Bitcoin statt Bretton Woods!

(01.09.2021) „The Great Reset“ ist eine Initiative des Weltwirtschaftsforums (World Economic Forum, WEF), die eine Neugestaltung der weltweiten Gesellschaft und Wirtschaft im Anschluss an die COVID-19-Pandemie vorsieht. Der große Neustart bzw. der große Umbruch wird mit ebenso großen Risiken verbunden sein. Der „Great Reset“ wird zu massiven staatlichen Eingriffen führen, aber auch zu großen Chancen.

Die Maxime der Stunde: Risiken reduzieren, Chancen nutzen!

Bedroht werden derzeit die Kaufkraft des Geldes, die Stabilität unserer Bank-, Finanz- und Wirtschaftssysteme, wie wir sie seit Jahrzehnten kennen, unsere persönliche Freiheit, Eigentums- und Vermögenswerte, Lebensqualität und somit unser – meist über Generationen – hart erarbeiteter Wohlstand. Ein Mosaikstein dieser Entwicklungen sind die Kombination von Negativzinsen und gleichzeitig steigenden Inflationsraten.

Finanzielle Repression: Die finanzamtslose Pauschalsteuer greift immer stärker!

Die vollkommen überschuldete Welt ist nicht auf steigende Zinsen ausgelegt. Die Stabilität unserer Geld- und Finanzsysteme wäre dadurch massiv gefährdet. Die durch Corona geradezu explodierten Berge an Staatsschulden können im Hinblick auf die Zinslast nur bewältigt werden, wenn die Zinsen sehr niedrig bleiben oder, noch besser, im deutlich negativen Bereich verharren.

Die Negativzinsen geben den klammen Staaten die Möglichkeit, sich über die indirekte Steuer der „Financial Repression“ (Negativzinsen) auf Kosten der Bürger und Sparer zu refinanzieren bzw. zu entschulden. Diese finanzielle Repression ist ein schleichender Kaufkraft- und Vermögensverlust, der fortlaufend an unserem Geld nagt. Eine verdeckte Steuer, die Sie nicht im Steuerbescheid Ihres Finanzamts finden.

Topf und Deckel: Geldflut und Inflation

Die Verbraucherpreise sind laut Statistischem Bundesamt im Juli 2021 um 3,8 Prozent gestiegen – einen derartigen Anstieg gab es zuletzt im Dezember 1993. Damit hat sich die Inflationsrate im Vergleich zum Vormonat sprunghaft erhöht, wie der Blick auf die nachfolgende Statista-Grafik zeigt. Ganz anders sah es letztes Jahr um diese Zeit aus. Damals waren die Verbraucherpreise in Folge der temporären Senkung der Mehrwertsteuersätze (von Juli 2020 bis Dezember 2020) stark gefallen.

Entsprechend hatten die Statistiker in Wiesbaden diesen Effekt hervorgesehen: „Der im Juli 2021 sprunghaft einsetzende Basiseffekt war zu erwarten, da die Weitergabe der Steuererleichterung an Verbraucherinnen und Verbraucher vor einem Jahr bei vielen Gütern zu sinkenden Preisen geführt hatte. Der preiserhöhende Effekt wird durch Sonderentwicklungen für einzelne Güter verstärkt, insbesondere für die Energieprodukte“, so Christoph-Martin Mai vom Statistischen Bundesamt.“

Die Geldflut der EZB wird mindestens bis in das Jahr 2024 beibehalten!

Wie alle großen Notenbanken wird auch die Europäische Zentralbank EZB das Zinsniveau auf Jahre hinaus niedrig halten und ihre Negativzinspolitik weiterfolgen oder sogar weiter forcieren. Nachdem die EZB ihr offizielles und einst klar definiertes Inflationsziel von „knapp unter zwei Prozent“ auf wenig greifbare „durchschnittlich zwei Prozent“ angehoben hat, folgt jetzt der nächste Schritt: Die Bedingungen für eine Drosselung der Anleihenkäufe wurden neu definiert und ebenfalls so schwammig formuliert, dass neuer Spielraum für eine weitere Ausdehnung der Anleihenkäufe geschaffen wurde.

