Unsichtbare Banken und faule Kredite!

(23.03.23) In der Medizin steht der Begriff Krebs für eine heimtückische Krankheit. Die Bezeichnung geht auf das gleichnamige Meerestier zurück. Bereits Hippokrates (460–379 vor Christus), der berühmteste Arzt des Altertums, gab der heutigen Volkskrankheit seinen Namen. Hippokrates wurde auf der griechischen Insel Kos geboren und beschrieb die Schwellungen seiner Patienten als „Karkinos“, weil sie ihn an die Krebse erinnerten, wenn sie sich in den Sand eingraben.

Krebszellen teilen sich unkontrolliert und hören nicht auf zu wachsen, selbst wenn sie keinen Platz mehr haben oder wenn sie mit anderen Zellen in Kontakt kommen. Dieses unkontrollierte Wachstum führt zur Bildung von Tumoren oder Wucherungen, die in das umliegende gesunde Gewebe eindringen und es verdrängen können. Manchmal bildet Krebs Tochtergeschwülste, die als Metastasen bezeichnet werden. Bekämpft wird Krebs überwiegend mit Chemotherapien und chirurgischen Eingriffen. Leider versterben am Ende viele Patienten dennoch, gezeichnet von den Therapiemaßnahmen.

Der Zins-Krebs hat das Bankensystem befallen!

Im Jahr 2017 habe ich ein vielbeachtetes Buch geschrieben mit dem Titel „Die Welt vor dem Geldinfarkt“. Hier habe ich ganz bewusst den Vergleich zwischen unserem Geldsystem und einem medizinischen Herzinfarkt gezogen. Dieser Geldinfarkt ist längst eingetreten. Zusätzlich ist unser Bankensystem nach Jahren der Null- und Negativzinsen jetzt von einem Defekt befallen, den ich als Zins-Krebs bezeichne.

Die Auswirkungen dieser weiteren Finanz-Krankheit zeigen sich jetzt bereits durch gravierende Bankenpleiten in den USA, den Kollaps der Credit Suisse und massive Kursverluste bei Bankaktien weltweit. Ein Hauch von Finanzkrise 2.0 schwebt derzeit wieder über den Banken.

Der Kollaps der Silicon Valley Bank ist die zweitgrößte US-Bankenpleite aller Zeiten

Vor rund 15 Jahren kollabierte mit Lehman Brothers eine der größten US-Investmentbanken. Das globale Geld- und Bankensystem stand kurzfristig vor der Kernschmelze. Innerhalb weniger Tage sind in den USA mit Silvergate Capital, der Signature Bank und der Silicon Valley Bank drei Banken in die Pleite gerutscht. Während Silvergate und Signature relativ kleine Banken waren, handelt es sich bei der Silicon Valley Bank (SVB) immerhin um die bisherige Nr. 16 unter den US-Banken. Ihr Zusammenbruch ist die zweitgrößte Bankenpleite in den USA. Nur durch staatliche Rettungsmaßnahmen in gigantischem Ausmaß konnte eine Kernschmelze im globalen Finanzsystem – vorerst – noch einmal abgewendet werden.

Die SVB hatte vergleichbar mit dem Geschäftsmodell der Sparkassen hohe Einlagenüberschüsse. Aufgrund der Zinswende mussten die Sparkassen in Deutschland Wertberichtigungen in Höhe von 7,8 Milliarden Euro auf ihre Anleihen vornehmen; die Genossenschaftsbanken 5,8 Milliarden Euro. Solange diese Verluste nicht wie im Fall der SVB realisiert werden müssen – weil die Kunden ihr Geld ausbezahlt haben möchten – oder die Schuldner zahlungsunfähig werden, ist das kein akutes Problem.

Mein Fazit: Ein Bank-Run wie in den USA wäre hingegen auch für Banken in Deutschland nicht zu verkraften, ohne dass der Staat als Retter (Bail-out) einspringen muss oder die Bankkunden (Bail-in) mithaften müssten.

