Schlagwort-Archiv: Grunderwerbsteuer

Freiheits-Index: Deutschland zwischen Litauen und Ruanda!

economic-freedom-of-the-world-2015-infographicSehr geehrte Damen und Herren,
geschätzte GEOPOLITICAL.BIZ Community,

Ende des Jahres 2014 wurde zuletzt die Studie „Economic Freedom of the World“ veröffentlicht. Eine Länder-Rangliste in Bezug auf die wirtschaftliche Freiheit. Diese fundierte Auswertung fasst das Maß der wirtschaftlichen Freiheit von 152 Ländern weltweit in einem Index zusammen. Die wichtigsten Eckpunkte dieses Freiheits-Index sind dabei rechtliche Rahmenbedingungen und andere Kriterien, die Sie als Staatsbürger und Privatanleger nicht hoch genug wertschätzen können. Die Grafik des Fraser Instituts gibt zusätzlich einen schnellen, globalen Überblick.

Wirtschaftliche Freiheit und Rechtssicherheit sind in Deutschland stark rückläufig

Der Freiheits-Index setzt sich zusammen aus der individuellen Handlungsfreiheit in einem Land, den freiwilligen Austauschbeziehungen, dem freien Wettbewerb und der Sicherheit privater Eigentumsrechte. Deutschland rutschte bei diesen Werten aufgrund der ausufernden Euro-Rettungspolitik in den letzten Jahren immer weiter ab. Es klingt fast unglaublich, aber Deutschland liegt derzeit in diesem Ranking der wirtschaftlichen Freiheit auf Rang 28. Damit befindet sich Deutschland zwischen den Staaten Litauen auf Platz 27 und Ruanda auf Rang 29.

Die Sicherheit der privaten Eigentumsrechte in Deutschland ist in Gefahr

Die Gründe für diese negativen Entwicklungen liegen in der immer stärkeren Einmischung des deutschen Staates in das Wirtschaftssystem durch massive Transfers und Subventionen. Im Gegensatz zur erfolgreichen sozialen Marktwirtschaft der Vergangenheit sind das planwirtschaftliche Maßnahmen.

Zusätzlich ist eine Erosion der wirtschaftlichen Freiheit in Deutschland zu beobachten, und zwar in den sehr wichtigen Bereichen des Rechts- und Eigentumsschutzes sowie der ausufernden Geldpolitik. Die EZB hat ihre so wichtige Unabhängigkeit spätestens seit der Amtsübernahme durch Mario Draghi verloren.

Die aktuellen Entwicklungen in der Flüchtlingskrise sind in der damaligen Studie natürlich nicht berücksichtigt. Diese werden dazu führen, dass Deutschland in der Rangliste noch weiter abfallen wird. Beispielsweise durch neue Gesetze, die die Beschlagnahme von privaten Immobilien für Flüchtlingsunterkünfte ermöglichen. Die beiden Stadtstaaten Bremen und Hamburg haben als erste Bundesländer derartige Eigentumseingriffe bereits verabschiedet.

Freiheits_Übersicht

TIPP: Die interaktive 2015 Economic Freedom Heat Map finden Sie auf der Internetseite: http://www.heritage.org/index/heatmap

Steuern auf Kapitaleinkünfte werden stark erhöht

Ein Spitzenverdiener muss heute in Deutschland auf sein Arbeitseinkommen 45 % Einkommensteuern zahlen. Ein Multimillionär hingegen auf seine Kapitaleinkünfte lediglich 25 % Abgeltungsteuer.

Die niedrige Abgeltungsteuer sollte ursprünglich verhindern, dass immer mehr Bundesbürger ihr Geld ins Ausland schaffen und nicht ordnungsgemäß versteuern. Durch den automatischen Informationsaustausch, der spätestens ab 2017 weltweit Anwendung findet, ist dieses staatliche Problem gelöst.

Daher kann die Abgeltungsteuer wieder erhöht werden. Ich erwarte mittelfristig auf Sicht von zwei bis drei Jahren entweder eine massive Erhöhung der Abgeltungsteuer auf mindestens 35 %, oder deren Abschaffung durch Rückkehr zur Progressionsbesteuerung nach dem persönlichen Steuersatz wie bei den Löhnen und Gehältern.

