Wie würden Sie 100.000 Euro investieren?

(28.09.22) Die Systeme von EU- und Euro sind mittlerweile zu einer gefährlichen Haftungsgemeinschaft und Umverteilungsunion mutiert. Sie müssen sich bewusst sein, dass Sie als Staatsbürger und Steuerzahler für die Fehlentwicklungen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft mithaften.

Deswegen rate ich dazu, mindestens ein Standbein im Bereich Ihrer Bankkonten, Wertpapierdepots und Schließfächer außerhalb der EU  zu schaffen. Meine favorisierten Länder sind dabei die Schweiz und das Fürstentum Liechtenstein.

Positiv: Auch beim Schweizer Franken (CHF) drohen jetzt keine Negativzinsen mehr!

Im Kampf gegen die Inflation hat sich der globale Zins-Wettbewerb weiter verschärft. Nachdem die Fed ihren Leitzins erwartungsgemäß um 75 weitere Basispunkte auf jetzt 3,25% angehoben hat, zogen weitere Notenbanken nach. Hervorzuheben ist dabei die Schweizer Nationalbank, die den Leitzins ebenfalls um 0,75% erhöht hat. Allerdings von -0,25% auf jetzt 0,5%. Die seit 2014 anhaltende Negativzinspolitik der SNB mit Spitzenwerten von -0,75% wurde dadurch beendet. Auch im Fürstentum Liechtenstein ist der Schweizer Franken die Landeswährung.

Die Bank of England hat ihren Leitzins ebenfalls deutlich um 0,5% erhöht, auf jetzt 2,25 Prozent. Da die neue britische Regierung gleichzeitig hohe kreditfinanzierte Steuersenkungen angekündigt hat, was zu einer weiteren Explosion der UK-Staatsschulden führen wird, hat das Britische Pfund einen massiven Absturz in Höhe von rund 5% vollzogen, was für eine bedeute Landeswährung mehr als außergewöhnlich ist. Gegenüber dem US-Dollar ist die älteste noch bestehende Fiatwährung der Welt sogar auf den tiefsten Stand aller Zeiten gefallen. Diese bedenklichen Entwicklungen zeigen nicht nur Parallelen zu Deutschland, EU-Europa und dem Euro, sondern zeigen auch die gigantischen Risiken, die auf unserem Fiat-Geldsystem lasten.

Mein Fazit: Bitte entschuldigen Sie meinen Sarkasmus in diesem Kontext, aber wer jetzt noch die politische – mathematisch aber unsinnige – Sichtweise vertritt, dass mittels der Schuldenbremse die Erhöhung der Staatsschulden ausgebremst wird, vertritt auch den Standpunkt, dass Zitronenfalter Zitronen falten!

Von der Schuldenbremse zum Schuldenvollgas!

Die Corona-Pandemie hat die Staatsschuldenquote zum ersten Mal seit in Kraft treten der verfassungsrechtlich festgelegten Schuldenbremse wieder ansteigen lassen, wie die obige Statista-Grafik verdeutlicht. Im Jahr 2021 betrugen die Schulden des Öffentlichen Gesamthaushalts in Relation zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) in Deutschland 65 Prozent des BIP. Die Staatsverschuldung Deutschland ist im Jahr 2020 aufgrund der Corona-Krise und den Hilfszahlungen, für die der deutsche Staat Kredite aufgenommen hat, angestiegen. Zuvor war die Staatsverschuldung in Relation zum BIP seit 2012 gesunken.

Damit liegen die Staatsschulden selbst im einst so vorbildlich soliden Deutschland auch in diesem Punkt wieder über dem Maastricht-Kriterium, dass die EU-Länder dazu verpflichtet ihre Staatsschuldenquote unter dem Niveau von 60% des BIP zu halten, um eine gewisse wirtschaftliche Stabilität in der Europäischen Union zu gewährleisten. Man muss kein Mathematik-Genie sein, um zu prognostizieren, dass die Staatsschuldenquote aufgrund der vielschichten Probleme und explodierenden Staatsausgaben auch in den kommenden Jahren weiter massiv ansteigen werden.

