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Der Bargeld-Automat stirbt!

Vor über 50 Jahren wurde am 27. Mai 1968 der erste Geldautomat in Deutschland von der Kreissparkasse Tübingen der erste Geldautomat in Betrieb genommen. Die Sparkassen verfügen auch heute noch über das dichteste Netz an Geldautomaten, die – derzeit noch – mit Abstand beliebteste Bargeldquelle in Deutschland. 84 Prozent der Deutschen versorgen sich an Geldautomaten mit Bargeld. 14 Prozent der Bankkunden gehen dafür immer noch zum Bankschalter, allen voran um größere Geldbeträge abzuheben. Die restlichen 2 Prozent nutzen für Bargeldtransaktionen die Funktion „Point of Sale“. Allen voran die Möglichkeit der Bargeldabhebung an der Kasse eines Supermarktes. Am Bankschalter werden durchschnittlich 447 Euro abgehoben, am Geldautomat 189 Euro und am Point of Sale derzeit lediglich 87 Euro.­­

Das Filialsterben und die Bargeldabschaffung werden auch zum Sterben der Geldautomaten führen!

EU-weit stehen die meisten Geldautomaten je Einwohner in Belgien mit 1.548 Stück je 1 Million Einwohner. Deutschland liegt auf Rang 7 mit 1.035 Geldautomaten. In den – im Hinblick auf die grundlegende Digitalisierung und die spezielle Digitalisierung des Geldes sehr fortschrittlichen – Ländern Skandinaviens sind Geldautomaten bereits seit Jahren stark rückläufig. Hier hat längst das Smartphone den Geldautomaten abgelöst. Grundsätzlich ist der Trend, bzw. die Dynamik hin zu Geldautomaten mittlerweile stagnierend, oder in bestimmten Regionen rückläufig.

Weil Banken immer mehr Filialen mit Menschen schließen und in diesem Zusammenhang auch Geldautomaten weiter abbauen. Zur 50-jährigen Geschichte der Geldautomaten werden mit Sicherheit keine weiteren 50 Jahre dazukommen. So wie das Filialsterben bei den Banken in vollem Gange ist, hat auch das Sterben der Geldautomaten längst begonnen.

Die Geldautomatenbranche steht vor einem massiven Umbruch – Diebold Nixdorf steht vor dem Aus

Aktuell gibt es ein sehr gutes Beispiel, dass diese Entwicklungen eindrucksvoll verdeutlicht. Der Geldautomatenhersteller Diebold Nixdorf (Bild) ist mittlerweile so stark angeschlagen, dass das Unternehmen zum Verkauf steht. Diebold Nixdorf ist nach NCR die Nr. 2 der Geldautomatenhersteller. Die existenzbedrohende Lage wird deutlich am Aktienkurs des Unternehmens, der um über 85 Prozent eingebrochen ist. Bargeld hat keine Zukunft, Bargeld-Automaten haben somit auch keine Zukunft. Unternehmen wie Diebold Nixdorf müssen sich daher grundlegend wandeln. Von einem Geldautomatenhersteller zu einem Software- und Dienstleistungsanbieter.

Aktienkurs Diebold Nixdorf (ISIN: US2536511031)

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Eine Möglichkeit wäre beispielsweise, auf die Herstellung von Automaten für digitale Währungen zu konzentrieren. Diese boomen im Gegensatz zu den klassischen Bargeld-Automaten. Es gibt mittlerweile bereits über 3.700 Bitcoin-Geldautomaten (ATMs). Dennoch bin ich der Ansicht, dass Automaten grundlegend nur ein Zwischenschritt sind. Die Digitalisierung wird auch zahlreiche Automaten ersetzen, weil die Funktionalitäten schlicht direkt in Smartphones integriert werden können.

Die Banken und Geldautomaten der Zukunft sind Applikation (Apps) auf Ihrem Smartphone!