Immobilien: Grund- und Grunderwerbsteuern werden ebenfalls steigen

Die Beschlagnahmegesetze aus Hamburg und Bremen verdeutlichen, dass gerade Immobilienbesitzer staatlichen Repressalien und Zwangsmaßnahmen relativ ungeschützt ausgeliefert sind. Die Grunderwerbsteuern zahlreicher Bundesländer haben sich in den letzten Jahren bereits annähernd verdoppelt.

Die Grundsteuer, als rein bodenbezogene Steuer (Bodenzins), ist eine der ältesten Steuerarten, die es gibt. Aus staatlicher Sicht ist die Grundsteuer am einfachsten zu erfassen und zu erheben.

Ich erwarte, dass die kommunalen Grundsteuer-Hebesätze in naher Zukunft vor massiven Erhöhungen stehen. Die Finanzlage der Kommunen ist teilweise dramatisch. Die Flüchtlingskrise stellt viele Gemeinden vor zusätzliche finanzielle Herausforderungen. Diese Kosten müssen getragen werden, die zur Verfügung stehenden Mittel des Bundes sind dabei aber begrenzt.

GrundsteuernEinzelne Gemeinden haben die Grundsteuern bereits verdreifacht

Es gibt bereits erste warnende Beispiele. Im hessischen Nauheim wurde die Grundsteuer bereits zum 1. Januar 2014 verdreifacht. Ich habe bei meinen Recherchen zahlreiche Gemeinden gefunden, in denen in den letzten Jahren die Grundsteuern verdoppelt wurden.

Wenn wir die Grundsteuersätze aus den USA zum Vorbild nehmen – hier trägt die Grundsteuer 12 % zum Staatshaushalt bei, in Deutschland lediglich 2 % – dann würde Deutschland vor einer Erhöhung der Grundsteuer um 500 % stehen. Ich beurteile derart massive Steuererhöhungen bei den Grundsteuern als absolut realistisch.

Die 6 wichtigsten Kapitalschutz-Strategien für Immobilieneigentümer!

Viele Bürger hinterfragen mittlerweile die Sicherheit von Betongold. In meiner kommenden Januar-Ausgabe von Kapitalschutz vertraulich finden meine Abonnenten und Leser: Die 6 wichtigsten Kapitalschutz-Strategien für Immobilieneigentümer.

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Zwangsmaßnahmen für Immobilien!

Bild: Broschüre aus dem Jahr 1952 mit dem Titel: Wegweiser durch den Lastenausgleich

Bild: Broschüre aus dem Jahr 1952 mit dem Titel: Wegweiser durch den Lastenausgleich

Sehr geehrte Damen und Herren,
geschätzte GEOPOLITICAL.BIZ Community,

die Flüchtlingskrise oder besser gesagt die planlose Alternativlosigkeit der deutschen Bundesregierung unter Führung von Bundeskanzlerin Angela Merkel nimmt mittlerweile derart dramatische Formen an, die ich vor wenigen Wochen selbst in meinen Negativszenarien nicht für möglich gehalten hätte.

Täglich erreichen beispielsweise rund 500 Flüchtlinge Hamburg. Die Stadt Hamburg sieht sich mittlerweile nicht mehr in der Lage alle ankommenden Flüchtlinge – und natürlich auch alle illegalen Einwanderer, die unkontrolliert und nicht registriert nach Deutschland einreisen – unterzubringen.

Aufgrund dieser politisch verursachten Fehlsteuerungen hat der Hamburger Senat mit den Stimmen der SPD, der Grünen und Linken aktuell ein Gesetz zur Beschlagnahmung von Gewerbeimmobilien von Privateigentümern beschlossen. Die Oppositionsparteien von CDU, AFD und FDP haben gegen das Gesetz gestimmt, dass aus meiner Sicht bereits als ein Notstandsgesetz bezeichnet werden muss.

