Achtung bei Investments in Osmium!

Das Strafzins-Karussell dreht sich immer schneller. Mittlerweile kassieren rund 460 Banken und Sparkassen Negativzinsen für Guthaben auf dem Tagesgeld- oder Girokonto. Gut 410 Institute langen auch im Privatkundengeschäft zu. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Untersuchung des Verbraucherportals biallo, das bundesweit die Konditionen von knapp 1.300 Geldhäusern unter die Lupe nimmt. Damit hat sich die Zahl seit Mitte 2019 weit mehr als verzehnfacht.

Die Negativzins-Thematik hat in diesem Jahr nochmal deutlich an Fahrt gewonnen. Allein seit Jahresanfang sind mehr als 150 Banken dazugekommen. Davon hat gut ein Drittel nur noch einen Freibetrag von 25.000 Euro oder weniger. 23 Banken und Sparkassen langen bereits ab dem ersten Euro zu. Meist beläuft sich das Verwahrentgelt auf 0,50 Prozent pro Jahr. Knapp ein Dutzend Banken setzt den Strafzins sogar höher als die EZB an.

Bedenkliche Tendenz: Die Freibeträge befinden sich im Sinkflug

Dass die Freibeträge in der Tendenz deutlich sinken, zeigen auch die jüngsten Beispiele der Onlinebanken 1822direkt und Comdirect, die den Freibetrag jeweils von 100.000 auf 50.000 Euro gesenkt haben. Die bundesweit größte Sparkasse, die Hamburger Sparkasse (Haspa), gewährt seit 1. Mai ebenfalls nur noch einen Freibetrag von 50.000 Euro. Zuvor lag die Schwelle bei 500.000 Euro.

Mit von der Partie ist seit Anfang April nun auch die Hypovereinsbank, die nach individueller Vereinbarung einen Freibetrag von 100.000 Euro auf dem Girokonto einräumt. Die Sparda-Bank Hannover will ab 1. Juli Strafzinsen ab 50.000 Euro einführen und wäre damit die sechste von insgesamt elf Sparda-Banken, die Negativzinsen für Guthaben bereits in die Tat umgesetzt haben. Vier weitere Sparda-Banken haben eine solche Maßnahme zumindest angekündigt oder in Erwägung gezogen, ohne dabei konkret zu werden. Einzig die Sparda-Bank Hessen schließt Negativzinsen für Sparer bislang noch aus.

Alternative Investments: Deutsche setzten auf wertvolle und negativzinsfreie Edelmetalle

Die aktuelle Goldstudie der Steinbeis-Hochschule Berlin, die gemeinsam mit der Reisebank AG durchgeführt wurde, belegt, dass das Vertrauen in das gelbe Edelmetall während der Corona-Krise weiter angewachsen ist. Interessant ist dabei der Aspekt, dass sich vor allem junge Menschen verstärkt für Edelmetalle als Anlageobjekte und Wertspeicher interessieren.

Deutsche Bürger besitzen mittlerweile über 9.000 Tonnen Gold. Allein im Corona-Jahr 2020 haben Bundesbürger 270 Tonnen Gold erworben. Das entspricht fast dem dreifachen Wert der Goldreserven, die von der Deutsche Bundesbank gehalten werden. Rund 29 Millionen Bürger in Deutschland besitzen jetzt Gold, was einem prozentualen Bevölkerungsanteil von rund 42% entspricht. Im Durchschnitt besitzt jeder Deutsche 75 Gramm Anlagegold.

Gold-Investments beruhigen!

Ich sehe die Goldstudie als Bestätigung für jeden Goldanleger an. Sie zeigt auch, dass Gold in doppelter Hinsicht eine ganz wichtige Bedeutung zukommt: Zum einen ist Gold eine Versicherung gegen die vielschichtigen Systemrisiken, die unsere Vermögenswerte latent bedrohen. Zum anderen führt Gold bei den Menschen, die es besitzen, ganz offensichtlich zu einem so wichtigen, psychologischen Beruhigungs-Effekt. Beides ist sehr viel wert!

Obwohl sich der Goldpreis zuletzt eher rückläufig bzw. stagnierend entwickelt hat, zeigen sich 93% der Goldanleger zufrieden mit ihrem Edelmetall-Investment. Diese Zahl spiegelt das große Vertrauen in Gold wider. Deswegen ist es nicht verwunderlich, dass viele Bürger Ausschau halten nach alternativen Investmentformen. Hier gibt es allerdings auch Fallstricke und dubiose Entwicklungen.