Wer in Deutschland Online-Banking auf dem Smartphone oder einem Tablet nutzt, verschafft sich dort – zumindest derzeit noch – vor allem einen Überblick über seinen Kontostand. Nur eine Minderheit nutzt bislang Mobilgeräte dazu, Geld zu überweisen, Wertpapiere zu kaufen oder gar einen Kredit zu beantragen. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage, die Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands Bitkom vor kurzem durchgeführt hat. Dabei gaben 95 Prozent der Bundesbürger, die Online-Banking mit Smartphone oder Tablet nutzen, an, dass sie auf dem Gerät ihren Kontostand prüfen.

Zwei Drittel (69 Prozent) lassen sich auf das Mobilgerät Benachrichtigungen schicken, wenn etwa das Gehalt auf dem Konto eingegangen ist oder sie ihr Konto überzogen haben und Dispo-Zinsen fällig werden. Aber nur rund jeder Dritte führt Überweisungen mit Smartphone oder Tablet durch (34 Prozent) oder richtet Daueraufträge ein oder verändert sie (29 Prozent). Jeder Vierte (24 Prozent) kauft oder verkauft Wertpapiere, 15 Prozent nutzen Mobilgeräte um sich per Mail oder Live-Chat zu ihren persönlichen Finanzen beraten zu lassen.

Digitalisierung: Banking-Apps werden auch in Deutschland zunehmend beliebter 

Aktuell nutzen drei von fünf Bundesbürgern (62 Prozent) Online-Banking. Mehr als jeder Dritte von ihnen (39 Prozent) setzt dafür auch Smartphones oder Tablets ein. Die Mehrheit hat dazu die App ihrer Bank installiert (55 Prozent). 7 Prozent setzen auf kostenpflichtige Apps von Drittanbietern, die meistens die Konten verschiedener Banken verwalten können und Zusatzfunktionen wie eine Übersicht der Finanztransaktionen nach Ein- und Ausgabearten anbieten. 2 Prozent nutzen kostenlose Apps von Drittanbietern. Immerhin zwei von fünf Mobile-Bankern (39 Prozent) geben derzeit noch an, dass sie gar keine App benutzen, sondern die mobile Website ihrer Bank. Interessant ist vor mich vor allem die Schlussfolgerung der Bitkom-Studien-Ersteller, dass heute das Smartphone vor allem dazu genutzt wird, mal schnell den Kontostand zu checken. Morgen hingegen wird das Smartphone eine vollwertige, rund um die Uhr erreichbare Bankfiliale in der Hosentasche sein. Ich teile diese analytische Einschätzung zu 100 Prozent!

Mobile Banking bringe Ihnen als Verbraucher eine Menge Vorteile: Mit dem Smartphone lässt sich beispielsweise eine Rechnung abfotografieren und der fällige Betrag bequem überweisen, ohne eine einzige Eingabe erforderlich wird. Dank der biometrischen Sicherheitsfunktionen der heutigen Smartphones wie dem Fingerabdruckscanner ist das nicht nur bequem, sondern auch extremst sicher. Die von den klassischen, konventionellen Kreditinstituten gewohnten Dienstleistungen und teuren Gebühren werden stark zunehmend in den Schatten gestellt durch FinTechs. Apps, also Applikationen auf mobilen Endgeräten sind die Geld- bzw. Bankautomaten der Zukunft. Diese stehen nicht mehr in Filialen, sondern befinden sich auf Ihrem Smartphone in Ihrer Hosentasche oder Ihrer Handtasche.

Ich bin seit vielen Jahren aufgrund der politischen Stabilität, verbunden mit dem hohen Schutz der Eigentums-, Bürger- und Freiheitsrechte, ein großer Freund von Banken – außerhalb der Europäischen Union – mit Sitz im Fürstentum Liechtenstein, der Schweiz, Norwegen und Kanada. Deswegen werfe ich nachfolgend in diesem Kontext auch einmal einen detaillierten Blick auf die Rahmenbedingungen und Entwicklungen bei unseren eidgenössischen Nachbarn.

