Geld ist kein Guthaben!

(19.06.20) Die Europäische Union, unter Ursula von der Leyen, verfügt über keinerlei eigene Steuereinnahmen. Dennoch hat die EU ein „Wiederaufbau-Programm“ in Höhe von 750 Milliarden Euro ins Leben gerufen. 500 Milliarden Euro sind dabei als nicht zurückzahlbare „Geschenke“ vorgesehen. Zusätzliche 250 Milliarden Euro werden als Kredite vergeben, deren Rückzahlung ebenfalls in den Sternen steht. Italien und Spanien erhalten dadurch rund 300 Milliarden Euro. Deutschlands Steuerzahler werden hingegen mit 133 Milliarden Euro belastet.

Die erste Rückzahlung der Kredite soll im Jahr 2028 erfolgen. Frau Merkel oder Frau von der Leyen werden dann wohl nicht mehr im Amt sein. Die letzte Tranche der Rückzahlung soll 2058 erfolgen. Angela Merkel wäre dann 103, Ursula von der Leyen 99 Jahre alt. Beide Damen stehen stellvertretend für die offensichtliche Strategie der Politik: Nach uns die Sintflut, die Geldflut ist schon da!

Die Begriffe Recovery-Fund oder Wiederaufbau-Fonds, die für diese irrationale und verantwortungslose Geldverteilungs-Orgie gewählt wurden, hören sich sehr positiv an und wurden wohl auch bewusst so gewählt, um beim Volk das Gefühl der Solidarität zu erwecken. Weit passender aus Bürger-, Vermögensinhaber- und Steuerzahlersicht wären hingegen Begriffe wie Umverteilungs-Plan oder Sonderabgaben-Programm.

Welches Gut haben Sie denn auf Ihren Bankkonten?

Apropos Euro: Wenn wir von Geld auf Bankkonten sprechen, verwenden wir häufig den Begriff vom „Guthaben“. Dieses Wort kommt z. B. auch im Zusammenhang mit Prepaid-Handykarten und anderen Wertkarten vor. Wir haben dann also etwas Gutes, etwas von Wert. Das klingt erst einmal positiv. Dabei ist diese Assoziation beim Bankkonto aber längst überholt.

Denn das Guthaben auf unseren Bankkonten ist gar kein richtiges, materielles Gut. Es handelt sich um einen Kredit an die jeweilige Bank; Sie haben dort also etwas gut. Kredit kommt übrigens von lat. credere und bedeutet glauben oder vertrauen. In manchen Ländern Europas mussten Kunden dieses Vertrauen schon richtig teuer bezahlen. Aber auch in Deutschland ist dieses Vertrauen fehl am Platz, denn der Wert Ihres Geldes auf dem Bankkonto schmälert sich von Tag zu Tag.

Aufgrund der jahrelangen Geldschwemme, jetzt noch einmal angeheizt durch die Corona-Rettungsmaßnahmen, gibt es längst keine Zinsen mehr auf Guthaben. Inflation, Steuern und andere Zwangsabgaben sorgen deshalb dafür, dass der Wert Ihres Guthabens immer kleiner wird. Gut hat es Ihr Geld auf der Bank deshalb längst nicht mehr.

Geld- und Kreditschwemme: Investieren Sie in seltene Werte

Eine der wichtigsten Strategien gegen die ausufernde Geldschwemme und den damit verbundenen Kaufkraftverlust unserer Papiergeldwährungen sind gezielte Investments in Werte, die selten sind. Weil sie im Gegensatz zu Geld, das auf Schulden und Zahlungsversprechen basiert, limitiert sind. Nicht nur Edelmetalle wie Gold und Silber, Kritische Metalle wie Strategische Metalle und Seltene Erden, Diamanten oder Kryptowährungen wie der Bitcoin gehören zu seltenen Werten.

Es gibt auch noch andere alternative Investments, die heute kaum ein Anleger auf dem Schirm hat. Sie sind derzeit deshalb gut damit beraten, weiter in reale und limitierte Güter und Werte, die selten sind, zu investieren. Deswegen widme ich dieser wichtigen Thematik auch meine kommende Sonderausgabe „Seltene Werte“.

Auswandern und Ausflaggen: Kapitalschutz durch Verlagerung!

Die Verlagerung von Vermögenswerten in solide ausländische Staaten, Rechtsräume und Rechtsstrukturen ist für mich eine wichtige, langjährig bewährte Basis-Strategie für private Kapitalanleger. Die gezielte Diversifikation der Investments – beispielsweise durch die Nutzung von Auslandskonten und Wertpapierdepots in der Schweiz oder im Fürstentum Liechtenstein – führt zu einer Reduzierung der Klumpenrisiken und damit zu einem höheren Kapitalschutz. Die Risiken reichen dabei von der Politik über die Rechtsprechung bis hin zur Steuergesetzgebung und den demografischen und gesellschaftlichen Entwicklungen. Eine Auswanderung bzw. Sitzverlagerung war und ist dabei eine der wirkungsvollsten Kapitalschutz-Strategien.

