20,5% Zinsen: In Memoriam Paul Volcker!

(20.01.20) Am 08. Dezember 2019 ist im stolzen Alter von 92 Jahren Paul Volcker gestorben. Vermutlich ist dieser Name nur noch wenigen unter Ihnen sofort geläufig. Paul Volcker war von 1979 bis ins Jahr 1987 Vorsitzender der US-Notenbank FED und Vorgänger des längst legendären Alan Greenspan. Mir ist sein Name deswegen noch sehr präsent, weil er noch im hohen Alter für Barack Obama als Berater tätig war und die sogenannten „Volcker-Regeln“ entwarf. Dadurch sollte eine neue Finanzkrise verhindert werden. (Bild: Portrait of Paul A. Volcker by Luis Alvarez Roure. Collection of the Board of Governors of the Federal Reserve System, Washington, D.C.)

 

Zu seiner Zeit als US-Notenbankpräsident hat Volcker genau das Gegenteil von dem gemacht, was seine Nachfolger getan haben. Er hat die Geldpolitik gestrafft, so dass er die Leitzinsen im Jahr 1981 – auf heute unvorstellbare – 20,5% erhöhte. Dadurch bekämpfte er erfolgreich die Geldentwertung und den damit verbundenen Kaufkraftverlust des US-Dollars. Diese ging von Inflationsraten von 15% auf 3% zurück. Sein Ziel war stets die Stabilität des Finanzsystems zu sichern und den Wert des Geldes zu erhalten. Genau das ist die Aufgabe einer Notenbank! Von diesen Werten hat sich nicht nur die FED, sondern alle großen Zentralbanken weltweit mittlerweile um Lichtjahre verabschiedet.

Fazit: Ohne Systemkollaps muss und wird unser Geld in Zukunft verfallen! Der Kaufkraftverlust ist in das zinsbasierte Geldsystem einprogrammiert!

Ausblick: Der Sozialstaat Deutschland wächst auch 2020

Zum Jahresbeginn 2020 möchte ich auch noch einen kurzen Blick von der Notenbankpolitik zur Fiskalpolitik der Bundesrepublik Deutschland schweifen lassen.  Der verabschiedete Bundeshaushalt für das Jahr 2020 ist aus meiner Sicht bezeichnend für mehrere, gestaltungspolitische Fehlentwicklungen. Die Ausgaben steigen laut Bundestag auf 362 Milliarden Euro (2019: 356 Mio. Euro). Der größte Teil fließt traditionell an das Ministerium für Arbeit und Soziales. Die Sozialleistungen nehmen somit – zu Lasten der Steuerzahler – weiter überproportional stark zu, trotz vielen Jahren der guten Konjunktur.

Was passiert denn wenn Deutschland in eine Rezession fällt, die früher oder später so wahrscheinlich ist wie das Amen in der Kirche? Die größte Kürzung ist mit -4,7 Prozent für das Gesundheitsministerium geplant. Das ist ebenso wie die traurige Zahl von +0,1 Prozent für Bildung und Forschung eine mehr als bedenkliche Entwicklung, für die Zukunftsfähigkeit Deutschlands in einer Welt der zunehmenden Technologisierung und Digitalisierung.

Quo vadis Bargeld?

Deutschland ist immer noch Bargeldstaat und Land der Barzahler. Die Hälfte der Verbraucher bezahlt kleinere Einkäufe am liebsten bar. Doch unter Jüngeren ist die Girocard bereits das bevorzugte Zahlungsmittel. Das zeigt eine repräsentative Innofact-Umfrage im Auftrag von Verivox. Jeder Dritte kann sich sogar vorstellen, irgendwann ganz auf Scheine und Münzen zu verzichten.

Die Hälfte der Verbraucher zahlt immer noch bar

Ob Girocard, Kreditkarte oder mobiles Bezahlen mit dem Smartphone – nie zuvor standen Verbrauchern so viele elektronische Zahlverfahren wie heute zur Verfügung. Doch im Alltag der Konsumenten hat Bargeld immer noch einen festen Platz. Von 1.000 Befragten bezahlt mehr als die Hälfte (51,1 Prozent) einen Supermarkteinkauf in Höhe von 20 Euro typischerweise mit Scheinen und Münzen.

Besonders ausgeprägt ist die Vorliebe für Bargeld bei älteren Menschen. Fast zwei Drittel (63,9 Prozent) der Befragten über 50 bezahlen den 20-Euro-Einkauf in der Regel bar. Ganz anders bei jungen Erwachsenen unter 30. Hier zahlt jeder Zweite (49,4 Prozent) bevorzugt mit der Girocard (EC-Karte). Unter den Jüngeren hat sie Bargeld damit als bevorzugtes Zahlungsmittel abgelöst. Nur 40 Prozent bezahlen ihren Supermarkteinkauf typischerweise in Scheinen und Münzen.

