Anlagebetrug und Whistleblower!

(07.03.21) Kein Tag vergeht mittlerweile, an dem ich nicht mindestens eine Zuschrift im Zusammenhang mit einem Online-Anlagebetrug erhalte. Überwiegend handelt es sich dabei um Betrugsfälle im Zusammenhang mit angeblich lukrativen Trading-Systemen, Kryptowährungs- oder Forex-Investments. Die Opfer investieren im Glauben, gut beraten worden zu sein und sehen ihr Geld nie wieder. Viele Opfer sind unerfahren im Bereich digitaler Anwendungen und Online-Plattformen. Das nutzen Cyberkriminelle für ihre Machenschaften aus und bringen das Geld ihrer Opfer auf eigene Konten im Ausland. Um mögliche Opfer zu akquirieren, erstellen die Cyberkriminellen hierzu im Internet betrügerische Webseiten für Online-Investments.

Diese Plattformen sehen auf den ersten Blick seriös aus und werden auf vertrauenswürdigen Webseiten und u.a. auch in Tageszeitungen, Magazinen, im TV und in den sozialen Medien beworben. Einige dieser Anbieter gaben in der Vergangenheit an, auch mit Prominenten wie Carsten Maschmeyer oder Günther Jauch erfolgreich zusammengearbeitet zu haben. All das stimmt nicht. Wenn der interessierte Kunde sich online bei der Trading-Plattform angemeldet hat, wird er von den Cyberkriminellen direkt kontaktiert. Die „Trader“ sind in Wahrheit Betrüger, die aus Call-Centern heraus agieren. Sie betreuen ihre „Kunden“ sehr intensiv per Telefon und Messenger-Dienst. Die Kriminellen, die sich sehr überzeugend und selbstbewusst als echte Broker ausgeben, nutzen zudem oft eine Fernwartungs-Software.

Die Fernwartungs-Software wird unter dem Vorwand benutzt, den Kunden das Benutzerkonto zu erklären und einzurichten. Währenddessen stehlen die Betrüger unbemerkt Daten von Kreditkarten, Bankkonten oder Kryptobörsen. Mit den so erlangten Zugangsdaten entwenden die Betrüger digitale Vermögenswerte wie Kryptowährungen, oder überweisen ohne Wissen der Geschädigten weitere Beträge an sich.

Fazit: Augen auf bei Internet-Angeboten der digitalen Bauernfänger!

Betrug: Empfehlungen des Landeskriminalamts Rheinland-Pfalz

Wer kennt sie nicht? Werbung für lukrative Geldanlagen. Geworben wird mit kleinen Anlagebeträgen und hohen Renditen und Gewinnen! Doch Vorsicht: Hinter vielen verlockenden Angeboten stecken Betrüger, die es nur auf Ihr Geld abgesehen haben. Das Landeskriminalamt und die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz geben Tipps zum Schutz vor Anlagebetrug. Die geringe Ertragslage auf Spareinlagen in der derzeitigen Niedrigzinsphase lässt so manchen nach Möglichkeiten einer lukrativen Geldanlage suchen.

Das heutige Recherchemedium schlechthin ist hierfür das Internet sowie soziale Medien. Das wissen auch die Täter, die sich diese Investitionsbeträge zu eigen machen wollen. Ihre betrügerischen Angebote für Finanzprodukte sind über Suchmaschinen, soziale Medien und Affiliate-Netzwerke zu finden. Auch werden Spam-Mails genutzt, die so konzipiert sind, dass gängige Spamfilter umgangen werden. Die Täter suggerieren den Anlegern hohe Renditen oder Gewinnchancen (teilweise 30 Prozent und mehr!). Die eingesetzten Anlagebeträge sind dabei zunächst sehr gering – ab 250 Euro. So gelingt es den Tätern relativ schnell, potenzielle Kunden für sich zu gewinnen.

