Golden Visa als Plan B!

(04.04.24) In Deutschland stehen im Jahr 2024 drei Landtagswahlen, acht Kommunalwahlen und im Juni die Wahl zum Europäischen Parlament vor der Tür. Auch auf globaler Ebene befinden wir uns mitten in einem „Superwahljahr“, das für die Weltwirtschaft von großer Bedeutung sein wird. In mehr als 70 Ländern finden nationale Wahlen statt. Die Hälfte der Weltbevölkerung ist dazu aufgerufen, zur Wahlurne zu schreiten. Darunter befinden sich sieben der bevölkerungsreichsten Länder der Welt, die etwa 55 Prozent des globalen Bruttoinlandsprodukts vereinen.

Das hohe Wahlaufkommen birgt dabei die Gefahr, dass sich populistische Strömungen über alle fünf Kontinente hinweg ausbreiten. Die Zunahme sozialer Unruhen und (geo)politischer Instabilität sind drohende Folgen. Die zunehmenden sozialen Spannungen sind vermutlich auch für Sie längst spürbar. In Taiwan wurde bereits im Januar der chinakritische Lai Ching-te – besser bekannt unter seinem englischen Namen William Lai – zum neuen Präsidenten gewählt. Die letzten Wahlen finden am 5. November in den USA statt, als Höhepunkt des Wahlmarathons 2024.

Ob Amtsinhaber Joe Biden, Vorgänger Donald Trump oder eine Dritte Person zum neuen US-Präsidenten gewählt werden, wird Einfluss auf das Weltgeschehen haben. Unabhängig davon, ob Republikaner oder Demokrat. Von Indien bis Mexiko, über Österreich, Tunesien, Indonesien und El Salvador bieten die Wahlen eine Gelegenheit, dass sich populistische Strömungen über alle fünf Kontinente hinweg ausbreiten. Der soziale und politische Risikoindex des international tätigen Kreditversicherers Coface warnt in diesem Zusammenhang vor einem wackeligen, risikoreichen Umfeld weltweit. Drei Risiken, die in diesem Jahr besonders wichtig werden hat Coface dazu im Besonderen identifiziert.

Wir stehen am Beginn einer neuen Phase sozialer und politischer Risiken

Die Coface-Indikatoren kündigen seit Beginn des Jahrzehnts an, dass wir in eine neue Phase sozialer und politischer Risiken eintreten. Vor dem Hintergrund der bevorstehenden Wahlen unterstreicht der aktuelle Risikoindex, dass die soziale und politische Anfälligkeit weltweit zunimmt. Das führt gleichermaßen zu Unsicherheit und Instabilität.

Der globale Durchschnittswert ist auf 38,6 % gestiegen, was nicht weit vom Höchststand von 39,4 % im Jahr 2021 nach der Covid-19-Krise entfernt ist, und über dem Vor-Pandemie-Niveau liegt. Zwischen 2016 und 2020 lag der durchschnittliche Indexwert bei 36,9 %. Der Coface Index zum Politischen Risiko wird einmal im Jahr erstellt und bezieht sich auf die zu diesem Stand vorliegenden Daten des Vorjahres. Daher werden die Ausschläge in diesem Index um ein Jahr versetzt angezeigt.

Bild: Politischer Risikoindex von Coface (Risikoskala von 0, geringstes Risiko, bis 100 %, höchstes Risiko).

In einer Welt, in der die geopolitische Ordnung, die sich nach dem Zweiten Weltkrieg herausgebildet hat neu gestaltet wird, kommt einigen Wahlen eine besondere Bedeutung zu. Die „Presidential Elections“ in den Vereinigten Staaten sind ein entscheidender Moment für die Weltpolitik und werden sicherlich Ziel von Destabilisierungsversuchen sein. Gleiches gilt für Taiwan, wo der Sieg der Demokratischen Fortschrittspartei (DPP) bedeutet, dass sich die Spannungen mit China weiterhin um den Status der Insel drehen werden.

