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Effektive Stücke: Achtung bei Tafelpapieren!

DekaFondsSehr geehrte Damen und Herren, geschätzte GEOPOLITICAL.BIZ Community,

zahlreiche Kapitalanleger verwahren teilweise seit Jahrzehnten ihre Wertpapiere in Form effektiver Stücke in privaten Safes oder Bankschließfächern. Der Erwerb dieser Wertpapiere fand meist über den Bankschalter, die sogenannte „Tafel“ statt. Daher lautet die Bezeichnung dieses Vorgangs „Tafelgeschäft“. Die erworbenen Wertpapiere werden parallel dazu als „Tafelpapiere“ bezeichnet.

Was sind Effektive Stücke oder Tafelpapiere?

Ein Tafelpapier ist im Bankwesen ein Wertpapier, das sich der Bankkunde gegen Barzahlung eines entsprechenden Geldbetrages effektiv aushändigen lässt und selbst verwahrt, oder in ein Bankschließfach einliefert. Die eingelieferten Wertpapiere werden daher auch als effektive Stücke bezeichnet. Bei diesen Geschäften gibt es in Kürze ganz gravierende, rechtliche Änderungen.

Luxemburg hat luxemburgische Inhaberpapiere zum 18.02.2016 „immobilisiert“!

In einem Bericht meines Magazins Kapitalschutz vertraulich vom 15.02.2015 habe ich erstmalig auf eine sehr bedenkliche Entwicklung in Bezug auf Inhaberpapiere in Form effektiver Stücke hingewiesen. Luxemburg hatte am 28.07.2014 ein Gesetz verabschiedet, das zum 18.02.2016 Besitzer von Inhaberanteilen an Luxemburger Emittenten (Fonds, Aktien, Anleihen) dazu verpflichtete, diese bei einer Bank als Verwahrstelle einzuliefern und zu hinterlegen.

Der luxemburgische Gesetzgeber sprach dabei von einer „Immobilisierung“. Immobilisiert bedeutet nichts anders als annulliert, also rechtlich für kraftlos erklärt. Rechtlich gesehen wird dadurch einem mobilen Wertpapier die Eigenschaft der Mobilität entzogen. Gleichzeitig wird die so wichtige Inhaberfunktion des Wertpapieres annulliert.

Die Folgen einer Nichtbeachtung der fristgerechten Einlieferung waren und sind gravierend

Die Anteile von Anlegern, die dieser Vorschrift nicht nachkamen, wurden zum 18.02.2016 für kraftlos erklärt. Das bedeutet, die Anteile können nicht mehr gehandelt werden. Ausschüttungen oder Zinszahlungen werden nicht mehr geleistet. Nach wie vor gibt es Millionen, wenn nicht gar Milliarden an Vermögenswerten, die nicht eingeliefert wurden.

Diese eingefrorenen Gelder werden bei der Caisse de Consignation (Luxemburgisches Konsignationsamt) hinterlegt, bis deren Rückgabe von einer Person, die die gültige Inhaberschaft nachweist, verlangt wird. Konsignation bedeutet frei übersetzt Verbriefung bzw. Urkunde. Zahlreiche DWS-, DEKA- und Union-Investment Fonds waren oder sind beispielsweise davon betroffen. Die Folgen für die Kunden sind teilweise gravierend im Hinblick auf einen möglichen Liquiditätsbedarf oder rechtliche wie steuerliche Fragen.

Unilux_TafelpapierPraxisfall: Wertpapiere im Gegenwert von 500.000 Euro werden wertlos 

Ich kenne einen durchaus dramatischen Fall, bei dem ein Unternehmer seiner langjährigen Geliebten derartige Inhaberpapiere im Wert von rund 500.000 Euro ohne Wissen seiner Familie geschenkt hatte. Rein durch Übergabe der entsprechenden effektiven Stücke. Die Inhaberpapiere wurden einst mit unversteuerten Geldern von einem Luxemburger Bankkonto erworben. Mittlerweile ist der Unternehmer verstorben. Die Geliebte kann die Wertpapiere aus ihrem Besitz nun nicht, wie gedacht, relativ einfach monetarisieren oder als Altersvorsorge nutzen.

