Coronanomics: Ein Virus verändert die Welt!

(12.11.20) Sie erinnern sich vermutlich noch an den Begriff „Reaganomics“ aus den 80er Jahren. Damit wurde die Wirtschaftspolitik der USA unter dem damaligen Präsidenten Ronald Reagan bezeichnet. Die US-Regierung ging damals einen ebenso mutigen wie revolutionären Weg, der zu großen wirtschaftlichen Erfolgen, zu Wachstum und Wohlstand führen sollte. Aber auch zu einer in den folgenden Jahrzehnten immer weiter aufgehenden Schere zwischen Arm und Reich.

Der Spitzensteuersatz auf Einkommen wurde damals von 70% auf 33% mehr als halbiert. Parallel dazu wurden die Steuern auf Veräußerungsgewinne von Aktien und die Unternehmenssteuern massiv reduziert. Großbritanniens Premierministerin Margret Thatcher verfolgte eine vergleichbarere Politik, die unter „Thatcherismus“ in die Geschichte einging. Ab dem Jahr 2013 versuchte Japans Premierminister Shinzo Abe ebenfalls durch eine enorme Geldschwemme und darauf aufbauende Konjunkturprogramme sein Land aus der Wirtschaftskrise zu befreien. Hierfür steht der Begriff „Abenomics“.

„Coronanomics“ wird in die Geschichtsbücher eingehen

In den kommenden Jahren wird ebenfalls ein politischer Treiber große Veränderungen in der Weltwirtschaft herbeiführen. Dabei handelt es sich allerdings nicht um Politiker, wie beispielsweise den neu gewählten US-Präsidenten Jo Biden oder die neue US-Schattenpräsidentin Kamala Harris mit wegweisenden Ideen, sondern um das Coronavirus. Weltweit werden Regierungen, Unternehmen und ganze Gesellschaften mittlerweile von der Corona-Pandemie in ihrem Handeln getrieben. Wahrscheinlich wird diese Ära daher als „Coronanomics“ in die Geschichtsbücher eingehen.

Fazit: Coronanomics wird zu massiven staatlichen Eingriffen führen, ebenso wie zu großen Chancen im Bereich der Digitalisierung. Beide Entwicklungen gilt es, zu Ihrem eigenen Schutz und Vorteil, intelligent zu nutzen! Praxis-Strategien vor diesen Rahmenbedingungen finden Sie über Kapitalschutz vertraulich!

Jo Biden wird kein Konrad Adenauer

Amerika hat gewählt und so manche Entwicklung hat weniger Erinnerungen an eine fortschrittliche Demokratie hervorgebracht als vielmehr Vergleiche zu Bananenrepubliken geweckt. Die Art und Weise des Wahlkampfes, als auch die Art des Wahlvorgangs und der langwierigen Auszählungen sind zumindest als peinlich zu bewerten. Für den ersten Vertreter eines Staates muss es selbstverständlich sein, dass die Würde des Amtes stets wichtiger sein muss als der Präsident selbst. Für mich steht bereits heute außer Frage, dass die USA in den kommenden vier Jahren gelähmt sein werden, auch aufgrund dieser Vorgänge.

Die Prognosen der Wahlforschungsinstitute, die Jo Biden stets deutlich in Front sahen, haben sich ebenso erneut als Farce erwiesen. Amerika hätte einen klaren Wahlsieger benötigt, der mit einer deutlichen Mehrheit gewinnt, um die jetzigen Diskussionen und Verwerfungen im Keim zu ersticken. Ich beurteile Jo Biden als ungeeignet für die Herausforderungen der Zukunft, allein auch schon aufgrund seines Alters und seiner ganz offensichtlich relativ schlechten physischen Verfassung. Donald Trump ist 74 Jahre alt, Jo Biden bereits 77 Jahre.

USA: Die uneinigen Staaten von Amerika

Verstehen Sie mich bitte nicht falsch. Ich habe einen sehr großen Respekt vor dem Alter, ebenso wie vor knappen Wahlergebnissen, die auf demokratische Art und Weise zustande kommen. Wir Deutschen haben auf diese Art und Weise nach dem Krieg die Grundlagen für unseren heutigen Wohlstand gelegt. Konrad Adenauer wurde 1949 mit einer einzigen Stimme Mehrheit zum ersten Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland gewählt.

Bis ins Jahr 1963 prägte er die „Adenauer-Ära“, obwohl er zum Zeitpunkt seiner Wahl bereits 73 Jahre alt war. Adenauer hat es somit geschafft ein geschlagenes und gespaltenes Deutschland zu einen und die Basis für das deutsche Wirtschaftswunder zu legen. Die Herausforderungen für den neuen US-Präsidenten sind gigantisch: Globale Konflikte in der Außenpolitik und innenpolitisch ein gesellschaftlich tief gespaltenes Land, das in immer neuen Schulden versinkt.

Staatsschuldenexplosion in den USA!

Auf den Demokraten Jo Biden kommen nun große Herausforderungen zu. Die USA sind gespalten wie nie zuvor, die Corona-Pandemie wütet weiterhin und die Mehrheit im Senat dürften die Demokraten verfehlen. Zudem ist das Land stark verschuldet, was die Corona-Krise noch verschärft hat. Die Staatsverschuldung wird in absoluter Höhe der Landeswährung ausgedrückt. Die Schuldenquote bezeichnet das Verhältnis der Staatsverschuldung zum Bruttoinlandsprodukt (BIP). Übersteigen die Staatsausgaben die Staatseinnahmen, wird dies als Haushaltsdefizit bezeichnet.