Wer reich ist, kann sich in der Regel frei aussuchen, wo er leben möchte. Eine Studie der Marktforschungsgruppe New World Wealth zeigt die beliebtesten Länder bei HNWIs, also Personen, die mehr als eine Million US-Dollar besitzen. Das Ergebnis: 2918 zog es die meisten Millionäre nach Australien (rund 12.000) und in die USA (rund 10.000). Rund 4.000 HNWIs wanderten nach Kanada ein und rund 3.000 in die Schweiz. Auf Platz fünf stehen die Vereinigten Arabischen Emirate, gefolgt von der Karibik, wie die nachfolgende Statista-Grafik zeigt. In der EU lockten – durchaus auf den ersten Blick sehr überraschend – Portugal, Griechenland und Spanien 2018 die meisten Millionäre an.

Coronavirus: Das perfekte Alibi für Steuern und Sonderabgaben!

Die aktuellen Entwicklungen im Zusammenhang mit den Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie führen mittlerweile verstärkt zu Diskussionen im Hinblick auf die Finanzierung der Lasten. SPD-Parteichefin Saskia Esken und weitere führende Vertreter von SPD, Linken und Grünen haben bereits Steuererhöhungen für „Reiche“ gefordert. Heute noch abstrakte Begriffe wie Corona-Vermögensteuer, Corona-Sonderabgabe oder Reichen-Soli werden aus meiner Sicht schon sehr bald in entsprechende Maßnahmen übergehen.

Ich bewerte bereits die pauschalen, viel zu undifferenzierten Diskussion als fatal. Es könnte zu weiter steigenden Zahlen von Auswanderungen und Wohn- und Firmensitzverlagerungen der Leistungsstarken unserer Gesellschaft führen. Was wiederum die Stabilität der Systeme Deutschlands und somit Europas gefährdet. So oder so bin ich davon überzeugt, dass die Auswanderungszahlen aus Deutschland bzw. EU-Europa – nicht nur bei Millionären und Multimillionären – auf hohem Niveau bleiben, bzw. weiter ansteigen werden.

Ausflaggen: Schützen Sie Ihre Vermögen und Ihre persönliche Freiheit!

Im Jahr 1964 hat ein gewisser Harry D. Schultz ein Buch geschrieben mit dem Titel „How to Keep Your Money and Your Freedom“. Genau dieselbe Kernaussage verfolgt auch der Untertitel meines Wirtschaftsbriefes „Kapitalschutz vertraulich“: „So schützen Sie wirkungsvoll Ihr Vermögen und Ihre persönliche Freiheit“. Harry D. Schultz hat einst die sogenannte Flaggentheorie begründet auf der auch mehrere Kapitalschutz-Strategien von mir grundlegend basieren.

Der Begriff Auswandern ist jedem bekannt. Aus rechtlicher und steuerlicher Sicht geht es dabei um eine Wohnsitzverlagerung in einen neuen Rechtsraum mit attraktiveren Rahmenbedingungen. Das Wort Ausflaggen ist hingegen bei weitem nicht so geläufig, es sei denn, Sie haben einen maritimen Bezug, beispielsweise als Bootsbesitzer. In der Schifffahrt versteht man unter einer Ausflaggung den Wechsel der Nationalflagge, ohne dass sich die Eigentumsverhältnisse am Schiff verändern.

Große Kreuzfahrtschiffe wie AIDA Cruises mit Unternehmenssitz in Rostock fahren beispielsweise unter italienischer Flagge; die Schiffe von TUI Cruises (Mein Schiff) unter maltesischer Flagge. Es ist bezeichnend, dass kein einziges Kreuzfahrtschiff, das von deutschen Reedereien betrieben wird, die deutsche Flagge trägt!

Meine steuerrechtliche Leitplanke: Alles was legal ist, ist auch legitim!

Ein weiterer wesentlicher Aspekt für die Ausflaggung von Schiffen liegt – neben der liberalen Regulierung der Betriebsgenehmigungen – in den niedrigen Steuersätzen der jeweiligen Staaten als Flaggengeber. Die Strategie des Ausflaggens ist heute nicht nur in der Seefahrt weit verbreitet, sondern auch bei einer Vielzahl von international tätigen Unternehmen, die steuerliche und rechtliche Vorteile durch Registrierungen bzw. Niederlassungen im Ausland nutzen.

Steuerwüsten, also Hochsteuerländern wie Deutschland, entgehen dadurch Jahr für Jahr Milliarden an Einnahmen. Ich denke, nur die wenigsten unter Ihnen werden diese Rahmenbedingungen begrüßen, dennoch sind sie geltendes Recht und Gesetz, für das in meinem rechtlichen Wertekompass grundlegend gilt: Alles was legal ist, ist auch legitim.