Sie kann schlicht die Inhaberschaft nicht nachweisen. Im Testament ist sie verständlicherweise nicht als Erbin aufgeführt. Einen Schenkungsvertrag gibt es ebenfalls nicht. Die Wertpapiere sind für die Frau somit wertlos geworden.

Ich hatte Anfang 2015 Folgendes geschrieben:

„Ich finde dieses Gesetz aus Luxemburg im Allgemeinen sehr interessant vor dem Hintergrund, welche rechtlichen Entwicklungen sich plötzlich ergeben können, selbst bei Inhaberaktien oder Inhaberwertpapieren im Hinblick auf die – wenn auch „nur“ temporäre – Aussetzung der Inhaberrechte“.

Das Wort „interessant“ würde ich heute nicht mehr verwenden, sondern durch das Wort „erschreckend“ ersetzen. Es gibt nämlich auch in Deutschland einen vergleichbaren rechtlichen Vorgang. Zu meiner großen Überraschung ist dieser, trotz der zeitlichen Dringlichkeit, sowohl bei Bank- und Vermögensberatern, Steuerberatern als auch bei Anlegern noch recht unbekannt. Selbst Fachmedien haben darüber bislang kaum berichtet.

Tafelpapiere werden in Deutschland Ende 2016 für kraftlos erklärt!

In Deutschland verlieren Tafelpapiere bis Ende 2016 die Handelbarkeit. Diese Effekten werden gesetzlich für kraftlos erklärt werden. Der deutsche Gesetzgeber zwingt Anleger über den § 358 Absatz 3 Kapitalanlagengesetzbuchs (KAGB) zur Einlieferung in ein Wertpapierdepot mit Sammelverwahrung. Viele betroffene Anleger haben das nach meiner Einschätzung noch gar nicht auf dem Schirm. Ich hatte in den letzten Wochen mehrere Leser, die aus allen Wolken gefallen sind.

Die steuerrechtlichen Fallstricke einer unbedachten Einlieferung sind enorm hoch. In meinen beiden aktuellen Ausgaben von Kapitalschutz vertraulich gebe ich – gemeinsam mit Rechts- und Steuerexperten aus meinem Netzwerk – meinen Lesern professionelle Handlungsalternativen an die Hand zum intelligenten Umgang mit vorhandenen Tafelpapieren.

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Wann wird der Erste Vermögensberater erschossen?

Inflation oder Deflation, Rezession oder gar Depression, Stagnation oder doch der Beginn des Aufschwungs? Können Sie dieses ganze Geschwätz eigentlich noch hören? Nach den blödsinnigen Vorhersagen der Analysten kommen aus meiner Sicht nun die wirklich für die Praxis wenig werthaltigen Vorhersagen der (Möchtegern)Volkswirte. Die einzigen Depressionen, welche ich derzeit jedoch beobachten kann, sind die von Anlegern oder vor allem Bankmitarbeiten und Finanzdienstleistern, welche offensichtlich mit der aktuellen Situation so langsam komplett überfordert sind. Wenn das so weitergeht, scheint es wirklich eine Alternative, man geht zu Obi und kauft sich einen billigen Strick. Das ist immerhin umweltschonender als der Zug und macht weniger Sauererei.

