Deutschland verliert die Deutschen!

(17.12.23) Nachdem das Bundesverfassungsgericht den Nachtragshaushalt des Jahres 2021 als verfassungswidrig eingestuft hat, fehlen der Ampelregierung 60 Milliarden Euro für geplante Investitionen. Die anschließend durch Finanzminister Lindner erstmals in der Geschichte verhängte Haushaltssperre war ein Offenbarungseid, für die politische Seriosität und Stabilität Deutschlands. Parallel dazu ist eine kontrovers geführte Diskussion um die seit dem Jahr 2009 in Artikel 109 Abs. 3 Grundgesetz verankerte Schuldenbremse entbrannt.

Diese sieht vor, dass die strukturelle Nettokreditaufnahme durch den Bund nur noch 0,35 % des Bruttoinlandsprodukts (BIP) betragen darf. Den Ländern ist eine erneute Nettokreditaufnahme völlig untersagt. Eine Ausnahme sieht das Grundgesetz nur bei benötigten Geldern aufgrund einer Notsituation vor. Dazu zählen beispielsweise Naturkatastrophen,
Pandemien oder Kriege. Ob es allerdings rechtmäßig ist, dass jetzt im Nachhinein einfach eine Notlage erklärt werden darf, damit die Schuldenbremse nochmals ausgesetzt werden kann, wird vermutlich in Zukunft wiederum die Gerichte beschäftigen.

Die öffentlichen Vermögen verfallen

Deswegen plädieren zahlreiche Politiker und Ökonomen für die Abschaffung der Schuldenbremse. Das Hauptargument ist dabei meist der Verweis auf die geringe Staatsverschuldungsquote Deutschlands. Es ist zutreffend, dass die nominalen deutschen Staatsschulden mit einer Verschuldungsquote in Höhe von rund 67 % des BIP im internationalen Vergleich als durchaus moderat zu bewerten sind. Japan liegt bei 258 %, Griechenland bei 166 %, Italien bei 154 %, die USA bei 122 % und Frankreich bei 111 %. Problematisch ist allerdings die implizite Staatsverschuldung der Bundesrepublik durch eingegangene und ungedeckte Zahlungsverpflichtungen. Dazu zählen z. B. das Renten- und Gesundheitssystem, die Pflegeversicherung und weitere Sozialversicherungen, ebenso die milliardenschweren Staatsbürgschaften für die EU.

Prof. Dr. Bernd Raffelhüschen berechnet seit Jahren die implizite Staatsschuldenquote Deutschlands. Ohne die Bilanzkosmetik der Politik kommt er zu erschreckenden Ergebnissen: Würde man die implizite Staatsverschuldung der Staaten mitberücksichtigen, läge die Verschuldungsquote höher als in Italien oder Griechenland. Das Problem für die Zukunftsfähigkeit sind dabei nicht die vermeintlich hohen Staatsschulden, sondern der Verfall der öffentlichen Vermögen, da die Nettoinvestitionen seit 20 Jahren im negativen Bereich verharren. Der Staat lebt von seiner Substanz zulasten der kommenden Generationen. Gleichzeit hat Deutschland im europäischen Vergleich die geringste Quote an privatem Eigentum. Verlassen Sie sich auch im neuen Jahr nicht auf den Staat, sondern setzen Sie selbstbestimmt auf wirkungsvolle Kapitalschutz-Strategien! Dazu zählen auch verstärkt Auswanderungs-Strategien!

Die Auswanderung ist die wirkungsvollste Kapitalschutz-Strategie!

Gerade in EU-Ländern wie Deutschland oder Österreich, in denen die Mehrzahl meiner Leser ihren Wohn- und Steuersitz hat, ist die Unzufriedenheit der Menschen mit den politischen Rahmenbedingungen in zahlreichen Bereichen zu spüren. 2022 haben überdurchschnittlich viele Bundesbürger ihrem Heimatland den Rücken gekehrt. Vor allem junge und leistungsstarke Akademiker sowie Rentner wandern verstärkt aus. Dieser bedenkliche Trend dürfte sich auch 2023 fortgesetzt haben und in den kommenden Jahren weiter anhalten.

