Coronakrise: Wer soll das bezahlen?

(04.04.20) Die internationalen Notenbanken fluten derzeit die Kapitalmärkte mit Liquidität. Die Maßnahmen haben mittlerweile Ausmaße angenommen, die selbst die letzten großen exogenen Schocks – den 11. September 2001 und die Finanzkrise 2008 – in den Schatten stellen. Deutschland hatte beispielsweise im Zuge der Finanzkrise des Jahres 2008 rund 480 Mrd. Euro für Rettungspakete zur Verfügung gestellt und ist damals bereits an seine – rationalen – Grenzen der Belastbarkeit gekommen. 

 

1,2 Billionen Euro gegen die Corona-Krise

Die Bundesregierung hat zur Bekämpfung der Corona-Krise jetzt finanzielle Hilfen in Höhe von insgesamt 1,2 Billionen Euro bereitgestellt. Wie die nachfolgende Statista-Grafik zeigt, setzt sich diese gigantische Summe aus dem Nachtragshaushalt des Bundes für das laufende Jahr, dem neu geschaffenen Wirtschaftsstabilisierungsfonds und dem erweiterten Garantierahmen für die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) zusammen.

Der Nachtragshaushalt des Bundes sieht eine Rekordneuverschuldung in Höhe von 156 Milliarden Euro vor. Grund sind höhere Ausgaben durch die Corona-Krise und weniger Steuereinnahmen. Die staatlichen Garantien des Stabilisierungsfonds sollen Unternehmen dabei helfen, sich Geld an den Finanzmärkten leihen zu können. Zudem soll er staatliche Beteiligungen an kriselnden Unternehmen ermöglichen. Die KfW soll Unternehmen mit Liquiditätshilfen unterstützen. Der Garantierahmen der KfW kann von Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) noch einmal erweitert werden.

Verlustabsorption: Ein Begriff den Sie sich merken müssen für die Zukunft!

Seitens der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht BaFin wurde am 27.03.2020 eine sehr interessante Meldung veröffentlicht. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat an diesem Tag ihre Empfehlung an die Banken zu Dividendenausschüttungen aktualisiert. Um die Fähigkeit der Banken zur Verlustabsorption zu stärken und die Kreditvergabe an private Haushalte, kleine Unternehmen und Unternehmen während der Coronavirus-Pandemie (COVID-19) zu unterstützen, sollten sie für die Geschäftsjahre 2019 und 2020 mindestens bis zum 1. Oktober 2020 keine Dividenden zahlen. Die Banken sollten auch keine Aktienrückkäufe zur Vergütung der Aktionäre vornehmen.

Mit dem Begriff der Verlustabsorption oder auch auch Verlustabsorbierung wird im Finanzwesen die Auslagerung von Kreditrisiken aus der Bilanz eines Finanzunternehmens verstanden, mittels Bündelung dieser Risiken in einzelne Tranchen und Ausgabe als Finanzinstrumente (Verbriefung). Jede Tranche nimmt dabei mehr oder weniger einen Teil der Verlustrisiken in sich auf (absorbieren).

Verlustabsorbtion führt zu Coronabonds: Aktuell rufen vor allem – notleidende – Länder wie Spanien und Italien nach sogenannten Coronabonds. Das ist nichts anderes als die damaligen Eurobonds, die jetzt eben einen neuen Namen erhalten. Verlustabsorption bedeutet in diesem Zusammenhang eine staatlich verordnete, pauschale Solidarität oder schlicht und einfach: Die Umsetzung einer Haftungsgemeinschaft und Umverteilungsunion innerhalb EU-Europas!

Corona-Krise: Die 10 Ängste der Deutschen!

Die Gesundheit der eigenen Familie und die wirtschaftliche Situation des Landes sind derzeit die größten Sorgen der Menschen in Deutschland. Das ist das Ergebnis des Statista Covid-19-Barometers, einer Umfrage bei der jeden Tag online ergründet wird, was die Bundesbürger Zusammenhang mit der Corona-Krise umtreibt. Die eigene physische Gesundheit kommt übrigens erst an vierter Stelle.

Das Thema Lebensmittelknappheit beschäftigt hingegen nur ein Viertel der Befragten. Genau so viele sorgen sich um die Sicherheit ihres Jobs. Die Sorge um das Einkommen dürfte nach meiner analytischen Einschätzung – im Gegensatz zur Angst um die Stabilität der Lebensmittelversorgung – in den nächsten Wochen massiv zunehmen.

Zahlreiche Bürger haben bereits massive Einkommensverluste zu verzeichnen

Die Corona-Krise zeigt bei einem Teil der Bundesbürger bereits negative Auswirkungen auf das Einkommen. Laut einer aktuellen, internationalen Statista-Umfrage haben 27 Prozent der Deutschen durch die Pandemie bereits Einkommensverluste erlitten. Bei 48 Prozent der Deutschen zeigt die Krise noch keine negativen Auswirkungen auf ihren Verdienst.

In China gaben bereits 60 Prozent der Befragten an, Einkommensverluste zu erleiden. In den USA sind es bisher 32 Prozent und im Vereinigten Königreich ein Viertel der Befragten, wie die nachfolgende Statista-Grafik zeigt.

Meine Prognose: Eine Billion Euro ist mit Sicherheit nicht genug!

Um die gravierenden Auswirkungen der Coronavirus-Krise in den Griff zu bekommen, wird für Deutschland weit über eine Billion Euro notwendig sein. Selbst ein wirtschaftlich bereits stark angeschlagenes Land wie Spanien hat ein Rettungspaket in Höhe von 200 Milliarden Euro verabschiedet. Frei nach einem alten deutschen Schlagerlied kann hier die absolut berechtigte Frage gestellt werden:

„Wer soll das bezahlen, wer hat soviel Pinke-Pinke, wer hat soviel Geld?“

Werfen Sie bitte regelmäßig einen Blick auf die beeindruckende Internetseite usdebtclock.org, deren Zahlen uns gleichzeitig erschreckend vor Augen führt, dass die US-Staatschulden ebenso wie die Schuldenuhren der wichtigsten Industriestaaten der Welt selbst in der Nullzinsphase der letzten Jahre weiter explodiert sind. Ich habe keine Glaskugel, die weiteren Entwicklungen rund um die Coronavirus-Krise sind derzeit nicht quantifizierbar und seriös prognostizierbar.

Das gilt nicht nur für Ökonomen oder Politiker, sondern selbst auch für Mediziner bzw. Virologen, die derzeit rein auf Sicht fahren müssen. Ich kann Ihnen aber heute bereits mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit die obige Frage beantworten im Hinblick auf die Finanzierung der Rettungsmaßnahmen:

Bürger, Steuerzahler und Vermögensinhaber werden auch diese Zeche wieder einmal bezahlen müssen!

Mein Fazit: Coronakrise – Selbstverantwortung statt Staat!

Verlassen Sie sich nicht auf den Staat! – Setzen Sie eigenverantwortlich und selbstbestimmt auf Ihre Finanzielle Selbstverteidigung. Das Klopapier der Zukunft heißt für mich: EURO – Nutzen Sie Schutzfunktionen und lesen Sie jetzt beispielsweise meinen druckfrischen Sonderreport Goodbye EU: Die 7 besten Auslandsbanken für Ihr Geld!, meinen Immobilienschutz-Report mit 5 Sofortstrategien oder meinen aktuellen Goldschutz-Report 2020. Weiterführende Infos – Kapitalschutz vertraulich …

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Markus Miller  | Gründer GEOPOLITICAL.BIZ

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