Die Girocard ist bei Jüngeren auf Platz 1

Offenbar schätzen insbesondere Jüngere Komfort und Geschwindigkeit der Kartenzahlung. Die meisten Karten ermöglichen heute schon kontaktloses Bezahlen nach NFC-Standard. Sie sind gerade für kleinere Einkäufe attraktiv, weil zum Bezahlen keine PIN-Eingabe nötig ist. Über alle Altersgruppen ist die EC-Karte für 35 Prozent der Befragten das bevorzugte Zahlungsmittel, jeder Zehnte zahlt standardmäßig mit Kreditkarte (9,7 Prozent).

Mobile-Payment-Dienste wie Apple Pay und Co. spielen noch in keiner Altersgruppe eine herausragende Rolle. Nur 2,9 Prozent der Befragten würde einen 20-Euro-Einkauf typischerweise mit einer Bezahl-App auf dem Smartphone begleichen.

Jeder Dritte kann sich eine Zukunft ohne Bargeld vorstellen

Für eine Mehrheit bleibt Bargeld auch in Zukunft von Bedeutung. Allerdings kann sich immerhin jeder Dritte (33,4 Prozent) vorstellen, irgendwann ausschließlich elektronische Bezahlverfahren wie EC- und Kreditkarte, Bezahl-Apps auf dem Handy oder Online-Überweisungen zu verwenden und dafür auf Scheine und Münzen als Zahlungsmittel komplett zu verzichten. Knapp die Hälfte (48,4 Prozent) kann sich das auf keinen Fall oder eher nicht vorstellen. 18,2 Prozent der Befragten sind unentschlossen.

Auch hier zeigen sich deutliche Generationenunterschiede: Während sich nicht einmal ein Viertel (22,6 Prozent) der Über-50-Jährigen eine Zukunft ohne Bargeld vorstellen kann, ist es bei den jungen Erwachsenen unter 30 schon fast die Hälfte (46,1 Prozent).

Mein Fazit: Auch Karten werden verschwinden, die Zukunft liegt in Mobile Payments via Bezahl-Apps!

Mobile Payments: Setzen Sie jetzt auf technologisches Bargeld!

Mobile Payments (MP) sind elektronisches Bargeld – Zu dieser Aussage habe ich in den letzten Wochen zahlreiche Nachfragen von Lesern erhalten. Das Thema scheint für viele wichtig zu sein. Zu Recht, denn den Mobile Payments gehört die Zukunft. Dabei geht es mir nicht primär um Kryptowährungen wie den Bitcoin, die „lediglich“ ein hochinteressanter und zukunftsfähiger Teilbereich des Gesamtuniversums von Mobile Payment-Lösungen sind, sondern um die grundlegende Digitalisierung unseres Geldsystems, die immer weiter voranschreitet.

Mobile Payment ist der englische Begriff für „mobile Bezahlung“. Damit wird die Zahlungsabwicklung über ein mobiles Endgerät (Smartphone, Tablet, Smartwatch) bezeichnet, die sich auf zwei Bereiche bezieht: Die mobile Zahlungsabwicklung bei Online-Einkäufen im Internet und im stationären Einzelhandel. Zahlreich Analysen von Marktforschern und Unternehmensberatungen zeigen, dass wir in naher Zukunft weltweit ein explodierendes bargeldloses Transaktionsvolumen sehen werden.

Das Bargeld wird technologisch wie politisch abgeschafft!

Capgemini erwartet beispielsweise, dass bis 2022 weltweit 1.046 Milliarden bargeldlose Zahlungen durchgeführt werden. Das entspricht einer jährlichen Wachstumsrate von 14%. Entwickelte Märkte, die wie Deutschland heute noch von klassischen Banken geprägt sind, werden mit einem erwarteten, jährlichen Wachstum von 23,5% eine noch weit höhere Dynamik zeigen. Die Vorteile, die ich im Mobile Payment sehe, bedeuten nicht, dass ich die politisch forcierten Sanktionierung von Bargeld in irgendeiner Form gutheiße. Im Gegenteil. Und ich weiß, dass auch viele meiner Leser große Verfechter des Bargeldes sind.

