbanken oder innovative Discountbroker, Direktbanken und FinTech-Banken haben nichts an ihrer Attraktivität für Investoren und Privatanleger verloren. Im Gegenteil: Die Schweiz ist ein attraktiver Finanzplatz für innovative Banken, Vermögensverwalter und Finanzdienstleister.

Ganz anders stellt sich hingegen die Situation dar, mit Blick auf die einst so ertragsstarken Privatbanken in der Schweiz. Deren USP (Alleinstellungsmerkmal bzw. Hauptverkaufsargument) lag in der Vergangenheit häufig ausschließlich auf dem Schweizer Bankgeheimnis (Stichwort Steueroase bzw. Schwarzgeld). In steuerlichen Angelegenheiten ist das Bankgeheimnis in der Schweiz faktisch nicht mehr existent. Schweizer Privatbanken sind übermäßig von den Finanzmärkten abhängig. Das schwierige Marktumfeld des Jahres 2018 hat die Schwäche der Institute offengelegt: Die meisten Privatbanken haben ihre Geschäfts- und Betriebsmodelle nicht ausreichend verbessert oder ihre Strategie nicht optimal angepasst, um ihren Erfolg nachhaltig zu sichern. Wie die diesjährige Privatbankenstudie von KPMG und der Universität St. Gallen (HSG) zeigt, konnten die meisten Schweizer Privatbanken ihre verwalteten Vermögen bei weitem nicht ausreichend steigern. Zudem sind sie zu wenig in Wachstumsmärkten präsent, was die Gewinnung von Neukunden erschwert.

Als Folge ist der globale Marktanteil der Schweizer Privatbanken rückläufig. In ihrer jährlichen Studie untersuchten KPMG Schweiz und die Universität St. Gallen (HSG) insgesamt 87 in der Schweiz tätige Privatbanken und bewerteten die Leistung dieser Privatbanken sowie die wichtigsten Branchentrends. Unter dem Strich war 2018 ein sehr enttäuschendes Jahr für Privatbanken in der Schweiz

Sinkender Marktanteil aufgrund stagnierender Nettoneugelder

Während der Wohlstand weltweit zunimmt, stagnieren die Nettoneugelder der Schweizer Privatbanken. Nur wenige Privatbanken konnten über die vergangenen Jahre konstant mehr als 5 Prozent an Nettoneugeldern generieren. Der Median des Nettoneugeldwachstums betrug 2018 nur 0,2 Prozent. Nachdem die tiefen Nettoneugelder über Jahre mit Altlasten, Steuertransparenz (AIA) sowie strengen Regulierungs- und Compliance-Vorschriften begründet wurden, blicken die Privatbanken nun der Realität ins Auge. Zu viele Strategien haben nicht das erwartete Geschäfts- und Profitabilitätswachstum generiert und die Privatbanken sind zu selten in Wachstumsmärkten präsent, was die Gewinnung von genügend Neukunden weiter limitiert. Als Folge ist der globale Marktanteil der Schweizer Privatbanken rückläufig.

Über die letzten Jahre hat sich eine Gruppe von Privatbanken in Schweizer Besitz mit jeweils mehr als CHF 100 Milliarden an verwaltetem Vermögen herausgebildet. Dies hat sich als Erfolgsmodell erwiesen. Die Institute verfügen in der Regel über ein internationales Niederlassungsnetz, das sich auch auf die Wachstumsmärkte erstreckt. Durch die genannte Mindestgröße für nachhaltigen Erfolg verfügen sie über größere Ressourcen für Investitionen und die Geschäftsentwicklung, profitieren von ihrer Marke als Schweizer Vermögensverwalter und erzielen darüber hinaus Größenvorteile. In einer Branche, in der eine teure Onshore-Präsenz für die Expansion in den globalen Wachstumsmärkten notwendig ist, verleiht dies den Banken einen wichtigen Wettbewerbsvorteil

Nettoneugeldentwicklung der Schweizer Privatbanken

(Bildquelle: KPMG)

Bedenkliche Kennzahlen: Erträge sinken – Kosten steigen!

Nur ein Drittel der Privatbanken konnte 2018 ihre Cost-Income-Ratio verbessern. Die mediane Cost-Income-Ratio stieg um 1,9 Prozentpunkte auf ein neues Allzeithoch von 83,6 Prozent. Diese Verschlechterung wurde primär von kleinen und leistungsschwachen Banken getrieben. Während große Banken 2018 ihre Cost-Income-Ratio um 2,8 Prozentpunkte auf 79,1 Prozent verbessern konnten (2017: 81,9 Prozent), operierten kleine Banken mit einer medianen Cost-Income-Ratio von 86,3 Prozent (2017: 82,4 Prozent). Die operative Gewinnmarge erodierte 2018 nach einer Erholung im Vorjahr. Nur 39 Prozent der Schweizer Privatbanken konnten 2018 ihre operative Gewinnmarge steigern, obwohl die Zinserhöhungen in den USA und der über zehn Monate andauernde globale Marktwachstum zu steigenden Nettozinserträgen und Nettokommissionserträgen geführt hatten.