Achtung bei Angeboten für das „Edelmetall“ Osmium!

In den letzten Wochen habe ich viele Zuschriften erhalten zu einem angeblichen Edelmetall-Geheimtipp mit der Bezeichnung Osmium. Mittlerweile werden Kapitalanlagen in Osmium von zahlreichen freien Finanzdienstleistern und sonstigen Vermittlern angepriesen. Diese Tippgeber erhalten dafür Provisionen. Der Verkauf eines Produktes oder einer Dienstleistung im Network-Marketing ist nicht per se verwerflich, aber stets zu hinterfragen. Geworben wird mit Osmium als dem angeblich seltensten Edelmetall der Welt, einem lukrativen Kapitalschutz-Investment und einer Anlagealternative zu Gold, Diamanten oder gar dem Bitcoin. Was ist davon zu halten? Nichts!

Was ist eigentlich Osmium?

Im Jahr 1804 entdeckte der britische Chemiker Smithson Tennant das Element Osmium zusammen mit Iridium. Unbestritten hat Osmium chemisch und physikalisch vorteilhafte Eigenschaften. Dennoch hat Osmium keine besondere wirtschaftliche und industrielle Bedeutung.

Seit einigen Jahren wird nun überwiegend auf dem deutschsprachigen Markt kristallines Osmium als angeblich lukratives Edelmetall-Investment und Alternative zu Gold, Silber, Diamanten oder gar dem Bitcoin angepriesen. Im Gegensatz zu den diesen Anlageklassen gibt es bei Osmium allerdings keinen freien Markt, die Preise sind vollkommen intransparent. Die vollmundigen Marketing-Versprechungen bewerte ich in weiten Teilen als fachlich nicht belastbar und irreführend. Nach meiner Einschätzung sind massive Einbußen bei einem Verkauf, sofern überhaupt Ankaufspreise gestellt werden, vorprogrammiert, bis hin zum hohen Risiko eines Totalverlustes.

Freie „Anlageberater“ und Finanz-Vermittler vertreiben zunehmend dubiose Produkte

Zahlreiche freie Finanzberater haben in den letzten Jahren zunehmend mit Problemen zu kämpfen. Zum einen wurden in der Vergangenheit oftmals schlechte Anlageprodukte vermittelt, die zu großen Vermögensschäden bei Kunden geführt haben bis hin zu Totalverlusten; beispielsweise im Segment der Schiffsfonds oder sonstiger geschlossener Beteiligungen. Das Vertrauen bei den betroffenen Kunden ist dadurch vollkommen weg. Einnahmen und Selbstvertrauen bei den Vermittlern fehlen dadurch ebenfalls. Zusätzlich sind viele Finanzberater mittlerweile in Prozesse verwickelt und dadurch teilweise in ihrer beruflichen, finanziellen und privaten Existenz bedroht.

Zum anderen haben viele freie Vermittler das sehr große Problem, dass sie aufgrund gesetzlicher Regulierungen zahlreiche Finanzprodukte gar nicht mehr beraten und vermitteln dürfen. Speziell ältere, eigentlich sehr erfahrene Finanzberater und eine Vielzahl an Quereinsteigern aus dem Network-Marketing vertreiben aufgrund dieser Problematik mittlerweile ausschließlich Produkte, die keine aufsichtsrechtliche Zulassung als Finanzdienstleister erfordern. Hierzu zählt beispielsweise der Vertrieb von Handelswaren, zu denen Edelmetalle oder auch Diamanten zählen.

Im Zuge der Digitalisierung werden auch zunehmend dubiose Trading-Systeme oder Kryptowährungs-Investments vermittelt. Nicht selten von Personen, die als sogenannte „Sponsoren“, „Leader“, „Diamonds“, „Ambassadors“ oder „Vice Presidents“ auftreten und denen jegliche Fachkenntnis im jeweiligen Marktsegment fehlt.

Passive Einkommensquellen sind ein unseriöser Unsinn!

Letztlich geht es dabei um einen rein provisionsgetriebenen Struktur-Vertrieb auf emotionaler Basis mit wohlklingenden Schlagworten wie „Passives Einkommen“ und „Finanzielle Freiheit“. Die Gier und die Angst der Menschen sind dabei die besten Verkaufsargumente. Im Bereich der Kryptowährungen wird die Gier der potenziellen Investoren beispielsweise durch häufig vollkommen utopische Einkommens- und Gewinnversprechen geweckt. Im Segment der Edelmetalle wird hingegen mit den – absolut berechtigten – Ängsten der Bürger vor einem Verfall des Euro oder einem Bankencrash gearbeitet, um entsprechende Produkt-Lösungen als ultimative Heilsbringer zu verkaufen.