Setzen Sie auf die altbewährten Grundlagen der Flaggentheorie

Auch Sie haben somit das Recht, von der jeweils geltenden Gesetzgebung zu profitieren, z. B. durch die Nutzung der steuerrechtlichen Strategien des Auswanderns und Ausflaggens. Die Strategien der Flaggentheorie von Harry D. Schultz zur Steueroptimierung und der Erzielung einer damit verbundenen hohen Freiheit und Unabhängigkeit haben grundlegend nichts von ihrer Gültigkeit verloren. Allerdings müssen Sie professionell an die heutige Zeit angepasst und rechtssicher umgesetzt werden.

Die wirkungsvollste Möglichkeit, sich vor negativen Entwicklungen in seinem Land oder seiner Region zu schützen, ist die Verlagerung des Wohnsitzes oder auch des Firmensitzes ins Ausland. Genauso sinnvoll kann es sein, als Vorstufe einer Auswanderung eine gesellschaftsrechtliche Struktur im Ausland zu schaffen, beispielsweise durch eine Firmengründung. Derartige Schritte müssen aber zwingend – rechtlich und steuerlich – professionell begleitet werden. Zum Abschluss heute ein Blick auf die wesentlichen Aussagen des „In Gold we Truts Reports 2020“.

In Gold we Trust Report 2020: Die wichtigsten Analysen!

Ende Mai wurde mittlerweile zum 14. Mal der renommierte „In Gold wie Trust Report“ veröffentlicht unter Führung meines geschätzten „Kollegen“ Roland Peter Stöferle. Eine Kernaussage der 300 Seiten starken Studie ist die Feststellung, dass die geldpolitische Normalisierung, die nach der Bewältigung der Finanzkrise des Jahres 2008 angestrebt wurde, jetzt endgültig gescheitert ist. Geld wird in seiner Quantität immer mehr, in seiner Qualität in Bezug auf die Kaufkraft hingegen zunehmend schlechter.

Das Corona-Virus wirkt dabei als Brandbeschleuniger. Zentralbanken greifen auf immer extremere Mittel wie Helikoptergeld, eine Verschärfung der Strafzinspolitik und die Ausweitung der Wertpapierankaufprogramme zurück, um trotzdem ein steigendes Preisniveau zu erzwingen.

Neue Gold-Allzeithochs sind lediglich eine Frage der Zeit

Für die Autoren der aktuellen Gold-Studie lautet die Frage nicht, ob der Goldpreis in US-Dollar ein neues Allzeithoch erreichen wird, sondern lediglich, wie hoch dieses ausfallen wird. Das Bewertungsmodell weist bei konservativen Annahmen bis zum Jahr 2030 einen Goldpreis in Höhe von 4.800 US-Dollar aus. Sollte sich das Geldmengenwachstum ähnlich inflationär wie in den 1970er-Jahren entwickeln, ist bis zum Ende der Dekade sogar ein Goldpreis von rund 9.000 US-Dollar vorstellbar. Ich persönlich halte zwar relativ wenig von Kursprognosen auf derart lange Zeiträume, bewerte die Schlussfolgerungen aber als realistisch, weil durch die Corona-Krise in den meisten Ländern jegliche finanzpolitische Disziplin verlorengegangen ist.

Die Realzinsen werden dadurch auf sehr lange Sicht negativ bleiben, was für weitere Goldpreisanstiege ein hervorragendes Fundament bieten sollte. In einem mittelfristig inflationären Umfeld werden neben Gold auch Silber und Minenaktien vor weiteren Kursanstiegen stehen. Der „In Gold we Trust Report“ geht auch ausführlich auf die wichtigsten Entwicklungen der Angebots- und Nachfragesituation bei Silber ein und analysiert die wesentlichen zukünftigen Preistreiber. Die Einschätzung für den kleinen Bruder des Goldes ist: Einiges spricht dafür, dass Silber in Zukunft noch stärkere Preiszuwächse verbuchen kann als Gold.

Mein Fazit: Staatsanleihen werden aufgrund der ausufernden Schuldenorgien als sicherer Hafen zunehmend infrage gestellt werden. Gold könnte diese Rolle verstärkt einnehmen und zu einer staatenlosen Reservewährung werden. Gleiches gilt für das digitale Gold, den Bitcoin!

Deswegen kann und muss dem Leitsatz von JP Morgan „Nur Gold ist Geld, alles andere ist Kredit“ auch weiterhin eine hohe Bedeutung zugemessen werden. Gold ist und bleibt ein wichtiges Basis-Investment Ihrer Kapitalschutz-Strategien.

Markus Miller  | Gründer GEOPOLITICAL.BIZ

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