Die psychischen und physischen Belastungen von Vermögensberatern

Ich unterhalte ja eine Vielzahl von intensiven Kontakten zu Banken und Finanzdienstleistern weltweit und derzeit sind die Belastungen für Vermögensberater in Folge der weltweiten Finanzkrise unglaublich vielschichtig und teilweise bereits dramatisch. Die psychische Belastung und somit der Gesundheitszustand korreliert dabei sehr stark mit der negativen Börsenentwicklung. Vor allem dann, wenn der Druck und die Unzufriedenheit seitens der betreuten Kunden sehr stark ist. Ich beobachte hier vor allem sehr bedenkliche Entwicklungen bei kleineren Raiffeisenbanken und Sparkassen auch auf dem Lande. Hier wurden eigentlichen Festgeldkunden sogenannte Festgeldersatzprodukte, meist aus dem Zertifikatebereich verkauft. Also beispielsweise Deep-Bonus oder Deep-Discountzertifikate, Garantiezertifikate oder komplexe Express-Strukturen (Alpha beispielsweise). Spätestens seit dem Lehman Desaster und dem dramatischen Einbruch des Gesamtmarktes ist jedoch klar: Auch ein 50 prozentiger Risikopuffer und mehr, oder scheinbar üppige Puffer der Teilschutz-Produkte auf Standardwerte wie Daimler, die Deutsche Bank oder die Commerzbank boten keinerlei absolute Sicherheit. Dieses Systematische (Marktrisiko) oder auch Unsystematische (Unternehmensrisiko) Risiko sollte auch kein Problem sein dürfen, wenn die Risikoaufklärung und die Anlagestrategie ordentlich durchgeführt wurden. Allerdings zeigt sich nun in der Praxis, dass sich diesen Risiken – und den zusätzlichen Produktrisiken – viele Anleger nicht bewusst waren. Vor allem auch deshalb, weil selbst viele Vermögensberater derartige Szenarien nicht in ihre Überlegungen und Empfehlungen mit einbezogen haben. Nun sind aus meiner Sicht viele Vermögensberater Klage- und Haftungsrisiken, psychischen und somit gesundheitlichen Belastungen in dramatischem Ausmaß ausgesetzt. Für einige Vermögensberater – hoffentlich wenige – dürfte dies auch Auswirkungen bis hin zu Gedanken an Selbstmord haben.

Welches Risiko haben Banker und Vermögensberater noch?

Ganz einfach. Gewalt und nunmehr eben keine “höhere” sondern die vom eigenen Kunden! Ich meine damit ganz konkret das Risiko, dass eines Tages ein Anleger vor einem steht, welcher beispielsweise mit einem “Festgeldersatzprodukt” (für mich das Börsenunwort der letzten Jahre) sein Vermögen verloren hat. Dieser Anleger von dem ich spreche gehört allerdings nicht zu jenen Charakteren, welche ausfällig werden, den Vorgesetzten sprechen wollen, mit dem Anwalt, einer Klage oder der Presse drohen. Nein, es wird Anleger geben, die einfach eine Waffe ziehen, und den Bankangestellten erschießen oder abstechen werden. Das ist für mich nur eine Frage der Zeit, falls dies nicht mittlerweile bereits passiert ist.

Langfristig sind wir alle tot, einige aber auch kurzfristig!

Ich bin mir bewusst, dass dies nun wieder einmal ein Tabuthema ist. Ich hatte vor Monaten bereits einmal schon ein derartiges “Tabuthema” namens: “Selbstmord und Börse – der erste Tote“. Für den damaligen Artikel bekam ich zwar viel Kritik, aber auch unheimlich viel Lob und Zuspruch. Nicht erst seit Dr. Axel Widmer von der Schweizer Privatbank Julis Bär (Vorstandsvorsitzender welcher sich das Leben nahm) oder Adolf Merckle (Ratiopharm), welcher den Schienennahverkehr für seine finale Entscheidung benutzte, darf dieser Bericht von damals eben kein Tabuthema mehr sein. Alle die mich näher kennen wissen sowieso, dass es für mich – gerade im scheinbar so gediegenen und gehobenen Private Banking Segment – keinerlei Tabuthemen gibt. Mir waren vor Jahren – vor allem – diese überheblichen Privaten Banking-Schleimer schon ein Dorn im Auge, welcher mittlerweile zu einem Balken geworden ist. Überraschenderweise erhalte ich derzeit dafür sogar sehr viel Lob und Zustimmung. Aus meiner Sicht vor allem deswegen, weil gerade von dieser Branche derzeit der Putz schichtweise von der Fassade fällt. Hinter dieser glänzenden und pseudoelitären Fassade verbirgt sich jedoch oftmals ein uraltes und nicht mehr zeitgemäßes Gemäuer, welches dringend kernsaniert werden sollte, um in Zukunft überlebensfähig zu sein.

