Italien

Italien: Das laufende Tote!

Grammatikalisch mag meine Betreffzeile heute vermutlich nicht ganz richtig sein, inhaltlich passt diese Aussage aber auf die aktuelle – politische aber auch wirtschaftliche – Situation in Italien nach meiner Überzeugung perfekt. Ganz nach dem Vorbild bzw. in Anlehnung an die bekannte US-Fernsehserie „The Walking Dead“ (Die laufenden Toten). Für mich ist Italien in Bezug auf seine politische und finanzielle Stabilität ein totes Land, dass nur aufgrund der EU-Systeme wie Target2 überhaupt noch weiterlaufen kann und künstlich am Leben bleibt.

 

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Italien ist neben Griechenland der Hauptchaos-Staat in der EU

Eine Regierungskrise in Italien ist grundlegend nichts Außergewöhnliches. Übergangsregierungen sind in Italien im Turnus von Monaten oder wenigen Jahren so sicher wie das Amen in der Kirche und das seit Jahrzehnten. Aktuell ist in Italien wieder einmal die Bildung einer Regierung gescheitert, diesmal zwischen der linkspopulistischen Fünf-Sterne-Bewegung und der rechtsextremen Lega. Die Italiener wählen längst nicht mehr die Parteien der Mitte, sondern die Extreme der unterschiedlichen Flügel. Selbst Silvio Berlusconi schwebt mittlerweile wieder wie ein Gespenst über der politischen Landschaft Italiens.

Wie die nachfolgende Infografik von Statista zeigt, pendelt Italiens Staatsverschuldung in Relation zum BIP seit Jahren um die 130-Prozent-Marke. EU-weit haben nur die Griechen eine höhere Verschuldung (rund 180 Prozent des BIP). Allerdings: die Wirtschaft Italiens wächst. 2017 wird das Plus voraussichtlich rund 1,5 Prozent betragen – das höchste Wachstum seit sieben Jahren. Diesen Hoffnungsschimmer will ich nicht unerwähnt lassen, allerdings lastet die politische Situation wie ein Damoklesschwert über der Wirtschaft. Ebenso wird diese Wirtschaftskraft durch das EU-Target2-System quersubventioniert. Ganz vereinfacht gesagt gibt Deutschland über Target2 Geld an Italien, damit Italien bzw. italienische Unternehmen und Verbraucher wiederum Produkte aus Deutschland kaufen können.

 

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Italien unterhält die größte Streitmacht Europas!

Neben den Staatsschulden gibt es einen weiteren Bereich in dem die Italiener führend sind. Dieser ist sehr teuer im Unterhalt. Ich spreche von den italienischen Streitkräften. Die nachfolgende Infografik von Statista zeigt die EU-Staaten mit den größten Streitkräften gemäß Daten des Internetportals GlobalFirePower.com. Hinzugezählt wird alles militärische Personal im aktiven Dienst, aber keine Zivilangestellten oder Reservisten.

Deutschland hat mit etwa 180.000 Soldaten nach Italien und Frankreich die drittgrößte Streitkraft der EU noch vor Großbritannien. Griechenland leistet sich, gemessen an der Einwohnerzahl, eine überproportional große Streitmacht. Hier schließt sich übrigens wieder ein Kreis. Raten Sie einmal wer den Italienern und Griechen die Rüstungsgüter wie Panzer verkauft? Die Deutsche Rüstungsindustrie selbstverständlich und das wird in Teilen wiederum refinanziert durch das Target2-System!

 

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Bei Neuwahlen drohen Referendum und Itexit

Das aktuelle, erneute Scheitern der Regierungsbildung führte in Italien und auch in Teilen Europas zunächst einmal zu einer gewissen Erleichterung davor, dass eine EU-feindliche Regierung verhindert werden konnte. Aber um welchen Preis? Die Italiener sind vollkommen frustriert und auch von der EU enttäuscht. Bei Neuwahlen drohen zukünftig weitere Stimmenzuwächse für die rechtsnationale Lega, aber auch die linkspopulistische Fünf-Sterne-Bewegung.

