Schlagwort-Archiv: Notenbanken

Die 4 Grundlagen der finanziellen Repression!

Finanzielle_Repression

Bildquelle: Gordon T Long (www.gordontlong.com)

Sehr geehrte Damen und Herren,
geschätzte GEOPOLITICAL.BIZ Community,

jede Bank beziehungsweise jeder Bankenverband verfügt über eine volkswirtschaftliche Abteilung die Research- und Analyseberichte erstellt.

Vor allem größere Banken oder auch Vermögensverwalter haben darüber hinaus so genannte Chefvolkswirte, die oftmals medienwirksam im Fernsehen auftreten. All diese Analysen haben für einen Privatanleger aus meiner Überzeugung keinen signifikanten Mehrwert. Die Chefvolkswirte der Banken sind heute längst Marketingmitarbeiter, die mittelbar Werbung für die Produkte und Systeme der Banken machen, bzw. machen müssen.

Wo sind die echten Volkswirte hin?

Früher war das aus meiner Sicht anders. Der im Jahr 2012 leider viel zu früh verstorbene Prof. Norbert Walter war von 1990 bis 2009 der Chefvolkswirt der Deutschen Bank. Bei ihm hatte ich nie das Gefühl, dass hier ein Marketingmitarbeiter der Deutschen Bank spricht.

Sein Nachfolger als Chefvolkswirt bei der Deutschen Bank war Thomas Mayer. Er verlor bereits im Jahr 2012 seinen Job, weil er das Finanzsystem direkt, und somit indirekt auch seinen Arbeitgeber hinterfragte und kritisierte. Auch das gehört zur Aufgabe eines seriösen, unabhängigen, den rationalen Zahlen verpflichteten Chefvolkswirts.

Eine Vielzahl von Banken und Vermögensverwaltern, Wirtschaftsforschungsinstitute oder Notenbanken publizieren in regelmäßigen Abständen ihre Einschätzungen zur Konjunkturentwicklung und den Finanzmärkten. Teilweise sind das hunderte an Seiten, die oftmals mehr verwirren als Nutzen stiften. Ich lese heute regelmäßig und im Detail nur noch eine volkswirtschaftliche Analyse.

Nutzen Sie volkswirtschaftliche Analysen außerhalb der breiten Medien

Ich spreche von der volkswirtschaftlichen Analyse von Dr. Christian Schmidt, dem Leiter der makroprudenziellen Aufsicht bei der Finanzmarktaufsicht Liechtenstein (FMA). Dieser kompetente Mann kann schreiben was die Zahlen belegen und muss keine Bankmarketing-Aussagen treffen oder gar Bankprodukte vermarkten.

Der Begriff „Prudentiell“ ist ein umgangssprachlich abgeleitetes Wort des englischen Begriffs „prudential“, was mit „überlegt“ oder „klüglich“ übersetzt werden kann. Genauso, nämlich überlegt und klug bewerte ich die Analysen von Dr. Schmidt bei der Finanzmarktaufsicht des Fürstentums Liechtenstein, die ich meinen Lesern von Kapitalschutz vertraulich in regelmäßigen Abständen übersichtlich und klar präsentiere. Fundierte Ausführungen, klar geschrieben und auf lediglich vier Seiten komprimiert.

01-01-12-FINANCIAL_REPRESSION-5Woher stammt der Begriff der Finanziellen Repression?

Volkswirtschaftliche Prozesse und Entwicklungen sind ein hochinteressantes Feld im Bereich der Ökonomie. In letzter Zeit wurde ich wiederholt gefragt, ob ich den Begriff der „finanziellen Repression“ – der immer häufiger in den Medien verwendet wird – einmal in wenigen Sätzen erklären kann. Das mache ich natürlich sehr gerne.

Der Begriff der „financial repression“ wurde erstmalig im Jahr 1973 von zwei US-Ökonomen der Stanford Universität gebraucht. Edward S. Shaw und Ronald McKinnon beschrieben dabei staatliche Eingriffe zur Regulierung der Märkte, indem private Vermögenswerte auf den Staat umgeleitet werden.

Auf den Punkt gebracht bezeichnet die Finanzielle Repression einen einfachen Weg den Länder gehen, um ihre Staatsschulden abzubauen. Entwicklungsländer mit ihren Weichwährungen benutzen hierzu meist das Mittel der Hyperinflation. Industrieländer hingegen das Mittel der Finanziellen Repression.

Staatsentschuldung durch negative Realzinsen 

Der Effekt der Entschuldung durch die Finanzielle Repression gelingt dann, wenn die nominalen Zinsen welche Staaten für Ihre Schulden bezahlen müssen, unterhalb der Inflationsrate liegen.

Dadurch entstehen negative Realzinsen, welche die Sparer meist vollkommen unbewusst enteignen. Der Effekt ist dabei in der Praxis enorm, weil die offiziellen Inflationsraten eine Geldwertstabilität vortäuschen, welche überhaupt nicht vorhanden ist.

Die 4 Grundlagen der Finanziellen Repression

Vier ganz wesentliche Grundlagen müssen vorhanden sein, damit das Mittel der Finanziellen Repression funktioniert:

  1. Staaten müssen sich Geld leihen von ihren Bürgern als privaten Kapitalanlegern. In Deutschland funktioniert das bestens über Direktinvestitionen in Staatsanleihen, aber auch über Versicherungsgesellschaften oder Pensionsfonds, welche wiederum Staatsanleihen in großem Umfang erwerben.
  1. Die Zinsen müssen niedrig bleiben, unterhalb der Inflationsrate.
  1. Der internationale Kapitalverkehr muss reguliert sein.
  1. Eine enge Bindung, Abhängigkeit und Einflussnahme zwischen Staaten und Banken muss gewährleistet sein.