Ist ein Anleger ins Netz der Täter gegangen, indem er sich registriert hat, wird er durch einen Berater, der sich meist als „Trader“ oder „Broker“ bezeichnet, unverzüglich kontaktiert. Überweist der Anleger den vereinbarten „Investitionsbetrag“, erhält er Zugang zu einer angeblichen Anlagesoftware. Das Geld des Kunden ist jedoch bereits zu diesem Zeitpunkt verloren. Eine Geldanlage findet nämlich erst gar nicht statt.

Bei der Anlagesoftware handelt es sich lediglich um ein Simulationsprogramm zu den angeblichen Investitions- bzw. Kursentwicklungen! Darüber hinaus schlagen die Betrüger aus fadenscheinigen Gründen einen Zugriff auf den Computer des Anlegers vor, beispielsweise um ihm das „Programm“ zu erklären. Tatsächlich nutzen die Täter diese Möglichkeit, um sich einen Überblick über das Vermögen des Opfers zu verschaffen oder weitere Daten auszuspähen.

Über die Anlagesoftware werden dem bereits zu diesem Zeitpunkt Geschädigten immer höhere Gewinne und Gewinnchancen vorgegaukelt. Der enge Kontakt per Telefon oder Messenger-Dienst zu den falschen Beratern, die versuchen, sich ihr Vertrauen zu erschleichen, erleichtert hierbei die Manipulation für weitere Investitionen. Zum Teil melden sich weitere Berater anderer angeblicher Plattformen, um den Unwissenden noch weitere Investitionen zu entlocken. Dieser Abzocke kann entgegengewirkt werden, indem der potenzielle Anleger vorab erkennt, dass es sich um betrügerische Internetseiten und Anbieter für Finanzprodukte handelt.

Wichtige Empfehlungen des LKA und der Verbraucherzentrale RLP

Mit den nachfolgenden Empfehlungen des Landeskriminalamtes und der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz können Sie sich vor Anlagebetrug schützen:

✓ Klicken Sie nicht auf dubiose Links und laden Sie keine unbekannte Software herunter: Verzichten Sie auf das Anklicken von dubiosen Anzeigen mit unseriösen Versprechungen wie extrem hohen Gewinnen oder Renditen. Bleiben Sie realistisch! Denken Sie immer daran: Je höher die Rendite, desto höher ist in der Regel auch das Risiko. Darüber hinaus wird bei dieser Form des Anlagebetrugs in rein gar nichts investiert! Es liegt von Anfang an ein Betrug vor, Ihr Geld wird veruntreut, nie veranlagt und lediglich Scheinrenditen werde ausgewiesen!

✓ Schützen Sie Ihre Daten: Teilen Sie fremden Personen nicht Ihre persönlichen Daten mit und erlauben Sie Fremden nicht leichtsinnig, per Fernwartung oder Passwortweitergabe den Zugriff auf Ihren Computer oder Smartphone. Es droht Schadsoftware und Datenklau.

Achtung bei Gewinnversprechen oder Renditezusagen: Lassen Sie sich nicht von Begriffen wie „kleiner Anlagebetrag, große Rendite oder hohe Gewinne“ blenden. Häufig handelt es sich in diesen Fällen um einen Betrugsversuch.

✓ Prüfen Sie das Impressum: Der erste Schritt sollte immer die Prüfung des Impressums sein. Fehlt ein Impressum, gilt es auf jeden Fall, Abstand zu nehmen. Das Vorhandensein eines Impressums heißt jedoch nicht, dem Internetseitenbetreiber blindlings zu vertrauen. Auch hier werden oftmals Falschangaben gemacht.

Überprüfen Sie das Geschäftsmodell auf Transparenz: Erhält man erst nach der Kontaktaufnahme oder nach einer Registrierung genauere Informationen über das Geschäftsmodell, ist Misstrauen angesagt. Vor der Einzahlung eines Betrages sollte man sich immer unabhängig beraten lassen.

Achten Sie auf eine Lizenz: Es gilt zu überprüfen, ob es sich um ein von der BaFin oder einem anderen EU-Land lizenziertes Unternehmen handelt. Dies kann beispielsweise über die Unternehmensdatenbank der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht BaFin abgefragt werden. Das Vorliegen einer Lizenz gibt jedoch auch nicht hundertprozentige Sicherheit, da betrügerische Lizenzen zum Teil im Ausland erworben werden können!

