(09.08.24) Als Staatsfonds (Sovereign Wealth Fund) werden Fonds bezeichnet, die Kapital im Auftrag eines Staates anlegen und verwalten. Der staatliche Pensionsfonds Norwegens (Government Pension Fund Global) war Anfang August 2024 mit einem verwalteten Vermögen von rund 1.632 Milliarden US-Dollar der größte Staatsfonds der Welt. Die China Investment Corporation, die für die Verwaltung eines Teils der Devisenreserven der Volksrepublik China verantwortlich ist, verfügte zum gleichen Zeitpunkt der Erhebung über ein Vermögen in Höhe von rund 1.350 Milliarden US-Dollar.
Die Leistung bzw. Bedeutung des Königreichs Norwegen kann allein anhand dieser Zahlen nicht hoch genug bewertet werden. Weil Norwegen mit seinen rund 5,5 Millionen Einwohnern lediglich einen Bruchteil der Bevölkerung Chinas mit rund 1,5 Milliarden Menschen aufweist.
Golf-Staaten setzen auf Staatsfonds-Strategien
Die Abu Dhabi Investment Authority aus den Vereinigten Arabischen Emiraten ist mit einem verwalteten Vermögen von rund 993 Mrd. US-Dollar der größte Staatsfonds in der Golfregion und der viertgrößte weltweit. Der Staatsfond Kuwait Investment Authority (rund 980 Mrd. US-Dollar) sowie der Public Investment Fund aus Saudi-Arabien (etwa 925 Mrd. US-Dollar) sind die nächstgrößten Staatsfonds der Region.
Insgesamt sind vier Staatsfonds aus der Golf-Region unter den zehn größten weltweit. Zunehmend werden auch alternative Investments wie der Bitcoin oder kritische Rohstoffe in den Fokus der Staatsfonds rücken. Dazu zählen auch „digitale Rohstoffe“. Der Staatsfonds Norwegens ist beispielsweise indirekt bereits in den Bitcoin (BTC) investiert, durch seine Position an MicroStrategy. Das US-Unternehmen hält mittlerweile 226.500 Bitcoin im Gegenwert von rund 13 Mrd. US-Dollar.
Der Blick auf die größten Staatsfonds der Welt

Der Staatsfonds Katars investiert in kritische minerale Rohstoffe
Zu den 10 größten und aktivsten Staatsfonds der Welt zählt auch die Qatar Investment Authority (QIA) des Staates Katar. Die QIA wurde 2005 gegründet, um die Staatsreserven die überwiegend aus dem Verkauf von Öl und Gas aufgebaut wurden zu verwalten. Der Staatsfonds Katars investiert dazu in eine breite Palette von Anlageklassen und Regionen sowie in Partnerschaften mit führenden Institutionen auf der ganzen Welt, um ein globales und diversifiziertes Anlageportfolio mit langfristiger Perspektive aufzubauen, das nachhaltige Renditen liefern und zum Wohlstand des Staates Katar beiträgt. Aktuell hat die QIA bekannt gegeben, dass eine Erstinvestition in Höhe von 180 Mio. USD in das Unternehmen TechMet Ltd. vorgenommen wurde, um das Engagement von Katar für die Sicherung der Versorgung mit kritischen Mineralien aus verantwortungsvollen Quellen zu unterstrichen.
Die Mittel sollen für die Entwicklung der bestehenden Anlagen von TechMet und für die Ausweitung der Produktion kritischer Mineralien wie Lithium, Nickel, Kobalt und Seltene Erden verwendet werden. Diese kritischen Metalle sind für die steigende globale Nachfrage nach sauberer Energie und den Übergang zu nachhaltigen Energielösungen erforderlich. TechMet ist ein weltweit führendes Unternehmen für Investitionen in kritische Mineralien mit einem Portfolio von derzeit zehn Anlagen auf vier Kontinenten (Nord- und Südamerika, Europa und Afrika) die auf verantwortungsvolle Weise Mineralien fördern, verarbeiten, veredeln und recyceln.
Kritische Metalle sind Basisbausteine für unsere Welt der Zukunft
Mineralische Rohstoffe sind die Basis einer modernen Industrieproduktion – von der Grundstoff- bis hin zur Hightech-Industrie. Der Zugang zu den benötigten Rohstoffen ist somit eine wichtige Voraussetzung für die Wettbewerbsfähigkeit eines Landes als Technologiestandort. Neben den bekannten Edelmetallen Gold, Silber, Platin und Palladium gibt es eine Vielzahl an mineralischen Rohstoffen, die weit weniger im Blickfeld von institutionellen Investoren und Privatanlegern stehen. Ich spreche hier vom Segment der Technologiemetalle, die zahlreiche Anwendungen in der Wirtschaft finden.
