Steen Jakobsen - Chief Economist & Chief Investment Officer Bildquelle: Saxo Bank

Provokante These Nr. 11: Die Saxo Bank bricht zusammen!

Steen Jakobsen ist Chefvolkswirt der dänischen Saxo Bank. Jahr für Jahr veröffentlicht er für die Saxo Bank im Dezember seine mittlerweile viel beachteten „Outrageous Predictions“, was übersetzt „provokante Thesen“ bedeutet.

Bei diesen provokanten Thesen handelt es sich um zehn Szenarien, die relativ unwahrscheinlich sind. Allerdings bergen sie bei Unterschätzung hohe Risiken mit enormen Folgen für die globalen Märkte. Zu den Thesen von Steen Jakobsen für das Jahr 2015 gehört beispielsweise der mögliche Ausstieg Großbritanniens aus der Europäischen Union oder die Amtsniederlegung von Mario Draghi als EZB-Präsident.

 

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Die provokanten Thesen der Saxo Bank für 2015 auf einen Blick

1. Zusammenbruch des britischen Immobilienmarkts

Studien zufolge wird die Dynamik auf dem britischen Immobilienmarkt, vor allem in London, schnell nachlassen. Durch die bevorstehende Zinserhöhung der Bank of England wird Großbritannien 2015 einen Immobilien-Crash und einen Preisrückgang von sage und schreibe 25 Prozent erleben.

2. Inflation in Japan erreicht 5-Prozent-Marke

Das Vertrauen in den Yen ist durch die aggressive Geldpolitik der japanischen Notenbank erschüttert, deren Chef feststellen muss, dass seine Inflationspolitik einen zu großen „Erfolg“ gezeitigt hat. Es ist ein Symptom dafür, dass Japan die Kontrolle über seine Währung verloren hat.

3. China wertet Yuan um 20 Prozent ab

China wird nach Möglichkeiten Ausschau halten, den enormen Deflationsdruck – die Kehrseite des Kreditbooms – zu verringern. Im Zuge der lauernden Deflationsgefahren schneidet sich China eine Scheibe von der Bank of Japan ab, beschließt eine Entwertung des Yuan um 20 Prozent und folgt so dem Beispiel Japans bei seinen Anstrengungen, Inflation und Nachfrage zu erhöhen.

4. Draghi legt Amt bei der EZB nieder

Um die Deutschen vom QE-Programm der Europäischen Zentralbank zu überzeugen, tritt Mario Draghi von seinem Amt zurück, damit die EZB ihre Politik der quantitativen Lockerung unter einem neuen Präsidenten, Jens Weidmann von der Bundesbank, fortsetzen kann. Draghi sieht größere Chancen für seine Qualitäten in Italien, wo er von Präsident Napolitano als sein Amtsnachfolger vorgeschlagen wird.

 

Steen Jakobsen - Chief Economist & Chief Investment Officer Bildquelle: Saxo Bank
Steen Jakobsen – Chief Economist & Chief Investment Officer Bildquelle: Saxo Bank

 

5. Russland wieder in der Schuldenkrise

Aufgrund stark fallender Ölpreise und einer kalten Finanzschulter von Russlands geopolitischen Widersachern, werden russische Großkonzerne oder die Regierung selbst Bestandteil einer immer stärkeren Auslandsverschuldung. Zusammen mit einer diplomatischen Lösung der Ukraine-Frage ist eine Schuldenkrise wie 1998 notwendig, um die Zukunft des Landes zu sichern.

6. Internet-Hacker zerschlagen den E-Commerce

2015 werden die größten E-Commerce-Player Opfer von noch umfangreicheren und schärferen Angriffen sein, die wahre Schockwellen bei Internet- und Cloud-Dienstleistern auslösen. Aufgrund der starken negativen Auswirkungen auf die E-Commerce-Branche und auch seiner Überbewertung erleidet Amazon.com, der größte Internethändler und führender Anbieter von webbasierten Dienstleistungen, einen Rückgang von 50 Prozent.

7. Vulkanausbruch macht Sommer in Europa zunichte

Wie der Vulkan Laki im Jahre 1783, bricht der bereits aktive isländische Vulkan Bardarbunga 2015 aus und setzt enorme Mengen an giftigem Schwefeldioxid und anderen Gasen frei, die den Himmel über Europa verdunkeln. Der Ausbruch führt zu einer Veränderung der Wetterbedingungen und schürt Ängste vor Ernteausfällen in ganz Europa. Die Getreidepreise verdoppeln sich, obwohl sich die Auswirkungen des Vulkanausbruchs als weitaus moderater erweisen, als ursprünglich befürchtet.

