Einkommen und Kapital: 10% besitzen 83%!

In meinem heutigen Beitrag werfe ich den Blick auf ebenso interessante wie auch nachdenklich machende Zahlen und Statistiken. Beginnen wir zunächst mit der Einkommensverteilung in Europa. Die Europäerinnen und Europäer verfügen im Jahr 2019 über ein Nettoeinkommen von gut 14.700 Euro, wie eine aktuelle Studie der Gesellschaft für Konsumforschung GfK zeigt, für die 42 Länder untersucht wurden.

Demnach ist die Kaufkraft im Fürstentum Liechtenstein mit 67.550 Euro am höchsten, in der Ukraine mit 1,830 Euro am geringsten. Deutschland liegt mit rund 23.800 Euro auf dem achten Rang, aber auch deutlich über dem Durchschnitt. Etwa im europäischen Durchschnitt liegt das Nettoreinkommen in Spanien, wie die nachfolgende Grafik von Statista zeigt.

Kapital und Vermögen: Die Welt ist mehr als ungleich verteilt

Kommen wir nun von den Einkommensverhältnissen in Europa zum Blick auf die Vermögensverteilung in unserer Welt. 83 Prozent des weltweiten Vermögens liegt in den Händen der reichsten zehn Prozent. Das zeigt der aktuelle Global Wealth Report 2019 der Schweizer Großbank Credit Suisse. Demnach besitzen knapp 57 Prozent der Menschen weltweit ein Vermögen von weniger als 10.000 US-Dollar.

Das Vermögen von der Hälfte der Weltbevölkerung macht lediglich einen Anteil von 1,8 Prozent des weltweiten Privatvermögens aus, wie die nachfolgende Grafik von Statista zeigt. Das reichste Prozent hält hingegen 43,9 Prozent. In Deutschland leben mehr als zwei Millionen Menschen mit einem Vermögen von mehr als einer Million US-Dollar – im Jahr 2010 lag diese Zahl noch bei gut 600.000.

Die finanzielle Ungleichheit nimmt auch in Deutschland weiter zu

Die Ungleichheit in Deutschland nimmt laut einer aktuellen Studie der Hans-Böckler-Stiftung auch in Deutschland weiter zu. Die Zahl der armen Haushalte nimmt nicht nur zu, auch die Entfernung zur Armutsgrenze vergrößert sich demnach. Wie die nachfolgende Grafik von Statista zeigt, ist die Armutsquote im Westen des Landes zwischen 2005 und 2016 deutlich gestiegen.

Im Osten lag sie ohnehin höher und stieg seitdem leicht. Der Anteil der Personen oberhalb der Reichtumsquote nahm in den östlichen Bundesländern leicht zu auf 4,8 Prozent, in den westlichen Bundesländern sank sie leicht von 8,2 auf 7,8 Prozent.

Steigende Altersarmut: Immer mehr ältere Bundesbürger sind von einer Privatinsolvenz betroffen

Auf Basis von klaren Zahlen zeigt sich eine weitere, sehr bedenkliche Entwicklung in Deutschland. Grundlegend ist es erfreulich, dass die Privatinsolvenzen in Deutschland nach wie vor rückläufig sind. Aber hier ist zu bedenken, dass wir seit Jahren eine boomende Konjunktur haben. Was passiert, wenn Deutschland in eine immer wahrscheinlichere Rezession schlittert? Im 1. Halbjahr 2019 mussten 42.235 Verbraucher eine Insolvenz anmelden – so wenig wie seit 2004 nicht mehr. Die Zahl der Privatpleiten verringerte sich damit um 1,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (1. Halbjahr 2018: 42.846).

