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Das Bundes-Schwundgeldsystem!

Eine gravierende Folge der Finanzkrise des Jahres 2008 ist ein Paradigmenwechsel auf den Zins- und Anleihenmärkten. Minuszinsen bei Geschäftsbanken und Zentralbanken sorgen mittlerweile für negative Zinseszins-Effekte. Die Zinsfunktionen befinden sich längst in einem neuen, in der Geschichte niemals zuvor dagewesenen Zeitalter. Die EZB verlangt von Kreditinstituten mittlerweile -0,4 % für das Parken von Einlagen. Ich rechne damit, dass die Strafzinsen in der Eurozone mindestens noch auf rund -0,5 % ansteigen werden. Selbst Negativzinsen von -1 % und mehr würde ich nicht mehr ausschließen.

Diese Rahmenbedingungen führen dazu, dass sich die Anleihenmärkte in einer historischen, nie zuvor gesehenen Blase befinden. Der Euro-Bund-Future, der wichtigste Indikator für Bundesanleihen, ist bis auf ein neues Allzeithoch bei 166 Punkten angestiegen.

 

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Die Anleihenmärkte sind ein Schwundgeldsystem

Die Mehrzahl der Deutschen Bundesanleihen sind heute Schwundanleihen, die am Ende ihrer Laufzeit weniger zurückbezahlen werden als die heutige Investition. Rund zwei Drittel, also 67 % aller Bundesanleihen sind derartige Schwundanleihen. Die kranken Anleihenmärkte werden früher oder später kollabieren. Statt Renditen liefern gerade Bundesanleihen heute lediglich noch ein sehr großes, renditeloses Risiko.

Das deutsche Versicherungssystem stützt sich auf Anleihen

Auf diesen kranken Rahmenbedingungen fußt auch das deutsche Versicherungssystem. Das gesamte, auf gesetzlichen Garantiezinsen basierende deutsche Lebensversicherungssystem ist mittlerweile gefährdet. Gleiches gilt auch für andere EU-Staaten wie beispielsweise unser Nachbarland Österreich.

In Deutschland gibt es rund 92 Millionen private Lebens- und Rentenversicherungsverträge. Das Volksfinanzprodukt Nr. 1 ist dadurch annähernd in jeder Familie vertreten, sei es über eine klassische deutsche Lebens- oder Rentenversicherung, eine betriebliche Direktversicherung oder über die staatlich geförderten privaten Rentenbausteine Riester- und Rürup.

Bis zu 98 % der Kapitalanlagen von Deutschen Versicherungsgesellschaften liegen dabei in reinen Geldwerten, vor allem in scheinbar sicheren Staatsanleihen. Nach aktuellen Berechnungen der Citigroup werfen 39 % der Anleihen aus der Euro-Zone mittlerweile negative Zinsen ab.

Klassische Kapitalversicherungen sind tickende Zeitbomben!

Viele Bürger sind sich der Gefahren des Deutschen Lebensversicherungssystems nach wie vor nicht bewusst. Der Gesetzgeber schon. Um in einem Krisenfall einen totalen Kollaps der Versicherungswirtschaft zu verhindern, hat die Politik im deutschen Versicherungsaufsichtsgesetz einen in der breiten Bevölkerung kaum bekannten Paragraphen geschaffen, durch den die Versicherungszahlung im Krisenfall verboten werden kann. Bevor dieses Enteignungsrisiko schlagend wird, müssen Sie jetzt selbst aktiv werden und die vorteilhaften Möglichkeiten der Rechtsprechung nutzen.

Veränderte Rahmenbedingungen durch die internationale Finanz- und Staatsschuldenkrise, negative Anleiherenditen an den Kapitalmärkten, sinkende Garantiezinsen und damit massiv sinkende Neuabschlüsse, strukturelle Defizite, alternative Finanzprodukte, veränderte demografische Strukturen, sowie eine allgemein steigende Skepsis gefährden das deutsche Lebensversicherungssystem mittlerweile massiv. Dennoch sollten Sie Ihre bestehenden Versicherungsverträge nicht vorschnell und ungeprüft einfach kündigen.

