Europa der Gegensätze!

Grundlegende Ziele der Europäischen Union sind Freiheit, Sicherheit und Rechtsstaatlichkeit ohne Binnengrenzen. Der Weg zu den „Vereinigten Staaten von Europa“ ist dabei quasi vorgezeichnet. Die nachhaltige Entwicklung auf der Grundlage von ausgeglichenem Wirtschaftswachstum und Preisstabilität, einer wettbewerbsfähigen Marktwirtschaft bei Vollbeschäftigung, sozialem Fortschritt und Schutz der Umwelt, sowie der Eindämmung von sozialer Ungerechtigkeit sind weitere Ziele. Ebenso wie die Gründung einer Wirtschafts- und Währungsunion, deren Währung der Euro ist.

Allerdings gibt es hier nach meiner Einschätzung gravierende Systemdeffekte, die grundlegend nicht nur die Europäische Union, sondern ganz Europa betreffen. Für mich sind daher die interessantesten Länder in Europa beispielsweise das Königreich Norwegen, die Schweiz oder das Fürstentum Liechtenstein, die alle kein Teil der EU und des Eurosystems sind. Die EU ist für mich längst zu einer Haftungsgemeinschaft und Transferunion mutiert. Die nach wie vor großen Gegensätze, in einem Europa der unterschiedlichen Strukturen und Geschwindigkeiten, lassen sich anhand zahlreicher Fakten und Zahlen belegen.

Liechtenstein ist die Nr. 1 bei der Kaufkraft in Europa

Die sogenannte Kaufkraft bezeichnet das verfügbare Einkommen ohne Steuern und Sozialabgaben inklusive Transferleistungen. Von der allgemeinen Kaufkraft bestreiten die Verbraucher alle Ausgaben für Essen, Wohnen, Dienstleistungen, aber auch Energiekosten, private Altersvorsorge und Versicherungen sowie andere Ausgaben, beispielsweise für Urlaub, ihre Mobilität sowie Konsumwünsche. Die Deutschen verfügen 22.388 Euro an Kaufkraft „Pro Kopf“. Das reicht gerade eubnak für den 8. Platz hinter Österreich in der aktuellen Studie „GfK Kaufkraft Europa 2020“.

Die Europäerinnen und Europäer verfügen im Jahr 2019 über ein Nettoeinkommen von rund 14.700 Euro, wie eine aktuelle Studie der GfK zeigt, für die 42 Länder untersucht wurden. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem Rückgang von 5,3 Prozent, was vor allem auf die Ausbreitung der Cornavirus (COVID19) und die daraus resultierenden massiv negativen Auswirkungen auf die Wirtschaft zurückzuführen ist.

Mit 67.550 Euro ist die Kaufkraft im Fürstentum Liechtenstein am höchsten, in der Ukraine mit 1.830 Euro am geringsten. Deutschland liegt mit rund 23.800 Euro deutlich über dem Durchschnitt. Etwa im europäischen Durchschnitt liegt das Nettoreinkommen in Spanien, wie die nachfolgende Grafik von Statista zeigt. Die Diskrepanz zwischen dem Fürstentum Liechtenstein und der Ukraine ist natürlich ein Extremwert, dennoch verdeutlicht auch der große Unterschied zwischen Euro-Volkswirtschaften wie Luxemburg und Polen das große ökonomische Gefälle in Europa.

Fazit: Die Quintessenz der aktuellen Rahmenbedingungen muss lauten: Investieren statt sparen.

Corona verändert das Sparverhalten der Europäer

Die Corona-Pandemie zwingt die Menschen in Europa zum Sparen – das zeigen Daten von Eurostat zum Bruttosparen der europäischen Bevölkerung. Demnach hat sich das Sparverhalten der Europäer im zweiten Quartal 2020 gegenüber dem Vorjahr deutlich verändert. Wie die nachfolgende Statista-Grafik zeigt, liegen die Sparquoten momentan europaweit über dem Durchschnittsniveau des ersten Quartals. Mit über einem Drittel den größten Anteil des Bruttoeinkommens sparen die Iren – noch im vergangenen Jahr wies das Inselvolk eine Sparquote von etwa 12 Prozent auf.

Auch in Deutschland hat sich die Bruttosparquote erhöht. Rund 28 Prozent des verfügbaren Bruttoeinkommens wird hierzulande nicht in Form von Konsumausgaben verbraucht. Dass deutlich weniger Geld für Konsum ausgegeben wird, verdeutlicht die coronabedingt pessimistische Erwartungshaltung vieler Einwohner. Vor allem Tätige im Gastgewerbe und der Kulturbranche sowie in der Tourismusindustrie leiden unter Einkommensausfällen.

Massive Unterschiede beim Mindestlohn in Europa

Ab ersten Januar 2021 soll der Mindestlohn in Deutschland 9,50 Euro betragen und danach stufenweise bis auf 10,45 Euro in 2022 ansteigen. Momentan sind gesetzlich 9,35 Euro Mindestlohn vorgeschrieben – bei einer Vollzeitstelle bedeutet das einen Bruttomonatslohn von 1.584 Euro. Der aktuelle Mindestverdienst im Monat ist damit schon etwa 100 Euro höher als noch 2017. Wie die nachfolgende Grafik von Statista zeigt, liegt der Mindestlohn hierzulande aktuell auf einem ähnlichen Niveau wie in Frankreich.

