Covid-19 und German Angst-20

Da ich mit meiner Familie bekanntermaßen auf Mallorca lebe, habe ich mich in der vergangenen Woche kurzfristig dazu entschieden über die Faschingsferien eine kleine Mittelmeertour zu unternehmen, mit einem Kreuzfahrtschiff. Hier war noch eine wunderschöne Kabine frei und ich muss ja nur vor unserer Haustür einsteigen, da Palma de Mallorca ein Start- und Zielhafen für zahlreiche Kreuzfahrtschiffe ist. So führte mich unsere Reise in den letzten Tagen nach Italien, nach Rom und nach Livorno, Florenz und Pisa.

Das positive an einer Kreuzfahrt ist es auch, dass man in Bezug auf den Smartphone- bzw. Internetkonsum gezwungenermaßen etwas abschalten kann (Digital Detox), da die Internetverbindung auf See häufig sehr schlecht, oder bei Buchung von Kapazitäten über das See-Netz schlicht und einfach unverschämt teuer ist. Als ich nach meiner Ankunft in Rom mein Smartphone wieder angeschaltet habe, war ich sehr überrascht über die vielen Zuschriften von Familienangehörigen oder Freunden via Whatsapp, in Bezug auf den Coronavirus (Covid-19), der in Italien angeblich so stark wütet.

German Angst 2020: Ausverkaufte Regale

Ich war an jenem Tag in Rom unterwegs, unter anderem auch im Vatikan, beim Petersdom. Hier waren auch an diesem Tag wie immer Menschenmassen anzutreffen. Gleiches gilt für Livorno, Pisa oder Florenz, wo ich am nächsten Tag unterwegs war. Von einer Panik in Bezug auf den Coronavirus war hier bislang – noch – gar nichts zu spüren. Hätte ich keine Nachrichten geschaut, wäre mir die Problematik bzw. die große Verunsicherung vermutlich nicht einmal bewusst geworden.

Mittlerweile bin ich wieder zurück auf Mallorca, nach weiteren Abstechern in der Hafenstadt Marseille in Frankreich und im spanischen Barcelona. Die Bilder aus den Sozialen Medien mit leergekauften Regalen habe ich bislang nirgendwo gesehen. Ich vermute einmal, das ist ein spezifisches, deutsches Phänomen, das international längst als „German Angst“ zur Legende geworden ist. In zahlreichen Supermärkten sind Hygiene- bzw. Desinfektionsartikel, Toilettenpapier, Konservendosen oder sonstige, langhaltende Lebensmittel wie Nudeln immer wieder ausverkauft. Deutschland ist ein hochentwickeltes Land mit perfekten Lieferketten. Ich finde eine grundlegende Vorratshaltung macht immer Sinn, aber das was derzeit in Deutschland passiert, ist schlicht eine Hysterie.

In Deutschland ist bislang niemand am neuen Coronavirus gestorben – allerdings ist die Zahl der Infizierten noch verhältnismäßig gering. Einen Todesfall in Folge von Covid-19 gab es hierzulande bislang nicht. Dort wo es die meisten Infizierten gibt, in China, sind bislang 3,8 Prozent der bekannten Infizierten gestorben. Der Krankheitsverlauf hängt Gesundheitsexperten zufolge maßgeblich davon ab, ob die infizierte Person bereits unter Vorerkrankungen leidet, wie etwa Herz-, Kreislauf- oder Lungenerkrankungen. Bei derartig geschwächten Personen ist die Wahrscheinlichkeit eines tödlichen Verlaufs der Krankheit ungleich höher.

Deutsche Banken im Auge von Corona: Die Aktienkursentwicklungen sind mehr als bedenklich!

In Bezug auf die hohe Systemrelevanz beurteile ich aktuell die massiven Kurseinbrüche, bei den letzten beiden großen Geldhäusern in Deutschland, als sehr besorgniserregend. Neben den Marktverwerfungen rund um die konjunkturellen Sorgen im Zusammenhang mit dem Coronavirus kommen bei den Banken noch weitere Probleme dazu.

Das sind in erster Linie die wieder bzw. weiter sinkenden Zinsen und das steigende Risiko von Kreditausfällen. Ich will mit Sicherheit keine Panik, zusätzlich zur großen Verunsicherung schüren, aber ich beurteile neue Staatshilfen für Banken oder sonstige Eingriffe, im Hinblick auf die Mithaftung von Bankkunden, vor diesen Rahmenbedingungen zumindest als nicht unwahrscheinlich.

Mein Fazit: Lassen Sie sich nicht anstecken von der German Angst!

