Schlagwort-Archiv: AIA

Ihre Bank wird zum Glashaus!

architecture-768432_1280Sehr geehrte Damen und Herren, geschätzte GEOPOLITICAL.BIZ Community,

nach dem Bundestag hat am 02.06.2017 der Bundesrat das Gesetz zur Bekämpfung der Steuerumgehung und zur Änderung weiterer steuerlicher Vorschriften endgültig verabschiedet. Das neue Gesetz trägt den Namen Steuerumgehungsbekämpfungsgesetz (StUmgBG). Es tritt zum 01.01.2018 mit weitreichenden Auswirkungen für Steuerbürger in Kraft.

Die Meldevorschriften von Banken und Steuerzahlern werden massiv ausgeweitet

Das neue Gesetz bringt vor allem deutlich erweiterte Meldepflichten für Banken und Steuerzahler mit sich. Die bereits ab dem kommenden Jahr zu erfüllenden Verpflichtungen der Banken in Deutschland gehen weit über die bereits sehr umfassenden Erfassungs- und Meldevorschriften des bislang schon geltenden Geldwäschegesetzes (GWG) und des Finanzkontenaustauschgesetzes (FKAustG) hinaus.

Das betrifft beispielsweise die Pflicht zur Legitimationsprüfung bei Banken, die bislang nur für Kontoinhaber oder verfügungsberechtigte Personen gegolten hat. Diese werden jetzt auch auf wirtschaftlich Berechtigte ausgeweitet. Die Steueridentifikationsnummer von Kontoinhabern, Verfügungsberechtigten und wirtschaftlich Berechtigten wird dazu in Zukunft wie ein Brandzeichen bei allen Bankaktivitäten erfasst und verknüpft.

Deutsche Banken werden zu vorgelagerten Behörden des Staates

Die Banken in Deutschland haften sogar für entgangene Steuern gegenüber dem Staat. Sie können auf Basis des neuen Gesetzes zusätzlich mit Bußgeldern von bis zu 200.000 Euro belegt werden. Das wird in der Praxis dazu führen, dass die deutschen Banken aus administrativer und steuerlicher Sicht faktisch zur Außenstelle der Finanzämter werden, quasi als externe „Bankbehörden“.

Auch Beteiligungen deutscher Banken an ausländischen Gesellschaften müssen zukünftig gemeldet werden. Gleiches gilt für die Herstellung von Beziehungen deutscher Kunden zu Gesellschaften in Drittstaaten (§§ 138 ff. AO). Neben der beschlossenen Aufhebung des steuerlichen Bankgeheimnisses nach § 30a AO werden zusätzlich bereits ein erweitertes Kontenabrufverfahren und ein Sammelauskunftsverfahren diskutiert.

Vermögensverhältnisse, Zahlungsströme und die gesamten wirtschaftlichen Aktivitäten sollen dadurch so transparent werden, dass eine Steuerumgehung mittels einer Domizilgesellschaft im Ausland umgehend aufgedeckt wird. Das Gesetz soll eine Reaktion auf die „Panama Papers“ sein.

Ob es derartige Steuermodelle wirklich effizient einschränkt, wage ich zu bezweifeln. Das Steuerumgehungsbekämpfungsgesetz führt allerdings dazu, dass deutsche Banken und deren Kunden in der Praxis in einem totalen Glashaus sitzen, bei dem selbst der Boden zum Keller durchsichtig sein wird.

588470983_640x360Bankkonten: Der Automatische Informationsaustausch startet zum 30.09.2017

Zum 30. September 2017 werden erstmals im Rahmen des Automatischen Informationsaustausches (AIA) Steuerdaten zwischen nationalen Finanzbehörden ausgetauscht. Die Staatenliste der Länder die bereits zu diesem Datum starten wurde aktuell veröffentlicht.

64 Staaten beginnen ab dem 30. September 2017 mit dem Datenaustausch

64 Staaten werden bereits zum 30.09.2017 beginnen Daten von Bankkonten und Wertpapierdepots übermitteln. Weit über 50 Staaten, darunter beispielsweise auch die Schweiz werden dann zum 30. September 2018 folgen. Insgesamt haben sich somit bereits über 100 Länder weltweit zur Teilnahme am AIA verpflichtet.