75 % aller Lebens- und Rentenversicherungsverträge werden vorzeitig gekündigt!

Rund 75 % aller abgeschlossenen Lebens- und Rentenversicherungsverträge werden vorzeitig gekündigt. Dabei bekommen Kapitalanleger jedoch nur einen Teil ihres eingezahlten Geldes zurück. Je kürzer die Laufzeit, desto gravierender wirken sich die hohen, zu Beginn des Versicherungsvertrages belastenden Kosten aus.

Dadurch entstehen den Versicherten jährlich Verluste in Millionenhöhe. Die Verbraucherzentrale Hamburg hat in einer Studie gemeinsam mit der Otto-Friedrich-Universität in Bamberg festgestellt, dass der durchschnittliche Schaden bei Kündigung einer Lebensversicherung bei rund 4.500 Euro pro Kunde liegt.

 

 

Beitragsfreistellung, Beleihung, Kündigung, Rückabwicklung oder Verkauf?

Bei bestehenden deutschen Lebensversicherungen haben Sie fünf grundlegende Möglichkeiten zu reagieren: Beitragsfreistellung, Beleihung, Kündigung, Rückabwicklung oder Verkauf. Festzuhalten ist dabei, dass die Rückabwicklung in vielen Fällen die beste Lösung ist. Zudem schlägt ein Verkauf in fast allen Fällen eine vorzeitige Kündigung.

In meiner aktuellen Themenspezial-Sonderausgabe „Der große Lebens- und Rentenversicherungs-Check 2016!“ zeige ich meinen Lesern die 5 besten Optimierungs-Strategien für bestehende Renten- und Lebensversicherungen, Riester-, Rürup- und bAV-Verträge. Verbunden mit Praxisempfehlungen und Ansprechpartnern aus meinem einzigartigen Experten-Netzwerk.

© Markus Miller – Geschäftsführer GEOPOLITICAL.BIZ S.L.U.

 

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3 thoughts on “Das Bundes-Schwundgeldsystem!

  1. Die Sicherheit von Kapital-Lebensversicherungen ist für viele Menschen unantastbar. Dabei haben in der Vergangenheit in Extremsituationen – wie bei einer Währungsreform – die Besitzer von Kapitallebensversicherungen und privaten Rentenversicherungen fast Ihre gesamten Ersparnisse verloren.
    Die Niedrigzinsphase gefährdet die Lebensversicherer
    Der aktuelle Garantiezins für Neuverträge beträgt nur noch 1,25 % (Stand 01.01.2016). Doch es gibt gewaltige Altlasten, welche den Lebensversicherungen Kopfschmerzen bereiten. So wurden über 40 % aller bestehenden Lebensversicherungen mit einem garantierten Zins von 3,5 % oder 4 % abgeschlossen. Seit Jahren sind diese Renditen am Kapitalmarkt in keiner Weise realistisch zu erzielen und die Versicherer müssen zusätzlich ihre hohen Verwaltungskosten bestreiten. Es ist klar, dass ein solches Geschäftsmodell auf Dauer nicht funktionieren kann.

    MFG
    Walter Kraus
    http://www.vita-finanz.de
    http://www.BankersHome.de

  2. Bundesanleihen unterliegen mehreren Einfluessen:
    – EZB kauft über die Bundesbank knapp 20% der Bundesanleihen auf, deren Zinsen in den Staatshaushalt als Bundesbankgewinne in den Haushalt einfliesst (verbotene Staatsfinanzierung?)
    – Risikotransformation innerhalb der Eurozone. Ein Bank in zB Spanien oder Italien hat einen hohen Bestand an lokalen Staatsanleihen. Wenn sie jetzt Anleihen an die EZB verkauft, dann kann sie diese durch Bundesanleihen ersetzen. Über den Euro sind Ausfallrisiken von Staatsanleihen vergleichbar geworden.
    – Der Bund reduziert seine Neuverschuldung und damit steht der höheren Nachfrage weniger Angebot entgegen.
    Langfristig sollten Bundesanleihen in durch Banken und Versicherung in ganz Europa einen größeren Anteil einnehmen

    Laut einer DZ Studie werden bis 2025 rd 1b Euro von D nach Südeuropa verschoben. Davon sind ein Teil die fehlenden Zinsen, die niedrigeren Lebensversicherungsleistungen, und über die target2 Konten (ist wieder auf Rekord Hoch). Dazu habt der Gesetzgeber Gewinne von den Sparern auf die Versicherungen verlagert.