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Bargeld: Die Entwicklungen in der Schweiz!

es steht außer Frage, dass sich das Bargeld und damit einhergehend auch klassische Bankdienstleistungen und Bankfilialen auf dem Rückzug befinden. Die Diskussion um eine Abschaffung des Bargelds hat insgesamt deutlich an Fahrt gewonnen. Europäische Staaten wie Frankreich untermauern ihre gesetzlich festgelegte Barzahlungshöchstgrenze von nur noch 1.000 Euro mit dem Kampf gegen Steuerhinterziehung und Kriminalität.

Der EZB-Rat hat bereits am 04. Mai 2016 beschlossen, die Ausgabe der größten Euro-Banknote – den 500 Euro-Schein – gegen Ende des Jahres 2018 komplett einzustellen Dänemark oder Schweden begründen die Abschaffung von Bargeld mit den hohen Produktions-, Zähl- und Bearbeitungskosten. In den nordischen Ländern Europas hat das elektronische Bezahlen das Zahlen mit Bargeld bereits weitestgehend verdrängt. Die Notenbank Dänemarks hat die Bargeldpflicht abgeschafft und druckt keine neuen Banknoten mehr. Heute werfe ich einen Blick auf die Entwicklungen in unserem Nachbarland, der Schweiz.

Die Schweizer Nationalbank hat – auf freiwilliger Basis – den Umgang der Bürger mit Zahlungsmitteln untersucht

Im Herbst 2017 führte die Schweizerische Nationalbank (SNB) erstmals eine Zahlungsmittelumfrage durch. Ziel der Umfrage ist es, repräsentative Informationen zum Zahlungsverhalten und zur Bargeldnutzung der privaten Haushalte n der Schweiz zu erhalten sowie die zugrundeliegenden Motive zu ermitteln. Im Rahmen der Umfrage gaben rund 2.000 Personen mit Wohnsitz in der Schweiz in einem Interview Auskunft zu ihrem Zahlungsverhalten im Allgemeinen und zur Bargeldnutzung im Besonderen.

Anschließend erfassten die Personen in einem Zahlungstagebuch die von ihnen an sieben aufeinanderfolgenden Tagen getätigten Zahlungen, wobei Betrag, Ort und Zahlungsmittel anzugeben waren. Regelmäßig wiederkehrende Zahlungen wie Auslagen für Miete oder Versicherungsprämien waren im Tagebuch einmalig separat in aggregierter Form als monatlicher Gesamtbetrag zu notieren. Insgesamt wurden in den Tagebüchern über 22.500 Transaktionen festgehalten.

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Die Zahlungsmittelnutzung in der Schweiz ist sehr vielfältig

Insgesamt gibt die Umfrage das Bild einer vielfältigen Zahlungsmittelnutzung durch die privaten Haushalte in der Schweiz wieder. Die Ergebnisse implizieren ein gut funktionierendes Nebeneinander von Bargeld und bargeldlosen Zahlungsmitteln sowie eine hohe Zufriedenheit der privaten Haushalte mit den bestehenden Zahlungsmöglichkeiten.

Die an den meisten Zahlungsorten gebotene freie Zahlungsmittelwahl ermöglicht es der Bevölkerung, jeweils das aus individueller Perspektive optimale Zahlungsmittel zu wählen. Damit ist ein bedeutender volkswirtschaftlicher Nutzen verbunden. Die Tatsache, dass das Publikum im Einzelfall meistens das jeweils bevorzugte Zahlungsmittel wählen kann, ist gleichzeitig Beleg dafür, dass die SNB die beiden gesetzlichen Aufgaben erfüllt, die Bargeldversorgung zu gewährleisten sowie das Funktionieren bargeldloser Zahlungssysteme zu erleichtern und zu sichern.

Im Detail kommt die Zahlungsmittelumfrage 2017 zu folgenden Erkenntnissen:

In der Schweiz wohnhafte Personen ab 15 Jahren nehmen pro Tag durchschnittlich 1,6 Zahlungen vor, wobei sich der Transaktionsbetrag im Durchschnitt auf 41 Franken beläuft. Bei einer Mehrheit der erfassten Transaktionen handelt es sich um Zahlungen unter 20 Franken, während lediglich 2 Prozent der Zahlungen einen Wert von mehr als 200 Franken aufweisen.

