Bank_Filiale_Der_Zukunft

Die Bankfiliale der Zukunft!

Die Deutschen sind in Gelddingen konservativ, von der Vorliebe für das Bargeld bis zur Altersvorsorge per Sparbuch. Eigentlich. Wenn Technologien praktisch und vertrauenswürdig sind, steigt die Bereitschaft, sich bei Finanzdienstleistungen auf Innovationen einzulassen. Eine neue Studie untersucht, wie gut Filialbanken aktuell die Bedürfnisse ihrer Kunden bedienen und wie die Anforderungen an die Filiale der Zukunft aussehen.

Die Gesellschaft für Qualitätsentwicklung in der Finanzberatung (QIDF) und das Marktforschungsinstitut SPLENDID RESEARCH haben im Januar 2019 im Rahmen einer repräsentativen Umfrage 1.010 deutsche Filialbankkunden zwischen 18 und 69 Jahren online zu ihren Erfahrungen mit Finanzdienstleistungen befragt. Untersucht wurden die Bankbiografie der Teilnehmer, die Erwartung an Bankfilialen und -berater, die Beurteilung von Beratungsgesprächen sowie die Nutzung und Akzeptanz bestimmter Kommunikationskanäle.

Gründe für die Filialbank: Vertrauenswürdigkeit und Erreichbarkeit

Vertrauenswürdigkeit, fußläufige Erreichbarkeit und ein gutes Online-Banking – das sind die drei wichtigsten Gründe für die Wahl einer Filialbank. Jeweils 40 Prozent der Kunden begründen ihre Entscheidung für ihre derzeitige Hauptbank anhand dieser Kriterien. Die nächstgelegene Filiale sollte für 58 Prozent der Deutschen nicht weiter als fünf Kilometer entfernt sein. Mehr als zwei Drittel der Deutschen möchten dort auch einen kompetenten Ansprechpartner antreffen.

Weniger persönlicher Kontakt in der Bankfiliale der Zukunft

Die Bankfiliale der Zukunft ist in den Erwartungen der Filialbankkunden eindeutig gerätelastig. 74 Prozent der Kunden wollen weiter Geldautomaten und Kontoauszugdrucker vor Ort, 50 Prozent der Kunden auch Online-Terminals für Überweisungen nutzen. Persönliche Ansprechpartner für Service und Beratung erwartet hingegen zukünftig nur gut die Hälfte der Kunden. Bereits jeder fünfte Deutsche wäre mit nur einem Geldautomaten oder auch komplett ohne Filiale vor Ort zufrieden.

Zur laufenden Kommunikation und Betreuung wünschen sich drei Viertel der Filialbankkunden Online-Banking. Damit hat sich die digitale Kontoverwaltung hierzulande endgültig als vollwertiger Touchpoint durchgesetzt. Gleichwohl befürworten 69 Prozent der Kunden die proaktive Kontaktaufnahme der Bank bei wichtigen Themen sowie 60 Prozent der Kunden die Vorstellung von Neuigkeiten.

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Digitalisierte Beratungen gewinnen Zuspruch

Jeweils ein gutes Drittel der Kunden würde ein Online-Beratungsgespräch führen oder ein Anliegen per Chat mit dem Berater klären. Selbstcheck-Apps würde bislang maximal jeder sechste Kunde nutzen und mit einem Chat-Roboter würden sieben Prozent der deutschen Bankkunden ihre Finanzangelegenheiten regeln.

Trotz Zuspruch zu digitalen Angeboten wird in der Studie deutlich, dass der persönlichen Beratung nach wie vor eine große Rolle zukommt. Ob die im Anzug stattfinden sollte, ist aber zunehmend strittig. Zwar erwarten 89 Prozent der Kunden von einem Bankberater ein gepflegtes Erscheinungsbild, aber bereits jeder Vierte wünscht ihn sich dabei in legerer Kleidung.

Kunden sind zufrieden mit ihrer Filialbank

Online-Banking, die Nutzung von Geräten in der Filiale und die persönliche Beratung vor Ort bei komplexen Themen sind mit Abstand die wichtigsten Leistungen einer Filialbank. Die Filialbankkunden sind mit diesen auch zufrieden. 45 Prozent haben bisher noch nie die Bank gewechselt. Es wächst jedoch eine online-affine Zielgruppe nach, die durchaus bereit ist, für den Kontakt zum Berater ins Internet zu wechseln.

Meine Antwort auf die Frage: „Wie sieht die Filialbank der Zukunft aus?“: Die Filialbank der Zukunft ist eine App auf Ihrem Smartphone oder Ihrer Smartwatch!

Auch Banken sind Opfer des Smartphone-Booms

2007 brachte Apple das erste iPhone auf den Markt und verhalf so dem Smartphone zum Durchbruch. Seitdem haben allein die Deutschen rund 187 Millionen der Touchscreen-Telefone gekauft. Aber das Smartphone war von Anfang an mehr als nur ein Handy. Videos gucken, Musik hören, Fotos schießen, in einer fremden Stadt navigieren und im Internet surfen; das alles und noch viel mehr leisten die mobilen Alleskönner.

Weniger rosig sieht es dagegen für all die Geräte aus, deren Funktionen das Smartphone in sich vereint. So wurden 2018 nur noch 506.000 MP3-Player verkauft. Im Erscheinungsjahr des ersten iPhones waren es noch rund acht Millionen. Ähnlich stark ist auch der Digitalkamera-Absatz zurückgegangen. Die Bankenlandschaft steht heute schon inmitten des größten Umbruchs, der je zu beobachten war. Dieser Trend wird dynamisch weitergehen. Gerade auch aufgrund der Plattformökonomie.