Verharmlosende Immobilien-Enteignungen in Hamburg

Der offizielle Gesetzestext trägt hingegen den verharmlosenden Titel: „Gesetz zur Sicherung der Flüchtlingsunterbringung in Einrichtungen“. Dieses Gesetz ist ein weiterer formaljuristischer Mosaikstein, der herausbricht aus der bestehenden Gesetzesordnung und Rechtsstaatlichkeit Deutschlands.

Steuererhöhungen für Immobilieneigentümer voraus

Das Wort Immobil bedeutet „nicht beweglich“. Wertpapierdepots können über Rechtsstrukturen ins Ausland verlagert werden. Steuerpflichtige Bürger können ebenso ihren Wohnsitz verlagern und Auswandern, um sich steigender Steuerbelastungen zu entziehen. Immobilien können dies nicht. Sie können physisch nicht verlagert werden. Steuerrechtlich gilt das so genannte Belegenheitsprinzip. Das bedeutet das Besteuerungsrecht hat der Staat, indem die Immobilie liegt. Das ist ein großer Nachteil.

Im Jahr 2005 wurden in Deutschland die Grunderwerbsteuern reformiert. Das hat mittlerweile dazu geführt, dass sich die einstigen, moderaten Steuersätze von 3,5 Prozent in vielen Bundesländern nahezu verdoppelt haben.

qualitypool-nordrhein-westfalen-erhoeht-kurzfristig-die-grunderwerbsteuer-um-30-prozentGrunderwerbsteuern: Nur Bayern und Sachsen liegen noch bei 3,5 Prozent

In Deutschland gibt es mittlerweile mit Bayern und Sachsen nur noch zwei Bundesländer, die die Grunderwerbsteuern bislang noch nicht erhöht haben. Das Saarland, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein haben hingegen ihre Steuersätze bereits auf 6,5 Prozent erhöht. Zum 01. Juli 2015 hat auch das Bundesland Brandenburg nachgezogen und erhöht den Steuersatz auf den derzeitigen Höchstwert von 6,5 Prozent. Aus meiner Sicht befinden sich die einzelnen Bundesländer längst in einer Steuererhöhungsspirale.

Spanien hat bereits zweistellige Grunderwerbsteuern

Ich lebe seit rund 10 Jahren in Spanien auf Mallorca. Hier wurden die Grunderwerbsteuern bereits vor einigen Jahren auf einen Spitzenwert von 10 Prozent erhöht. Immobilien sind, wie das Wort schon sagt, nicht mobile Sachwerte. Immobilien können nicht wegziehen oder auswandern. Sie sind vollkommen transparent erfasst durch die Registrierung in den Grundbüchern.

Grunderwerbsteuern werden daher in naher Zukunft ebenso wie die Grundsteuern vor weiteren Erhöhungen stehen. Ich rechne damit, dass wir auch in Deutschland zukünftig Grunderwerbsteuern auf Immobilien und Grundstücke sehen werden in Richtung 10 Prozent, in Kombination mit massiv steigenden Grundsteuersätzen.

Haus zu verschenken!

Sie kennen wahrscheinlich aus den USA die zahlreichen Bilder mit den „For Sale“ (Zu verkaufen) Schildern vor Häusern nach Ausbruch der letzten großen Finanzkrise im Jahr 2008. Auch in meiner Wahlheimat Spanien gibt es diese Verkaufsschilder mit der landessprachigen Aufschrift „Se Vende“ an vielen Immobilienobjekten. In Deutschland hingegen ist diese direkte Verkaufsmethode eher unüblich.

Bei meinen umfassenden Recherchen in den letzten Wochen und Monaten zu den Gefahren der Besteuerung, Belastung oder gar Enteignung von Immobilien, bin ich in diesem Zusammenhang auf eine interessante, oder besser gesagt erschreckende Entwicklung gestoßen, die sich im Jahre 1924 in Deutschland nachweislich ereignet hat.

