Gold: Die kommende globale Währung?

Vor einiger Zeit habe ich einen Artikel zum möglichen, langfristigen Ausblick unseres Währungssystems gemacht mit dem Titel “Vom Euro, Amero, Asiaro zum Globo“. Währungsturbulenzen belasten unsere angeschlagenen Finanz- und Wirtschaftssysteme mittlerweile zusätzlich. Ich persönlich halte die Wahrscheinlichkeit durchaus gegeben, dass weitere Währungsunionen entstehen. Beispielsweise die USA, Kanada und Mexico mit einer neuen Währung namens Amero, den Beitritt Englands zum Euro, oder der Zusammenschluss von Asiatischen Staaten zu einem “Asiaro”.

Langfristig halte ich ebenso die Wahrscheinlichkeit einer Welteinheitswährung namens “Globo” durchaus für realistisch. Sollte die derzeitige Weltwirtschaftskrise und die weltweiten Staatsverschuldungen allerdings weiterhin in dieser aktuellen Dynamik zunehmen, so glaube ich an die Rückkehr zum Goldstandard. Es gäbe dann durchaus noch unterschiedliche Papiergeldwährungen, allerdings würden diese eine gemeinsame Grundlage haben. Das Edelmetall Gold. Wir hätten dann bereits eine Globale Einheitswährung als Orientierung und Referenz im Währungsbereich.

Was ist ein Goldstandard?

Als Goldstandard bezeichnet man die Deckung einer Währung durch Gold. Goldwährungen charakterisieren sich dadurch, dass entweder zu Münzen geprägtes Gold direkt als gesetzliches Zahlungsmittel dient oder aber Papiergeld und Kursmünzen jederzeit in Gold eingelöst werden können. In den westlichen Industriestaaten wurde der Goldstandard beispielsweise 1817 in Großbritannien, 1871 in Deutschland und 1900 in den USA eingeführt. Damit löste Gold die zuvor vorherrschenden silberbasierten Währungen ab. Formell aufgehoben wurde die (Gold-)Deckungspflicht von den Zentralbanken der westlichen Länder erst wieder am 17. März 1968. Aber vielleicht ist es nur eine Frage der Zeit, bis ein derartiger Standard wieder eingeführt wird, beziehungsweise eingeführt werden muss.

Die Globale Vertrauens- und Systemkrise

Die aktuellen, anziehenden Goldpreise haben natürlich eine Reihe von Gründen. Einer der wichtigsten ist sicherlich dass dramatisch Sinkende Vertrauen in die wichtigsten Volkswirtschaften. Allen voran natürlich gerade Amerika und auch Europa. Die US-Immobilienkrise hat sich längst zu einer weltweiten Liquiditäts- und Kreditkrise entwickelt, welche nun in unglaublicher Härte auf die Realwirtschaften und Lebensbereiche eines jeden einzelnen von uns durchschlägt.

Währungsturbulenzen sowie die Sorge vor stark steigenden Inflationsraten, welche ein explodierendes Geldmengenwachstum mit sich bringen, müssen aus meiner Sicht alle Bürger und vor allem Kapitalanleger mit Unbehangen erfüllen. Während Goldinvestments vor kurzem noch auf ein “Medium für Angsthasen” reduziert wurden, bestätigt sich einmal mehr die Krisenbeständigkeit und die Eigenschaft von Gold als – zumindest relativ – sicherer Hafen. So titelte auch die Financial Times in einem Artikel vom 7. Januar 2008 “Gold is the new global currency”. Dies ist durchaus ungewöhnlich, nachdem sich die Financial Times in der Vergangenheit traditionell kritisch bezüglich Goldinvestments als Anlagemedium äußerte.

Nachdem sich nun die ursprüngliche US-Immobilienkrise zu einer weltweiten Finanzkrise – die mittlerweile auch realwirtschaftliche Spuren hinterlässt – entwickelt hat, konnte die US-Notenbank nur mit massiven Leitzinssenkungen reagieren. Somit befinden sich die US-Realzinsen mittlerweile bereits im negativen Bereich.

Am Golde hängt, zum Golde drängt

Gold ist und bleibt der gemeinsame Maßstab aller wirtschaftlichen Transaktionen der Menschheit. Es verbindet seit ca. 4.000 Jahren die Menschen über alle Kulturen, Religionen und Herrschaftssysteme hinweg wie kein anderes materielles oder ideelles Gut. Gold ist das älteste Anlagemedium der Welt. Früher oder später kamen bisher alle Kulturen auf Gold als Geld und Wertaufbewahrungsmedium zurück. Oder diese Kulturen sind untergegangen.

Wo Gold ist, ist Macht

Gold verfügt – wie kein anderer Gegenstand – über Eigenschaften, welches es als universelles Zahlungsmittel weltweit prädestiniert. Gold ist Geld in seiner besten und bewährten Form. Das Edelmetall hat sich – seit König Krösus vor mehr als 2.600 Jahren die ersten Goldmünzen prägen ließ – als Zahlungsmittel und vor allem eben als Wertaufbewahrungsmittel bis zum heutigen Tage bewährt.

