Digitalisierung, Demografie und Migration!

Jede freie Minute, die ich derzeit habe, schreibe ich an meinem neuen Buch „Finanzielle Selbstverteidigung“, dass gegen Ende des Jahres erscheinen wird. Warum habe ich diesen Titel gewählt? Weil ich mich neben den ökonomischen Fragen unserer Zeit – mit denen ich mich seit vielen Jahrzehnten befasse – zunehmend mit dem Begriff der Resilienz auseinandersetze, den auch Sie vermutlich in den letzten Jahren immer häufiger lesen.

Darunter versteht man ganz grundlegend eine psychische Widerstandsfähigkeit, die Fähigkeit Krisen zu bewältigen und diese durch einen Rückgriff auf persönliche und sozial vermittelte Ressourcen als Anlass für Entwicklungen zu nutzen. Diese Vorgehensweise lässt sich auch auf alle anderen Bereiche unseres täglichen Lebens übertragen, auf wirtschaftliche und finanzielle Ereignisse, ebenso wie auf die immer weiter fortschreitende Digitalisierung, die auch gleichbedeutend ist, mit einer Abschaffung gewohnter Dinge. Beispielsweise das Bargeld, oder das Bankensystem wie wir es derzeit noch kennen.

Die großen Herausforderungen unserer Zeit: Digitalisierung, Demografie und Migration

Ein Buch zu schreiben bedeutet natürlich nicht nur Schreibarbeit, sondern vor allem viel zu lesen, zu recherchieren und zu analysieren. Ich habe dabei drei große Herausforderungen identifiziert, die jeden von uns in der nahen Zukunft massiv betreffen werden. Die Digitalisierung, die Demografie und die Migration. Die größten Risiken – aber auch Chancen – sehe ich im Bereich der Digitalisierung. Die digitale Bildung ist in Deutschland vor allem im Hinblick auf die älteren Generationen eine große Aufgabe.

Deutschland: Der älteren Generation fehlt die digitale Bildung!

Souverän mit den unterschiedlichen digitalen Services und Anwendungen umgehen zu können, ist im Zeitalter der Digitalisierung für alle Generationen eine notwendige Kompetenz. Digital souverän handeln zu können, bedeutet mehr als nur zu wissen, wie man eine App auf sein Smartphone herunterlädt oder Onlinebanking anwendet. Kann ich die Folgen meines eigenen Handelns im Netz richtig einschätzen? Weiß ich mit Aktualisierungen und Neuentwicklungen umzugehen?

Die repräsentative Bevölkerungsbefragung „Digitale Kompetenzen im Alter“ des Meinungsforschungsinstituts Kantar im Auftrag der Bertelsmann Stiftung geht der Frage nach, wie sicher sich die Menschen in Deutschland im Internet und beim Umgang mit Smartphone und Co. fühlen. Die Ergebnisse zeigen: In Sachen digitaler Kompetenzen besteht hoher Handlungsbedarf.

Insgesamt fühlen sich 63 Prozent der Befragten eher sicher bis sehr sicher im Umgang mit dem Internet. Differenziert nach Altersgruppen zeigt sich ein anderes Bild: Während 79 Prozent der 14- bis 29-Jährigen sich eher sicher bis sehr sicher fühlen, gilt das nur für 41 Prozent der 60- bis 69-Jährigen. Und bei den über 70-Jährigen fühlt sich nur jeder Dritte (36 Prozent) eher sicher bis sehr sicher im Umgang mit dem Internet. Das heißt, bei den älteren Generationen besteht Nachholbedarf bei den digitalen Kompetenzen.

Digitale Services und Angebote als Chance der Generation „Silver Surfer“

Digitale Services und Anwendungen bieten gerade den älteren Generationen große Chancen: Sie können dazu beitragen, dass Ältere so lange wie möglich selbstbestimmt im eigenen Zuhause leben können – unabhängig davon, ob sich dieses in der Stadt oder auf dem Land befindet. Zum Beispiel, weil sie die notwendigen Dinge des täglichen Lebens online bestellen, wenn sie nicht mehr mobil sind, oder mit der Familie und Freunden per Smartphone kommunizieren können.

