KI oder Bankberater?
(05.10.26) Eine Frage ins Smartphone tippen, wenige Sekunden warten und eine verständliche Antwort erhalten: Künstliche Intelligenz macht Finanzwissen leichter zugänglich. Sie erklärt ETFs, vergleicht Anlagestrategien und hilft beim Lesen komplizierter Produktunterlagen. Für Anleger stellt sich damit eine zunehmend praktische Frage: Wofür brauche ich noch einen Bankberater?
Eine Untersuchung der Hochschule Luzern mit finpension und dem Marktforschungsinstitut Demoscope zeigt, wie sich das Vertrauen verändert. Insgesamt erreichen Bank- und Finanzberater bei Anlageempfehlungen durchschnittlich 3,7 von fünf Punkten. Bei der Generation Z beträgt ihr Vertrauensvorsprung gegenüber KI-Anwendungen jedoch nur noch 0,1 Punkte. Für junge Menschen ist der digitale Gesprächspartner damit nahezu auf Augenhöhe angekommen.
Die entscheidende Frage lautet allerdings, wer Ihnen bei einer konkreten Entscheidung tatsächlich hilft. Ein sympathischer Bankberater kann ein ungeeignetes Produkt empfehlen. Ein überzeugend formulierender Chatbot kann falsche Informationen liefern. Vertrauen ist wichtig – überprüfbare Qualität ist wichtiger.
Was die Umfrage zeigt – und was sie offenlässt
Die Untersuchung wurde im Februar 2026 online durchgeführt. Befragt wurden 1.016 Personen zwischen 18 und 79 Jahren aus der Deutsch- und Westschweiz. Nach Angaben der Hochschule ist die Stichprobe hinsichtlich Alter, Geschlecht und Sprachregion repräsentativ. Die Ergebnisse beschreiben damit die untersuchte Schweizer Bevölkerung; sie lassen sich nicht unverändert auf Deutschland oder alle europäischen Anleger übertragen.
Vor allem handelt es sich um eine Befragung zu Informationsverhalten und Vertrauen. Sie ist kein Leistungstest, bei dem KI-Systeme und Bankberater identische Kundenfälle lösen mussten. Aus dem nahezu gleichen Vertrauen junger Menschen folgt deshalb nicht, dass beide dieselbe Beratungsqualität liefern. Auch die Zusammenarbeit mit dem Finanzdienstleister finpension gehört zur transparenten Einordnung der Untersuchung.
Eine frühere Veröffentlichung aus derselben Befragung zeigt zudem, dass KI-Antworten bereits Entscheidungen beeinflussen. Rund die Hälfte der Anleger, die KI für Finanzfragen nutzen, berichtet von einer Veränderung ihres Anlageverhaltens in mindestens einem Bereich. Bezogen auf die Gesamtbevölkerung entspricht dies rund acht Prozent. Ob die Veränderungen wirtschaftlich vorteilhaft waren, ist damit nicht belegt.
Wo KI Anlegern einen echten Vorteil verschafft
Besonders hilfreich ist KI beim Aufbau von Verständnis. Sie können sich erklären lassen, wie ein Anleihenfonds funktioniert, weshalb steigende Zinsen seinen Kurs belasten können oder worin sich ein ausschüttender und ein thesaurierender ETF unterscheiden. Sie können nachfragen, ohne Zeitdruck und ohne sich für fehlendes Vorwissen rechtfertigen zu müssen.
Auch zur Vorbereitung eines Beratungsgesprächs ist KI nützlich. Lassen Sie sich aus öffentlich verfügbaren Produktunterlagen eine Fragenliste erstellen: Welche Kosten entstehen? Welche Verluste sind möglich? Gibt es Kündigungsfristen oder eingeschränkte Rückgabemöglichkeiten? Welche einfacheren Alternativen sollten geprüft werden? Kontrollieren Sie anschließend, ob die Zusammenfassung mit den Originalunterlagen übereinstimmt.