Laut Daten von Eurostat wird vor allem in den Benelux-Staaten und Irland besser gezahlt. Insgesamt gilt in 21 von 27 EU-Ländern ein Mindestlohn – am niedrigsten ist er mit 261 Euro in Bulgarien. Den weltweit höchsten Mindestlohn zahlen seit Oktober 2020 Arbeitgeber im Schweizer Genf. Rund 23 Schweizer Franken beziehungsweise 22 Euro, bedeuten einen Bruttomonatslohn von über 3700 Euro.

Ein Arbeitsleben in der Europäischen Union ist unterschiedlich lang

Laut einer Prognose von Eurostat liegt die durchschnittliche Dauer des Berufslebens in der EU bei 35,2 Jahren. Die Vorhersage basiert dabei auf der Population von Erwachsenen, die 2019 fünfzehn oder älter waren. Die Zahlen rangieren innerhalb der Europäischen Union zwischen 32 Jahren in Italien und 42 Jahren in Schweden. In Deutschland erwarten eine Person schätzungsweise 39 Jahre auf dem europäischen Arbeitsmarkt.

Im Schnitt arbeiten die Einwohner der EU etwa 3,6 Jahre länger als sie es vor 20 Jahren taten. Den höchsten Anstieg seit 2000 verzeichnet der Inselstaat Malta – das Berufsleben dauert für die Malteser durchschnittlich 7,6 Jahre länger als zuvor. Auch zu Staaten außerhalb der EU hat Eurostat Daten erhoben. In der Türkei ist das Arbeitsleben mit 29,3 Jahren vergleichsweise kurz, in Island hingegen mit 45,8 Jahren von allen Ländern am längsten.

Digitalisierung: Bargeldzahlungen versus Digitalgeldzahlungen

Nun ein Blick in den Bereich der Digitalisierung. Die Deutschen zahlen noch immer gerne mit Bargeld, anstatt die EC- oder Kreditkarte zu verwenden. oder gar Mobile Payments wie Apple Pay oder Google Pay. Das geht aus Daten der Europäischen Zentralbank (EZB) hervor. Im Jahr 2019 verzeichnet die EZB 75,7 Kartenzahlungen pro Kopf in Deutschland. Das sind in der Europäischen Union vergleichsweise wenig. Allerdings wird die Corona-Pandemie hier zu einem Boom in der Digitalisierung unseres Geld sorgen.

Wie die nachfolgende Statista-Grafik zeigt, zahlen die Dänen am häufigsten bargeldlos mit Karte, in 2019 waren es 386,2 Kartenzahlungen pro Kopf. Auch in Schweden, Finnland und den Niederlanden ist die elektronische Bezahlung beliebt. Im Vergleich der 27 EU-Länder steht Deutschland nur auf Rang 23. Lediglich Griechen, Italiener, Rumänen und Bulgaren bezahlen noch seltener mit Bargeld.

Immobilienvermögen werden zunehmend staatliche Begehrlichkeiten wecken

Nun zu einem ganz anderen Bereich. Auch bei Immobilien gibt es große Unterschiede in Europa im Hinblickauf die Eigentumsstrukturen. Deutschland ist eine Mieternation. Zwar boomt der Markt mit Immobilien, weil die klassische Geldanlage nichts mehr einbringt und Kredite günstig zu haben sind – zu einer hohen Eigentümerquote bei den Privathaushalten führt das aber nicht. Die Mehrheit der Haushalte in Deutschland wohnt zur Miete. Im Vergleich der europäischen Staaten liegt Deutschland damit auf dem vorletzten Platz vor der Schweiz mit etwa 43 Prozent und weit unter dem Durchschnitt. Der liegt bei 69 Prozent für alle Länder der EU mit dem Vereinigten Königreich.

Im angeblich so reichen Deutschland sind Immobilen sehr ungleich verteilt. Es gibt viele Bürger, die mehrere Immobilen in ihrem Eigentum haben. Die Mehrheit hingegen wohnt zur Miete. In großen Metropolen wie Berlin ist der Mieteranteil (85%) darüber hinaus exorbitant hoch. Deswegen ist es nicht verwunderlich, dass stark zunehmend staatliche Eingriffe in den Immobilienmarkt erfolgen. Ein „Betongoldeingriff“ ist weit leichter als ein „Goldverbot“!

Setzen Sie auf Finanzielle Selbstverteidigung!

Den Begriff der Resilienz lesen und hören Sie in den letzten Jahren immer häufiger. Darunter versteht man ganz grundlegend eine psychische Widerstandsfähigkeit, die Fähigkeit Krisen zu bewältigen und diese durch einen Rückgriff auf persönliche und sozial vermittelte Ressourcen als Anlass für Entwicklungen zu nutzen.

Diese Vorgehensweise lässt sich auch auf alle anderen Bereiche unseres täglichen Lebens übertragen, allen voran auf wirtschaftliche und finanzielle Ereignisse, ebenso wie auf die in Meilenstiefeln immer weiter fortschreitende Digitalisierung, die auch gleichbedeutend ist mit einer Abschaffung gewohnter Dinge, wie beispielsweise unserem Bargeld oder dem Bankensystem wie wir es derzeit noch kennen: Finanzielle Selbstverteidigung!

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PPS: Analysen und Beiträge im Hinblick auf den Megatrend der Digitalisierung finden Sie auf unserem Themen-Portal KRYPTO-X.BIZ

PPPS: Die Digitalisierung im Vermögensmanagement finden Sie auf unserem Portal ROBO-X.BIZ

(c) Markus MillerGEOPOLITICAL.BIZ

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