Ein blütenweißer Schwan: Der Untergang der Credit Suisse

Ein schwarzer Schwan ist ein gänzlich überraschend eintretendes Ereignis. Auf den Fall der Credit Suisse trifft dieser Begriff überhaupt nicht zu. In Europa steht die Credit Suisse schon seit Jahren im Auge des Orkans. Anfang Dezember 2022 habe ich einen BLOG verfasst mit dem Titel „Der Untergang der Credit Suisse!„. Mein Fazit war damals, ich zitiere mich selbst: „Der Untergang der Credit Suisse ist längst im Gange, die Frage ist nur, wie groß der Knall noch wird!“. Die Vermögensabflüsse im vierten Quartal 2022 waren so massiv wie die nachfolgende Statista Grafik zeigt, so dass der Genickbruch der Credit Suisse spätestens hier bereits vollzogen war.

Mittlerweile wurde die Credit Suisse in einem staatlichen und regulatorischen Aktionismus noch nie dagewesenen Ausmaßes mit der UBS zwangsfusioniert. Es bleibt hier zu hoffen, dass die todkranke Credit Suisse die UBS nicht ansteckt, sondern unter dem Dach der UBS in Ruhe abgeweickelt werden und sterben kann. Die Situation im Bereich der faulen Kredite könnte sich durch diese Entwicklungen auch bei Banken in Europa wieder verschärfen.

Die faulen Kredite der europäischen Banken – Gefahr einer Trendwende!

Banken in Griechenland, Polen und Ungarn haben einen relativ hohen Anteil an faulen Krediten (NPL = Non Performing Loans) in ihren Beständen. Das zeigt die nachfolgende Statista-Grafik auf Basis von Daten der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde (EBA) mit Stand vom September vergangenen Jahres. Auch in Belgien, Zypern und Portugal ist der Anteil vergleichsweise hoch. In Deutschland liegt er derzeit bei einem Prozent. Daten zur Schweiz werden von der EBA nicht veröffentlicht. Das ist vermutlich mit Blick auf die Credit Suisse auch besser so.

Insgesamt sind die NPL-Bestände der europäischen Banken allerdings rückläufig. Das zeigt der Vergleich mit den Beständen, die die Banken noch im Juni 2021 ausgewiesen haben. So ist der NPL-Anteil griechischer Banken seitdem von 14,8 Prozent auf nunmehr 4,9 Prozent gesunken. Für Zypern lässt sich ein Rückgang von 9,1 Prozent auf 3,2 Prozent beobachten. In Deutschland fällt der Rückgang von 1,1 Prozent auf 1,0 Prozent minimal aus. Insgesamt zeigt sich der europäische Bankensektor in Sachen faule Kredite also deutlich robuster als noch Mitte 2021, mitten in der Corona-Krise.

Notleidende bzw. leistungsgestörte Kredite (Non-Performing-Loans) sind Kredite, bei denen der Schuldner mit der Erfüllung seiner Pflichten bereits in Verzug geraten ist. Diese Kredite müssen als zweifelhafte Forderungen von den Banken zu Lasten ihres Ertrages wertberichtigt werden. In den meisten Standardvertragsbedingungen ist festgelegt, dass Kredite nach 90-tägiger Zahlungsunfähigkeit notleidend werden. Der Anteil notleidender Kredite ist ein wichtiger Indikator für die Krisenfestigkeit der Banken – und damit der gesamten Euro-Zone.

Die Zahlungsmoral sinkt: Der Blick auf die unsichtbaren Banken

Die weltweite Zahlungsmoral hat sich zuletzt stärker verschlechtert als in den sieben vorangegangenen Jahren zusammengenommen: Rechnungen wurden 2022 nach durchschnittlich 59 Tagen bezahlt – und damit fünf Tage später als noch im Vorjahr. Schon zuvor hatte sich das weltweite Zahlungsverhalten – mit Ausnahme von 2020 – sukzessive verschlechtert, wenngleich weitaus weniger deutlich: Zwischen 2015 und 2021 haben sich die „Days of Sales Outstanding“ (DSO), also der Zeitraum zwischen Rechnungslegung und Bezahlung, um insgesamt vier Tage verschlechtert. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Studie des weltweit führenden Kreditversicherers Allianz Trade.