Die Geldentwertungs-Ausgleichssteuer

Am 14. Februar 1924 kam es infolge der dritten Steuerverordnung zur Einführung einer Zwangshypothek auf Immobilien in Form einer Geldentwertungs-Ausgleichssteuer in Preußen. Diese Steuer wurde damals umgangssprachlich Hauszinssteuer genannt. Die Inflationsgewinne der Immobilienbesitzer wurden dadurch komplett abgeschöpft und umverteilt. Die Immobilienpreise fielen in der Breite um mehr als 90 Prozent. Auf historischen Fotos aus dem Jahr 1924 sind Häuser zu erkennen mit Schildern „Haus zu verschenken“. In diesen Fällen hat die Steuerbelastung durch die Hauszinssteuer den Immobilienwert überstiegen.

Verstärken Sie den Kapitalschutz Ihrer Immobilien

Bei einer zunehmenden Anzahl der Deutschen steigt derzeit die Sorge vor einer möglichen Entwertung oder gar Enteignung ihrer Vermögenswerte. Immobilen scheinen hingegen für viele Eigentümer nach wie vor sehr sicher zu sein. Das hat vor allem emotionale Gründe, da Immobilienpreise keine sichtbaren, täglichen Wertschwankungen aufweisen.

Die Immobilienpreise in Deutschland sind längst durch die künstliche Niedrigzinspolitik verzerrt. Vor allem in Großstädten ist die Gefahr einer massiven Preisblase sehr groß. Neben den Marktpreisrisiken sind vielen Immobilienbesitzern die großen rechtlichen und steuerlichen Gefahren, die auf ihrem Immobilieneigentum wie ein Damoklesschwert lasten, überhaupt nicht bewusst. Grunderwerbsteuern und Grundsteuern werden bereits teilweise massiv erhöht. Auch eine Vermögensabgabe auf unbewegliches Immobilienvermögen ist zukünftig denkbar.

So schützen Sie Haus und Grund vor einer möglichen Zwangshypothek

Wie Sie sich davor schützen können, zeige ich meinen Premium-Lesern beispielsweise in meiner Monatsausgabe Oktober 2015 in meinem Beitrag „Immobilien: So schützen Sie Haus und Grund vor einer möglichen Zwangshypothek“.

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Staatliche Kontrolle: Stromrechnung statt Bankkontoauszug!

Markus Miller - Gründer und Geschäftsführer GEOPOLITICAL.BIZ S.L.U. - www.geopolitical.biz

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Sehr geehrte Damen und Herren,

es ist definitiv sinnvoll, die Existenz von höchst unwahrscheinlichen Ereignissen, den so genannten „schwarzen Schwänen“ zu thematisieren.

Wenn zahlreiche Medien oder Experten allerdings von möglichen „schwarzen Schwänen“ schreiben, sollten Sie Ihren Blick ganz bewusst auch auf Entwicklungen richten, die eine hohe Wahrscheinlichkeit haben. Die so wichtigen „weißen Schwäne“ werden nach meiner Einschätzung derzeit zunehmend aus den Augen verloren.

Vergessen Sie die weißen Schwäne nicht!

Allen voran die Chancen und Risiken, die sich aus der Steuer- und Abgabenbelastung, der nationalen Gesetzgebung und Rechtsprechung oder internationalen politischen Einflussnahmen (EU) ergeben. Hierzu zählen für mich gerade die zunehmenden Kontrollen und Einschränkungen der Privatsphäre im Hinblick auf mögliche Umverteilungen. Machen Sie sich bewusst, dass derartige Belastungen für Ihr Kapital weit wahrscheinlicher sind als Atomunfälle, Naturkatastrophen oder Terroranschläge. Eine beispielhafte Entwicklung aus meiner langjährigen Wahlheimat Spanien führt Ihnen hier sehr deutlich vor Augen, wohin die Richtung auch in Deutschland oder Gesamteuropa gehen könnte.