Der größte praktische Gewinn entsteht, wenn Sie KI zum kritischen Mitdenken einsetzen. Eine hilfreiche Anfrage lautet beispielsweise: „Welche Gegenargumente sprechen gegen diese Anlage, welche Informationen fehlen und welche Annahmen müsste ich überprüfen?“ Damit verbessern Sie die Vorbereitung Ihrer Entscheidung. Eine schnelle Kaufempfehlung allein schafft diesen Mehrwert nicht.
Warum überzeugende Antworten gefährlich werden können
Ein allgemeiner KI-Chatbot kann falsche Zahlen, veraltete Produktmerkmale oder erfundene Quellen nennen. Die Antwort kann trotzdem sprachlich sicher und fachlich überzeugend wirken. Die europäische Wertpapieraufsicht ESMA warnt ausdrücklich davor, dass KI-Tipps auf falschen, unvollständigen oder überholten Informationen beruhen und erhebliche finanzielle Verluste verursachen können.
Bei Finanzprodukten können scheinbar kleine Fehler entscheidend sein. Eine falsche Anteilsklasse verändert möglicherweise Kosten oder Ausschüttungen. Eine verwechselte ISIN führt zu einem anderen Produkt. Steuerliche Aussagen können für das falsche Wohnsitzland gelten. Prüfen Sie deshalb Produktidentität, Datum, Gebühren und Vertragsbedingungen direkt beim Anbieter oder in verlässlichen Originalquellen.
Besonders kritisch sind konkrete Kursprognosen. Eine detaillierte Begründung macht ein Kursziel noch nicht belastbar. Auch KI kann zukünftige Finanzmärkte nicht zuverlässig vorhersagen. Die ESMA empfiehlt deshalb, Anlageentscheidungen nicht allein auf öffentlich zugängliche KI-Anwendungen zu stützen und mehrere Sichtweisen einzuholen.
Was ein guter Bankberater leisten sollte
Qualifizierte Beratung beginnt mit Ihrer Lebenssituation. Wann benötigen Sie das Geld? Wie stabil ist Ihr Einkommen? Welche Kredite, familiären Verpflichtungen und vorhandenen Anlagen müssen berücksichtigt werden? Ein Berater sollte außerdem zwischen Ihrer Bereitschaft unterscheiden, Verluste auszuhalten, und Ihrer finanziellen Fähigkeit, diese tatsächlich zu tragen.
Das ist gerade bei größeren Entscheidungen wichtig. Wer in zwei Jahren Eigenkapital für eine Immobilie benötigt, hat andere Anforderungen als jemand, der Vermögen für die nächsten zwanzig Jahre aufbauen möchte. Bei Pensionierung, Unternehmensverkauf, Erbschaft oder grenzüberschreitenden Vermögensfragen kann eine abgestimmte Beratung durch Finanz-, Steuer- und Rechtsexperten erforderlich sein.
Hinzu kommen bei regulierter Anlageberatung konkrete Pflichten. In Deutschland müssen Wertpapierdienstleister Privatkunden grundsätzlich eine Geeignetheitserklärung zur Verfügung stellen. Sie soll erläutern, weshalb die Empfehlung zu den persönlichen Umständen passt. Auch die Breite des untersuchten Produktangebots und mögliche wirtschaftliche Verbindungen sind relevant. Solche Pflichten bieten jedoch keine Garantie für Gewinne.
Der Bankberater hat ebenfalls Interessenkonflikte
Banken sind Wirtschaftsunternehmen. Sie verdienen unter anderem an Produkten, Transaktionen und Dienstleistungen. Ein Berater kann deshalb in einem Spannungsfeld zwischen Kundeninteresse und Vertrieb stehen. Das macht seine Empfehlung nicht automatisch schlecht. Es macht die Frage nach seiner Vergütung und seinem Handlungsspielraum unverzichtbar.
Fragen Sie konkret: „Welche Einnahmen erzielt Ihre Bank mit dieser Empfehlung? Welche günstigeren Alternativen haben Sie geprüft? Können Sie auch Produkte anderer Anbieter empfehlen? Weshalb ist diese Lösung für mich geeigneter?“ Eine nachvollziehbare Antwort sollte sich auf Ihre Bedürfnisse, die Risiken und die Gesamtkosten beziehen.
