Krieg um Geld

(08.05.20) Erstmals in der Geschichte der Europäischen Union widerspricht ein nationales Verfassungsgericht dem Urteil des Europäischen Gerichtshof (EuGH): Das Bundesverfassungsgericht hält das Anleihekaufprogramm der Europäischen Zentralbank EZB entgegen der EuGH-Einschätzung für teilweise verfassungswidrig. Dabei geht es um Billionen an Steuergeldern. Die EZB investierte von 2015 bis 2018 über das sogenannte PSPP-Programm (Public Sector Purchase Programme) weit über 2 Billionen Euro in Staatsanleihen und andere Wertpapiere der Euroländer. Im November 2019 wurde dieses „Schuldenaufkauf-Programm“ erneut gestartet, um die angeschlagenen Länder der Eurozone zu stützen. Allen voran Italien.

Für mich der erschreckendste Satz ist dabei die Urteilsbegründung der Verfassungsrichter aus Karlsruhe. Der Aufkauf von Staatsanleihen durch die Europäische Zentralbank (EZB) verstoße teilweise gegen das Grundgesetz, da die Bundesregierung und der Bundestag die EZB-Beschlüsse nicht geprüft hätten. Im Klartext: Es werden Milliarden an Steuergeldern freigegeben, ohne dass eine Prüfung oder gar Kontrolle der Politik erfolgt!

Brisante Urteilsbegründung: Fehlende Prüfung der Beschlüsse durch die Politik

Die Bundesbank darf jetzt nach einer Übergangsfrist von höchstens drei Monaten nicht mehr an der Umsetzung des PSPP-Programms mitwirken. Ich prognostiziere, dass der EZB-Rat einen Beschluss fasst, der die Verhältnismäßigkeit belegt, so dass das PSPP-Programm weitergehen wird.  Sollte diese Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes jedoch nachhaltig Bestand haben – was ich stark bezweifle – wären die Auswirkungen auf den gesamten Euroraum verheerend. Das Kapital der EZB stammt von den nationalen Zentralbanken aller EU-Mitgliedstaaten, die Bundesbank ist dabei der mit Abstand größte Anteilseigner und Aufkäufer der Anleihen. Für die EU und den Euro in der heutigen Form ist das für mich lediglich ein Sargnagel von sehr vielen. Aber der Sarg ist schon da!

Ich freue mich sehr, dass ich derzeit enorm viele Interviews geben kann und es auch in die reichweitenstarken Medien schaffe. Deswegen heute drei weitere, aktuelle TV-Interviews mit mir. Eines für Inside Wirtschaft, das auch der FOCUS aufgegriffen hat, ein weiteres für Russia Today Deutschland (RTD) und mein regelmäßiges Update für Börse Stuttgart TV:

TV 1: INSIDE WIRTSCHAFT/FOCUS Der Euro wird scheitern!

Der Euro wird mit Sicherheit scheitern. Ob durch eine Währungsreform oder eine Inflationierung“, prognostiziert Markus Miller. Der Geschäftsführer von GEOPOLITICAL.BIZ sowie Chefanalyst von Kapitalschutz vertraulich und KRYPTO-X sieht Veränderungen auf die deutschen Barzahler zukommen: „Der bargeldlose Zahlungsverkehr wird weiter boomen. Im Schnitt hat jeder Deutsche 3.000 Euro in bar zu Hause. Das hat durch Corona noch deutlich zugenommen.

Die Leute trauen dem Staat und den Banken nicht mehr. Ich glaube zwar nicht an eine digitale Weltwährung, denn dann müssten sich ja alle einig sein. Aber es wird Kryptowährungen der einzelnen Notenbanken geben.“ Und was wird aus Aktien, wie wir sie heute kennen? „Die Dax30-Werte werden in Zukunft Blockchain-basiert sein – es werden also Aktien-Token.“ Alle Details und seine Prognose für Bitcoin und Libra verrät Miller im Interview mit Inside Wirtschaft-Chefredakteur Manuel Koch.

