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Die Rente ist sicher: Die Kaufkraft aber nicht!

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil will die Renten von Geringverdienern aufstocken. Diese Maßnahme würde Milliarden kosten und die ohnehin schon belastete Rentenkasse noch tiefer in die roten Zahlen bewegen.

Medienberichten zufolge sollen Personen, die immer nur Einnahmen in Höhe des Mindestlohns hatten, die höchste Rentenaufwertung erhalten: ihr monatliches Plus läge bei 447 Euro. Von der geplanten Rentenerhöhung des Arbeitsministers würden drei bis vier Millionen Rentner profitieren, der größte Teil davon wären Frauen.

Der Blick auf die Finanzierungslücke der Rente

Wie die nachfolgende Infografik von Statista auf Basis von Zahlen der Deutschen Rentenversicherung zeigt, ist die Lücke zwischen eingenommenen Rentenbeiträgen und den Rentenausgaben über die Jahre größer geworden. 1992 lag der Anteil der Rentenausgaben, der durch Beiträge gedeckt ist, bei 92,2 Prozent – 2017 lag er lediglich bei rund 84 Prozent.

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Die Kaufkraft der nominalen Rentenzahlung verfällt zunehmend!

Derartige Maßnahmen wie sie die SPD nun plant – um ihre eigene, politische Existenz zu retten – werden nur dazu beitragen, das gesetzliche Rentensystem noch schneller und weiter zu schwächen. Die absolute Rentenzahlung mag – frei nach Norbert Blüm – sicher sein. Die Kaufkraft der nominalen Rentenzahlung wird aber zunehmend verfallen. Zusätzlich wird das Rentensystem quersubventioniert werden müssen, um in Zukunft zahlungsfähig zu bleiben.

Defizite und Diskrepanzen: Italiener haben das kürzeste Arbeitsleben in Europa!

Wer 2017 in Deutschland ins arbeitsfähige Alter von 15 Jahren kam, muss ab diesem Zeitpunkt im Schnitt noch 38,4 Jahre arbeiten, bevor er in Rente gehen kann. Damit ist Deutschland im europäischen Vergleich nicht Spitzenreiter, liegt aber über dem Schnitt der 28 EU-Mitgliedstaaten von 35,9 Jahren Lebensarbeitszeit. Am längsten müssen die Isländer arbeiten: 47 Jahre muss ein im Jahr 2017 15-jähriger noch arbeiten, bevor er oder sie die Rente genießen kann.

Das kürzeste Arbeitsleben haben Italiener mit im Schnitt 31,6 Jahren. 2008 lag die durchschnittliche Lebensarbeitszeit in Deutschland in Deutschland noch bei 36,5 Jahren. Zum Anstieg der vergangenen Jahre haben hierzulande hauptsächlich die Frauen beigetragen: In der Zeit von 2008 bis 2017 stieg ihre Lebensarbeitszeit von 33,6 auf 36,3 Jahre, das ist ein Plus von 8 Prozent. Männer legten im selben Zeitraum von 39,3 auf 40,3 Jahre zu, das entspricht einer Veränderung von 2,5 Prozent.

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Europas Lebensarbeitszeiten: Auch diese Zahlen sind ein Beleg für das Fehlkonstrukt von Euro und EU!

Die EU und der Euro – in der heutigen Ausgestaltung – werden scheitern. Ein wesentlicher Grund dafür ist, dass vor 20 Jahren eine politisch gewollte Währungsunion eingeführt wurde, ohne gleichzeitig eine Wirtschafts- und Steuerunion mit Sozialreformen durchzuführen. Statt konsequent – seitens der Politik – eine Wirtschafts- und Steuerunion umzusetzen, ist EU-Europa längst zu einer Haftungsgemeinschaft und Umverteilungsunion mutiert. Neben wirtschaftlichen Verwerfungen werden künftig auch soziale Spannungen zunehmen. Weiterführende Informationen…

© Markus Miller – Geschäftsführer GEOPOLITICAL.BIZ S.L.U. – Beachten Sie bitte unsere PREMIUM PARTNER

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