Bargeld stellt das von den privaten Haushalten in der Schweiz meistgenutzte Zahlungsmittel dar. Von den erfassten Zahlungen werden 7 Prozent bar abgewickelt. Am Wert gemessen werden demgegenüber 45 Prozent der Ausgaben mit Bargeld getätigt. Dieser Unterschied ist darauf zurückzuführen, dass Bargeld gerade für die Bezahlung kleiner Beträge von besonders großer Bedeutung ist. Bargeld wird aber auch immer wieder für größere Beträge eingesetzt: 35 Prozent der nicht regelmäßig wiederkehrenden Zahlungen von mehr als 1000 Franken werden bar beglichen.

Die 1.000 Schweizer Franken Banknote ist sehr beliebt

Die privaten Haushalte greifen für Zahlungszwecke sowohl auf die kleinen als auch die großen Notenstückelungen zurück. Namentlich die 10er- und 20er-Note werden dabei sehr häufig genutzt, aber auch die Beiden größten Stückelungen sind in der Schweiz verbreitet: 40 Prozent der Befragten geben an, innerhalb der vergangenen zwei Jahre mindestens eine 1000er-Note besessen zu haben, bei der 200er-Note beträgt dieser Anteil 66 Prozent.

Die beiden großen Noten sind in erster Linie für weniger oft anfallende, teurere Anschaffungen von Bedeutung – wie beispielsweise Autos, Elektroartikel oder Möbel – sowie für das Begleichen von Rechnungen am Postschalter Neben einem durchschnittlichen Bargeldbestand im Portemonnaie von 133 Franken besitzt die Schweizer Bevölkerung rund zwei verschiedene bargeldlose Zahlungsmittel.

Auch in der Schweiz sind Bezahl-Apps aktuell noch wenig verbreitet

Dabei dominieren die Debit- und die Kreditkarte. Neuartige Bezahlverfahren wie Bezahl-Apps sind im Vergleich dazu noch wenig verbreitet. Die Debitkarte (Maestro/EC-Karte, Postcard) ist in der Schweiz das mit Abstand meistgenutzte bargeldlose Zahlungsmittel. Von den erfassten Transaktionen werden 22 Prozent damit abgewickelt, während der entsprechende Anteil bei der Kreditkarte 5 Prozent beträgt.

Bei neuartigen Bezahlverfahren wie Bezahl-Apps oder kontaktlosen Kartenzahlungen bewegen sich die Nutzungszahlen dagegen auf sehr tiefem Niveau. Weil diese Bezahlverfahren vor allem für Kleinbeträge eingesetzt werden, könnten sie über die Zeit eine interessante Alternative zu Bargeld darstellen. Dem steht jedoch gegenüber, dass rund die Hälfte der Befragten in den nächsten Jahren weiterhin gleich oft bar zahlen will wie heute.

Zahlungsverkehr: Positive Beurteilung der Schweizer für Bargeld und Debitkarten

Dies könnte zur Folge haben, dass nicht Bargeldzahlungen, sondern vielmehr bestehende bargeldlose Zahlungsmittel durch die neuartigen Verfahren abgelöst werden. Die Eigenschaften von Bargeld und Debitkarten als Zahlungsmittel werden als gut bis sehr gut wahrgenommen. Konkret wird Bargeld insbesondere hinsichtlich Akzeptanz und Kosten geschätzt, während die Debitkarte bei der Sicherheit – in Bezug auf mögliche finanzielle Schäden bei Verlust oder Diebstahl – sehr gut abschneidet. Beide Zahlungsmittel werden von den Befragten als ähnlich einfach und zeitsparend im Einsatz bewertet.

Die Wahl des Zahlungsmittels wird zum einen vom Zahlungsbetrag beeinflusst. Bargeld und Bezahl-Apps werden namentlich für die Zahlung von kleinen und mittleren Beträgen eingesetzt, während Debitkarten für Beträge ab 50 Franken und Kreditkarten für Beträge ab 200 Franken vermehrt genutzt werden. Dies zeigt, dass sich die verschiedenen Zahlungsmittel gut ergänzen.