Staatliche Kontrolle: Stromabrechnungen statt Bankauszüge

Ein weißer Schwan wird Vermögensinhaber, vor allem Immobilienbesitzer in der Zukunft treffen. Bei allen Vorteilen, welche Immobilien haben, bergen sie einen enormen Nachteil. Sie sind nicht flexibel und mobil. Sie können im Gegensatz zu Steuerbürgern oder Wertpapierdepots weder auswandern noch verlagert werden. Die Immobilienbesteuerung ist somit eine der einfachsten Möglichkeiten, Steuereinnahmen zu erhöhen. Das zeigt sich auch in Deutschland mit der teilweise deutlichen Erhöhung der Grunderwerbsteuern in vielen Bundesländern.

Auslandsimmobilien als Kapitalanlage, Feriendomizile, Zweitwohnsitze oder Altersruhesitze sind auch bei Deutschen sehr beliebte Sachwert- und Lebenswert-Investitionen. Vielleicht besitzen auch Sie bereits eine Immobilie im Ausland oder planen eine derartige Auslandskapitalanlage. Im beliebtesten deutschen Auslandsimmobilienland Spanien gibt es aktuell eine weitestgehend noch unbeachtete Entwicklung. Diese wird jedoch gerade für ausländische Immobilieneigentümer in Spanien erhebliche Auswirkungen haben.

Leere Kassen: Spanien muss dringend neue Geldquellen erschließen

Die Finanz- und Wirtschaftskrise hat südeuropäische Länder wie Spanien, Portugal, Italien oder Griechenland am härtesten getroffen. Früher konnten diese Länder ihre weichen Währungen abwerten, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu bewahren und den Staatshaushalt zu sanieren. Seit der Euro-Einführung ist dieser Weg verbaut. Daher ist es nicht verwunderlich, dass Immobilienbesitzer in Zukunft erheblich stärker kontrolliert werden, um hier zusätzliche Einnahmen für die Staatskasse zu erzielen. Dieser Trend beginnt für mich in Spanien. Weitere Länder werden der Entwicklung aus meiner Sicht folgen. Gerade die deutsche Volkszählung mit dem Auskunftsformular für Immobilieneigentümer ist hier ein deutliches Signal in diese Richtung.

Spanisches Kontrollsystem: Steuerfahndung über die Stromrechnung

Der Trend zu Kontrollmitteilungen und einem Informationsaustausch betrifft längst nicht nur Banken. Strom- und Wasserrechnungen könnten beispielsweise über eine Bank erfragt werden. Jedoch ist das nicht unbedingt effizient, weil einer bestimmten Immobilie nicht direkt ein Bankkonto zugeordnet werden kann. Der Immobilieninhaber muss auch nicht identisch sein mit dem Immobiliennutzer. Über einen Energieversorger, der eine Immobilie mit Strom, Gas und Wasser direkt „beliefert“, ist eine derartige Zuordnung jedoch sehr einfach möglich. Spanische Energieversorgungsunternehmen sind mittlerweile dazu verpflichtet, umfassende Informationen ihrer Kunden an die spanischen Finanzämter weiterzuleiten.

Jeder bestehende Stromvertrag in Spanien wird mit folgenden Daten gemeldet:

+ Name des Vertragsinhabers

+ Steuernummer beziehungsweise Ausweisnummer des Anschlussinhabers

+ Anschrift des Stromkunden + Katasternummer der Immobilie, die mit Strom versorgt wird

+ Bankverbindung des Stromkunden

+ und ganz entscheidend: der jährliche Stromverbrauch

Diese Daten werden für jede Immobilie in Spanien an den Fiskus gemeldet. Das Finanzamt kann dann aufgrund dieser Daten sehr einfach einen Abgleich vornehmen, ob möglicherweise Steuern hinterzogen wurden. In Spanien ist es Gesetz, dass Sie als Immobilienbesitzer den sogenannten Nutzungsvorteil Ihrer Immobilie in der spanischen Einkommensteuererklärung als „fiktive Miete“ versteuern müssen. Meiner Erfahrung nach kommen dieser Regelung vor allem viele ausländische Immobilienbesitzer, die in Spanien nicht als Residenten (Hauptwohnsitz) gemeldet sind, nicht nach. Ebenso werden gerade Ferienimmobilien oftmals vermietet. Diese Einkünfte müssen ebenfalls in der spanischen Einkommensteuererklärung angegeben werden. Auch das passiert meist nicht – weil bislang keine effizienten Kontrollmöglichkeiten vorhanden waren.