    Welche Option bei einer Lebensversicherung sinnvoll ist, hängt letztlich vom Garantiezins ab. Bei 3% wäre ich doch dumm, meine Versicherung zu beenden. Aber alles hängt von den individuellen Vertrag ab.

  3. Geld für Konjunktur!
    Sprechen wir es aus: Allerorten wird von “kompetenter Seite” darüber lamentiert, daß Geld keinen Gewinn mehr abwirft, sondern sich auf dem Konto entwertet! Dabei ist doch die Kapitalistische Idealvorstellung die, dass “GELD ARBEITET” und sich dabei selbst vermehrt!
    Volker Pispers, einer der besten Humoristen dieses Landes spitzt dies dann zu indem er sagt:
    “Drücken Sie doch mal einem 50.– €uro Schein einen Spaten in die Hand und sehen sie zu wie der arbeitet!”
    Damit wird deutlich, ALLE WERTE werden einzig erzeugt durch die Tätigkeit derjenigen, welche ihre Hände rühren und sei es nur die Maus am PC. Es gilt also zu unterscheiden, einerseits zwischen realen Produktiv-Werten und Spekulations-Gewinnen, die stets nur aus Nullsummenspielen resultieren.
    Doch zurück zum Geld. Wenn wir das Drama der “Geld-Entlohnung” ja oder nein ordentlich aufbereiten wollen, so müssen wir zurückgreifen auf die Funktionen und die Aufgaben des Geldes. Hier wären festzuhalten seine Funktion als
    – Tauschmittel / Exchange
    – Wertmesser / Skalierungsequivalent
    – Wertaufbewahrung/Thesaurierung
    Das WICHTIGSTE in der Wirtschaft ist ein realer Werte-Umsatz und der damit verbundene Dienstleistungs- und Warenstrom, dem wiederum der Geldstrom entgegenläuft. Werden diese Ströme gestört kommt es erst zum Stottern und bei weiteren Problemen zum Stillstand des Wirtschaftsmotors und zum wirtschaftlichen Zusammenbruch.

    Dabei besteht auf der Produktiv- also der Warenseite nur DANN ein Problem, wenn wir eine Deflation zu beklagen haben, weil dann ständig das Risiko droht mit Verlust zu arbeiten, das Produktionsrisiko also unabsehbar steigt. Auf der Waren oder Produktivseite aber haben wir eigentlich keine Probleme, weil nach dem Say’schen Theorem, sich eine eimal produzierte Ware stets einen Abnehmer sucht, was eigentlich auch Bestandteil des Produktionsprozesses ist.

    Die eigentliche Krux scheint also auf der Seite des GEGENSTROMS zum Warenstrom, auf der GELDSEITE zu liegen. Sehr schön wird dies z.B. in folgendem aktuellen Aufsatz dargestellt:
    http://www.voltairenet.org/article191037.html

    Was könnte das Geld also, aus Sicht eines Geschäftrsmannes, am Umlaufen hindern?
    Nun jedermann weiss aus eigener Erfahrung, daß man tendenziell lieber gerne Kasse hält und mögliche Investitions und Konsumentscheidungen möglichst lange hinauszögert. Diese Tendenz wird natürlich verstärkt, je geringer die Kosten sind, die durch die Kassenhaltung verursacht werden.

    Diese Kosten sind durch das Absinken der Inflationsrate von 2 auf aktuell 0% einerseits und den nach 70 Jahren ungestörten Wirtschaftens gut aufgefüllten Kapitalstockes und des daraus folgenden Überangebotes “ökonomisch-naturgemäß” inzwischen auf 0 (null) gesunken. Auch die Opportunitätskosten sind damit bei Null! – Eine ideale Situation für jeden Zocker, der damit die Chance hat seine Liquidität, mit etwas Glück und einem schnellen Rechner, tagesaktuell zu Spekulationen einzusetzen.