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Der Zahlungsort ist ausschlaggebend für die Zahlungsart

Zum anderen unterscheidet sich das bevorzugt gewählte Zahlungsmittel je nach Zahlungsort. Faktoren wie Präferenzen für eine bestimmte Zahlungsweise (bar oder bargeldlos) oder die subjektive Bewertung der Einfachheit des Zahlungsvorgangs prägen die Zahlungsmittelwahl. Gerade die Bewertung der Einfachheit hängt wesentlich vom Zahlungsort ab. Je nach Ergebnis dieser Bewertung bevorzugen die privaten Haushalte daher bei den verschiedenen Zahlungsorten ein anderes Zahlungsmittel. Dank der hohen Akzeptanz bargeldloser Zahlungsmittel sowie der guten Verfügbarkeit von Bargeld können die privaten Haushalte in der Schweiz an den meisten Zahlungsorten auch tatsächlich ihr bevorzugtes Zahlungsmittel einsetzen.

Die aus dem Ausland bekannten Unterschiede im Zahlungsverhalten zwischen Gruppen mit unterschiedlichen soziodemografischen Merkmalen zeigen sich auch in der Schweiz. Insbesondere die Merkmale Alter und Haushaltseinkommen sind von Bedeutung für Unterschiede in der Präferenz bestimmter Zahlungsmittel sowie für die Wahl des Zahlungsmittels in bestimmten Situationen.

Alter und Einkommen spielen eine große Rolle bei der Bargeldnutzung

Eine überdurchschnittliche Bargeldaffinität weisen besonders Personen ab 55 Jahren und Befragte aus Haushalten mit niedrigem Einkommen auf. Personen im Alter von 15 bis 34 Jahren und aus Haushalten mit hohem Einkommen setzen häufiger auf Kartenzahlungen. Als regionaler Unterschied innerhalb der Schweiz zeigt sich zudem eine höhere Bargeldneigung im Tessin.

Die Bevölkerung in der Schweiz weist insgesamt ein ähnliches Zahlungsverhalten auf wie die Bevölkerung der Eurozone im Durchschnitt. Dabei ist zu berücksichtigen, dass zwischen den Ländern der Eurozone markante Unterschiede im Zahlungsverhalten zu beobachten sind. So weisen die deutschsprachigen und südeuropäischen Länder eine deutlich höhere Bargeldnutzung auf als die frankophonen und nördlichen Euroländer. Die Schweiz liegt im Vergleich dazu im Mittelfeld.

Die Schweizer haben Vertrauen in die Wertaufbewahrungsfunktion des Schweizer Franken

Bargeld erfüllt für die privaten Haushalte in der Schweiz neben seiner Funktion als Zahlungsmittel auch eine wichtige Rolle als Wertaufbewahrungsmittel. Es wird von 37 Prozent der Schweizer Haushalte zu diesem Zweck eingesetzt. Eine Mehrheit dieser Befragten gibt an, einen Betrag von unter 1000 Franken aufzubewahren und dabei vorwiegend auf die 100er-Note zurückzugreifen.

Als Motiv für den Einsatz von Bargeld zur Wertaufbewahrung steht die unmittelbare Verfügbarkeit bei Bedarf im Vordergrund. Eine eigentliche Krisenvorsorge oder das anhaltende Tiefzinsumfeld spielen demgegenüber als Motive gegenwärtig eine deutlich untergeordnete Rolle.

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Fazit: Die Schweiz kombiniert die Tradition von Bargeld mit der Innovation von E-Geld!

Die Schweiz lässt den Bürgern die höchstmögliche Freiheit die Mittel und Wege zu nutzen, die sie möchten. Im Gegensatz zu zahlreichen EU-Ländern gibt es keine Tendenzen, die Landeswährung des Schweizer Frankens (CHF) aus politischen Gründen – gegen den Willen der Bürger – zu regulieren bzw. zu reglementieren. Die Schweiz hat klar bekräftigt, dass auch die 1000er Schweizer Franken Banknote weiterhin im Umlauf bleibt. Dadurch haben die Schweizer Bürger auch weit weniger Sorge vor einer Bargeldabschaffung, wie ganz offensichtlich die Bundesbürger.

