(28.09.26) 333.922 Cybercrime-Fälle mit Deutschlandbezug registrierte die Polizei im Jahr 2025. Das sind rechnerisch rund 915 Fälle pro Tag. Erfasst wurden Straftaten wie das Ausspähen von Daten oder Angriffe auf IT-Systeme. Gegenüber 2024 stieg die Gesamtzahl nur leicht um 0,2 Prozent – die Belastung bleibt damit auf hohem Niveau.
126.034 Fälle ordnete das Bundeskriminalamt (BKA) einem Tatort in Deutschland zu. In weiteren 207.888 Fällen lag der Tatort im Ausland oder war unbekannt; der Schaden oder Taterfolg trat in Deutschland ein. Das erschwert häufig die Ermittlung und Strafverfolgung. Ein unbekannter Tatort bedeutet allerdings nicht automatisch, dass die Täter im Ausland sitzen.
Diese Zahlen zeigen nur das polizeilich bekannte Hellfeld. Nicht jeder Betrug und nicht jeder Angriff wird erkannt oder angezeigt. Die tatsächliche Belastung dürfte deshalb höher sein. Für 2026 rechne ich mit einem weiteren deutlichen Anstieg: Künstliche Intelligenz erleichtert es Tätern, täuschend echte Nachrichten, Stimmen und Bilder zu erstellen und Betrugsversuche in großer Zahl zu verbreiten. Ob sich das auch in den polizeilich erfassten Fällen niederschlägt, werden erst die Zahlen für 2026 zeigen.
Für Sie persönlich ist entscheidend: Hinter einer Statistik können ein übernommenes E-Mail-Konto, gestohlene Zugangsdaten oder verlorene Familienfotos stehen.
Ransomware: Daten als Druckmittel
Eine besonders folgenreiche Angriffsform ist Ransomware. Dabei sperren Kriminelle den Zugriff auf einen Computer oder verschlüsseln Dateien und verlangen Geld für deren Freigabe. 2025 wurden in Deutschland 1.041 solcher Angriffe angezeigt – rund zehn Prozent mehr als im Vorjahr. Die erfassten Opfer waren überwiegend Unternehmen und Einrichtungen; etwa 90 Prozent der Angriffe richteten sich gegen kleine und mittlere Unternehmen.
Häufig kopieren die Täter Daten, bevor sie diese verschlüsseln. Danach drohen sie zusätzlich mit einer Veröffentlichung. Das BKA ordnete rund 76 Prozent der erfassten Angriffe dieser doppelten Erpressung zu. Eine Datensicherung kann verschlüsselte Dateien wiederherstellen – bereits gestohlene Informationen holt sie jedoch nicht zurück.
Nur sieben Prozent der Geschädigten zahlten nach den vorliegenden Angaben Lösegeld, gegenüber neun Prozent im Vorjahr. Wo eine Zahlung bekannt war, lag sie im Durchschnitt bei rund 456.335 US-Dollar. Dieser Betrag ist kein Durchschnitt über alle 1.041 Angriffe, sondern bezieht sich auf die erfassten Zahlungen. Lösegeld zu zahlen ist zudem keine verlässliche Garantie, dass Täter Dateien freigeben oder kopierte Daten löschen.
Was Sie privat sofort tun können
Schützen Sie zuerst Ihr E-Mail-Konto. Wer dort Zugriff erhält, kann oft auch Passwörter anderer Dienste zurücksetzen. Verwenden Sie für jedes wichtige Konto ein eigenes, langes Passwort; ein Passwortmanager hilft Ihnen dabei. Aktivieren Sie zusätzlich die Zwei-Faktor-Authentifizierung, vor allem für E-Mail, Banking, Cloud-Speicher und Konten bei Kryptobörsen. Dann reicht ein gestohlenes Passwort allein nicht aus.
Sichern Sie persönliche Dateien regelmäßig auf einem zusätzlichen Datenträger oder in einem geeigneten Cloud-Speicher. Besonders wichtige Dokumente und Fotos sollten nicht nur auf einem einzigen Gerät liegen. Prüfen Sie gelegentlich, ob Sie die Sicherung tatsächlich öffnen und Dateien daraus zurückholen können. Halten Sie außerdem Betriebssystem, Browser und Apps aktuell: Updates schließen häufig bekannte Sicherheitslücken. Das BSI empfiehlt regelmäßige Datensicherungen und die Vorbereitung auf Sicherheitsvorfälle.
Seien Sie misstrauisch, wenn eine Nachricht Sie unter Zeitdruck setzt: „Konto gesperrt“, „Paket kann nicht zugestellt werden“ oder „sofortige Verifizierung erforderlich“. Öffnen Sie den betreffenden Dienst lieber selbst über Ihre gespeicherte App oder eine bekannte Webadresse. Falls Sie bereits Zugangsdaten eingegeben haben, ändern Sie das Passwort umgehend über den echten Dienst, prüfen Sie angemeldete Geräte und kontaktieren Sie bei Finanzkonten sofort den Anbieter.
Mein Fazit: Datenschutz ist Kapitalschutz!
Die BKA-Zahlen betreffen nicht nur IT-Abteilungen. Auch Ihr E-Mail-Postfach, Ihre Fotos und Ihre Finanzkonten sind schützenswerte Ziele. Beginnen Sie mit drei Dingen: Schalten Sie die Zwei-Faktor-Authentifizierung für Ihr E-Mail-Konto ein, verwenden Sie einzigartige Passwörter und testen Sie eine Sicherung Ihrer wichtigsten Dateien.
Mehr Hintergründe unter: www.markus-miller.com