Ein Referendum – nach dem Vorbild des Brexit – über den Verbleib in der Euro-Währungsunion wird zunehmend wahrscheinlicher aufgrund dieser Entwicklungen. EU-Europa droht der Itexit. Italienische Banken haben hohe Bestände an italienischen Staatsanleihen. Kommt es hier zu einem Wertberichtigungsbedarf, kann das eine massive Bankenkrise auslösen. Nicht nur in Italien, sondern vor allem auch bei EU-Banken aufgrund der immensen Verflechtungen in Kombination mit der EU-Bankenunion. Mitgefangen, mitgehangen.

 

 

Scheitert Italien werden die Steuerzahler Deutschlands dafür haften!

Der gesellschaftspolitische aber auch der monetäre Sprengstoff sind auf Basis der bedenklichen Entwicklungen in Italien enorm. Für Deutschland, aber auch im Hinblick auf ein umverteilendes Europa, in dem deutsche Bürger auf Basis der Euro- und ESM-Verträge mithaften müssen für die hohen Staatsausgaben und strukturellen Fehlentwicklungen der anderen EU-Staaten wie Italien! Deswegen sollten Sie zumindest Teile Ihrer Vermögenswerte in solide Staaten, Strukturen und Realwerte verlagern.

© Markus Miller – Geschäftsführer GEOPOLITICAL.BIZ S.L.U. – Beachten Sie bitte unsere PREMIUM PARTNER

 

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3 thoughts on “Italien: Das laufende Tote!

  1. Und genau die Tatsache, dass die Schulden Italiens zum grossen Teil von italienischen Banken und von den Italienern selbst gehalten werden, ist der entscheidende Unterschied zu den meisten anderen Euro–Staaten. Dies macht ein Austritt aus dem Euro und vielleicht sogar aus der EU weniger schmerzhaft für die Italiener. Und mit Staatsbankrotten hat Italien auch Erfahrung.

    Nervös sind nur die Politiker, denen droht der Macht- und der in Italien damit einher gehende Verlust an vielen, vielen Privilegien. Daneben gibt es nochein paar Typen in Brüssel und Berlin, die nicht mehr transpirieren, sondern schwitzen. Die Bevölkerung wird auch das überleben und wie immer in Italien gestärkt aus einer Krise hervorgehen.

    Forza Italia!

  2. Der Großteil der italienischen Staatsschulden stammen aus dem 2. Weltkrieg, als die Amerikaner die Halbinsel von Süden her mit ihren AMLira “Amerian Military Lira” geflutet hatten. Es waren damals zirka 139 Miliarden Lire. Ursprünglich sollten diese nach erfolgter Invasion wieder vom Markt abgezogen werden. Stattdessen hat man sich entschlossen, diese in Staatspapier zu wandeln. Italien wurde also zweimal Verarscht: Zuerst haben die Amis sich damit halb Italien gekauft, Italien ist heute noch ein amerikanischer Flugzeugträger im Mittelmehr, und dann mit einer Schuld belastet, die niemals abgezahlt werden kann. Der Federführer dieser Operation, an den Namen kann ich mich nicht mehr erinnern, wurde nachher zum Chef des IMF. Die EU wird uns wohl alle in die Tiefe reißen, wenn nicht irgendwer im Stande ist die Reißleine zu ziehen!

  3. Italien ist schon seit Jahrzehnten ein Schatten seiner selbst. Die vielen Errungenschaften der Italiener, die Noblesse der “Dolce Vita” und die guten Handelsbeziehungen machten einst diesen Fleck auf der Karte zum gelobten Land und vor allem reich. Nichts von dem ist übriggeblieben. Die Verbrecherorganisationen, die Misswirtschft und die Korruption haben das Land in den Abgrund getrieben. Geblieben ist Verdruss, Enttäuschung und ein riesiger Berg von Problemen. Die Staatsverschuldung ist nur eine Nuance des gleichen Liedes.
    Schafft Italien noch die Kehrtwende bevor es mit Ach und Krach gegen die Wand fährt? Ein m.E. sehr schwieriges Unterfangen. Licht gibt es hier und da, aber das reicht bei Weitem nicht um das Ruder herumzureissen. Wahrscheinlich muss es erst gegen die Wand fahren, bevor es in Zukunft zurückkommen kann. Unterbewusst ist es anscheinend den Leuten klar. Daher toller Titel, den ich leicht abgewandelt “The driving dead heading for the wall” genannt hätte …
    MfG

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