Mein Fazit: Der Staat und die EZB haben ihre Schutzfunktionen für unsere Währung – den Euro – längst verloren. Im Gegenteil, die derzeitige Politik und Finanzpolitik bringen große Gefahren für alle Bürger, Steuerzahler und vor allem Vermögensinhaber mit sich!

Vom großen Währungsverfall zur staatlichen Planwirtschaft

„uniqe“ und „performance“ sind zwei Begriffe aus dem englischen Wortschatz, die übersetzt „Einzigartig“ und „Leistung“ bedeuten. Setzt man beide Begriffe zusammen ist das grammatikalische Ergebnis somit eine einzigartige Leistung. Genau diese Wirkung hatte der Energiekonzern E.ON und dessen PR-Berater im Jahr 2016 vermutlich im Sinn, als sie die konventionelle Stromerzeugung aus Kohle, Gas und Wasserkraft abgespaltet und an die Börse gebracht haben.

Dem neuen Unternehmen wurde der aus „uniqe“ und „performance“ zusammengesetzte Begriff Uniper gegeben. Seit März 2020 gehörte die Uniper SE als europäische Aktiengesellschaft mehrheitlich zum Energiekonzern Fortum aus Finnland. Die in der Tat „einzigartige Leistung“, die jetzt erreicht wurde, ist die größte Verstaatlichung in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland. Neben einem gigantischen Kapitalverlust der Aktionäre werden dafür auch die Steuerzahler massiv bluten müssen.

Finnland gibt seine Risiken ab und Deutschland übernimmt ein Multi-Milliardengrab

Deutschlands Ampelregierung hat den Gasversorger in den letzten Monaten bereits mit 15 Milliarden Euro gestützt, um einen Zusammenbruch des Unternehmens und somit den Kollaps der Gasversorgung in Deutschland zu verhindern. Zuletzt musste Uniper Verluste von mehr als 100 Millionen Euro pro Tag! verbuchen. Nach Putins Gas-Stopp hat sich die Situation so dramatisch verschlechtert, dass jetzt die Kontrolle des Bundes, die Übernahme der Anteile des bisherigen Mehrheitsaktionärs Fortum, das Ablösen von Krediten und die totale Verwässerung der Aktien offensichtlich ohne Alternative war.

Dafür müssen die Steuerzahler Deutschlands nochmals mindestens 15 weitere Milliarden Euro in die Hand nehmen. Nach dem staatlichen Einstieg in die Commerzbank oder die Lufthansa sehen wir jetzt die klassische und komplette Verstaatlichung eines privatwirtschaftlichen Unternehmens. Nach Abschluss der komplexen juristischen Vorgänge wird der Staat rund 99% an Uniper halten. Für die von Fortum gehaltenen Anteile werden immerhin noch 1,70 Euro pro Aktie bezahlt. Fortum gehört übrigens mehrheitlich dem finnischen Staat, der froh sein dürfte, dieses Multi-Milliardengrab endlich los zu sein.

Gefährliche Trends: Umverteilung und Verstaatlichung!

Der Fall von Uniper ist nicht der einzige Vorgang dieser Art. Nach Gazprom Germania wurden auch die deutschen Tochterfirmen des russischen Mineralölkonzerns Rosneft vor kurzem für zunächst 6 Monate unter Treuhandverwaltung gestellt, was ebenfalls einer Verstaatlichung gleichkommt. Vor diesen Rahmenbedingungen ist es keine Überraschung, dass viele Bürger, Steuerzahler und Vermögensinhaber mit zunehmender Sorge auf die gravierenden staatlichen Eingriffe und möglicherweise drohender Umverteilungen bzw. Enteignungen blicken. 

Die Inflation wird eine der größten Herausforderungen in den kommenden Jahren. Die Welt von Staaten, Unternehmen und auch Privatpersonen versinkt zunehmend in einem Meer von Schulden. Intelligente Kapitalschutz- und Steuerschutz-Strategien sind vor diesen bedenklichen Rahmenbedingungen die Maxime der Stunde. Wie aber würden denn die Bürger Deutschlands derzeit eine Summe von 100.000 Euro anlegen?