Josef Ackermann – Der Dummschwätzer

Ackermann ist für mich auch einer dieser Individuen. Zum Chef der Deutschen Bank fallen mir momentan sogar zwei Filme ein. “Denn sie wissen nicht was sie tun” und “Der Dummschwätzer”. Ich kenne ja sehr viele Schweizer durch meine beruflichen Tätigkeiten. Fast alle Schweizer die ich kenne sind eher introvertiert, kompetent, sehr sachlich, zurückhaltend in ihren Aussagen, bescheiden und sehr angenehm in Ihrer Art. Warum muss nun ausgerechnet einer wie Ackermann die Deutsche Bank führen. Wochenlang stellt sich dieser Eidgenosse überheblich hin und redet, wie gut die Deutsche Bank dasteht und welch geringe Auswirkungen die Finanzkrise auf die Bank hat. Plötzlich musste er jedoch eines Morgens der Öffentlichkeit einen Rekordverlust von 4,8 Milliarden Euro für das vierte Quartal 2008 präsentieren. Am selben Abend erlitt Josef Ackermann dann auf dem Berliner Neujahrsempfang einen Schwächeanfall. Laut Presseaussagen der Deutschen Bank “wegen dem Essen”. Ja klar Herr Ackermann, genau! Nicht einmal hier können Sie ehrlich und integer sein in Ihrer chaotischen und inkompetenten Kommunikationspolitik. Ich habe meiner Mama früher auch immer gesagt “… ich muss was schlechtes gegessen haben”, wenn es mir nicht gutging, weil ich am Vortag auf einer Party zu tief ins Glas geschaut habe.

Stagdeflationsrezessionsinflationsdepression!

Meine persönliche Meinung zur aktuellen Situation ist ja die, dass wir in nächster Zeit weiter deflationäre Entwicklungen sehen werden, die Gefahr einer schockartig einsetzenden Hyperinflation halte ich gerade aufgrund der enormen Staatsverschuldungen jedoch für exorbitant hoch. Ich wurde neulich von einem Kunden gefragt mit welchem Szenario ich genau rechne oder wo wir uns derzeit befinden? Ich habe diesem Kunden gesagt, dass aus meiner Sicht mit einer Stagdeflationsrezessionsinflationsdepression zu rechnen ist. Dieser Kunde hat zunächst einmal herzhaft gelacht und mir dann gesagt, dass diese Auskunft für Ihn die beste ist, von allen Beratern die er gefragt hat. Weil im Prinzip gilt derzeit für so ziemlich alle der Filmtitel von James Dean: “Denn Sie wissen nicht was Sie tun”. Für viele gilt auch zusätzlich der Filmtitel von Jim Carrey “Der Dummschwätzer”. Ich hoffe jedenfalls, dass sich in einigen Jahren zumindest herauskristallisiert, dass man das was man unwissentlich getan hat, zumindest als einigermaßen richtig herausstellt. Das gilt vor allem für die Politik!

Wer im Glashaus sitzt…

…sollte nicht mit Steinen werfen. Diesen abgedroschenen Spruch kennen Sie ja sicher. Aber warum eigentlich nicht, vorausgesetzt das Glashaus ist aus Panzerglas! In der Kasse vieler Banken gibt es ja auch Panzerglas zum Schutz der Kassenmitarbeiter. Hoffentlich brauchen nicht manche Banken auch zukünftig Panzerglas zum Schutz ihrer Vermögensberater.

(c) Markus Miller, Geschäftsführer GEOPOLITICAL.BIZ S.L.U.

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