Die komplette Staatenliste zum automatischen Austausch von Informationen über Finanzkonten zum 30.09.2017

  • Aland Inseln (FI)
  • Anguilla (AI)
  • Argentinien (AR)
  • Azoren (PT)
  • Belgien (BE)
  • Bermuda (BM)
  • Bonaire (BQ)
  • Britische Jungferninseln (VG)
  • Bulgarien (BG)
  • Cayman Islands (KY)
  • Dänemark (DK)
  • Estland (EE)
  • Färöer (FO)
  • Finnland (FI)
  • Frankreich (FR)
  • Französisch-Guayana (FR)
  • Gibraltar (GI)
  • Griechenland (GR)
  • Grönland (GL)
  • Großbritannien (GB)
  • Guadeloupe (FR)
  • Guernsey (GG)
  • Indien (IN)
  • Insel Man (IM)
  • Irland (IE)
  • Island (IS)
  • Italien (IT)
  • Jersey (JE)
  • Kanarische Inseln (ES)
  • Kolumbien (CO)
  • Korea, Republik (KR)
  • Kroatien (HR)
  • Lettland (LV)
  • Liechtenstein (LI)
  • Litauen (LT)
  • Luxemburg (LU)
  • Madeira (PT)
  • Malta (MT)
  • Martinique (FR)
  • Mayotte (FR)
  • Mexiko (MX)
  • Montserrat (MS)
  • Niederlande (NL)
  • Norwegen (NO)
  • Österreich (AT)
  • Polen (PL)
  • Portugal (PT)
  • Réunion (FR)
  • Rumänien (RO)
  • Saba (BQ)
  • Saint-Barthélemy (BL)
  • San Marino (SM)
  • Saint-Martin (französischer Teil) (FR)
  • Schweden (SE)
  • Seychellen (SC)
  • Sint Eustatius (BQ)
  • Slowakei (SK)
  • Slowenien (SI)
  • Spanien (ES)
  • Südafrika (ZA)
  • Tschechien (CZ)
  • Turks- und Caicosinseln (TC)
  • Ungarn (HU)
  • Zypern (CY)

Der Automatische Informationsaustausch macht Bürger und Finanzkonten weltweit transparent

Der Automatische Informationsaustausch wird zukünftig den weltweiten Finanzbehörden ein effektives Werkzeug zur Aufspürung von Steuerhinterziehungen im Zusammenhang mit Auslandsvermögen liefern.

Die internationale Staatengemeinschaft sieht den Automatischen Informationsaustausch berechtigterweise als wirksames Instrument zur Bekämpfung der Steuerhinterziehung. Von der Steuerhinterziehung auf Einkünfte aus Kapitalvermögen (Zinsen, Dividenden) bis hin zu Hinterziehung von Veräußerungserträgen aufgrund von Kursgewinnen bei Wertpapieren. Zusätzlich stehen Ausländischen Steuerbehörden weitere Mittel zur Verfügung, wie direkte Gruppenanfragen oder Einzelanfragen an Banken.

Eine Gruppenanfrage an eine Schweizer Bank durch den deutschen Fiskus kann beispielsweise lauten: Aufforderung zur Übermittlung aller Kundendaten, die im Jahr 2016 mehr als 5.000 Euro in bar abgehoben haben. Eine Einzelanfrage beinhaltet den konkreten Namen, ob dieser bei einer bestimmten Bank ein Konto oder Depot unterhält.

indexDiese Bank-, Investment- und Versicherungsdaten werden gemeldet!

Die über den Automatischen Informationsaustausch gemeldeten Stammdaten sind bereits sehr weitgehend und umfassen: Name des Kontoinhabers, Adresse, Kontonummer, Steuernummer, Geburtsdatum, Geburtsort, Kontosalden, Zinsen, Dividenden und Kursgewinne.

Meldende Finanzinstitute sind sowohl Verwahr- und Einlageninstitute (z.B. Banken), Investmentunternehmen (z.B. Investmentfonds) als auch spezifizierte Versicherungsgesellschaften (z.B. Lebensversicherungen). In meiner kommenden Ausgabe von Kapitalschutz vertraulich zeige ich Ihnen eine ebenso legitime wie legale Möglichkeit, die nicht unter den Automatischen Informationsaustausch fällt!

Übrigens: Cryptocoin-Konten fallen ebenfalls nicht unter den Automatischen Informationsaustausch!

Die EU plant die Meldepflicht für Anwälte und Steuerberater!