Auch ein digitaler Auftritt beseitigt wirtschaftliche Interessen nicht. Eine KI-Anwendung kann in eine Vertriebsplattform eingebunden sein, nur bestimmte Produkte berücksichtigen oder Vorschläge nach vorgegebenen Geschäftsregeln erzeugen. Prüfen Sie bei beiden Angeboten, wer bezahlt wird, wer das Produktangebot begrenzt und wer Verantwortung übernimmt.
KI im Bankbetrieb ist ein anderer Fall
Ein allgemeiner Chatbot, eine digitale Vermögensverwaltung und eine KI-Anwendung innerhalb einer Bank sind unterschiedliche Angebote. Ein Robo-Advisor kann beispielsweise anhand strukturierter Angaben eine Anlagestrategie zuordnen und ein Portfolio verwalten. Ein Sprachmodell kann dagegen frei formulierte Antworten erzeugen. Aus der Bezeichnung „digital“ oder „KI-gestützt“ lässt sich das Leistungs- und Schutzniveau noch nicht ableiten.
Setzt ein EU-Wertpapierdienstleister KI ein, bleiben seine regulatorischen Pflichten bestehen. Die ESMA betont, dass die Verantwortung der Unternehmensleitung nicht dadurch entfällt, dass Entscheidungen von KI-Werkzeugen unterstützt werden. Das Institut muss den Einsatz kontrollieren und die Interessen seiner Kunden berücksichtigen.
Für Sie zählt deshalb der konkrete Vertragspartner. Wer erbringt die Dienstleistung? Welche Zulassung besitzt er? Handelt es sich um allgemeine Information, persönliche Anlageberatung oder Vermögensverwaltung? Welche Beschwerdemöglichkeiten bestehen? Eine Chat-Antwort allein verschafft Ihnen nicht automatisch den Schutz einer regulierten Beratung.
So verbinden Sie KI und Beratung sinnvoll
Beginnen Sie mit einer kurzen Bestandsaufnahme: Anlageziel, Zeithorizont, notwendige Liquiditätsreserve, bestehende Verpflichtungen und tragbare Verluste. Nutzen Sie für öffentliche KI-Anwendungen anonymisierte oder fiktive Beispiele. Namen, Kontonummern, Zugangsdaten und ungeschwärzte persönliche Finanzunterlagen gehören nicht in einen allgemeinen Chatbot.
Lassen Sie anschließend Begriffe erklären, Fragen strukturieren und Risiken sammeln. Eine geeignete Anfrage wäre: „Erkläre dieses öffentlich verfügbare Fondsprodukt verständlich. Trenne belegte Angaben von Annahmen. Nenne offene Fragen zu Kosten, Risiken und Rückgabe. Erfinde keine fehlenden Informationen.“ Auch bei einer solchen Anweisung müssen Sie die Antwort überprüfen.
Gehen Sie mit den geprüften Fragen ins Beratungsgespräch. Lassen Sie sich Empfehlung, Alternativen und Kosten begründen. Nutzen Sie KI danach gegebenenfalls zur verständlichen Aufbereitung der Unterlagen. Zwei übereinstimmende Antworten sind allerdings noch kein unabhängiger Beweis: Berater und Chatbot können auf denselben unvollständigen Informationen aufbauen.
Ein Kostenbeispiel zeigt den praktischen Nutzen
Angenommen, Sie investieren 50.000 Euro für zwanzig Jahre. Bei einer rein beispielhaften jährlichen Bruttorendite von sechs Prozent und laufenden Kosten von 0,3 Prozent ergäbe sich bei vereinfachter Berechnung ein Endwert von rund 151.500 Euro. Bei laufenden Kosten von 1,8 Prozent wären es rund 113.800 Euro. Der Unterschied beträgt etwa 37.700 Euro, vor Steuern und ohne weitere Einzahlungen.