Ich will die teilweise dramatischen Entwicklungen rund um den Corona-Virus nicht verharmlosen, aber auch nicht in die möglichen Horrorszenarien einstimmen, die ich jetzt teilweise bereits gelesen habe. Ein Aktionismus oder gar eine Panik in Bezug auf Ihr Wertpapierdepot sind jedenfalls nicht angebracht! Der Corona-Virus trifft auf eine Weltwirtschaft, die infolge der schwierigen globalen Rahmenbedingungen (u.a. Brexit, Handelsstreit) bereits aus dem Tritt gekommen war.

Deswegen die große Verunsicherung an den Börsen und Kapitalmärkten. Lassen Sie sich davon nicht anstecken. Jetzt liegt ein weiterer Grund vor noch mehr billiges Geld durch die Notenbanken in die Märkte zu pumpen, was die Stabilität und den Wert des Geldes weiter erodieren lässt. Vor allem Edelmetalle sind hier die Maxime der Stunde! Weiterführende Informationen …

Der Blick auf 3 wichtige Freiheits-Indices der Welt!

Die derzeitigen Diskussionen und auch Analysen sind überwiegend vom Thema „Coronavirus“ geprägt. Die Welt wird sich aber auch nach der „Coronavirus-Krise“ weiterdrehen und deswegen heute von meiner Seite einmal ein Blick auf drei Freiheits-Indices die verdeutlichen, wie gut es uns in Europa – trotz aller Probleme – im Hinblick auf unsere persönliche Selbstbestimmung – noch – geht.

Freedom House hat seine jährliche Rangliste der freiesten und am meisten unterdrückten Nationen der Welt veröffentlicht. Demnach ist es um die Freiheit auf dem Planeten nicht all zugut bestellt: Das Freiheitsniveau ist nunmehr bereits das 14. Mal in Folge gesunken. Das Ranking verzeichnet für 2019 in 64 Ländern ein Rückgang. In Richtung mehr Freiheit haben sich dagegen nur 37 Länder entwickelt. Besonders besorgniserregend ist aus Sicht von Freedom House, dass in 25 von 41 etablierten Demokratien Freiheiten eingeschränkt wurden. Deutschland erreicht im Ranking 94 von 100 möglichen Punkten und schneidet damit genauso gut ab wie im Vorjahr.

Der Democracy Index des Economist

Wie es um die Demokratie weltweit steht, ermittelt jährlich der Democracy Index des Economist – im vergangenen Jahr verschlechterte sich der Indexwert leicht von 5,48 auf 5,44 Punkte. In der aktuellen Ausgabe für das Jahr 2019 werden 22 Länder als „vollständige Demokratien“ eingestuft, darunter auch Deutschland. Allerdings schafft es die Bundesrepublik nicht auf den Spitzenwert, wie die nachfolgende Grafik von Statista zeigt. Unter den Top-Ländern befinden sich unter anderem die skandinavischen Staaten, Kanada, Neuseeland und Australien.

Aus der Kategorie „Demokratie“ ausgeschieden ist hingegen Malta, Thailand verbesserte sein Rating hingegen und gehört nun zu den „unvollständigen Demokratien“. In diese Kategorie fallen auch zum Beispiel die USA und Japan. Die am schlechtesten bewerteten Länder sind Nordkorea, Syrien und die Demokratische Republik Kongo. Unter den europäischen Ländern mit der schlechtesten Bewertung finden sich Weißrussland und Aserbaidschan.

Die Studie Freedom of the Net

Eine weitere interessante Analyse wurde vor kurzem veröffentlicht in Bezug auf die Freiheit des Internets. In nur 15 von 65 für die Studie Freedom of the Net 2019 untersuchten Ländern ist das Internet frei. Das Gegenteil gilt in 21 Ländern. Das am umfangreichsten zensierte Netz der Welt ist das von der „großen Firewall“ abgeschirmte China.

Aber auch in den USA sehen die Analysten die Internetfreiheit unter Druck. In 47 Ländern wurden Nutzer wegen online getätigter politischer, sozialer oder religiöser Äußerungen festgenommen. In mindestens 20 Ländern wurden Social Media- und Kommunikationsanwendungen gesperrt.

Fazit: Multinationalisieren Sie Ihre Werte!

Unterm Strich lässt sich sagen, dass das freie Internet derzeit weltweit bedroht ist. Deswegen ist es sinnvoll unterschiedliche Systeme in verschiedenen Ländern und Rechtsräumen zu nutzen. Vom Bankkonto bis hin zum E-Mail-Konto, beispielsweise über einen Service-Provider oder einen Daten-Safe aus der Schweiz. Weiterführende Informationen …

(c) Markus MillerGEOPOLITICAL.BIZ

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