3 Risiken auf die Sie 2024 achten sollten!

Auch das Ergebnis der US-Wahl wird für die künftigen Beziehungen zwischen dem Westen und dem chinesischen Festland entscheidend sein. Die Risiken, die mit Wahlen verbunden sind, variieren in ihrer Art und ihrem Ausmaß. Einige der Wahlen bestimmen nur die repräsentative Funktion der Präsidentschaft, andere bestimmen die Parlamentszusammensetzung. Und in einigen Ländern werden zwar Wahlen stattfinden, aber die Wähler werden nur eine begrenzte Auswahl haben, wie zuletzt in Russland. Drei Risikotrends sind dabei zu beobachten:

1. Politische Verschiebungen und Unsicherheit

Das derzeitige sozioökonomische Umfeld in vielen Ländern dürfte zu einem Gefühl der Ablehnung oder gar Feindseligkeit gegenüber der amtierenden Regierung beitragen, was in Wahlperioden auch im wirtschaftlichen Umfeld zu Unsicherheiten und Unbeständigkeit führt. Die Tendenz zum Populismus, die mindestens seit 2010 zu beobachten ist, wurde Ende 2023 durch die Wahlerfolge von Geert Wilders und Javier Milei in den Niederlanden bzw. in Argentinien noch einmal unterstrichen. Infolgedessen ist es noch schwieriger vorherzusagen, welche Richtung die jeweilige Regierungspolitik einschlagen wird.

Die soziale und politische Verwundbarkeit in Europa nimmt rapide zu und die bevorstehenden Wahlen – insbesondere zum Europäischen Parlament – werden einen fruchtbaren Boden für anti-europäische extremistische Bewegungen bilden. Darüber hinaus werden in einigen EU-Mitgliedstaaten nationale Wahlen abgehalten: Österreich, Kroatien, Litauen, Rumänien und Belgien. Finnland, Portugal und die Slowakei haben bereits gewählt.

2. Soziale Unruhen

Ein zweites Risiko ist die mögliche Eskalation sozialer Unruhen, die durch steigende Preise, das schwindende Vertrauen in die Politiker und die weit verbreitete Unzufriedenheit der Wählerinnen und Wähler angeheizt werden. Die steigende Inflation und die Verlangsamung des Wirtschaftswachstums haben Missstände – insbesondere das Misstrauen gegenüber Institutionen – verstärkt, die schon lange vor der Coronakrise unter der Oberfläche brodelten. Es ist gut möglich, dass die bevorstehenden Wahlen in mehreren Teilen der Welt ein Umfeld für Massendemonstrationen schaffen werden.

So könnten 2024 in bis zu 17 afrikanischen Ländern Wahlen stattfinden – auf dem Kontinent mit dem ohnehin höchsten Durchschnittswert beim „Social and Political Vulnerability Score“ und dem größten Anstieg innerhalb eines Jahres. Diese Dynamik passt zur politischen Instabilität, die zahlreiche afrikanische Länder in den letzten Jahren erlebt haben und die sich in Putschen und langwierigen Konflikten äußerte. Die jüngste Verschiebung der Präsidentschaftswahlen im Senegal ist ein gutes Beispiel dafür. Es wird auch wichtig sein, den Wahlprozess in asiatischen Ländern wie beispielsweise Sri Lanka genau zu beobachten – das zeigen auch die jüngsten Ereignisse rund um die Wahl in Pakistan.

3. Geopolitische Risiken

Die Pattsituation im Krieg zwischen Russland und der Ukraine, die zunehmenden Spannungen im Nahen Osten und die Erweiterung der BRICS-Staaten um fünf neue Mitglieder (Saudi-Arabien, Ägypten, Vereinigte Arabische Emirate, Äthiopien und Iran) machen deutlich, dass sich der Umbruch beschleunigt, der durch die tiefgreifende Infragestellung der Weltordnung und der „westlichen Modelle“ vorangetrieben wird. Vor diesem turbulenten geopolitischen Hintergrund kommt einigen dieser Wahlen eine besondere Bedeutung zu.