Das ist eine Modellrechnung: konstante Rendite, konstante Kosten, vereinfachter jährlicher Kostenabzug, keine zusätzlichen Gebühren. Sie zeigt keine zukünftige Entwicklung. Sie verdeutlicht jedoch, weshalb eine überschaubar wirkende jährliche Kostendifferenz über lange Zeit erhebliche Folgen haben kann. Solche Berechnungen kann KI vorbereiten; Eingaben und Rechenweg sollten Sie kontrollieren.
Ein teureres Angebot muss deshalb einen nachvollziehbaren zusätzlichen Nutzen liefern. Dieser kann beispielsweise in umfassender Planung, laufender Betreuung oder der Begleitung schwieriger Entscheidungen liegen. Fragen Sie: „Welche konkrete Leistung erhalte ich für die Mehrkosten?“ Eine aufwendige Produktbeschreibung allein beantwortet diese Frage nicht.
Mein Fazit: Nutzen Sie KI, behalten Sie Ihr Urteil
KI kann Anleger informierter und selbstständiger machen. Sie senkt die Hürde, Fragen zu stellen, und hilft dabei, komplizierte Zusammenhänge zu verstehen. Wer sie sinnvoll einsetzt, geht besser vorbereitet in ein Beratungsgespräch und erkennt eher, welche Aussagen noch belegt werden müssen.
Ein guter Bankberater muss durch seine Arbeit überzeugen: mit Verständnis für Ihre Situation, transparenten Kosten, nachvollziehbaren Empfehlungen und einem offenen Umgang mit Interessenkonflikten. Umgekehrt sollte eine KI an der Richtigkeit ihrer Informationen gemessen werden – nicht an der Sicherheit ihrer Formulierungen.
Meine Empfehlung lautet: Nutzen Sie KI zum Lernen und Vorbereiten. Ziehen Sie qualifizierte Beratung hinzu, wenn die Tragweite oder Komplexität der Entscheidung dies erfordert. Prüfen Sie beide kritisch. Die Verantwortung für Ihr Vermögen sollten Sie weder einem vertrauten Gesicht noch einer überzeugenden Chat-Antwort ungeprüft überlassen.
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Schweizer Privatbanken: Das Sterben geht weiter!
(13.09.19) Wer reich ist, kann sich in der Regel frei aussuchen, wo er leben möchte. Eine Studie der Marktforschungsgruppe New World Wealth zeigt die beliebtesten Länder bei HNWIs, also Personen, die mehr als eine Million US-Dollar besitzen. Die Schweiz liegt in dieser Statistik auf Rang Nr. 4.
Das Ergebnis: Im vergangenen Jahr 2018 zog es die meisten Millionäre nach Australien (rund 12.000) und in die USA (rund 10.000). Rund 4.000 HNWIs wanderten nach Kanada ein und rund 3.000 in die Schweiz. Auf Platz fünf stehen die Vereinigten Arabischen Emirate, gefolgt von der Karibik, wie die nachfolgende Statista-Grafik zeigt. In der EU lockten Portugal, Griechenland und Spanien 2018 die meisten Millionäre an.

Wohnsitze der Ultra- und Superreichen: London Nr. 1. - Zürich Nr. 9
London hat weltweit die meisten superreichen bzw. ultrareichen (UHNWI) Einwohner – das geht aus einer Studie der Immobilienagentur Knight Frank hervor. In der englischen Hauptstadt lebten demnach im vergangenen Jahr rund 5.000 Ultrareiche. Rang 2 und 3 der Städte mit den meisten ultrareichen Einwohnern belegen Singapur und Tokio, wie die Statista-Infografik zeigt. Doch auch eine Schweizer Metropole ist bei Multimillionären beliebt: 1.507 Ultrareiche wohnten 2018 in Zürich (Rang 9). Als superreich bzw. ultrareich gilt, wer über ein Nettovermögen von mehr als 30 Millionen Dollar verfügt.

Schweizer Privatbanken: Die klassische Bankenbranche erodiert!
Der Standort Schweiz und auch Schweizer Kantonalbanken oder innovative Discountbroker, Direktbanken und FinTech-Banken haben nichts an ihrer Attraktivität für Investoren und Privatanleger verloren. Im Gegenteil: Die Schweiz ist ein attraktiver Finanzplatz für innovative Banken, Vermögensverwalter und Finanzdienstleister.
