Basel 3 wertet Gold auf!

(22.07.2021) Häufig muss ich über Regel- und Gesetzesänderungen sowie neue regulatorische Vorschriften und Gesetze informieren, die nachteilig sind für Sie als Bürger und Kapitalanleger. Deswegen freut es mich stets sehr, wenn ich auch über positive Entwicklungen in diesen Bereichen berichten kann. Das ist heute wieder einmal der Fall, dabei geht es um die sogenannten Vorschriften von Basel 3, die in erster Linie für Banken sehr wichtig sind, infolgedessen aber auch gravierende Auswirkungen für Sie als Bankkunden haben. Basel 3 ist im Bankwesen die Abkürzung für Eigenkapitalvorschriften, die vom Basler Ausschuss für Bankenaufsicht mit Sitz in Basel im Dezember 2010 veröffentlicht und seither weiter ergänzt wurden. Vorgänger der aktuellen Vorschriften waren somit Basel 1 und Basel 2.

Der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht (Basel Committee on Banking Supervision, BCBS) wurde 1974 von den Präsidenten der G10-Notenbanken gegründet. Heute gehören dem Baseler Ausschuss hochrangige Vertreterinnen und Vertreter der nationalen Zentralbanken und Aufsichtsbehörden aus 28 Jurisdiktionen an. Deutschland wird von Herrn Prof. Dr. Wuermeling für die Bundesbank und Herrn Röseler für die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht vertreten. Der Baseler Ausschuss tritt in der Regel bei der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) in Basel zusammen, wo sich auch sein ständiges Sekretariat befindet.

Gold wird den Währungen bewertungstechnisch gleichgestellt

Am 28.06.21 sind die neuen Regelungen zur Hinterlegung von Sicherheiten für europäische Banken in Kraft getreten. Ein sehr interessanter Punkt sind dabei die neuen Bewertungsmaßstäbe für das Edelmetall Gold. Basel 3 legt fest, dass Banken Gold in physischer Form als sogenanntes Null-Risiko-Asset bewerten dürfen. Dadurch wird Gold in Form von Münzen oder Barren von der bisher risikoreichen Anlageklasse 3 in die Anlageklasse 1 aufgewertet. Hier finden sich beispielsweise auch Sorten in Form von Bargeldern oder Devisen, also Fremdwährungen als Buchgeld.

Interessant ist dabei, dass diese Regelung rein auf sogenanntes alloziertes (zugewiesenes) Gold zutrifft, nicht auf Papiergold, das rein auf Zahlungsversprechen basiert und nicht physisch und zugewiesen hinterlegt ist. Bei allozierten Gold wird den Bankkunden ein bestimmter Barren oder eine Münze mit direktem Eigentumsübergang zugewiesen. Aus kosten- und ertragsgründen setzen viele Banken bislang auf nicht zugewiesenes Gold in ihren Handelsaktivitäten. Derartige Geschäfte müssen jetzt zusätzlich zu 85% mit Kernkapital hinterlegt werden, was sehr teuer wird. Deswegen wird physisches Gold zukünftig auch innerhalb des Bankensystem weit stärker gefragt sein.

Mein Fazit: Physisches bzw. alloziertes Gold muss ein Basis-Baustein Ihrer Kapitalschutz-Strategie sein. Ich zeige Ihnen dafür entsprechende Mittel, Wege und Strategien in meinem Wirtschaftsdienst KAPITALSCHUTZ VERTRAULICH.

Die gesetzliche Rente ist unsicher!

Anlagealternativen wie beispielsweise Gold gewinnen auch deswegen weiter an Bedeutung, weil unsere konventionellen Geld- und Rentensysteme weiter erodieren und vor großen Herausforderungen stehen. Das deutsche Rentensystem gerät beispielsweise zunehmend unter Druck. Derzeit stehen einem Altersrentner rund zwei Beitragszahler gegenüber. Anfang der 1960er Jahre war das Verhältnis noch solider: hier kamen auf einen Altersrentner sechs aktiv versicherte Erwerbspersonen. Das zeigt die nachfolgende Statista-Grafik auf Basis von Daten des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung.

Laut Quelle ist an dieser Entwicklung bemerkenswert, dass die Zahl der Beitragszahler im Trend kontinuierlich zugenommen hat und es 2019 mit 39,1 Millionen aktiv Versicherten so viele Beitragszahler gab wie nie zuvor. Gleichzeitig ist die Zahl der Rentenempfänger aber noch stärker gewachsen und betrug 2019 rund 18,4 Millionen Altersrentner. Der demografische Wandel ist in Deutschland also in vollem Gang. Gleichzeit muss klar ausgesprochen werden, nicht nur im Hinblick auf die Kaufkraftstabilität: Die gesetzliche Rente ist unsicher!

Das Realzins-Radar zeigt die Realzinsfalle!

Nicht nur die zinsbasierte, gesetzliche Rente kann zur Falle werden, sondern die auch die grundlegende Realzinsentwicklung. Der Wertverlust für deutsche Sparer hat einen neuen Höchststand erreicht: Über 22 Milliarden Euro haben die Spareinlagen der Deutschen im ersten Halbjahr 2021 an Wert verloren: Pro Kopf sind das 269 Euro. Dies ist das Ergebnis des quartalsweise erscheinenden comdirect Realzins-Radars, der gemeinsam mit Barkow Consulting ermittelt wird.

