(02.10.26) Ein Anruf von einem angeblichen Anlageberater, eine professionell gestaltete Handelsplattform und das Versprechen hoher Gewinne: So beginnt für viele Menschen ein kostspieliger Betrug. Die Täter treten oft überzeugend auf und drängen ihre Opfer, möglichst schnell Geld einzuzahlen. Mit der „Operation Herakles“ gehen deutsche und österreichische Behörden gegen die Infrastruktur hinter solchen Geschäften vor.

Allein in den vergangenen drei Monaten wurden nach Angaben der BaFin 9.304 deutsche Rufnummern identifiziert und abgeschaltet. Seit Beginn der Operation sind es insgesamt 13.888 Nummern: 13.397 deutsche und 491 österreichische. Nach bisherigen Erkenntnissen wurden sie für Betrugsstraftaten genutzt, insbesondere für sogenannten Cyber-Trading-Fraud. Damit ist Anlagebetrug gemeint, bei dem Täter über das Internet und telefonisch vermeintliche Handelsmöglichkeiten anbieten.

Die Täter benötigen dafür mehr als eine überzeugende Geschichte. Telefonnummern dienen dazu, Interessenten anzusprechen und nach einer ersten Einzahlung weiter unter Druck zu setzen. Internetseiten vermitteln den Anschein einer echten Handelsplattform. Häufig sehen Opfer dort scheinbare Kontostände und Gewinne, obwohl unklar ist, ob überhaupt eine tatsächliche Anlage stattgefunden hat. Das Ziel der Operation ist deshalb, wichtige Teile dieser Infrastruktur systematisch zu schwächen.

Behörden setzen an der Infrastruktur an

An der Operation sind das Cybercrime-Zentrum bei der Generalstaatsanwaltschaft Karlsruhe, das Landeskriminalamt Baden-Württemberg, das Bundeskriminalamt, die BaFin und die Bundesnetzagentur beteiligt. Hinzu kommt die Zusammenarbeit mit dem österreichischen Bundeskriminalamt. Die BaFin untersucht in eigener Zuständigkeit unerlaubte Finanzgeschäfte und lieferte Erkenntnisse, die zur Identifizierung zahlreicher verdächtiger Rufnummern beitrugen.

Die Bundesnetzagentur hat zudem Maßnahmen gegenüber verantwortlichen Telekommunikationsunternehmen ergriffen. Diese sollten missbräuchlich genutzte Nummern abschalten und ihre Verfahren zur Registrierung von Rufnummern anpassen. Auch Vertriebspartner und Händler, über die Nummern vergeben werden, sollen stärker kontrolliert werden. So wollen die Behörden verhindern, dass Betrüger abgeschaltete Nummern einfach durch neue ersetzen.

Die aktuelle Aktion knüpft an frühere Eingriffe an. Im Juni und Oktober 2025 wurden mehr als 2.200 mutmaßlich für Cyberbetrug genutzte Domains vom Netz genommen – also Internetadressen, unter denen betrügerische Seiten erreichbar waren. Im Dezember folgte die Abschaltung von rund 3.500 mutmaßlich genutzten Rufnummern. Der gemeinsame Ansatz von Polizei, Staatsanwaltschaft und Aufsichtsbehörden soll solche Strukturen künftig schneller erkennbar machen.

Was Anleger selbst prüfen sollten

Für Verbraucher ist die wichtigste Lehre: Eine deutsche Telefonnummer und eine gut gestaltete Website sind kein Beleg für einen seriösen Anbieter. Prüfen Sie vor einer Überweisung, welches Unternehmen tatsächlich hinter dem Angebot steht und ob es für seine Tätigkeit eine erforderliche Erlaubnis besitzt. Die BaFin veröffentlicht dazu Unternehmensdaten und Warnmeldungen. Auch ein unabhängiger Blick auf das Angebot kann helfen, unrealistische Renditeversprechen zu erkennen.

Besonders vorsichtig sollten Sie werden, wenn ein angeblicher Berater auf eine sofortige Einzahlung drängt oder weitere Zahlungen verlangt, damit ein vermeintlicher Gewinn ausgezahlt wird. Geben Sie keine Zugangsdaten zum Online-Banking oder Depot weiter. Auch Kopien von Ausweisdokumenten und Zahlungskarten gehören nicht an unbekannte Anbieter. Wer bereits Geld überwiesen hat und einen Betrug vermutet, sollte umgehend seine Bank kontaktieren und Strafanzeige erstatten. Diese Schritte empfiehlt auch die BaFin.

Operation Herakles zeigt, dass Cyber-Anlagebetrug längst kein Randphänomen mehr ist. Die Behörden sprechen von einem Deliktsbereich mit industriellem Ausmaß. Abgeschaltete Nummern und Internetseiten erschweren den Tätern ihre Arbeit, doch neue Kontaktwege können entstehen. Deshalb müssen behördliche Ermittlungen, sorgfältige Anbieterprüfung und der Schutz der eigenen Konten zusammenwirken.

Mein Fazit: Sicherheit nutzen und in Cybersecurity investieren!

Nutzen Sie Online-Sicherheits-Tools und investieren Sie in Cybersecurity-Aktien! Ein Passwortmanager, aktuelle Software und die Zwei-Faktor-Authentifizierung – eine zusätzliche Bestätigung beim Anmelden – verbessern den Schutz Ihrer Konten. Gegen falsche Anlageversprechen hilft vor allem, Anbieter und Erlaubnis vor jeder Einzahlung zu prüfen. Für Anleger ist Cybersicherheit zugleich ein langfristiges Investmentthema. Wer dafür einzelne Aktien auswählt, sollte neben den Wachstumsaussichten stets die Bewertung und die Risiken des jeweiligen Unternehmens beachten. Cybersecurity-ETFs bieten hier attraktive Möglichkeiten.

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