Zusätzlich zum Steuerumgehungsbekämpfungsgesetz und Finanzkonten-informationsaustauschgesetz  bahnt sich eine weitere, ganz gravierende Entwicklung an, die zu mehr staatlicher Kontrolle und Überwachung der Bürger führen wird.

Der mittlerweile schon berühmt-berüchtigte französische EU-Wirtschafts- und Währungskommissar Pierre Moscovici hat dazu ganz aktuell ein neues Meldegesetz vorgelegt, das in Fachkreisen bereits seit längerem diskutiert wurde. Bereits im März 2017 hat die Bundessteuerberaterkammer vor den Auswirkungen dieses geplanten EU-Gesetzes für Steuerzahler und deren Steuerberater gewarnt.

Kommt nach dem Finanzkonteninformationsaustauschgesetz nun das Steuerberaterinformationsaustauschgesetz?

Nachdem die Banken über den Automatischen Informationsaustausch (AIA) sowie das Finanzkonteninformationsaustauschgesetz weltweit faktisch zu Handlangern der Staaten und Finanzbehörden geworden sind, plant die EU diese Vorgehensweise jetzt auch bei Anwälten, Steuerberatern und Wirtschaftsprüfern.

Im Klartext bedeutet das, dass diese Berufsgruppen potenzielle Steuersünder – also ihre eigenen Mandanten, denen Sie verpflichtet sind – aktiv an die Behörden melden sollen! In unserem Rechtssystem gilt auf Basis eines Urteils des Bundesgerichtshofes von 1965 schließlich: „Wer die Pflicht hat, Steuern zu zahlen, hat das Recht, Steuern zu sparen!“. Offensichtlich will die EU diesen Rechtsgrundsatz aufheben.

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© Markus Miller – Geschäftsführer GEOPOLITICAL.BIZ S.L.U.

Zweitpass-Strategien und Steueroasen!

UnbenanntSehr geehrte Damen und Herren, geschätzte GEOPOLITICAL.BIZ Community,

meine beiden letzten Sonderausgaben „Auswandern“ und „Norwegen“ sind auf ein großes Interesse gestoßen bei meinen Lesern von Kapitalschutz vertraulich. Ich habe mich sehr über die zahlreichen Rückmeldungen und Zuschriften gefreut. Eine Frage, die mir dabei mehrfach gestellt wurde, war, ob die Beantragung eines Zweitpasses nicht eine weitere vorbeugende Schutzstrategie oder Auswanderungs-Alternative sein kann?

Vermeintliche Experten, Spezialreports oder angebliche Geheimtipps im Internet beschreiben eine Zweitpass-Strategie als hervorragende Möglichkeit, sich vor den möglichen kommenden Repressalien des Staates zu schützen. Denn man könne dann ja einfach seinen Zweitpass aus einem anderen Land einsetzen. Länder wie Peru, Paraguay, Kolumbien, die Dominikanische Republik oder die Komoren – um nur einige wenige zu nennen – wurden dabei für Zweitpass-Strategien empfohlen.

Das obige Bild stammt beispielsweise von der Internetseite des US-Unternehmens The Specialists Ltd. mit Sitz in Ridgewood. Auch zahlreiche Angebote zu Diplomatenpässen aus Ländern wie Liberia, dem Libanon oder Thailand habe ich bei meinen Recherchen als Empfehlungen in diesem Zusammenhang gefunden. Aber wie sinnvoll sind diese Tipps?

Im Internet finden sich zahlreiche Zweitpass-Empfehlungen

Auf fragwürdigen Seiten im Internet wird beispielsweise empfohlen, Zweitpässe für Kontoeröffnungen einzusetzen. Dabei könnten Sie sich einen ausländischen Zweitpass mit Ihrem Bild besorgen, der aber auf einen anderen Namen lautet. Heißen Sie beispielsweise Michael, könnte der spanische Name Miguel verwendet werde. Ebenso eine Adaption des Nachnamens und/oder des Geburtsdatums.

Das hätte den Vorteil, dass Sie dann ein Bankkonto und Wertpapierdepot auf eine fiktive Person eröffnen könnten, die im Fall von Kontrollmitteilungen über den kommenden Automatischen Informationsaustausch AIA überhaupt nicht existiert. Ihr Wertpapierdepot würden dann vollkommen anonym und geschützt bleiben, da es Ihr eigentlicher Heimatstaat nicht mehr enteignen könnte. Steuern würden dann selbstverständlich ebenfalls keine anfallen.

Zweitpass-Strategien sind in aller Regel Betrug oder Illegal!