Deutsche haben große Sorge vor gesellschaftlichen Spannungen und sozialer Zersplitterung

Hinter der AXA-Gruppe steht ein global tätiger Versicherungskonzern mit Unternehmenssitz in Frankreich, der sowohl Privatpersonen als auch Unternehmen versichert. Vor kurzem hat die AXA die zehnte Ausgabe ihres „Future Risks Report“ veröffentlicht. Diese fundierte Studie wurde unter 3.500 Experten in 50 Ländern in Kombination mit einer repräsentativen Stichprobe von 20.000 Personen aus der Bevölkerung in 15 Ländern durchgeführt. Die Analyse misst und bewertet die Wahrnehmung von Experten und der Bevölkerung im Hinblick auf sich entwickelnde und steigende Risiken. Aufgrund der kombinierten Befragung von Bürgern und Experten messe ich diesem Report eine sehr hohe Aussagekraft zu.

Der „Future Risks Report“ bietet einen einzigartigen Überblick über die größten Risiken von morgen und ist zu einem wichtigen Bezugspunkt im Anlage- und Risikomanagement geworden. Demnach haben 82 % der Deutschen die Sorge, dass die Ungleichheiten immer gravierender werden und zu zunehmenden gesellschaftlichen Spannungen sowie einer sozialen Zersplitterung führen. Damit haben die Deutschen den negativsten Blick auf Spannungen in der Gesellschaft. Für 51 % der Bundesbürger sind die gesellschaftlichen Spannun gen durch zunehmende Ungleichheiten und als Folge der Inflation bereits heute präsent.

Für das Jahr 2023 spricht die Studie von einer Polykrise. Es geht also um eine Situation, in der mehrere Krisen gleichzeitig oder aufeinanderfolgend auftreten und sich gegenseitig verstärken oder beeinflussen. „Poly“ (griechisch) bedeutet „mehrere“. Dahinter stehen geopolitische Spannungen, die Risiken aus neuen Technologien wie beispielsweise der Künstlichen Intelligenz und der Cyber-Kriminalität oder die Folgen der Beschleunigung der globalen Erwärmung.

Grenzen der Belastbarkeit: Wo werden die meisten Asylanträge gestellt?

In Deutschland werden derzeit die meisten Erst-Anträge auf Asyl gestellt. Das zeigt der Vergleich mit den restlichen Ländern der Europäischen Union auf Basis von Eurostat-Daten. Im August 2023 lag die Zahl der Anträge bei 29.110. Mit einigem Abstand folgen Länder wie Spanien (12.075 Anträge) und Frankreich (11.495), die in der nachfolgenden Grafik nicht explizit ausgewiesen sind.

Der Anteil der in Deutschland gestellten Erst-Anträge an allen Erst-Anträgen in der EU ist im gezeigten Zeitraum von August 2022 bis August 2023 von 22,1 Prozent auf 31,7 Prozent gestiegen. Der höchste Anteil in diesem Zeitraum wurde im Januar 2023 mit 36,5 Prozent erreicht, der niedrigste im September 2022 mit 22,0 Prozent. Auch in den Jahren zuvor wurden in Deutschland die meisten Erstanträge auf Asyl gestellt, wie die Rückschau bis 2014 zeigt.

Wo lassen sich die meisten Flüchtlinge nieder?

Fast überall in der EU sind die Flüchtlingszahlen in den vergangenen Monaten deutlich gestiegen, vor allem durch den Krieg in der Ukraine. Dies gilt vor allem für osteuropäische Länder, insbesondere Polen, aber auch für Deutschland. In der Bundesrepublik kommen auf 1.000 Einwohner statistisch derzeit 34,3 Flüchtlinge und Asylbewerber. Im Dezember 2020 lag die Zahl noch bei 17,4.

Die Folgen der Migration zählen zu den größten Zukunftsrisiken

Niemals sollten Risiken und die damit verbundenen Ängste dominieren, weil jede Krise gleichzeitig auch eine Chance mit sich bringt. Dadurch entstehen im Gegenzug Polychancen, die es zu nutzen gilt. Beispielsweise finanzielle Chancen im Bereich der Künstlichen Intelligenz oder der Cyber-Security durch die entsprechenden ETFs aus meinem Megatrend-Depot von „Kapitalschutz vertraulich„.

Auch Rohstoffrisiken fallen in diesen Bereich. Ein weiteres wichtiges Thema ist die Migration. Weite Teile der Bevölkerung, vor allem Bundesbürger, die über 65 Jahre alt sind, haben das Gefühl, durch soziale Spannungen aufgrund einer unkontrollierten und unqualifizierten Zuwanderung bedroht zu sein. Als Antwort auf diese Entwicklungen steigt bei der Bevölkerungsgruppe der Rentner die Überlegung, selbst auszuwandern, signifikant an. Im Jahr 2022 haben sich 270.000 Bundesbürger zu einer Auswanderung entschlossen. Der Auswanderungs-Saldo der deutschen Staatsbürger ist seit Jahren negativ, wie die nachfolgenden Zahlen des Statistischen Bundesamtes (destatis) eindrucksvoll belegen.