Ganz anders stellt sich hingegen die Situation dar, mit Blick auf die einst so ertragsstarken Privatbanken in der Schweiz. Deren USP (Alleinstellungsmerkmal bzw. Hauptverkaufsargument) lag in der Vergangenheit häufig ausschließlich auf dem Schweizer Bankgeheimnis (Stichwort Steueroase bzw. Schwarzgeld). In steuerlichen Angelegenheiten ist das Bankgeheimnis in der Schweiz faktisch nicht mehr existent. Schweizer Privatbanken sind übermäßig von den Finanzmärkten abhängig. Das schwierige Marktumfeld des Jahres 2018 hat die Schwäche der Institute offengelegt: Die meisten Privatbanken haben ihre Geschäfts- und Betriebsmodelle nicht ausreichend verbessert oder ihre Strategie nicht optimal angepasst, um ihren Erfolg nachhaltig zu sichern. Wie die diesjährige Privatbankenstudie von KPMG und der Universität St. Gallen (HSG) zeigt, konnten die meisten Schweizer Privatbanken ihre verwalteten Vermögen bei weitem nicht ausreichend steigern. Zudem sind sie zu wenig in Wachstumsmärkten präsent, was die Gewinnung von Neukunden erschwert.
Als Folge ist der globale Marktanteil der Schweizer Privatbanken rückläufig. In ihrer jährlichen Studie untersuchten KPMG Schweiz und die Universität St. Gallen (HSG) insgesamt 87 in der Schweiz tätige Privatbanken und bewerteten die Leistung dieser Privatbanken sowie die wichtigsten Branchentrends. Unter dem Strich war 2018 ein sehr enttäuschendes Jahr für Privatbanken in der Schweiz
Sinkender Marktanteil aufgrund stagnierender Nettoneugelder
Während der Wohlstand weltweit zunimmt, stagnieren die Nettoneugelder der Schweizer Privatbanken. Nur wenige Privatbanken konnten über die vergangenen Jahre konstant mehr als 5 Prozent an Nettoneugeldern generieren. Der Median des Nettoneugeldwachstums betrug 2018 nur 0,2 Prozent. Nachdem die tiefen Nettoneugelder über Jahre mit Altlasten, Steuertransparenz (AIA) sowie strengen Regulierungs- und Compliance-Vorschriften begründet wurden, blicken die Privatbanken nun der Realität ins Auge. Zu viele Strategien haben nicht das erwartete Geschäfts- und Profitabilitätswachstum generiert und die Privatbanken sind zu selten in Wachstumsmärkten präsent, was die Gewinnung von genügend Neukunden weiter limitiert. Als Folge ist der globale Marktanteil der Schweizer Privatbanken rückläufig.
Über die letzten Jahre hat sich eine Gruppe von Privatbanken in Schweizer Besitz mit jeweils mehr als CHF 100 Milliarden an verwaltetem Vermögen herausgebildet. Dies hat sich als Erfolgsmodell erwiesen. Die Institute verfügen in der Regel über ein internationales Niederlassungsnetz, das sich auch auf die Wachstumsmärkte erstreckt. Durch die genannte Mindestgröße für nachhaltigen Erfolg verfügen sie über größere Ressourcen für Investitionen und die Geschäftsentwicklung, profitieren von ihrer Marke als Schweizer Vermögensverwalter und erzielen darüber hinaus Größenvorteile. In einer Branche, in der eine teure Onshore-Präsenz für die Expansion in den globalen Wachstumsmärkten notwendig ist, verleiht dies den Banken einen wichtigen Wettbewerbsvorteil
Nettoneugeldentwicklung der Schweizer Privatbanken

Bedenkliche Kennzahlen: Erträge sinken – Kosten steigen!