Zahlreiche Zweitpass-Angebote, die Sie im Internet für relativ wenig Geld finden, sind schlicht Fälschungen. Das bedeutet, Sie erhalten überhaupt kein offizielles behördliches Dokument mit einer entsprechenden Legitimationseigenschaft, sondern schlicht ein absolut wertloses Stück Papier oder Plastik mit Ihrem Bild. Möchten Sie nun mit einem derartigen Dokument ein Konto bei einer Bank eröffnen, werden Sie im besten Fall abgewiesen oder belächelt.

Im schlechtesten Fall bewegen Sie sich aber beim Einsatz derartiger Pseudo-Dokumente bereits sehr schnell im Bereich des Strafrechts. Die Verwendung solcher „Zweitpässe“ birgt nämlich erhebliche Gefahren. Von der Urkundenfälschung, der illegalen Einreise über den Identitätsbetrug bis hin zur Geldwäsche und Steuerhinterziehung.

Deswegen gilt: So toll und einfach sich diese Zweitpass-Strategien auch anhören, so unsinnig oder gar gefährlich sind sie. Finger weg davon! Bei meinen Recherchen bin ich allerdings auf eine sehr interessente, vollkommen legale Möglichkeit gestoßen die ich meine Leser in der aktuellen Februar-Ausgabe von Kapitalschutz vertraulich exklusiv vorstelle.

SteueroasenSteueroasen: Welche Länder kennen keine Einkommensteuern?

Eine weitere Frage, die ich von Lesern immer wieder bekomme, ist die nach Ländern, die keine Einkommensteuern von ihren Bürgern verlangen. Dazu zählen beispielsweise die Länder Bahamas, Bermudas, British Virgin Islands, Cayman Islands, Saint Barth, St. Kitts und Nevis, Monaco, Vatikan, Somalia, Westsahara, Arabische Emirate, Bahrain, Brunei, Katar, Kuwait, Malediven, Oman, Nauru, Norfolk-Inseln, Pitcairn Inseln, Vanuatu oder Wallis und Futuna. (Bildquelle: www.kapitalschutz.me)

Diese Aufzählung zeigt für mich eindrucksvoll, wie wenig hilfreich die rein steuerliche Motivation einer Auswanderung ist. Sie sehen hier auf der einen Seite zahlreiche Staaten genannt, die neben den Steuervorteilen auch zweifelsohne wunderschöne Lebensbedingungen bieten. Allerdings teilweise zu exorbitant hohen Lebenshaltungskosten. Das gilt vor allem für die Trauminsel Saint Barth in der Karibik, die Malediven im indischen Ozean, aber auch für Monaco in Europa.

Adjustieren Sie – scheinbar – niedrige Steuersätze immer mit den Lebenshaltungskosten

Auf der anderen Seite sind steuerfreie Länder mit geringen Lebenshaltungskosten wie die Westsahara oder Somalia nun wirklich keine Alternative, da hier die Infrastruktur, Sicherheit und Lebensqualität vollkommen auf der Strecke bleiben würde. So wie Sie Renditen immer risikoadjustiert betrachten müssen, sollten Sie auch scheinbar attraktiv niedrige Steuersätze immer um die Lebenshaltungskosten bereinigen.

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GEOPOLITICAL.BIZ: KOMMUNIKATION ist die ANTWORT auf KOMPLEXITÄT!

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Der mächtigste Staat der Welt!

OECD_Powerful_Staate_Welt_MachtSehr geehrte Damen und Herren, geschätzte GEOPOLITICAL.BIZ Community,

kennen Sie José Angel Gurria? Dieser Mann stammt aus Mexico, war einst Finanzminister und Außenminister Mexicos und zählt für mich heute zu den einflussreichsten Menschen dieser Welt.

Breits seit dem Jahr 2006 ist er der Chef der OECD. Die OECD ist die mächtige Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

Die OECD ist ein eigener Staat mit 1,3 Milliarden Menschen

Die OECD (Bildquelle OECD) ist im Prinzip ein eigener Staat mit Hauptsitz in Paris, dem 34 wirtschaftsstarke Mitgliedsländer angehören. Rund 1,3 Milliarden Menschen werden hier zwischenstaatlich vertreten in einer Art dauerhaft tagenden Konferenz. Die Macht der OECD wird auch dadurch verdeutlicht, dass ihre Beschlüsse völkerrechtlich bindend sind.