8. Kakao-Futures erreichen Rekordmarke von 5.000 USD pro Tonne

Weltweit steigt die Nachfrage nach Kakao, da der westliche Gaumen dunklere Schokolade bevorzugt und immer mehr Asiaten ihre Liebe zu Schokolade entdecken. Aufgrund des sinkenden Kakaoangebots infolge der Sorge vor dem Ebola-Virus sowie der zu geringen Investitionen in wichtigen westafrikanischen Erzeugerregionen, liegt der weltweite Verbrauch von Kakao deutlich über seiner Produktion. Diese Tatsache wird sich 2015 in einem Rekordpreis für Kakao von über 5.000 USD pro Tonne niederschlagen.

9. Großbritannien nach erdrutschartigem Wahlsieg der UKIP vor möglichem Ausstieg aus der EU (Brexit)

Bei den britischen Unterhauswahlen am 7. Mai 2015 erringt die UK Independence Party 25 Prozent der abgegebenen Stimmen und zieht dadurch sensationell als drittgrößte Partei ins Parlament ein. Die UKIP bildet eine Koalitionsregierung mit der konservativen Partei von David Cameron und ruft 2017 zum geplanten Referendum über die Mitgliedschaft Großbritanniens in der EU auf. Die britische Staatsverschuldung nimmt deutlich zu.

10. Spreads bei hochverzinslichen Unternehmensanleihen verdoppeln sich

Nach einer deutlichen Veränderung bei hochverzinslichen Anleihen sind Anleger, die 2015 nach Ausstiegsmöglichkeiten suchen, mit geringer Liquidität und starken Preisrückgängen konfrontiert. Mit dem massiven Abverkauf hochverzinslicher Kredite erschüttern neue Schockwellen wieder die schwache europäische Wirtschaft in ihren Grundfesten. Der Markit iTraxx Europe Crossover-Index verdoppelt sich 2015 auf 700 Basispunkte.

Soweit die provokanten Thesen der Saxobank für das Jahr 2015 (Quelle: Presseaussendung der Saxo Bank)

Ergänzend dazu von meiner Seite nachfolgend ein Bruchteil an Auszügen meiner Recherchen und Analysen:

Was ist mit der Aufhebung des Mindestkurses des Schweizer Frankens?

Was ist mit dem Versagen der Risiko-Managementsysteme bei bestimmten Forex-Brokern?

 

Die Recherchen, Analysen und Empfehlungen von Markus Miller, Geschäftsführer GEOPOLITICAL.BIZ S.L.U. zur Saxo Bank
Die Recherchen, Analysen und Empfehlungen von Markus Miller, Geschäftsführer GEOPOLITICAL.BIZ S.L.U. zur Saxo Bank

 

Eine relativ unwahrscheinliche These fehlte bei den Prognosen der Saxo Bank für dieses Jahr eindeutig. Die Aufhebung des Mindestkurses von 1,20 Schweizer Franken zum Euro durch die Schweizer Notenbank. Die Saxo Bank hat diese Maßnahme schwer getroffen mit nach wie vor unklaren Folgen wie mir zahlreiche Leser und Anwälte aus meinem Netzwerk mitgeteilt haben.

Broker mit massiven Abwicklungsproblemen!

Kunden die Fremdwährungsspekulationen in Schweizer Franken bei der Saxo Bank eingegangen sind, haben durch die Entkopplung des Schweizer Frankens gegenüber dem Euro massive Kapitalverluste erlitten. Bei Stop-Loss Orders kam es seitens der Bank zu massiven Unregelmäßigkeiten. Orderausführungen wurden zum Nachteil der Kunden nachträglich korrigiert (Requotes). Die dramatischen Folgen dieser Maßnahmen sind nicht „nur“ Totalverluste, sondern vor allem Nachschusspflichten, die das investierte Kapital in zahlreichen Fällen um ein Vielfaches übersteigen.

Die Saxo Bank prognostizierte als provokante These die Aufhebung des Mindestkurses bereits für das Jahr 2013

Für das Jahr 2013 hatte die Saxo Bank eine sehr interessante provokante These. Steen Jakobsen, der Chefökonom der Saxo Bank pronostizierte den Fall der SNB-Untergrenze. Das Szenario von Jakobsen sah wie folgt aus: Die Risiken im Euro-Raum verschärfen sich, weshalb es zu einem erneuten Kapitalansturm auf die Schweiz kommt. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) und die Regierung in Bern entscheiden, die Wechselkurs-Untergrenze aufzuheben.