Zu diesem Ergebnis kommt der Informationsdienstleister CRIFBÜRGEL in der neuen Studie „Schuldenbarometer 1. Halbjahr 2019“. Für das gesamte Jahr 2019 rechnet CRIFBÜRGEL derzeit mit bis zu 88.000 Privatinsolvenzen in Deutschland und damit auf Jahressicht mit dem neunten Rückgang in Folge (Jahr 2018: 88.995). Die Analysten von CRIFBÜRGEL sehen bereits eine Trendumkehr und erwarten bereits für das Jahr 2020 wieder mehr private Insolvenzen in Deutschland, da die konjunkturelle Schwächephase am Arbeitsmarkt bereits Spuren hinterlässt. Bedenklich ist ebenso, dass immer mehr ältere Bundesbürger von einer Privatinsolvenz betroffen sind.

Privatinsolvenzen: Die grundlegende Ursache ist Einkommensarmut

Zu den Gründen für eine Privatinsolvenz gehören Arbeitslosigkeit und reduzierte Arbeit, Einkommensarmut, gescheiterte Selbstständigkeit, unwirtschaftliche Haushaltsführung, Veränderungen in der familiären Situation wie Scheidung beziehungsweise Trennung und Krankheit. Der überwiegende Teil der Privatpersonen in einer Insolvenz hat vor allem Schulden bei Kreditinstituten, Versandhändlern, Versicherungen, Behörden, Vermietern, Energieversorgern und Telefongesellschaften.

In drei Altersgruppen steigen die Privatinsolvenzen bereits an. So mussten in der Altersgruppe der 31-bis 40-Jährigen 11.308 und damit 2,3 Prozent mehr Bundesbürger als vor einem Jahr eine private Insolvenz anmelden (1. Halbjahr 2018: 11.057). Nach zwei Jahren sinkender Fallzahlen steigen auch die Privatinsolvenzen in der Altersgruppe 61 Jahre und älter wieder an. So stiegen die Privatpleiten bei den älteren Bundesbürgern um 2,2 Prozent auf 4.795 Fälle (Anteil am Insolvenzgeschehen: 11,4 Prozent).

Was sind die Ursachen für eine Privatinsolvenz im Alter?

Ursachen für eine Privatinsolvenz im Alter resultieren aus dem problematischen Arbeitsmarkt in der Vergangenheit und dem Wandel der Erwerbsformen. Dazu zählt beispielsweise die Zunahme von Niedriglohnbeschäftigung und in der Folge eine entsprechend geringe Altersrente. Dass die Renten nicht ausreichen, beruht in vielen Fällen auch auf einer Erwerbsbilanz mit Unterbrechungen. Das Risiko einer Privatinsolvenz im Alter wird zudem durch hohe Kosten im Krankheitsfall erhöht. Zu den Betroffenen von Privatinsolvenzen in der Altersgruppe „61 Jahre und älter“ zählen auch ehemals Selbstständige, da bei ihnen die Altersvorsorge aufgrund der fehlenden Pflicht häufig auf der Strecke bleibt.

Diese Entwicklungen in Verbindung mit dem demografischen Wandel werden dazu führen, dass künftig eine immer größer werdende Bevölkerungsgruppe vor finanziellen Problemen im Alter stehen wird. Überraschend angestiegen sind auch die Privatinsolvenzen in der Altersgruppe der 51 bis 60-Jährigen. Auch in dieser Gruppe stiegen die Fallzahlen um 2,2 Prozent auf 8.555 Privatinsolvenzen. In der Summe machen die beiden ältesten Altersgruppen 31,6 Prozent (13.350 Privatinsolvenzen absolut) am Insolvenzgeschehen in Deutschland aus, wie nachfolgende Grafik verdeutlicht.

Fazit: Diese Zahlen sind ein Armutszeugnis für Deutschland!

Die obigen Zahlen belegen, dass nahezu jede dritte Privatinsolvenz in Deutschland von einem Bundesbürger angemeldet wird, der mindestens 51 Jahre alt ist. Das ist ein Armutszeugnis für Deutschland! Weiterführende Informationen…

(c) Markus MillerGEOPOLITICAL.BIZ

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