Beitrag des FOCUS – Deutsche horten Bargeld in der Krise

Auch der FOCUS mein TV-Interview übernommen und einen Bericht dazu gemacht mit dem Titel: Deutsche horten Bargeld in Krise – Krypto-Profi: „Der Euro wird scheitern – digitales Zentralbankgeld wird Cash ersetzen“

TV 2: RT Deutschland: Digitalisierung ist die neue Globalisierung

Die Corona-Pandemie beschleunigt Trend zum bargeldlosen Bezahlen. Das geht aus einer aktuellen im Auftrag des Bankenverbands durchgeführten Kantar-Umfrage. Demnach haben 26 Prozent der Befragten seit Beginn des Coronavirus-Ausbruchs bewusst auf die Barzahlung in Geschäften verzichtet, weitere 35 Prozent haben schon zuvor meist mit Karte gezahlt. Indes halten vier von zehn Befragten (37 Prozent) daran fest, im Supermarkt oder in anderen Geschäften bar zu zahlen. Am größten ist der Anteil der Kartenzahler bei den 30-39-Jährigen, am wenigsten ausgeprägt ist die Affinität zum Plastikgeld in der Altersgruppe ab 60 Jahre.

Beitrag auf Russia Today Deutschland: Markus Miller ist Gründer des spanischen Medien- und Beratungsunternehmens GEOPOLITICAL.BIZ S.L.U mit Sitz auf der Baleareninsel Mallorca. Seit 2006 ist er Chefanalyst und Chefredakteur des Anleger- und Wirtschaftsmagazins „Kapitalschutz Vertraulich“, seit dem Jahr 2017 Chefanalyst von KRYPTO-X. Neben konservativen Investitionen wie Gold oder Aktien berät Miller auch in Sachen Krypto, denn ein vielfältiges Portfolio macht unabhängig.

Diese finanzielle Unabhängigkeit beschreibt Miller auch in seinem Buch „Finanzielle Selbstverteidigung“ (2019). Corona sorgt nun für neue Herausforderungen, auch was das Bargeld angeht. So befürchten einige, dass die Pandemie das Bargeld unter Druck setzen wird. Dem stimmt Miller allerdings nicht zu, denn es ist die Digitalisierung, die das Bargeld zunehmend verschwinden lassen wird.

TV 3: Bitcoin kurz vor Halving & Microsoft mit neuem Blockchain-Patent

Bislang wurden Kryptowährungen eher als Ersatz für den globalen Geldbestand eingesetzt. Dies kann sich im Laufe des nächsten Jahrzehnts ändern. Die Überwindung regulatorischer Hürden wird ihre Attraktivität erhöhen und das Potenzial erhöhen, eventuell Bargeld zu ersetzen. Ich bin davon überzeugt, dass es ein mehrdimensionales Krypto-Geldsystem in der digitalisierten Welt der Zukunft geben wird. Dezentrale Kryptowährungen wie der Bitcoin werden zu einer Art digitalem Gold. Zentrale Stablecoins von Privatunternehmen – wie beispielsweise Facebooks Libra – werden in Koexistenz neben zentralen Kryptowährungen von Notenbanken existieren.

Security Token werden darüber hinaus zahlreiche Vermögenswerte digitalisieren und fungibel handelbar machen. Utility Token (Funktionale Kryptowährungen) werden zusätzlich Einzug halten in die Industrie und den Handel der Realwirtschaft wie als digitale Währungen in die Finanzwirtschaft. Kryptowährungen – allen voran der Bitcoin – sind für mich somit eine ganz wichtige Säule, ein Grundbaustein für jeden vorausschauenden, zukunftsorientierten Kapitalanleger. Zumindest als Beimischung für sein Gesamtportfolio.

Die Spannung steigt – nur noch wenige Tage bis zum nächsten Bitcoin Halving. In einer neuen Ausgabe unseres Krypto Updates sprechen wir mit Markus Miller über das nahende Event und wie es sich auf den Bitcoin-Kurs auswirken könnte. Zudem blicken Markus und Richy auf Microsoft, schließlich hatte sich der Software-Riese einen neuen Ansatz zum Krypto-Mining patentieren lassen.

Markus Miller  | Gründer GEOPOLITICAL.BIZ

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