Dennoch schreiten die regulatorischen Bemühungen, Bargeldzahlungen einzuschränken oder gar zu verbieten, weltweit immer weiter voran. Gleichzeitig und wohl auch unabhängig davon erleben wir einen absoluten Boom des Mobile Payments. Der es Ihnen im Übrigen auch ermöglicht, die Bargeldeinschränkungen zu umgehen und Ihre Privatsphäre dadurch weiterhin zu schützen. So, als ob Sie mit anonymen Geldscheinen zahlen würden. Ich zeige Ihnen jetzt, wie Sie die Vorteile des technologischen Bargelds in der Praxis am besten umsetzen. Weiterführende Informationen…

Digitalisierung: Die 6 Bankkunden-Typen des Jahres 2020!

Der Bankensektor befindet sich durch die fortschreitende Digitalisierung im stetigen Wandel. Fintechs, Direktbanken, kontaktloses Bezahlen und mobiles Banking spielen für die Verbraucher eine immer größer werdende Rolle. Bankkunden sind digitaler und experimentierfreudiger als noch vor fünf Jahren. Um diesen Änderungen gerecht zu werden, hat das internationale Markt- und Meinungsforschungsinstitut YouGov mithilfe des Zielgruppensegmentierungstools YouGov Profiles eine neue Typologie von Bankkunden gebildet. Diese Analyse der Bankkunden-Typen im Jahr 2020 basiert auf den Einstellungen und dem Verhalten der Befragten in Bezug auf Banking und Digital-Affinität.

Von „Digitalen Finanzexperten“ hin zu „Argwöhnischen Offlinern“

Die größte Gruppe interhalb der Bankkunden-Typologie bilden die „Digitalen Finanzexperten“ mit 21 Prozent. Es folgen die „Ängstlichen Onliner“ (20 Prozent), die „Sorglosen Konsumfreudigen“ (18 Prozent) und die „Traditionellen Finanzexperten“ (17 Prozent). Knapp jeder siebte Bankkunde (15 Prozent) kann als „Argwöhnischer Offliner“ bezeichnet werden, und 9 Prozent lassen sich den „Digitalen Enthusiasten“ zuordnen. Wo die „Sorglosen Konsumfreudigen“ zwar kreditaffin sind, aber in darüberhinausgehenden Finanzangelegenheiten eher unsicher, bezeichnen sich die „Digitalen „Finanzexperten“ als sachkundig und sind sehr anlagebereit. Sie nehmen neue (digitale) Technologien an und nutzen die Möglichketen des Internets intensiv.

Die „Traditionellen Finanzexperten“ hingegen haben eine geringe Digital-Affinität, sind zuversichtlich für die finanzielle Zukunft, und verbleiben in klassisch konservativen Anlagestrategien. Die „Argwöhnischen Offliner“ haben ein geringes Vertrauen in den Bankensektor, sind daher bei Investments eher unsicher und haben eine geringe Digital-Affinität. Die Finanzexpertise der „Ängstlichen Onliner“ ist eher überschaubar. Sie nutzen gerne neue Technologien, lassen dabei jedoch den „Digitalen Enthusiasten“ den Vortritt.

Die „Digitalen Enthusiasten“ sind die Early Adopter der Bankkunden

Eine für Banken besonders attraktive Zielgruppe sind die „Digitalen Enthusiasten“. Sie sind die Early Adopter (frühzeitige Anwender) unter den Bankkunden, intensive Internetnutzer, finanziell zuversichtlich und gut aufgestellt. 42 Prozent dieses Segments haben ein Haushaltsnettoeinkommen von mehr als 3.000 Euro. Die Gruppe zeigt eine höhere Risikobereitschaft bei Investitionen und ist an Gewinnen und Rendite interessiert. So sind fast drei Viertel (73 Prozent) der „Digitalen Enthusiasten“ im Besitz von Geldanlageprodukten. Auch haben 72 Prozent des neuen Segments Wohneigentum.

Um in diesem dynamischen Prozess eigene und potentielle Kunden nicht zu verlieren, müssen Finanzinstitute kontinuierlich die Wünsche und Ansprüche ihrer Zielgruppen im Auge behalten. Die YouGov-Studie zeigt die Veränderung des Nutzungsverhaltens auf unterschiedlichen Ebenen. Dies stellt neue Herausforderungen an die Verantwortlichen bei den Banken: Nur durch Marketingentscheidungen, die nach stets aktuellen Einsichten getroffen werden, können die relevanten Aspekte identifiziert werden, um mit klaren Markenbotschaften, Produkten und Services zu überzeugen sowie Werbung effektiv in die relevanten Kanäle zu leiten.

Meine Empfehlung: Werden auch Sie jetzt zu einem „Digitalen Enthusiasten“!

Markus Miller  | Gründer GEOPOLITICAL.BIZ

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