Diese Grundlagen sind durch staatliche Eingriffe und Regulierungen seit Jahren vorhanden!

Fazit: Die Finanzielle Repression ist eine Geld-Umleitung 

Die gravierende Auswirkung der finanziellen Repression ist die Entstehung eines Steuereffekts, der Privatvermögen an den Staat umleitet. Erhoben wird diese Steuer in Europa von der Europäischen Zentralbank EZB in Kombination mit der Europäischen Union, welche den Mitgliedstaaten die Möglichkeit gibt, sich auf Kosten der Bürger und Sparer bequem zu entschulden.    

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TV-Interviews mit Markus Miller!

Sehr geehrte Damen und Herren,
geschätzte GEOPOLITICAL.BIZ Community,

im Rahmen der Finanzmesse Invest 2016 konnte ich neben meinen Vorträgen zwei TV-Interviews geben. Für Wirtschaft TV (Thema: So sehen alternative Geldsysteme der Zukunft aus), sowie für Börse Stuttgart TV (Thema: Macht der Notenbanken ist begrenzt).

Markus Miller von GEOPOLITICAL.BIZ sagt: “Wir haben heute schon Bargeldbegrenzungen von 15.000 Euro in Deutschland. Das soll weiter runtergefahren werden in den Bereich von 5.000 Euro. Wir haben eine Diskussion um die Abschaffung des 500-Euro-Schein. Das ist die negative Seite. Aber positiv ist, dass die Kunden bequemer zahlen können in Zukunft. Wie zum Apple mit Pay oder Amazon. Oder auch Bitcoin.” Wie könnten die Geldsysteme der Zukunft dann aussehen? Mehr Details verrät der Experte im Interview mit Wirtschaft TV-Chefredakteur Manuel Koch.

Markus Miller von “GEOPOLITICAL.BIZ” meint, dass die Risiken für das Gesamtsystem mit jeder weiteren Lockerung der Geldpolitik eklatant steigen würden. Gleichzeitig sei für ihn die Macht der Notenbanken begrenzt. Thomas Zuleck befragte den Experten im Rahmen der Invest 2016 am Stand der Börse Stuttgart.

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Der ewig falsche Grieche? – Kommentar von Markus Miller

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Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Mitglieder der GEOPOLITICAL.BIZ Community,

am Mittwochabend dem 19. August 2015 haben die Euroländer die erste Tranche für das erneute griechische Hilfspaket freigegeben. Griechenlands Regierung unter Führung des Sozialisten Alexis Tsipras hatte zugesagt, umfassende – für das Griechische Volk harte Einschnitte und Sparmaßnahmen – umzusetzen. Diese Sparauflagen der EU hatte das Griechische Volk in einer Volksabstimmung „OXI“ am 05. Juli 2015 allerdings in einem eindeutigen Votum abgelehnt.

Die Sparmaßnahmen wurden seit der Ablehnung durch das Griechische Volk zusätzlich noch verschärft. Im Gegenzug für diese Reformen überweisen die Steuerzahler Europas, allen voran die Deutschen Steuerbürger bis zu 86 Milliarden Euro weiteres Geld an Griechenland. Am Donnerstagmorgen dem 20. August 2015 bekam Athen somit die ersten 13 Milliarden Euro überwiesen. Damit konnte die fällige Schuldenrate bei der EZB in Höhe von 3,4 Milliarden Euro zurückbezahlt werden. Neue Schulden, um alte Schulden zu bezahlen.

Am Abend des 20. August, also wenige Stunden nach der ersten Auszahlung wird Alexis Tsipras, der die Griechischen Versprechen gemacht hat, zurücktreten und am 20. September wird es Neuwahlen geben. Werden dann diese Versprechen und Reformen als Gegenleistung für das Geld der Steuerzahler Europas noch gelten? Nein! Wer jetzt noch für einen Verbleib Griechenlands im EURO ist, hat weder Rechts- und Demokratieverständnis, noch einen ökonomischen Sachverstand!

Den Homo Oeconomicus gibt es nicht. Der vehandelnde Grieche von heute kommt dem Anti Oeconomicus hingegen sehr nahe. Das gilt für die aktuelle Regierung Griechenlands ebenso, wie für ihre zahlreichen Vorgängeregierungen der letzten Dekaden. Diese Griechen werden immer die falschen Verhandlungspartner sein.

Die letzten rationalen und moralisch integeren Griechen hießen nicht Tsipras oder Varoufakis, sondern Aristoteles, Platon und Sokrates. Dafür muss man aber eine wahre Ewigkeit in der Geschichte Griechenlands zurückgehen, bis in die Antike. Wahrscheinlich wird dieser Zeitraum genauso lange sein, wie die Griechen der Neuzeit benötigen werden, um ihre Schulden realistisch, auf konventionelle Art und Weise – in Form einer Rückzahlung aus eigener Wirtschaftsleistung ohne Schuldenschnitt – zu tilgen.

Eine wahre, irrationale Ewigkeit. Ein falscher Weg für Europa und ein falscher Weg für Griechenland, allen voran für das Volk Griechenlands, bei denen die Kredite nicht ankommen werden. Ebenso für die Völker der Gläubiger, die revolvierend in ein Fass ohne Boden einbezahlen. Der Grexit, oder besser gesagt der längst überfällige Konkurs der Griechen ist die weit bessere Lösung, statt staatlicher und notenbankpolitischer Insolvenzverschleppung auf Kosten der Steuerzahler.

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