Laut einer Umfrage im Rahmen des Statista Global Consumer Surveys sind Aktien und Investmentfonds auch in schwierigen Zeiten die favorisierte Anlagemöglichkeit der Deutschen. Statista hat mehr als 1.000 Personen in Deutschland befragt, wie sie 100.000 Euro investieren würden – rund 57 Prozent entschieden sich für Aktien, Aktienfonds und Investmentfonds. Ebenfalls mehr als die Hälfte der Befragten wählte die weniger spekulative Anlage des Geldes in Form von Sparverträgen und –einlagen oder dem Deponieren auf dem Sparbuch.

Kryptowährungen wie Bitcoin und Ethereum sind weiter auf dem Vormarsch!

Etwa 45 Prozent der Umfrageteilnehmer würden zumindest einen Teil der 100.000 Euro in Immobilien stecken, 40 Prozent investieren in Rohstoffe, Anleihen und festverzinsliche Wertpapiere sind für 38 Prozent attraktiv. Kryptowährungen werden von etwa einem Drittel der Befragten in Betracht gezogen, ebenso viele halten ein Investment in eine private Renten- und Lebensversicherung für eine gute Idee.

Trotz der Vielzahl an Anlagemöglichkeiten haben 36 Prozent der befragten Personen angegeben, dass sie, angenommen sie würden 100.000 Euro erhalten, nicht den gesamten Betrag investieren würden. Sondern eben als Notgroschen in der Hinterhand behalten, oder eben konsumieren.

Mein Fazit: Allen Kursverwerfungen zum Trotz sind Kryptowährungen weiter auf dem Weg zu einer eigenständigen Anlageklasse und einem alternativen Geld- und Finanzsystem. Sollte die Auswertung zutreffen und Krypotwährungen bereits den identischen Stellenwert wie Lebens- und Rentenversicherungen einnehmen, wäre allein dieser Aspekt eine Auszeichnung. Mehr zu dieser Thematik finden Sie fortlaufend auf unserem Portal KRYPTO-X.BIZ  

Auswandern: Sind das die besten Länder für die Rente?

Eine gezielte Auswanderung ist die konsequenteste und auch bei professioneller Umsetzung auch die wirkungsvollste Kapitalschutz-Strategie. Deswegen lohnt auch hier der Blick ins Ausland. Norwegen ist das beste Land für Pensionäre. Im diesjährigen Global Retirement Index der Investmentbank Natixis belegt das skandinavische Land den ersten Platz. Für das Ranking wurden 44 Länder weltweit untersucht, nach Faktoren wie der Gesundheit, den Finanzen im Ruhestand, der Lebensqualität und dem materiellen Wohlstand im Alter. Anschließend wurde ein Indexwert vergeben, mit 100 Prozentpunkten als bestmöglichem Ergebnis.

Island ist in diesem Jahr einer der größten Verlierer. Für die Insel-Nation reicht es 2022 mit 79 Punkten nur noch für den dritten Rang. Im Vorjahresranking erreichte Island noch vier Punkte mehr und behauptete die Spitzenposition. Die Schweiz hält hartnäckig die zweite Position trotz eines Punktverlustes, wie die obige Statista-Grafik zeigt. Deutschland hat im aktuellen Ranking auch deutlich schlechter abgeschnitten und rutscht jetzt aus den Top 10.

Mein Fazit: Eine gezielte Auswanderung ist die wirkungsvollste Kapitalschutz-Strategie!

Besonders stark verschlechtert hat sich die Bundesrepublik in der Kategorie „Materieller Wohlstand„. Dieser Negativtrend dürfte weiter anhalten, weil die gravierenden Auswirkungen der Energiekrise erst in den kommenden Auswertungen zur Geltung kommen werden. Dem Themenbereich „Auswandern“ werde ich deswegen in Zukunft weiter eine sehr große Bedeutung im Rahmen meiner Kapitalschutz-Strategien einräumen. In der kommenden Ausgabe von KAPITALSCHUTZ VERTRAULICH richte ich meinen Blick auf die attraktiven Möglichkeiten für Rentner und Selbständige im Königreich Thailand.

Markus Miller  | Gründer GEOPOLITICAL.BIZ

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