Das Aufwand-Ertrag-Verhältnis (Cost-Income-Ratio) Schweizer Privatbanken

(Bildquelle: KPMG)

Rückläufige Eigenkapitalrenditen bei Schweizer Privatbanken

Die Eigenkapitalrendite setzte 2018 ihren Negativtrend fort und war bei über der Hälfte aller Privatbanken rückläufig. Die mediane Eigenkapitalrendite der untersuchten Privatbanken war mit nur 4,1 Prozent annähernd konstant gegenüber den Vorjahren und lag damit weiterhin unter dem angestrebten Niveau von rund 8-10 Prozent, das in etwa den Eigenkapitalkosten entspricht. Ein Lichtblick waren 2018 die großen Banken, die als einzige ihre Eigenkapitalrendite steigern konnten: Der Median der großen und mittleren Banken verbesserte sich um 2,0 respektive 0,8 Prozentpunkte. Bei den großen Banken entsprach dies einem Anstieg auf 7,8 Prozent, was den höchsten Wert seit 2012 darstellt und im Einklang mit der Zielrendite steht. Im Gegensatz dazu ging die mediane Eigenkapitalrendite der Kleinbanken um 0,6 Prozentpunkte auf 3,1 Prozent zurück. 

Entwicklung der Eigenkapitalrendite bei Schweizer Privatbanken

(Bildquelle: KPMG)

Fortgesetzte Konsolidierung: Seit 2010 sind 62 Schweizer Privatbanken verschwunden!

Über die letzten 18 Monate sank die Zahl der Schweizer Privatbanken weiter auf jetzt 101. Dies war das Nettoresultat, nachdem acht Privatbanken aus dem Markt ausgeschieden sind und ein Institut von der FINMA die Bankenlizenz erhalten hat. Damit sind nun seit 2010 insgesamt 62 Privatbanken (-38 Prozent) aus der Schweizer Finanzlandschaft verschwunden. Trotz der anhaltend starken Finanzmärkte, die sich 2019 nach ihrem Einbruch von Ende 2018 wieder gut erholten, haben sich die Geschäftszahlen der Privatbanken weiter verschlechtert. Dies dürfte auf eine weitere Konsolidierungswelle hinauslaufen.

Entwicklung der Schweizer Privatbanken

(Bildquelle: KPMG)

Schweiz-Alternative: Vermögensverwaltung im Fürstentum Liechtenstein

Fortlaufend unterziehe ich alle Banken im kleinen aber feinen Fürstentum Liechtenstein einem Test. Dabei ist ganz grundlegend festzustellen, dass der Bankplatz Liechtenstein vor allem auf Vermögensberatungen und -verwaltungen spezialisiert ist. Dennoch entwickelt sich das Fürstentum Liechtenstein darüber hinaus derzeit auch zu einem State of Blockchain!

Konto- und Depotführungen bleiben für Anlagesummen unter mindestens 100.000 Euro bzw. Schweizer Franken als Untergrenze absolut unwirtschaftlich. Für ein effizientes Vermögensverwaltungs-Standbein im Fürstentum Liechtenstein sind nach meiner Einschätzung mindestens 300.000 Euro/CHF erforderlich. Lesen Sie hierzu auch die nachfolgenden BLOGS:

BLOG 1: Vermögensverwaltung: Bankplatz Liechtenstein unter der Lupe!

BLOG 2: Die Schuldenfreiheitsoase Nr. 1!

Mehr Hintergründe unter: www.markus-miller.com


Die Digitalisierung ist ein Megatrend!

(15.03.2019) 1989 hat der britische Physiker Tim Berners-Lee den Grundstein für das Internet gelegt. 30 Jahre später sind mehr als 50 Prozent der Erdbevölkerung online. Das geht aus aktuellen Zahlen der International Telecommunications Union hervor.

Am höchsten ist die Internet-Penetration in Europa. Hier haben rund 80 von 100 Einwohnern Netzzugriff. Dagegen sind die Fäden des weltweiten Webs südlich der Sahara vergleichsweise dünn. Nur etwa jeder Vierte hat hier Internetzugang.