Auf Basis des Periodensystems der chemischen Elemente gibt es in diesem Bereich der Technologiemetalle 28 Strategische Metalle und 17 Seltene Erden. Langfristig wird der Bedarf an Technologierohstoffen mit hoher Wahrscheinlichkeit weiterwachsen. Energieinfrastruktur, Digitalisierung und Elektrifizierung sowie die stark steigenden Investitionen in Rüstungsgüter sind ressourcenintensiv. Das derzeitige Angebot wird mit der langfristig steigenden Nachfrage nicht mithalten können, zumal die derzeit relativ niedrigen Preise für viele mineralische Rohstoffe den Anreiz für Investitionen in neue Minenprojekte verringern. Dazu kommen stark steigende Kosten, auch wegen Umweltauflagen.
Energie- und Antriebswende: Explodierende Nachfrage nach kritischen Rohstoffen
Die Umstellung auf eine nicht-fossile und CO2-neutrale Industrie und Wirtschaftsweise, allen voran die Energie- und die Antriebswende im Automobil- und Verkehrssektor, lassen den Bedarf an bestimmten Rohstoffen weltweit rasant steigen. Im Jahr 2040 wird die Nachfrage nach Lithium 15-mal so groß sein wie 2020, bei Nickel sind es 2,5-mal so viel. Ähnliches gilt für Kupfer, Neodym und andere Mineralien. Der Nachschub dieser unverzichtbaren Grundstoffe hält damit allerdings kaum Schritt: Zumindest bis 2030 wird das Angebot an Lithium und Nickel auf dem Weltmarkt nur knapp den Bedarf decken.
Gleichzeitig gibt es erhebliche Planungsunsicherheiten für Anbieter und Nachfrager, etwa bei der Einschätzung, wie sich die Verkaufszahlen von Elektrofahrzeugen entwickeln. Dazu kommen Risiken wie Lieferengpässe und Fachkräftemangel, die das Problem noch verschärfen. Das zeigt eine Studie, für die Experten von Roland Berger den globalen Markt für kritische Rohstoffe analysiert und Lösungsansätze für betroffene Unternehmen entwickelt haben.
Der Hauptgrund für den steigenden Bedarf an Lithium, Nickel und anderen kritischen Rohstoffen ist die explodierende Nachfrage nach Batterien für Elektrofahrzeuge und Energiespeichersysteme. Aber auch für Technologien wie Photovoltaik und Windkraft sowie den Ausbau der Stromnetze sind bestimmte Rohstoffe und veredelte Produkte daraus unverzichtbar. Wurden etwa 2020 noch rund 265 Gigawattstunden (GWh) Kapazität an Lithium-Ionen- und Natrium-Ionen-Batterien nachgefragt, steigt dieser Bedarf bis 2030 auf fast 5.000 GWh. China ist dabei der größte Markt und die Elektromobilität der Sektor mit dem höchsten Bedarf.
Schnell wachsende Bereiche wie Solarenergie, Windkraft, Stromnetze und E-Mobilität werden laut Internationaler Energieagentur bis zum Jahr 2040 fast 90 % der Lithiumnachfrage ausmachen, bei Nickel und Kobalt sind es 60 bis 70 % und bei Kupfer und Seltenen Erdelementen mehr als 40 %.
Widerstandsfähige Lieferketten als Absicherung gegen Risiken
Angesichts der drastisch steigenden Nachfrage wird die Verfügbarkeit der Ressourcen zum kritischen Punkt für weiterverarbeitende Unternehmen wie Batteriezellhersteller oder die Autoindustrie. Zwar dürften die geförderten Mengen an Lithium, Nickel und Kobalt nach derzeitigen Kapazitätsplanungen bis 2030 ausreichend sein. Allerdings sind dafür neue Bergbauprojekte erforderlich, bis zu deren Inbetriebnahme es je nach Mineral bis zu 15 Jahre dauern kann.
Angesichts dieser Zeiträume sind Unsicherheiten besonders problematisch: Wer weiß, ob nicht disruptive Technologien in der Zwischenzeit die Marktbedingungen verändern? Oder geopolitische Risiken sich ausweiten und Lieferketten beeinträchtigen? Wie stark sich einzelne Faktoren auswirken können, zeigen die Prognosen zur Entwicklung der Elektrofahrzeugverkäufe und damit der zukünftigen Nachfrage nach Batterierohstoffen: Je nach Szenario bewegen sich die Schätzungen für die kumulierten erforderlichen Investitionen in Abbau und Veredelung von Lithium, Nickel und Kobalt sowie in die Herstellung von Kathodenmaterialien bis 2030 zwischen 165 und 360 Milliarden US-Dollar.

Die Resilienz der Lieferketten muss signifikant erhöht werden
Diese Unwägbarkeiten betreffen alle Akteure der Rohstoffwertschöpfungskette, vom Bergbauunternehmen bis zur Autobranche. Gerade für Batteriezell- und Automobilhersteller, aber auch für Unternehmen der Energietechnik ist es aus Sicht von Roland Berger daher unverzichtbar, ihre Lieferketten widerstandsfähiger zu gestalten, um Risiken bei der Versorgung mit kritischen Rohstoffen zu minimieren.