Souverän mit digitalen Angeboten und Services umzugehen, ist dafür eine wichtige Voraussetzung. Bei der Selbsteinschätzung der eigenen Kenntnisse im Bereich digitaler Technologien, Anwendungen und Gefahren zeigt sich: 64 Prozent der Befragten schätzen die eigenen Kenntnisse hier als eher gut bis sehr gut ein. Bei den 14- bis 29-Jährigen sind es 89 Prozent, bei den 60- bis 69-Jährigen 50 Prozent und bei den über 70-Jährigen nur noch 36 Prozent.

Drei Viertel der Bevölkerung sind auf das Internet angewiesen

Fragt man die Bevölkerung, wie stark sie bereits heute auf das Internet und den Einsatz digitaler Technologien angewiesen ist, sagen 76 Prozent, dass sie bei der Suche nach Informationen eher stark bis sehr stark darauf angewiesen sind. 68 Prozent geben an, dass dies bei der Kommunikation mit Freunden, Bekannten oder Familienmitgliedern der Fall ist. Dagegen sind nur 27 Prozent bei behördlichen Angeboten, von denen es online bisher nur eine begrenzte Zahl gibt, eher stark bis sehr stark auf digitale Kanäle angewiesen.

Die Bevölkerung geht davon aus, dass das Internet und digitale Technologien in vielen Bereichen des täglichen Lebens zukünftig noch deutlich wichtiger werden. 78 beziehungsweise 74 Prozent erwarten, dass die Suche nach Informationen sowie die Kommunikation mit Freunden, Bekannten und Familien in Zukunft verstärkt auf digitalem Weg stattfinden werden. Auffällig ist der Bedeutungsgewinn im Bereich behördlicher Angelegenheiten: 62 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass sich künftig mehr Behördengänge online erledigen lassen als heute.

Digitale Daseinsvorsorge für die älteren Generationen

Brigitte Mohn aus dem Vorstand der Bertelsmann Stiftung sieht einen besonderen Handlungsdruck, gerade den vielen älteren Menschen die immer dringender benötigten digitalen Kompetenzen zu vermitteln. Auch die ältere Generation benötigt digitale Kompetenzen, um sich im Alltag selbständig zurecht zu finden und möglichst lange autonom in der vertrauten Umgebung zu bleiben. Dazu müssten gerade Älteren niedrigschwellige Angebote vermittelt werden, um digitale Kompetenzen zu erwerben.

Hier sind auch die Kommunen gefordert, entsprechende Assistenzinfrastrukturen aufzubauen und zu unterstützen. Nur durch ein gemeinsames Engagement können Kommunen, Zivilgesellschaft und Bildungsinstitutionen die digitale Souveränität der Älteren stärken. Ich teile diese Einschätzungen und Forderungen von Brigitte Mohn uneingeschränkt. Ich für meinen Teil führe meine Leser – gerade auch die Älteren – schon seit langer Zeit durch ausgesuchte Empfehlungen in die digitale Zukunft. Digitale Bildungsdefizite finden sich in Deutschland jedeoch nicht nur bei den Silver Agern, sondern auch an den Schulen.

Bildungsauftrag: Deutsche Schulen haben einen digitalen Aufholbedarf

Die Digitalisierung an deutschen Schulen kommt nur langsam voran. Wie die Statista-Grafik auf Basis von Daten des Verbands Bildung und Erziehung zeigt, haben nur etwas mehr als ein Drittel der in die Erhebung eingeflossenen Schulen in allen Klassen schnelles Internet und WLAN. Zudem gibt es an zwei Dritteln der Schulen keine Klassensätze mit Tablet-PCs und Smartphones.

Dies ist zwar weniger als vor fünf Jahren: hier waren noch 86 Prozent der Schulen ohne entsprechende Klassensätze ausgestattet. Der Fortschritt sei laut Verband Bildung und Erziehung jedoch zu langsam. In diesem Tempo würde es bis zum Jahr 2035 dauern, bis alle Schulen mit der notwendigen Technik ausgestattet seien.

Digitales Entwicklungsland Deutschland

Deutschland hat die Digitalisierung komplett verschlafen und ich bin mir nicht sicher, ob es gelingt, die seit Jahrzehnten angehäuften Defizite aufzuholen. Ein Beispiel, dass uns die dramatische, ökonomische Position und Zukunftsfähigkeit Deutschlands in der Welt vor Augen führt: Die beiden US-Digitalunternehmen Amazon und Microsoft haben mittlerweile einen höheren Börsenwert, als alle 763 börsennotierten Unternehmen aus Deutschland zusammen!