Das Internet ist nicht gleich dem World Wide Web

Auch wenn die Begriffe oft synonym genutzt werden, World Wide Web (WWW) und Internet sind eigentlich nicht das Gleiche. Das Internet ist ein weltumspannendes Netz von Computer-Netzwerken und damit Basis für eine Reihe von Diensten wie E-Mail, Messenger oder Internettelefonie. Der wohl bekannteste dieser Dienste ist das WWW, das den Zugang zu Webseiten ermöglicht. Mit dem Boom des Interntes sind selbstverständlich nicht nur positive Entwicklungen verknüpft. Bei allen Vorteilen und exorbitant großen Chancen steigen auch die Risiken auf dem Weg oder besser gesagt in der Evolution im Megatrend der Digitalisierung:

46% der PC-Nutzer sind von Schadprogrammen betroffen! Viren, Trojaner oder verschlüsselte Festplatten: Bösartige Software trifft immer noch viele PC-Nutzer. Fast jeder Zweite (46 Prozent) war im vergangen Jahr Opfer von Schadprogrammen. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des Digitalverbands Bitkom unter 1.120 PC-Nutzern in Deutschland. Die gängigsten Betriebssysteme und Office-Anwendungen sind nach wie vor beliebte Einfallstore für Schadprogramme. Unentdeckte Sicherheitslücken können sich in der besten Software verstecken.

Jeder Vierte Anwender verwendet Anonymisierungsdienste

Um den Heim-PC zu schützen, setzen Verbraucher auf unterschiedliche Sicherheitsmaßnahmen. Am häufigsten kommt ein Virenschutzprogramm zum Einsatz. 84 Prozent der Nutzer haben so ein Programm installiert. Zwei Drittel (65 Prozent) haben eine Firewall aktiviert. Ein Viertel (25 Prozent) bedient sich Anonymisierungsdiensten wie Proxys oder dem Tor-Netz.

Jeder Fünfte (21 Prozent) hat seine PC-Kamera abgedeckt, 17 Prozent nutzen einen Passwort-Safe. Jeder sechste PC-Nutzer (16 Prozent) verwendet zusätzlich installierte Verschlüsselungssoftware für Daten, jeder Zehnte (9 Prozent) nutzt dies für E-Mails. Nur 1 Prozent nutzt überhaupt keine Sicherheitsdienste für den Heim-Computer.

Fazit: Mit einfachen Maßnahmen kann sich jeder Nutzer gut schützen

Virenschutzprogramme und Firewalls sind dabei die Grundausstattung für Sie. Als Nutzer sollten Sie auch Software-Updates zeitnah installieren, denn Sicherheitslücken entstehen meist durch Programmierfehler (Bugs). Die digitale Selbstverteidigung ist sehr wichtig, weil die Digitalisierung in immer mehr Bereichen unseres täglichen Lebens Einzug hält. Beispielsweise auch beim Abschluss von Versicherungsverträgen.

Digitalisierung: 55% haben eine Versicherung bereits online abgeschlossen!

Per Mausklick die Kfz-Versicherung wechseln oder den Hausrat gegen Einbruch und Wasserschäden versichern: Jeder zweite Bundesbürger (55 Prozent) hat bereits einmal eine Versicherung online abgeschlossen. Bei den Jüngeren unter 30 liegt der Anteil mit zwei Drittel (65 Prozent) sogar noch deutlich darüber. Das ist das Ergebnis einer telefonischen Befragung unter 1.003 Bundesbürgern ab 16 Jahren im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. Versicherungen werden künftig immer öfter online abgeschlossen werden.

Je einfacher und verständlicher das Versicherungsprodukt ist, desto schneller wird der digitale Direktvertrieb zunehmen. Dabei geben 2 von 5 Befragten (43 Prozent) an, dass sie sich schon einmal online über eine Versicherung informiert und diese dann auch online abgeschlossen haben. 17 Prozent haben dies bereits häufiger gemacht, 26 Prozent erst einmal. Jeder Vierte (24 Prozent) war dagegen schon einmal vor Ort bei einem Versicherungsmakler oder in seiner Bank und hat sich beraten lassen, hat dann aber online die Versicherung abgeschlossen. Jeder Zehnte (10 Prozent) gibt an, dies häufiger zu tun, 14 Prozent haben dies bislang einmal gemacht.