9914997804_5a2e1e8576_mDaher ist es erstaunlich, dass der OECD-Generalsekretär José Angel Gurria (Bild) in der breiten Öffentlichkeit vielen Bürgern überhaupt kein Begriff ist.

Ein Bereich bei dem die OECD einen massiven Einfluss nimmt ist der Automatische Informationsaustausch bei Bankkontodaten.

Automatischer Informationsaustausch: Rund 100 Staaten sind mittlerweile dabei

Am 29.10.2014 wurden durch das OECD-Abkommen die Grundlagen für den Automatischen Informationsaustausch (AIA) gelegt. Mittlerweile haben sich aufgrund des massiven internationalen Drucks rund 100 Länder bereit erklärt, den Automatischen Informationsaustausch von Bankkontodaten umzusetzen.

Darunter befinden sich einst beliebte Anlageländer für diskrete Bankkonten und Wertpapierdepots wie die Schweiz, das Fürstentum Liechtenstein, Österreich oder Luxemburg. Ebenso zahlreiche Steueroasen in Übersee wie die British Virgin Islands, die Cayman Islands, Saint Kitts and Nevis oder die Isle of Man.

Eingeknickt: Auch Panama wird am Meldeverfahren teilnehmen

Panama hat sich lange geweigert, am Automatischen Informationsaustausch teilzunehmen. Wenige Wochen nach den Panama Papers ist auch hier der Druck offensichtlich zu groß geworden. Mitte April hat Panama der OECD mitgeteilt, dass es am Automatischen Informationsaustausch teilnehmen wird. Darüber hinaus sollen nationale Steuerregister miteinander vernetzt werden, um mehr Transparenz über Offshore-Firmen, deren handelnden Personen und Eigentümer zu schaffen.

Bye Bye Bankgeheimnis: Österreich hat neue Meldegesetze eingeführt

Österreich hat längst sein einst verfassungsrechtlich verankertes Bankgeheimnis aufgegeben. Kaum bekannt ist aber, dass zum 01.01.2016 eine umfassende Reform des Bankwesens umgesetzt wurde, mit unter Umständen gravierenden Folgen für deutsche Kapitalanleger, die in Österreich noch Konten haben oder hatten. Österreich hat zu Jahresbeginn ein zentrales Kontenregister eingeführt. Alle wirtschaftlichen Beziehungen (Kontoinhaber, Bevollmächtigte, wirtschaftlich Berechtigte) die zum 01.03.2015 bestanden haben, müssen an das österreichische Bundesfinanzministerium gemeldet werden.

Ausländische Staaten erhalten mittels Gruppenanfragen Zugriff auf Kundendaten

Auch in der Schweiz gibt es für diese Entwicklungen einen aktuellen Beleg. Die Eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV) hat einer Gruppenanfrage aus den Niederlanden zugestimmt. Die betroffene Bank ist die UBS. Der Niederländische Fiskus wollte von der UBS mittels einer pauschalen Gruppenanfrage wissen, welche holländischen Staatsbürger Konten oder Depots mit mindestens 1.500 Euro (!) bei der UBS unterhalten. Allerdings hat das Schweizer Bundesverwaltungsgericht die Zustimmung der ESTV vorerst wieder gekippt.

Die Abgeltungsteuer war die bisherige Antwort auf Steueroasen

Die Abgeltungsteuer wurde im Jahr 2009 eingeführt, und zwar als Anreiz für Kapitalanleger, ihre Vermögenswerte aus dem Ausland zurückzuholen und ordnungsgemäß zu versteuern. Durch den Automatischen Informationsaustausch ist dieser Anreiz nicht mehr nötig.

Deswegen wird es hier aller Wahrscheinlichkeit nach zu Änderungen und somit zu Steuererhöhungen für Kapitalanleger kommen. Ich rechne zukünftig mit einer Abgeltungsteuer von 35 %. Oder der Abschaffung und Rückkehr zur Progressionsbesteuerung mit Spitzensteuersätzen von 45 %.

Das Steuern ist wichtiger als die Steuern!

Dennoch gibt es nach wie vor zahlreiche, ebenso attraktive wie legitime, internationale Handlungsalternativen für gut informierte Bürger und Investoren. Für meine Leser von Kapitalschutz vertraulich habe ich aktuell zu dieser Thematik einen „Steuerschutzreport 2016“ erstellt. Ganz nach meinem grundlegenden Prinzip: Das Steuern ist wichtiger als die Steuern!

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