✓ Konsultieren Sie die Aufsichtsbehörden: Sollten Sie trotz aller Vorsichtsmaßnahmen unsicher sein, fragen Sie bitte nach bereits vorliegenden Erkenntnissen zu dem Anbieter. Liegen beispielsweise bereits Warnmeldungen der Aufsichtsbehörden wie der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), der Finanzmarktaufsicht Österreich (FMA), der Finanzmarktaufsicht Liechtenstein (FMA), oder der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht aus der Schweiz (FINMA) vor?

✓ Schalten Sie die Polizei ein: Haben Sie den Verdacht, zum Opfer einer Betrugsmasche geworden zu sein, erstatten Sie umgehend Anzeige bei der Polizei.

Whistleblower: Nutzen Sie die Möglichkeiten der Hinweisgeber-Plattformen!

Einer der weltweit bekanntesten, sogenannten Whistleblower dürfte derzeit Edward Snowden sein. Mittlerweile gibt es innerhalb der Europäischen Union sogar eine EU-Hinweisgeberschutzrichtlinie. Aufsichtsbehörden wie die BaFin oder die FMA Österreich setzen ebenso sehr stark auf Hinweisgeber, die sogenannten Whistleblower, für die eigene Plattformen eingerichtet wurden, um geschützt Hinweise zu erteilen bzw. zu erhalten. Die internationalen Finanzmarkt-Aufsichtsbehörden haben gerade aufgrund von Whistleblowern Betrüger und Kriminelle immer stärker auf dem Radar.

Whistleblower, also meist anonyme Hinweisgeber, die Missstände bei beaufsichtigten Unternehmen, dubiose Anbieter oder Marktpraktiken melden, haben sich zu einer wichtigen Informationsquelle für die Finanzmarktaufsicht Österreich (FMA) entwickelt. So wurden im Jahr 2020 bereits 278 Hinweise über die Whistleblower-Plattform auf der Website der FMA eingebracht, ein neuer Rekordwert seit Einführung des Systems im Jahr 2014, und eine Steigerung um 57% allein in den vergangenen fünf Jahren.

Dabei erweisen sich in etwa neun von zehn Hinweisen als aufsichtsrelevant. Von den 245 Hinweisen, die tatsächlich den Zuständigkeitsbereich der FMA betrafen, bezog sich rund die Hälfte auf Anlagebetrug (120) sowie auf Unerlaubten Geschäftsbetrieb (9), also das Erbringen konzessionspflichtiger Finanzdienstleistungen ohne die dazu erforderliche Berechtigung. Fast ein Drittel (77 Hinweise) äußerten den Verdacht auf Verfehlungen bei Banken, lediglich vier betrafen Versicherungsunternehmen und Pensionskassen. 19 betrafen das Wertpapiergeschäft, 15 den Verdacht auf Geldwäscherei.

Starkes Vertrauen in das Hinweisgebersystem der FMA Österreich

Die webbasierte Whistleblower-Plattform der FMA Österreich garantiert den Hinweisgebern technisch absolute Anonymität. Die Informationen werden kryptographisch verschlüsselt, so ist es weder für uns noch für Strafverfolgungsbehörden möglich, den Informanten technisch zu identifizieren. Das schafft Vertrauen und Sicherheit, und ist einer der wesentlichen Gründe, warum dieser Informationskanal immer mehr Zuspruch erfährt.

Gleichzeitig ermögliche ein anonymisiertes, ebenso abgesichertes Postfach die Kommunikation zwischen der Behörde und dem Hinweisgeber, wenn dieser das ermöglicht. Die Whistleblower-Plattform ist so ein wichtiges – oft auch präventiv wirkendes – Instrument im Kampf gegen Anlagebetrug sowie unseriöse Marktpraktiken. Missstände können oft früh erkannt werden, und Schaden dadurch begrenzt oder gänzlich verhindert werden. Es leistet einen wertvollen Beitrag zum Schutz der Konsumenten, Anleger und Gläubiger.