Wie die nachfolgende Grafik von Statista zeigt, stehen die USA aktuell mit rund 27,1 Billionen Dollar in der Kreide. Unter der Corona-Krise ist die ohnehin schon hohe Staatsverschuldung der Vereinigten Staaten noch einmal deutlich angestiegen. Im Ranking der Länder mit der höchsten Staatsverschuldung 2018 des World Economic Outlook standen die USA bereits auf Rang 12, hinter Japan, Griechenland und Venezuela. Gleichzeitig sind die USA aber auch die größte Volkswirtschaft der Welt und haben eine hohe Bonität. Die ausgezeichnete Bonität der USA liegt somit in der wirtschaftlichen und vor allem der militärischen Stärke.

Analyse der US-Wahl: Amt und Land sind weit wichtiger als die Person!

Nun zu einer kurzen Analyse der US-Wahl. Zunächst einmal der Blick auf das primär wirtschaftliche Thema: Was habe ich in den letzten Wochen alles für Horrorszenarien und Untergangsprognosen von chronischen Schwarzsehern gelesen in Bezug auf die möglichen Folgen der US-Wahl. Fakt ist, wir haben einen vollkommen chaotischen Wahlverlauf gesehen. Nach wie vor belieben dabei rechtliche wie politische und gesellschaftliche Unsicherheiten, solange Donald Trump das Wahlergebnis bzw. seine Niederlage nicht anerkennt.

Sind jetzt trotz dieser Chaoswahlen und den damit verbundenen Unsicherheiten die Börsen und Kapitalmärkte zusammengebrochen? NEIN! Auch hier können wir 4 Jahre zurückblicken: Nach dem damaligen – seitens der Wahlprognosen vollkommen unerwarteten – Wahlsieg Donald Trumps gegen Hillary Clinton sind die Kapitalmärkte nur sehr kurz in die Knie gegangen. All die Horrorprognosen vor einem angeblich „wahnsinnigen“ US-Präsidenten Donald Trump haben sich nicht bewahrheitet, die bisherige Amtszeit Donald Trumps war im Gegenteil geprägt von einem wahren US-Aktienboom.  

Fazit: Politische Börsen haben kurze Beine!

Angst ist – ebenso wie Gier – ein hervorragender Verkäufer, aber stets ein schlechter Ratgeber. Egal wie die Wahl verläuft, es wird sich auch diesmal wieder zeigen, dass politische Börsen kurze Beine haben. Die Herausforderungen der USA sind nicht abhängig von einer Person.

Das Gesundheitssystem in den USA entspricht dem eines Entwicklungslandes

Durchaus vergleichbar mit den Deutschen nach dem 2. Weltkrieg sehen sich die US-Amerikaner in erster Linie nach einem „Anführer“, der ihnen soziale und wirtschaftliche Stabilität bringt. Konrad Adenauer hat das geleistet und Deutschland in Wohlstand und Frieden geführt. Die USA sind heute im Gegensatz zu Deutschland nach dem Krieg ein wirtschaftlich erfolgreiches Land. Billionenschwere US-Großkonzerne wie Amazon, Apple, Google, Microsoft oder Facebook prägen mittlerweile auch unser Leben in Europa. Aber die Marktwirtschaft basiert schlicht auf einem reinen Kapitalismus.

Mit Konrad Adenauer und Ludwig Erhard haben die beiden ersten großen Kanzler der Bundesrepublik Deutschland hingegen den Begriff der „Sozialen Marktwirtschaft“ mit Leben gefüllt. Hier liegt die große Herausforderung in den USA, die vor allem auch unter Ex-Präsident – „Yes we can“ – Barack Obama nicht gelöst wurde. Die in „Obamacare“ festgehaltene Verpflichtung, dass Versicherungsgesellschaften, Menschen unabhängig von ihrem Alter, Geschlecht und ihren Vorerkrankungen aufnehmen müssen – was aber nicht funktioniert – ist bzw. war für mich einfach nur planwirtschaftlicher Sozialismus!  

Die USA sind praktisch das einzige entwickelte Industrieland ohne umfassende staatliche Krankenversicherung. Mindestens 27,5 Millionen Bürger haben keinen Versicherungsschutz. Durch die Coronavirus-Pandemie werden Millionen weitere US-Amerikaner ihren Job und somit ihren Krankenversicherungsschutz verlieren. Es gibt im Leben wenig Wichtigeres, als die Gesundheit bzw. die Absicherung im Krankheitsfall. Danach sehnen sich auch die Amerikaner.

Die US-Amerikaner sehnen sich nach Stabilität

Unabhängig von der Person wird der neue US-Präsident – oder die mögliche neue US-Präsidentin in absehbarer Zukunft – sich großen Herausforderung stellen und das Land neben der Corona-Pandemie durch weitere Problemfelder navigieren müssen. Im Vorfeld der Wahl haben rund 46 Prozent der über 25.000 im Rahmen des Statista Global Consumer Surveys 2020 befragten US-Amerikaner angegeben, dass Gesundheit und soziale Sicherheit zu den größten Problemen in den USA gehören. Ebenfalls kritische Themen sind die wirtschaftliche Situation (38 Prozent) und Arbeitslosigkeit (36 Prozent).

Die drei meistgenannten Probleme für viele US-Bürgerinnen und Bürger sind demnach auch direkte Folgen der anhaltenden Corona-Pandemie, die es zu überstehen gilt. Die Präsidentschaftswahl und ihr knapper Verlauf verdeutlichen wieder einmal wie entzweit die USA momentan sind. Für rund 34 Prozent der Befragten ist daher Einigkeit innerhalb der Landesgrenzen zu schaffen eine schwierige Herausforderung. Klimawandel und Kriminalität waren mit etwa 32 Prozent gleichauf unter den Teilnehmern der Umfrage – für rund 30 Prozent liegt Armut im Fokus.

Markus Miller  | Gründer GEOPOLITICAL.BIZ

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