Parallel dazu werden dennoch die Möglichkeiten des technologischen Fortschritts im Zuge der Digitalisierung des Geldes gefördert. Für mich bietet die Schweiz – und auch das Fürstentum Liechtenstein in dem der Schweizer Franken ebenfalls die Landeswährung ist – somit auch in diesem Kontext ideale, begrüßenswerte Rahmenbedingungen. Auch für Personen die nicht in der Schweiz oder in Liechtenstein wohnen.

© Markus Miller – Geschäftsführer GEOPOLITICAL.BIZ S.L.U. – Beachten Sie bitte unsere PREMIUM PARTNER

2 thoughts on “Der Bargeld-Automat stirbt!

  1. Sehr geehrter Herr Miller,
    seit Jahren wird über das Szenario der Abschaffung des Bargelds gesprochen, diskutiert. Wo sind eigentlich die Befürworter*rinnen für den Erhalt des Bargelds? Oder ist es schon zu spät? Wer will wirklich die Abschaffung des Bargeldes?
    Ich würde es interessant finden, wenn das Thema Bargeld nicht nur aus der technologischen Sicht sondern auch mal aus der Sicht der Menschen und dem Begriff Freiheit diskutiert werden würde. Ist es denn wirklich erstrebenswert, wenn mit einer möglichen Abschaffung von Bargeld jede finanzielle Transaktion von zwei Parteien (dem Gebenden und dem Nehmenden) zusätzlich von und für Dritte dokumentiert, kontrollier- und nachvollziehbar wäre? Ist es nicht lohnenswert, auch für diese Stück “Freiheit” zu kämpfen? Nur, um nicht falsch verstanden zu werden, es geht nicht um das Decken von Geldwäsche oder sonstigen unredlichen Machenschaften und ich bin auch Freund und Verfechter einer verantwortungsvollen Digitalisierung. Aber für mich ist Bargeld und die grundsätzliche Möglichkeit, darüber frei und unkontrolliert zu verfügen, ein nicht unwesentlicher Bereich von Freiheit?

    P.S. Ich persönlich denke auch nicht, dass die Gründe für die aktuelle Situation bei Diebold Nixdorf ursächlich im sinkenden Absatz an Geldautomaten zu suchen sind. Für mich sind strategischen Entscheidungen, hohe Kosten und Verbindlichkeiten im Zuge der Fusion dort maßgeblicher.

    1. Ich sehe dies ähnlich wie Herr Bösel, auch in 10-20 Jahren wird es noch die pensionierten Senioren geben, die kein Smartphone haben und auch keines wollen und die am Marktstand mit Bargeld bezahlen werden und die eben auch in der Zukunft gerne zum Bankschalter gehen wollen – die nicht gezwungen werden wollen sich mit Dingen zu beschäftigen, die ihnen zu suspekt sind.

      Genauso wie ich bei uns in den Alpen – egal ob Schweiz oder nicht Schweiz – sicher auch in Zukunft in den entlegenen Tälern und in der Skihütte – meist nur mit Bargeld bezahlen werden kann. Genauso wie auf der Nordseeinsel oder bei dem Fischer am Mittelmeer.

      Auch wenn Bargeld evtl. in der Zukunft an Bedeutung verliert, kann nicht alles umgestellt werden bzw. dies erzwungen werden.

      Auch technisch ist es leider selbst in 2018 oft noch nicht machbar – von der Supermarkt Kasse in Norddeutschland wird meine österreichische Bankomat Karte nicht genommen (Debitkarte) sondern nur eine deutsche EC-Karte.

      Die 100%tige (technische) Aktzeptanz von allen bargeldlosen Zahlungsmitteln überall ist doch erstmal die Grundvoraussetzung und da sind wir noch Jahrzehnte entfernt ganz in Gegenteil mit immer neuen Optionen wie Google Pay und Apple Pay und deren Implementierung rücken wir doch noch weiter davon ab…

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