Für die langfristige Entwicklung des Goldpreises ist dabei nicht unbedingt die industrielle Nachfrage und damit die Konjunktur entscheidend, sondern, in welchem Maße sich gerade Anleger auf dieses grundlegendste aller Edelmetalle besinnen.

Wenn Schulden, vor allem Staatsschulden weit mehr als Ersparnisse und Rücklagen wachsen, läuft der gesamte Wirtschaftszyklus aus dem Ruder. Diese gigantischen, strukturellen Unausgewogenheiten lassen sich derzeit weltweit – und ganz besonders in den USA aber zunehmend auch in Europa – beobachten. Die Folge ist eine massive Vertrauenskrise, nicht nur im Finanzsektor, sondern zwischen allen Wirtschaftsteilnehmern. Banken vertrauen sich in Geldfragen selbst untereinander nicht mehr. In derartigen Situationen suchen gerade auch Kapitalanleger vor allem eines. Sicherheit und Vertrauen.

Gold = Vertrauen

Gerade in Krisenzeiten lagert „in Gold“ das finanzielle Grundvertrauen der Menschheit. Es ist der letzte Garant, wenn nichts mehr währt. Also das ultimative Wertaufbewahrungsmittel schlechthin.

Wenn nichts mehr geht, läuft und zählt Gold!

Es gibt aus meiner Sicht viele Gründe, welche für einen Goldpreisanstieg sprechen. Beispielsweise fallende Minenproduktionen, gestiegene Schmuck-Nachfragen, hohe Zuflüsse in Exchange Traded Funds (ETF’’s), negative Realzinsen in Volkswirtschaften oder rückläufige Zentralbankverkäufe.

Die wichtigsten Gründe sind für mich jedoch:

+ Mögliches Scheitern der Finanzsysteme
+ Weiter zunehmende geopolitische Risiken
+ Exorbitanter Anstieg der Staatsverschuldungen
+ Gefahr von Hyperinflation und Währungsreformen
+ Dramatischer Kaufkraftverlust aller Papiergeldwährungssysteme

Mein Fazit

Die im Rahmen der Finanzkrise ergriffenen Rettungsmaßnahmen sind zwar kurzfristig kaschierend, langfristig jedoch sehr bedenklich im Hinblick auf die Staatsverschuldungen. Zu hoch sind aus meiner Sicht die Summen, die von Politikern relativ unkontrolliert in die Wirtschaft gepumpt werden. Das Ausmaß an Rettungsschirmen, Schieflagen und Defiziten ist für mich mittlerweile so gigantisch, dass ich mich Frage, wie diese Unsummen jemals seriös und mit normalen Mitteln zurückgeführt werden können, ohne Staatsbankrott oder Währungsreform.

Ziel: 2.300 US-Dollar – das inflationsbereinigte Allzeithoch von Gold!

Gold ist knapp und im Gegensatz zu Platin, Silber oder Palladium die einzige Alternativwährung zu den Papierwährungen. Deshalb ist eine gezielte und strategische Investition in physisches Gold aus meiner Sicht gerade für Privatanleger eine wichtige Handlungsalternative die jeder Anleger gezielt und strukturiert umsetzen sollte! Ein nahes Kursziel von Gold liegt sicherlich bei circa 1.200 US Dollar je Feinunze. Aber auch das inflationsbereinigte Allzeithoch von circa 2.300 US Dollar je Unze halte ich persönlich – je nach weiterer Entwicklung der Krise auch durchaus sehr schnell – für absolut realistisch.

Papier(geld) ist geduldig, Gold(geld) ist beständig

Ein Zitat von William Rees-Mogg trifft die Beständigkeit von Gold über Generationen, Systeme und Institutionen aus meiner Sicht hervorragend.

Der ehemalige Chefredakteur der Times stellte folgendes fest:

“Es gibt heute keine Behörde, welche für die Zahlungsversprechen Alexanders, Julius Cäsars, Ludwig den 14., Peter des Großen, Napoleons oder Hitlers aufkommt. Sie waren zu ihrer Zeit mächtige Männer, aber keine Bank wird heute ihre Schecks oder Schuldverschreibungen einlösen. Wenn man jedoch einen Goldbarren nimmt, der einst in ihren Schatztruhen lag, erhält man den Gegenwert überall in der Welt. Die Dauerhaftigkeit und Universalität des Goldes verleiht ihm eine geldgleiche Autorität, die kein anderes Geld besitzt.”

Darum denken Sie daran: Hartgeld statt Papiergeld!

Regierungen kommen und gehen, Währungen kommen und gehen! Gold und Silber allerdings bleiben wertvoll, weil alle Menschen diesen Wert schätzen. Geld ist nicht alles! Vor allem wenn es sich um Papiergeld handelt. Hartgeld sollte es sein, am besten geprägt aus Gold. Alternativ auch aus Silber, beispielsweise über die 10 Euro Silbermünzen, welche auch gesetzliches Zahlungsmittel sind.

(c) Markus Miller, Geschäftsführer GEOPOLITICAL.BIZ S.L.U.

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