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Zukunftsmarkt Plattformökonomie!

Digitale Plattformen verschaffen den Kunden einen guten Überblick über das Angebot auf dem Markt und bieten einen einfachen Preisvergleich. Davon ist eine deutliche Mehrheit der Bundesbürger überzeugt. Das gilt auch für Bank- und Finanzdienstleistungen. Und so werden bei Internet-Plattformen insgesamt mehr Vor- als Nachteile gesehen. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Befragung von 1.003 Bundesbürgern ab 16 Jahre im Auftrag des Digitalverbands Bitkom.

Digitale Plattformen geben Kunden Überblick

Dabei geben mehr als drei Viertel (79 Prozent) an, dass es Plattformen ermöglichen, schnell und einfach viele Angebote zu vergleichen. Rund zwei Drittel (64 Prozent) sagen, dadurch können sie schnell und einfach das günstigste Angebot finden. Insgesamt sind sich 3 von 5 Deutschen (61 Prozent) sicher, dass digitale Plattformen mehr Vorteile als Nachteile bringen. Digitale Plattformen machen unser Leben heute in vielen Bereichen einfacher und bequemer. Natürlich müssen wir uns auch mit neuen regulatorischen Fragen beschäftigen, die durch Plattformen aufgeworfen werden – aber wir sollten dabei nicht die riesigen Chancen der Plattformökonomie aus den Augen verlieren.

Digitale Plattformen sind deshalb so erfolgreich, weil sie echte Mehrwerte bieten. Erst durch Plattformen können wir die vielfältigen Angebote im Internet wirklich überblicken und nutzen. Ich teile diese Einschätzung des Bitkom zu 100%, möchte aber hinzufügen, dass neben den regulatorischen Herausforderungen vor allem der Schutz Ihrer Privatsphäre und Ihre Datensicherheit eine sehr große Rolle spielen!

Digitale Plattformen führen zu sinkenden Verbraucherpreisen

Als weitere Vorzüge nennt jeder Zweite (49 Prozent), dass digitale Plattformen zu sinkenden Preisen führen. 2 von 5 (40 Prozent) empfinden positiv, dass sie sich nur einmal bei einer Plattform registrieren müssen und dann auf die Angebote verschiedener Anbieter zugreifen können.

Bekannte Beispiele für digitale Plattformen, die sich an Privatkunden richten, sind etwa Airbnb, Amazon, eBay, Flixbus, Netflix, Spotify oder die App-Stores von Apple oder Google. Gemeinsam ist ihnen, dass der jeweilige Plattformbetreiber verschiedene Anbieter von Waren oder Dienstleistungen mit den potenziellen Kunden zusammenbringt.

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Jüngere sehen häufiger die Vorzüge von digitalen Plattformen

Die Jüngeren unter 30 sehen dabei deutlich häufiger Vorteile von digitalen Plattformen als die Älteren. So geben sogar fast 9 von 10 Befragten zwischen 16 und 29 Jahre (88 Prozent) an, dass die Plattformen für einen besseren Überblick über das Angebot sorgen. 7 von 10 (70 Prozent) betonen die Möglichkeit, schnell und einfach das günstigste Angebot zu finden, 6 von 10 (59 Prozent) erwarten durch digitale Plattformen sinkende Preise. Fast jeder Zweite (45 Prozent) sieht einen Vorteil darin, sich nur einmal registrieren zu müssen. Insgesamt sagen rund drei Viertel (73 Prozent) der Jüngeren, dass Plattformen mehr Vorteile als Nachteile haben.

Vor allem einen Punkt sehen die Verbraucher allerdings kritisch: 45 Prozent aller Befragten und sogar 55 Prozent der 16- bis 29-Jährigen geben an, dass sie sich weniger über jene Angebote informieren, die nicht auf den Plattformen zu finden sind. Aus meiner Sicht halten sich vor allem ältere Menschen aufgrund von Bedenken im Hinblick auf die Sicherheit der Privatsphäre und den Datenschutz bei digitalen Plattformen zurück. Hier gibt es allerdings einfache und effiziente Maßnahmen, beides ganz signifikant zu erhöhen. Weiterführende Informationen…

© Markus Miller – Geschäftsführer GEOPOLITICAL.BIZ S.L.U. – Beachten Sie bitte unsere PREMIUM PARTNER

2 thoughts on “Die Bankfiliale der Zukunft!

  1. Hallo,
    von der Cashback Firma Wee.com von Cengiz Ehliz und dem Tokenvermarkter Michael Scheibe werde ich
    beworben als Vertriebler mitzumachen. Es ist ein binäres Vertriebssystem.
    Beworben wird “die Blockchain-Revolution” mit einem Cryptoprelaunch und “die Revolution des Einkaufens”.
    Haben Sie schon davon gehört?
    Herzliche Grüße vom Hans

    1. Ja, natürlich habe ich davon schon gehört und vor allem auch viel dazu gelesen. Wee.com ist ein atypisches MLM-Vertriebs- bzw.. Umverteilungskonzept dessen Geschäftsmodell ich als nicht zukunftsfähig bewerte. Dern dahinterstehenden Initiator Cengiz Ehliz beurteile ich darüber hinaus als nicht vertrauenswürdig aufgrund seiner zahlreichen dubiosen MLM-Aktivitäten in der Vergangenheit. Meine Empfehlung: Finger weg! Viele Grüße Markus Miller

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