(03.04.25) Am 2. April 2025, verkündete Donald Trump umfassende neue Zölle, die er als „Liberation Day“ – also als „Tag der Befreiung“ – bezeichnete. Diese rhetorische Wortwahl ist vollkommen unangebracht. Ich persönlich verbinde mit dem „Tag der Befreiung“ den 8. Mai 1945, das Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa und die Befreiung von der nationalsozialistischen Diktatur.
Trump nutzt ganz bewusst diese historische Assoziation, um seine Maßnahmen als vermeintliche Befreiung von schädlichen Importen, Handelsdefiziten und wirtschaftlichen Abhängigkeiten vom Ausland zu inszenieren. Der Begriff ist bewusst emotional und patriotisch gewählt – er steht sinnbildlich für den nationalistischen „America First“-Kurs und den zunehmend gefährlichen Trumpismus. Der gestrige Tag könnte sich als Wendepunkt und möglicher Auslöser eines globalen Handelskriegs herausstellen.
Reziproke Handelsmaßnahmen nach dem Prinzip „Wie du mir, so ich dir“
Donald Trump stellte während der gestrigen Pressekonferenz eine Tafel vor, die die neuen „reziproken“ Zölle für verschiedene Länder veranschaulicht. Mit der Einführung eines allgemeinen Zollsatzes von 10 % auf nahezu alle Importe und zusätzlichen „reziproken“ Zöllen für bestimmte Länder, wie beispielsweise 34 % auf chinesische Waren, erhöht sich der durchschnittliche US-Zollsatz auf etwa 23 %. Dies ist der höchste Stand seit dem Jahr 1910.
Ich schließe mich der überwiegend pauschal negativen Kritik an Donald Trumps Maßnahmen in der deutschsprachigen Medienlandschaft allerdings nicht an. Die Systematik reziproker Zölle ist für mich grundsätzlich nachvollziehbar – nach dem einfachen Prinzip: „Wie du mir, so ich dir.“ Nach dem Ende des Kalten Krieges bewegte sich die Welt über Jahrzehnte hinweg in Richtung mehr Offenheit und weniger Handelshemmnisse – davon profitierte insbesondere Deutschland sehr stark.
US-Zölle treffen Europa und Deutschland massiv
Die neuen US-Zölle treffen jetzt zahlreiche europäische Branchen, von der Automobilindustrie über den Maschinenbau bis hin zu Sportartikeln. Nun drohen Protektionismus, neue Konflikte und Kriege – von Handelskriegen bis hin zu Cyberkriegen! Mit dieser wichtigen und hochaktuellen Thematik befasse ich mich in meinem aktuellen Kapitalschutz-Podcast auf meinem YouTube-Kanal „Markus Miller“.
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