Damit soll verhindert werden, dass die Devisenreserven die Höhe des Bruttoinlandprodukts erreichen. Die Folgen wären fatal: Der Euro-Franken-Kurs würde unter die Parität auf 95 Rappen fallen, dem tiefsten Kurs aller Zeiten.

Fazit: Die Prognose von Steen Jakobsen kam rund 2 Jahre zu früh. Dennoch war die Saxo Bank selbst nicht auf dieses Ereignis ausreichend vorbereitet!

 

Screenshot-Auszug - Kundenanschreiben der Saxobank vom 05.02.2015
Screenshot-Auszug – Kundenanschreiben der Saxobank vom 04.02.2015

 

Paradox: Die Saxo-Bank garantiert Liquidität und beruft sich auf fehlende Liquidität

Am 04. Februar hat die Saxo Bank ein umfassendes Schreiben an ihre Kunden versandt, das mir im Orginal-Text vorliegt. Hier steht, ich zitiere im Orginalwortlaut:

“Im Zeitraum unmittelbar nach der Aufhebung der Kursuntergrenze durch die SNB gab es für CHF-Währungspaare auf dem Interbankenmarkt keine verlässliche Liquidität für den Handel mit CHF. Kundenaufträge wurden auch während des erheblichen Kursverfalls (zunächst unter Parität bei 0.95-1.00 und anschließend bei 0.85-0.90) weiterhin ausgeführt, bevor sich der Kurs wieder erholte. Dabei haben wir die Positionen von Kunden geschlossen, die Ihre erlaubte Marginauslastung überschritten hatten. Wir haben uns dabei auf die vermeintlich verfügbaren EUR/CHF Kurse unserer Liquiditätsanbieter gestützt. Diese Kurse waren dabei aber letztendlich nicht handelbar, sondern lediglich Indikationen. Die Ausführungen, die zuerst in den betroffenen Kundenkonten gebucht wurden, entsprachen letztlich nicht den abgerechneten Preisen. Die ursprünglich gebuchten Kurse waren somit offenkundig falsch und wurden daher später den tatsächlich gehandelten Preisen angepasst.”

Quelle: Saxo Bank Kundenschreiben, Hellerup, 04 February 2015

 

Liquiditätsgarantie Saxobank: http://www.saxobank.com/forex/fixed-spreads
Liquiditätsgarantie Saxobank: http://www.saxobank.com/forex/fixed-spreads

 

Die Saxo Bank beruft sich also am 04. Februar 2015 auf fehlende Liquidität und begründet ihr Verhalten vom 15. Januar 2015 mit dieser fehlenden Liquidität. Unglaublich für mich! Noch bei der Erstellung dieses Blogs am 10. Februar 2015 hat die Saxo Bank auf ihren Internetseiten nebenstehende Liquiditätsgarantie marketingwirksam publiziert!

So wehren Sie sich gegen die Forderungen der Saxo Bank oder anderer Broker

Gemeinsam mit renommierten Fachanwälten für Bank- und Kapitalmarktrecht aus meinem Expertennetzwerk habe ich eine Analyse und Empfehlung erstellt mit dem Titel „Nach dem EUR/CHF-Crash: So wehren Sie sich gegen die Forderungen Ihres Brokers“. Diese Publikation ist eine professionelle Gebrauchsanleitung und ein einzigartiger Praxisleitfaden für betroffene Anleger mit höchstem Praxisbezug. Leser meines Premium-Magazins haben diese Ausarbeitung im Rahmen der März 2015-Ausgabe erhalten. Sollten Sie Interesse daran haben, können sich sehr gerne für ein PROBE-ABO registrieren, Sie erhalten dann die angesprochene Analyse.

Die provokante These Nr. 11 von Markus Miller: Die Saxo Bank bricht zusammen und wird übernommen

Die massiven Auswirkungen auf des Geschäftsmodell und das Image der Saxo Bank sind aus meiner Sicht heute noch gar nicht absehbar. Eine 11. „Provokante These“ die mir dazu mittlerweile aufgrund meiner umfassenden Recherchen und Analysen einfällt ist: Die Saxo Bank bricht zusammen und wird übernommen, weil sie allen voran die Verluste ihrer Kunden übernehmen muss, aber auch natürlich Gewinne auszahlen muss und zusätzlich massive Imageprobleme bekommt, die ein Aufrechterhalten des Geschäftsbertriebes oder besser gesagt des bisherigen Brokerage-Geschäftsmodelles unter dem Namen Saxo Bank in der Zukunft nicht mehr ermöglichen. Allen voran das eigenständige Weiterbestehen der Saxo Bank Schweiz beurteile ich als höchst fraglich. Mich würde es nicht überraschen, wenn hier mittelfristig ein Verkauf oder eine Fusion angegangen wird, beispielsweise mit dem führenden Schweizer Discountbroker Swissquote der selbst Abschreibungen aufgrund der Aufhebung des Wechselkurses vornehmen musste.

