Gesundheit und Pflege: Kinder haften für ihre Eltern!

Der medizinische Fortschritt mit neuen medizinisch-technischen Diagnose- und Behandlungsmethoden verändert den Gesundheitssektor massiv. Schlagzeilen machte zuletzt die Zulassung eines Medikaments zur Behandlung einer seltenen Erbkrankheit, das für die Einmalanwendung 1,9 Millionen Euro kosten soll, begleitet von Diskussionen über die enormen Kosten. Dieses Beispiel ist aber auch ein eindrucksvoller Beleg dafür, was mit Gen-Therapien heute alles möglich ist. Darauf weist der Vermögensverwalter J.P. Morgan Asset Management mit seinem Fachbereich „Global Healthcare Strategie“ in einer aktuellen Analyse hin.

Solche maßgeschneiderten Arzneimittel werden die Medizin in Zukunft immer mehr prägen. Die rasante Innovationswelle im Gesundheitssektor sorgt dabei nicht nur dafür, dass sich der Lebensstandard verbessert und die Lebensdauer der Menschen verlängert. Derart sehr teuer erscheinenden Therapien können langfristig sogar dafür sorgen, dass die Gesundheitskosten sinken, wenn durch eine Einmalanwendung langwierige Folgekosten oder auch der Ausbruch von Krankheiten verhindert werden können. Das ist sehr wichtig, weil die Gesundheitskosten geradezu explodieren, wie nachfolgende Grafik verdeutlicht:

Quelle: obs/J.P. Morgan Asset Management

Im Optimalfall: Win-Win-Win-Win: Staat, Patienten, Firmen, Anleger!

Allein dieses Beispiel aus dem Pharmabereich zeigt, dass der Gesundheitssektor ein Wachstumsmarkt ist, der einerseits zum Wohle der Patienten beiträgt, aber auch für Anleger attraktiv sein kann. Neben der Pharma-Forschung tragen auch technologische Entwicklungen und der demographische Wandel weltweit zum Wachstum dieses Sektors bei.

So haben neue Technologien unseren Alltag bereits in vielerlei Hinsicht verändert und schaffen auch für Patienten, Ärzte und Pflegepersonal Vorteile – sei es durch mobile Geräte und Apps, Roboter und Automatisierung oder Augmented Reality und 3D-Druck.

Der medizinische Fortschritt sorgt für eine immer höhere Lebenserwartung

Während die Menschen vor hundert Jahren im Durchschnitt nur dreißig Jahre alt wurden, beträgt das globale Durchschnittsalter heute 71,5 Jahre. Dass die Lebenserwartung weltweit steigt liegt vor allem an der erfolgreichen Bekämpfung von Infektionskrankheiten, aber auch einer besseren Früherkennung und Behandlungsmöglichkeiten von Krankheiten, die früher als unheilbar galten. Das höhere Durchschnittsalter sorgt wiederum langfristig für eine steigende Nachfrage nach Medikamenten und medizinischen Dienstleistungen.

So ist das Krankheitsspektrum heute stark von chronischen Erkrankungen geprägt, die vom biologischen Alter beeinflusst werden, aber auch vom Wandel der Lebensgewohnheiten. Und die Ausgaben im Gesundheitswesen hängen stark vom Alter ab: die Hälfte der gesamten Krankheitskosten in Deutschland fällt für Patienten über 65 Jahre an – ihr Anteil an der Bevölkerung liegt bei 21 Prozent.

Diese Entwicklung zeigt sich besonders deutlich in den Schwellenländern, die mit steigendem Wohlstand zunehmend einen westlich geprägten Lebensstil annehmen: Auch darauf verweist die aktuelle Studie von J.P. Morgan Asset Management mit seinem Fachbereich „Global Healthcare Strategie“: Während in den Schwellenländern dank besserem Zugang zur medizinischen Versorgung einerseits die Lebenserwartung steigt, führt ein verändertes Verhalten wie Bewegungsmangel, schlechte Ernährung und Übergewicht zu westlichen „Wohlstandskrankheiten“ wie Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Die Gesundheits-Ausgaben explodieren

So wundert es nicht, dass der Anteil der Gesundheitsausgaben am Bruttoinlandsprodukt der OECD-Länder stetig größer wird und erwartet wird, dass dieser von 6,2 Prozent im Jahr 2010 bis zum Jahr 2060 auf rund 9,5 Prozent ansteigt, was eine Vervierfachung des Gesundheitsmarktes bedeutet. Damit einher geht eine größere Vielfalt des Sektors mit zunehmendem Zusammenspiel von Medizin, Biotechnologie und Technik.

Im Jahr 2035 hat Deutschland ein Drittel mehr Pflegebedürftige zu versorgen. Bei einem gleichbleibenden Gesundheitszustand der Bevölkerung, rechnet das Institut der deutschen Wirtschaft mit einer Million neuen Pflegebedürftigen. Nach Schätzungen des iwd bedeutet das einen Einstellungsbedarf von 150.000 Fachkräften in der Altenpflege bis 2035.

Fazit: Das Thema Gesundheit ist ein Megatrend und Zukunftsmarkt!

Demografischer Wandel, neue Technologien und innovative Forschung machen das Thema Gesundheit zum Megatrend. Die Gesundheitsbranche ist darüber hinaus gleichzeitig ein durchaus defensiver Sektor, mit langfristigem Wachstumspotenzial, als Diversifikator im Spätzyklus. Große Chancen liegen dabei in den Sektoren Pharma, Medizintechnik, Biotechnologie und Gesundheits-Dienstleistungen. Weiterführende Informationen…

Gesundheitskosten: Kinder haften für ihre Eltern!