Selbst wenn die Inflation massiv über zwei Prozent ansteigt, können dadurch weiter Anleihenkäufe durchgeführt werden, was in der Praxis eine verdeckte – und eigentlich nicht erlaubte – Staatsfinanzierung von EU-Problemländern wie Italien, Frankreich oder Spanien darstellt. Dadurch ist der gefährliche Weg vorgezeichnet, die Märkte bis weit in das Jahr 2024 mit neuem Geld zu fluten. Ohne diese expansiven Maßnahmen in der Geldpolitik würde die Systemstabilität umgehend in Gefahr geraten. Der Euro wird dadurch in seiner Kaufkraft weiter erodieren. Schützen Sie sich vor diesen Gefahren, durch intelligente Kapitalschutz-Strategien!

50 Jahre später: Unser Fiat-Geldsystem krankt immer noch an den Nachwehen von Bretton Woods.

Der Ferienort Bretton Woods im US-Bundesstaat New Hampshire war im Juli 1944 während des Zweiten Weltkriegs Schauplatz einer Konferenz, die unser Weltfinanzsystem über Jahrzehnte geprägt hat. An der Bretton-Woods-Konferenz im längst legendären Mount Washington Hotel (Bild) nahmen einst Vertreter von 44 Staaten teil. Nach dem Krieg ist auch Deutschland im Jahr 1949 dem Bretton-Woods-System beigetreten.

Zentrale Elemente des Bretton-Woods-Abkommens stammten aus dem „White-Plan“ von Harry Dexter White, der für das US-Finanzministerium tätig war und dem britischen Ökonom John Maynard Keynes. Später stellte sich heraus, dass White ein russischer Spion war. Das Ziel des Abkommens bestand darin, Europas Wirtschaft zu stärken und den internationalen Handel, der unter der Weltwirtschaftskrise und dem Zweiten Weltkrieg gelitten hatte, wieder in Schwung zu bringen. Bretton Woods war der Ursprung der heutigen Weltbank.

Das Wechselkursregime von Bretton Woods unterlag einem Trilemma

Das Bretton-Woods-System sah eine Bindung der Teilnehmerwährungen an den US-Dollar vor, der seinerseits durch Gold unterlegt war. 1971 begann das Bretton-Woods-System zu wanken, weil US-Präsident Richard Nixon die Bindung an Gold aufhob, 1973 scheiterte es endgültig. Die Spätfolgen der seither inflationären Währungen spüren wir aktuell aufgrund der explodierenden Geldmengen und dem damit einhergehenden Kaufkraftverlust ganz massiv. Gescheitert ist das Abkommen von Bretton Woods an seinen drei Konstruktionsfehlern:

Der Unvereinbarkeit der Ziele „autonome Geldpolitik“, „fester Wechselkurs“ und „freier internationaler Kapitalverkehr“. Das Whitepaper, auf dem das dezentralisierte und streng limitierte Bitcoin-System basiert, ist frei von diesem Trilemma des Wechselkursregimes.

Die Entdollarisierung stärkt den Bitcoin!  

Dass die Bank für Internationalen Zahlungsausglich (BIZ) mittlerweile Risikovorkehrungen für Banken im Hinblick auf Kryptowährungen rund um Bitcoin, Ethereum und Co. fordert, um eine Gefahr für die Stabilität des Finanzsystems zu verhindern belegt vor allem zwei Aspekte:

1. Kryptowährungen haben in kürzester Zeit einen hohen Stellenwert in der Finanzwirtschaft erreicht, sie sind gekommen, um zu bleiben. Deswegen ist eine Regulierung erforderlich.

2. Die Hauptgefahr für einen möglichen Kollaps unseres Finanzsystems geht nicht vom schuldenfreien und limitierten Bitcoin aus, sondern von unserem kranken Papiergeld-Währungssystem, mit dem US-Dollar als Weltleitwährung.

Nicht die in zahlreichen Medien zuletzt so vielzitierte Meldung aus El Salvador ist wichtig, dass hier der Bitcoin parallel zum US-Dollar als offizielles Zahlungsmittel eingeführt wurde, sondern der Blick auf eine Entwicklung in der großen Volkswirtschaft Russlands. Das flächenmäßig größte Land der Welt hat vor kurzem den US-Dollar aus seinem Nationalen Vermögensfonds entfernt. Der Kreml verfolgt die Strategie der Entdollarisierung (Dedollarisation) und hat dazu den USD-Devisenanteil im Investitionsfonds von 35% auf 0% zurückgefahren.

Mein Fazit: Die Entdollarisierung wird positiv auf den Bitcoin wirken. Für mich ist es nur eine Frage der Zeit, bis der erste Staat die Krypto-Weltleitwährung in seine Devisenreserven aufnimmt.

Markus Miller  | Gründer GEOPOLITICAL.BIZ

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