Was macht das spanische Finanzamt mit den Daten?

Der spanische Fiskus hat durch die Informationsverpflichtung der Energieversorger zwei ganz grundlegende Kontrollmöglichkeiten:

1. Verschwiegene Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung?

Wenn der Eigentümer einer spanischen Immobilie nicht identisch ist mit dem Anschlussinhaber des Stromvertrags, wird – berechtigterweise – davon ausgegangen, dass nicht deklarierte Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung vorliegen müssten. Hier wird es dann mit Sicherheit zu Nachfragen und Problemen kommen.

2. Spanische Steuerpflicht durch Hauptwohnsitz?

Wenn Sie eine Immobilie in Spanien haben, dort aber als sogenannter „Nicht-Residente“ nicht gemeldet sind, wird Ihr Energieverbrauch genau kontrolliert werden. Haben Sie beispielsweise einen sehr hohen Stromverbrauch, wird der Staat davon ausgehen, dass Sie sich mehr als 183 Tage im Jahr in Spanien aufhalten beziehungsweise dort Ihren Lebensmittelpunkt unterhalten. Das hat wiederum erhebliche Folgen: Sie sind dann mit Ihrem gesamten Welteinkommen in Spanien steuerpflichtig. Das Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und Spanien regelt dabei, dass Sie nicht doppelt besteuert werden, sondern rein in dem Land, in welchem Sie den Mittelpunkt Ihres Lebensinteresses haben.

Ich habe bereits mehrere Praxisfälle gesehen, in denen deutsche Steuerbürger auf ihre spanische Immobilie eine Zwangshypothek seitens des spanischen Staates eingetragen bekamen. Diese Bürger zahlen in Deutschland ganz regulär ihre Steuern. Dennoch erhebt Spanien Anspruch darauf aufgrund der Kontrolle von Strom-, Wasser, Gas- und Telefonrechnungen. Derartige Steuerkonflikte werden in Zukunft weiter zunehmen.

Überprüfen Sie bei Auslandsimmobilien Ihre steuerlichen Rahmenbedingungen

Überprüfen Sie bei Auslandsimmobilien Ihre steuerlichen Rahmenbedingungen. Aus meiner Erfahrung sind sich sehr viele Auslands-Immobilienbesitzer der jeweils aktuellen steuerlichen Rahmenbedingungen überhaupt nicht bewusst. In der Vergangenheit hatte die Nichtbeachtung der Steuergesetze kaum Auswirkungen. Das hat sich aber seit einiger Zeit dramatisch verändert. Es können aber auch positive Effekte entstehen. Anstatt Gefahr zu laufen, bei einem häufigen oder dauerhaften Aufenthalt im Ausland eine Steuerhinterziehung zu begehen, kann durch eine gezielte steuerrechtliche Wohnsitzverlagerung nicht selten sogar ein Steuerspareffekt genutzt werden.

Kapitalschutz durch Vermögensstrukturierung und Steueroptimierung

Ein weiteres Damoklesschwert in Spanien – wie in Deutschland auch – ist die Vermögensteuer. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass Vermögensteuern europaweit in naher Zukunft vor einer Wiedereinführung stehen werden. Ich möchte Sie vor allem auch dafür sensibilisieren, dass Einschränkungen in den Bereichen Privatsphäre und Diskretion auch in Deutschland nicht nur durch das fehlende Bankgeheimnis drohen, sondern vor allem auch von den – teilweise staatlichen – Energieversorgern oder den Telekommunikationsanbietern.

Nicht nur die Banken werden in Zukunft Daten liefern, sondern Strom-, Gas-, Wasser- und Telefonrechnungen werden den Staaten wichtige Informationsquellen für die Kontrolle und Besteuerung ihrer Bürger sein. Kapitalschutz bedeutet in diesem Zusammenhang gerade auch, Sachwertkapital im Hinblick auf Steuern und Abgaben intelligent zu strukturieren und frühzeitig zu optimieren.

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