In diesem Kontext gibt es noch einen weiteren, sehr interessanten Aspekt. Sie kennen vermutlich die schwarz-gelben oder roten Schilder, die vor allem in der Vergangenheit sehr häufig an Baustellen angebracht wurden, mit der Aufschrift „Eltern haften für ihre Kinder!“. Dieser Spruch ist übrigens ein großer Rechtsmythos. Bis zur Vollendung des 7. Lebensjahres sind Kinder nicht deliktsfähig.

Das bedeutet sie können aufgrund eines verursachten Schadens überhaupt nicht in Haftung genommen werden. Ab Vollendung des 7. Lebensjahres bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres sind Kinder/Jugendliche nur bedingt deliktsfähig, falls ihnen die erforderliche Einsicht fehlt, die zur Erkenntnis der Verantwortlichkeit notwendig ist.

Die Maxime der Stunde: Finanzielle Selbstverteidigung!

Der Elternunterhalt ist gesetzlich vorgeschrieben!

Im Gegensatz zum häufig zitierten „Eltern haften für ihre Kinder!“ wird in Zukunft der Satz „Kinder haften für ihre Eltern!“ für zahlreiche Familien eine immer größere Bedeutung bekommen. Mit teilweise gravierenden, finanziellen Folgen. Beispielsweise für den Fall des Eintritts einer schweren Krankheit, aus der ein kostspieliger Pflegefall resultiert. Die Kosten für einen Platz in einem Pflegeheim belaufen sich nicht selten auf rund 4.000 Euro monatlich und mehr.

Viele Senioren werden aufgrund ihrer weit geringeren Renten und liquiden Ersparnisse nicht in der Lage sein, derartige Kosten voll zu übernehmen. Hier wird der Staat Familienmitglieder verstärkt in die Verantwortung nehmen. Die dafür notwendigen Gesetze gibt es bereits. Nach Paragraf 1601 des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB) sind „Verwandte in gerader Linie“ – also Eltern und ihre Nachkommen – verpflichtet, einander Unterhalt zu gewähren. Im Rahmen ihrer finanziellen Möglichkeiten müssen Söhne und Töchter den Lebensbedarf der Eltern durch Unterhaltszahlungen sichern.

Auch die Sozialgesetze wurden in den letzten Jahren zunehmend verschärft, so dass es nicht verwundert, dass sich immer mehr Menschen Sorgen machen im Zusammenhang mit der Versorgung im Alter, oder im Hinblick einer finanziellen Belastung durch die Elterngeneration.

Altersvorsorge: Jeder Vierte bangt um die finanzielle Situation der Eltern

Reicht das Geld im Alter? Diese Frage beschäftigt nicht nur die Elterngeneration. Auch deren Kinder machen sich Gedanken darüber, ob Mutter und Vater im Ruhestand genug zum Leben haben bzw. haben werden.

Wie eine aktuelle forsa-Umfrage im Auftrag von RaboDirect zeigt, sorgt sich jeder vierte Deutsche (27 %) um die finanzielle Situation der Eltern ab Eintritt ins Rentenalter. Vor allem die 20- bis 29-Jährigen (43 %) hegen Zweifel, dass den beiden dann genug Mittel bleiben. Zehn Prozent von ihnen legen deshalb hin und wieder Geld für sie zur Seite.

Familiäre Solidarität ist in Deutschland gefragt. 22 Prozent der Nachkommen rechnen fest damit, ihre Eltern im Rentenalter finanziell zu unterstützen, oder tun dies bereits. Vor allem gilt das für junge Leute. So trifft das für 36 Prozent der 20- bis 29-Jährigen zu. Unter den 14- bis 19-Jährigen sind es sogar 41 Prozent. Andererseits geht knapp die Hälfte der Befragten (48 %) davon aus, dass ihre Eltern keine finanzielle Unterstützung von ihnen in Anspruch nehmen würden beziehungsweise genommen hätten.

Nur wenige Eltern erwarten finanzielle Hilfe von ihren Kindern

Eltern, die ebenfalls im Rahmen der Studie zum Thema Fürsorge Stellung nahmen, stehen dem Thema etwas differenzierter gegenüber: Für 63 Prozent der Befragten mit eigenen Kindern ist eine finanzielle Unterstützung durch ihren Nachwuchs – auch in Zukunft – „undenkbar“.

Ähnlich viele (61 %) sagen allerdings, dass sie ungern darauf zurückgreifen, aber keine andere Wahl haben, beziehungsweise nur dann darauf zurückgreifen würden, wenn sie keine andere Wahl hätten. Eine knappe Mehrheit von 51 Prozent der Eltern hofft, dass ihre Sprösslinge ihnen unter die Arme greifen würden, sofern es nötig ist beziehungsweise wäre. Dass sie das erwarten, geben jedoch nur 19 Prozent an.

Denken Sie bei der Altersvorsorge nicht nur an Bankkonto und Wertpapierdepot!

Nach meiner Einschätzung ist der Eintritt einer schweren Krankheit, wie beispielsweise der Alzheimer-Demenz in Kombination mit einem daraus resultierenden Pflegefall, mit das größte finanzielle Risiko für die Betroffenen selbst und die nahen Angehörigen.

Dread Disease-Versicherungen (Schwere Krankheiten) und private Pflegeversicherungen helfen hier, zumindest die finanziellen Auswirkungen derartiger Schicksalsschläge zu mildern. Weiterführende Informationen …

(c) Markus MillerGEOPOLITICAL.BIZ

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