Dafür empfehlen die Roland Berger-Experten neben anderen Instrumenten einen szenariobasierten Ansatz: Dabei werden mögliche Entwicklungen von Rohstoff- und Absatzmärkten, Technologien, politischen Trends und anderen Faktoren durchgespielt – bis hin zum „Schwarzen Schwan“. Diese Szenarien dienen als zentrale Basis für Entscheidungen, zum Beispiel über Abnahmevereinbarungen, finanzielle Absicherungen, aber auch potenzielle Investitionen in Projekte oder Technologien. Ziel muss es sein, so die Einschätzung von Roland Berger, die Lieferketten stabil und gleichzeitig flexibel zu gestalten, so dass bei Bedarf eine schnelle Reaktion möglich ist.
Der Bitcoin ist seltener und berechenbarer als Gold
Bereits seit Jahren vertrete ich die Sichtweise, dass das Edelmetall Gold zahlreiche Gemeinsamkeiten mit der Krypto-Weltleitwährung Bitcoin aufweist. Deswegen freue ich mich sehr über die zwischenzeitlich eingetretene Entwicklung, dass der Bitcoin von immer mehr Marktteilnehmern nicht mehr rein als hochspekulatives Zockerinvestment wahrgenommen wird, sondern als Wertspeicher und somit digitales Gold.
Das Edelmetall Gold ist durch sein natürliches Vorkommen in der Erdkruste limitiert und dadurch relativ selten. Gleiches gilt für den Bitcoin, der mathematisch bzw. algorithmisch streng limitiert ist. Darüber hinaus ist der Bitcoin frei von Schulden und unabhängig von einer Zentralinstanz wie die einer Regierung oder Notenbank. Diese wertvollen Parameter werden in Zukunft bei immer mehr privaten und institutionellen Anleger, aber auch Staaten und Notenbanken ins Bewusstsein rücken.
Ein Ende der Goldförderung ist nicht in Sicht Bei näherer Betrachtung zeigt sich, dass der Bitcoin sogar viel seltener ist als Gold. Weil Gold zwar unbestritten relativ selten ist, aber nicht begrenzt. Jahr für Jahr wird neues Gold durch Bergbauaktivitäten entdeckt und gefördert. In der bisherigen Geschichte der Menschheit wurden rund 197.000 Tonnen Gold gefördert und auf Basis unterschiedlicher Schätzungen dürften noch weitere 54.000 Tonnen in der Erdkruste wirtschaftlich abbaubar sein. Beim Bitcoin sind hingegen keine Schätzungen notwendig, sondern die maximale Angebotsmenge von 21 Millionen BTC steht fest und rund 94 % aller Bitcoins sind bereits gemined.
Bei Gold besteht zudem die Gefahr, dass in Zukunft durch den Weltraumbergbau weitere große Fördermengen erschlossen werden, weil zahlreiche Asteroiden große Mengen an Edelmetallen enthalten dürften. Da die Ausgabe neuer Bitcoins im Laufe der Zeit genau berechenbar ist, können sich Investoren hingegen auf diese programmierte und kontrollierte Versorgung mit neuen Bitcoins verlassen. Trotz der mittlerweile massiv angestiegenen Akzeptanz ist sich die große Mehrzahl der privaten wie institutionellen Anleger dieser Effekte der absoluten mathematischen Knappheit und Berechenbarkeit des Bitcoins derzeit noch nicht bewusst.
Wie Gold ist auch der Bitcoin ein alternatives und schuldenfreies Ausgleichssystem und somit ein wertvoller Gegenpol zu unseren ungedeckten, schuldenbehafteten und unlimitierten Papiergeldwährungen wie dem US-Dollar oder dem Euro. Deswegen ist es nur konsequent, dass auch Edelmetall-Vermögensverwalter aus dem Fürstentum Liechtenstein jetzt die Anlageklasse der Kryptowährungen integrieren. Während sich immer mehr Edelmetall-Anbieter gegenüber Kryptowährungen öffnen, integrieren Kryptobörsen zunehmend Produkte und Dienstleistungen für Edelmetalle in ihre Angebote. Beide Entwicklungen sind aufgrund der großen Gemeinsamkeiten zwischen Kryptowährungen und Rohstoffen für mich ebenso konsequent wie intelligent.
Grundlegende und fortlaufende Informationen zur Thematik Bitcoin, Ethereum & Co. finden Sie auf unserem Themen-Portal KRYPTO-X.BIZ.
Mein Fazit: Staatsfonds werden in Zukunft verstärkt strategische und alternative Investments tätigen!
Nehmen Sie sich die Strategien der großen Staatsfonds zum Vorbild und investieren auch Sie als Privatanleger gezielt und strategisch in alternative Investments. Dafür zeige ich Ihnen wirkungsvolle Mittel und praxisnahe Wege im Rahmen meines Wirtschaftsmagazins „KAPITALSCHUTZ VERTRAULICH„.
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