Wanderungen zwischen Deutschland und dem Ausland

Deutschland verliert seit Jahren die leistungsstarken Deutschen!

In der Geschichte der Bundesrepublik war es 2016 das erste Mal, dass mit 271.000 eine überdurchschnittlich hohe Zahl an Deutschen ausgewandert ist. Auch damals lässt sich dieser hohe Wert mit der Flüchtlingskrise des Jahres 2015 in Verbindung bringen. Es bedeutet für einen Staat, seine Volkswirtschaft und seine Gesellschaft eine Gefahr für die Stabilität, wenn das Verhältnis zwischen leistungsschwachen Einwanderern, die Sozialleistungen empfangen, und leistungsstarken, nicht mehr steuerzahlenden Auswanderern außer Kontrolle gerät. Auch für die hohen Zahlen 2022 und wahrscheinlich auch 2023 gibt es einen klaren Beleg, dass dies mit der hohen Anzahl an Migranten, die nicht den Weg als Beitragszahler in die Arbeitsmärkte finden, sondern Bürgergeld empfangen, zusammenhängt.

Aktuell kann ich diesen Trend zur Auswanderung aus meinen eigenen Erfahrungen bestätigen. Die Privatschule meiner Kinder hat – wie alle Privatschulen auf Mallorca – einen enormen Zulauf deutscher Staatsangehöriger. Die Wartlisten sind teilweise enorm, weil die Kapazitäten schlicht nicht mehr ausreichen. Aus persönlichen Gesprächen weiß ich, dass der Grund vieler Neuankömmlinge auf Mallorca nicht etwa im Wetter, den Lebenshaltungskosten oder gar den Steuern liegt, sondern im regelrechten Überlaufen deutscher Schulen durch Kinder von Migranten bzw. Flüchtlingen.

Eltern berichten mir beispielsweise, dass der Migrantenanteil in den deutschen Schulklassen ihrer Kinder teilweise weit über 50 % betragen hat. Dadurch erodiert das Bildungsniveau der Kinder, wie auch die erschreckenden Ergebnisse der aktuellen PISA-Studie belegen. Dafür sind nicht nur das schlechte politische Management der Corona-Pandemie und die schlechte Bildungspolitik verantwortlich, sondern auch die längst als völlig irrational zu bezeichnende, unverantwortliche Flüchtlingspolitik der Bundesregierung. Deswegen nehmen soziale Spannungen auch in vielen Schulen massiv zu, sodass auch immer mehr Familien ganz offensichtlich aus diesen Gründen eine Auswanderung ins Auge fassen.

Eine Auswanderung muss stets individuell bewertet werden!

Falls Sie eine Auswanderung erwägen, bedenken Sie, dass dies ein gravierender Schritt ist, der mit einer Vielzahl an monetären, rechtlichen, behördlichen und steuerlichen Implikationen verbunden ist. Vor allem für Familien sind die damit verbundenen physischen und emotionalen Herausforderungen nicht zu unterschätzen, die im praktischen Leben häufig die scheinbar im Mittelpunkt stehenden steuerlichen und rechtlichen Themenbereiche deutlich überragen. Viele meiner Leser sind mittlerweile ausgewandert.

Von A wie Andorra bis Z wie Zypern. Auswanderungsfragen müssen stets individuell und einzelfallbezogen beantwortet werden. Deshalb sehe ich mittlerweile von der Empfehlung von Beratungsstellen ab, die sich nicht auf einzelne Länder oder zumindest Regionen spezialisiert haben.

Ich habe hier bereits wiederholt über empfehlenswerte Auswanderungsziele berichtet, von der Schweiz und Liechtenstein über Kanada, Panama, Paraguay bis hin zu Thailand. Mittlerweile verfüge ich für die Leser meines Wirtschaftsmagazins „Kapitalschutz vertraulich“ über eine Datenbank mit kompetenten Beratungsstellen für die unterschiedlichsten Regionen, Länder und sonstige besondere Auswanderungsthemen.

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Markus Miller  | GEOPOLITICAL.BIZ

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