Keine Angst vor der Digitalisierung: Nutzen Sie die Vorteile!

Sie müssen müssen somit Eigenverantwortlich die Chancen der Digitalisierung selbst annehmen, aber gleichzeitig auch auf eine digitale Selbstverteidigung setzen. Ich bin mir bewusst, dass viele unter Ihnen die aktuellen Entwicklungen in Bezug auf die Digitalisierung des Geldes auch mit großer Sorge betrachten. Bitte trennen Sie die politisch gewollte Bargeldabschaffung – und die damit verbundenen Gefahren – vom technologischen Fortschritt und den damit entstehenden Vorteilen.

Nutzen Sie digitale Angebote, wie ich Ihnen diese in meiner Rubrik „Geldsysteme der Zukunft“ vorstelle. Investieren Sie darüber hinaus in Unternehmen, die von der Digitalisierung profitieren, z.B. über den „Digitalisierungs-ETF“ aus meiner Sonderausgabe „Megatrend-Sparpläne“. Weiterführende Informationen …

Migration: So viele Menschen sind auf der Flucht wie noch nie

Eine Herausforderung bzw. ein gigantisches Problem, weil ich gar nicht um den heißen Brei schreiben will, dass noch viel stärker polarisiert als die Digitalisierung ist die globale Migration. Die Zahl der Menschen, die weltweit auf der Flucht sind, hat einen neuen Höchststand erreicht. Zuletzt registrierte das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) 20,4 Millionen Flüchtlinge, 41,4 Millionen Binnenflüchtlinge (Personen, die innerhalb ihres Landes vertrieben werden) und 3,5 Millionen Asylbewerber.

Rechnet man andere Gruppen wie Staatenlose oder in ihre Heimatländer zurückgekehrte Flüchtlinge hinzu, sind das insgesamt 74,8 Millionen Menschen. Gegenüber 2017 ist das ein Plus von 4,7 Prozent. Die meisten Menschen fliehen aus Syrien (6,7 Mio.), Afghanistan (2,7 Mio.) und dem Südsudan (2,3 Mio.). Zu den Ländern, in denen die meisten Flüchtlinge aufgenommen werden, zählen die Türkei, Pakistan und Uganda.

EU-Europa: Wo leben die meisten Geflüchteten?

EU-weit leben in Schweden pro 1.000 Einwohner gerechnet die meisten Flüchtlinge und Asylbewerber (28,1). Das zeigen neue Daten des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR. Es folgen die Länder Zypern, Malta, Österreich, Deutschland und Griechenland mit Werten zwischen 10 bis 24,9. In allen anderen Ländern liegt die Zahl unter 10.

Die Zahl der in Deutschland neu registrierten Flüchtlinge nimmt seit dem hohen Flüchtlingsaufkommen im Jahr 2015 wieder ab und lag zuletzt unter dem Niveau von 2014. Die Zahl der weltweiten Flüchtlinge, Binnenflüchtlinge und Asylbewerber hat im vergangenen Jahr jedoch mit über 70 Millionen ein neues Allzeithoch erreicht.

Deutschland benötigt endlich ein Zuwanderungs- bzw. Einwanderungsgesetz!

Deutschland benötigt aufgrund seiner sehr schlechten demografischen Struktur und der damit verbundenen Überalterung der Gesellschaft in der Zukunft eine qualifizierte Zuwanderung von hochqualifizierten Menschen, ebenso wie leistungsstarke und leistungswillige Migranten in seine Arbeitsmärkte (z.B. Pflegeberufe), die gleichzeitig auch Beitragszahler in die Renten- und Gesundheitssysteme werden.

Fakt ist: Deutschland verzeichnet derzeit überwiegend eine vollkommen unkontrollierte Zuwanderung von mehrheitlich unqualifizierten Menschen als Leistungsempfänger in seine Sozialsysteme. Dieser Weg muss gestoppt werden, sonst wird Deutschland scheitern! Weiterführende Informationen …

(c) Markus MillerGEOPOLITICAL.BIZ

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