    Der Benachteiligte im wirtschaftlichen Kreislauf, der uns ALLE VERBINDET sic! ist tendenziell derjenige, der investiert und/oder produziert hat und seine Ware ggf. nur verzögert absetzen kann, weil die Liquidität ja nicht zur Nachfrage oder nur zum Zocken genutzt wird.

    D.h. aber auch jeder Werktätige!

    Ein weiteres ist die Kommunikationsunfähigkeit der EZB bzw. von Herrn Draghi, der nicht glaubhaft vermitteln kann (?oder will?) daß es zu einer Inflationsrate von 2% kommen soll. Da ihm niemand glaubt oder glauben will, muss er also über den NEGATIVEN ZINS auf die Mindestreserven (nicht einmal auf die Echt-Salden!) versuchen die Kosten für die aktuell überquellende Liquidität SIC! zu erhöhen, um die verbliebene Rest-Konjunktur zu retten. Es ist davon auszugehen, daß die Konjunktur bei einer weiteren Erhöhung der Negativ-Sätze sich also beschleunigen und stärken wird, wenn da nicht das Problem mit dem Bargeld wäre! – Bargeld unterliegt NOCH nicht dieser “Ausgleichsabgabe auf Liquidität” (Prof.Dr.Dieter Suhr), weil den Herren der EZB hierzu scheinbar noch kein passendes Abgabeverfahren eingefallen ist. (Indessen ist es nicht allzuschwer sich hier etwas passendes auszudenken!)

    Es sind also gerade die Kosten des “bösen Herrn Draghi” (der damit der US Fed um einen Schritt voraus ist!) die uns aktuell vor einem wirtschaftlichen Zusammebruch retten und eine Mindest-Konkjunktur aufrechterhalten, weil sie die vorhandene Überfülle an Liquidität noch wenigstens mit einem minimalen Abschlag, d.h. einer Ausgleichsabgabe (D. Suhr) belasten, die bei investitionsrelevanten Vermögen Kosten erzeugen, welche diese zu Investition oder Konsum – beides Produktionsrelevant – animieren sollen.

    Es wäre also an der Zeit, für alle die sich wirtschaftlicher Komptenz rühmen wollen, sich hier endlich die adäquate Begriffsbildung mit entsprechenden Perspektiven und Maßstäben anzueignen um anzuerkennen zu können, daß sich Liquidität und auch Geld genauso abnutzen kann und muss wie Waren, die sich selbst auch auf Lager “abnutzen” wodurch überhaupt erst echte Parität zwischen Geld und Ware hergestellt und eine adäquate Tauschgerechtigkeit (s.a. D. Suhr) sichergestellt werden kann.
    Die unterschwellig und oft auch offensiv beklagten Schwundeffekte sind somit eine notwendige Transmission der nötigen Ausgleichsabgaben zur Erhaltung einer Mindestkonjunktur ohne die es uns allen sicherlich noch schlechter ginge. Wir sollten diese daher statt dessen begrüßen und eine weitere Erhöhung fordern um wieder so richtig auf ehrsame und redliche Weise, nämlich über eine stetige produktive Konjunktur, Geld verdienen zu können.

    s.a.: http://www.sffo.de/sffo/2016-02-17_EZB-Leitzins_Kommentar_03.pdf

    Der clevere Anleger wird ggf. auch einem wie dem vorigen Angbot folgen und sein Kapital, gegen eine geringe Riskoprämie z.B. als Stiller Teilhaber in ein Unternehmen seiner Wahl einbringen.
    Natürlich wird er auch mit Sachwerten nichts falsch machen, da auch diese konjunkturfördernd sind, solange es nicht nur “Optionen” sind, da er auf diese Weise die Chance hat an allgemein steigenden Ressourcen-Renten teilzuhaben, eine weitere Problematik.

    Ralf Hesse

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