Der jüngste Triumph der DPP in Taiwan hat nicht nur Auswirkungen auf die 24 Millionen Einwohner der Insel und die Beziehungen zwischen beiden Seiten der Formosastraße, sondern auch auf die globale geopolitische Dynamik insgesamt. Bei den Wahlen in Mexiko und Indien, zwei der bevölkerungsreichsten Länder der Erde, wird eine der wichtigsten Fragen sein, welche Position sie auf der Weltbühne künftig einnehmen werden.

Kurz gesagt: Der dicht gedrängte Wahlkalender für 2024 wird die Weltordnung für die kommenden Jahre prägen.

Nehmen Sie die politischen Warnsignale ernst – Schaffen Sie sich einen Plan B!

Die Kombination all dieser Faktoren wird zu einem Anstieg des sozialen und politischen Risikoindikators von Coface führen. Wir müssen diese Warnsignale wirklich ernst nehmen, so das Coface-Fazit. Die Wahlen im Jahr 2024 werden in einem Kontext erhöhter geopolitischer Spannungen zwischen den verschiedenen Blöcken stattfinden, wobei die bündnisfreien Länder von Fall zu Fall Position beziehen werden.

Diese komplexe Dynamik wird nicht nur populistischen Tendenzen und geopolitischer Instabilität Vorschub leisten, sondern auch zu einem globalen Klima der Unsicherheit oder weit verbreiteter Angst und Unzufriedenheit beitragen. Es scheint, dass dieses Jahrzehnt eine neue Phase sozialer und politischer Risiken einläutet, und die Zukunft sieht schon jetzt besorgniserregend aus.

Das neue Staatsangehörigkeitsrecht ist auch für Auswanderer vorteilhaft

Am 19. Januar 2024 hat der Deutsche Bundestag eine Änderung des Staatsangehörigkeitsrechts beschlossen. Einbürgerungen sind damit schon nach fünf statt bislang acht Jahren möglich. Beim Nachweis besonderer Integrationsleistungen wie Sprachkenntnissen oder fachlichen Fähigkeiten schon nach drei statt bislang sechs Jahren. Für Ausländer, die auf staatliche Hilfen angewiesen sind, wurde der Zugang zur deutschen Staatsbürgerschaft hingegen erschwert.

Das neue Staatsangehörigkeitsrecht bringt auch für deutsche Auswanderer Vorteile mit sich, weil sich jetzt nicht nur Ausländer in Deutschland schneller einbürgern lassen, sondern weil auch Deutsche mit einem Wohnsitz außerhalb der EU die deutsche Staatsbürgerschaft beibehalten können, wenn sie zusätzlich die Staatsbürgerschaft ihres Wohnsitzlandes annehmen. Und zwar ohne dass sie wie bislang beim Bundesverwaltungsamt eine Beibehaltungsgenehmigung beantragen müssen. Die Vorzüge des deutschen Reisepasses, allen voran die damit verbundene große Reisefreiheit, können somit weiter genutzt werden. Gleichzeitig können die Vorteile einer zweiten Staatsbürgerschaft eines ausländischen Staates in Anspruch genommen werden. Zweitpass-Strategien können aus wirtschaftlichen, sozialen, politischen oder steuerlichen Überlegungen sinnvoll sein.

Die vielfältigen Möglichkeiten unterschiedlicher Länder bringen Ihnen weltweit flexible Planungsoptionen und können Ihnen als Absicherung im Sinne eines „Plan B“ dienen, weil Sie Ihre Rechte und Freiheiten signifikant erweitern und an Ihre Bedürfnisse anpassen können, wodurch wiederum Ihr individueller Lebensstil und Ihre damit verbundene Lebensqualität erhöht werden. Ein wirkungsvoller Baustein dafür sind sogenannte „Golden Visa“-Programme.