Zwei Drittel der Hinweise stehen im Zusammenhang mit Krypto-Assets

Zwei Drittel der Hinweise auf Anlagebetrug betreffen heute bereits Angebote im Zusammenhang mit Krypto-Assets und sogenannten virtuellen Währungen, wobei der Vertrieb über dubiose oder kriminelle Online-Trading-Plattformen im Internet erfolgt, geworben wird oft über Social Media wie Facebook, WhatsApp, TikTok oder Telegram. Neben dem Vertrieb betrügerischer Krypto-Assets nimmt der kriminelle Handel mit virtuellen Währungen weiter zu.

Auf den dubiosen Trading-Plattformen werden insbesondere finanzielle Differenzgeschäfte (CFDs), Fremdwährungshandel (FOREX) oder binäre Optionen angeboten sowie angeblich automatisierter Handel mit derartigen vermeintlichen Anlageprodukten. Achtung: das Angebot binärer Optionen an Kleinanleger ist in der EU verboten, das von CFDs regulatorisch stark eingeschränkt. Ein Drittel der Hinweise auf Anlagebetrug betraf betrügerische Angebote mit traditionellen Anlageprodukten wie Aktien oder Gold sowie verschiedene Formen von Vorschussbetrug.

Whistleblower-Hinweise führen zu sieben Investorenwarnungen durch die FMA

Whistleblower-Hinweise haben 2020 zu sieben Investorenwarnungen, 42 Anzeigen bei der Staatsanwaltschaft sowie einer Vielzahl behördlicher Verfahren der FMA sowie Straferkenntnissen geführt. Mich freuen diese Entwicklungen sehr, weil ich selbst die Whistleblower-Plattform der FMA Österreich ebenso wie die der BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht9 mehr als aktiv nutze.

Nach meiner Einschätzung dürfte ich mit die meisten Hinweise einer Einzelperson bei der FMA Österreich in den letzten Jahren eingereicht haben. Ich weiß ebenso, dass meine Eingaben bereits der Grund für mehrere Investorenwarnungen der FMA Österreich und von Strafanzeigen waren. Ich warne darüber hinaus auch öffentlich vor dubiosen und betrügerischen Anbietern,

Schützen Sie sich vor unseriösen Anbietern!

Neben meinen fundierten Empfehlungen befasse ich mich auch fortlaufend sehr intensiv mit schwarzen Schafen und unseriösen Krypto-, Mining- oder Trading-Anbietern und Investment-Systemen. Diese missbrauchen den Krypto-, Börsen- und Digitalisierungs-Boom, um ihre – meist in betrügerischer Absicht konzipierte Investment- (SCAM) bzw. Schneeball-Systeme (PONZI) gezielt und bewusst an unbedarfte Anleger zu verkaufen. Ich warne Sie regelmäßig vor dubiosen Anbietern und aktuellen Betrugsmaschen. Auch in meinem kommenden Buch „Kryptonomics“ wird die „Digitale Selbstverteidigung“ ein eigenständiges Kapitel einnehmen. Weiterführende Infos auf KRYPTO-X.BIZ …

Im bereits eingetretenen Schadensfall: Polizei, Aufsichtsbehörden und Anwälte einschalten!

Sollte das Kind bereits in den Brunnen gefallen sein, sind die nachfolgenden Punkte ratsam:

1. Anzeige bei der Polizei erstatten!

2. Nationale Aufsichtsbehörden informieren (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht BaFin, Finanzmarktaufsicht FMA Österreich und Liechtenstein, Eidgenössische Finanzmarktaufsicht FINMA in der Schweiz)

3. Beschreitung des Rechtsweges über einen spezialisierten Anwalt – Hier steht Ihnen unser Experten-Netzwerk mit hochspezialisierten Fachanwälten für Bank- und Kapitalmarktrecht, ebenso wie für Vertriebs- und Kryptorecht zur Verfügung! Weiterführende Infos auf KAPITALSCHUTZ VERTRAULICH…

Markus Miller  | Gründer GEOPOLITICAL.BIZ

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