Risiko_Monopoly

Risiko oder Mono-Oligopoly?

Wenn Sie bei google derzeit „Bank Monopoly“ eingeben, dann kommen über 44,5 Millionen Begriffe. Auch in den Medien fällt der Begriff Monopoly im Zusammenhang mit der Banken- und Wirtschaftskrise unglaublich oft. Dabei ist dies aus meiner Sicht gar nicht angebracht. Vielen Bankvorständen oder Managern im Allgemeinen wird beispielsweise auch weiterhin vorgeworfen, Sie hätten ihre eigentlich verantwortungsvolle Tätigkeit – getrieben durch Renditegier und mangelhaftem Risikomanagement – mit einem Monopoly-Spiel verwechselt.

Staatsbanken oder Bankenstaaten?

Aber das kann so natürlich gar nicht stimmen, zumindest nicht im Bankbereich. Beim Monopoly geht es nämlich darum, dass so lange gespielt wird, bis nur noch einer übrig bleibt. Banken brauchen jedoch immer andere Partner und auch wiederum andere Banken, um Ihre Geschäftskonzepte und das System unserer Finanzwelt überhaupt aufrecht zu erhalten in der heutigen Form der virtuellen Papiergeldschöpfung. Auch das Wort „Gelddrucken“ stimmt beispielsweise im Zusammenhang mit den enorm steigenden Staatsverschuldungen nur noch sehr bedingt. Im Prinzip wird das Geld nicht einmal mehr gedruckt, sondern es entsteht virtuell als Digitale-Zahlen auf Bildschirmen, welchen man auf Knopfdruck einfach ein paar zusätzliche Nullen anhängen kann. Dies ist auch kein Monopol, sondern zumindest ein Oligopol zwischen Banken und Staaten. Auch wenn die Banken wiederum teilweise Staatsbanken oder Zentralbanken sind.

Oligopoly statt Monopoly

Im Prinzip bin ich auch der Ansicht, dass einige Banken und auch die Politik ganz bewusst eben nicht Monopoly gespielt haben, sondern Oligopoly. Gerade der Fall der US-Amerikanischen Bank Lehman Brothers war sicherlich von einigen Marktteilnehmern gewollt oder zumindest billigend in Kauf genommen worden, um das eigene, dann kleinere Oligopol für die Zukunft zu stärken und Marktanteile zu gewinnen. Auch wenn vielleicht die dramatischen Folgen und Dominoeffekte im Nachhinein komplett falsch beurteilt und unterschätzt wurden in ihren Auswirkungen. Vielleicht sind wir auch auf dem Weg, dass manche Branchen zwar aussehen wie Oligopole, aber in Wirklichkeit längst Quasi-Monopole sind. Praktisch dass Oligopol als Monopol oder anders ausgedrückt ein Mono-Oligopol.

Mann kann dies dann durchaus auch Kartell nennen, aber Kartelle sind nun einmal nicht erlaubt, darum sorgt man einfach für ein wenig Pseudoökonomischen Begriffswirrwar und keiner merkt mehr was.

Welches alte Brettspiel passt also viel besser als Vergleichsbeispiel?

Dazu muss ich jetzt einmal ein wenig weiter ausholen. Auch wenn manche die mich näher kennen es vielleicht nicht glauben mögen, aber ich war in meiner Kindheit in der Schönstatt-Jugend und wir hatten dort wöchentliche Treffen bei welchen wir vor allem Brettspiele gespielt haben.

Übrigens für alle die diese Bewegung nicht kennen hier die Internetadresse, auf der auch ich heute nach all den Jahren oder besser Jahrzehnten zum ersten Mal war. Damals gab es natürlich auch noch kein Internet: www.schoenstatt.de.

Ja was für ein langweiliger Unterschied zur heutigen Jugend, aber ich fand das immer klasse und statt Komasaufen oder Kiffen haben wir Brettspiele gespielt. Ich habe dort allerdings nie in der Monopoly-Gruppe gespielt, weil mir dieses Spiel nie gefallen hat. Wissen Sie welches Brettspiel ich Stundenlang gespielt habe?

Risiko – Natürlich ein strategisches Kriegsspiel!

Risiko kann als das erste neuzeitliche Strategiespiel unter den Brettspielen bezeichnet werden, da Strategie und diplomatisches Handeln (das war schon damals meine Schwäche) in der weitestgehend vereinfachten Kriegssimulation überwiegend den Spielausgang entscheiden. Es ist übrigens damit auch ein Vorläufer der heute verbreiteten rundenbasierten Computer-Strategiespiele.

Bei Risiko ging es jetzt nicht immer nur darum die Welt zu erobern. Nein, man konnte den Auftrag haben auch nur einen bestimmten Gegner zu vernichten, oder ein bestimmtes Gebiet zu erobern. So konnte es passieren, dass ein Mitspieler zwar fast die ganze Welt erobert hat, aber ein anderer gewann, weil ein bestimmter Gegner vernichtet, oder ein anderes strategisches Eroberungs-Ziel erreicht wurde. Diese Konstellation erinnert mich viel stärker an die derzeitigen Politischen, vor allem Geopolitischen und Wirtschaftlichen Planspiele und Szenarien in unserer Globalisierten Welt.

Krieg ist wie die Schwerkraft

Vielleicht sollte man mal Politiker oder Manager fragen, welches Spiel Sie in der Kindheit gespielt haben, Monopoly oder Risiko. Ich denke jedenfalls „Risiko-Spieler“ haben klar die besseren Grundvoraussetzungen in Sachen Strategie und Taktik, vor allem auch allein schon deswegen, weil da mehr Krieg dabei ist, ganz nach meiner Ansicht: ► Vermögensmanagement ist Krieg! Ich bin natürlich alles andere als ein Pazifist, ich habe nur immer noch deren naive Aussagen und Parolen im Kopf beispielsweise: „stellen Sie sich vor es ist Krieg und keiner geht hin“. Der wichtigste Trieb des Menschen ist nicht der Sexualtrieb und auch nicht der Steuerspartrieb. Es ist der Selbsterhaltungstrieb. Darum stellen Sie sich mal diese Pazifisten-Frage in adaptierter Form: „Stellen Sie sich vor es ist Krieg, Sie müssen mitmachen aber wehren sich nicht!“ Es bringt genauso wenig gegen Krieg zu sein, wie wenn Sie gegen die Schwerkraft sind! Sie werden damit leben und vor allem dafür kämpfen müssen in vielen Bereichen um zu überleben oder erfolgreich zu sein!

© Markus Miller – Geschäftsführer GEOPOLITICAL.BIZ S.L.U.

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