Staatsbürgerschafts- und Wohnsitzdiversifikation gewinnen an Bedeutung

Johann Wolfgang von Goethe traf einst die Feststellung: „Wer sich den Gesetzen nicht beugen will, muss die Gegend verlassen in denen sie gelten“. Immer mehr Bürger befinden sich auf der Suche nach einem „Plan B“, falls sich die Rahmenbedingungen in der Heimat weiter verschlechtern. Zahlreiche Staaten bieten ausländischen Investoren attraktive „Golden Visa“-Programme für den Erhalt einer Aufenthaltserlaubnis oder Staatsbürgerschaft, die teilweise mit weitreichenden steuerlichen und rechtlichen Vorteilen verbunden sind.

Zur Erlangung der Staatsbürgerschaft eines bestimmten Landes gibt es unterschiedliche Wege. Neben dem Abstammungs- oder Geburtsortsprinzip zählen dazu Heirat, Adoption oder die Naturalisation. Unter Naturalisation wird eine antragsbezogene Einbürgerung aufgrund geltender Gesetze bezeichnet. Darüber hinaus gibt es in zahlreichen Ländern sogenannte CBI-Programme (CBI = Citizenship by Investment). Diese werden meist auch als „Golden Visa“, „Golden Residence“, „Goldene Pässe“ oder „Residence by Investment“ bezeichnet. Das Prinzip ist dabei identisch: Gegen eine bestimmte Investitionssumme werden ohne bürokratische Hürden Aufenthaltsbewilligen erteilt und/oder Staatsbürgerschaften vergeben.

Die ersten „Golden Visa“-Programme wurden in den 1980er Jahren gestartet

Als Kind habe ich in den 80er Jahren gemeinsam mit meinen Eltern die Fernsehserie „Monaco Franze“ geschaut. Die von Helmut Dietl produzierten und in der bayerischen Landeshauptstadt München spielenden Folgen haben heute längst Kultstatus erreicht und sind auch auf Netflix jederzeit abrufbar. Beim Anschauen ist mir aufgefallen, dass ich schon damals – allerdings noch unbewusst – das erste Mal durch „Monaco Franze“ mit der Thematik „Golden Visa“ in Berührung gekommen bin.

Weil es in einer Folge darum geht, dass vermögende Münchner Bürger aufgrund der damals hohen Inflation und der militärischen Bedrohung durch die Sowjetunion auf die Bermudas auswandern. Hierzu tätigen sie Immobilien-Investitionen in dem vor der US-Ostküste im Atlantik gelegenen britischen Überseegebiet. Diese auf wahren Tatsachen beruhende Begebenheit belegt wieder einmal die These, dass sich Geschichte zwar nicht exakt wiederholt, aber immer wieder reimt. Das gilt für die Folgen der Inflation ebenso wie für die aktuelle Bedrohungslage durch Russland.

In der Tat wurden die ersten Golden-Visa-Programme in den 1980er Jahren auf den Bermudas und verschiedenen karibischen Inseln gestartet, wo sie bis heute angeboten werden. Nach wie vor geben Golden-Visa-Programme vermögenden Privatpersonen die Möglichkeit, in ein attraktives Land umzuziehen, um dort mit vollen gesetzlichen Rechten ansässig zu werden. Einschließlich des Rechts, dort zu leben, zu arbeiten, zu studieren und eine medizinische Versorgung zu erhalten.

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Ich gebe meinen Lesern von „Kapitalschutz vertraulich“ mit meiner brandaktuellen Sonderausgabe „Golden Visa“ einen umfassenden Überblick über die besten Möglichkeiten für 2024.

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Markus Miller  | Gründer GEOPOLITICAL.BIZ

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