Warten wir es einmal ab, ich bin als deutscher Fachjournalist gemeinsam mit meinem Anwalts-Netzwerk sehr gespannt auf die kommenden Entwicklungen! Meine Anwälte sind mittlerweile so weit, dass sie die Rechtslage sowohl im Hinblick auf das anzuwendende Verfahrensrecht als auch im Hinblick auf das anzuwendende Prozessrecht gegen die Saxo Bank vollständig aufbereitet haben.

 

 

Ich bin sehr dankbar für direkte Informationen von betroffenen Kunden von Devisenbrokern!

Schreiben Sie mir – Ich garantiere Ihnen meine absolute Diskretion!

Nutzen Sie dafür ganz einfach das Kontaktformular auf www.geopolitical.biz mit einer kurzen Nachricht und dem Betreff „Forex Broker“. Danach erhalten Sie zeitnah meine persönlichen Kontaktdaten. Als langjähriges Mitglied des Deutschen Fachjournalistenverbandes DFJV garantiere ich Ihnen neben meiner absoluten Diskretion den journalistischen Quellenschutz für Ihre Informationen!

Die Freiheit der Presse in Deutschland hat auch klare Grenzen für eine Bank aus Dänemark die über ihre Niederlassung in der Schweiz allen voran Deutsche und Österreichische Kunden akquiriert hat!

© Markus Miller – Geschäftsführer GEOPOLITICAL.BIZ S.L.U.

 

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2 thoughts on “Provokante These Nr. 11: Die Saxo Bank bricht zusammen!

  1. Hallo Herr Miller,

    ich finde gut, dass Sie sich hier in diesem Falle für die krassen Fälle einsetzen (3000 Margin und gehebelt 1 Mio und dann 300-400-000 Verlust zb). Aber: Sie wissen eine Sache nicht: Im Interbankenmarkt zwischen den richtig großen Banken, die bei den Devisen / Forex und CFD Brokern hintendrangeschaltet sind, war kein Handel möglich. Die Banken hatten alle Telefone aus, keiner handelte mehr. Daher denke ich, dass Sie wenig Erfolg haben mit Ihren Klagen, weil der Markt wirklich und wahrhaftig zusammengebrochen war. Der Devisenhandel erfordert Bankenhandel und keine Börse. Der Intrabankenhandel war für einige Minuten (ca. 30 Minuaten) komplett gestört, bis die SNB von 85 auf 1,00 Parität eingegriffen hatte. Es gab einfach keine Liquidität. Als neutraler Beobachter aber auch Kenner der Szene würde ich einen Preis von 1,00-1,02 als fair erachten, wenn es um korrigierte Abrechnungen geht, alles darunter ist willkürlich von den Banken / CFD Brokern, weil zu den Preisen konnten sie auch nicht handeln. Aber zu den Preisen um 1,00 kam wieder Liquidität rein. Also: Wann war Liquidität wieder da – das ist die Frage. Und die war bei 1,00 wieder da. Nicht darunter aber auch nicht dadrüber.

  2. Wenn es keine Liquidität gab, dann frage ich mich warum bei anderen Brokern zu Kursen um 1,14-1,15
    gefillt wurde. Vermutlich weil die Ihre Versprechen einhalten. Letztlich ist es aber auch nicht so wichtig. Die SAXO wirbt vollmundig mit Liquidität in schwierigen Märkten. Die Stopps waren ausgeführt. Wie die SAXO sich da absichert ist nicht das Problem des Anlegers, sondern das Risiko der SAXO. Dafür wird sie bezahlt. Im Moment versucht die SAXO nur den eigenen Verlust auf die Kunden abzuwälzen. Ich persönlich bin auch der Meinung dass die SAXO auf sehr wackeligen Beinen steht und das nicht überleben wird. Daher versuchen sie ja mit allen Mitteln, wie dubios auch immer, an irgendwelches Geld zu kommen.

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