Die Zahlungsmoral ist ein wichtiger Vorbote von Zahlungsverzögerungen und -ausfällen sowie Insolvenzen. Je länger Unternehmen auf ihr Geld warten müssen, desto wahrscheinlicher ist es, dass sie am Ende auf unbezahlten Rechnungen sitzen bleiben. Die Rolle der Lieferanten als unsichtbare Bank kommt also wieder voll zum Tragen und erhöht die Liquiditätsrisiken im System. 17 % der Unternehmen weltweit werden erst nach 90 Tagen bezahlt, bei insgesamt 42 % sind es mehr als 60 Tage.

Deutschland: Ebenfalls deutliche Verschlechterung, aber weiterhin relativ gute Zahlungsmoral

Auch in Deutschland ist eine deutliche Verschlechterung bei der Zahlungsmoral sichtbar. Hierzulande wurden Rechnungen im Jahr 2022 durchschnittlich 4 Tage später bezahlt als 2021 – nach durchschnittlich 49 Tagen. Den Deutschen sagt man seit jeher eine gute Zahlungsmoral nach, so ein Studien-Fazit. Die aktuellen Zahlen bestätigen diesen Ruf auch in diesen schwierigen Zeiten. Die deutschen Unternehmen bezahlen ihre Rechnungen 10 Tage schneller als im weltweiten Durchschnitt und eine Woche früher als Unternehmen in den europäischen Nachbarländern. Das ist ein ziemlich eklatanter Unterschied – aber keine Garantie.

Der Trend mit einer schlechteren Zahlungsmoral dürfte sich 2023 fortsetzen – sowohl weltweit als auch in Deutschland. Zuletzt hat „Allianz Trade“ deutlich mehr Zahlungsverzögerungen und auch einige größere Insolvenzen gesehen. Insgesamt erwarten die Analysten in diesem Jahr rund 15% mehr Pleiten als 2022 und damit eine Normalisierung des Insolvenzgeschehens.

Asien-Pazifik: Zahlungsmoral verschlechtert sich am stärksten

Besonders spät bezahlen Abnehmer in der Region Asien-Pazifik (65 Tage, +6 Tage). Haupttreiber ist dabei China: Dort hat sich das Zahlungsverhalten 2022 besonders stark verschlechtert und die DSO haben sich um 10 Tage verlängert auf nunmehr 54 Tage. Im Mittleren Osten müssen Unternehmen unverändert rund 64 Tage auf ihr Geld warten In Westeuropa sind es durchschnittlich 56 Tage (+3 Tage), in Südamerika (+3 Tage) und in Zentral- und Osteuropa (+4 Tage) jeweils 51 Tage und in den USA 49 Tage (+1 Tag) wie in Deutschland.

Bei den Branchen ist das Bild ebenfalls heterogen. Besonders stark verschlechtert hat sich die Zahlungsmoral im Bereich Transportmittel (+15 Tage), Rohstoffe (+10 Tage), Elektronik sowie Software und IT (jeweils +8), Pharma, Lebensmittel und Baugewerbe (+7 Tage). Insgesamt am längsten auf ihr Geld warten müssen Unternehmen im Maschinen- und Anlagenbau (79 Tage), Transportmittel (77 Tage), Elektronik und Baugewerbe (je 72 Tage).

Mein Fazit: Dieser Indikator der „Unsichtbaren Banken“ verdeutlicht ebenfalls die derzeit steigenden Systemrisiken innerhalb des Bankensektors mit Auswirkungen auf unser Geld durch die gefährdete Stabilität der Währungen.

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Markus Miller  | Gründer GEOPOLITICAL.BIZ

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