Der comdirect Realzins-Radar wird viermal im Jahr jeweils für das abgelaufene Quartal erhoben. Er untersucht, wie hoch der Wertverlust durch Geldeinlagen ist, deren Verzinsung unterhalb der Inflationsrate liegt. Daten für das Volumen und die Zinssätze von Geldanlagen (Tagesgeld, Termin- & Spareinlagen) entstammen dem Credit-Benchmark-Model® von Barkow Consulting.

Die Zinssätze entsprechen dem Durchschnitt des Bestandes. Als Basis werden Rohdaten der Deutschen Bundesbank, von destatis sowie der Europäischen Zentralbank (EZB) verwendet. Die Realverzinsung errechnet sich aus dem Nominalzins der einzelnen Geldanlagen abzüglich der Inflationsrate. Von der Berücksichtigung einer etwaigen Besteuerung der Zinserträge wird abgesehen. Zur Ermittlung des absoluten Realzinsverlustes bzw. -gewinnes wird der jeweilige Realzinssatz von Tagesgeld, Spareinlagen und Festgeldern auf die entsprechenden Bestände angewendet.

Realzinsverlust in Mrd. Euro

Realzins im zweiten Quartal mit minus 2,19 Prozent auf historischem Tief

Allein im zweiten Quartal 2021 beträgt der Wertverlust 14,3 Milliarden Euro. Das entspricht pro Bundes-bürger durchschnittlich 173 Euro. Der Grund ist die nach Ende der Mehrwertsteuersenkung im zweiten Halbjahr 2020 stark gestiegene Inflationsrate. Im zweiten Quartal lag diese durchschnittlich bei 2,29%. Das ist der höchste Inflationswert seit mehr als zehn Jahren.

Gleichzeitig liegen die Zinssätze für Tages- und Festgelder, Girokonten und Spareinlagen bei 0,10% und damit im Vergleich zu den beiden Vorquartalen unverändert auf historischem Tiefstand. Daraus ergibt sich ein Realzins von minus 2,19%. Das ist der mit Abstand niedrigste Wert seit Beginn der Untersuchung im Jahr 2003. Der Realzins ist der Zins nach Abzug der Inflation, also der Zins, den die Sparer unter Berücksichtigung des Kaufkraftverlustes erzielen.

Seit 2010 haben Deutsche einen Realverlust von mehr als 2.000 Euro erlitten

Schon seit mehr als einem Jahrzehnt sind die Sparzinsen auf niedrigem Niveau. Die Deutschen versuchen dennoch weiterhin gegen die niedrigen Zinsen anzusparen. Die Pandemie hat die Sparneigung zumindest vorübergehend noch verstärkt. Durch den Kaufkraftverlust schmelzen die Ersparnisse aber dahin, anstatt sich zu vermehren, so das Fazit der comdirect.

Deutlich wird dies insbesondere bei langfristiger Betrachtung: Seit Ende 2010 hat jeder Deutsche im Schnitt 2.019 Euro durch Niedrigzins und Inflation verloren. Dennoch setzen sie weiter auf Tagesgeld, Festgeld und Spareinlagen. Das Volumen dieser Anlagen ist in den vergangenen 12 Monaten sogar um einen neuen Rekordwert gestiegen: Weitere 164 Milliarden Euro haben die Sparer hierzulande auf die hohe Kante gelegt.

Durch eine wahrscheinlich weiter ansteigende Inflationsrate werden Sparer im zweiten Halbjahr sogar noch höhere Verluste erleiden.

Andreas Lipkow, der Marktexperte der Comdirect appelliert daher an die Bundesbürger endlich umzudenken: „Die Zeiten, in denen man über Zinserträge sein Vermögen wachsen lassen konnte, sind lange vorbei. Für den langfristigen Vermögensaufbau führt an Wertpapieren heute kein Weg mehr vorbei.“ So stellten beispielsweise Wertpapiersparpläne auch für Anfänger mit schmalem Budget eine gute Wahl da. Mit monatlichen Sparbeträgen ab 25 Euro lasse sich so über die Zeit ein Vermögen aufbauen.

Fazit: Investieren mit Sachwerten statt sparen mit Geldwerten!

Dieser Einschätzung schließe ich mich uneingeschränkt an. Intelligent in Sachwerte investieren, statt einfach in Geldwerte zu sparen muss weiterhin die Maxime der Stunde sein! Von Edelmetallen wie Gold und Silber bis hin zu Aktien. Ich zeige Ihnen dafür im Rahmen von Kapitalschutz vertraulich wirkungsvolle Mittel und praxisnahe Wege! Von zukunftsfähigen und kostengünstigen ETF-Sparplänen die bereits ab 50 Euro investierbar sind, bis hin zu professionellen Anlagekonzepten und Vermögensverwaltungen im Fürstentum Liechtenstein, die ab 300.000 Euro beginnen. Ebenso bieten Investments in die Digitalisierung große Chancen und reduzieren gleichzeitig auch Risiken, die in unseren konventionellen Systemen liegen.

Markus Miller  | Gründer GEOPOLITICAL.BIZ

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