Nur ein Drittel der Privatbanken konnte 2018 ihre Cost-Income-Ratio verbessern. Die mediane Cost-Income-Ratio stieg um 1,9 Prozentpunkte auf ein neues Allzeithoch von 83,6 Prozent. Diese Verschlechterung wurde primär von kleinen und leistungsschwachen Banken getrieben. Während große Banken 2018 ihre Cost-Income-Ratio um 2,8 Prozentpunkte auf 79,1 Prozent verbessern konnten (2017: 81,9 Prozent), operierten kleine Banken mit einer medianen Cost-Income-Ratio von 86,3 Prozent (2017: 82,4 Prozent). Die operative Gewinnmarge erodierte 2018 nach einer Erholung im Vorjahr. Nur 39 Prozent der Schweizer Privatbanken konnten 2018 ihre operative Gewinnmarge steigern, obwohl die Zinserhöhungen in den USA und der über zehn Monate andauernde globale Marktwachstum zu steigenden Nettozinserträgen und Nettokommissionserträgen geführt hatten.
Das Aufwand-Ertrag-Verhältnis (Cost-Income-Ratio) Schweizer Privatbanken

Rückläufige Eigenkapitalrenditen bei Schweizer Privatbanken
Die Eigenkapitalrendite setzte 2018 ihren Negativtrend fort und war bei über der Hälfte aller Privatbanken rückläufig. Die mediane Eigenkapitalrendite der untersuchten Privatbanken war mit nur 4,1 Prozent annähernd konstant gegenüber den Vorjahren und lag damit weiterhin unter dem angestrebten Niveau von rund 8-10 Prozent, das in etwa den Eigenkapitalkosten entspricht. Ein Lichtblick waren 2018 die großen Banken, die als einzige ihre Eigenkapitalrendite steigern konnten: Der Median der großen und mittleren Banken verbesserte sich um 2,0 respektive 0,8 Prozentpunkte. Bei den großen Banken entsprach dies einem Anstieg auf 7,8 Prozent, was den höchsten Wert seit 2012 darstellt und im Einklang mit der Zielrendite steht. Im Gegensatz dazu ging die mediane Eigenkapitalrendite der Kleinbanken um 0,6 Prozentpunkte auf 3,1 Prozent zurück.
Entwicklung der Eigenkapitalrendite bei Schweizer Privatbanken

Fortgesetzte Konsolidierung: Seit 2010 sind 62 Schweizer Privatbanken verschwunden!
Über die letzten 18 Monate sank die Zahl der Schweizer Privatbanken weiter auf jetzt 101. Dies war das Nettoresultat, nachdem acht Privatbanken aus dem Markt ausgeschieden sind und ein Institut von der FINMA die Bankenlizenz erhalten hat. Damit sind nun seit 2010 insgesamt 62 Privatbanken (-38 Prozent) aus der Schweizer Finanzlandschaft verschwunden. Trotz der anhaltend starken Finanzmärkte, die sich 2019 nach ihrem Einbruch von Ende 2018 wieder gut erholten, haben sich die Geschäftszahlen der Privatbanken weiter verschlechtert. Dies dürfte auf eine weitere Konsolidierungswelle hinauslaufen.
Entwicklung der Schweizer Privatbanken

Schweiz-Alternative: Vermögensverwaltung im Fürstentum Liechtenstein
Fortlaufend unterziehe ich alle Banken im kleinen aber feinen Fürstentum Liechtenstein einem Test. Dabei ist ganz grundlegend festzustellen, dass der Bankplatz Liechtenstein vor allem auf Vermögensberatungen und -verwaltungen spezialisiert ist. Dennoch entwickelt sich das Fürstentum Liechtenstein darüber hinaus derzeit auch zu einem State of Blockchain!
Konto- und Depotführungen bleiben für Anlagesummen unter mindestens 100.000 Euro bzw. Schweizer Franken als Untergrenze absolut unwirtschaftlich. Für ein effizientes Vermögensverwaltungs-Standbein im Fürstentum Liechtenstein sind nach meiner Einschätzung mindestens 300.000 Euro/CHF erforderlich. Lesen Sie hierzu auch die nachfolgenden BLOGS:
BLOG 1: Vermögensverwaltung: Bankplatz Liechtenstein unter der Lupe!
BLOG 2: Die Schuldenfreiheitsoase Nr. 1!
Mehr Hintergründe unter: www.markus-miller.com