Standard ist – noch – der Weg zur Bank oder zum Versicherungsmakler

Am häufigsten werden Versicherungen aber weiterhin vor Ort bei einem Versicherungsmakler oder bei einer Bank oder Sparkasse abgeschlossen. 9 von 10 Bundesbürgern (92 Prozent) geben dies an. Drei Viertel (77 Prozent) erledigen Versicherungsabschlüsse häufiger auf diese Weise, 15 Prozent bisher erst einmal. Mehr als jeder Zweite (55 Prozent) nutzt das Internet, um sich über Versicherungen zu informieren, erledigt den Abschluss dann aber doch lieber vor Ort beim Versicherungsmakler oder in der Bank oder Sparkasse.

Dabei sind es etwa gleich viele, die es häufiger (29 Prozent) machen oder bislang erst einmal (26 Prozent) gemacht haben. Versicherungen sind Vertrauenssache. Der persönliche Kontakt spielt gerade für die ältere Generation eine große Rolle. Sowohl der Vertrieb über den Makler als auch direkt über die Website werden in Zukunft von großer Bedeutung sein.

Der einzelne Makler wird in Zukunft mit Hilfe digitaler Technologien sowohl mehr Kunden betreuen als auch sie dank der vorhandenen Daten spezifischer beraten können. Diese Entwicklung ist ein weiteres Beispiel für den Megatrend der Digitalisierung.

Digitales Entwicklungsland: Rückständiger Glasfaserausbau in Deutschland

Auf 100 Menschen in Deutschland kommen derzeit laut Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) rund 41 Breitbandanschlüsse. Damit belegt die Bundesrepublik den siebten Platz im Ranking aller OECD-Staaten und liegt damit in Punkto Breitbandverfügbarkeit sogar vor der Hochtechnologie-Nation Japan.

Zumindest auf den ersten Blick. In Japan sind nämlich rund 77 Prozent aller Breitbandanschlüsse an Glasfaserkabel angeschlossen. Hierzulande kommen dagegen von 100 Einwohnern nur 1,1 in den Genuss dieser Zukunfts-Technologie, die Basis für das Hochleistungsinternet der Zukunft und damit verbundener Anwendungen ist.

Datenschutz & Privatsphäre: Die Bürger fordern mehr Staat!

Mit dieser weiter zunehmenden Digitalisierung stellen sich auch wieder die Fragen nach Datenschutz und Privatsphäre. Mit dem Roland Rechtsreport wird regelmäßig die öffentliche Meinung zum deutschen Rechtssystem und zu ausgewählten rechtspolitischen Schwerpunktthemen ermittelt. Das Institut für Demoskopie Allensbach führt dazu im Auftrag der Roland Rechtsschutz-Versicherungs-AG nun bereits im neunten Jahr in Folge eine bevölkerungsrepräsentative Befragung durch.

Einer der Schwerpunkte dieser Untersuchung war erneut die Langzeitanalyse des Vertrauens in wichtige gesellschaftliche und staatliche Institutionen sowie die Ermittlung der grundsätzlichen Einstellungen zum deutschen Rechtssystem. Ein Schwerpunkt der aktuellen Untersuchung war das Thema Datenschutz: Inwieweit fühlt sich die Bevölkerung durch die geltenden Regelungen beim Datenschutz ausreichend geschützt? In unserer digitalisierten Welt sind Daten längst ein wertvolles Gut geworden.

Daten sind die Goldminen des 21. Jahrhunderts. Sie wissen, dass ich mich bereits seit Jahren sehr intensiv mit den Themen Datenschutz, Online-Sicherheit, Rechtsschutz und Privatsphäre befasse und Ihnen in diesen Segmenten bereits zahlreiche Lösungen und Empfehlungen an die Hand gegeben habe.

Digitale Selbstverteidigung: Mehr Selbstschutz statt Staat!

Deswegen hat es mich sehr gefreut, dass diese Thematik im aktuellen Roland Rechtsreport 2019 sehr intensiv beleuchtet wurde. Ich stelle ebenso fest, dass Aufklärungsarbeit dringend nötig ist. Der aktuelle Roland Rechtsreport 2019 verdeutlicht, dass die Bürger von der Politik fordern, für einen angemessenen Datenschutz zu sorgen. Ich beurteile diese Forderung als unrealistisch, ineffizient und kontraproduktiv.

Der Staat selbst greift durch behördliche Kontrollmechanismen immer stärker in Bürgerrechte und Ihre Privatsphäre ein. Von explodierenden Kontenabfragen bei Banken, bis hin zum Staatstrojaner.

Mein Fazit: Ich plädiere daher für mehr Eigenverantwortung und Selbstschutz im Hinblick auf die Sicherheit Ihrer Daten und Ihrer Privatsphäre!

Mehr Hintergründe unter: www.markus-miller.com