Bei zahlreichen Vertriebssystemen wird zusätzlich damit geworben, dass man durch Weitervermittlung der jeweiligen Produkte selbst ein hohes Zusatzeinkommen aufbauen und somit finanziell unabhängig werden kann. Ich finde sehr traurig, feststellen zu müssen, dass freie Finanzberater aus ihrer eigenen Orientierungslosigkeit heraus nunmehr derart fragwürdige Geldquellen erschließen und ihre Kunden mit scheinbar gigantischen Gewinnversprechen oder sogenannten „passiven Einkommensmöglichkeiten“ ködern. Es gibt kein passives Einkommen, das ist schlicht unseriöser Unsinn! Jedes Einkommen basiert auf einer Aktivität, erst recht im Network-Marketing.

Finger weg von Investment-Angeboten in Osmium!

Grundsätzlich gilt: Augen und Ohren auf, wenn Sie von Bekannten oder freien Vermittlern, die Sie meist über das Internet kontaktieren, einen scheinbar lukrativen Anlagetipp erhalten in Kombination mit Schlagwörtern wie „Passives Einkommen“ oder „Finanzielle Freiheit“. Mittlerweile kenne ich aufgrund meiner fortlaufenden Marktbeobachtungen hunderte unseriöse Vermittler, die von einem dubioses Anlagesystem zum Nächsten springen.

Viele davon sind mir bei meinen aktuellen Recherchen als Vertriebspartner bei der Vermittlung angeblich lukrativer Osmium-Investments wieder über den Weg gelaufen. Teilweise haben diese Vermittler in der Vergangenheit bereits belegbare Betrugs- und gescheiterte Schneeballsysteme vertrieben wie OneCoin, Bitclub Network, PlusToken oder PIM Gold.

Deswegen gilt für Sie: Finger weg von derart dubiosen Investments in – kristallines – Osmium! Im bereits eingetretenen Schadensfall steht Ihnen unser Experten-Netzwerk an renommierten Rechtsanwälten und Fachanwälten für Bank- und Kapitalmarktrecht gerne zur Verfügung. Weiterführende Informationen finden Sie in meinem Premium Magazin KAPITALSCHUTZ VERTRAULICH.

Setzen Sie auf Finanzielle Selbstverteidigung!

Die Coronavirus-Pandemie führt dazu, dass die Staatsschulden weiter explodieren. Das gilt gerade auch für zahlreiche Länder der Europäischen Union. Am Ende des Tages werden Bürger und Steuerzahler der starken Gemeinschaftsländer wie Deutschland die finanziellen Folgen der Coronavirus-Krise bezahlen müssen.

Ein Kapitel meines aktuellen Buches lautet „Digitale Selbstverteidigung„. Dabei geht es ebenfalls um die Wiederstandsfähigkeiten gegen die unterschliedlichsten Einflüsse und Gefahren, die die zunehmende Digitalisierung mit sich bringt. Den Begriff der Resilienz lesen und hören Sie in den letzten Jahren immer häufiger. Darunter versteht man ganz grundlegend eine psychische Widerstandsfähigkeit, die Fähigkeit Krisen zu bewältigen und diese durch einen Rückgriff auf persönliche und sozial vermittelte Ressourcen als Anlass für Entwicklungen zu nutzen.

Diese Vorgehensweise lässt sich auch auf alle anderen Bereiche unseres täglichen Lebens übertragen, allen voran auf wirtschaftliche und finanzielle Ereignisse, ebenso wie auf die in Meilenstiefeln immer weiter fortschreitende Digitalisierung, die auch gleichbedeutend ist mit einer Abschaffung gewohnter Dinge, wie beispielsweise unserem Bargeld oder dem Bankensystem wie wir es derzeit noch kennen: Finanzielle Selbstverteidigung!

PS: Fundierte Praxisempfehlungen liefert Ihnen mein Wirtschaftsdienst KAPITALSCHUTZ VERTRAULICH

PPS: Analysen und Beiträge im Hinblick auf den Megatrend der Digitalisierung finden Sie auf unserem Themen-Portal KRYPTO-X.BIZ

PPPS: Die Digitalisierung im Vermögensmanagement finden Sie auf unserem Portal ROBO-X.BIZ

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